Dicksein eint nicht. Aber muss es spalten?

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    • Hihi, dazu fiel mir spontan ein, dass wir ja eigentlich voll im Trend liegen ... da wir sozusagen das Wellness-Programm schlechthin propagieren ...;)

      Eine (Frauen-) Zeitschrift von und für mollige und dicke Frauen hat es schonmal gegeben. Ich habe eben schon die ganze Zeit gegrübelt, aber der Name fällt mir nicht mehr ein. Ich meine, das müsste so Ende der achtziger, Anfang der neunziger Jahre gewesen sein. Ich fand die wunderschön gemacht, war alles drin, was ich mir gewünscht habe, von guten redaktionellen Artikeln bis zu Mode. Leider gab es nur 5 oder 6 Ausgaben, dann wurde die Zeitschrift wieder eingestellt. Ich nehme mal an, mit dem reißenden Absatz war es nicht so weit her.

      Mag sein, dass sich in den letzten 10, 15 Jahren etwas geändert hat. Dennoch - ich bin mir sicher, auch heute noch gibt es einen sehr großen Teil mollige und dicke Frauen, die weder für eine "Dickenbewegung" im Sinne von Dicke e.V. zu gewinnen sind (wie oben von Martina beschrieben) noch als Leserinnen für eine solche Zeitschrift. Lieber schauen sie sich schlanke Models an, selbst in Modellen für große Größen. Umfragen haben das ergeben. Das mag daran liegen, dass die meisten sich eben doch (noch) nicht annehmen können, sich schuldig, "falsch", schwach, schlecht und undiszipliniert fühlen. Und das wollen sie nicht auch noch gespiegelt sehen.

      Mit der Gründung einer neuen Zeitschrift ist das so eine Sache. Gerade der Markt an Frauenzeitschriften ist von starken Marken besetzt, daran sind schon viele gescheitert. Wenn man sich auf diesen Markt wagt, muss man mit einem hohen Risiko leben. Und natürlich erstmal eine Menge Geld investieren.

      Eine ganz interessante und recht aktuelle Studie zum Zeitschriftenmarkt gibt es als pdf-Datei beim Emnid ==>HIER

      Eine mögliche Alternative ist die Online-Variante, die logischerweise deutlich preiswerter ist, da die hohen Druck- und Papierkosten wegfallen.
      Ein schönes Beispiel gibt es in Österreich von Manuela Richter ==>HIER
    • Hallo Aitack,

      Aitack schrieb:

      Ich bin absolut überzeugt, daß das Thema Selbstakzeptanz / Körperbewusstsein / Wohlfühlen (unabängig vom Gewicht) in allernächster Zukunft ganz gewaltig an Bedeutung gewinnen wird.
      ich halte es vor allen Dingen auch für sehr wichtig, dass dieses Thema an Bedeutung gewinnt, und zwar nicht nur für dicke Menschen, sondern für alle Menschen. Nicht nur uns Dicken wird permanent vermittelt, wir haben mit uns selbst unzufrieden zu sein. Manchmal kommt es mir so vor, als funktioniere unsere gesamte Wirtschaft nach diesem Prinzip. Wenn man die Diskussion aber mal auf den "Figurbereich" beschränkt, so sind Körperbewusstsein, Wohlfühlen und Selbstakzeptanz DIE Voraussetzung schlechthin, um die "Adipositas-Epidemie" zu stoppen. Nur wenn Frauen, wie wir sie z.B. in Deinem "Wird mollig in?"-Thread diskutieren, eine Existenzberechtigung haben und als das wahrgenommen werden, was sie sind, nämlich wunderschön, lässt sich auch einer der Hauptgründe für die "Adipositas-Epidemie", der Jojo-Effekt, unterbrechen.

      Aitack schrieb:

      parallel grassierender Gesundheits- und Fitnesswahn-welle
      Ich finde, gegen diese Welle ist gar nichts zu sagen, solange die vermittelten Inhalte realistisch sind und nicht diskriminierend. Sie sollte eben für alle gelten und nicht nur für die Dicken. Denn es ist ein Ammenmärchen, dass sich schlanke Menschen ungeheuer gesund ernähren. Es gibt Schlanke, die sich mit Ernährung beschäftigen und sich wirklich gut und gesund ernähren und es gibt Dicke, auf die das genauso zutrifft, aber Hand auf's Herz, die meisten Menschen in Deutschland haben null Plan von gesunder Ernährung. Oder wie sonst lassen sich 90 % der Nahrungsmittel, die in unseren Supermarktregalen stehen, erklären? Glaubt tatsächlich jemand, die Regale quöllen (ein Insider @sally ... es schien mir, als sei dies die Absurdeste meiner Alternativen - quellten ... quillten ... quöllen ... ABER sie ist richtig! *lach*) nur so über von ungesundem Zeugs voller Geschmacksverstärker, wenn sich das nicht verkaufte oder nur an Dicke verkaufte? Hinzu kommt, dass Sport für Dicke ein zweischneidiges Schwert ist. Einerseits wird es von ihnen verlangt, andererseits wird es ihnen erschwert (wie ich später noch beweisen werde), nicht nur, aber auch dadurch, dass viele eingeschränkt Denkende sich von sportelnden Dicken belästigt fühlen.
      Was mir bei all dem auffällt ist, daß es keine VERNÜNFTIGEN Informationen für diese Zielgruppe gibt, Informationen, die nicht im Hinterkopf Diätpulver, Abnehm-vereine oder sonstigen Kommerz haben. Neutrale Infos, wie man z.B. Sport treiben kann als Übergewichtiger, wie man sich adrett kleidet, schminkt... typische Probleme in den Griff kriegt...mit Partenerschaft und Sex umgeht....kurz: alles, was hier so im Forum besprochen wird
      Nun, Vernunft ist auch relativ. Was wir vernünftig finden, muss nicht jeder vernünftig finden. Es ist eigentlich nicht möglich, objektive Informationen zu diesem Thema zu erhalten, da es vom Kommerz dominiert wird. Auch wir als die Betroffenen können uns nur subjektiv dazu äußern, aber es ist schon wichtig, klar zu machen, dass nicht nur eine subjektive Darstellung des Sachverhalts öffentliche Berechtigung hat, sondern dass es eben auch Gegenstimmen gibt und diese sich Gehör verschaffen. Vielleicht kommt so ja mal irgendwo so etwas wie Objektivität zustande.

      Dazu hatte ich nach etwas Nachdenken eine klasse Idee: Eine regelmäßig erscheinende Zeitschrift herausbringen, wo all diese Themen aufgegriffen werden, sozusagen ein gedrucktes Forum mit vielen, vielen Tips und Tricks und fundierten (medizienisch begleiteten) Infos.
      Nun, wie Sally schon schrieb, eine Zeitung herauszubringen, ist schwierig. Unser TV-Magazin sollte solche Inhalte haben. Wir hatten damals Pech. Ich hatte dazu einen Kontakt beim WDR, allerdings zunächst mal in der Nachrichtenredaktion. Man kannte sich durch die Pressearbeit für den Verein. Ich war nur wenige Tage vor dem 11. September dort. Klar, dass sich dann in einer Nachrichtenredaktion zunächst mal kein Mensch mehr um dieses Konzept kümmern konnte. Monate später erst traute ich mich, mal wieder nachzufragen, weil ich mir schon klar darüber war, dass die da im Moment anderes im Kopf hatten. Nun ja, und dann war bei mir auch erst mal die Luft raus. Sally und ich müssen noch mal darüber reden. Sie hat mit Sicherheit die besseren Verbindungen als ich, zumal ich den Kontakt zum WDR auch weitgehend verloren habe, da ich ja jetzt seit fast 2 1/2 Jahren in der Nähe des Bodensees wohne.
      Nur: Wie gibt man eine Zeitung heraus? Und mit wem? Alleine ist es öd...
      Schau doch mal auf der Seite von Gisela Enders. Der neue Vereine möchte auch eine Online-Zeitschrift herausgeben. Vielleicht kannst Du da ja mitarbeiten.

      Liebe Grüße
      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Als Schmankerl zur Nacht gebe ich Euch jetzt noch die M.O.B.I.L.I.S.-Antwort zum Besten. Ich hatte in meiner Anfrage geschrieben, dass mein Gewicht insbesondere eine Folge meiner nicht sachgemäß behandelten Schilddrüsenerkrankung ist:
      vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an M.O.B.I.L.I.S. Gerne beantworten wir Ihre Frage, warum bei M.O.B.I.L.I.S. nur Personen mit einem BMI zwischen 30 und 40 kg/m2 teilnehmen können:

      Der Schwerpunkt unseres M.O.B.I.L.I.S.-Programms liegt im Bereich Bewegung. Alle 15-18 Kursteilnehmer einer Gruppe nehmen an denselben Bewegungseinheiten teil. Aus diesem Grund achten wir bei M.O.B.I.L.I.S. als Gruppenprogramm natürlich darauf, dass Teilnehmer mit ähnlichen Voraussetzungen zusammenkommen. Das Bewegungsprogramm ist folglich für eine genau definierte Zielgruppe konzipiert. Für Personen mit einem BMI über 40 kg/m2 sind andere Inhalte angemessen. Ferner benötigen Übergewichte mit einem BMI über 40 kg/m2 eine individuellere Betreuung, in der Regel eine Einzeltherapie. Die durch das erhebliche Übergewicht ausgelösten Erkrankungen, z.B. orthopädische Beschwerden, müssen bei der Behandlung unbedingt Berücksichtigung finden.

      Außerdem ist aus unserer Erfahrung die psychologische Betreuung im Rahmen eines Gruppenprogramms für Übergewichte mit einem BMI über 40 kg/m2 nicht ausreichend, da die zugrunde liegenden Ursachen für das Übergewicht häufig sehr komplex sind. Auch für diesen Bereich ist eine Einzeltherapie unbedingt zu anzuraten.

      Wir können Ihre Enttäuschung verstehen, dass wir Sie bei M.O.B.I.L.I.S. nicht aufnehmen. Wenn es Ihnen aber gelingt, Ihr Gewicht auf BMI 40 kg/m2 zu senken, können Sie sich selbstverständlich gerne bei M.O.B.I.L.I.S. bewerben. In der Anlage übersenden wir Ihnen sinnvolle Alternativen zu unserem Programm, die Ihnen bestimmt weiterhelfen werden.

      Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und verbleiben

      mit freundlichen Grüßen
      [Hervorhebungen durch mich.]
      Sorry an diejenigen, die in Kindheit und Jugend wirklich schlimme Dinge erlebt haben, die zu Essstörung und Übergewicht geführt haben. In meinem Leben gibt es so was nicht und ich würde wirklich nicht die geringste Lust verspüren, die soundsovielte völlig sinnlose Therapie zu machen, in der irgendein Psychologe gewaltsam Dinge aus mir herauszukitzeln versucht, die nicht existent sind (gewaltsam ... weil das Ego von drei der insgesamt vier Psychologen, mit denen ich im Leben zu tun hatte, es nicht verkraftet hat, dass es da nix rauszukitzeln gab).

      Und für mich bleibt die Frage: Wieso kann man nicht verschiedene Gruppen zu verschiedenen BMI-Bandbreiten machen? Aber ich befürchte, darauf erhalte ich keine Antwort.

      Martina
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    • Ehrlich? Ich finde diese Antwort eine glatte Unverschämtheit. Mal abgesehen davon, dass sie mit dem Begriff "bewerben" schonmal voraussetzen, dass sich jede/r alle zehn Finger danach lecken muss, in Gnaden aufgenommen zu werden.
      Die durch das erhebliche Übergewicht ausgelösten Erkrankungen, z.B. orthopädische Beschwerden, müssen bei der Behandlung unbedingt Berücksichtigung finden.
      Welche orthopädischen Beschwerden? Hier wird schon wieder vorausgesetzt, dass ein Mensch oberhalb eines bestimmten BMI einfach krank sein muss.
      Außerdem ist aus unserer Erfahrung die psychologische Betreuung im Rahmen eines Gruppenprogramms für Übergewichte mit einem BMI über 40 kg/m2 nicht ausreichend, da die zugrunde liegenden Ursachen für das Übergewicht häufig sehr komplex sind. Auch für diesen Bereich ist eine Einzeltherapie unbedingt zu anzuraten.
      Aha. Für einen Dicken bis BMI 40 reichen Gruppe und Ernährungsberatung, ab 41 braucht's dann eine Einzeltherapie??? Ich war 20 Jahre lang essgestört mit einem BMI z.T. weit unter 40. Deshalb sind auch all die vielen Ernährungsberater und Diätassistentinnen grandios an mir gescheitert ...
      Wir können Ihre Enttäuschung verstehen, dass wir Sie bei M.O.B.I.L.I.S. nicht aufnehmen. Wenn es Ihnen aber gelingt, Ihr Gewicht auf BMI 40 kg/m2 zu senken, können Sie sich selbstverständlich gerne bei M.O.B.I.L.I.S. bewerben. In der Anlage übersenden wir Ihnen sinnvolle Alternativen zu unserem Programm, die Ihnen bestimmt weiterhelfen werden.
      Fehlt nur noch der hier: [IMG:http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/troest.gif]
      Ich hoffe, du weinst nicht zu lange in deine Kissen.
      Mach doch eine flotte Crashdiät, um deinen BMI unter 40 zu drücken, dann "darfst du" ...[IMG:http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/stirn.gif]

      Und was den Sport betrifft: Gerade in dieser Woche (siehe den Thread dazu) habe ich die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Trainingsarten wirklich für alle geeignet sind, ganz egal welchen BMI sie haben. Mit solchen Ausgrenzungen erreicht man nur das - eben Ausgrenzung.

      Was für ein Sch ... verein.
    • Und noch ein [IMG:http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/offtopic.gif] ... weil mir das sooooo viel Spassss macht ...[IMG:http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/redface.gif] :

      Martina schrieb:

      Glaubt tatsächlich jemand, die Regale quöllen (ein Insider @sally ... es schien mir, als sei dies die Absurdeste meiner Alternativen - quellten ... quillten ... quöllen ... ABER sie ist richtig! *lach*) nur so über ...
      Ja, es stimmt!!! Ist er nicht bezaubernd, der gute alte Konjunktiv? Ganz besonders bei den starken Verben!!!! Guck mal hier ... was für traumhaft schöne Konjunktive man da findet ... [IMG:http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/flirt.gif]
    • Fremdzitat entfernt

      Sally schrieb:


      Eine mögliche Alternative ist die Online-Variante, die logischerweise deutlich preiswerter ist, da die hohen Druck- und Papierkosten wegfallen.
      Ein schönes Beispiel gibt es in Österreich von Manuela Richter ==>HIER


      :eek: Diese Seite scheint ja wirklich gut anzukommen

      Sagte ich es nicht? Wir werden uns noch umschauen...:applaus:

      @Sally: Danke für die Links!
      @ Martina: ja, ich meine auch, daß ALLE lernen sollten, sich zu akzeptieren wie sie sind, nicht nur die Dicken. Aber für die "normalen" Menschen gibt es zu diesem Thema unzählige Bücher...nur eben nicht für die Übergewichtigen, die werden da einfach ignoriert.

      Ich habe mir heute übrigens das Buch von Gisela Enders geholt und werde nachher gleich mal damit anfangen. Ich LIEBE Bücher. :daumen:
      Viele liebe Grüße

      von Aitack :zwinker:
    • Hier sollste hin: BigBeauty

      Naja, grundsätzlich ist die Idee nicht schlecht, aber für meinen Geschmack wieder zu sehr an "Schönheit" und Äußerlichkeiten orientiert. Und die Werbung für ein Pelz- (und Leder-) Geschäft geht mir ganz gegen den Strich.
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    • Also, ich habe eine Frage zu Punkt d) Und zwar kenne ich das mit dem schrillen und dem bürgerlichen Leben eher aus der Schwulenbewegung. Und ich weiß nicht, wie sich das aufs dicke Leben übertragen lässtt. :confused: Mir wollte nämlich noch keiner in meine Lebensführung reinreden und fand sie zu schrill. Wo man mir reinreden wollte, war in meine Ernährung. Deswegen fände ich es wichtiger zu sagen, man hat auch als Dicker das Recht, über seine Ernährung selbst zu entscheiden.
      Oder was ist damit gemeint?

      Und ich hätte eines noch gerne dabei: Daß auch ein dicker Mensch den Anspruch auf eine anständige ärztliche Versorgung hat, und daß Ärzte nicht alles aufs Gewicht schieben. :mad: Denn wenn eine Krankheit übersehen wird, weil natürlich alles wieder mal nur am Gewicht liegt, dann kann das schwerwiegende Folgen haben.
    • :offtopic: Ja da hätte ich ein schönes Beispiel beizutragen, was die ärztliche Versorgung angeht.
      Bei mir wurde auch über Jahre hinweg alles auf mein Übergewicht geschoben. Egal womit (Kopfschmerzen, viele Erkältungen, dauernde Müdigkeit, brüchige Fingernägel...) ich zum Arzt gegangen bin (und egal zu welchem) kam ich meistens mit einer Ernährungstabelle und dem "guten Rat" mich doch gesund zu Ernähren und Sport zu treiben wieder nach Hause.
      Durch einen Zufall sah ich dann mal einen Bericht im TV zum Thema Schlafapnoe. Da ich nicht wirklich eine Ahnung hatte, bin ich dann erst mal zu einem HNO-Arzt gegangen und wenn ich da nicht rigoros darauf bestanden hätte eine Einweisung ins Schlaflabor zu bekommen, hätte er mir diese nicht gegeben, da er dies nicht als notwendig ansah.
      Zum Glück hab ich drauf bestanden! Es wurde festgestellt das ich wahrscheinlich schon seit etlichen Jahren eine Schlafapnoe habe und damit ließen sich dann auch eine Menge meiner Beschwerden erklären. Der Arzt in dem Schlaflabor sagte mir dann auch, dass wahrscheinlich sogar ein Großteil meines Übergewichts damit zusammen hängt da sich durch die Äpnoe auch der Stoffwechsel- und der Hormonhaushalt verändert.
      Sprich das Übergewicht (sicher nicht das Gesammte aber doch eben ein Teil) ist nicht die Ursache sonder ein Symptom, welches über Jahre hinweg niemand erkannt hat weil ja schließlich nicht sein kann, was nicht sein darf!
      Da fällt mir doch nur noch eins zu ein :nacht:

      Ich bin begeistert von dem was ich hier lesen konnte, denn ich gehöre zu den Dicken, die in ihrer Umgebung sehr lange Zeit allein auf weiter Flur stand und erst seit relativ kurzer Zeit und durch Hilfe des Internets einiges an Informationen sammeln konnte bzw. auch mal auf Gleichgesinnte trifft. Allerdings ist es auch hier im Netz nicht gerade leicht wirklich brauchbares zu finden wenn man sich nicht auskennt. Es sei denn man hat das Glück bei Google mal den richtigen Link anzuklicken :grins: ( schön Euch so gefunden zu haben) :grins: Also Information tut Not!!!
      Gruß Eule
    • Also Information tut Not!!!
      Liebe Eule,

      das sehen wir auch so. Und wir arbeiten mit Hochdruck daran, gute Informationen zur Verfügung zu stellen. Leider wird auch das "dicke" Web in Bezug auf Adipositas von vielen Scharlatanen dominiert. Auch hier ist es so, dass nur, wer vorschriftsmäßig schuldbewusst ist, ein guter Dicker ist. Wir wollen auch vermitteln, um wieviel Gutes man sich mit solch einer bitteren Haltung zu sich selbst bringt.

      Es freut mich, dass es Dir bei uns gefällt.

      Liebe Grüße
      Martina
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    • Morgaine1976 schrieb:

      Also, ich habe eine Frage zu Punkt d) Und zwar kenne ich das mit dem schrillen und dem bürgerlichen Leben eher aus der Schwulenbewegung. Und ich weiß nicht, wie sich das aufs dicke Leben übertragen lässtt. :confused: Mir wollte nämlich noch keiner in meine Lebensführung reinreden und fand sie zu schrill. Wo man mir reinreden wollte, war in meine Ernährung. Deswegen fände ich es wichtiger zu sagen, man hat auch als Dicker das Recht, über seine Ernährung selbst zu entscheiden.
      Oder was ist damit gemeint?

      Und ich hätte eines noch gerne dabei: Daß auch ein dicker Mensch den Anspruch auf eine anständige ärztliche Versorgung hat, und daß Ärzte nicht alles aufs Gewicht schieben. :mad: Denn wenn eine Krankheit übersehen wird, weil natürlich alles wieder mal nur am Gewicht liegt, dann kann das schwerwiegende Folgen haben.


      schrill und bürgerlich.

      ja, das sind schlagworte aus der schwulenbewegung, die ich ziemlich spontan auf die dicken übertragen habe.

      ich seh das äquivalent in den guten und den bösen dicken.

      die "guten" dicken, die sich brav dafür schämen nicht dem gesellschaftlichen ideal zu entsprechen, die brav ihr geld für das vermeintliche schlanke glück ausgeben und die sich ansonsten am liebsten unsichtbar machen. im gegensatz zu den "bösen" dicken, die den teufel tun sich zu schämen.

      andererseits wird in den medien eher ein bild der "schrillen" extreme vermittelt. talkshows und sogenannte dokumentationen bringen dicke transvestiten, dicke, die nicht mehr durch die tür passen, dicke, die unglücklich genug sind sich operieren zu lassen... aber an dicken, die ein ganz normales "bürgerliches" leben führen, zur arbeit gehen, kinder großziehen, wie die meisten anderen auch, daran besteht null interesse.

      mit dem recht auf medizinische versorgung rennst du bei uns offene türen ein - siehe Martinas kommentar. grade da liegt vieles im argen.

      und hier muss besonders jeder einzelne dicke bestärkt werden die eigene gesundheit ernst zu nehmen und sich nicht einfach mit einem: "nehmen sie ab", zufrieden zu geben, weil man selber eh auch glaubt, dass alles am gewicht liegt. jeder kann lernen die einfache frage zu stellen. "wenn sie einen normalgewichtigen patienten vor sich hätten, was würden sie dem empfehlen?"
      Lieben Gruß

      Rita
    • Ich war gestern Abend zu müde, um noch weiter auf dieses Scharlatan-Problem einzugehen. Auch das wäre noch eine wichtige Forderung:


      • Dass das Thema Ernährung in Deutschland aus den Händen der Scharlatane genommen wird.
      Die Berufsbezeichnung "Ernährungsberater" ist nicht geschützt. Deshalb können sich z. B. auch arbeitslose Klempner, die eine halbtägige Verkaufsschulung bei einem bestimmten Pulverlieferanten gemacht haben (von denen hört man auch fast nix mehr; woran es wohl liegt?), Ernährungsberater nennen.

      Die Berufsbezeichnung "Ernährungsberater" gehört geschützt und ihr sollte eine standardisierte Ausbildung zu Grunde liegen, die auf modernen Erkenntnissen zum Thema Ernährung beruht. Qualitätskontrolle und stetige Fortbildung sollten Pflicht sein.
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    • Morgaine1976 schrieb:

      Und ich hätte eines noch gerne dabei: Daß auch ein dicker Mensch den Anspruch auf eine anständige ärztliche Versorgung hat, und daß Ärzte nicht alles aufs Gewicht schieben. :mad: Denn wenn eine Krankheit übersehen wird, weil natürlich alles wieder mal nur am Gewicht liegt, dann kann das schwerwiegende Folgen haben.

      Das Problem kennen viele hier. Und wie viele Dicke gibt es wohl, die sich das gar nicht bewusst machen, brav "fressen" was ihnen die Weißkittel auftischen und ihren Gesundheitszustand damit verschlechtern?

      Umgekehrt habe ich noch nie davon gehört, dass z. B. ein an Diabetes II erkrankter Schlanker nach seinen Ernährungsgewohnheiten gefragt wird. Bei nicht Übergewichtigen wird genau so blind davon ausgegangen, dass sie schon alles richtig machen.
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    • @ ritathedolphin: Danke für die Erklärung, das mit dem guten und dem bösen Dicken ist auch wirklich so. Aber ich hätte das halt nicht unter "schrill und bürgerlich" verstanden. :) Und was das "schrille" in den Medien angeht: Ich glaube nicht, dass man da wirklich was dran ändern kann. Das ganze Nachmittags- und Vorabendprogramm lebt ja davon, alles mögliche, nicht nur Dicke, völlig überzogen darzustellen. Auch Hartz IV-Empfänger, die Sozialbetrüger sind und irgendwelche heimlich schwulen Väter und Zwölfjährige, die schwanger sind und nicht wissen, wer der Vater ist. :eek: Da ist es wichtiger, mit möglichst absurden Geschichten Quote zu machen als richtig zu berichten, und daran kann man wohl nicht viel ändern. :(
    • Martina schrieb:

      Schau doch mal auf der Seite von Gisela Enders. Der neue Vereine möchte auch eine Online-Zeitschrift herausgeben. Vielleicht kannst Du da ja mitarbeiten.
      Wie ich dieser Tage bei einer Recherche entdeckte, hat Gisela Enders tatsächlich einen neuen Dicke e.V. gegründet:

      www.dicker-verein.de

      Ich bewundere ihren ungebrochenen Idealismus.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
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    • Martina schrieb:

      Dieses Thema ist für mich sehr emotionsbesetzt, denn ich habe die erste deutsche Dickenbewegung miterlebt und mich auch in ihr engagiert....

      Ich habe diesen Beitrag gerade gelesen und kann diesen Artikel nur wärmstens empfehlen :daumen:

      Martina schrieb:

      Der Vorstand haftet mit seinem persönlichen Vermögen, was viele Konsequenzen nach sich zieht. Man muss sich wirklich zu 100 % klar darüber sein, auf was man sich da einlässt. Eine Veranstaltungshaftpflichtversicherung ist beispielsweise ebenso notwendig wie die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft.............

      -An diese Dinge denkt man überhaupt nicht -

      Martina schrieb:

      Die Arbeit muss sich nach innen und nach außen richten. Pandora hat das mal so schön in einer internen Diskussion gesagt. Es ist nicht nur wichtig das Bild der Dicken in den Köpfen der nicht Betroffenen zu ändern, es ist ebenso wichtig, dass das Bild in den Köpfen der Dicken selbst sich ändert. Es ist leider so, dass die Dicken sich selbst die größten Feinde sind, weil ein sehr hoher Prozentsatz alles verinnerlicht und zur eigenen Auffassung erhoben hat, was Negatives über dicke Menschen verbreitet wird. Das ist wahrscheinlich ein einzigartiges Phänomen, das sich von anderen Organisationen dieser Art doch sehr unterscheidet.

      Wie Recht Ihr habt, ich schäme mich heute noch, ab und zu, wenn ich daran denke wie schlecht ich über mich und andere dicke Menschen gedacht habe - mir wurden diese Gedanken, als Kind, regelrecht eingeprügelt - und Menschen wir Ihr habt mir diese wieder ausgebügelt ;)

      Martina schrieb:

      Und wenn wir nur einen dicken Menschen davon überzeugen können, dass es gut für ihn ist und sich lohnt, sich gesund zu ernähren, jenseits aller Anfeindungen Sport zu treiben und mit seinem dicken Körper ins Reine zu kommen, dann haben wir schon viel erreicht.

      :applaus:

      Martina schrieb:


      [FONT=&quot](Und ganz im Vertrauen, ich weiß, dass wir beides schon bei weit mehr als einem Menschen erreicht haben …).;)[/FONT]

      Und dafür DANKE ich DIR

      Liebe Martina, Du hast diesen Beitrag so toll und anschaulich beschrieben, super interessant.

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