Selbstbewusstsein bekommen....

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    • Selbstbewusstsein bekommen....

      ich lese es immer wieder, man bräuche nur mehr Selbstbewusstsein , wenn man dick ist oder mit mehr Selbstbewusstsein wäre das und das anders.
      Klingt ein wenig, als wäre Selbstbewusstsein eine rare, aber durchaus verfügbare Ware. ;)

      Meine Reaktion ist aber eher, wenn mir jemand "vorwirft" , "Du hast halt nicht genug Selbstbewusstsein !"
      (eigentlich seltsam, dass das oft wie ein Vorwurf formuliert wird.... ?( )
      "Oh Gott, das haste also auch nicht." und unter den vielen tatsächlichen und gefühlten Mängeln addiert sich da nur einer noch dazu , die da wären : Zu dick, zu groß, zu unweiblich, zu wenig sportlich, zu wenig selbstbewusst .....

      Daher interessiert es mich : Was kann man dafür tun, mehr Selbstbewusstsein zu bekommen?
      Und : Kann man anderen Menschen als Vater, Mutter, Freund(in), Ehefrau oder Mann, Schwester, Bruder, Cousine, Schwager etc. denn zu besserem Selbstbewusstsein verhelfen?
      Wie sieht solch eine Hilfe aus ?

      Ich lese immer wieder, wie Eltern die Persönlichkeit eines Kindes formen, allerdings eher im Negativen. Was könnte man Eltern beispielsweise von dicken Kindern raten, wie sie das Selbstbewusstsein ihrer Kleinen aufbauen?

      Und last not least : Wie definiert ihr Selbstbewußtsein überhaupt?

      ( das Deutsche hat nur ein Wort dafür, oder? Im Spanischen gibt es zwei Begriffe , auto- conciencia = Selbstbewusstsein ,aber eher philosophisch, sich selbst bewusst sein und auto- estimo = Selbst- Wertschätzung )

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Hallo liebe Lisa,

      über dieses Thema hab ich auch schon oft nachgedacht.
      Vor allem empfinde ich es wie Du: da wird einem dann so eine "Diagnose" um die Ohren gehauen: klarer Fall von mangelndem Selbstbewusstsein - aber hilfreich ist das nicht. Das kann wie eine Waffe sein. Genau wie Du schreibst: dann kommt noch ein Faktor auf die bereits vorhandene Fehler-Last oben drauf.

      Ich hab so für mich festgestellt, daß es zum Beispiel gar nichts nützt, wenn man sich dann täglich zehnmal vorbetet "ich bin in Ordnung, ich bin selbstbewusst, ich gehe aufrecht, ich bin wunderbar ..." So kann man das Selbstbewusstsein glaube ich nicht verbessern.

      Ich denke, Selbstbewußtsein ist eine Energie, die uns in unserer Gesellschaft systematisch genommen wird. Du beschäftigst Dich mit Ayurveda. Da wirst Du auch wissen, daß die indische Tradition die Energie des Selbstbewusstseins etwa in der Mitte des Körpers ansiedelt, irgendwie verquickt mit den Verdauungsorganen und dem Solarplexus. Insofern könnte es sehr wohl sein, daß noch gar nicht völlig entdeckte Zusammenhänge zwischen mangelndem Selbstbewusstsein und "dick" bestehen - wenn die Verdauungsorgane dann nicht so gut funktionieren? Magen Milz Bauchspeicheldrüse, Galle und Leber.

      Selbstbewusstsein hat nicht nur mit "ich bin der/die ich bin" zu tun. Man kann nicht im luftleeren Raum "wertvoll" sein. Man muß sich dazu irgendwie ver-orten können, seinen Platz kennen, wissen daß man selbst geschätzt wird und das, was man für die Gemeinschaft beitragen kann.
      Es hat damit zu tun, daß man sich selbst zu den anderen in Beziehung setzt.
      Heute sind aber so viele Menschen in der Erfahrung gefangen, sich auf unerreichbare Vorbilder beziehen zu müssen. Jedes Mal, wenn wir an einem Hochglanz-Plakat von einer zurechtgemachten Weiblichkeit vorbei gehen, setzen wir uns mit dieser "künstlichen" Person in Beziehung. Wir können den Standard nicht erreichen. Wir sind "zu" klein, dick, groß, dünn ... und wir verlieren noch ein bißchen mehr von unserem Selbstbewusstsein - besser gesagt, von unserer Selbst-Wertschätzung. "estimo".

      Weil der Prozess des Selbstwertverlustes eher einem ständigen, allmählichen Erodieren gleicht, kann man das Selbstbewusstsein, wie ich glaube, auch nicht "instant" wieder herstellen. Auch das ist ein Prozess. Ich denke, dabei kann einem die "consciencia" helfen. Daß man sich bewusst macht, was da geschieht.

      Eltern von Kindern würde ich den Tipp geben wollen, daß Lob hilfreich ist - ständiges Anspornen zu schnelleren und besseren Ergebnissen dagegen nicht. Man muß sich auch mal an etwas Erreichtem freuen können. Man muß STOLZ sein dürfen auf etwas, was man gemacht hat. Stolz hat auch was mit Selbstwertgefühl zu tun.

      Dabei ist es aber wichtig, daß das Lob echt ist. Nicht einfach "jaja, sehr schön". Sondern "oh, du hast wirklich ein Händchen für Pflanzen!"
      Es ist so wichtig, daß das Kind seinen Platz in der Gemeinschaft kennt - und daß es in der Gewissheit lebt, daß alle anderen Familienmitglieder schätzen, daß es gerade diesen Platz einnimmt. In anderen Worten: daß es Respekt erfährt, und daß die anderen stolz auf ihn / sie sind.

      Ach es ist ein komplexes Thema.
      Es ist total wichtig, daß wir uns selbst und andere Menschen in dieser Hinsicht aufbauen.
      Danke daß Du dieses Thema angeschnitten hast!

      Ganz liebe Grüße von Issi
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Das habt ihr beide toll umschrieben.
      Mir fällt dazu nur spontan ein, dass es mir geholfen hätte, als Kind öfter gesagt zu bekommen, dass ich gut und richtig bin, wie ich bin.
      Dann würde ich vielleicht heute nicht ständig, wenn irgendwas ist, zuerst die Fehler bei mir suchen.

      Was mir abgesehen von Menschen, die mich so schätzen, wie ich bin, unheimlich geholfen hat ist tatsächlich, Fotoshootings zu machen. Ich hab es früher gehasst, mich fotografieren zu lassen. Heute zieh ich mich sogar für und vor Fotografen aus.

      Und entgegen der Behauptung die ich sehr häufig höre, ich wäre ja so irre selbstbewußt, nööp, bin ich garnicht, ich kann mich nur gut tarnen. ;)
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Hallo liebe Sunny - Andrea,

      Du bringst zwei interessante Punkte.

      Einmal mit den Fotoshootings. Könnte es sein, daß der therapeutische Effekt dabei unter anderem daher rührt, daß man seine Ängste überwindet? Ängste, daß man nicht "gefallen" könnte / abgelehnt wird / verspottet oder "erzogen" wird / ... ???
      Diese Ängste können ja auch aus niederem Selbstwert kommen.

      Und daß man dann entdeckt, da ist trotz allem Schönheit, jemand sieht auch schöne Aspekte - und man braucht sich nicht zu schämen.

      Wenn Scham und Angst weg fallen, ist das ein riesiger Schritt. Weil Angst und Scham sind - neben SCHULD - die größten Energie-Abflüsse, die ich kenne. Da fließt ständig Energie raus aus dem System. Energie, die man dringend für was anderes brauchen würde. Dann geht das Leben auch noch an anderen Stellen verkehrt. Weil man nicht mehr die Kraft hat, die entsprechenden Aspekte aufrecht zu halten, geschweige denn zu nähren.

      So ist es also ein wirklich riesiger Schritt, wenn man die Angst und Scham überwindet und sich der Fotolinse stellen kann. Und dann merkt, daß es "sicher" ist. Daß man nicht verletzt wird.

      Der zweite Punkt ist die Erkenntnis, was Dir als Kind geholfen hätte.
      Ich sehe immer wieder Eltern, die ihre Kinder nicht "erkennen". Jemand zu SEHEN und als die Person zu ERKENNEN die er/sie ist, hat mit Liebe zu tun. Und mit AN-erkennen dessen was IST, also der Realität.
      Ich denke, viele Eltern haben ANGST und wollen vor allem, daß ihre Kinder in diesen "Zirkus" passen, der dort draußen gespielt wird. Sie wollen sie marktgängig und "glatt" machen.
      Sie sehen nicht was IST - es wäre ja zum Beispiel nicht marktkonform, wenn jemand von der Person her ein "Mauerblümchen" ist, die ihren Haushalt versorgen will und ansonsten die Ruhe sucht. Oder so. Oder wenn jemand zur körperlichen Fülle neigt - vom Körperbautyp her.

      Also sehen die Eltern, geblendet von Angst, nicht was IST, sondern sie sehen nur, was das Kind sein SOLL. Und arbeiten immer nur auf das hin, was das Kind NICHT hat und ist.
      Vielleicht wollen sie das Kind gar bei der Ehre packen: schau mal, deine Freundin schafft es doch auch, schlank zu sein. Die bewegt sich aber auch viel mehr. Ich hab dich jetzt zum Joggen angemeldet. Du mußt hier an der Hüfte hundert und da an der Taille fünfzig Gramm verlieren ...

      Ich hab dich zum Computerkurs angemeldet, ich hab dich in der Uni angemeldet ...
      Botschaft immer: du bist nicht richtig so wie du von Natur aus bist, du mußt nicht nur besser, du mußt geradezu ein anderer werden!

      Sarkasmus an. Das ist dann die beste Voraussetzung, daß das Kind ein gesundes Selbstwertgefühl entwickelt. Sarkasmus aus.

      Liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Hallo Issi und Sunny,
      lese gerade den einen Satz von Karin Duve aus "Das ist kein Liebeslied".
      Sie schreibt:
      "So wie ich war, genügte ich nicht. Ich musste besser werden. Und besser werden heißt vor allendingen weniger werden."
      Sie schreibt allerdings auch über die Eltern, dass sie außer ihrer Adresse rein garnichts von ihr wußten.

      Ansonsten, danke für ere vielen Gedanken.
      Sunny, wie kamst du auf das Fotoprojekt ?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • @Issi
      Das ist eine interessante Frage. Ja, ich habe immer und ständig Angst vor Ablehnung, sowas trifft mich schwer, früher wurde ja gern mit Liebesentzug als Strafe gearbeitet.
      Um mich vor der Kamera frei zu bewegen, muss ich mich mit dem Fotografen wohl fühlen, darf keine Angst haben, dass er mich vorführen will. Dann kann ich richtig loslegen.
      Deinen zweiten Punkt, das nicht-erkennen der Eltern, finde ich auch sehr spannend. Das ist ja eine verzwickte Kiste. Meine Eltern sind Kriegs-bzw. Nachkriegskinder. Da hattest du zu funktionieren. Auch heute noch fällt es meinem Vater immer noch sehr schwer, mich als Individuum anzuerkennen. Ich habe lange und hart kämpfen müssen, um mich abzugrenzen und ihm meine und vor allem seine Grenzen aufzuzeigen, dass er nicht übergriffig über alles bestimmen kann...Schwieriges und langes Thema. Auch die Konkurrenzbildung zwischen mir und meinem Bruder, die er aufgebaut hat, schadet unserem Verhältnis noch heute.

      @Lisa
      Ich habe erst bei meiner Hochzeit festgestellt, dass es Fotos von mir gibt, auf denen ich mir gefalle. Das war ja mein größter Horror, dass ich meine Hochzeitsbilder nicht mögen würde. Dies war nicht der Fall, es gibt kaum ein Bild, das ich nicht mag davon.
      Aber noch immer habe ich es gehasst, mich fotografieren zu lassen und war auch der Überzeugung, dass es einfach keine schönen, attraktiven, kunstvollen oder erotischen Bilder von mir geben kann.
      Dann bin ich in eine Community gekommen, die unter anderem auch einen Bereich für BBWs etc. hat. Dort war ich dann überrascht, wie viele Frauen sich dort ablichten lassen, teilweise schön, teilweise weniger, aber alle mit freundlichen Worten bedacht wurden, teilweise auch mit Begeisterung. Und ich spreche hier nicht von Fetisch, sondern geschmackvollen, schönen Bildern. Da dort auch sehr viele Fotografen (Profis sowie auch ambitionierte Hobbyf.) unterwegs sind, habe ich mir dann deren Bilder angeschaut und nach einem gesucht, dessen Bilder mit dicken Frauen meinem Anspruch genügten. Also nicht dicke Frauen vorführen, lächerlich machen, mit Geschmack, mit Interesse an Model, Bild, Komposition und Spaß.
      So habe ich mein erstes Shooting gemacht und hatte irren Spaß dabei. Konnte mich ausprobieren, schauen, was dabei rauskommt. Hab auch mich dadurch etwas anders gesehen und ich muss sagen, das Lob der Leute, die die Bilder liken, ist Balsam auf der Seele. Mittlerweile liebe ich das, es macht total Spaß. Ich mache Indoor, Outdoor, ausgefallene Sachen, aber halt kein Pornart oder FA-Fetisch noch würde ich etwas machen, bei dem ich das Gefühl habe, vorgeführt oder lächerlich gemacht zu werden.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Naguib Mahfouz
    • Was ein vielfächriges, verzweigtes Thema.

      @Lisa Cortez
      das ist ja hoch interessant: "ich genügte nicht" - ich war nicht genug
      und gleichzeitig mußte ich aber "weniger werden" - ich war zu viel.

      Dieses Widersprüchliche - nicht genug sein und aber gleichzeitig zu viel sein
      da soll sich dann noch jemand auskennen?!

      Ich hatte immer die größten Probleme, etwas aufzudröseln, wenn solche Widersprüche drin verwickelt waren.

      Man könnte sagen, sie haben nach oben geguckt - da war sie zu wenig, genügte nicht.
      Sie haben nach unten geguckt - da war sie zu viel, mußte weniger werden
      aber nach der Mitte - dort wo sie eigentlich "war" - nach der Mitte hat niemand geguckt.

      Das ist ein wichtiges Merkmal von gestörtem Selbstwert: daß man aus der eigenen Mitte geworfen ist.
      Die Mitte haben wir hier - "kollektiv" gesehen - irgendwie sowieso verloren.
      Es gibt sieben Richtungen: östlich, westlich, südlich, nördlich, oben, unten - und die Mitte. Die Mitte vergessen wir irgendwie immer - da wo wir gerade SIND.

      @sunny73
      Oh liebe Sunny-Andrea, was Du da alles beschreibst. Keine Grenzen zwischen Vater und Kinder, die Kinder quasi nur eine Verlängerung, ein "Ausleger" vom Vater.
      Und er hat eine "Konkurrenzbildung aufgebaut" zwischen Deinem Bruder und Dir.

      Das sind Muster, in die viel hineinspielt. Mir fallen dazu spontan einmal "Machtspielchen" ein. Trenne und herrsche. Was, wenn Ihr Geschwister Euch einig hättet sein können und "gegen" den Vater zusammenhalten? Das wäre schlecht für seine Macht gewesen.

      Zweitens springt mir sofort die Athene ins Auge, die Göttin, die der Ableger von ihrem Vater war, eine Kopfgeburt, dem Hirn des Zeus entsprungen. Sie war auch gleich erwachsen, als sie dem Hirn entsprang. Ja, sie kam in voller Rüstung da raus. Da war nichts Schwaches oder Schwächliches an ihr.

      Sie durfte vor allem nicht weiblich sein. Ihre Mutter Metis hatte Zeus geistig herausgefordert bzw. überfordert, er fühlte sich ihr unterlegen. Das war ganz logisch, denn Metis war die Göttin der Weisheit. Eine Frau, die auf einer Ebene "besser" war als er - das hatte es nicht zu geben. Also machte er ihr den Garaus, und weil sie aber gerade schwanger war, trug er das Kind selbst aus - in seinem Hirn.

      Bei Athene wußte man nie, ob sie Männlein war oder Weiblein. Sie war in allem gut, in dem auch das Patriarchat gut war: Mathe, Schiffsbau, Technologie, Krieg. Sie hatte auch einen Hausfrauen-Aspekt, aber darin gab sie den Frauen unter anderem den Webstuhl - also Dinge, die die Hausarbeit schneller und effizienter machten. "Athene tut, was (nach Ansicht des Patriarchats) getan werden muß - und sie ist dabei weder sexy noch weiblich, noch achtet sie dabei auf ihre Befindlichkeit oder Gefühle." Man sagt, sie ist die Göttin der Weisheit - und zwar einer besonderen Weisheit: sie unterwirft sich weislich den Männern, hilft immer den männlichen Helden. Für Frauen hat sie nichts übrig. Für den mütterlichen Aspekt sowieso nicht.

      Ich habe für mich immer den Verdacht gehabt, daß ein Teil meines Dick die "Rüstung" ist, in der Athene immer rumläuft. Sie schafft auch Grenzen mit ihrer Rüstung. "Bis hierher und nicht weiter!" Buchstäblich eiserne Grenzen.
      Es kann viel mit nicht gelebter oder nicht "erlaubter" Weiblichkeit zu tun haben.

      Daß diese Dinge alle ganz extrem zum Tragen kamen nach dem Krieg, ist mir inzwischen auch klar. Da sind so viele Energien in ihrer zerstörerischen Form aufgetreten. Wir haben glaube ich bis heute noch nicht ganz verstanden, welcher Tsunami von Zerstörungskräften da über unser Land schwappte.
      Ich bin noch zeitnaher am Krieg geboren als Du. Hab mich schon viel damit beschäftigt.

      Was mich insbesondere schmerzt: daß wir so viel Zeit und Kraft benötigen, uns von diesen Dingen - so gut es eben gehen will - zu "heilen". Wieder zu uns selbst zu finden.
      Zeit und Kraft, die wir gerne für andere Aspekte unseres Lebens genutzt hätten.
      Aber wir wurden nicht gefragt. Wir wurden einfach hineingeworfen. Nun müssen wir sehen, wie wir damit zurecht kommen, und einen Weg für uns finden.

      Liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Holla Issi,
      ha hast du eine Menge wahrer und auch sehr interessanter Dinge gesagt.
      Ja, teile und herrsche, so hat es ein Therapeut auch mal beschrieben.
      Es ist so. Ich verurteile das nicht mehr, es hat keinen Wert für mich, alte Wunden aufzureißen und böses Blut zu verursachen. Ich gebe mir Mühe, mit dem hier und jetzt klar zu kommen, setze Grenzen im Jetzt, lasse mir Übergriffe nicht mehr bieten. Manchmal führt das leider auch zu Kollateralschäden, wenn ich zu heftig reagiere. Ich versuche, das in Grenzen zu halten. Ansonsten muss ich damit sehen, wie ich damit umgehe, denn das ist letztendlich das einzige, wo ich Einfluss drauf habe.

      Den mythologischen Vergleich finde ich irre interessant.
      Ein Teil meines Ichs ist ebenfalls Schutzpanzer. Vor Übergriffen emotionaler wie auch körperlicher Natur. Das war so ziemlich das erste, was ich verstanden hab.

      Generell glaube ich oft, dass wir Zeit unseres Lebens damit beschäftigt sind, die Fehler unserer Erziehung auszubügeln.
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Naguib Mahfouz
    • Ich habe schon eine Weile hier mitgelesen und überlegt, ob ich mich anmelden soll. Dieses Thema hat mich jetzt aber wirklich dazu bewegt. Das ist so großartig! (Ich stelle mich an anderer Stelle noch ein bisschen vor.)

      Ich habe mir die Gedanken auch schon gemacht. Obwohl es sicher richtig ist, dass Selbstbewusstsein in vielen Situationen das Leben leichter macht, ist der Rat „Sei doch ein bisschen selbstbewusster!“ nicht wirklich hilfreich, sondern eher frustrierend („Aha, ich wirke zu allem Überfluss offenbar auch noch wie ein schüchterner, befangener Duckmäuser voller Komplexe“) und wohl ähnlich wirkungsvoll wie der Klassiker „Sei doch mal spontan!“


      Die sprachliche Herangehensweise finde ich sehr interessant:

      Zitat von Liza Cortez: "( das Deutsche hat nur ein Wort dafür, oder? Im Spanischen gibt es zwei Begriffe , auto- conciencia = Selbstbewusstsein ,aber eher philosophisch, sich selbst bewusst sein und auto- estimo = Selbst- Wertschätzung )"

      Im Deutschen gibt es auch mehrere Wörter. Auto-estimo kann man sogar wörtlich mit Selbstachtung übersetzen und die philosophisch-spirituelle Bedeutung von Selbstbewusstsein würde ich eher als Selbstbewusstheit bezeichnen oder auch einfach nur als Bewusstheit (da ist das Selbst inbegriffen).

      Ein häufiger Übersetzungsfehler aus dem Englischen ist „Selbstbewusstsein“ für „self-consciousness“, das ist mir sogar schon in Büchern begegnet. Tatsächlich heißt es genau das Gegenteil, nämlich „Befangenheit“, obwohl es auch als Selbstbewusstheit gebraucht werden kann.

      Ich finde es faszinierend, dass das gleiche Wort in zwei eng verwandten Sprachen gegensätzliche Bedeutung hat. Und tatsächlich ist an der englischen Bedeutung durchaus was dran, obwohl auch die deutsche nicht falsch ist – sie bezeichnet eine spätere Phase des Bewusstwerdungsprozesses als die englische.

      Es braucht Selbstbewusstheit, um befangen zu sein. Tiere, Babys und Schwachsinnige sind nicht befangen. Ich bin im Lauf meines Lebens zu der Ansicht gelangt, dass Selbstachtung um so schwieriger ist, je intelligenter jemand ist. Es ist nicht unmöglich, hochintelligent und selbstbewusst gleichzeitig zu sein, aber es ist sehr viel schwieriger als für die geistig nicht so übermäßig Bedachten. Solche Menschen sehen Fehler einfach besser und neigen mehr zum Grübeln. „Selig sind die Schwachem im Geiste, denn ihrer ist das Himmelreich“, - ein Bibelzitat, in dem diese Weisheit ausgedrückt ist, das aber üblicherweise ganz anders und eher gehässig aufgefasst wird.

      Vielleicht hilft das ein bisschen? Wer Probleme damit hat, ausreichend selbstbewusst zu sein, ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dumm!

      Ich tendiere ein bisschen dazu, zu viel zu schreiben, und höre deswegen auf. Es gibt aber noch sehr viel mehr, was mir dazu im Kopf rumgeht. Und jeder von uns sucht ja auch nicht nur Analysen, sondern Lösungen. Ich habe übrigens keine Ahnung, ob ich eher selbstbewusst bin oder nicht, tendiere aber stark zum Letzteren.
    • Herzeloyde schrieb:

      Vielleicht hilft das ein bisschen? Wer Probleme damit hat, ausreichend selbstbewusst zu sein, ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht dumm!
      es gibt bei uns ein Sprichwort, das jedes Mal gezückt wurde, wenn etwas gut gelang, und wenn jemand sich an seiner Leistung freute:
      "Jaja, Dummheit und Stolz wachsen eben auf demselben Holz!"
      Man könnte sogar denken, die "Moral von der Geschichte" sei, wer auf etwas stolz und/oder selbstbewußt ist, der sei dumm. Weil er zu dumm sei, seine Versäumnisse bei der Sache zu sehen. Weil er zu dumm sei, seine Un-Perfektheit zu sehen.

      Aber darum - imho - geht es gar nicht beim Selbstbewusstsein.
      Sondern es geht tatsächlich darum, sich selbst realistisch zu sehen UND SO ZU AKZEPTIEREN.
      Nämlich mit den Licht- und Schattenseiten.
      Zum Beispiel dazu zu stehen, daß man vielleicht sehr gute soziale Kompetenzen hat, und es gleichzeitig aber nie schafft, das Konto auszugleichen.
      Oder: ja, ich bin ein As im Garten, habe den grünsten Daumen der Stadt, und gleichzeitig bin ich aber muffelig mit Menschen.

      Es geht darum zu akzeptieren, daß jede mögliche Mischung von Eigenschaften und Potentialen - "positiv" oder "negativ" - vollkommen in Ordnung und wertvoll ist.
      Stolz sein, sich daran freuen, daß man gerade dieser einmalige Ausdruck der Lebenskräfte ist, dieses einmalige Dasein, diese einmalige Mischung.

      NICHT "selbstbewusst" sein, weil man die eigenen Begrenzungen nicht sieht. Oder nicht sehen kann.
      Sondern sich selbst "estimieren", gerade weil oder obwohl man die eigenen Begrenzungen erkennt.
      Nur meine zwei Cent, meine persönliche Meinung.


      PS.
      Herzeloyde ich mußte doch mal schmunzeln. Scharfer Nick! Ist eine meiner absoluten Lieblingsgeschichten. :thumbup:
      Ich wünsche Dir, daß Du auch die Frau Herzensfroyde in Dir trägst. ;)
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Hallo Issi,

      das Sprichwort kenne ich auch! Es kann leider gehässig gebraucht werden, ich finde es z.B. unpassend in Fällen, in denen jemand etwas geleistet hat. Aber es hat schon seine Anwendungsgebiete. Allerdings würde ich das nie im Leben zu jemanden sagen, aber gedacht hab ich's schon!

      Das ist wunderschön ausgedrückt:

      "Es geht darum zu akzeptieren, daß jede mögliche Mischung von
      Eigenschaften und Potentialen - "positiv" oder "negativ" - vollkommen in
      Ordnung und wertvoll ist.

      Stolz sein, sich daran freuen, daß man gerade dieser einmalige Ausdruck
      der Lebenskräfte ist, dieses einmalige Dasein, diese einmalige Mischung."


      Diese Mischung aus Eigenschaften und Potentialen muss zum Beispiel nicht zwangsläufig das enthalten, was üblicherweise mit Selbstbewusstsein bezeichnet wird in dem Sinn von "Er/sie ist sehr selbstbewusst". Auch eine scheue, zurückhaltende Art kann ein Teil der ganz persönlichen Mischung sein. Ich vermute sogar, unter Deutschen ist das gar nicht so selten.

      Eigenschaften, die üblicherweise als negativ wahrgenommen werden, müssen erst erkannt werden, bevor sie akzeptiert werden können. Und die Zeit, wo sie schon erkannt, aber noch nicht akzeptiert sind, ist meistens unangenehm und von Befangenheit geprägt, wie es im englischen Wort "self-consciousness" ausgedrückt wird.

      Wenn jemand unter seiner Befangenheit und Unsicherheit leidet, kann er/sie sich vielleicht sagen: "Das ist eine notwendige Phase zur echten inneren Zufriedenheit und zur Reife." Das ist besser als "Ich muss unbedingt selbstbewusster werden", das wirkt sich auch nicht hilfreicher aus als "Ich muss unbedingt abnehmen". Und dann den nächsten Schritt angehen - die Akzeptanz.

      Zum Nick: Ich mag die Geschichte auch, kann mich sehr gut in diese Figur hineinversetzen und irgendwie gefallen mir auch die "komischen" altdeutschen Namen und Wörter. Es würde mir nicht passen, wenn so ein Name in meinem Personalausweis stünde, aber sie berühren eine Saite in mir und fühlen sich für das innere Selbst richtig an.
    • Ich bin ziemlich selbstbewusst. (zumindest bilde ich mir das ein). In meiner Kindheit habe ich viel Bestätigung erfahren, wurde aber auch stark gefordert. Gefordert und gefördert also.
      Muss ich mich nun für potentiell dumm halten?
      Solche Aussagen irritieren Thea
    • @Thea

      Gerade das habe ich gemeint. Solche Aussagen - wie zum Beispiel "intelligente Menschen sind seltener selbstbewusst" - können dazu führen, daß man den Umkehrschluß zieht - so nach dem Motto, wer selbstbewußt ist, muß dazu dumm genug sein.

      Dieser Umkehrschluß ist natürlich vollkommen falsch.
      Du bist sicher NICHT potentiell "dumm", liebe Thea.

      Vielleicht sollte man andere Begriffe wählen.
      wenn man statt "selbstbewußt" zum Beispiel "arrogant" einsetzt, oder "hochnäsig", dann könnte es ungefähr passen.
      Arrogant oder hochnäsig kann man nämlich wirklich nur sein, wenn man noch nichts verstanden hat. Je mehr man lernt, je mehr man versteht vom Leben und von den Menschen, desto bescheidener und demütiger wird man nämlich.

      Um aber bescheiden sein zu können, muß man echtes Selbstbewusstsein haben, und Selbstsicherheit - meiner Meinung nach. Arroganz oder Überheblichkeit verdeckt oft mangelndes Selbstbewusstsein, man ist sich seiner selbst und seines Wertes nicht sicher und muß ständig dafür sorgen, daß man Bestätigung bekommt.

      Ach es ist schwierig.
      Also ich glaube auf jeden Fall keine Sekunde lang an "potentielle Dummheit", wenn jemand selbstbewußt ist.
      Bei arroganten Schnöseln ist es was anderes.

      Liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Meine Erfahrung ist auch , dass intelligente Menschen sowie selbstbewusst als auch ...(hehe, wie heißt daS gEGENTEIL? Unsicher?) unsicher sein können, und dumme Menschen ebenso.
      Wobei "dumm" für mich bedeutet : ignorant und stolz darauf - also nicht mangelnde Bildung ....und damit auch gar nicht so viel mit der Intelligenz zu tun hat. Ich habe auch studierte Leute kennen gelernt, die in diesem Sinn "dumm" waren.


      Thea schrieb:

      Muss ich mich nun für potentiell dumm halten?
      Das ist ein unzulässiger Schluss von

      Herzeloyde schrieb:

      Es ist nicht unmöglich, hochintelligent und selbstbewusst gleichzeitig zu sein, aber es ist sehr viel schwieriger als für die geistig nicht so übermäßig Bedachten
      Herzeloyde, du kennst keine Physiker ,oder? :D :D :D ( Nein, das war Spaß , aber ich kenne tatsächlich 2-3 , die hochintelligent sind - und ihr Ego ist auch hoch. Was mich jetzt zu dem Gedanken bringt , vermutlich haben sie ihren Platz im Leben gefunden und sind genau dort, wo sie sein wollen. DAS macht bestimmt selbstbewusst. Die liebe Issi schreibt ja: . )

      Issi schrieb:

      Selbstbewusstsein hat nicht nur mit "ich bin der/die ich bin" zu tun. Man kann nicht im luftleeren Raum "wertvoll" sein. Man muß sich dazu irgendwie ver-orten können, seinen Platz kennen, wissen daß man selbst geschätzt wird und das, was man für die Gemeinschaft beitragen kann.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Ich stimme Euch in allem zu, Issi und Lisa Cortez. Nur "dumm" definiere ich ein bisschen anders: einfach als weniger intelligent. Das ist weder eine Schande noch unsympathisch, sondern einfach nur so - neutral. Ich glaube, man kann die politische Korrektheit nicht so weit treiben, zu behaupten, alle Leute wären gleichermaßen intelligent.


      Physiker kenne ich wirklich keine. Aber natürlich gibt es alle möglichen Kombinationen von Eigenschaften. Ich wollte nur ausdrücken, dass man mit viel Intelligenz Fehler besser sieht, subtile Gehässigkeiten besser als Gehässigkeiten erkennt und mehr zum Grübeln neigt. Das ist nicht unbedingt eine schlechte Grundlage für ein angenehmes Selbstwertgefühl, das nicht großkotzig wirkt, aber ich glaube, der Weg dahin ist mühsamer als bei manch anderen. Die Umwelt spielt natürlich auch eine Rolle, vor allem das Elternhaus.

      Und da es in diesem Thread um Leute ging, denen an den Kopf geworfen wird, sie sollen gefälligst ein bisschen selbstbewusster werden, wollte ich genau denen die Motivation geben, dass sie möglicherweise aufgrund eines sehr wachen Geistes einfach viel mehr Fehler an sich sehen als der Durchschnitt. Der Weg kann länger und steiniger sein, aber das Ziel ist es wert und natürlich ist er erreichbar. Bloß nicht schnell und dadurch, dass einen andere darauf hinweisen. Und es muss auch keineswegs bei allen Menschen gleich "aussehen". Es ist nicht gut, andere nachzuäffen, die (vermeintlich oder wirklich) selbstbewusst sind.

      Über Leute mit viel Selbstbewusstsein habe ich keinerlei Aussagen gemacht und wollte bestimmt niemanden kränken. Und ob Du Dich für dumm halten sollst oder nicht, weißt Du sicher selber am besten, liebe Thea. Aber ich denke, die Frage war rhetorisch.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Herzeloyde ()

    • uiiihhh liebe Herzeloyde - Vorsicht bei der Bestimmung des Intelligenz-Koeffizienten!

      Es ist nicht so leicht zu bestimmen, was Intelligenz ist. Denn innerhalb der Intelligenz gibt es viele Sparten.
      Wenn man Intelligent mit naturwissenschaftlich-mathematischer Begabung gleich setzt, oder mit finanzieller Intelligenz - das wird ja immer wieder gern gemacht. Aber daneben gibt es noch viele andere "Intelligenzen": emotionale Intelligenz, soziale Intelligenz, und anderes.

      Es ist sehr sehr schwierig, den Intelligenzquotienten einer Person zu bestimmen.
      Ich erinnere mich da an eine Mythe, eine Geschichte - da war eine Mutter, die hat ihrem Sohn immer bescheinigt, er sei ein "tumber Tor". Ja, aber daß genau dieser "tumbe Tor" nachher den Gral gewann und zum Gralskönig wurde - das hätte sie nicht gedacht, gell.

      Nicht böse sein, liebe Herzeloyde - dieser Teil der Geschichte drängt sich mir förmlich auf.

      Ich habe für mich so im Leben herausgefunden - aber das bin nur ich - daß Menschen fast immer betroffen oder gar gekränkt reagieren, wenn man in irgendeiner Weise an ihrer Klugheit, ihrem Wissen, ihrer Intelligenz zweifelt - und sei es auch nur entfernt und angedeutet in Frage stellt.
      Ich denke mir - aber das bin nur ich - daß dem so ist, weil die "Intelligenz" eines der Dinge ist, die den Menschen vom Tier unterscheiden. Es unterscheidet auch einen erwachsenen, gut entwickelten Menschen vom Säugling. Es ist, als wolle man einem Menschen die Entwicklung, ja das Mensch-Sein absprechen, wenn man auch nur im Entferntesten seine Intelligenz anzweifelt.

      Und vor allem: welche Art von Intelligenz meinen wir denn?
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      Ich habe für mich so im Leben herausgefunden - aber das bin nur ich - daß Menschen fast immer betroffen oder gar gekränkt reagieren, wenn man in irgendeiner Weise an ihrer Klugheit, ihrem Wissen, ihrer Intelligenz zweifelt - und sei es auch nur entfernt und angedeutet in Frage stellt.
      Ist vielleicht nicht zum Thread passend, aber dazu fällt mir der Spruch ein:

      "Das am gerechtesten verteilte Gut auf der Welt ist die Intelligenz, denn ein jeder meint, er habe genug davon."


      Herzeloyde schrieb:

      Und da es in diesem Thread um Leute ging, denen an den Kopf geworfen wird, sie sollen gefälligst ein bisschen selbstbewusster werden, wollte ich genau denen die Motivation geben, dass sie möglicherweise aufgrund eines sehr wachen Geistes einfach viel mehr Fehler an sich sehen als der Durchschnitt.
      Ist das wirklich der wache Geist ?
      Ich meine, wäre ich wirklich intelligent , hätte ich doch meinen eigenen Kopf und würde mir gar nicht so viel aus dem Gucken anderer Leute auf meinen dicken Hintern machen, oder ? Würde ich da nicht eher drüber stehen?

      liebe Grüße
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken