vorurteile älter als gedacht *staun*

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    • vorurteile älter als gedacht *staun*

      hallo zusammen,

      da meine beiden kleinen zur zeit nichts lieber mögen als kinderlieder und kinderreime, ist mir die letzten wochen aufgefallen, dass so manches "vorurteil" zum thema dicke offenbar schon sehr sehr alt ist.

      da gibt es zum beispiel das lied "spannenlanger hansel".

      "...Lauf doch nicht so närrisch, spangenlanger Hans.
      Ich verlier' die Birnen und die Schuh' noch ganz.
      Trägst ja nur die kleinen, nudeldicke Dirn,
      und ich schlepp' den schweren Sack mit den großen Birn'."

      aha! der dünne ist offensichtlich so fix, dass die sängerin nicht hinterher kommt und die dicke... na... die ist natürlich stinkendfaul! ;)

      dann der kinderreim "lirum larum löffelstiel"

      "
      Lirum larum Löffelstiel,
      alte Weiber essen viel,
      junge müssen fasten...."

      was lernen kleine mädchen?

      wenn du frau bist und jung (unverheiratet?) bist... bleib bloß schön schlank!
      ...wenn du alt bist...ist's offensichtlich nicht mehr wichtig. ;)

      warum essen denn die alten später (zu-)viel?

      wurden schon in ihrer jugend die grundsteine für eine essstörung gelegt?

      zuerst gesellschaftlich aufdoktriniertes fasten und dadurch später die neigung zur maßlosigkeit beim essen? ;)

      feixende grüsse
      Silke







    • Solche Sprüche, Volks"weisheiten" oder Kinderreime wären wohl nur halb so wild, spiegelten sie nicht die gängige Sozialisationsstruktur wider. Und da ist es eben leider (immer noch?) so, dass hübsche schlanke und willige Mädchen, ausstaffiert wie Barbie und ähnlich gebaut, die größten Chancen haben, mit Kind und unabhängigem, möglicherweise ätzendem Ehemann zu versauern - was dann wiederum als die größte aller Erfüllungen angesehen werden soll (Sorry, ich hab nix gegen verheiratete Mütter, nur gegen die Art und Weise, wie Frauen zu solchen gemacht werden sollen, um das gleich klarzustellen).

      Wie wärs mit ein paar frechen Gegenreimen?

      Gleich ein Beispiel aus eigener Feder:

      Penelope

      Sie war sehr dick
      und wie es schien
      hing das Kinn, es war gewaltig
      ihr beim Sitzen auf den Knien.
      Ihr enges Kleid
      das rutschte hoch
      und spannte überall
      oh ja
      sie war die schönste Frau
      auf diesem Sommerball.

      (Copyright: eau_de_vie)

      Oder ein paar echte Weisheiten: Viel essen ist viel wissen. Wer isst, lebt gut. Dünne Mädchen kaufen Birnen, dicke kriegen sie geschenkt. (naja....).

      So in der Art.

      Mein Vorbild ist da Pippi Langstrumpf, bei der es keine Socke interessiert, ob da einer dick oder dünn ist, nur ihr wilder Papa ist ein dicker Kerl mit viel Geld und viel Liebe, der aber auch gar nicht weiter stört, stattdessen einmal im Jahr mit neuen Goldstücken zu Besuch kommt.
      Man MUSS ja seinen Kindern nicht die alten doofen Reime vorsagen, es gibt Alternativen.

      Dicke, reiche, wissende Grüße
      eau_de_Langstrumpf:-D
    • Wie wär's denn mit

      "C A F F E E trink nicht so viel Caffee
      nichts für Kinder ist der Türkentrank
      schwächt die Nerven macht Dich schwach und krank
      sei doch kein Muselmann, der das nicht lassen kann!"

      :holy:
    • wenn ich mir so die erzählungen meiner hochbetagten klientinnen anhöre durften frauen, nicht nur die jungen, grundsätzlich nur schwache esser sein, weil der vater (die brüder) das anrecht auf das fleisch und sonstige nahrhafte nahrung hatten.

      eine, heute 92jährige, dame erzählte, dass sie im krieg "freiwillig" eine (mikrige) fleischportion in der kantine eines rüstungsbetriebs gegen die krautsuppe ihres kollegen tauschte, "weil sich das so gehörte" und sie "eh kein fleisch mochte".

      die polster, die sie sich in den mittleren jahren zulegte stammten von den (in den wirschaftswunderjahren reichlichen) resten ihres mannes und ihrer kinder, die nicht umkommen durften.
      Lieben Gruß

      Rita
    • ritathedolphin schrieb:


      die polster, die sie sich in den mittleren jahren zulegte stammten von den (in den wirschaftswunderjahren reichlichen) resten ihres mannes und ihrer kinder, die nicht umkommen durften.


      Ja, das finde ich gut, dass sie auf die Rudimente ihrer Angehörigen so sorgsam geachtet hat *schallendlach* - aber ich denke mal, es bezieht sich auf die ESSENS-Reste derselben....*hoff* *gröhl*

      eau_de_Kannibalis:-D:-D:-D
    • ritathedolphin schrieb:

      wenn ich mir so die erzählungen meiner hochbetagten klientinnen anhöre durften frauen, nicht nur die jungen, grundsätzlich nur schwache esser sein, weil der vater (die brüder) das anrecht auf das fleisch und sonstige nahrhafte nahrung hatten.



      Hochbetagt?????

      Wann, bitte, fängt dieser Zustand an????

      stübbken*

      *mickrige 55, die mit so Spielchen aufgewachsen ist (2 Kotelettes für 4 Personen: Vater das Fleisch von einem, meine Schwester und ich je zur Hälfte das Fleisch des anderen und meine Mutter die (großzügig!) davon abgeschnittenen Knochen und bei Familienfesten wurden den Männern automatisch zwei Scheiben Braten auf den Teller gelegt, Frauen und Kindern eine! - wir durften aber soviel Kartoffeln essen, wie wir wollten!
    • Ich liebe Sprüche wie:

      Dick ist schick!

      Fett ist nett!

      Mollig macht rollig!


      stübbken*

      * die sich aus gegebenem Anlass nur äußerst ungerne an das blöde Lied von der eisenbahnfahrenden "Dickmadam" erinnert und an der die "nudeldicke Dirn" vorbeigerauscht ist, weil sie dabei immer nur an Spaghetti gedacht hat und ihr wirklich erst hier und jetzt aufgegangen ist, dass frau auch vom Nudelessen dick werden kann - im Übrigen ist "spannenlang" ja auch nicht so großartig!
    • Sally schrieb:

      Eine kleine Dickmadam
      fuhr mal mit der Eisenbahn
      Eisenbahn die krachte
      Dickmadam die lachte
      fiel zum Wagen raus
      und du bist raus.
      :rolleyes:


      und genau diese kleine Gemeinheit liebe ich.
      Meine Schwester ist sieben Jahre jünger wie ich und ich war damals dazu verdammt "kleine Schwester zu hüten".
      Wenn man sie heute kennenlernt, dann kann man nur den besten Eindruck von ihr haben, sie ist in allem perfekt. Perfekte Gesellschafterin, perfekte Ehe-und Hausfrau, Mutter und beruflich steht sie auch ihren Mann/Frau. Jeder empfindet sie als sehr angenehm.
      Als Kind war sie allerdings ein absolutes Ekelpaket. immer brüllend, ewig petzend, einfach eine Strafe. Tauchte ich mir ihr im Schlepptau auf, stöhnten meine Freunde nur noch.
      Sie zu verprügeln hatte für mich nur noch härtere Sanktionen von Seiten meiner Eltern zu Folge.
      Allerdings war meine Schwester ein dickes Kind und dieses Lied machte sie kirre. Mit der Drohung "Ich sing die Dickmadam" konnte ich sie in Schach halten.
      Ok,Ok ich musste ja dafür büssen. Heute ist meine Schwester auch nicht unbedingt schlank, aber ich bin eindeutig dicker wie sie.
      Ärgern kann ich heute noch wenn ich sie statt mit Irene, mit Sirene anrede.

      toni
    • [align=center]:bigheul: Dickmadam :bigheul:
      [/align]
      [align=left]
      Oh Mann. Eigentlich kann mich keine Beleidigung egal von wem oder in welcher Form treffen( dachte ich bis eben). Aber jetzt kommt es mir grade wieder:( . Dickmadam hat meine Mutter früher als ich klein war immer zu mir gesagt.Hatte ich bis eben total verdrängt.
      Ich kann heute garnicht mehr soviel essen wie ich jetzt grade ko...n könnte:krank:.
      Manno jetzt bin ich richtig sauer.

      Grüße
      Pfundgrube
      [/align]
    • Ruberta schrieb:


      ...wenn du alt bist...ist's offensichtlich nicht mehr wichtig. ;)

      warum essen denn die alten später (zu-)viel?

      wurden schon in ihrer jugend die grundsteine für eine essstörung gelegt?

      zuerst gesellschaftlich aufdoktriniertes fasten und dadurch später die neigung zur maßlosigkeit beim essen? ;)



      da mach ich aber ganz andere Erfahrungen.
      Denn, eben durch den gesellschaftlichen Zwang lässt man heute die Menschen nicht mehr so leicht "altern".
      Da seh ich am Wochenende die Plus 50 Generation an meinem Haus vorbeiwalken. Das Gesundheitsbewusstsein ist sicher besser ausgeprägt als bei den Jüngeren und ich denke, dass mit der Ernährung viel disziplinierter umgegangen wird. In meinem Bekannten und Kollegenkreis bin ich die einzige über 50jährige, die dicker ist. Ddie meisten sind voller Zukunftspläne und leisten sich auch ein intensives Sexleben.
      Mann oh Mann, wir die 60jährigen sind die Beatles- und Stones Generation, die im Karstadt beim Reinhören einer Rammstein Cd ein seliges "Ey geil" von sich gibt und den deutlich jüngeren Verkäufer damit entsetzt.
      Die Jeanstragende Oma ist wohl schon lange kein Schocker mehr
      Das was mich jetzt vom Jungsein unterscheidet ist, ich weiss was ich will und habe keine Angst mehr vor dem Alter.

      toni
    • Sonnenkuss schrieb:

      Ab 55 Jahren biste "senior", kriegst also auch den Seniorenpass und so nützliche Sachen und ab 80 Jahren biste hochbetagt...
      WAHNSINN - nächstes Jahr werde ich 55.
      Bei welcher sozialen Einrichtung bekomme ich meinen Seniorenpass und die anderen Dinge, und wo werde ich rausgeschmissen, wenn ich danach frage?

      LG Manfred

      ...man wird so alt wie eine Kuh...
    • pfundgrube schrieb:

      [align=center]:bigheul: Dickmadam :bigheul: [/align]



      [align=left]Oh Mann. Eigentlich kann mich keine Beleidigung egal von wem oder in welcher Form treffen( dachte ich bis eben). Aber jetzt kommt es mir grade wieder:( . Dickmadam hat meine Mutter früher als ich klein war immer zu mir gesagt.Hatte ich bis eben total verdrängt.
      Ich kann heute garnicht mehr soviel essen wie ich jetzt grade ko...n könnte:krank:.
      Manno jetzt bin ich richtig sauer.[/align]

      [align=left]Grüße
      Pfundgrube[/align]



      ... das kann ich verstehen, dass deine Erinnerungen daran nicht so toll sind... aber es kommt eben auch immer auf die Erfahrungen an, die man gemacht hab.
      Ich kenne ne Dame, die verwendet "Dickmadame" voller Stolz als Nickname... und findet, dass dieses Wort herrlich zu ihr passt.

      LG
      LOF
    • Die Autorin Sylvia Bovensen, auch schon etwas älter, die wegen MS im Rollstuhl sitzt und gerade das Buch "Älterwerden" herausgebracht hat, sagte in einem Interview mit Denis Scheck: "Wenn ich heute so die Generation 50+ an meinem Haus vorbei nordic-walken sehe, kann ich ja echt froh sein, dass ich im Rollstuhl sitze und diesem albernen Quatsch entkomme".

      Das Buch ist definitiv auf meiner Wunschliste. Und beim dem Interview hab ich schallend gelacht. (und jetzt bitte nicht alle NordicWalkerinnen auf die Barrikaden, das Ding ist ein Zitat und NW nur so ein Synonym für das Verbot des einfach-so-vor-sich-hin-Alterns ohne schlechtes Gewissen.).

      Grüße
      eau_de_Methusalem:-p:-p:-p, only walking on peace-paths:-p:-p:-p