Callcenterjob und Binge Eating

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    • Callcenterjob und Binge Eating

      Hallo meine Lieben :)

      Ich arbeite in einem Callcenter, und das ist ein echter Knochenjob :(
      Kaum Pausen (die Regelung '50 min. Bildschirmarbeit, 10 min. Pause' ist ein Ammenmärchen). Ich arbeite praktisch 30 Wochenstunden durch (Mittagspause optional), und habe zwischen zwei Calls 20 Sekunden, die ich für 1-2 Bissen Comfort Food nutze. Ich bin quasi stündlich am Essen.

      Meine tägliche Ration besteht aus 3-4 Käseschnecken, 2 Kornspitz mit Wurst und Sauergurken sowie 1 Packung Merci Vollmilch oder andere Schokolade. Manchmal verdrücke ich auch mal eine 500 g Packung Nougat Bits mit 1/2 Liter Vollmilch oder 3 x 6 Stück Lachssushi (statt der anderen Sachen).

      Der Job bietet mir kaum Abwechslung, nur wenig Kontakt zu den Kollegen, Erfolgserlebnis gegen Null. Das Essen ist mein Trost, mein Ansporn, mich jeden Morgen in die Arbeit zu schleppen.

      Ich will so gern gesund essen, aber der permanente Stresshunger macht mir einen Strich durch die Rechnung. Daheim kann ich nicht ausreichend abschalten.

      Kommt euch das bekannt vor und könnt ihr mir Tipps und Trick verraten, mich halbwegs unbeschadet durch den Arbeitsalltag zu kämpfen?
      Ein Jobwechsel kommt für mich nicht infrage (kluge Sprüche à la 'Love it or leave it' kann ich nicht mehr hören X( )

      Liebe Grüße Romana :)
    • Hallo Herbstelfe Ramona,

      Du schilderst eine komplexe Situation, und damit unbeschadet umzugehen erfordert sicherlich mehr als "Tipps und Tricks".

      Mir ist jetzt direkt etwas aufgefallen - sowohl hier als auch im Vorstellungs-Thread - und hoffe ich darf das mal aufgreifen. Soll kein Diät-Tipp sein oder so was. Bitte nicht missverstehen.

      Erstens ist natürlich klar, daß so ein Stress-Job dazu führt, daß man nach der "schnellen Energie" greift, nach der Zucker-Infusion, die einem den Push gibt, damit man weitermachen kann.
      Ich brauch Dir nicht zu erzählen, daß das natürlich gerade kontraproduktiv ist, weil der Energielevel hinterher gleich noch mehr abfällt, und so ist man in einem Teufelskreis aus schnellem "Comfort Food" und Ausgepowert sein gefangen.

      Zweitens kann bei den meisten Menschen gar nichts verdaut und gar nichts richtig aufgenommen werden, wenn sie unter Stress essen. Der Bissen zwischendurch in den 20 Sekunden ist ganz bestimmt Essen unter Stress.

      Was mir aber geradezu ins Auge gesprungen ist - Du zählst eine ganze Menge Eßsachen und Nahrungsmittel auf, und ich vermisse darin ein warmes Essen, das Dich mit richtigen Nährstoffen versorgt.
      Alles ist kalt ... auch energetisch kalt ... fühlst Du Dich nicht irgendwie "leer" - so von Grund auf leer - bei ständig kaltem "Yin"-Essen?

      Kochst Du Dir auch mal was? Was Du ganz in Ruhe und stressfrei genießen kannst?
      Gerade wenn Du viel Stress hast und viel Energie brauchst, muß man dem Körper die ganzen Nährstoffe geben.
      In anderen Worten: wie und wo achtest Du Deine physiologischen und anderen Bedürfnisse? Gibt es dafür Raum in Deinem Leben?

      Liebe Grüße von Issi
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Herbstelfe schrieb:

      Meine tägliche Ration besteht aus 3-4 Käseschnecken, 2 Kornspitz mit Wurst und Sauergurken sowie 1 Packung Merci Vollmilch oder andere Schokolade. Manchmal verdrücke ich auch mal eine 500 g Packung Nougat Bits mit 1/2 Liter Vollmilch oder 3 x 6 Stück Lachssushi (statt der anderen Sachen).
      Du schreibst von Deiner täglichen Ration. Meinst Du dabei das Essen, das du insgesamt am Tag ist oder in Deiner Arbeitssituation? Wenn es für den ganzen Tag langen soll, kommt es mir sogar zu wenig vor. Und wie Issi vermisse ich warmes Essen wie Suppe und vor allem Obst und Gemüse, die sich auch sehr gut knabbern lassen.

      Vor Jahren war ich auch Callcenter-Agent in einem 5-Länder-Projekt. Bei jedem Anruf wechselte das Land, die Sprache, der Fernsehsender, die Werbung, die Produkte, die die Leute kaufen wollten. Mir machte es komischerweise Spaß, weil ich ein Adrenalin-Junkie bin, der mehr unter Langeweile als unter Stress leidet. Trotzalledem war der Job unglaublich "krass" und die wenigsten Normalos könnten im Sekunden-Takt den mehrsprachigen Produktberater spielen. Könnte ich jetzt auch nicht mehr....

      Das Pausenproblem gab es bei uns auch. Es gab zwar offizielle Pausen, aber die hat niemand außer mir und wenigen anderen wahrgenommen. Jeder hatte Angst, die Quote nicht zu schaffen.... Mir war das egal, hatte ich sonst eine Super-Upsell-Quote und ich hätte es vor Rückenschmerzen keine 9 1/2 Stunden auf meinem Sitz ausgehalten....So habe ich öfters Mini-Pausen gemacht, um aufs Klo zu rennen, um mal eine Gymnastikübung zu machen....

      Gegessen und getrunken wurde auch die ganze Zeit. Das ist wohl typisch Call Center und "versüßt" den Job. Unsere Firma hatte für alle einen größeren Schrank mit leckeren Süßigkeiten gesponsert, aus der sich jeder nach Herzenslaune bedienen konnte, auch Kaffee war frei. Das machten sie, damit wir besser gelaunt waren und noch mehr verkaufen konnten und immer nett waren. Das funktionierte sogar.

      Ich selber hab mir meistens Salat in einer Tupperdose mitgebracht. Der ließ sich auch gut "naschen". Auch Obststücke und Naturjogurt hab ich gegessen und gelöffelt. Zwischendurch habe ich mir eine Tütensuppe warm gemacht. Das haben auch Kollegen manchmal so gemacht. Gerade die warme Mahlzeit hilft ungemein und stärkt das Wohlbefinden.

      Um mich am Arbeitsplatz wohlzufühlen, hab ich Mini-Skizzen in einem Heft beim Telefonieren gemacht. Unser Arbeitgeber hatte nichts gegen Ablenkungen, solange man eine Spitzenleistung gebracht hat. So durften wir auch Skat spielen, wenn wenig los war (konnte ich nicht, haben die anderen auch meist nicht gemacht) oder wir durften surfen (machten alle) und Fernsehen (das gehörte allerdings mit zur Arbeit, weil sie sich auf Fernsehwerbung bezog). Wir hatten auch Trainingsgeräte, wo man mal kurz drauf konnte, wenn gerade eine Anruf-Flaute war (hatte außer mir kaum jemand nutzen wollen).

      Diese vielen Sachen halfen ungemein, nicht immer nur zu essen.

      Vielleicht findest du irgendetwas, was du außer Essen während des Telefonierens machen kannst: wie kritzeln, surfen (falls erlaubt), simsen (falls erlaubt)....

      Wenn man glücklicher wird, lässt das immer-essen-wollen sowieso nach.

      Vielleicht kannst du dich auf Dinge nach der Arbeit vor-freuen?

      Mir hatte geholfen, mit dem Rad zur Arbeit durch den Wald zu fahren, da habe ich mich schon auf die Bäume gefreut. Und danach auf Freund und Hund. Oder aufs Kino oder zusammen etwas zuhause essen.

      Essentipps

      Alles, was in die Tupperdose passt: Gemüsestücke, Möhren, Obststücke, Mandarinenstücke hört man nicht am Telefon ;), Salate, wegen meiner Salzstangen... Filinchen habe ich früher auch gern im Job geknabbert, auch Reiswaffeln.....

      Gesunde Dinkel-Kekse, am besten selbst gemacht

      ////////////////////

      Und was heißt erfolglos: Es ist schon ein Erfolg, 30 Stunden in der Woche arbeiten zu gehen!!!! Da hast du schon viel mehr erreicht als andere. Mein Freund ist, obwohl er erfolgreich studiert hat, im Alter Wachmann geworden, weil es nichts anderes mehr für ihn gibt und er muss 40 - 48 Stunden pro Woche arbeiten..... Klar könnte man meinen, das ist unterste Stufe. Nein, ist es nicht!! Ich finde es super, dass er ohne zu murren hingeht. Allerdings mache ich mir etwas Sorgen, das es in seinem Alter zu viel wird. Und mir wäre natürlich lieber, er würde weniger arbeiten und das gleiche Geld bekommen....vor allem etwas in "seinem" Bereich.

      Alles Gute!

      Goldi
    • Gegen die allgemeinen Tipps hier ist bisher nichts einzuwenden, solange ihr weiter dran denkt, dass ihr bitte nicht in Diättipps abdriftet ;)

      Ich selber habe auch eine Zeit lang im CC gearbeitet, hatte immer etwas zum Aufwärmen dabei. Generell fällt mir auch auf, dass du wirklich nur Sachen aufzählst, die man schnell im Vorbeilaufen kaufen kann. Auch mein Tipp wäre hier, morgens (oder abends vorher) ein paar Kleinigkeiten vorzubereiten, die man dann auch gut zwischendurch essen kann. Ich habe am Tag vorher gekocht und mir dies dann zum Aufwärmen mitgenommen. Natürlich muss man sich für diese Vorbereitungen entsprechend die Zeit zu Hause nehmen.
      Dies würde ich definitiv in Angriff nehmen, denn durch diese Essensweisen belastest du auch deine Bauchspeicheldrüse extrem, befeuerst sie nonstop. Nicht gut.

      Ich finde es schade, dass du einen Job machst, den du nicht magst. Du hast sicher deine Gründe, warum du nicht wechseln willst. Aber das macht es extrem schwer, deine Freude an der Arbeit zu verbessern. Die kann niemand herzaubern. Auch wissen wir nicht, was du so garnicht an dem Job magst. Sind es die Chefs? Der Druck? Was gibt es, dass du besonders magst an deiner Arbeit? Irgendwas muss dich doch da halten? Versuch, die für dich guten Dinge dort mehr auszubauen. Mehr kann ich da nicht zu sagen, ohne in die Sätze zu verfallen, die du nicht hören willst.
      Viel Erfolg!
      Viele Grüße

      Andrea - Seepferdchen-Admin


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Hallo Romana , wenn ich durcharbeiten musste , konnte ich nie etwas "Schweres" essen, weil ich nach dem Essen sofort müde werde , und dann gibt es Kaffee/Süßigkeiten, die den Kreislauf pushen , was aber nicht lange anhält.
      Gemüsesticks und Joghurt mag ich, wenn es draußen kalt ist, im Winter aber - da halte ich es mit Issi ,
      mag ich gerne heiße Trinksuppen oder Tee, gerne mit Milch . Habt ihr eine Mikrowelle zum essenwarm machen im Betrieb?
      Du könntest dir eine Suppe zuhause machen, wenn die Zeit knapp ist, bekommst du auch Fertig- Suppen in Bioqualität in den Drogeriemärkten.
      Und die dann langsam trinken, wenn du Lust hast, was zu essen.
      Ich wollte dich fragen: Isst du, weil du wirklich Hunger hast ,
      also außer "grazing", das ist die besondere Form von binge- eating , in der man ständig isst , aber eigentlich keine großen Mengen, dir nicht noch zuhause Essen kochst
      oder ob es dir mehr darum geht, den Mund und die Hände beschäftigt zu halten, auch weil du im Grunde deinen Job langweilig und stressig findest?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Vielen lieben Dank für eure Antworten :)

      Das, was ich aufgezählt hab, ess ich während der Arbeit, und danach hole ich mir unterwegs wieder irgendwasschnelles für zuhause und dann nasche ich oft auch noch kurz vor’m Schlafengehenwas süßes. Ich trinke locker 3 Liter Wasser am Tag ingroßen Schlücken, sodass der Schwall in den Magen geht, das beruhigt michirgendwie auch.

      Ich hab mir schon oft was am Vorabend vorbereitet und inTupperdosen gegeben, aber weil ich ein typischer Samstagseinkäufer bin, besorgeich mir Zutaten für eine ganze Woche, wo ich im Endeffekt dann immer dasselbe zu essen mit hab und das dann nach vier Tagen nicht mehr ansehen kann. Aberstatt dass ich dann einfach die Woche drauf was anderes mache, lasse ich dieBequemlichkeit siegen und renn wieder zum Bäcker :|

      Die Idee mit den Suppen haben einige von euch erwähnt, dassollte ich wirklich mal probieren ^^ . Wir haben ne Mikrowelle in der Büroküche,da könnt ich mir mein Süppchen anwärmen, oder im Sommer auch einfach ne kalte Suppelöffeln. Suppen kann man ja 1x wöchentlich vorkochen und portionsweise einfrieren,denke ich mal?
      Daheim koche ich nur sonntags mit meinem Mann zusammen,unter der Woche eher mal, wenn ich Lust dazu hab.

      @ Issi, ich hab eine Zeit lang mal bewusst nur Lebensmittelder Kategorie Kalt und Kühl nach TCM gegessen, weil mir im Büro und allgemeinim Sommer immer extrem heiß ist und ich hoffte, dadurch von innen heraus kühlerzu werden. Es hat ja auch ein kleines Bisschen geholfen, ich hatte etwasweniger geschwitzt. Die Klimaanlage ist das ganze Jahr über auf 25 Grad eingestellt, ich hatte noch nie einen Pullover im Büro an. / Um einem Nährstoffmangel vorzubeugen, nehme ich über denTag verteilt mehrere Nahrungsergänzungsmittel, also A-Z Vitamine, Calcium,Magnesium, Omega 3…

      @ Goldkeks, ich hab mein Handy praktisch im Dauereinsatz (soziemlich alle Kollegen). Ich gucke Videos, gebe alle möglichen Suchbegriffe in Google ein, lesewissenschaftliche Artikel, um mich bei Laune zu halten. Oft passiert es, dass ich während eines Calls in mein Luftschloss abdrifte, weil es meinem Kopf einfach zu viel wird, und dann schrecke ich hoch, weil plötzlich jemand mit mir spricht (durch's Headset). Peinlich :|

      Hm, mich auf Dinge nach der Arbeit freuen. Ich hab in denletzten Jahren sehr viel von meinen alten Interessen oder Hobbies verloren,weil ich einfach immer so dermaßen erschöpft und ausgelaugt war (teilweise auchvom vielen Essen, weil es zu viel für meinen Stoffwechsel war). Tanzschule,Lieblingsserien, lesen, Malen nach Zahlen mit Hörspiel oder –buch nebenher...all das interessiert mich nicht mehr, also ich würde es echt gern machen, aberich kann mich nicht aufraffen. Ich bin froh, wenn ich abends eine halbe Stundemit meiner Katze in der Anlage spazieren gehe (ich trau mich nicht, sie freirauszulassen, deshalb trägt sie ein Geschirr und ne Leine, aber damit kann sieleben). Ich fürchte mich regelrecht vor'm Wochenende, weil mein Mann da immer was unternehmen will, was natürlich sein gutes Recht ist, und er will was mit mir gemeinsam machen, aber ich muss mich zu allem überwinden, selbst zum einfachen Spazierengehen. Kino z.B. geht bei mir nur, wenn ich mir dort Nachos kaufe (ich freu mich mehr auf die Nachos als auf den Film :( ).

      @ sunny73, stimmt, Essen vorzubereiten nimmt immer ein bisschenZeit in Anspruch, welche allerdings sinnvoll investierte Zeit ist, nämlich fürsich selbst :)

      Das nervige am CC ist allen voran das ständige Telefonieren,was aber die Kernaufgabe in einem CC ist. Vorher war ich in der Abteilung jahrelangabwechselnd im Backoffice und im Schalterdienst (Gott, was hab ich dengehasst! Deshalb bin ich ins CC geflüchtet). Dann hat man so gut wie gar keinePausen. Ich gehe jede Stunde für 3 Minuten auf’s Klo, um wenigstens etwas zur Ruhezu kommen. Die Kundenanrufe selbst sind meist sehr kräftezehrend, da man sichsehr konzentrieren muss. Schlechter Empfang, mangelhafte Kommunikation, unddann kriegen wir von unserer Vermittlung so ziemlich alles verbunden, was oftgar nicht uns gehört, sondern in eine andere Abteilung, so nach dem Motto, ihrsollt euch drum kümmern, wo der Kunde wirklich hinsoll. Dadurch telefonierenwir uns aber zu totalen Volldeppen. Wenn wir all diese Missstände beiBesprechungen aufzählen, heißt es immer nur, die Abteilungsleitung weißBescheid. Ja toll X(

      Die positiven Aspekte sind halt wiederum, dass wir keineRückstände haben oder dass was liegen bleibt, darum beneidet mich mein Mann (der arbeitet in der Logistik).Oder dass wir eben die Freiheit haben, machen zu können, was wir wollen,solange die Calls zufriedenstellend erledigt werden.

      Der Grund, warum ich nicht Job wechseln will/kann ist haltdie Sorge vor dem Einkommensausfall und weil ich nicht weiß, was ich sonstarbeiten soll. Vielleicht wird es ja irgendwann mal besser. Ich bin einenotorische Wunder-Hofferin.

      @ Lisa Cortez, ich hab jede Stunde was zwischen den Zähnen (quasials Kaubeschäftigung). Glaub, das hat was mit dem Belohnungssystem im Gehirn zutun ?( Abgesehen vom Frühstück esse ich Hauptsächlich aus Unterforderung. Der Jobist auf der einen Seite sehr stressig, aber trotzdem fühle ich michunterfordert, ich würd sogar fast von Langeweile sprechen. Deswegen dachte ich mir, hier vielleicht ein paar Anregungen zu finden, wie man sich den Alltag im CC einfacher gestalten kann.
    • Liebe Herbstelfe,

      Du hast meinen ersten Eindruck bestätigt: es handelt sich um eine überaus komplexe Situation. Die Arbeitsbedingungen scheinen geradezu un-menschlich zu sein, keine Rücksicht auf das zu nehmen, was ein Mensch IST und was er braucht.

      Herbstelfe schrieb:

      Der Grund, warum ich nicht Job wechseln will/kann ist haltdie Sorge vor dem Einkommensausfall und weil ich nicht weiß, was ich sonstarbeiten soll. Vielleicht wird es ja irgendwann mal besser. Ich bin einenotorische Wunder-Hofferin.
      So was kenne ich aus ganz anderen Bereichen: ich kann sehr oft ein Strick-Projekt nicht anfangen, weil ich (noch) nicht weiß, WIE ich es machen "soll". Auch andere Lebensentscheidungen - ich kann sie erst in Angriff nehmen, wenn ich weiß wie ich etwas machen "soll", wie ich es machen "kann" - oder wenn ich es dann trotzdem in Angriff nehme und denke ach egal, dann wird es halt nicht "perfekt".

      Es ist schwer zu entscheiden, WO man im Leben Abstriche machen will. Klar, falls Du dort aufhören solltest, hast Du erst mal einen Einkommensverlust.
      Wichtig ist aber imho, daß Du Dir klar machst, daß Du auch JETZT IM MOMENT einen Verlust hast, und daß Du "bezahlst": mit Deiner körperlichen Gesundheit, mit Deinem Inneren Frieden und anderen wertvollen Gütern.

      Herbstelfe schrieb:

      ich hab eine Zeit lang mal bewusst nur Lebensmittelder Kategorie Kalt und Kühl nach TCM gegessen, weil mir im Büro und allgemeinim Sommer immer extrem heiß ist und ich hoffte, dadurch von innen heraus kühlerzu werden
      Dazu hab ich eine etwas "durchgeknallte" Theorie -
      erstens leben wir hier im Westen momentan sowieso in einer Umgebung mit extremer Yang-Abweichung. Das heißt, das Gleichgewicht von Yin und Yang ist völlig aus den Fugen geraten und verschoben zu Gunsten des Yang: alles muß Yang sein - das Yin steht nicht hoch im Kurs. Das sieht man z.B. daran, wenn in einem extrem warmen, trockenen Jahr die Leute maulen, wenn es einen Tag lang regnet.

      Das Yang ist warm, schnell, aufsteigend, hart, geformt, hell, strahlend, dynamisch, ... männlich. Feuer.
      Das Yin ist kühl, dunkel, trübe, (noch) nicht geformt, absteigend, nachgiebig, beharrend ... weiblich. Wasser.

      Wir versuchen instinktiv, das Yin in unser Leben zurückzubringen - leider ganz oft - "weil wir nicht wissen, wie wir es machen sollen" - auf einer falschen Ebene.
      Arbeiten in einer extra warmen, aufgeladenen, trockenen Luft und Atmosphäre - wir greifen nach gekühlten Getränken, Eiscreme, kühlen Joghurt ...
      natürlich ist das Essen von Kaltem eine Lösung für einige Tage im Jahr, wenn es den Hochsommer betrifft.
      Aber für immer?

      Es gibt ein paar abgefahrene Historiker, die vermuten, daß es einen Zusammenhang gibt zwischen der vielen ernährungsmäßigen Abkühlung und dem Untergang einer Kultur.
      Sie sagen, in den letzten Phasen des Römischen Reiches haben die Römer - zumindest wer es sich leisten konnte - auch vermehrt nach kühlen Lebensmitteln gegriffen.
      Kühle Salate aus Meeresfrüchten, gekühlter Wein, es gab die Eisläufer, die Eis für den Nachtisch direkt aus den Alpen brachten ...

      Wir hier haben seit nicht ganz 100 Jahren die Kühlschrank-Manie, und mit ihr sind das viele Joghurt-Schlabbern und das Essen direkt aus dem Kühlschrank in Mode gekommen. Und das ganze tiefgekühlte Essen!

      Gut - nuff said.
      Du kannst es Dir ja mal durch den Kopf gehen lassen. Mußt der Theorie nicht zustimmen.

      Was aber auf jeden Fall wichtig ist: wenn es ein Problem "dort draußen" gibt, dann ist die richtige Lösung: daß man es auf der richtigen Ebene anpackt. Daß man dafür sorgt, daß ein Fenster geöffnet wird, oder daß ein Luftbefeuchter ins Büro kommt oder so.
      Die Yang-Abweichung direkt dort ins Gleichgewicht bringen, wo sich das vermehrte Yang befindet.

      Vielleicht scheint es zunächst leichter zu sein, dem Übermaß Yang mit Hilfe des persönlichen Eßverhaltens entgegen wirken zu wollen.
      Aber das ist eine "falsche", "untaugliche" Ebene, weil sie nicht wirklich weiter hilft.

      Sorry liebe Herbstelfe, daß ich so rumtheoretisieren mußte.
      Weiß nicht, wie ich den Gedanken anders darlegen soll.
      Wollte aber gesagt werden.
      Vielleicht ist ein Punkt für Dich "darin".

      Liebe Grüße
      wünsche Dir ein schönes Wochenende!
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      Wichtig ist aber imho, daß Du Dir klar machst, daß Du auch JETZT IM MOMENT einen Verlust hast, und daß Du "bezahlst": mit Deiner körperlichen Gesundheit, mit Deinem Inneren Frieden und anderen wertvollen Gütern.
      Ich bin da leider so gestrickt, dass ich alles hergeb, was nur irgendwie geht, und wenn dann nichts mehr geht, hab ich erst die nötige Gleichgültigkeit, die mir den Mut verleiht, große Veränderungen zu wagen. Ich hatte früher nen 40 Stunden Job, dann kam 2016 das totale Burn-out (ich hatte 2012 schon mal eins, aber hab trotzdem irgendwie weitergemacht), und da hat mich dann mein Mann vor die Wahl gestellt, entweder Stunden reduzieren oder kündigen, ich hab's mal mit ersterem probiert. Jetzt ist 30 für mich wie 40 (in einem anderen Job wäre das möglicherweise nicht der Fall, das kann ich aber nicht beurteilen).
      Da fällt mir ein, ich hab einen Punkt vergessen bei den stressigen Aspekten (ist mir heute leider wieder untergekommen): wenn die Programme nicht funktionieren || Telefonieren müssen wir trotzdem und halt die Leute vertrösten, dass sie bitte etwas später nochmal anrufen sollen. Spitzen Kundenservice :thumbdown: Ich weiß nicht, wie andere Unternehmen das handhaben (mal abgesehen davon, dass der IT Feuer unter'm ..... gemacht wird, damit der Laden wieder läuft. Bei uns hab ich das Gefühl, hm, oje, Systemausfall, erstmal nen Kaffee holen und dann schaun wir mal). Meiner Meinung nach wäre eine Tonbandansage sinnvoll, wo auf einen momentanen EDV-Ausfall hingewiesen wird, aber nein X(


      Issi schrieb:

      alles muß Yang sein - das Yin steht nicht hoch im Kurs. Das sieht man z.B. daran, wenn in einem extrem warmen, trockenen Jahr die Leute maulen, wenn es einen Tag lang regnet.

      Ich liege Regen ^^ Ich freu mich immer tierisch, wenn's regnet, ich mag die Ruhe, die mit dem Regen einkehrt (genauso wie beim Schnee, aber Regen hab ich lieber. Regen ist kühl, Schnee ist eisig).

      Ich stimme deiner Theorie so ziemlich zu. Ich finde, die ganze Gesellschaft war und ist immer yang-lastig gewesen, da wird fürchte ich noch lange ein massives Ungleichgewicht herrschen.

      Zurück zur Natur. Ich bin ja der Ansicht, dass die extreme Hitze im Sommer durch die asphaltierten Straßen und die Hochhäuser in den Städten verursacht wird. Im Wald ist es sicher auch warm, aber da neutralisieren das die Erde und die Bäume, doch in den Städten gibt's kaum Fläche, wo die Hitze durchsickern kann, deshalb steht alles. Genauso ist es mit Starkregen und Überschwemmungen, unter dem Asphalt wäre genug Erde, die das alles aufnehmen könnte. Aber ja, das kann man nun nicht mehr so leicht ändern :(

      Wenn's mir zu heiß ist im Büro, mach ich eh ein Fenster auf, solange, bis eine Kollegin mich dann bittet, es zuzumachen, weil ihr kalt wird (diese klapperdürren Kohlenhydrate-Verweigerinnen). Ansonsten zieh ich immer meine Söckchen aus und trage offene Hausschuhe im Büro und hab so ein Eis-Gel für die Füße und die Beine, das hilft im Sommer sehr.

      Und ich probier es ab nächster Woche mal mit selbstgemachten Suppen und ner Scheibe Brot dazu :) Mal sehen, wie es mir damit geht.
    • Herbstelfe schrieb:

      Da fällt mir ein, ich hab einen Punkt vergessen bei den stressigen Aspekten (ist mir heute leider wieder untergekommen): wenn die Programme nicht funktionieren Telefonieren müssen wir trotzdem
      hm -

      mit hohem Druck und Stress unter schlechten Bedingungen arbeiten
      und auch noch mit schlechtem "Werkzeug"

      irgendwie erinnert mich das an die Geschichte, wo die Frau Stroh zu Gold spinnen sollte ...

      ihr sollt das Unmögliche möglich machen und Wunder wirken?

      ich denke auch an das Sprichwort "jeder will die Kuh melken, aber keiner will sie füttern".
      Kein Wunder, daß man nach allem möglichen Comfort-Food greift, wenn der Job einen so aussaugt und "ausmelkt".

      Ich wünsche Dir von Herzen, daß Du einen guten Weg für Dich findest!
      Bin gespannt, wie es Dir mit den Suppen geht!

      Liebe Grüße
      Wenn du dir vornimmst, alles ganz richtig zu machen - genau das ist der Fehler. Ysolda Dee
    • Liebe Herbstelfe,

      Herbstelfe schrieb:

      @ Lisa Cortez, ich hab jede Stunde was zwischen den Zähnen (quasials Kaubeschäftigung). Glaub, das hat was mit dem Belohnungssystem im Gehirn zutun Abgesehen vom Frühstück esse ich Hauptsächlich aus Unterforderung. Der Jobist auf der einen Seite sehr stressig, aber trotzdem fühle ich michunterfordert, ich würd sogar fast von Langeweile sprechen. Deswegen dachte ich mir, hier vielleicht ein paar Anregungen zu finden, wie man sich den Alltag im CC einfacher gestalten kann.
      Ein bore-out kann genauso belasten wie ein Burnout. Ich überlege , wie du dir diese Arbeit spannender und herausfordernder gestalten könntest.
      Was machst du ungefähr? Info? Verkauf? Beschwerde annehmen?
      ich habe mir als Kind manchmal langweilige Aufgaben spannender gemacht, in dem ich mir irgendwas vorstellte, also das was man heutzutage Challenges nennt.
      Vielleicht fällt noch jemandem etwas ein.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Lisa Cortez ()

    • Lisa Cortez schrieb:



      Was machst du ungefähr? Info? Verkauf? Beschwerde annehmen?
      Ich arbeite bei einer Krankenkasse. Sämtliche Anrufe, die Abteilung betreffend, langen bei uns im Callcenter ein, werden von uns soweit es geht erledigt und ggf. weitergeleitet. Das anstrengende an der Tätigkeit ist eben, dass es pausenlos läutet (was wohl in jedem Callcenter so ist) und du aber fast keine Bildschirmpausen machen 'darfst', weil wir ein 'papierloses Büro' sind. Kommunikation mit den Kollegen gleich null, so nach dem Motto, wenn ihr quatschen wollt, macht das außerhalb der Arbeitszeit. Dabei täten einfach mal 5 min. miteinander reden so gut, das ist wissenschaftlich sogar erwiesen und verursacht einem Unternehmen nicht im geringsten einen Schaden, im Gegenteil. Aber weil das nicht geht, suche ich mir eben ein anderes Ventil (meine Käseschnecken ;( ).

      Ein Programm teilt dir eine Pause zu, allerdings gibt der Chef vor, wie viele Mitarbeiter gleichzeitig eine Pause machen dürfen, und bei durchschnittlich 14-18 Leuten darf immer nur einer für je 10 min. gehen (das sind 5-6 Pausen pro Stunde, also 5-6 Mitarbeiter). Früher waren es zwei, aber weil sich angeblich dann immer zu viele Mitarbeiter zusätzlich rausgeschalten haben, wurde ein Pausenposten gestrichen X( . Die waren aber nicht alle am Klo oder so, die brauchten einfach 2 min. für die Erledigung eines Kundenanliegens, welches effizienter gemacht werden kann, wenn es nicht ständig reinläutet. Oder es läutet auf einem Festnetzapparat (sonst telefonieren wir mit Headsets und Bildschirmtelefon), klar, musst du dich auch rausschalten, dabei arbeitest du eh weiter, aber das sieht die Generaldirektion nicht ein, weil nur über das Bildschirmtelefon alles genau kontrolliert werden kann, wie viele Calls einlangen, wie viele angenommen werden. Hier geht es echt nur noch um schöne Zahlen X(

      Ich hatte am 5.10. mal wieder nen Nervenzusammenbruch, wo ich bis in die späten Abendstunden nicht abschalten konnte und sogar gezittert hab vor Aufregung. Auslöser war das Pausenprogramm, welches ein menschliches Ego haben muss, anders kann ich es mir nicht erklären X( Wenn dir die Pause angeboten wird, verschwindet der Button plötzlich und geht zu einem anderen Mitarbeiter über ?( Da gab's schon einige Male Streitereien zwischen den Kollegen, weil das Programm so bescheuert ist. Nenene, seitdem logg ich mich da nicht mehr ein, ist ja nicht verpflichtend, ich mach halt durch, bis auf meine Klopausen. Ich tu mir damit tatsächlich etwas weniger schwer (leichter möchte ich es nicht nennen), auf dieser Tretmühle weiterzumachen.

      Da beneide ich meinen Mann um seinen Job, wenn der sagt, so, ich verschwinde jetzt mal 10-15 Minuten, dann ist das in Ordnung, er muss halt diese Zeit dann einarbeiten, aber es sitzt im keiner im Nacken, weil die Warteschlange soundsoviele Calls anprangert, die jetztgleichsofortundaufderstelle angenommen werden müssen.

      Bitte nicht falsch verstehen, ich weiß, dass das Menschen sind, die anrufen und wichtige Informationen benötigen, die ihnen auch zustehen und wir dafür da sind, denen zu helfen, und ich bemühe mich trotz allem immer um Freundlichkeit (ich bekomme oft positive Rückmeldungen, weil ich so freundlich am Telefon bin, das tut dann echt gut.). Ich rede mit den Menschen so, wie ich selber gerne behandelt werden möchte. Aber irgendwann kannst du einfach nicht mehr ;(

      Es haben sich schon so viele aus unserem Büro versetzen lassen oder überhaupt gekündigt, weil die das nicht mehr geschafft haben. Ich seh ja selber ein, dass mich das total kaputt macht, aber ich hab keinen Plan, was ich sonst jobmäßig sonst machen soll. Weil wirklich stressfrei ist heutzutage wohl kein Job mehr 8| Versetzen wäre natürlich auch eine Option, aber in den meisten Abteilungen brauchst du die Fachausbildung, die ich vor 6 Jahren mal angestrebt hab, aber durchgerasselt bin (wenn ich heimkomme, mich mit den Lernunterlagen hinsetze und aber zur Seite kippe und einschlafe, weil ich nicht mehr kann, wird das auch nix :( ).

      Ich möchte mir halt irgendwie den Callcenteralltag erträglicher machen, ohne mich die ganze Zeit vollzustopfen, bloß wie ?(
      Ab morgen probiere ich es essenstechnisch mal mit den Suppen... hm, am besten nehm ich mir gleich nen 10 Liter Kanister mit :D
    • Herbstelfe, du bist noch so jung, könntest du etwas anderes machen, weniger Stunden, mit Deinem Mann zusammen überlegen was dir und damit Euch guttut. Es ist schwierig. Aber du bist in dem Alter meiner Kinder und unser Jüngster steht auch vor der Frage schaffe ich den Job bis zu Rente oder gehe ich vorher drauf. Sieh zu welcher Weg für dich und Euch der Richtige ist. Kaputt " fressen" kannst du dich nur einmal.
    • Hallo Herbstelfe ,

      in einer Krankenkasse, da machst du eine wichtige Arbeit und die ist auch ganz schön anspruchsvoll,
      ich wusste nicht genau , in welcher Art Callcenter du arbeitest, es gibt ja auch sokche, die alten Omas Illustrierten- Abos andrehen oder so. Anspruchsvoll deswegen, weil die Fragen der Kunden sehr differenziert sind. So wäre das nicht schlecht.
      Aber :

      Herbstelfe schrieb:

      . Auslöser war das Pausenprogramm, welches ein menschliches Ego haben muss, anders kann ich es mir nicht erklären Wenn dir die Pause angeboten wird, verschwindet der Button plötzlich und geht zu einem anderen Mitarbeiter über Da gab's schon einige Male Streitereien zwischen den Kollegen, weil das Programm so bescheuert ist. Nenene, seitdem logg ich mich da nicht mehr ein, ist ja nicht verpflichtend, ich mach halt durch, bis auf meine Klopausen. Ich tu mir damit tatsächlich etwas weniger schwer (leichter möchte ich es nicht nennen), auf dieser Tretmühle weiterzumachen.

      Herbstelfe schrieb:

      Ein Programm teilt dir eine Pause zu, allerdings gibt der Chef vor, wie viele Mitarbeiter gleichzeitig eine Pause machen dürfen, und bei durchschnittlich 14-18 Leuten darf immer nur einer für je 10 min. gehen (das sind 5-6 Pausen pro Stunde, also 5-6 Mitarbeiter). Früher waren es zwei, aber weil sich angeblich dann immer zu viele Mitarbeiter zusätzlich rausgeschalten haben, wurde ein Pausenposten gestrichen
      Das klingt für mich einfach unmenschlich, tut mir Leid. Was für Sklaventreiber. Ich rege mich wirklich auf.
      Wenn ein Pausenprogramm Pausen zuteilt, sollt ihr gar keine wirklichen Menschen sein, sondern
      Algorithmen oder Roboter- es gibt schon einen Serviceroboter namens Pepper , den könnte man da hinsetzen, der braucht keine Pause, keinen Kontakt, der telefoniert nur.


      Herbstelfe schrieb:

      Es haben sich schon so viele aus unserem Büro versetzen lassen oder überhaupt gekündigt, weil die das nicht mehr geschafft haben. Ich seh ja selber ein, dass mich das total kaputt macht, aber ich hab keinen Plan, was ich sonst jobmäßig sonst machen soll. Weil wirklich stressfrei ist heutzutage wohl kein Job mehr Versetzen wäre natürlich auch eine Option, aber in den meisten Abteilungen brauchst du die Fachausbildung, die ich vor 6 Jahren mal angestrebt hab, aber durchgerasselt bin (wenn ich heimkomme, mich mit den Lernunterlagen hinsetze und aber zur Seite kippe und einschlafe, weil ich nicht mehr kann, wird das auch nix


      Ich würde das vermutlich nicht mal drei Tage durchhalten. ;(
      Und neben so einem stressigen Job eine Ausbildung machen, das ist schwierig. Hast du denn schon eine Ausbildung ?

      Was war mit deinem Nervenzusammenbruch? Warst du in psychiatrischer Behandlung?
      ratgeber-umschulung.de/umschul…de/psychische-erkrankung/
      Unter Umständen könnte die Umschulung von der Rentenkasse oder dem Arbeitsamt bezahlt werden.
      Erste Beratung wäre hier arbeitsagentur.de/karriere-und-weiterbildung/beruf-wechseln

      Es wäre doch schön, wenn du dich auf die Fachausbildung konzentrieren könntest, diese Zeit vergütet wird und du hinterher in deiner Krankenkasse in eine andere Abteilung könntest.
      Oder Wie lange bist du schon in dem Callcenter? Ich überlege, ob es nicht Aufstiegsmöglichkeiten gibt, beispielsweise dass d die Neuen ausbildest.

      liebe Grüße Lisa


      Herbstelfe, ich möchte dich nicht von deiner Arbeit abbringen. Wirklich nicht. Deshalb spreche ich auch nicht von dir, sondern von mir.
      Ich hatte auch einen Job und dachte, ich müsse dabei bleiben, schon weil mein Mann in dieser Zeit arbeitslos war.
      Ich hatte einen Nervenzusammenbruch und zwar richtig, und das war der Beginn einer Psychiatriegeschichte, die fast 10 Jahre andauerte.
      Mittlerweile bin ich körperlich krank, berufsunfähig und kann gar nicht mehr arbeiten.
      Könnte ich die Zeit zurückdrehen, würde ich es tun.
      Nie wieder würde ich mir wegen eines Jobs die Gesundheit runinieren.
      Kein Job ist das wert.
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • LiebeHerbstelfe,

      wennes rein um die Beschäftigung geht, könnte vielleicht auch ein Kaugummi helfen?

      Dennochwürde auch ich dir raten, nochmal in dich zu gehen und dich mit deinem Mann zubesprechen, ob das der richtige Weg für dich/euch ist. Wenn du dich dort kaputtrackerst, hat deine Familie doch auch nichts von dir und Gesundheit istwichtiger als Geld. Außerdem scheinst du eine kluge Frau zu sein und auch vielArbeitserfahrung zu haben UND dich vor Arbeit nicht zu scheuen, da findest dubestimmt schnell einen Job, der dich nicht so aussaugt und gleichzeitiglangweilt ;)

      DeineBedenken, dass es auch wo anders stressig ist, sind natürlich nichtunberechtigt, aber es gibt ja auch positiven Stress, also wenn man eine Arbeithat, die einem Spaß macht, empfindet man den Stress bzw. die viele Arbeit ganzanders.

      Selbstmusste ich leider auch die Erfahrung machen, dass der Job nicht das Wichtigsteist (2x sogar). Einmal stand ich kurz vor einem Burn-out und wurde dann zumDank dafür, dass ich mich immer so abgerackert habe und Überstunden ohne Endegemacht habe (ganz zu schweigen davon, dass ich an meinem 25. Geburtstag beiihrer Kanzleieröffnung kellnern musste) von meiner Chefin gekündigt (weil sielieber eine Freundin von ihr einstellen wollte) und beim anderen Mal hatte icheinen schweren Autounfall mit Totalschaden (nicht meine Schuld) und bin sofortnach dem Unfall noch die ganze Woche arbeiten gegangen, bevor ich überhaupt malzum Arzt gegangen bin. Das war der größte Fehler meines Lebens, denn gleichkamen blöde Sprüche von ihm, dass ich doch mal ein Fahrsicherheitstrainingmachen soll, obwohl er wusste, dass es nicht meine Schuld war und dass ich dochmal schneller arbeiten solle... Dumm wie ich war hab ich das dann auch tatsächlichnoch versucht und mir als Belohnung dann Schoki gegönnt oder mir Mittags wasextrem Ungesundes vom Bäcker geholt.

      Leidergewöhnt man sich dieses Muster sehr schnell an und belohnt sich für allesMögliche.

      Dassdu zwischendurch keine Pausen machen kannst, setzt dich dann ja auch zusätzlichunter Druck, denn sonst könntest du dir in dieser Pause Zeit nehmen, um ganz inRuhe etwas zu essen, mit deinen Kollegen zu quatschen und mal kurz zur Ruhe zukommen. Wenn man unter Stress in 2 Minuten schnell was in sich reinstopfen muss,hat man oft das Gefühl, gar nicht richtig gegessen zu haben, noch dazu wenndann auch alles kalt ist.

      Wenndie Arbeit dich in diesem Callcenter so fertig macht, dann warte nicht zulange. Du hattest schon ein Burn-out, lass es nicht nochmal so weit kommen.Reduziere die Stunden noch etwas oder schau dich nach einer Alternative um,denn ich befürchte, dass du dir den Arbeitsalltag dort nicht schönreden oderschönmachen können wirst, so sehr du es auch versuchst. Lass nicht zu, dass einJob dir die Gesundheit ruiniert, denn meiner Erfahrung nach dankt es dir keinChef, wenn du dich aufopferst. Sie tun zwar so, als würden sie es honorieren,aber am Ende zeigen sie dir doch den Stinkefinger (gibt bestimmt auchAusnahmen), sei es nun durch Kündigung, schlechteArbeitsbedingungen, oder was auch immer.