Ich leide am Binge Eating disorder

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    • Ich leide am Binge Eating disorder

      Guten Abend,

      Dies könnte ein etwas längerer Artikel werden, welcher sich hauptsächlich mit meiner Psychischen Verfassung außereinander setzt. Ich bin eigentlich kein Mensch der viel in Online Foren schreibt oder ähnliches, doch diese Seite hat mich angesprochen und ich merke, dass ich wirklich hilfe brauche, denn so wie ich Lebe, das ist schon gar kein Leben mehr!

      Ich hoffe dass diese Art von Beitrag überhaupt zu dieser Seite passt, wenn nicht, dann entschuldige ich mich schonmal bei euch allen hierfür. Ich bewundere einfach eine Seite die anfängt mit ,,Bleibt so Anonym wie möglich" oder ,,Hier gibts keine Werbung", einfach Menschen, die anderen Menschen helfen wollen: Dafür sollten solche Seiten einfach stehen! Deswegen hoffe ich echt, dass mein Artikel hier auch reinpasst.

      Kommen wir nun zu meiner Person: Ich bin 17 Jahre Alt, Weiblich bin 163cm groß und wiege 66 kg. ,,66 kg? Was hat die Olle den hier auf einer Seite für dicke verloren?" Fragen sich einige, und ja leute, das werde ich euch beantworten: Ich sehe vielleicht nichtmehr sooo dick aus, ja nicht mehr: Mit 13 Jahren wog ich 90 kg, also ist da eine gute Gewichtsabnahme hinter sich. ,,Die leidet doch ganz bestimmt nicht am Binge Eating disorder" doch, leider schon.

      Ich beschreibe euch einfach mal mein Leben:
      Montag: zu wenig essen
      Dienstag: zu wenig essen
      ...
      ...
      ...
      ...
      Sonntag: Fressanfall über 5000 kalorien

      Und so liebe leute, so halte ich mein Gewicht. Und nein, es ist nicht okay solange ich ja mein Gewicht halte, weil Mo-Sa, mein zuwenig essen, wirklich wirklich zu wenig ist. Ich hoff es ist okay so viel über kalorien sprechen aber so 900-1100 sind es ganz sicher, und ja, das ist echt echt wenig, ich weiß. Ich leide an diesen Tagen unser sehr starkem Schwindel und innerer Unruhe und denke wirklich 24/7 über Essen nach. An dem Tag wo ich mein Fressanfall habe, leide ich unter starker müdigkeit, magenkrämpfen und bauchschmerzen. Ich habe 24/7 einen Vitaminmangel, da ich entweder KAUM esse oder wenn ich mal zuviel esse, es pizza,nutella eis oder was weiß ich ist.

      Man könnte meinen mein starker Verzicht ist der Grund für meine Fressanfälle aber nein: Ich habe deswegen mal ne woche 1500-1600 kalorien täglich gegessen, habe jedoch trotzdem 1 mal in der Woche einen Fressanfall gehabt. Diese Fressanfälle sind echt merkwürdig, ich esse, bis ich spüre wie mein Magen fasst reißt, ohne Hunger, ohne Genuss, und fühle mich danach einfach nurnoch beschissen. Ich weiß dass ich das gar nicht brauche, also dieses ,,fressen" doch wenn ich 1 mal angefangen habe, denke ich mir ,,Och es ist jetzt eh schon vorbei" und esse immer weiter und weiter.

      Diese Lebensweise lässt mich vielleicht in dem Sinne fit aussehen, da ich meine 65-67 kg halte (kommt eben drauf an, ich wiege jede woche an einem tag mal etwas mit 65, und an einem tag etwas mit 67, ich sags doch, ständig wiederholende fressanfälle), doch fit bin ich aufgarkeinfall. Ich bin gefühlt der ungesundeste Mensch ever und ich brauche warscheinlich wirklich professionelle hilfe. Warum ich mir sie nicht einfach hole?

      Hoch lebe die Familie! Nein spaß beiseite, meine Eltern halten leider nicht viel von Psychologen. Also ohne mist, ich wäre ja echt mal der Traumpatient jedes Arztes:
      - Will ein GESUNDES Gewicht halten
      - Will gesund leben
      - Will eine nette Person zum Quatschen haben

      Aber leider geht es in dem Sinne nicht, noch nicht. Bald bin ich 18 und da heißt es Adios Sorgerecht. Kleiner scherz, meine Eltern sind tolle Menschen ehrlich. Sie wissen nicht viel über Gesunde Ernährung und leben mental leider in einer anderen Zeit, weswegen sie keine Ahnung von Psychologie haben. Sie denken bei Psychologe gleich an Gummizelle oder Irrenhaus. Also versteht das nicht falsch, Ärztliche hilfe kommt leider nicht in frage.

      Eher wollte ich hier fragen, wie ihr mit dem BED klar kommt. Habt ihr tricks oder tipps wie ihr fressanfälle uberwunden habt? Oder was ich dagegen tun kann?

      Ich danke euch allen für das Lesen dieses langen Textes. Ich passe was mein BMI angeht leider kaum zu dieser Seite, doch ich weiß wie es ist abnehmen zu wollen, sich aber doch irgentwo zu denken yes i'm gonna love myself the way i am. Ich weiß wie ständiges wiegen ist, kommentare von fremden, der Salat am Montag morgen, die dünnen freunde die sooo viel essen können, kleider im sommer tragen wenn die oberschenkel sich gefühlt schon verschmelzen alles! Ich kenne es alles! Deswegen hoffe ich trotzdem hier zu dieser seite zu passen ^^

      Ich leide schon unter dieser Ernährung, da sie mich im Alltag stark einschränkt. Ich mache mein Abitur, doch durch ständige müdigkeit durch Unterernährung/Binge kann ich kaum noch lernen oder Hausaufgaben machen oder irgentwas Meine Noten leiden wirklich enorm darunter, was wirklich schade ist.

      Ich bitte euch um einige Tipps und danke euch fürs Lesen.

      Gruß :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Momoi17 ()

    • Liebe Momoi17,

      da Du nur selten in Foren schreibst und Dich jetzt dazu durchgerungen hast, wartest Du sicher sehnsüchtig auf Antwort.Ungelduld ist ein Vorrecht der Jugend (psst... ich könnte locker Deine Oma sein und bin immer noch ungeduldig, obwohl ich inzwischen Routinen entwickelt habe, das erfolgreich zu verbergen).

      Ich bin auch neu hier und kann Dir daher nicht sagen, ob Du hier willkommen bist – vermute es aber schwer. Mit Binge Eating habe ich auch keine Erfahrung, sondern gleichmäßig zu viel gegessen. Ich fürchte aber, es gibt keine schnellen Tipps, mit denen Du das alleine in den Griff bekommst, wenn es wirklich eine Suchterkrankung ist.

      Ein Therapeut wird Dir aber voraussichtlich ebenfalls keine Tipps geben, sondern Dir vielmehr Fragen stellen. Einerseits natürlich schon auch, um sich ein besseres Bild von Dir machen zu können, andererseits aber vor allem, um Dir beim Versuch, seine Fragen zu beantworten, Gelegenheit zu geben, selber hinter ein paar Dinge zu kommen. Idealerweise fühlt sich das an, als ob ein Kronleuchter angeht. Das ist i.A. noch nicht die Heilung, aber die Grundlage dafür.

      Einige Fragen drängen sich bei Deinem Bericht schon auf. Zum Beispiel: "Was ist am Sonntag so besonders?" Klar, keine Schule. Aber das ist ja samstags auch so, und vor gar nicht allzu langer Zeit waren noch Ferien. Hast Du vielleicht in den letzten vier Jahren das Gewicht durch eine strikte Diät verloren, wobei der Sonntag ein „cheat day“ war?

      Deine Eltern haben Dich doch sicher in der Zeit begleitet und unterstützt, Du hast ja mit 13 sicher noch nicht selber gekocht, und jetzt vermutlich auch noch nicht. Dann können sie Dir vielleicht auch jetzt helfen? Meiner Meinung nach sind die die besten Ansprechpartner für Dich, sie lieben Dich und sie sind DA. Sie sind in Deiner Nähe, wenn Du diese sonntäglichen Attacken bekommst, und können Dir zum Beispiel damit helfen, dass sie Dir etwas kochen, was Du magst. Irgendetwas Gesundes oder halbwegs Gesundes wird Dir schon schmecken, oder? Eventuell erklären sie sich auch bereit, eine Zeitlang Lebensmitel, die sich für solche Attacken eignen, aus dem Haus zu verbannen?

      Es ist in der Tat ziemlich wahrscheinlich, dass Du einen Vitaminmangel oder ein Mineralstoff-Ungleichgewicht hast. Da Deine Eltern sicher nichts gegen einen Hausarztbesuch haben, lass das mit einem großen Blutbild klären. (Ich weiß, ich habe anderswo geschrieben, dass ich nicht zum Arzt gehe, und ich behandle solche Ungleichgewichte auch wirklich erfolgreich selber und ohne Blutbild. Aber das ist EINE Sache, eine GANZ ANDERE Sache sind Ferndiagnosen und -therapien im Internet.) Insbesondere Mineralstoffe, aber auch Vitamine, können enorme Unterschiede im Wohlbefinden bewirken.

      Ein starker Mangel KANN Hunger und Gier auslösen (es kann aber auch andere Ursachen haben). Der Körper hat nicht die Möglichkeit, zu sagen: „Ich brauche Magnesium“ oder „Ich brauche Eisen“ oder was auch immer. Er meldet nur „Ich brauche irgendwas“. Und dann lieferst du „irgendwas“, Dein Körper ist aber nie zufrieden, weil es das Falsche war, und Du lieferst und lieferst und lieferst ….

      Und vielleicht noch ein kleiner Tipp, der bei mir wirkt (ich habe aber kein BED!):

      Kochen ersetzt Essen. Naja, ein bisschen. Wenn Du Deine Mahlzeiten sehr aufwändig zubereitest (also zum Beispiel eine komplizierte Mousse au chocolat statt Eis oder Nutella), hast Du in der Zeit, während Du daran rumwerkelst, ebenfalls die positiven Gefühle, die Du vermutlich durch das Essen suchst. Auch viele verschiedene Früchte kaufen und sich mit einem sehr dekorativen Früchteteller verkünsteln, kann diese Wirkung haben. Ich kann das leider nicht, weil ich allein lebe (da würde zu viel vergammeln), aber Du könntest damit sicher auch Deinen Eltern und eventuellen Geschwistern eine Freude machen.

      Mach das nicht, wenn Du denkst, es bringt nichts. Vielleicht kommen ja noch bessere Tipps. Ich wünsche Dir, dass Du aus dieser unglücklichen Situation herausfindest. Und ich bin überzeugt, dass das möglich ist.Und weißt Du, warum?

      Du könntest ja auch denken: „Toll! Ich habe die ideale Methode gefunden, mein Gewicht zu halten!“ Das wäre natürlich katastrophal falsch, aber für so einen jungen Menschen wie Dich keineswegs ungewöhnlich. Du hingegen merkst, dass das keine gute Sache ist, und deshalb bin ich auch sehr zuversichtlich, dass Du da raus kommst, eventuell dann auch mit einer Therapie, wenn Du 18 bist.

      Alles Liebe

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Herzeloyde ()

    • Also ich schließe mich da an dass es mit Tipps wirklich nicht getan ist. Diese Essanfälle bis man das Gefühl hat dass der Magen gleich platzt, kenne ich aus der Vergangenheit. Unvorstellbar Was dann in den Magen alles rein passt. Bei mir war es Stress und das Gefühl alles schaffen zu müssen und darüber war ich dann wieder wütend und über mich dann gleich mit. Diese Essanfälle waren Blitzableiter aber auch sehr gut geeignet sich dauernd mit dem Thema Essen und Versagen usw. zu beschäftigen. Damit lenkte ich mich prima von den Problemen ab die ich eigentlich hatte und die ich erst durch eine Psychotherapie heraus gefunden habe. Verhaltenstherapie griff zu kurz. Ich musste mich da doch auf mehr einlassen. Dadurch sind diese Anfälle weggegangen. Sie funktionierten dann ja nicht mehr weil mir beim Essen sehr schnell klar wurde was ich da wieder machte und welches Muster dahinter steckte. Ich bin immer noch übergewichtig. Habe mich aber von 50 kg Schutzpanzer trennen können. Und endlich kann ich wieder mit Genuss was essen ohne mich dann dabei wieder runter zu machen. Essen ist jetzt nicht mehr belastet sondern was es ist: Nahrungsaufnahme, Genuss und im besten Fall beides. Ich denke ohne Psychotherapie wird es nicht gehen. Vielleicht hilft es Dir bis Du 18 bist zu wissen das Hilfe möglich ist und Dir geholfen werden kann und wird. Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen.
    • Hallo!

      Das hört sich wirklich ungesund an - und ich finde es gut, dass du dein Problem lösen möchtest.

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass man mit 17 nicht mehr die Zustimmung der Eltern braucht, wenn man ärztliche (oder therapeutische) Hilfe in Angriff nehmen will. An deiner Stelle würde ich erst mal zum Hausarzt gehen und mich da beraten lassen.

      Vielleicht ist es ein erster, guter Schritt, dich da schon etwas von den (merkwürdigen) Meinungen deiner Eltern abzugrenzen und zu lösen. Es ist DEIN Problem und wenn sie das nicht verstehen, dann ist das eben so - deshalb musst du aber doch deinen eigenen Weg gehen - und tun, was gut für dich ist.

      Also sei selbstbewusst und nehme dein Leben selbst in die Hand!

      Alles Gute!
      Lieber Gruß von ..... Andra .... :)