Esssucht?

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Hallo ihr Lieben.
      Seit einigen Monaten suche ich im Netz immer wieder nach den Begriffen wie
      - Essucht
      - Binge eating
      - ich kann nicht aufhören zu essen
      usw.
      ich weiß garnicht wo ich anfangen soll.

      ich bin 25 Jahre jung und seit etwa einem Jahr kommt mir vor, ich komme aus meinem Loch nicht mehr heraus.
      Ich habe Diäten probiert, aber leider muss ich feststellen, dass dies womöglich meine fressattacken ausgelöst hat.

      ich schaufle fast täglich in mich hinein. hab in einem jahr etwa 7 Kilo zugenommen.
      wegen extrem viel ausdauersport konnte ich es immer im zaum halten, aber jetzt explodiere ich förmlich.

      ich habe mich bereits seit einer ewigkeit nicht mehr auf die waage gestellt, weil ich versuche wie ein schlanker mensch zu denken, nur das handeln klappt nicht.
      irgendwie denke ich, ich spiele es automatisch immer runter, und dann kenne ich kein halten mehr.
      und wenn ich mir jeden tag das ziel setze, mich zusammen zu reissen, und es bei einer normalen mahlzeit zu beschränken, also ohne nachschlag oder süßigkeiten oder noch drei gängen hinterher, scheitere ich doch wieder.
      das zieht mich langsam ganz schön runter.
      ich war früher schlank, doch jetzt hab ich 15 kg zugenommen. und nicht nur das, ich leide unter meiner esssucht.
      ich habe bereits von overeaters anonymus gehört, aber mich bis jetzt nicht getraut dort hin zu gehen. ich kann garnicht sagen wieso... ich bin ein sehr eitler und selbstkritischer mensch und habe irgendwie das gefühl, dass mich alle nur blöd anschauen würden, wenn ich mit meinen 5kg übergewicht da ankomme...
      oder weil ich so jung bin, oder oder oder...
      es is schwer zu beschreiben.

      Ich habe eigentlich einen guten familienzusammenhalt zuhause, auch wenn ich immer gehänselt werde von meinen eltern, weil sie mich zu dick finden. aber dies ist eigentlich schon seit meinem jugendalter ein großes thema. ich denke wohl immer, es geht spurlos an mir vorbei, aber so ist dem doch nicht, meine ich.
      aber ich kann nichts dagegen tun.
      ich koche gerne und interessiere mich für ernährung, aber dann esse ich doch wieder alles was mir in die quere kommt.
      dieses ewige scheitern nervt mich.
      als ich zushause angesprichen habe, ich hab das gefühl als hätte ich ein problem mit essen, höre ich nur "iss einfach nicht zu viel du isst viel zu große mengen" .... ja genau das is ja mein problem.
      meist schaffe ich genau das frühstück, dann etwa 4-5 stunden pause bis zum mittag essen, und dann geht das munter drauf los fressen los, bis zum abendessen.
      völlig durcheinander.
      naja viele kennen dieses problem, ich brauche jetzt nicht ausschmücken was ich esse. jedenfall, wenn ich ein taebuch führe, komm ich auf etwa 3000 kalorien pro tag.
      auch wie am heutigen tag, obwohl ich wegen krankheit nur von der couch aufs bett wandere!
      ich fühle mich sehr schlecht deswegen.
      trotzdem habe ich angst, mich einem arzt anzuvertrauen, oder einer selbsthilfegruppe.
      stattdessen fasse ich wieder neue gedanken, wieder eine diät zu versuchen.
      irgendwie komme ich davon nicht weg, obwohl ich das gefühl habe, genau das hat mich dazu getrieben.

      Ich komme nicht vor und nicht zurück. langsam habe ich mich damit abgefunden ein problem zu haben. ich habe dies aber bereits nur zwei personen wirklich anvertraut die zu meinem freundeskreis gehören (eine davon leidet seit vielen jahren unter magersucht) die mir geraten hat zum arzt zu gehen... aber ich trau mich nicht... es is mir einfach so peinlich.
      hat jemand schon solche erfahrungen gemacht?
      und mit overeaters anonymus?

      es ist mein erstes mal, dass ich einen kleinen teil mener gefühle hier nieder schreibe. irgendwie macht es mich auch traurig.
      danke fürs lesen...

      grüße
    • Hallo liebe Eisprinzessin,


      Eisprinzessin13 schrieb:

      ich habe mich bereits seit einer ewigkeit nicht mehr auf die waage gestellt, weil ich versuche wie ein schlanker mensch zu denken, nur das handeln klappt nicht.
      irgendwie denke ich, ich spiele es automatisch immer runter, und dann kenne ich kein halten mehr.
      und wenn ich mir jeden tag das ziel setze, mich zusammen zu reissen, und es bei einer normalen mahlzeit zu beschränken, also ohne nachschlag oder süßigkeiten oder noch drei gängen hinterher, scheitere ich doch wieder.
      das zieht mich langsam ganz schön runter.
      ich war früher schlank, doch jetzt hab ich 15 kg zugenommen. und nicht nur das, ich leide unter meiner esssucht.
      ich habe bereits von overeaters anonymus gehört, aber mich bis jetzt nicht getraut dort hin zu gehen. ich kann garnicht sagen wieso... ich bin ein sehr eitler und selbstkritischer mensch und habe irgendwie das gefühl, dass mich alle nur blöd anschauen würden, wenn ich mit meinen 5kg übergewicht da ankomme...
      oder weil ich so jung bin, oder oder oder...
      es is schwer zu beschreiben.
      Wie denkt ein schlanker Mensch? Die wiegen sich auch bzw. wiegen sich nicht ?
      Was du hast, ja das würde ich als Fressanfälle (FA) bezeichnen.
      Du kannst es mit O.A. versuchen, mein Fall war es nicht - zu wenig Anleitung und Beratung, Aber ein Versuch wäre es wert.
      Auch wenn du nur 5 kg Übergewicht hast - du leidest offensichtlich unter deinem Essverhalten.
      Es gibt mehjr junge Menschen mit Essstörungen als ältere, die psychosomatischen Kliniken sind voll damit - weshalb hälst du dich zu jung?
      Du könntest dir eine Psychotherapie bei einer Therapeutin suchen, die auf Essstörungen spezialisiert ist.
      Da sind die Wartezeiten allerdings lange , 1- 2 Jahre.
      Eine gute Onlineberatung habe ich hier gefunden: hungrig-online.de/
      die haben mir damals geholfen, meine eigene Esstörung zu definieren, ich habe non-purging-bulimie,
      das heißt, ich erbreche nicht, habe aber auch ein Essverhalten zwischen FA und Diäten/Hungern und große Gewichtsschwankungen.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Du führst ja anscheinend schon ein Ernährungstagebuch. Vielleicht kannst du mal notieren, unter welchen Umständen du etwas isst. Z. B. "Mir ist langweilig" - ich hole mir jetzt eine Tafel Schokolade. "Mein Fuss tut weh" - ich esse jetzt ein Eis. "Es ist 16.00 Uhr" - Zeit für Kaffee und Kuchen. usw.

      So kannst Du vielleicht herausfinden, welche Trigger du für das Essen hast. Möglicherweise findest du dann auch einen Mechanismus, dagegen zu arbeiten, indem du anders verknüpfst: "Mir ist langweilig" - ich hole mein Strickzeug und stricke ein bisschen. "Mein Fuss tut weh" - Ich stehe auf und bewege ihn ein bisschen, gehe ins Bad und reibe in mit Voltaren ein, und dann hole ich mir einen Tee oder einen Kaffee. Es ist 16.00 Uhr - Zeit für einen Tee oder Kaffee und einen (EINEN) Keks (den du dann genüsslich knabberst).

      Das sind jetzt nur laienhafte Vorschläge - aber ich habe bei mir festgestellt, dass Regelmässigkeit und dann ein sättigendes Essen mir sehr stark geholfen hat.
    • Träume ich? Gerade mal 3000 kkal am Tag - und man fühlt sich schon wie eine Fresssüchtige? 7 kg im Jahr zugenommen? Ernsthaft? Sooooooooooo viel? Mädchen, ehrlich, geh mit Gott - aber geh. Mach dich nicht lächerlich hier. Die Meisten hier hätten gern deine Probleme.
      Ich bin keine Frau, ich sehe nur so aus.
      (von mir)
    • stierfrau schrieb:

      Träume ich? Gerade mal 3000 kkal am Tag - und man fühlt sich schon wie eine Fresssüchtige? 7 kg im Jahr zugenommen? Ernsthaft? Sooooooooooo viel? Mädchen, ehrlich, geh mit Gott - aber geh. Mach dich nicht lächerlich hier. Die Meisten hier hätten gern deine Probleme.
      Finde ich unfair, was du sagst. Ich esse ca. 1000 kcal am Tag und nehme damit auch zu. Und 7 Kilo im Jahr, das sind in 10 Jahren auch 70 Kilo. Außerdem haben wir hier keine festgelegten Maße , wie "dick" zu definieren ist.

      Wenn ich 1500 kcal anstatt 1000 esse, fühle ich auch einen Kontrollverlust , dieser Kontrollverlust ist bei Esstörungen noch quälender als die tatsächliche Menge.

      Eisprinzessin hat hier leider nichts mehr geschrieben, so wie du sie angemacht hast, wird sie auch wahrscheinlich nix mehr sagen.

      viele Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Davon mal abgesehen, dass ich dich nicht gemeint habe... Sei mir nicht böse, Lisa, aber wenn du mit 1000 kkal am Tag zunimmst, dann hast du entweder mit Diäten übertrieben und deinen Stoffwechsel total ruiniert - oder du hast ein gewaltiges gesundheitliches Problem, was zu solchen extremen Ergebnissen führt. Du verwendest das Wort Essstörung - ja, das könnte auch durchaus zutreffen. Denn so, wie du auf deinem Foto aussiehst, müsstest du einen Grundbedarf von ca. 1400 kkal am Tag haben. Wenn du dich dann auch noch ab und zu mal bewegst, sogar mehr. Es läuft also was falsch. Und das ist nie gut...
      Ich selbst würde mit 3000 kkal am Tag definitiv nicht zunehmen, denn ich nehme mehr zu mir - aber auch nicht abnehmen. Denn so was lächelt mein Körper einfach mal weg ;o) Mit 1000 kkal werde ich abnehmen - ich möchte so aber nicht mein Leben lang leben. Wäre für mich nicht lebenswert.

      7 kg in einem Jahr bedeuten ca. 600 Gramm im Monat, also 20 Gramm am Tag. Davon mal abgesehen, dass ich imstande bin, 2 kg am Tag zuzunehmen - aber auch 2 kg am Tag abzunehmen, ohne meine Ernährung merklich zu ändern, da ich eben so meine Probleme mit Stoffwechsel habe. Könnte es sein, dass da ein Lipodem oder dergleichen vorliegt? Oder eine Schilddrüsenunterfunktion? Wäre alles möglich. Ich bin nur sehr skeptisch bei ersten und einzelnen Beiträgen von junden Leuten, vor allem wenn diese keine genaue Grundlage haben. Ich habe sie gerade eben - wie du es sagst - angemacht. Also vor einer Stunde. Hätte sie weiter schreiben wollen, hatte sie 20 Tage Zeit dies zu tun, bevor ich überhaupt auf diesen Thread gestossen bin. ;o)
      Ich bin keine Frau, ich sehe nur so aus.
      (von mir)
    • Ungeachtet des eigentlichen Topics ist es angemessen, jemanden, der sein Anliegen als Problem betrachtet, hier nicht dermaßen anzugehen.
      Respekt sollte auch denen gelten, deren Problem man nicht nachvollziehen kann.
      Daher, Stierfrau, konkret an Dich, Du verweist hier bitteschön niemanden des Forums und schon garnicht in diesem Tonfall.
      Solche Posts sind gern mal der Grund, warum sich Teilnehmer nicht trauen, ihre Fragen/Sorgen zu posten. Das geht garnicht.
      Viele Grüße

      Andrea


      ###############
      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • stierfrau schrieb:

      Davon mal abgesehen, dass ich dich nicht gemeint habe... Sei mir nicht böse, Lisa, aber wenn du mit 1000 kkal am Tag zunimmst, dann hast du entweder mit Diäten übertrieben und deinen Stoffwechsel total ruiniert - oder du hast ein gewaltiges gesundheitliches Problem, was zu solchen extremen Ergebnissen führt. Du verwendest das Wort Essstörung - ja, das könnte auch durchaus zutreffen. Denn so, wie du auf deinem Foto aussiehst, müsstest du einen Grundbedarf von ca. 1400 kkal am Tag haben. Wenn du dich dann auch noch ab und zu mal bewegst, sogar mehr. Es läuft also was falsch. Und das ist nie gut...
      Ich selbst würde mit 3000 kkal am Tag definitiv nicht zunehmen, denn ich nehme mehr zu mir - aber auch nicht abnehmen. Denn so was lächelt mein Körper einfach mal weg ;o) Mit 1000 kkal werde ich abnehmen - ich möchte so aber nicht mein Leben lang leben. Wäre für mich nicht lebenswert.

      7 kg in einem Jahr bedeuten ca. 600 Gramm im Monat, also 20 Gramm am Tag. Davon mal abgesehen, dass ich imstande bin, 2 kg am Tag zuzunehmen - aber auch 2 kg am Tag abzunehmen, ohne meine Ernährung merklich zu ändern, da ich eben so meine Probleme mit Stoffwechsel habe. Könnte es sein, dass da ein Lipodem oder dergleichen vorliegt? Oder eine Schilddrüsenunterfunktion? Wäre alles möglich. Ich bin nur sehr skeptisch bei ersten und einzelnen Beiträgen von junden Leuten, vor allem wenn diese keine genaue Grundlage haben. Ich habe sie gerade eben - wie du es sagst - angemacht. Also vor einer Stunde. Hätte sie weiter schreiben wollen, hatte sie 20 Tage Zeit dies zu tun, bevor ich überhaupt auf diesen Thread gestossen bin. ;o
      Hallo Stierfrau,
      mit meinem Beispiel wollte ich nur zeigen, dass erstmal nix Unglaubwürdig oder lächerlich ist, was man hier postet - ich weiss, dass du mich nicht gemeint hast.
      Und ja, ich habe mir mit Anorexie und Medikamenten den Stoffwechsel "zerschossen".
      Du scheinst dich mit Stoffwechselproblemen auszukennen. Dann kennst du bestimmt auch die Angst, es einfach nicht in der Hand zu haben. , die Panik, auf einer nach oben offenen Richterskala immer weiter zu zunehmen.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Och Lisa, lies den Posting der TE nochmal durch. So lange, bis dir die Wiedersprüche auffallen... Wie gerade geschrieben - irgendwie mehren sich diese Postings hier. Und nur den Wenigsten fällt es auf, dass das Vera...e ist.
      Ich bin keine Frau, ich sehe nur so aus.
      (von mir)
    • stierfrau schrieb:

      ch selbst würde mit 3000 kkal am Tag definitiv nicht zunehmen, denn ich nehme mehr zu mir - aber auch nicht abnehmen. Denn so was lächelt mein Körper einfach mal weg ;o) Mit 1000 kkal werde ich abnehmen - ich möchte so aber nicht mein Leben lang leben. Wäre für mich nicht lebenswert.
      Mein Neid ist mit dir. Seit ich 18 bin, nehme ich im Schnitt nicht mehr als 1500 kcal am Tag zu mir, und das werde ich für den Rest meines Lebens so halten (müssen). In meinen mageren Jahren waren maximal 500 kcal/Tag drin, und in meinen Binge-Eating-Jahren wohl auch so um die 3000. Da bin ich aber noch Marathon gelaufen (kannst du dir vorstellen, wieviele Stunden pro Woche man da trainieren muss?), und ich habe trotzdem massiv zugenommen. Und mit ca 3-5 Kilo pro Jahr kannst du dich spätestens alle zwei Jahre neu einkleiden.
      Mit 1000 kcal nehme ich nicht ab. Eine Woche Erkältung mit Wasser-und-Tee-Diät macht auf der Waage bei mir kein Gramm Unterschied aus.
      Meine Vorfahren mütterlicherseits waren Sinti. Das heißt, in den letzten sagen wir mal 1000 Jahren kamen zur allgemein üblichen kargen Kost noch die besonders prekäre Situation "on the road", soziale Ausgrenzung, geringe Vorratshaltungsmöglichkeiten etc. hinzu. Es überlebte nur die/derjenige, und konnte nur die/derjenige ihre/seine Gene weitergeben, die/der mit dem geringsten Nahrungsangebot auskam und auch bei 500 kcal am Tag nicht verhungert ist.
      Meine Oma hat Zwangsarbeit und Lager überlebt, auch weil sie wenig zum Überleben brauchte. Später kannte ich sie nur als sehr große, sehr dicke Frau. Und sie hat auch nicht geschlemmt. Meistens gab es irgendwelche Gemüsesuppen, Fleisch nur an Weihnachten. Und trotzdem wurde sie dick mit dem was sie aß. Und ich hab diese Super-Gene geerbt.
      Ich finde jedenfalls, nur wenn andere Leute nicht dieselben Erfahrungen gemacht haben wie du, gibt dir das nicht gleich das Recht, von Verarsche zu reden, und in dem unfreundlichen Tonfall schon gar nicht.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)