Magenverkleinerung – meine Gedanken

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    Bitte beachtet unsere überarbeitete Datenschutzerklärung sowie unsere ebenfalls überarbeiteten Forenregeln.

    • Magenverkleinerung – meine Gedanken

      Vermutlich wird das jetzt ein eher längerer Text werden,ganz einfach, weil ich mir so vieles von der Seele schreiben muss. Ich weißmomentan einfach nicht mehr weiter, ich bin traurig, deprimiert und ratlos.Meine Frau hat vor 8 Wochen eine Magenverkleinerung machen lassen, und seitdemist nichts mehr so, wie es vorher war. Nicht für sie, nicht für mich. Ich kannan nichts Anderes mehr denken, es beeinträchtigt unser Leben in ungeahnter Artund Weise. Ich habe meine Frau geheiratet, weil ich sie liebe und sie mich ingeistiger und körperlicher Hinsicht angesprochen hat. Ich wollte eine dickeFrau haben und ich stehe in jeder Hinsicht offen dazu. Das war auch nie einGeheimnis zwischen uns, darin waren wir uns auch immer einig.
      Wie haben uns vor 14 Jahren kennen gelernt, sind dannrelativ rasch zusammengezogen, haben 2 wunderbare Kinder bekommen, haben unsgegenseitig unterstützt und alle Höhen und Tiefen des Lebens gemeinsam und gut gemeistert.Sie hat dann im Laufe von 12 Jahren etwa 25 kg zugenommen, was dann letztlich (voretwa eineinhalb Jahren) dazu geführt hat, dass sie körperliche Aktivitäten wie Wandern,Radfahren oder Ähnliches deutlich eingeschränkt hat. Außer gelegentlichen Schmerzenin den Knien hatte sie aber keine gewichtsbedingten Beschwerden.
      Zu etwa diesem Zeitpunkt tauchte wieder eine alte Freundinin unserem Leben auf, die vor etwa 15 Jahren selbst eine Magen-OP machen ließ,anschließend auch diverse Schönheits-OP´s und sich überhaupt selbst völlig neuerfunden hat. Diese begann nun also, meine Frau zu bearbeiten und ihrdarzulegen, wie wunderbar diese OP´s nicht sind, sozusagen ein kleinerEingriff, der das Leben in jeder Hinsicht „erleichtert“.
      Zarte Hinweise von mir, dass das nicht ganz so einfach istund dahinter auch starke finanzielle Interessen stehen, dass mich diese ganzeMagenverkleinerungs-Community an eine Sekte erinnert usw., wurden immer schonim Ansatz abgeblockt mit dem Hinweis, dass ich ja sowieso gegen diese OP´s binund ja eigentlich keine davon Ahnung habe. Ich hatte nie den Funken einerChance, meine Vorbehalte und Bedenken zu äußern.
      So weit, so schlecht. Nun kam es also Anfang September zurOperation, die schon einmal 4 Stunden dauertestatt 2, weil – wie ich inzwischen weiß – einer der Ärzte irgendwie mit einemInstrument abgerutscht ist. Nach einer Woche dann die Entlassung aus stationärerBehandlung mit einem um etwa 2 Drittel verkleinerten Magen. Nach weiteren 2Wochen begannen dann die Beschwerden, die immer stärker wurden. Ständige extremeÜbelkeit, die immer mehr jede Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme erschwerte.Der Besuch in der Ambulanz mit Schluckröntgen, auf das sie 10 Stunden wartenmusste, erbrachte kein Ergebnis, alles sei normal……..eine glatte Fehldiagnose!
      Nach 3 weiteren Tagen, die keinerlei Besserung brachten, aneinem Sonntag dann die dramatische Zuspitzung der Situation. Extremste Übelkeit,gepaart mit Panikattacken. Anruf meinerseits beim Notarzt, der die sofortigeÜberstellung in ein Spital empfahl. Also Fahrt mit Blaulicht in dasKrankenhaus, wo die Operation durchgeführt wurde, Notaufnahme, kein kompetenterArzt anwesend, meine Frau neben mir in Embryohaltung sich am Boden krümmend,wimmernd vor Schmerzen. Infusion von Schmerzmitteln, am nächsten Tag Verlegungin die Chirurgie, Morphium gegen Schmerzen. Nach 3 weiteren Tagen endlich einBefund, offenbar hatte sich beim Übergang von der Speiseröhre zum Magen - auswelchen Gründen auch immer - eine Verdickung gebildet, die den Durchfluss immermehr abblockte. Operation, Setzen eines Stants, weitere 7 TageSpitalsaufenthalt. Jetzt ist meine Frau zu Hause, muss aber nächste Wochewieder für 3 Tage ins Spital zur Entfernung des Stants. Ich hoffe inständig, dasses diesmal ohne Komplikationen abläuft.
      Und wie es nachher weitergeht, weiß ich im Moment nicht, es istdies alles eine unglaubliche Belastung für mich und für uns und ich bin ratlos,wie ich damit umgehen soll. Ich habe eine dicke Frau geheiratet und bekommejetzt eine Schlanke, ob ich will oder nicht. Natürlich gehört ihr Körper meinerFrau, sie bereut jetzt aber auch schon, dass sie sich auf die OP eingelassenhat, aber das hilft mir und uns auch nicht. Es ist im Übrigen auch keinerleiGenugtuung für mich, dass meine Vorbehalte gegenüber diesen OP´s vollinhaltlichbestätigt wurden.
      Allerdings bin ich mehr denn je der Meinung, dass normalerweisealle anderen Möglichkeiten zu einer Gewichtsreduktion- oder Stabilisierungbesser sind als dieser brachiale Eingriff, dessen Langzeitfolgen ja auch im mehroder Weniger im Dunklen liegen.
    • Servus,

      Tja. Ich kann beide Seiten verstehen. Ich kann deine Frau verstehen, die (endlich?) leichter und unbeschwerter sich bewegen und leben möchte. Die vermutlich schon zig Abnehmversuche hatte (sonst zahlt so ein Eingriff die Kasse i.d.R. nicht) und für sie war die besagte Freundin einfach ein Lichtblick . Und ganz ehrlich- hätte ich so eine Freundin, ich hätte mich vermutlich auch zu einer solchen OP hinreisen lassen. Ich hatte schon 2 Anläufe. Gescheitert ist es letzen Endes an meiner Ungeduld.

      Ich kann aber auch dich verstehen, der einfach auf dickere Frauen steht, der an seinem „Wort“ ( damit meine ich dass ihr darüber geredet habt dass du darauf stehst) festhält und jetzt auch einfach Angst vor dem hat was da kommt.

      Ich kann dir nur einen Rat geben: Reden, reden, reden. Ihr müsst miteinander reden. Jeder muss die Chance haben seine Sicht der Dinge dar zu legen. Auch du. Das was bei der OP geschehen ist würde ich außen vor lassen. Wenn ihr es nicht schafft angemessen miteinander zu reden, dann sucht euch einen Therapeuten, der das neutral begleitet. Denn im Grunde genommen ist das wie ein Vertrauensbruch den sie begangen hat. Sie hat dich mit ihrer Entscheidung und der Vorgehensweise verletzt. Das Vertrauen von dir zu ihr ist angeknackst. Und das muss unbedingt wieder her gestellt werden.
      Natürlich ist es ihr Körper und letzten Endes ihre Entscheidung. Dennoch ist das etwas, was im Konsens besprochen und entschieden werden muss.

      Glaubst du nicht, dass ihr mehr spaß am Leben haben könntet, wenn sie dünner ist und wieder Unternehmungen mit dir machen kann, die sie in letzter Zeit nicht machen konnte?

      Wie lange hat es denn gedauert von Entscheidung (ihre) für die OP, bis zur Durchführung?

      Alles gute für dich!
      “Mama, du fühlst dich an wie Hefeteig!“ :love:
    • Luke, das hört sich sehr krass an und tut mir leid für Dich und Deine Frau. Ich kann euch beide verstehen. Versuch Deine Frau so gut zu unterstützen wie es geht. Es ist nun mal so wie es ist und die OP lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Ich wünsche euch, dass es deiner Frau bald wieder besser geht und ihr in einiger Zeit wieder schöne Dinge zusammen unternehmen könnt. Deine Frau wird diese vielleicht mehr genießen können, wenn sie wieder beweglicher wird.

      Ich selber bin auch keine Befürworterin für solche OPs und mag es lieber dicker, aber manchmal wenn es zu viele Beschwerden gibt (z.B. Knie oder Angst vor Diabetes) verstehe ich Menschen, die sich operieren lassen wollen.

      Alles Gute, Goldi
    • Es tut mir leid, dass es deiner Frau so schlecht geht - und ich wünsche ihr baldige Genesung!

      Ich weiß nicht, ob ich richtig liege, aber irgendwie befremdet mich dein "ich habe eine dicke Frau geheiratet und jetzt wird sie schlank und das gefällt mir nicht!" … es ist doch im Grunde das gleiche ,als wenn ein Mann schreibt, "früher war meine Frau schlank und jetzt ist sie dick und das gefällt mir nicht!" … im letzteren Fall würde ein Aufschrei der Empörung erfolgen wegen so viel Oberflächlichkeit … oder nicht!?

      Denn ist es in einer Partnerschaft nicht immer so, dass man den Partner akzeptieren sollte, so wie er ist - und ihn dann entsprechend unterstützt!? Es kann sich im Laufe einer Partnerschaft so viel verändern … auch körperlich … manche werden dick, andere dünn, faltig, krumm .. sonstige Krankheiten tun noch ihr übriges … vieles kann man nicht beeinflussen. Damit muss man ja auch klar kommen.

      Und ehrlich - Übergewicht ist nicht witzig und ich kann verstehen, dass viele Menschen darunter leiden. Und das betrifft NICHT nur das Äußere - wie manche vielleicht denken, die selbst noch nie in so einer dicken Hülle gesteckt haben. Das sind so viele Einschränkungen und Belastungen, im wahrsten Sinne des Wortes, mit denen man zu leben lernen muss. Natürlich geht das - und natürlich kann man auch dick ein zufriedenes und glückliches Leben führen - aber niemand kann für einen anderen entscheiden (oder sollte ihn dahingehend beeinflussen), dass er an seiner Situation was ändern muss oder eben nichts ändern sollte.

      Es bleibt dir nichts anderes übrig, als deine Frau jetzt zu unterstützen - und darauf zu hoffen und darauf zu vertrauen, dass es ihr bald wieder besser geht. Und du wirst sie sicherlich auch lieben, wenn sie schlanker ist.

      Alles Gute für euch!
      Lieber Gruß von ..... Andra .... :)
    • Neu

      LukeFlyer schrieb:

      wie wunderbar diese OP´s nicht sind, sozusagen ein kleinerEingriff, der das Leben in jeder Hinsicht „erleichtert“.

      LukeFlyer schrieb:

      Zarte Hinweise von mir, dass das nicht ganz so einfach istund dahinter auch starke finanzielle Interessen stehen, dass mich diese ganzeMagenverkleinerungs-Community an eine Sekte erinnert usw
      In der Hinsicht wird deine Frau von euch beiden manipuliert und beeinflusst.

      Ich habe selbst einen Magenbypass seit 2 Jahren. Weder ist das ein "kleiner Eingriff" noch ist das eine Art Sekte hinter der nur finanzielle Interessen stehen. Kein Mensch wird zu diesem Schritt gedrängt, im Gegenteil, machen es einigen Patienten Ärzte und Kassen ganz und gar nicht leicht. Es müssen psychologische Gutachten erstellt werden, es müssen Sporteinheiten nachgewiesen werden, es muss eine aktuelle Ernährungsberatung nachgewiesen werden, es müssen die körperlichen und psychischen Voraussetzungen für diese OP gegeben sein. Dann gibts immer noch genug Leute die trotzdem abgelehnt werden und über Jahre teils sogar mit Anwälten für diese OP kämpfen. Ganz sooo einfach läuft das nicht.

      Das ist ein schwerer Eingriff. Über mögliche Komplikationen wird man VOR der OP ausreichend aufgeklärt und diese Erklärung unterschreibt der Patient. Verwachsungen, Nachblutungen, chronische Entzündungen, Stenosen, das ist nicht unüblich. Man muss sich das schon bewusst machen, dass bei einem Sleeve ein gesundes Organ zusammengeschnitten wird und im Falle eines Bypasses 2 Organe. Eine bariatrische OP sollte immer der letzte Ausweg sein wenn nichts mehr geht und nicht als solches angesehen werden: "juhuu... jetzt lass ich mich operieren um endlich schön & schlank zu sein". Diese OP wird nicht als Schönheits OP durchgeführt sondern damit Betroffene eine Chance haben gesund zu werden, eine normales Leben führen zu können, um eine Diabetes Erkrankung loszuwerden oder gut behandelbar zu machen, um chronischen Gelenksschäden vorzubeugen, Bluthochdruck zu behandeln usw.

      Eine Bekannte von mir hat gleich wie ich einen Bypass und musste 3 Monate nach der OP notoperiert werden weil sie zuhause ein schweres Möbelstück verrückt hat und dabei eine Naht am Darm gerissen ist. Die wäre beinahe verstorben. Die hat den Bypass 6 Jahre und ist heute rundum glücklich und zufrieden. Die Cousine meiner Mutter verstarb vor 6 Monaten an den Folgen eines Magenbandes, die hatte weniger Glück.

      Ich kann nicht ganz verstehen warum das eine derartige Belastung für die Beziehung ist. Ich bin schon einige Jahre verheiratet aber meine OP war nie eine Belastung. Wenn es mir schlecht war mein Mann für mich da. Ich musste auch ein paar Monate nach der OP von zuhause mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus aber daraus wurde von keiner Seite ein Drama gemacht.

      Die ersten 3-4 Monate nach der OP die sind nicht lustig. Man muss seinen Körper neu kennenlernen, Essen neu erlernen. Trotz allem ist das eine wunderbare Sache. Ich kann deine Frau für diesen Schritt nur beglückwünschen und hoffe, dass sie einen guten Weg findet. Ich hoffe ebenfalls, dass du auch für dich einen guten Weg findest damit umzugehen denn ihr werdet beide noch vor mehr Prüfungen gestellt werden. Nach solchen OPs ist nämlich die Trennungsrate übermäßig hoch eben weil ein Partner mit den Veränderungen nicht zurecht kommt, damit, dass der Partner für andere attraktiver wird, mehr angeflirtet wird und das wird mit ihrem Seelenleben auch was machen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Flying_Power ()

    • Neu

      Flying_Power schrieb:

      Diese OP wird nicht als Schönheits OP durchgeführt sondern damit Betroffene eine Chance haben gesund zu werden, eine normales Leben führen zu können, um eine Diabetes Erkrankung loszuwerden oder gut behandelbar zu machen, um chronischen Gelenksschäden vorzubeugen, Bluthochdruck zu behandeln .
      Das ist eine irreführende Aussage, denn gesund kann man nach solch einer OP nie wieder sein. Man ist schlicht anders krank. Das ist jedem klar, der z. B. bei adipositas24 diese ganzen grauenhaften Langzeiterfahrungen liest.

      Diabetes kommt für gewöhnlich zurück und nicht wenige haben als Folge der OP überhaupt erst einen manifesten Diabetes entwickelt.

      Für mich gehören diese Operationen verboten. Aber vielleicht habe ich auch einfach nur zu viele Leute elendig daran verrecken sehen.

      Ich beschäftige mich seit mittlerweile 30 Jahren mit diesem Thema. Schon damals hat man Dünndarmverkürzungen vorgenommen. Ich hatte das riesige Glück, dass der damals zuständige Chirurg diese Operationen letztlich für einen menschenverachtenden Irrweg hielt und mir vehement davon abriet, obwohl er die Operationen schon häufiger durchgeführt hatte. Von diesen Operierten der ersten Generation lebte nach 20 Jahren keiner mehr.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina ()

    • Neu

      Martina schrieb:

      Ich beschäftige mich seit mittlerweile 30 Jahren mit diesem Thema. Schon damals hat man Dünndarmverkürzungen vorgenommen. Ich hatte das riesige Glück, dass der damals zuständige Chirurg diese Operationen letztlich für einen menschenverachtenden Irrweg hielt und mir vehement davon abriet, obwohl er die Operationen schon häufiger durchgeführt hatte. Von diesen Operierten der ersten Generation lebte nach 20 Jahren keiner mehr.
      Da bekomme ich richtig Gänsehaut. Ist das wirklich wahr, Martina, keiner lebt mehr?!? Das ist richtig gruselig.

      Auch hätte ich nicht gedacht, dass Diabetes zurückkommen kann. Gerade die "Diabetes-Genesung" ist ja eins der Hauptargumente für eine OP....

      Nach deinem Post bin ich jetzt wirklich sprachlos, Martina und ziemlich geschockt.

      Gibt es Artikel, wo ich weitere Infos finde?

      LG Goldi
    • Neu

      Goldkeks schrieb:

      Auch hätte ich nicht gedacht, dass Diabetes zurückkommen kann. Gerade die "Diabetes-Genesung" ist ja eins der Hauptargumente für eine OP....
      Hi Goldi,

      stellvertretend für andere Quellen: Unten unter "Auf dem Weg in die "metabolische Chirurgie"?

      Diabetes ist per se nicht heilbar.

      Dass Gewichtsverlust zunächst hilft, ist unbestritten, aber eben die Dauerhaftigkeit der Verbesserung ist ungeklärt.

      Es gibt ja auch Leute, die sich den Magen operieren lassen, um solchen Erkrankungen vorzubeugen. Allerdings gibt es da ein großes Missverständnis, dessen sich selbst viele Ärzte nicht bewusst sind oder so tun, um Dicken besser Angst machen zu können: Für Diabetes muss es eine genetische Disposition geben. Wenn man die nicht hat, ist die Wahrscheinlichkeit, einen Diabetes zu entwickeln, auch für (sehr) Dicke gering.

      Ich bin 60 Jahre alt, locker 40 Jahre stark übergewichtig und habe 1a Blutwerte. Mein Nüchternblutzucker war immer in der Norm. Wenn ich viel Sport treibe, liegt er bei 78, in körperlich faulen Zeiten etwas höher. Ich habe an einer Studie zur Genetik bei Diabetes teilgenommen. Dies ergab, dass ich sehr wahrscheinlich niemals daran erkranken werde.

      Leider finde ich die Quellen nicht mehr, aber ich habe mal gelesen, dass diese genetische Disposition bei 30-40% der Bevölkerung besteht.

      Zu den Todesfällen nach Darmverkürzung: Es gab vor über 10 Jahren ein Selbsthilfeforum der in Frankfurt-Sachsenhausen Operierten. Dort schrieb jemand aus Luxemburg mit, der als letzter Überlebender dieser ersten praktizierten bariatrischen OP-Methode galt. Diejenigen Operierten in meiner Heimatstadt, die ich kannte, sind alle an den Folgen der OP gestorben. Manche hatten Dauerdurchfälle und mussten bis zu 30 Mal am Tag zur Toilette.

      In den einschlägigen Foren findet man häufig Menschen, die sich letztlich haben komplett kaputt operieren lassen. Wenn es nicht läuft, dann kommt die nächstschärfere OP-Methode. Und dann noch die Wiederherstellungsoperationen. Und Operationen sind für jeden Körper, auch für einen ansonsten gesunden, eine enorme Belastung.

      Nur weil etwas möglich ist, ist es noch lange nicht per se gut, und schon mal gar nicht wunderbar.

      Grüßle
      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • Neu

      Schwieriges Thema - und wir im Westen tendieren "natürlich" dazu, den Magen als eine Art Schlauch anzusehen, den man verkleinern kann, damit er nicht mehr so viele Kalorien aufnimmt.

      In der chinesischen Sichtweise TCM ist der Magen ein sozusagen "zentrales" Thema, weil er eines der Organe der Mitte ist und des Erd-Elementes, zusammen mit Milz und Pankreas.
      Diese drei Organe sind dafür zuständig, die Energieversorgung des Körpers sicher zu stellen, das Qi im Körper zu verteilen. Sie haben wirklich eine zentrale Funktion.
      Die Chinesen kennen z.B. auch fünf Himmelsrichtungen: Norden Osten Süden Westen und MITTE.
      Auf die Mitte und ihre Bedeutung haben wir im Westen fast ganz vergessen.

      Sehr philosophisch und "abgehoben" betrachtet, muß sich in der Mitte immer ein Hohlraum befinden, so wie die Nabe im Rad. Ein Ort, in dem die Energien miteinander "tanzen" können.
      Ganz passend, daß der Magen als Hohl-Organ die Körpermitte einnimmt.

      Ich kann jetzt mal nur für mich sprechen - aber ich wäre extrem zögerlich, in meinem Zentrum herummähren zu lassen. Ausgenommen medizinische Notfälle natürlich - schreckliche Sachen wie Magendurchbruch oder so. Da würde ich das, was man heute tun kann, dankbar in Anspruch nehmen.
      So lange aber der Magen gesund ist - warum sollte ich meinen zentralen "Raum" verengen und verkleinern lassen? Warum sollte man so tief greifend das Erd-Element verändern - das, was uns Stabilität und Sicherheit gibt - das was u.a. auch die Muskeln nährt, und auf der energetischen Ebene unser Selbstgefühl und unsere innere Stärke.
      Meine Freundin hat so ein Mantra, das sie jeden Morgen aufsagt: "Ich bin in meiner Mitte - und da bleibe ich heute auch!"

      Die westliche Sichtweise läßt "andere" Aspekte und Bedeutungen des Magens ziemlich außer Acht. Meine Gedanken dazu sind, daß wir vielleicht nicht hundert Prozent wissen, was so eine Verkleinerung alles bewirken kann. Auch ist vielleicht schwer vorauszusehen, wie die beiden anderen Organe des Erd-Elementes - Milz und Pankreas - darauf reagieren.
      Könnte es vielleicht sein, daß eine solcher Einriff eine ganze Pandora-Büchse an überraschenden Effekten und Folgen öffnet?

      @LukeFlyer
      Die OP hat nun stattgefunden. Das Leben Deiner Frau und Euer gemeinsames Leben ist auf ein neues Gleis gesetzt worden. Vielleicht werden die Dinge jetzt anders, als sie ursprünglich geplant waren.

      Das ist schmerzlich und kann einen geradezu wütend machen. Ich kann Dich da gut verstehen.
      ABER es ist eine menschliche Erfahrung.
      Irgendein schicksalhaftes Ereignis - und man muß lernen, mit dem zu leben was geblieben ist. Mit den Menschen zu leben, die einem geblieben sind. Mit dem bißchen Geld zu leben, das einem geblieben ist. Mit dem bißchen Zeit zu leben, die bleibt.
      Manchmal muß man buchstäblich lernen, mit dem "mageren Rest" zu leben.

      Ich wünsche Dir und Deiner Frau den Mut und die Kraft, mit der neuen Situation umzugehen.
      Wer weiß, vielleicht entdeckt Ihr auf Eurem neuen Weg Dinge, die Ihr in Eurem alten Trott nie gefunden hättet.

      Ganz liebe Genesungs-Grüße!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Neu

      hallo Flying- Power,

      Flying_Power schrieb:

      ch musste auch ein paar Monate nach der OP von zuhause mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus aber daraus wurde von keiner Seite ein Drama gemacht.

      für mich klingt das schon dramatisch oder so, als würdest du sehr hart mit dir selbst umgehen.
      aber eventuell hast du damit auch @Luke Flyer mut geben wollen, dass sich seine Frau eingewöhnen wird ?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Neu

      Danke, Martina für deine ausführliche Antwort.

      Martina schrieb:

      Zu den Todesfällen nach Darmverkürzung: Es gab vor über 10 Jahren ein Selbsthilfeforum der in Frankfurt-Sachsenhausen Operierten. Dort schrieb jemand aus Luxemburg mit, der als letzter Überlebender dieser ersten praktizierten bariatrischen OP-Methode galt. Diejenigen Operierten in meiner Heimatstadt, die ich kannte, sind alle an den Folgen der OP gestorben. Manche hatten Dauerdurchfälle und mussten bis zu 30 Mal am Tag zur Toilette.
      Das klingt wirklich traurig.

      LG Goldi
    • Neu

      Ich kann nur für mich sprechen und mir geht es mit dem Bypass gut!... ich möchte sagen, mir geht es so gut wie schon ganz lange nicht mehr. Ich finde es auch nicht richtig diese OPs so zu dämonisieren und darzustellen als würde der Chirurg einem mit dem Skalpell verfolgen. Es braucht dafür auch Menschen die OP willig sind, die sich freiweillig (und oft mit jahrelangen Streitverfahren mit der KK) in die Klinik begeben und sagen "bitte, ich möchte operiert werden, ich habe dies und das...". Abwägen muss man schlussendlich immer für sich selbst und soviel Eigenverantwortung ist jedem mündigen, erwachsenen Menschen zuzutrauen. Die Chirurgin die mich operiert hat hat auch selbst einen Bypass. Die hätte das sicher nicht gemacht mit dem Wissen, sie hätte noch maximal 20 Jahre zu leben. Dabei ist mir schleierhaft woher das kommt. Ich persönlich lebe lieber mit einem Bypass als mit einem Blutdruck von durchschnittlich 190/140 der selbst mit Medikamenten schwer einstellbar war und auf die Gefahr hin jeden Moment mit einem Schlaganfall in der Ecke zu liegen. Ich habe lieber einen Bypass als weiterhin mit chronischen Sehnen- und Gelenksentzündungen zu leben wo ich mich vor Schmerzen kaum noch bewegen konnte. Mir sind ja teilweise, ohne Übertreibung, 80-jährige mit Krücken davon gelaufen (ich bin 37). Die Schmerzen habe ich nicht mehr. Ich kann mich wieder bewegen, radfahren, laufen gehen. Bluthochdruck? Adé! Ich nehme jetzt 6 Tabletten weniger, stattdessen 1 Multivitamintablette. Ich habe heute 68kg auf 1,71, ich kann bis auf wenige Ausnahmen alles essen, die Blutwerte sind tip top. Ich habe im Gegensatz zu vorher wieder normale Herzwerte. Ich werde engmaschig kontrolliert und es ist alles bestens.
      Ebenso ist mir unklar was eine Magenverkleinerung oder ein Bypass mit einer Darmverkürzung zu tun hat. Der Darm wird nicht verkürzt, es wird nichts entfernt sondern die Passage wird umgangen.
      Bypässe werden seit den 60igern gelegt, nicht nur bei Übergewicht. Es gibt auch Normalgewichtige die einen Magenbypass bekommen zB bei schweren Diabetikern. Man sollte sich nicht nur mit dem Negativen beschäftigen und dies plakativ hochhalten sondern auch das Positive lesen "wollen" von dem bei adipositas24 weit mehr zu lesen ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von Flying_Power ()

    • Neu

      Hallo Flying Power,

      wir sind ein Diätfreies Forum und unser Ziel ist es mit uns und unserem Leben gut zurecht zu kommen. Ich habe die Operation mehr als einmal angeboten bekommen und abgelehnt, da sie für mich wie eine Vergewaltigung ist. Hier im Forum sind mehr als ein Operiertes Mitglied und die werden als Menschen die einen anderen Weg gewählt haben geschätzt.

      Ich weis, dass es positive Beispiele gibt, aber hier im Forum ist nicht der Platz dazu. Ich kenne zu viele Menschen die sich nach der OP mehr mit Gewicht rumquälen als ich.

      Melisah
    • Neu

      Ich habe klar und deutlich geschrieben, dass die Dünndarmverkürzung die erste oder eine der ersten praktizierten Methoden war. Und ich habe das geschrieben, um zu erläutern, warum ich mich bereits seit den 80er Jahren mit dem Thema beschäftige, als einige Leute mich zu dieser todbringenden Methode überreden wollten.

      Genau, bei adipositas24, das von einer völlig kaputt operierten Frau betrieben wird, darf jeder die Jubelarien auf diese Operationen nachlesen. Und hier darf auch gerne auf dieses Forum verwiesen werden, was umgekehrt dort unterbunden wird. Selbst von denjenigen, die nach Jahren mit riesigen Problemen dort wieder aufschlagen, kommt wenig Kritisches.

      Und hier ist das Forum, in dem diese Methoden kritisch beleuchtet werden. So kann jeder sich ein vollständiges Bild machen und dann seine eigene erwachsene Entscheidung treffen.

      Daher bedarf es wirklich keiner Missionsversuche. Wir sind seit über 20 Jahren in der Dicken-Selbsthilfe aktiv und haben über die Zeit das Thema immer wieder neu betrachtet, ich persönlich auch in Krisenzeiten, als man mir z.B. nach einem Sturz in einer Uniklinik eine Magenoperation zur Bedingung für ein neues Hüftgelenk machen wollte. Ich bin immer wieder zu der Erkenntnis gelangt, dass zu viel dagegen und zu wenig dafür spricht. Und da ich mit dieser wohldurchdachten Auffassung anderswo nicht erwünscht bin, äußere ich sie hier auf meinem eigenen Webspace.

      Wo ist also bitte Dein Problem?
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina ()

    • Neu

      Martina schrieb:

      Daher bedarf es wirklich keiner Missionsversuche.
      Eben! Und das gilt hier für Alle!


      Martina schrieb:

      Wo ist also bitte Dein Problem?
      Wenn du daraus ein "Problem" konstruieren möchtest ist das dein Thema, nicht das meine. Ich bin hier für einen Austausch, nicht um Probleme zu klären.

      Wenn das Thema bariatrische OPs hier so kritisch auseinander genommen wird (und nicht nur bei meinem Beitrag), dann muss man es auch aushalten können wenn es dazu andere Meinungen gibt die vertreten werden und dann muss man auch alle Seiten beleuchten oder nicht?

      Ich empfinde das einfach als sehr kurz gedacht. Wenn man sich über Jahrzehnte so ein massives Übergewicht anfuttert und daraus irreparable Folgeschäden entwickelt, sich anschließend operieren lässt, es nicht übersteht (bei einer 5%igen Mortalität), ist es einfach zu sagen „die OP Methode ist Schuld“, ohne einzurechnen mit welchen Vorbedingungen die Patienten in die Klinik kommen. So eine OP ist abgesehen von den Selbstzahlern immer der letzte Ausweg und wird dann vorgenommen wenn nichts anderes mehr greift. Also was sind das für Personen die sich operieren lassen? Gesunde? Das sind oft genug Leute die sich schon vor der OP halb ins Grab gefressen haben andernfalls würde die Kasse mit hohen Auflagen die OP gar nicht zahlen. Diese Beobachtung stelle ich, nachdem ich jetzt seit 2 Jahren in einer Selbsthilfegruppe der Klinik sitze und mir die Geschichten von mindestens 80 Operierten angehört habe.
      Dann liegt man mit durchschnittlich 160-180kg 2-4 Stunden in Narkose mit Diabetes und damit entsprechender Wundheilungsstörungen, mit Schlafapnoe wo der Narkosearzt zusehen muss, dass er die Atmung über Stunden stabil hält, chronischen Herzleiden, Krebs, Arteriosklerose, massivem Bluthochdruck, Raucher etc pp. Wenn man eine Schuldfrage klären möchte dann bitte bei den Betroffenen, bei der Lebensmittelindustrie und bei den Krankenkassen die erst dann zahlen wenn die Leute schwerkrank auf der OP Liege sitzen aber nicht nur bei den „bösen Ärzten“. Das ist ein Zusammenspiel von mehreren Faktoren!
      Vielleicht mag es bei manchen so sein, wie du schreibst, dass sie nur noch 20 Jahre zu leben haben aber man kann die Medaille auch von der anderen Seite betrachten: es gibt Leute bei denen man sagen muss, die können wenigstens noch 20 Jahre leben.


      Wer es ohne OP schafft 50, 70 100kg+ im Eigenantrieb abzunehmen bis in einen Normalgewichtsbereich und sich langfristig zu halten – SUPER! Zieh ich den Hut davor, ich hätte die Kraft nicht gehabt! Es gibt auch andere die schaffen es nicht und haben einen großen Leidensdruck bis hin zum Selbstmord. Also wenn sich jemand von meinen Erfahrungswerten auf den Schlipps getreten fühlt: Entschuldiung aber ich finde es als selbst Operierte anmaßend zu sagen „solche OPs gehören verboten“ und indirekt zu entscheiden was stellvertretend für alle Dicken das Beste ist. Das ist ein schwerwiegender Eingriff wo jeder für sich selbst abwägen muss ob er das Risiko eingehen kann und will und das hat im Endeffekt kein Außenstehender zu bewerten was dazu ethisch und moralisch vertretbar ist. Das ist einzig eine Sache zwischen Arzt und Patient.
    • Neu

      Nein wir müssen die positiven Seiten der OPs nicht beleuchten und müssen uns nicht aus ausgewogenheitsgründen damit auseinandersetzen. Ich bin in diesem Forum um solche Dinge kritisch zu sehen. Seit den 90ger Jahren bin ich dabei mich als Dicke Frau zu akzeptieren und mein Leben zu gnießen. Ich bin nicht dazu da an mir rumoperieren zu lassen um der Norm zu entsprechen. Ich brauche keine Diät oder 50 Kilo abnehmen um schön schlank und für meinen Mann attraktiv zu sein. Wenn Gewicht runtergeht ok, wenn nicht liebe ich mich wie ich bin.
    • Neu

      Ich sehe es wie melisah. Wir müssen hier gar nichts. Ich habe hier das Hausrecht und darf schreiben, was ich will. Da es genügend Links in die einschlägigen Foren gibt, werden hier auch keine Informationen unterschlagen.

      Dann darf ich Dich um eine angemessene Sprache bitten. Menschen essen, Tiere fressen. Außerdem werden die allerwenigsten dick, weil sie tumbe Fressmaschinen sind, wie Du es darstellst. Die Gründe für Übergewicht sind vielfältig und keineswegs abschließend erforscht.

      Und zu Deinen Ausführungen zur Schlafapnoe: Eine behandelte Schlafapnoe ist so gut wie keine Schlafapnoe. Schlafapnoe ist die Folge anotomischer Besonderheiten im Rachenraum und betrifft bei weitem nicht nur Dicke. Übergewicht erhöht allerdings das Risiko deutlich. Bei Narkosen sind vor allem Patienten, bei denen die Schlafapnoe nicht bekannt ist oder die sie verschweigen, ein Problem. Sorry, wenn ich das so hart sage, aber heutzutage muss niemand mehr gesundheitliche Einschränkungen aufgrund einer Schlafapnoe in Kauf nehmen, denn sie lässt sich einfach und kostengünstig behandeln.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina ()

    • Neu

      Ach ja, und noch was. Bei den wenigsten ist eine Magenoperation objektiv betrachtet der letzte Ausweg. Subjektiv gesehen, mag das so sein, aber objektiv nicht. Deshalb finde ich richtig und gut, dass die Hürden in Deutschland relativ hoch liegen, wenn auch aus meiner Sicht noch nicht hoch genug.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.