Petition betr. Psychotherapie noch heute oder evtl. noch morgen zu unterschreiben

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    • Petition betr. Psychotherapie noch heute oder evtl. noch morgen zu unterschreiben

      Liebes Forum,
      hier ein Link betr. einem politischen Thema, das zukünfitig diejenigen betreffen kann, die aus irgendeinem Grunde - zum Beispiel auch wegen psychogener (Mit-)Ursachen einer Eßstörung - Bedarf an ambulanter Psychotherapie haben. Die Petition kann nur bis heute (12. Dezember 2018) -oder evtl. morgen noch unterschrieben werden. Ich hoffe, dass die Admins Verständnis haben,weil das hier weder ganz nah am Forumsthema noch reines "Quasseln" ist.. Ich bin auch leider nicht fest in der Materie, finde aber das Thema wichtig und habe selbst schonmal Psychotherapie gemacht, auch, weil ich denke, dass ich aus psychischen Gründen viel esse.

      Es geht in der Petition um Folgendes: bislang können Leute, die eine Psychotherapie machen wollen, frei auf die Kassentherapeuten und Psychiater zugehen und sich einen oder Therapeuten oder Psychiater ihrer Wahl selbst suchen. Man kann sich vorher bei einem Psychiater oder einer Beratungsstelle informieren lassen, welche Art Therapie man machen sollte, aber den Behandler sucht man sich selbst, und dieser muss aufgrund von seinen beruflichen Kenntnissen einschätzen, ob und wie er einem helfen kann.

      Leider gibt es im derzeitigen System einen großen Haken: teilweise sehr lange Wartezeiten auf einen Psychotherapieplatz.
      Der Bundesgesundheitsminister hat also überlegt, wie er da Abhilfe schaffen kann, und heraus kam ein Vorschlag zur Stufung und Steuerung der Wege der Menschen in eine Psychotherapie (oder auch generell in eine psychiatrische Behandlung? das weiß ich leider nicht so genau).

      Nach dem Gesetztesentwurf müssen die Betroffenen erst zu einer - hoffentlich - besonders qualifizierten Fachkraft gehen, welche ihren Bedarf einschätzt und sie weiter verweist. Ob etwas, oder wieviel von der derzeitigen freien Wahl des Behandlers dann noch übrig bleibt, weiß ich leider auch nicht genau. Aber sie würde mit diesem Gesetzesentwurf auf jeden Fall verringert. Und das ist eine Diskriminierung gegenüber den Patienten mit nicht psychischen Krankheiten, die sich ihre ambulante Behandlung alle selbst suchen können.

      Diese Vorstellung macht mir persönlich Kopfschmerzen. Ich weiß durch persönliche und berufliche Erfahrung, dass nicht jeder Patient bei jedem Therapeuten (oder Psychiater) das findet, was für ihn (oder sie natürlich) gut wäre. Manchmal geht es um fachliche Dinge, zum Beispiel, wie kompetent die Behandelnden für ein Thema wie zum Beispiel "Trauma" sind- es sind aus meiner Sicht nicht alle. Oder es "stimmt die Chemie nicht" zwischen Behandelndem und Patient- dann ist es auch sehr schwierig, über die wirklich harten Lebensthemen zu sprechen. Ich finde auch, dass das Thema nicht den Fachleuten alleine überlassen sollte, da ja gar nicht so wenige Menschen schon mal eine psychische Erkrankung diagnostiziert bekamen.

      Deshalb möchte denen hier, denen das Thema aus irgendeinem Grunde vertraut ist und die auch nicht schon zuviel Stress an der Backe haben, bitten, sich einmal die Petition anzukucken und gegebenenfalls zu unterschreiben.

      Bitte macht euch auch keinen Kopf, falls ihr schon irgendwo in Behandlung seid und es gut läuft. Ich bin jetzt halt nicht so versiert, glaube aber, dass das Problem nur auf Leute zukommen wird, die neu nach einem Behandlungsplatz suchen.


      https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.html
      Eine Hummel kann ja auch fliegen, obwohl es physikalisch unmöglich ist. Michael in Sturm der Liebe
    • Unabhängig von der Petition gibt es in Baden-Württemberg MedCall, das Patiententelefon der Kassenärztlichen Vereinigung. Da kann man Therapeuten mit freien Terminen erfragen:

      kvbawue.de/buerger/patiententelefon-medcall/

      Gleiches gilt für die Seite des Psychotherapie-informationsdienstes:

      psychotherapiesuche.de/
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail.
      Ihr erreicht mich daher ausschließlich über die eMail-Adresse im Impressum.
    • vonAbisZ schrieb:

      Der Bundesgesundheitsminister hat also überlegt, wie er da Abhilfe schaffen kann, und heraus kam ein Vorschlag zur Stufung und Steuerung der Wege der Menschen in eine Psychotherapie (oder auch generell in eine psychiatrische Behandlung? das weiß ich leider nicht so genau).
      Es geht nur um Psychotherapie.


      vonAbisZ schrieb:

      Bitte macht euch auch keinen Kopf, falls ihr schon irgendwo in Behandlung seid und es gut läuft. Ich bin jetzt halt nicht so versiert, glaube aber, dass das Problem nur auf Leute zukommen wird, die neu nach einem Behandlungsplatz suchen.
      Ja, so ist es.

      Wobei die Logik dahinter mir unbegreiflich ist: Wir haben einen offensichtlichen Mangel an Psychotherapeuten, da die Anzahl der Kassenzulassungen auf irgendwelchen Statistiken der 90er Jahre basiert.
      Was wäre die Lösung? Mehr Psychotherapeuten, die es jetzt schon gibt und die auf Privatrechnung arbeiten, die Kassenzulassung zu erteilen.
      Möglich wäre es - die Kassen der gesetzlichen KK sind wohl gefüllt.

      Aber was ist die Lösung vpn Herr Spahn? Ein zweites Nadelöhr zu schaffen - auch hier mit Wartezeit.

      Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass ein beispielsweise depressiver Mensch , der evtl. Suizidgedanken hat, erst einem völlig Unbekannten seine Leidensgeschichte erzählt, dann brav nach Hause geht und auf den Therapeutentermin wartet.
      Oder eine traumatisierte Frau, die nur eine weibliche Therapeutin möchte, erst mal dem Experten, wenn er ein Mann ist, von ihrem Trauma erzählt....

      Zumal diese Patientengruppe eh schon stigmatisiert ist - jetzt ist das Stigma noch größer, denn man traut ihr als einziger nicht zu, zu wissen, wohin sie wollen. . Wenn ich Rückenschmerzen habe, kann ich zum Orthopäden - mit Wartezeit, ist klar, aber es gibt keinen Experten vorgeschaltet, der entscheidet, ob ich überhaupt einen Orthopäden sehen darf.


      Martina schrieb:

      Unabhängig von der Petition gibt es in Baden-Württemberg MedCall, das Patiententelefon der Kassenärztlichen Vereinigung. Da kann man Therapeuten mit freien Terminen erfragen:
      Das ist ein anderes Problem. Zumindest für Psychotherapien wird das dann nicht mehr nötig sein, weil der vorgeschaltene "Experte" - wer soll das sein, so oder so zieht er Reserven ab, - den Therapeuten zuweist.

      Gruß Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken