Probleme in die Stadt zu gehen

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    • Probleme in die Stadt zu gehen

      Hallo ihr Lieben,

      ich denke ich schreibe hier mal.
      Wenn nicht hier, wo dann.

      Ich bin stark übergewichtig, wiege xxx kg bei 1,74 m und habe die letzten 4 Monate schon insgesamt x kg abgenommen.
      Ich nehme ein Antidepressiva, welches Appetitvermindernd ist und ich habe echt Probleme zu essen und zu trinken, das zur Vorgeschichte.
      Ich bin psychisch krank und habe Depressionen und eine Borderline Störung.

      Nun, zu meinem Problem.
      Durch mein Problem habe ich Probleme in die Stadt zu gehen.
      Ich schäme mich, denke alle gucken mich an, reden über mich, lachen mich aus, weil ich dick bin und vielleicht auch mal schneller schwitze.
      Ich fühle mich so unwohl.

      Kennt ihr das Gefühl?
      Was macht ihr dagegen?

      Liebe Grüße

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Bitte keine Gewichtsdokumentationen. - Danke.

    • Ja ich kenne das Gefühl, vor allen im Sommer wenn ich vermehrt schwitze, hat sich aber gebessert seit ich regelmäsig walke, seitdem schwitze ich nimmer soviel, an das angaffen werde ich mich aber nie gewöhnen, obwohl ich weis das bei den meisten eher nur ein normales schauen ist und ich es als gaffen empfinde, ich könnte mir denken das es bei dir auch so ist, das man einfach mal schaut, aber jetzt dich nicht anstarrt.

      Ich gehe selten allein wohin, meistens zuzweit oder dritt, da fühle ich mich daqnn besser, vielleicht wäre das auch etwas für dich.
    • Ich muss gestehen, dass ich in den letzten Jahren mehr und mehr eine soziophobe Störung entwickle. Es gibt Tage, da kann ich z.B. ganz schwer damit umgehen, wenn ich mich mit zwei (!) Freundinnen gleichzeitig treffe. Größere Menschenmengen sind mir mittlerweile ein Gräuel. Ich hatte mir beispielsweise (ohne vorher groß nachzudenken) eine Konzertkarte für eine A Capella - Band gekauft und je näher der Termin rückte (und je mehr Fotos ich auf deren FB-Seite von ihren Konzerten ich sah), umso unwohler fühlte ich mich. Ich inmitten lauter (vorwiegend) junger kreischender Menschen? Und dann die ganze Zeit stehen? Ich habe die Karte verfallen lassen. Wenn ich in Konzerte gehe (was durchaus vorkommt), dann nur mit Bestuhlung und wenn ich einen Randplatz bekomme, also maximal einen Nachbarn habe.

      In die Stadt gehe ich nur noch, wenn ich muss. Und, wenn es geht, nicht allein. Nach Einbruch der Dunkelheit gehe ich möglichst gar nicht mehr nach draußen (seit einem versuchten Überfall in 1997 oder 1998 habe ich permanente Angst im Dunkeln auf der Straße, wenn ich allein bin). Öffentliche Verkehrsmittel meide ich, wenn möglich.

      Einkaufen ist ein Problem, aber auch, weil mich das tierisch stresst. Nach spätestens 15 Minuten habe ich auch im kältesten Raum Schweißausbrüche. Ich vermute, es liegt an einer latenten Kaufsucht, die ich zu unterdrücken versuche. Und es ist egal, ob ich Lebensmittel oder Schuhe kaufe, der Schweißausbruch kommt garantiert. Die Leute sind mir dabei allerdings mittlerweile egal, ich gehe quasi in einer Blase einkaufen, in der ich nur für mich allein bin. Erst an der Kasse, wenn mein Gesicht tropfnass ist oder mein T-Shirt lauter Schweißflecken hat (auch, weil ich mir damit den Schweiß von der Stirn wische), ist mir das dann vor der Kassiererin furchtbar peinlich.

      Vor einiger Zeit, ich habe gerade meine Lebensmitteleinkäufe ins Auto geräumt, hörte ich hinter mir eine Frau immer wieder "Um Gottes Willen!" rufen. Sie drehte sich auch permanent nach mir um. Ich räumte weiter, brachte den Wagen zurück, stieg in mein Auto und fuhr davon. Sie zweifelte noch immer an Gottes Wille ;) Und ich habe mir gedacht: Das Leben der Frau muss furchtbar langweilig sein, wenn ich mit meiner Figur so viel Zeit in ihrem Kopf verbringen darf.
      LG, KirRoyal

      "Wenn ich so könnte, wie ich wollte, würde ich, wenn es ginge, versuchen alles zu tun, um auch das zu verhindern." (Der ist tatsächlich mal auf meinem Mist gewachsen und so lange mir nichts Besseres einfällt, ist er der Platzhalter.)
    • Mit der Stadt habe ich nicht so Probleme.
      Aber wenn ich irgendwo eingeladen bin - selbst wenn es sich eigentlich um ein "entspanntes" Event handelt wie einen Geburtstag.
      Da gehe ich hin und lache und spreche - aber wenn ich heim komme, merke ich, wie sich alles in mir verkrampft hat. Bis zu einem Grad, wo es körperlich weh tut.

      Ich gehe nicht gerne zu irgendwelchen Events. Aber ich gehe hin. Ich gehe ganz bewusst hin.

      Es ist, weil das Vertrauen fehlt. Meistens nach einschlägigen Vor-Erlebnissen. Weil man nicht weiß, wann und woher der nächste "Angriff" kommt.

      Ich denke, es kann sehr unterschiedlich sein, wie lange es braucht, bis man genug Vertrauen entwickelt hat: Vertrauen in sich selbst, und Vertrauen zu anderen.

      @Shalin Du fragst, was wir dagegen tun: Also ich jedenfalls geh "extra" hin, ganz bewusst. Und beobachte ebenso bewusst, wie das zarte Pflänzchen des (Selbst-)Vertrauens sich entwickelt - oder vielleicht auch noch nicht.
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • Hallo Shalin,
      wenn du Antidepressiva bekommst, bist du ja in ärztlicher Behandlung. Sprich den Arzt auf deine soziale Phobie an. Vielleicht kannst du konkret dagegen eine Verhaltenstherapie bekommen.
      Ich selbst habe auch eine Geschichte von Depressionen, allen denkbaren Essstörungen und 2 Burnouts hinter mir, zum Schluss habe ich auch hinter jedem Busch enen Feind lauern gesehen.

      In einem ganz anderen Zusammenhang (Personalentwicklung) habe ich mal den Satz gelesen: "Jede psychische Fähigkeit ist das Ergebnis von Lernvorgängen."
      Manche Menschen haben bestimmte psychische Fähigkeiten (ich sag dazu lieber Handlungsoptionen oder Denkmuster) noch nicht gelernt, weil sie nie im Leben die Gelegenheit dazu hatten. Andere Menschen haben für ganz spezielle Situationen geeignete Handlungsoptionen/Denkmuster erlernt, und wenden diese dann in allen passenden und unpassenden Situationen an. Was mir in Situation A geholfen hat, kann mir aber in Situation B extrem schaden. Das "Anwenden" geschieht dabei nicht bewusst nach dem Motto "Jetzt will ich mal Angst entwickeln", sondern ganz unbewusst, so wie die Bewegungen beim Fahrradfahren oder aufrecht laufen, oder Lesen und Schreiben.

      In einer ganz tiefen depressiven Phase hat mir das "Metakognitive Training" sehr geholfen. Es wurde zwar für Psychosen und Borderline entwickelt, aber ich halte den Ansatz auch für Depressionen und andere Grübelitis geeignet. Ich habe die Module wochenlang täglich durchgearbeitet, und es hat mir tatsächlich aus dem tiefsten Loch herausgeholfen.
      Hier mal ein Link dazu: Metakognitives Training

      @Kir Royal: Ich kann deine Angstzustände verstehen. Ich bin in meiner eigenen Wohnung überfallen worden, und wir mussten danach umziehen.
      Das Problem ist nur, wenn du dich zurückziehst, wirst du immer menschenscheuer und paranoider. Das ist ein Teufelskreis. Man kennt das von vereinsamten alten Leuten. Je weniger du dich in sozialen Situationen bewegst, um so unbeholfener, ungeübter wirst du, und um so mehr Schiss kriegst du vor sozialen Situationen.
      Ich kann dir nur empfehlen, die posttraumatische Belastungsstörung in einer Therapie aufzuarbeiten, und dich Schritt für Schritt wieder ins Leben rein zu trainieren.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      @Kir Royal: Ich kann deine Angstzustände verstehen. Ich bin in meiner eigenen Wohnung überfallen worden, und wir mussten danach umziehen.

      Das Problem ist nur, wenn du dich zurückziehst, wirst du immer menschenscheuer und paranoider. Das ist ein Teufelskreis. Man kennt das von vereinsamten alten Leuten. Je weniger du dich in sozialen Situationen bewegst, um so unbeholfener, ungeübter wirst du, und um so mehr Schiss kriegst du vor sozialen Situationen.
      Ich kann dir nur empfehlen, die posttraumatische Belastungsstörung in einer Therapie aufzuarbeiten, und dich Schritt für Schritt wieder ins Leben rein zu trainieren.
      Ich verkrieche mich nicht daheim. Ich gehe nur nicht (gern) an Orte, wo viele Menschen sind. Ich habe einen ausgesuchten aber verlässlichen Freundeskreis, meine Eltern und Geschwister. Ich gehe (auch allein) zum Schwimmen, nur nicht, wenn gerade Schulferien sind. Bestimmten Situationen setze ich mich nicht aus, weil ich das nicht muss und weil es nicht lebensnotwendig ist.
      Der Überfall ist fast 20 Jahre her. Ich habe in der Zeit 5,5 Jahre Therapie und 2 Aufenthalte in der Psychosomatischen hinter mir. Ich bin froh und glücklich, das nicht mehr zu brauchen. Denn um ehrlich zu sein: die Verhaltenstherapie hat mir so gut wie nix gebracht. Ich finde auch nicht, dass ich paranoid bin (ich bin eine Menge, aber unter Verfolgungswahn leide ich echt nicht). Aber ich achte auf mich und setze mich Situationen, die mir nicht gut tun, einfach nicht aus. Z.B. fahre ich mit der Bahn nur noch in der ersten Klasse, weil ich in der zweiten Klasse meist sehr unangenehme Erlebnisse hatte. Mit dem Auto bin ich allerdings noch viel flexibler, weshalb ich das bevorzuge.

      Ich habe für mich einen Weg gefunden, darauf zu achten, was mir gut tut. Sei es beim Essen oder eben im Alltag. Ich setze mich wenn möglich keinen Situationen (mehr) aus, die mich hinterher noch Monate lang beschäftigen oder zum Weinen bringen. Ich esse z.B. nach Möglichkeit nicht in der Öffentlichkeit, aber ich stelle das Essen an sich nicht ein und fresse dann auch nicht heimlich große Massen. Ein Restaurant besuche ich ungern allein, aber in bestimmte Restaurants gehe ich dennoch auch ohne Begleitung (nur nicht in welche, wo ich noch nie war). Ich vermeide also nicht total. Wenn ich in einen bestimmten Laden in der Innenstadt will, dann gehe ich da auch hin. Aber einfach nur so ohne Grund tue ich das nicht. Wenn ich mit zwei Freundinnen gleichzeitig nicht klar komme, treffe ich mich mit jeder einzeln nacheinander. Und es ist ja nicht so, dass es permanent anhält. Es gibt Tage, da macht mir das nix und wenn es doch mal zu stressig wird, lasse ich die Beiden für einen Moment allein. Ich habe also durchaus meinen Weg gefunden, mit diesen Situationen umzugehen und sehe da bei mir - im Moment - keine Gefahr der Vereinsamung.
      LG, KirRoyal

      "Wenn ich so könnte, wie ich wollte, würde ich, wenn es ginge, versuchen alles zu tun, um auch das zu verhindern." (Der ist tatsächlich mal auf meinem Mist gewachsen und so lange mir nichts Besseres einfällt, ist er der Platzhalter.)
    • KirRoyal schrieb:

      Erst an der Kasse, wenn mein Gesicht tropfnass ist oder mein T-Shirt lauter Schweißflecken hat (auch, weil ich mir damit den Schweiß von der Stirn wische), ist mir das dann vor der Kassiererin furchtbar peinlich.

      Beim Lesen schoss mir spontan ein Gedanke durch den Kopf. Wäre es für dich eine Möglichkeit, für solche Gelegenheiten ein kleines saugfähiges Tuch in die Tasche zu stecken bzw. es beim Einkaufen in den Einkaufswagen zu legen? Das könntest du anstelle deines T-Shirts zum Abwischen der Stirn verwenden.
    • Lucia schrieb:

      KirRoyal schrieb:

      Erst an der Kasse, wenn mein Gesicht tropfnass ist oder mein T-Shirt lauter Schweißflecken hat (auch, weil ich mir damit den Schweiß von der Stirn wische), ist mir das dann vor der Kassiererin furchtbar peinlich.
      Beim Lesen schoss mir spontan ein Gedanke durch den Kopf. Wäre es für dich eine Möglichkeit, für solche Gelegenheiten ein kleines saugfähiges Tuch in die Tasche zu stecken bzw. es beim Einkaufen in den Einkaufswagen zu legen? Das könntest du anstelle deines T-Shirts zum Abwischen der Stirn verwenden.
      Ich habe im Sommer immer ein kleines Gäste-Handtuch dabeigehabt, weil ich dieses Mal ziemlich viel geschwitzt habe im Gesicht. Das hat mir gut geholfen, da ich es auch unangenehm fand, immer eine schweißnasse Stirn zu haben etc. Nur den Schweiß mit der Hand abwischen geht ja nicht wirklich.

      Ich denke, dass ein Waschlappen auch funktionieren würde. Frottee ist ja ziemlich saugstark.
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Lucia schrieb:


      Beim Lesen schoss mir spontan ein Gedanke durch den Kopf. Wäre es für dich eine Möglichkeit, für solche Gelegenheiten ein kleines saugfähiges Tuch in die Tasche zu stecken bzw. es beim Einkaufen in den Einkaufswagen zu legen? Das könntest du anstelle deines T-Shirts zum Abwischen der Stirn verwenden.

      Nordlicht schrieb:


      Ich habe im Sommer immer ein kleines Gäste-Handtuch dabeigehabt, weil ich dieses Mal ziemlich viel geschwitzt habe im Gesicht. Das hat mir gut geholfen, da ich es auch unangenehm fand, immer eine schweißnasse Stirn zu haben etc. Nur den Schweiß mit der Hand abwischen geht ja nicht wirklich.
      Ich denke, dass ein Waschlappen auch funktionieren würde. Frottee ist ja ziemlich saugstark.

      Habe ich auch schon gemacht, aber immer, wenn ich das Tuch gewaschen habe, habe ich dann meist vergessen, es wieder einzustecken. Ich habe im Auto immer eine 100er-Box mit Taschentüchern stehen und nehme dann meist 5 Stück mit rein, aber die sind manchmal viel zu schnell durch.

      Es ist ja auch nicht so, dass ich vor Anstrengung schwitze, sondern das Bezahlen scheint mich dermaßen zu stressen...

      Das ist vor allem schlimm, wenn ich Klamotten oder Schuhe brauche. Wenn ich nach 10 min noch nichts gefunden habe, muss ich den Laden verlassen, danach geht dann auch mit einem Saunatuch nichts mehr. ;)
      LG, KirRoyal

      "Wenn ich so könnte, wie ich wollte, würde ich, wenn es ginge, versuchen alles zu tun, um auch das zu verhindern." (Der ist tatsächlich mal auf meinem Mist gewachsen und so lange mir nichts Besseres einfällt, ist er der Platzhalter.)
    • Ich habe schon immer vom Kopf her geschwitzt. Es ist immer lustig - denn mir läuft die Brühe immer übers Gesicht, hinten am Hals entlang und in den Ausschnitt. Kopf ist nass, Kragen oder Shirtausschnitt sind nass. Aber unter den Achseln ist alles trocken... Das ist unabhängig vom Gewicht - ich schwitzte genauso bei der Hälfte von mir heute.
      Dafür reicht kleinste Anstrengung - und ich sehe aus, als ob ich gerade frisch die Haare gewaschen habe und mit noch nassem Kopf das Haus verlassen habe. ;o) Und da ich die Haare dabei gar nicht getrocknet habe, tropft das halt so runter ...
      Ändern kann ich das nicht. Also keine Kosmetik verwenden, da sowieso zerläuft - und immer Taschentücher oder gar kleine Handtücher dabei haben.
      Aber ich kann bei dem Thema sonst nicht mitreden. Denn ich bewege mich sonst frei in der Gegend herum, inclusive Freibäder, Saunen, Thermen usw. usf.
      Ich bin keine Frau, ich sehe nur so aus.
      (von mir)
    • ich verwende waschlappen, da habe ich etliche
      wenn ich den zum waschen raus nehme, kommt sofort ein anderer in die tasche
      saugt wunderbar
      zusätzlich gebe ich den ein in so ein gefriersackerl mit zipp, da er dann schon sehr feucht wird. das sackerl lasse ich allerdings zur sicherheit offen
      :stay:
      lg
      Renate

      Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt. (Dr. Eckhart von Hirschhausen)
    • melisah schrieb:

      Das hatte ich während der Schilddrüsenzeit als ich hormonell im Chaos war. Die Wechseljahre will ich ja ausfallen lassen.
      Die habe ich hinter mir. Dank Hypophysentumor bin ich postoperativ mit 27 in den Wechsel gekommen. Kann verstehen, wenn jemand das ausfallen lassen will. Das einzig Positive ist, dass ich nicht mehr blute. ;) Meine Schilddrüse wird ja leider nicht mehr stimuliert (liegt auch an der Hypophyse), aber ich bin eigentlich gut eingestellt. Mit weniger Hormonen schwitze ich auch nicht weniger.

      stierfrau schrieb:

      Ich habe schon immer vom Kopf her geschwitzt. Es ist immer lustig - denn mir läuft die Brühe immer übers Gesicht, hinten am Hals entlang und in den Ausschnitt. Kopf ist nass, Kragen oder Shirtausschnitt sind nass. Aber unter den Achseln ist alles trocken...
      So geht es mir auch. Ich war im Sommer in Innsbruck im Alpenzoo. Luftfeuchtigkeit >70% und gut warm. Und der Zoo heißt nicht nur Alpenzoo, weil da Tiere aus den Alpen leben. Er schmiegt sich auch ganz wunderbar an einen Berghang. Ich hatte zum Glück ein Kleid an, auf dem man die Schwitzflecken nicht sah, aber ich war im Dekolleté-Bereich durch. Tropfnass. Mein Taschentuch-Vorrat war sehr schnell aufgebraucht. Unter den Achseln: Nichts.

      MissSilver schrieb:

      ich verwende waschlappen, da habe ich etliche
      wenn ich den zum waschen raus nehme, kommt sofort ein anderer in die tasche
      saugt wunderbar
      zusätzlich gebe ich den ein in so ein gefriersackerl mit zipp, da er dann schon sehr feucht wird. das sackerl lasse ich allerdings zur sicherheit offen
      Eigentlich eine gute Idee. Werde mal einen Packen Waschlappen kaufen. Danke.
      LG, KirRoyal

      "Wenn ich so könnte, wie ich wollte, würde ich, wenn es ginge, versuchen alles zu tun, um auch das zu verhindern." (Der ist tatsächlich mal auf meinem Mist gewachsen und so lange mir nichts Besseres einfällt, ist er der Platzhalter.)
    • Hallo,
      ich habe in meiner Handtasche immer ein Gästehandtuch. Nicht nur wegen dem Schwitzen, auch um meine Hände abzutrocknen, oder mal einen Stuhl, oder gar ein ganzes Kind dass im Regen nass geworden ist.
      Ist ein echtes Helferlein geworden.

      @stierfrau
      ich schwitze genau wie Du es beschreibst.
      Mein Kopf ist klitschnass, und der Rest des Körpers staubtrocken.
      Oft werde ich dann gefragt ob bei mir alles ok ist, wie ich mich fühle usw...
      Ist leider eine saudumme Stelle... da wären mir die Achseln oder der Rücken usw. wesentlich lieber.
      [SIZE=2]Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.

      Immanuel Kant
      [/SIZE]
    • Hallo zusammen,

      meine Ängste raus und in die Stadt zu gehen werden immer schlimmer.
      Ich fühle mich so dick (bins ja auch), so hässlich und unförmig und schäme mich mit meinen Klamotten. Ich habe keine schönen Anziehsachen. Ich wollte bald mal wieder einkaufen gehen und mir passende Hosen kaufen. Meine jetzigen schlabbern total, weil ich abgenommen habe. Und dann fühle ich mich überall angestarrt und beobachtet. Ich denke ich sehe so schlimm aus. Aber in der Stadt laufen noch viel schlimmere Leute als ich herum, das sage ich mir dann immer, helfen tut es nicht so.

      Das mit dem schwitzen habe ich ja auch vom Antidepressiva, nehme Sormodren dagegen, das ist ein Parkinsonmittel, was bei Hyperhidrose auch gegeben wird, damit man nicht mehr so schwitzt.
      Beim Lebensmitteleinkauf schwitze ich auch immer total an der Kasse, und wenn ich wieder Zuhause bin auch total extrem, das stresst mich total.

      Ich bin am liebsten in meiner Wohnung für mich allein, dann brauche ich mich auch nicht zu schämen.
      Kennt ihr das?

      Liebe Grüße,
      Shalin ;(
    • Hallo Shalin,

      ich gehe auch nicht sonderlich gerne raus - aber aus anderen Gründen, nicht wegen des Aussehens oder Schwitzens. Das wär' mir, glaub ich, ziemlich wurscht. Weil ich bin wie ich bin, und das ist "den Anderen" zuzumuten!
      Ich habe keine Lust, mich um anderer Leute Standards zu bekümmern. Mir gefallen auch viele nicht. Und wem ich nicht gefalle - der kann ja einen anderen Weg schauen ...

      Aus welchem Grund aber auch immer - da sind irgendwelche Ängste und Hemmschwellen, UND es belastet einen daß man nicht rausgehen will/kann.

      Ich sage mir dann immer, gerade das Rausgehen, unter Leute gehen, ist das was ich brauche! Weil wir sind von der Biologie her keine Einsiedler, sondern brauchen andere Menschen.
      Ich gehe fast jeden Tag. In's Städtchen. Und wenn ich mich mal nicht "zeigen" und unterwegs nicht angequatscht werden will, kann ich mit dem Bus bis an mein Ziel fahren, und mich dort ein wenig aufhalten.

      Ich habe aber in "kleinen Portionen" angefangen, erst mal ne halbe Stunde. Nicht gleich einen ganzen Tag in der Stadt oder so. Ein ganzer Tag würde mir immer noch schwer fallen.

      Das Wichtigste was ich gemacht habe ist, daß ich seit fast zwei Jahren jede Woche in eine Strickgruppe gehe. Dort haben wir alle einen sehr netten Umgang miteinander - niemand "urteilt" über den anderen. Es ist noch eine andere Frau da, die erst wieder Vertrauen fassen muß - so wie ich. Und vor allem: es ist keine Jammergruppe. Wir machen schöne Sachen - oder manchmal auch Sachen, die nicht so gut gelingen - und haben unseren Spaß!
      Wie gesagt, das war mit die beste Entscheidung für mich: einen festen Anlaufpunkt, in einer "sicheren" und geschützten Atmosphäre.
      Kann ich nur empfehlen!

      Muß jetzt natürlich nicht für Jede(n) das Stricken sein. Es sollte auf jeden Fall was sein, was Dir Spaß macht.

      Ich wünsche Dir die richtige "Erleuchtung", und daß Du bald wieder so viel Zutrauen fassen kannst, ein bißchen unter Leute zu gehen.

      Ganz liebe Grüße, Issi
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • Vielleicht hast du ja auch jemanden, mit dem du mal eine Stunde rausgehen oder dich treffen kannst auf einen Kaffee. Die Unterhaltung lenkt dich vielleicht ab. Ja, Leute gucken, Leute labern, aber nicht immer über dich und viele gucken auch vorbei bzw. auf was anders.
      Viele Grüße

      Andrea


      ###############
      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Hallo Shalin,

      so wie du das beschreibst, klingt das eher nach einer Angsstörung . ich hatte das auch lange; so wie du auch habe ich eine psychiatrische Vorgeschichte. Die Angst., dass einen alle anschauen etc. switcht dann schon ein bißchen ins Paranoide.

      Ich halte zumindest für mich nichts von Psychopharmaka und möchte sie auch nicht empfehlen. Ich möchte dich lieber zu einer Psychotherapie/Verhaltenstherape ermutigen, um diese Angst anzugehen. Tabletten lösen diese Art von Problemen nicht.

      Das häufige Schwitzen kann Angst übrigens triggern, denn das Gehirn interpretiert "Schwitzen" als "Angsthaben". Dieses intensive Wahrnehmen von Körpersignalen nennt man Interozeption. Auch das intensive Wahrnehmen des eigenen Herzschlages wird als Panik gedeutet.

      Ich will dir Mut machen, ich bin 9 Monate nicht aus dem Haus gekommen, solche Ängste hatte ich - mittlerweile geht es mir wieder gut.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Shalin, ich bin sicher, dass Du nicht schlimm aussiehst, ganz sicher.
      Aber würde es Dir guttun, einmal eine Hose online zu kaufen und
      dann damit in die Stadt zu gehen? Du könntest alles messen und
      eine Hose online aussuchen, man kann notfalls eine Retour machen
      aber ich stelle immer wieder fest, wenn man vorher alles gemessen
      hat, kann eine Hose durchaus passen. Mach es einmal und dann
      gehe damit kurz in die Stadt, möglichst in ein nettes Café mit einer
      Freundin einen Espresso trinken. Nur kleine Schritte, damit die
      Angst langsam abgebaut werden kann. Wäre das was?
    • Liebe Shalin,

      ich will es mal übertrieben ausdrücken, aber um "angestarrt" zu werden, braucht es wirklich mehr als Kleidung die nicht gut passt oder nicht so toll aussieht oder einen runden oder dicken Körper, da müsstest Du schon zwei Köpfe haben oder drei Beine...

      ... das heißt aber nicht, dass ich Dich nicht gut verstehen kann, denn ein ähnliches Gefühl hatte ich auch mal. Das war, als ich aufgrund einer bis dato nicht erkannten Krankheit extrem viel zugenommen hatte und ein Sonnenurlaub anstand.
      Was habe ich mir für einen Kopf gemacht!!!
      Jeder Badeanzug den ich anprobierte, zeigte mir ein Ungeheuer. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass ganz sicherlich NIEMAND auch nur annähernd so schrecklich aussehen würde wie ich und dass ALLE mich anstarren und abscheulich finden würden. So, wie ich halt selber mein Spiegelbild anstarrte und abscheulich fand. Was ich empfand MUSSTEN doch alle Menschen auch empfinden! Oder???

      Ich habe seinerzeit meine Gedanken und Gefühle hier im Forum ausgebreitet, was mir nicht leicht fiel. Aber letztlich hat es mir geholfen. Die Hilfe hier und das bewusste hinschauen, als der Urlaub dann da war. Was ich sah, erstaunte mich, denn so hatte ich es vorher nie wahrgenommen:

      Ich bin niemand mit zwei Köpfen oder drei Beinen. Ich bin eine von Vielen. Ich bin keine Ausnahme, kein Monstrum, ich muss mich nicht schämen. Ich sah alte, junge, große, kleine, dicke, dünne, blasse und braune Menschen und keiner kümmerte sich um den anderen. Weil das der völlig normale Zustand ist. Unnormal wäre es, würden alle gleich aussehen. Wir sind aber nicht so gedacht. Wir sind Individuen und dazu gehört, dass ein jeder einen anderen Körper hat.

      Du sagst, dass es Menschen gibt, die viel "schlimmer" als du aussehen. Wieso schlimmer? Wieso nicht einfach anders?

      Solange Du Dich als "schlimm" empfindest, wirst Du glauben, dass sich dies in den Augen anderer Menschen wieder spiegelt. Die Abscheu die Du für Dich selbst empfindest, glaubst Du in den Augen anderer zu sehen. Was Du jedoch siehst, ist im Grunde nur das, was Du selber denkst.

      Als ich damals das erste mal im Badeanzug herum lief, tat ich das noch mit eher gesenktem Kopf. Aber immerhin, ich hatte mich getraut. Und als ich so nach und nach merkte, dass sich alles Schlimme nur in meinem Kopf abspielte, verflog das ungute Gefühl immer mehr.

      Bei mir reichten die Hilfen die ich bekam und mir selber gab. Das mag bei Dir vielleicht schon zu festgefahren sein. Wenn dem so ist, suche Dir bitte professionelle Hilfe. Zum Glück gibt es die. Hole sie Dir, denn jeder Lebenstag ist kostbar.
      Verschenke keinen mehr, sondern tu was!
      Jetzt gleich!
      Sofort!
      Je eher desto besser und umso eher wirst Du Dein Leben wieder genießen können.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • P.s.

      Shalin,

      Du schriebst ja schon mal im Oktober letzten Jahres und hast viel Reaktion bekommen. Leider kam von Dir nichts dazu.

      Auch dieses mal haben viele auf Deine Gedanken reagiert. Es wäre nett (oder ganz normal höflich) darauf zu antworten, oder zumindest zu signalisieren, dass Du dies zur Kenntnis genommen hast.

      Es kann jedoch natürlich auch sein, dass Du Dir nur einmal alles von der Seele schreiben wolltest und gar keine Reaktion erwartest. Das wäre völlig okay, aber dann wäre es nett, dies zu erwähnen.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Neu

      Das ist ja ein Teufelskreis, der immer schlimmer werden kann: Stress - Schwitzen - sich schämen - noch mehr Stress - noch mehr schwitzen - ... Willentlich kann man da gar nichts machen, der Körper macht was er will. Man kann höchstens stressbehaftete Situationen üben üben üben, bis man sich dran gewöhnt hat und das Stressempfinden nicht mehr so stark ist und die körperlichen Reaktionen weniger werden, aber ganz weg geht das bei keinem. Sogar Politiker oder Schauspieler, die öffentliche Auftritte gewohnt sind, haben Lampenfieber. So etwas hat jeder. in mehr oder weniger starker Ausprägung. Bei den Hartgesottenen braucht es schon eine extreme Situation, wie ein Live-Auftritt vor Millionenpublikum, dann heißt das "Lampenfieber". Bei Sensibelchen reicht der Gedanke an einen Einkaufsbummel für Panikattacken aus, dann nennt man das "Soziale Phobie".
      Aber im Grunde geht es bei beidem darum, dass man Angst hat, "unangenehm" aufzufallen, Patzer zu machen, negativ bewertet zu werden, abgelehnt zu werden. Der innere Kritiker, der einem immer ins Ohr flüstert, was das für eine totale Katastrophe wäre, ist nur sehr schwer zum Schweigen zu bringen. Wenn ein Kind nie das Versagen erleben durfte, weil entweder alle Hindernisse gluckenhaft beseitigt wurden, oder Fehler rigoros abgestraft wurden (bei mir gab es beides, ich durfte nicht an Schwierigkeiten lernen, aber Fehler machen durfte ich auch nicht), kommt einem das ganze Leben wie eine Dauerprüfung mit Dauerprüfungsstress vor. Aber wer ist der Prüfer? Kommt Papi und verhaut dich mit dem Gürtel? Oder ist es nicht eher einfach sch***egal, was die Leute von dir denken?

      Was wäre denn der Super-Gau? Dass alle Leute um einen rumstehen und schreien "verbrennt die Hexe!"? Ist diese Annahme realistisch?

      Bei den Temperaturen aktuell schwitzt jeder. Wenn das Schwitzen und die Angst davor ein Problem sind, ist jetzt die beste Gelegenheit, zu üben. Da kann man auch mal ganz öffentlich mit einem Tuch das klatschnasse Gesicht abtupfen und stöhnen "Manno, ist das warm!", und kein Mensch sagt was.

      Sich zu Hause zu verstecken, macht das Problem nur noch schlimmer. Du schreibst, du nimmst Antidepressiva? Dann muss es eine/n Ärztin/Arzt geben, die/der sie dir verschreibt. Depressionen und Soziale Phobien gehen oft Hand in Hand und verstärken einander, aber die Behandlung ist unterschiedlich.

      Frag deine/n Ärztin/Arzt nach einer Überweisung für eine Verhaltenstherapie. Das einzige, was wirklich hilft, ist Üben Üben Üben. Ich hab damit Erfahrung. Mit 23 habe ich mich versteckt, wenn jemand an der Tür war, mit 53 habe ich Reden vor 1000 Leuten gehalten.
      Unter Anleitung kann man die Trainingsschritte individuell anpassen, und auch die tieferen Ursachen aufdröseln. Es gibt zwar angstdämpfende Medikamente, aber die übertünchen nur die Symptome. Wenn die Medikamente wegbleiben, kommt die Angst wieder. Das ist keine nachhaltige Lösung.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)