Lesen

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    • Seit 2-3 Jahren habe ich zum Lesen meinen Hintern nicht mehr hoch bekommen. Mich hat das extrem gewurmt, da ich schon immer viel und gerne gelesen habe - gerne richtig schöne dicke Wälzer. Aber irgendwie hatte ich den Draht dazu verloren.

      Jetzt habe ich mal wieder ein Buch von Rebecca Gablé gelesen, die ich sehr mag. Das Lesen begann wieder Spaß zu machen. Dann kam die Frage, was danach weiter lesen, damit die Sache nicht wieder einschläft? Da kam mir ein Kino-Trailer zu Hilfe, zu einer Stephen King-Verfilmung - Der Dunkle Turm.

      Ich hatte die Bücher schon 2004 gelesen, als damals der 7. Band erschienen ist. Zum Film gibt es die Bücher neu in einer von King überarbeiteten Fassung. Damals hatte ich die nur ausgeliehen. Momentan bin ich bei Band 3 und Rolands Welt hat mich wieder in seinen Bann gezogen.
      Allerdings weiß ich noch von damals, dass das Ende King-üblich furchtbar war. Er kann super schreiben, bringt aber seine Geschichte selten gut zu Ende, zumindest für meinen Geschmack.

      Das Buch für danach liegt auch schon hier - Dunkelheit von Connie Willis.
    • Ich habe auch schon länger kein Buch mehr gelesen. Es liegen etliche ungelesen hier herum. Zum Beispiel habe ich mal eine mehrbändige Ausgabe aller Sherlock-Holmes-Romane gekauft, habe aber bisher nur die ersten beiden Bände gelesen. Mehrere Terry-Pratchett-Romane sind auch noch da. Es gibt Zeiten, wo ich nicht die Muße habe, und meistens kann ich mich dann auch nicht richtig darauf konzentrieren. Schwere Kost geht dann eh nicht, am liebsten lese ich nur leichte Lektüre.
    • ich lese am Tag ca. 200 Buchseiten :D ohne könnte ich garnicht leben. dabei sind die Themen höchst unterschiedlich.
      Gerade habe ich Ulla Hahn entdeckt, ihre autobiographische mehrbändige Erzählung über das wort-verliebte Arbeitermädchen Hilla in den 60er Jahren erinnert mich sehr an mich selbst.(in den 80ern, aber ja)
      literaturkritik.de/id/19941

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


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    • Kubalibre schrieb:


      Allerdings weiß ich noch von damals, dass das Ende King-üblich furchtbar war. Er kann super schreiben, bringt aber seine Geschichte selten gut zu Ende, zumindest für meinen Geschmack.

      DAS unterschreibe ich voll und ganz. Daher lese ich keine Stephen King Romane mehr.

      Eigentlich lese ich auch sehr gerne, manchmal bin ich aber nicht "ruhig" und "konzentriert" genug um zu lesen und dem Stoff zu folgen.
    • Hallo Kanoshi, mit den Ducks konnte ich nie so viel anfangen, aber ich bin ein großer Asterix- Fan. Zumindest bis Uderzo nicht mehr da war, dann wurden die Geschichten irgendwie "mau".

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    • Zwei Bücher, die ich mit Begeisterung gelesen habe und von denen ich mich auch nicht trenne:
      - Eileen Ramsey "Schmetterlingstage"
      - F.C. Delius "Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus".

      Ersteres handelt von einer Frau und einem Mann, die sich seit Jahrzehnten lieben, einmal im Jahr treffen, aber nie ein Paar geworden sind. Als es nach vielen Jahren doch ein Happy End zu geben scheint, kommt alles anders als erhofft....

      Das zweite Buch schildert nach einer wahren Begebenheit eine über lange Jahre geplante Flucht aus der DDR, die eigentlich keine Flucht, sondern nur eine Reise mit Rückkehr werden sollte....
    • Schildkröte schrieb:

      DAS unterschreibe ich voll und ganz. Daher lese ich keine Stephen King Romane mehr.
      Genau das hatte ich mir auch einmal vorgenommen.

      Aber dann hatte ich mir zwei Hörbücher von King gekauft, die von David Nathan gelesen wurden - Der Anschlag und The Stand, das ich ja auch schon gelesen hatte. David Nathan hat eine schöne Stimme für Hörbücher. Wer mal rein hören mag - auf YouTube gibt es das Hörbuch. Vermutlich gegen das Copyright :rolleyes: .
      Hinzu kam das Buch "In einer kleinen Stadt", das ich im Supermarkt in der Grabbel-Kiste als Mängel-Exemplar gefunden habe. Das fand ich ganz gut und konnte auch mit dem Ende leben. Hier gefällt mir sogar die Verfilmung, wenn diese auch hätte länger ausfallen müssen, um das Ganze richtig nachvollziehen zu können, wie die Leute gegeneinander aufgehetzt werden.

      Und jetzt eben "wieder" Der Dunkle Turm. Mittlerweile bei Band 4 angekommen.
    • ich finde bei Steven King die alltäglichen Leute grusliger als seine Monster. In einem Buch -ich weiß den Titel nicht mehr - legen fanatische "Lebensschützer" eine Bombe in einer Abtreibungsklinik und bringen eine Menge Leute um - das ist creepy. Oder seine bösartigen Priester.

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    • Leseblockaden kenne ich nur zu gut. Seit mittlerweile fünf Jahren liegt hier ungelesen Jasper Ffordes Woman Who Died A Lot - (von anderen Büchern ganz zu schweigen). Die vorherigen Bände habe ich "verschlungen". Der Lesekonsum meiner immobilen Mutter ist dagegen derart angestiegen, daß ich ihr einen e-reader geschenkt habe, mit dem sie sich, trotz 80+, erstaunlich schnell angefreundet hat. Vielleicht werde ich ja angesteckt ;) All diese Klassiker, die man schon immer mal lesen wollte ... Gerade versuche ich mich an Stefan Zweigs Rausch der Verwandlung.
    • ich hatte eine Leseblockade durch Psychopharmaka, konnte nicht einmal eine Seite koharent lesen.
      Habe gelitten wie ein Hund.:(
      Mittlerweile nehme ich das Zeug nicht mehr - und kann lesen wie früher. Ich bin so froh, ich war so traurig darüber und habe das Lesen sooo vermisst. Ist schon komisch, dass Ärzte so was nicht ernst nehmen.

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    • Anspruchsvolle Bücher schaffe ich momentan auch nicht mehr, die ständigen Schmerzen hindern mich daran. Aber z.B. Das Buch der Kithara Spieler sind mir noch gut in Erinnerung. Am Sonntag kann ich mir wieder so viele Bücher mitnehmen wie ich will, denn bei uns im Ort ist Lesecaffee. Dort geben Menschen gelesene Bücher ab und können sich andere aussuchen. Beim letzten Mal bekam ich den Spruch es seien zu wenige Bücher die ich mitgenommen habe
    • Lisa Cortez schrieb:

      mit den Ducks konnte ich nie so viel anfangen, aber ich bin ein großer Asterix- Fan
      Asterix ist auch intelligenter und lustiger, die Ducks sind wirklich nur Unterhaltung ohne irgendwas dahinter.

      Lisa Cortez schrieb:

      ich hatte eine Leseblockade durch Psychopharmaka, konnte nicht einmal eine Seite koharent lesen.
      Ich bin nicht sicher, woran es bei mir liegt. Ich glaube, es hängt viel mit der Arbeit zusammen. Die stresst mich zu sehr.
    • Kubalibre schrieb:

      Lisa Cortez schrieb:

      ich hatte eine Leseblockade durch Psychopharmaka, konnte nicht einmal eine Seite koharent lesen.
      OK - das ist mir auch neu, das so was auch medikamentös bedingt sein könnte.Fragt sich, ob so was auch in den Beipackzetteln steht?
      Wenn man weiss, welche Aufgaben Dopamin im Gehirn hat: Wahrnehmung, Gefühl, Lernen, Konzentration etc. , dann ist es schon ziemlich klar, was ein Dopamin- Blocker tut, nicht wahr? Das ist ein Rundumschlag gegen das ganze ZNS.

      ich bin immer noch mit der Ulla Hahn beschäftigt. Es sind immerhin vier dicke Bände.
      "Spiel der Zeit" ging jetzt um die 68er , schon eine irre Zeit, habe ich aber nicht bewusst mitbekommen, ich war erst fünf.

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    • Jetzt warte ich auf den 4. Band der Ulla-Hahn- Tetralogie ( ist in der Bibliothelk immer vergriffen).

      Und habe vorgestern und gestern:

      "Neuland. Wie ich mich selber suchte und jemand ganz anderen fand. " von Ildikó von Kürthy
      Die Autorin probiert sich aus, nix zu teuer, von Yogaluxusurlauben bis blonden extensions.
      Ich dachte, nu, wenn man es so dicke hat. Ein paar nette Sätze habe ich aber gefunden:

      "Leider hilft Selbstdisziplin, total bescheuerte Aufgaben durchzuhalten. sie ist nämlich ein Mittel der Überwindung der eigenen Gefühle, der eigenen Intelligenz und der Freiheit der Entscheidung.
      Selbstdisziplin ist keine Tugend sondern die Negation der eigenen Bedürfnisse. Konzentriert man sich dagegen auf seine Stärken, kommt man ohne Selbstdisziplin aus und erreicht mehr."

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    • Ich bin eine absolute Leseratte, hatte die letzten Wochen auch viel Zeit.

      Eins meiner Lieblingsgenres sind Thriller, dabei kann ich so richtig gut abschalten und mitfiebern.

      Außerdem lese ich gerade mal wieder "Die böse Mutter- warum viele Frauen dick werden und bleiben" . Dieses Buch werde ich mir irgendwann zulegen, damit ich auch Stellen markieren und reinschreiben kann. Für mich war es eine Offenbarung, ich fühlte mich total verstanden. Es trifft nicht alles auf meine Mutter (Familie) zu, aber sehr viel.
    • Das ist von Catherine Herriger.

      Es geht um die Ursachen von Binge Eating und darum, dass viele Frauen von ihrer Mutter unbewusst "kastriert" werden, also deren Lebensentwurf aufgedrückt bekommen und die eigene Persönlichkeit verkümmert. Auch die Sexualität wird tabuisiert.

      Zur Verdeutlichung arbeitet die Autorin teilweise mit Mythen oder Märchen, ohne dass es ins esoterische abrutscht.

      Ein paar Fallbeispiele aus ihrer Praxis werden auch besprochen.

      Falls du dich darin wiederfindest, kann ich dir nur empfehlen, es beim ersten Mal in einem stabilen Zustand zu lesen, für mich war es beim ersten Mal harter Tobak und ich habe es lange Zeit nicht mehr lesen können, weil die Lektüre verdammt schmerzhaft war.

      LG,
      Mystery
    • Neu

      Ich hab das Buch irgendwann vor dem Jahr 2000 gelesen, als ich merkte, dass ich nach Anorexie und Bulimie ins Binge Eating geraten war. Für mich war das Buch sein Geld nicht wert. Ich habe mich in keinem Wort dort wiedergefunden.

      Eine Essstörung kann auf einer gestörten Mutter-Kind-Beziehung beruhen, muss es aber nicht. Diese platte Verallgemeinerung durch die Autorin, die alleinige Schuld bei der Mutter zu suchen, hat nichts Seriöses an sich. Das ist genauso, als würde man sagen, Übergewicht kommt vom Colatrinken. Kann sein, bei den meisten Übergewichtigen dürften noch andere Gründe vorliegen.
      Ihre Grundhaltung gegenüber übergewichtigen Frauen ist zutiefst verachtend (dicke Frauen sind alle unattraktiv, haben keinen Sex, und müssen endlich wieder schlank werden, um ein wertvoller Mensch zu werden) und kann sich meiner Meinung nach verheerend auf ein schwaches Selbstwertgefühl auswirken.
      Klar, wer sich selbst verachtet, stört sich nicht daran - die Autorin hat ja Recht aus dieser Sicht.
      Bei der würde ich im Leben nicht in Therapie gehen.

      Kein Wort zu den gesellschaftlichen Verhältnissen in der Welt des weißen Mannes, die sowohl die Mütter als auch die Töchter deformieren.

      Ergänzung: In der Psychologie nennt man das "Übertragung", wenn man seine eigene psychische Gedankenwelt auf Andere projiziert.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Neu

      Auch ich empfand bei der Lektüre dieses Buches ein tiefes Unbehagen. Habe es - inspiriert von Mystery - jetzt noch einmal gelesen, und empfinde noch immer Unbehagen.

      Ich weiß nicht ob ich die Grundhaltung der Autorin als "verachtend" empfinde, wie Sophie es tut. Aber bewertend finde ich sie, "judgemental" wie es in englisch heißt, als ob sie der Richter sei, der weiß, wo die Defizite bei seinen "Klienten" liegen.

      Es gibt eine Instanz in mir, eine Ebene, eine Falte meines Bewusstseins, das sich - je älter ich werde, je heftiger - gegen alle diese "Bewertungen" und "Urteile" wehrt.
      Eine andere Ebene wundert sich zunehmend - und da spricht mir Sophie so was von aus dem Herzen - daß immer noch auf den Einzelnen gedeutet wird, wobei wir doch inzwischen wissen sollten, daß niemand in einem luftleeren Raum existiert.

      Manchmal scheinen mir Familien nur kleine Beispiele, Abbilder oder "Agenturen" der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse zu sein. Im Großen wie im Kleinen "hat ein Mensch so und so zu sein", und wir tun alles, um ihn so zu formen wie er sein soll, damit wir ja nicht unsere Paradigmen hinterfragen müssen.

      Dadurch werden gut gemeinte Therapein oft zur zweiten Erziehung. Und das kann nichts wirklich verändern. Sondern zementiert schädliche Verhältnisse.
      Mußte die Tochter zuerst die Erwartungen der Mutter erfüllen - wie bösartig und nachteilig sie auch waren - so soll sie jetzt die Erwartung erfüllen, eine "richtige" schlanke Frau zu sein, ihr Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen und das durch einen schlanken Körper zu dokumentieren.

      Positiv an dem Ansatz des Buches finde ich, daß es Anregungen gibt, in Bereiche zu schauen, an die man vielleicht noch gar nicht gedacht hat. Und daß es aufzeigt, daß Mütter nicht von Natur aus "Liebe sind".
      Das ist auch so eine Überzeugung, die in uns allen drin zu sitzen scheint - die allheilige Mutter, die über jeden Zweifel erhaben ist.
      Schon das Wort "Mutter" ist bei ganz vielen Leuten mit allheiligen, aufopfernden, liebenden, mariengleichen Assoziationen "geladen".
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • Neu

      Sophie, du pauschalisiert ganz schön. Ich habe das Gefühl, du unterstellst mir indirekt, dass ich mich selbst verachte und kein Sexualleben habe. Nö. Ersteres habe ich unter anderem durch das viele Lesen hier abgelegt. Und ein Sexualleben habe ich durchaus und es macht mir sogar Spaß.
      Ich bin mit meiner Weiblichkeit genug im Reinen, um über die von dir angesprochenen Punkte zu stolpern.

      Fortsetzung im nächsten Beitrag.
    • Neu

      Ja, mein erster Eindruck zu dem Buch war recht unreflektiert geschrieben.
      Meine Absicht war es jedoch NICHT das Buch als Heilsbringer und Patentlösung für die Ursachen von Binge Eating zu bewerben.

      In einem Buch, in dem es um die Mutter- Tochter Beziehung als möglichen Auslöser von Binge Eating geht, käme ich allerdings nicht auf die Idee, nach Themen wie gesellschaftliche Verhältnisse zu suchen. Da gibt es sicher andere Bücher drüber.

      Ich bin durch ein Binge Eating Forum auf das Buch aufmerksam geworden, in dem es kontrovers diskutiert wurde. Für die einen passte der Ansatz sehr gut, für die anderen überhaupt nicht. Die Autorin erhebt aber meiner Meinung nach auch nicht den Anspruch auf eine Lösung für alle Frauen.

      Die Kritikpunkte von Issi finde ich sehr berechtigt. Mir ging noch durch den Kopf, dass das Buch in einer Neuauflage erschienen ist und deshalb in vielem veraltet. Die Autorin ist wohl wie viele dem Irrglauben erlegen, dass eine gelungene Auseinandersetzung mit der Eßstörung immer mit einer Abnahme einhergehen muß.
      Und ja, das ist problematisch. Besonders für jemanden, der sich nicht mit dem Dick sein in allen Facetten so auseinander gesetzt hat, wie wir es hier im Forum tun.


      Meiner Ansicht nach ist das Buch - trotz aller berechtigter Kritik - trotzdem wertvoll.
      Und zwar aus folgenden Gründen:

      1) Die Rolle der Mutter wird endlich mal entglorifiziert und es wird aufgezeigt, wie sehr eine Mutter ihrer Tochter unbewusst schaden kann. Dies macht die Autorin auch deutlich, es handelt sich um unbewusste Manipulation und Kontrolle, die die Mutter "böse" sein lässt.

      2) Es geht hier auch um das Verhältnis "Mutter - essüchtiger Sohn" und die Familienkonstellation "Dominante Mutter - schwacher Vater" und beides finde ich sehr interessant. Letzteres ist bei mir in der Familie ganz deutlich zu erkennen.

      3) Thema Sexualität. Trotz der berechtigten Kritik finde ich es sehr interessant und eindrücklich, wie heftig eine unausgesprochen tabuisierte Sexualität der Mutter auf eine Tochter wirken kann.
      Hier hat das Buch bei mir voll ins Schwarze getroffen. Beispiel gefällig ? Wörtliches Zitat meiner Mutter :
      "Also, den anderen Bolero finde ich zu dem roten Oberteil besser. Der Schwarze betont zu sehr, dass da oben was ist !" Nette Umschreibung für die Betonung meiner Brüste....zum Glück habe ich ihr darauf geantwortet: "Vielleicht will ich ja, dass man sieht, dass da oben was ist !"

      Insgesamt habe ich durch die Lektüre des Buches meine Mutter besser verstehen können. Und, oh Wunder, ich habe mit meiner "bösen" Mutter immer noch Kontakt. Einerseits habe ich Verständnis für sie bekommen. Andererseits kann ich mich deutlich besser abgrenzen und das ist mindestens genau so wichtig, da es mir hilft, den Kontakt zu meiner Mutter als erwachsene Frau zu gestalten und nicht mehr als Kind.

      Ich denke, falls dieser Ansatz auf einen selbst und die eigene Familie zutrifft, kann man da eine Menge rausziehen, was nützlich ist. Für die Lektüre des Buches gilt aber auch: Alles kann, nichts muss zutreffen. Was nicht zutrifft lässt man besser bei der Autorin.

      Danke für eure Meinungen dazu. Dadurch wurden wichtige Kritikpunkte deutlich.
    • Neu

      Mystery, ich fand deinen ersten Beitrag nicht unreflektiert, weil das hier ein "Lesethread" ist und nichts Hoch-Psychologisches. Mehr so Plauderei über Bücher.

      Wer liest noch gerne Jugendromane?

      Lese gerade Schattenkinder, eine Reihe von Margaret Peterson Haddix , das erste Buch 1998 erschienen, dystopische Romane.
      Und gleichzeitig Das brennende Land, 5. Teil von Cornwellls Sachsen- Saga, Sehern von Netflix auch bekannt als "The last kingdom".

      liebe Grüße Lisa
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