Hallo wo seid Ihr

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    • Hallo wo seid Ihr

      Schönen guten Tag und ein liebes Hallo in die Runde!

      Es ist so ruhig hier im Forum die letzten Tage.
      Wo seid Ihr denn alle?

      Voll beschäftigt im Home Office?
      In Quarantäne mit anstrengenden Hausgenossen?

      Oder geht es Euch wie vielen anderen - daß man durch den Lockdown auf länger verdrängte Aspekte gestoßen wird, und erst mal damit klar kommen muß?

      Ich hoffe es geht Euch allen gut, und Ihr habt die gute Laune noch nicht verloren.

      Von mir hier ganz liebe Grüße an Alle
      bleibt stark!
      bleibt senkrecht!

      :wink1:
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Hi Issi,

      es tut mir ganz besonders leid, dass ich einfach kaum die Zeit finde, mich um das Forum angemessen zu kümmern. Mein Job ist anspruchsvoll und anstrengend, macht mir aber Spaß. Ich merke aber auch, dass es mit 61 nicht mehr so lässig läuft wie in jüngeren Jahren.

      Im Moment bin ich tatsächlich im Homeoffice und das finde ich sehr stressig, weil die Kommunikation erschwert und wesentlich zeitaufwändiger ist.

      Ich bin den Stamm-Usern sehr dankbar, dass sie das Forum immer noch ein wenig am leben halten und auch gut drauf aufpassen, denn Verfehlungen werden eigentlich immer gemeldet.

      Ich habe noch fünf Jahre zu arbeiten und fürchte, dass ich erst dann wieder mehr für das Forum tun kann ... wenn es dann noch existiert.

      Liebe Grüße
      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Hi Issi,

      Da mir alle Honorare ausgefallen sind, versuche ich gerade ein neues Business aufzubauen... Sehr lern- und zeitintensiv. Auch die Uni, die mir als einziger Lehrauftrag geblieben ist, ist verdammt anstrengend gerade. Ich weiss noch nicht, wie ich die digitale Wende schaffen soll... Vorlesungen verfilmen, vertonen etc. Vor Webinaren fürchte ich mich... Dann muss ich für alle Auftraggeber die Planungen fürs Herbstsemester machen... Neue Seminare ausdenken, texten etc. Und dann noch die Steuer... Ich versuche, sie zu verschieben...
      Und wir haben zwei Gärten, die sehr viel Zeit "fressen", was auch gut ist, sonst würde ich völlig unbeweglich... und es ist eine große Freude, den Bienen, Hummeln und Meisen beim Nisten zuzuschauen... :)

      Der Alltag ist komplizierter als vorher. Wir gehen nicht in Supermärkte, sondern bestellen eher. Und machen vor allem viel selber, wie Brot backen ...

      Oder die ersten Dinge aus dem Garten verarbeiten ... Auch Giersch & co. ;)

      Dann arbeite ich gelegentlich noch an meinen Texten. Letzte Woche hatte ich zwei Verlagszusagen und 1 von einer Literaturzeitschrift. *freu

      Mein Freund geht zwar noch 4 Tage die Woche arbeiten, aber er hat dann Nachtschicht, so dass wir gemeinsam viel mehr unternehmen als sonst, spazieren gehen, gärtnern... *freu

      All das führt dazu, dass ich hier weniger bin. Mir war auch schon aufgefallen, wie verwaist das Forum ist...

      Deinen Tipp mit den Filmen fand ich super! Und kann den ersten, den ich größtenteils als Hörbuch während des Arbeitens gehört habe, SEHR empfehlen.

      Ich hoffe, die Zeiten werden wieder besser und wir bleiben alle gesund!!

      liebe Grüße, Goldi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Liebe Martina, liebe Goldi,

      da seid Ihr ja vollbeschäftigt. Das freut mich einerseits, denn bei so viel Arbeit bleibt wohl kein Raum für "Depri".

      Andererseits ist es ein unglaublicher Kraftakt, aus einer ganz "abgeschnittenen" Situation heraus eine komplizierte neue Sache auf die Füße zu stellen. Oh liebe Goldi, welche Absolutbeträge an Kraft Du aufwendest!

      Für mich hat sich äußerlich nicht wirklich viel geändert. Ich bin auch sonst nicht so unter Leute gegangen. Aber ich merke, daß den Menschen - und ich kann mich da nicht ausschließen - die Situation, in der sie seit Jahren stecken, plötzlich viel klarer wird, viel mehr ins Bewusstsein dringt. Es ist, als ob man gezwungen ist, Standortbestimmung oder Kassensturz zu machen.

      Das kostet auch viel Kraft, kann manchmal ein bißchen lähmend wirken.

      Und ich merke in mir daß ich neue "Kräfte" oder Verhaltensweisen entwickle. Könnte sein, daß das im Moment allen so geht. Denn wir sind kollektiv in eine Art Anderswelt gefallen, in der wir nach ganz anderen Gesetzen leben müssen. Wer schon mal von der Heldenreise gelesen hat, und von "Helden", die in die Unterwelt gingen -
      wir denken ja gerne, daß "wir" kollektiv geläutert aus der Krise kommen werden, moralisch "besser" oder freundlicher mit unseren Mitmenschen oder so in der Art.
      Ich kann nur sagen, ich persönlich hab noch von keinem "Helden" gelesen, der in der Anderswelt zu einem netteren oder besseren Menschen geworden wäre. Im Gegenteil, manchmal gewöhnt man sich dort ein paar Unarten an, integriert etwas "Böses". Inanna die Göttin, als sie aus der Anderswelt zurückkam, wurde "begleitet von Dämonen". Als sie nach Hause kam, hatte sich ihr Mann ihres Thrones bemächtigt und war gerade dabei - die Krone schief auf dem Kopf - eine rauschende Orgie zu feiern. Wein, Weiber und Zimbeln. Motto: "Wat schön, wenn die Olle mal weck is!"
      Vor ihrem Besuch in der Anderswelt hätte Inanna vielleicht eine Erklärung verlangt, hätte mit ihm diskutiert. Jetzt aber, diskutierte sie nicht mehr. Sie zögerte keine Sekunde, ihr freches, anmaßendes Männchen zur Hölle zu schicken.

      Soll heißen, ich merke grad so in mir, wie ich härter werde - und "böser". Heute morgen hab ich mich beim Einkaufen auch so gewehrt gegen jemand, die ganz sch...freundlich tat, aber ganz klar nur vordrängeln wollte. Ich stand da schon so lange in der Kassenschlange, da kam diese Frau, stand zehn Sekunden lang hinter mir und als es ihr offenbar zu lange dauerte, sagte sie in diesem falschen, "super freundlichen" Ton: "Entschuldigung, aber ich glaube, ich war vor Ihnen da!"
      Ha! Ich habe gesagt "ich glaube es hackt!" Das hätte ich früher nicht getan.

      Also, ich lerne ganz viel gerade, und das kostet auch Kräfte.

      Ja ich hoffe auch, daß wir alle gesund bleiben.
      Wann die Zeiten wieder anders werden - das werden wir gewahr werden, wenn es so weit ist.

      Ich wünsche uns allen viel Kraft, und wir lassen uns nicht unterkriegen. Jetzt erst recht nicht!

      Ganz ganz liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Liebe Issi,

      Issi schrieb:

      Es ist, als ob man gezwungen ist, Standortbestimmung oder Kassensturz zu machen.
      Ja, so kommt es mir auch oft vor.

      Issi schrieb:

      Ich kann nur sagen, ich persönlich hab noch von keinem "Helden" gelesen, der in der Anderswelt zu einem netteren oder besseren Menschen geworden wäre. Im Gegenteil, manchmal gewöhnt man sich dort ein paar Unarten an, integriert etwas "Böses". Inanna die Göttin, als sie aus der Anderswelt zurückkam, wurde "begleitet von Dämonen". Als sie nach Hause kam, hatte sich ihr Mann ihres Thrones bemächtigt und war gerade dabei - die Krone schief auf dem Kopf - eine rauschende Orgie zu feiern. Wein, Weiber und Zimbeln. Motto: "Wat schön, wenn die Olle mal weck is!"
      Vor ihrem Besuch in der Anderswelt hätte Inanna vielleicht eine Erklärung verlangt, hätte mit ihm diskutiert. Jetzt aber, diskutierte sie nicht mehr. Sie zögerte keine Sekunde, ihr freches, anmaßendes Männchen zur Hölle zu schicken.
      >> Sehr spannend, was du zur Heldenreise sagst. Ich selber habe schon öfters Seminare zum Thema gehalten und diesen Aspekt habe ich so nie wahrgenommen. Interessant! Für mich war die Heldenreise eher etwas Positives.

      Issi schrieb:

      , sagte sie in diesem falschen, "super freundlichen" Ton: "Entschuldigung, aber ich glaube, ich war vor Ihnen da!"
      Ha! Ich habe gesagt "ich glaube es hackt!" Das hätte ich früher nicht getan.
      >> :D ;) Herrlich. Find es gut, dass Du der "Dame" contra gegeben hast. Mach ich auch, je nach Stimmung, auch wenn ich meist viel sanfter und diplomatischer bin. Aber so eine "Kuh" hat solch eine Reaktion mal richtig verdient. Gefällt mir.

      Issi schrieb:

      Andererseits ist es ein unglaublicher Kraftakt, aus einer ganz "abgeschnittenen" Situation heraus eine komplizierte neue Sache auf die Füße zu stellen. Oh liebe Goldi, welche Absolutbeträge an Kraft Du aufwendest!
      Danke, liebe Issi. :) Ja, ich lerne und übe jetzt ca. 7 - 8 Stunden jeden Tag ... in erster Linie Programme trainieren ... Audacity schiebe ich allerdings noch etwas vor mir her ...;) Ansonsten freue ich mich auf meine Gärten, wo ich gern vor mich hinmuddle... und am liebsten Tiere beobachte ....

      Das einzige, was manchmal nervt, sind fremde Besucher, die sich an meinen Blumen "bedienen" "müssen" oder das Treppenhaus voller Graffiti nachts einsprühen, alle Schlösser zerstören, an den draußen stehenden Rädern alles mögliche abmontieren, unseren kleinen Rasen silber einsprayen, das Geschäft in unserem Haus ebenfalls massiv beschädigen(alle Fensterscheiben und Ziergitter eingesprayt). Die konnten am nächsten Tag gar nicht aus ihren Schaufenstern schauen...

      Oder im Schrebergarten mein Gartennachbar, früher auch Lehrer gewesen, heute Modell knöttriger alter Oberlehrer, der heimlich meine schöne Akelei von allen Blütenständen "befreit" hat. (wir haben keinen Zaun zwischen unseren Grundstücken).

      Ich übe mich in Großmut, Nachsicht, Kurz-Zorn und widme mich dann wieder meinen Aufgaben... Mein Freund und ich haben eine fast buddhaähnliche Natur... Ich glaube oft, andere Leute würden in unserer Situation schon nach 2 Stunden "durchdrehen". Aber wir wollen in allem das Positive sehen. Jetzt ist es wie ein endloser, vorverlegter Sommer, wenn wir im Garten werkeln können. Mein Freund hat sonst nur 3 Wochen im Jahr frei und ab dieser Woche ist er wieder in Kurzarbeit geschickt worden. Wir haben zwar wenig Geld, aber viel gemeinsame Zeit, was traumschön ist, auch wenn wir uns öfters "zanken" ;).

      LG Goldi
    • Liebe Goldi,

      die Heldenreise IST etwas Positives. Denn sie ermöglicht Entwicklung.

      Wir sind ja alle sozialisiert auf "christlichem Boden" - ach wir sind ja so liebevoll, positiv, tragen nichts nach, rechnen das Böse nicht an, sondern wir sind langmütig, geduldig und freundlich ... (vgl. 1. Korintherbrief 13).
      Wir halten es für hoch spirituell, wenn wir "positiv" drauf sind. Alles Licht und Liebe.
      Wir denken, das ist die Christus- oder Buddha-Natur.
      Okay.
      Aber das ist nur EINE Seite.

      Wir sind nicht vollständig, so lange wir nicht AUCH kratzig, patzig, wehrhaft und alles andere sind, das wir heute so gerne als "negativ" ablehnen.
      Das Göttliche ist nicht nur das liebe Jesulein und Licht und Liebe.
      Das Göttliche ist auch das Grauen.

      Vielleicht ist DAS in unserer christlichen /säkular-christlichen Welt die Heldenreise: daß wir nach all den Jahren des "NUR Licht und NUR heilig und NUR liebevoll" endlich wieder vollständig werden und auch das Dunkel und unsere Schattenseiten re-integrieren.

      Also wenn mir einer den Rasen einsprühen würde, oder die Fensterscheiben, oder wenn er mir die Blumen abknipst - ich würde dem wahrscheinlich keine Langmut oder Nachsicht mehr entgegen bringen.
      Ich bin nicht dazu jahrelang durch die Unterwelt gereist, daß ich schön weichgespült wieder herauskomme. Die Lehrer der Unterwelt sind keine hübschen Engelchen. Die Lehrer, die wir in der Unterwelt treffen, sind Teufel und Drachen.

      Es steht zu befürchten, daß jetzt in und durch die Krise alle möglichen Aggressionen zum Vorschein kommen. Vielleicht werden sich Reservoirs an Groll entladen, die jahrelang aufgestaut wurden. Ich bin sehr gespannt, wohin unsere kollektive "Reise" geht.

      Es tut mir so leid zu hören, daß es bei Euch jetzt schon zu Sachbeschädigungen kommt. So weit ist es bei uns noch nicht. Aber die Leute - heute morgen bin ich eine geschlagen Stunde vor dem Stoffgeschäft angestanden und mußte ziemlich an mich halten, was da zum Teil so von sich gegeben wurde und was so atmosphärisch durch die Luft schwirrte.

      Genieße Deinen Garten. Die Naturkräfte sind eine große Rettung.
      Der zweite Teil der Rettung liegt darin, wenn wir uns zugestehen, auch mal zurückzuschlagen und uns zu wehren.

      Ganz ganz viele liebe Grüße
      und Deinem Garten wünsche ich einen schönen Regen.
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Ich denke auch, dass dies momentan eine schwierige Zeit für uns alle ist.

      Wurde selbst gekündigt (komme aus der Hotellerie, mit Eventbereich und ab und zu mal Job Ausbrecher in andere Bereiche wie Mode) und wenn man sich die Lage momentan ansieht ist sie wirklich nicht mehr normal.
      Die einen schuften bis zum Umfallen und die anderen haben keine Arbeit mehr oder kämpfen ums wirtschaftliche Überleben.

      Die Gesundheit und das Leben ist natürlich das Wichtigste und steht über allem, trotzdem glaube ich das viele momentan andere Sorgen oder Aufgaben haben als sichaktiv in Internet Foren zu beteiligen.

      Wobei ich es ein wirklich schönes Hobby finde. Bin ja selbst dabei.
    • Liebe Issi,

      Grundsätzlich hast Du Recht. Dieses immer "nur Licht", immer "nur liebevoll" führt nicht weiter. Das sehe ich auch so. Bei uns ist es eher eine Strategie, um mit einem sehr schwierigen, auch kriminellen Umfeld klar zu kommen.

      Issi schrieb:

      Vielleicht ist DAS in unserer christlichen /säkular-christlichen Welt die Heldenreise: daß wir nach all den Jahren des "NUR Licht und NUR heilig und NUR liebevoll" endlich wieder vollständig werden und auch das Dunkel und unsere Schattenseiten re-integrieren.

      Also wenn mir einer den Rasen einsprühen würde, oder die Fensterscheiben, oder wenn er mir die Blumen abknipst - ich würde dem wahrscheinlich keine Langmut oder Nachsicht mehr entgegen bringen.
      Ich bin nicht dazu jahrelang durch die Unterwelt gereist, daß ich schön weichgespült wieder herauskomme. Die Lehrer der Unterwelt sind keine hübschen Engelchen. Die Lehrer, die wir in der Unterwelt treffen, sind Teufel und Drachen.
      >> Das Grundproblem in unserem Jugendstil-Haus ist, dass es nur aus Eigentumswohnungen besteht. Meinem Freund gehört eine, zwei weiteren Leuten der Rest. Eine Partei wohnt in Süddeutschland und beweist enorm schlechten Geschmack bei der "Mieterauswahl".... Wir hatten schon aktenkundige Kriminelle, jetzt leider auch wieder Drogis etc. Mein Freund hat mit dem anderen Besitzer jahrelang mit Anwalt versucht, etwas zu lösen und z.B. die besonders "schwierige Miet-Partei" aus dem Haus zu klagen... Diese WG bezieht Hartz4 und obwohl sie schon wieder (!) über ca. 1 Jahr/ 4 Monaten die Miete nicht gezahlt hat, bekommt man sie nicht raus. Die WG hat eine eigene Anwältin, die sie seit Jahren immer wieder "raushaut".

      Wir haben uns jetzt an den Zustand gewöhnt... Wenn man irgendetwas macht, was den jungen Leuten "nicht passt", wird sich gleich wieder "gerächt" ... So ist es dem Geschäft ergangen. Die Polizei verfolgt diese Dinge nicht mehr, obwohl nachweisbar eine Mietpartei des Hauses damit zu tun hat. In unserer Stadt ist der Wilde Westen ausgebrochen und jetzt zu Corona Zeiten wird es noch krasser ... Z.B. in der Nebenstraße ein großer angezündeter Müllcontainer. Mittlerweile sind fast alle vorher wundervoll renovierten Gründerzeithäuser mit Graffitis "verziert" worden. Das ging jetzt ganz schnell und jeden Tag wird wieder neu gesprayt. In einer Nachbarstraße steht an der Wand: "Lieber Vandalismus als Langeweile".

      Mit unserer jetzigen Haltung kommen wir besser zurecht. Nach außen hin sieht es aus "wie ein sich alles gefallen lassen" ... Bei massiven Vandalismusschäden hält mein Freund den jungen Kerlchen schon eine Standpauke, wie letzte Woche, als sie die schöne Jugendstiltreppe auf dem Gewissen hatten... aber über kleinere Schäden, wie z.B. wieder neue Graffitis etc. "sehen wir hinweg". Ich nehme mir vor, mich immer nur kurz aufzuregen und bin froh über alles, was sie in Ruhe lassen und stehenlassen. Es fläzen sich den ganzen Tag fremde Leute in unserem Garten, weil die Eingangstür zur Straße nicht mehr abschließbar ist, bzw. nach einer Reparatur wird das Schloss nach ca. 1/2 Stunde wieder zerstört... Die "Besucher" laden auch Kubikmetermäßig Zeugs ab, wie alte Räder, die sie in unserem Garten auf dem Rasen reparieren ... Der Hausmeister entsorgt gelegentlich all diese Dinge. Aber schon ein paar Tage später wird neues Zeug meist nachts vorbeigebracht. Es ist alles traurig. Oft kommt es mir vor, wie in einem komischen Film.

      Vor ca. 3-4 Jahren war es noch viel schlimmer, da hatten wir eine Person, die ständig versucht hat, bei uns einzubrechen, (ca. 25 massive Einbruchsversuche, wo Holz aus der Wohnungs-Tür gebrochen war) egal um welche Uhrzeit, auch wenn wir in der Wohnung waren. Das war sehr spooky, seitdem bin ich lieber nachts wach. Die Kommissarin hat die Sache immerhin gut untersucht und geraten, wegzuziehen. Selbst sie würde Angst bekommen. Den Täter haben wir sogar manches Mal auf frischer Tat "erwischt"... Aber die Polizei braucht zu lange...

      In unserem Bundesland und besonders in unserer Stadt hat man sehr an der Polizei gespart, viele Reviere sind zusammengelegt worden. Die Polizei braucht jetzt mindestens eine halbe Stunde, meist wesentlich länger, bis sie kommt, auch wenn eine unmittelbare Bedrohungslage vorhanden ist.

      Wenn es eine Mietwohnung wäre, würden wir umziehen. Aber so hoffen wir, dass es mal besser wird und diese "Rattenschar" verschwindet.

      Wir sind selber sonst verbal gut drauf, recht schlagfertig, aber wie gesagt, in unserem Stadtteil haben Leute U35 "das Sagen" und schikanieren den Rest der Welt, vor allem auch Geschäfte und frisch renovierte Häuser. Wir gehören zu den wenigen Ü50, die noch da sind. Wir wirken eher lässig wie die U35. "Normale" Leute würden es keine 2 Stunden aushalten in unserem Stadtteil, wo Menschen auch um 4.00 Uhr morgens die Bohrmaschine anwerfen oder Parties veranstalten bis morgens um 8.00 Uhr...

      Es müsste eine Gesetzesänderung bei Hartz 4 geben, dass Betroffene, die sich in ihrem Wohnumfeld daneben benehmen oder kriminell werden, eine Kürzung befürchten müssen... Aber das Gegenteil ist der Fall. Als viel von zuhause aus arbeitende Freiberuflerin sehe ich all die Jung-Hartzis, im besten Mannesalter, teilweise hübsche Kerlchen, die jahrelang NIE gearbeitet haben und nur "Blödsinn" im Kopf haben. Dauernd wird etwas kaputt gemacht, an etwas rum gebastelt, vandaliert.... Das ist wirklich krass. Eine Freundin haben die Kerle meist auch nicht. /// Ich finde Hartz 4 eigentlich eine gute Sache. Aber für manche Kerle, wäre, auch wenn sie teilweise charmant rüberkommen, ein vorübergehendes Arbeitslager eine interessante Erfahrung.

      Issi schrieb:

      Genieße Deinen Garten. Die Naturkräfte sind eine große Rettung.
      >> Das ist so wahr. Ich freue mich jeden Tag über meine beiden Gärten. Auch wenn sie sehr viel Arbeit machen (durchaus positiv gemeint, die Gärten sind der green gym). Ich komme mir immer vor, wie eine halbe Landwirtin und eine halbe Staudengärtnerei... ;)

      Und beim Tierebeobachten "vergesse" ich ganz schnell die Menschen, insbesondere die "Nachbarn" mit ihren "Besuchern". Ich muss nur durch die Gartenpforte gehen, die vielen Bienen und Hummeln sehen, die vielen Blumen und alles andere ist fast "auf der Stelle" vergessen. :)

      liebe Grüße, Goldi

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Goldkeks ()

    • Hallo Curvy,

      Jeden Tag bin ich froh, dass wir bisher gesund geblieben sind und damit meine ich auch meine Familie und all meine Freunde und Bekannten. Es sind schon sehr spezielle Zeiten und ich hätte NIE gedacht, dass wir soetwas mal erleben müssen.


      curvyundschick schrieb:

      Die einen schuften bis zum Umfallen und die anderen haben keine Arbeit mehr oder kämpfen ums wirtschaftliche Überleben.
      Ja, so ist es.

      Diese Woche habe ich jeden Tag eine neue Veranstaltungsabsage (Unterricht) bekommen. Mein Uni-Lehrauftrag ist mir noch geblieben. Ich frage mich, wann ich überhaupt wieder arbeiten kann dieses Jahr und die Gewerberaummiete läuft weiter...

      Mittlerweile mache ich mir keine Sorgen mehr, werde im schlimmsten Fall schweren Herzens meine Alterssicherung auflösen.
      Als Honorardozentin/ Schulungsleiterin für Schule, Weiterbildung und VHS bin ich honorarlos in die "ewigen Coronaferien" geschickt worden.

      Ich hoffe, es gibt eine Lösung in Form von Ersatzhonoraren. Für eine Zeitung habe ich als kleine Auftragsarbeit einen großen Artikel geschrieben zum Thema... Dieses politische Kämpfen für eine Besserung der Lage von Soloselbständigen tat schon mal gut, auch wenn ich etwas Angst habe, durch zu große Ehrlichkeit und zu viel Einblicke, Auftraggeber zu verlieren...

      Derweil baue ich ein weiteres Business auf.

      So hart waren die Zeiten noch nie... Und doch bin ich meist heiter-gelassen... Wenn ich meine Gärten zum "Vergessen" nicht hätte, würde es mir vermutlich sehr schlecht gehen, bei all diesen haaresträubenden Ungerechtigkeiten.

      Als Berufsschullehrer gibt es in Corona-Zwangspause Null Geld. Berufsverbot ja. Honorare nein. Ebenfalls mit Berufsverbot belegte Zahnärzte bekommen 90 Prozent von ihrem Vorjahresgeld.

      Die Gesellschaft war noch nie so ungerecht wie heute.

      Manchmal hätte ich Lust, überall zu "kündigen".

      Aber paradoxerweise habe ich keine Lust mehr, mich aufzuregen. Ich mache bei Petitionen mit, arbeite in Kollegennetzwerken etc. Das mache ich. Aber ansonsten versuche ich jeden Ärger sofort zu vergessen.

      Tut mir leid fürs Zutexten!

      liebe Grüße, Goldi
    • @'Goldkeks' ich wünsche Dir ganz viel Kraft durch die Corona Krise gut durchzukommen.

      Als normalle Angestellte sieht es ja nicht besser aus, leider.
      Das Erste was kam war die Kündigung und hinter dem Hotel in dem ich gearbeitet habe steht eine riesen große internationale Hilforganisation mit einem Schwesternunternehmen (angeblich unabhängig), aber in Wahrheit auch die Politik wenn sie sich mal wieder positv präsentieren möchte.

      Ich dachte ich wechsele mal dorthin, ist einmal etwas anderes und Inklusion für Menschen mit Behinderung (ich habe angeleitet und unterstützt und bin ohne Behinderung) wundervoll, aber am Ende ist es egal wo man arbeitet, das Einzigste was Unternehmen (selbst Hilfsorganistationen) und Politik interessiert ist Profit. Niemals der Mensch und wenn nur heuchlerisch vorgeschoben.

      Wer das erkennt dem ist auch egal, ob dick oder dünn. Nur leider verschließen viel zu viele die Augen. Enttäuschend ist es trotzdem.

      Dieser Beitrag wurde bereits 6 mal editiert, zuletzt von curvyundschick ()

    • Hallo Curvy,

      Danke für Dein Mitgefühl und Deine guten Wünsche. Bei mir hat sich etwas zum Positiven geändert. Ich kann jetzt bei unserer Stadt 60 Prozent von meinem ausgefallenen Umsatz als Honorarersatz beantragen. Das ist zwar nach oben hin gedeckelt und man bekommt für 2 Monate insgesamt im Höchstfall 2000 Euro, aber das ist schon mal was. Ansonsten kämpfe ich mit der Digitalisierung, lerne viele Stunden am Tag Videomachen etc...


      curvyundschick schrieb:

      Das Erste was kam war die Kündigung
      Das tut mir leid!! Ich drücke Dir die Daumen, dass Du wieder etwas Neues findest, was Dir gefällt.

      curvyundschick schrieb:

      aber am Ende ist es egal wo man arbeitet, das Einzigste was Unternehmen (selbst Hilfsorganistationen) und Politik interessiert ist Profit. Niemals der Mensch und wenn nur heuchlerisch vorgeschoben.

      Wer das erkennt dem ist auch egal, ob dick oder dünn. Nur leider verschließen viel zu viele die Augen. Enttäuschend ist es trotzdem.
      >> Das glaube ich auch, Profit über alles! Traurig irgendwie.

      Liebe Grüße, Goldi, die sich gleich wieder ans Videolernen macht. (Nur Nachts ist es hier etwas ruhiger).