Mein niemals enden wollender Weg

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    • Mein niemals enden wollender Weg

      Mein niemals enden wollender Weg..

      So wie ich immer schon war, hatte ich grundlos einen Tagtraum der mich wieder emotional werden ließ. Generell erwische ich mich selbst oft dabei wie ich in selbstzerstörerischen Gedanken schwelge, mir schlimmste Szenarien ausdenke, grundlos, und dabei sogar Tränen vergieße.
      Mein Tagtraum heute unterschied sich jedoch von anderen: Er war beinahe real. Ich stellte mich in einer Runde von mir bekannten Menschen vor. Es gab eine hitzige Diskussion, worüber genau weiß ich nicht mehr und es tut auch nichts zur Sache.
      Ich wurde von einer Person als „fette Kuh“ bezeichnet. In meinem Tagtraum versuchte ich durch meine, in meinem ganzen Leben erlernte, Abwehrhaltung aufrecht zu erhalten und antwortete schnell, vielleicht gehässig aber nicht emotional. Emotionen zeigte ich nicht wenn es um das Thema ging, dass mich mein verdammtes ganzes Leben lang schon verfolgt. (M)Ein Fluch. Mein Kampf. Mein Leid. Mein Tumor. Mein Krebs. Mein Tod. Mein verdammtes Gewicht! Meine Essstörung. All das woran ich denke, wovon ich träume wenn ich an Glück denke... nie ist es vollkommen, nie bin ich erfüllt mit Glück, weil ich es nur sein kann wenn ich wieder ein normales Mädchen bin, das Größe 38/40 trägt, Sport aus Liebe macht, joggen geht anschließend Kraftsport macht und zuhause bei Mama angekommen das Haus voller Energie putzt weil sie nunmal kann. Es gab keinen Rückenschmerz, keine schwitzende Falten am Rücken, kein Bauch der im Weg stand im Gegenteil. Du warst perfekt. Der Mensch ist aber nunmal so. Der Mensch ist niemals glücklich mit dem was er hat. Und trotz dessen ich ein Genussmensch bin und ich definitiv weiß, dass ich Momente besser erlebe und genieße als manch anderer bin ich nie ganz erfüllt wegen dieser Sache, die mein Leben bestimmt..
      Im Tagtraum also.. war ich die, die ich immer vorgebe zu sein. Taff, schlagfertig, steckt es locker weg. So habe ich es nunmal gelernt seit Grundschulzeiten, seit ich gemobbt wurde.
      Real, während ich über meine Reaktion im Traum nachdachte, schoss mir zur gleicher Zeit mein Weg ein, Gedanken, Erinnerungen ....Schmerz. Physisch aber besonder psychisch. Physisch dachte ich über all den Sport nach, den ich gemacht habe. All das anstrengende Tae Bo vorm Fernseher, das Joggen an zu warmen Tagen, das Schwimmen, das Step-Aerobic, die Wanderungen in der Kur, das tägliche Radeln auf dem Stepper. Das sind jedoch körperliche Anstrengungen, die einem Glücksmomente verschaffen haben nach der Bewältigung. Schlimmer sind die Erniedrigungen, das schlechte Gefühl nicht dazu zu gehören, der Gedanke dein Mann schäme sich für dich, die Gewissheit seine Familie werde die neue Braut mehr zu schätzen wissen weil sie nunmal schlank ist. Dass sie weder Abschluss noch sonst iwelche Besonderheiten vorzuweisen hat interessiert nicht denn alles was in der Gesellschaft zählt um geliebt zu werden ist nunmal dein Äußeres. Mir schossen Erinnnerungen ein, mein Schwiegervater, zu dem ich und auch seine eigenen Kinder eine eher respektvolle Distanz bewahren, wie er mich im Hotel ansprach ich solle keine Nudeln oder kein Reis essen. In der 5. Klasse wie ich weinend nach Hause kam und meine Mutter nicht wusste was sie tun soll. In meiner Jugend wie alle meine Freunde Kleidung kauften und mir kein einziges Teil passte und mir in der Umkleide die Tränen kamen. Wie ich mich auf Gruppenfotos versuche zu verstecken, mein Gang damit mein Hintern so wenig auffällig wie möglich bleibt. Mir fiel ein wie ich selbst auf der Kur mit anderen Leidensgenossen gemobbt wurde. Für ein 13-Mädchen war das nicht einfach von der Familie entfernt zu sein, sechs Wochen lang. Auch meinen Geburtstag feierte ich dort.
      Das Brainstorming wollte nicht aufhören. Meine Tochter hatte Hunger und durch das Quengeln wachte ich aus meinem Tagtraum auf.

      So soll mein Leben nun aussehen? Mit knapp 30 Jahren die nächsten Jahre auf ein anderes Leben hoffen? Bin ich das, ist dieses Ende für mich vorgesehen? Wollte ich nicht einmal im Leben einen Marathon laufen, den Tough Mudder schaffen, kraftvoll und ausdauernd sein?

      Ich bin gefangen. Mein Leben zieht an mir vorbei und ich? ...Ich schaue von Weitem aus einer schlanken Persepektive zu.