Hilfe gegen Essanfälle: Angeleitetes Selbsthilfeprogramm

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Hilfe gegen Essanfälle: Angeleitetes Selbsthilfeprogramm

      Liebes Forum,

      wir haben den unten zitierten Aufruf erhalten. An sich ist es eher unüblich, für ein Versuchsprojekt einen Unkostenbeitrag zu erheben. Obwohl uns das aufgestoßen ist, haben wir uns entschieden, den Aufruf zu posten, weil wir denken, das Programm könnte doch vielleicht dem einen oder anderen von Euch helfen und 50 Franken sind sicher für die meisten erschwinglich. Über etwaige Erfahrungsberichte würden wir uns freuen.
      Hilfe gegen Essanfälle: Angeleitetes Selbsthilfeprogramm mit einem Buch oder einer Online-Intervention

      Am Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Fribourg (Prof. Dr. Simone Munsch) werden zurzeit in Zusammenarbeit mit der Abteilung Mensch-Maschine-Interaktion der Universität Basel (Dr. Alexandre Tuch) zwei angeleitete Selbsthilfeprogramme zur Behandlung der Binge-Eating-Störung (Essanfallsstörung) entwickelt. Für die Überprüfung und Weiterentwicklung dieser Programme sind wir froh um Ihre Mithilfe als Betroffene!

      Teilnehmen können Sie, wenn Sie weiblich und mindestens 18 Jahre alt sind und unter Essanfällen leiden, bei denen Ihnen die Kontrolle darüber entgleitet, was und wie viel Sie essen. Zudem sind solche Essanfälle oft gekennzeichnet durch essen ohne Hunger, schnell und durcheinander essen, und essen aufgrund negativer Gefühle oder Langeweile. Die Essanfälle sind vielfach begleitet von Schuld- und Schamgefühlen und führen bei den Betroffenen zu einem hohen Leidensdruck.

      Haben Sie sich in dieser Beschreibung wiedererkannt? Dann haben Sie nun die Gelegenheit, mit Hilfe eines dieser angeleiteten Selbsthilfeprogramme etwas dagegen zu tun und uns gleichzeitig in der Entwicklung und Überprüfung dieser Programme zu unterstützen.

      Insgesamt ist eine Therapiedauer von 8-12 Wochen vorgesehen. Alle Bestandteile des Programms können Sie vollständig von Zuhause aus absolvieren. Sie werden in dieser Zeit von einer speziell dafür ausgebildeten und von Frau Prof. Dr. Simone Munsch und Dr. Andrea Wyssen supervidierten Masterstudentin in Klinischer Psychologie angeleitet und stehen mit dieser Person in E-Mail Kontakt.

      Die beiden Programme basieren auf einem wissenschaftlich überprüften und in seiner Wirksamkeit sehr gut bestätigten Therapieansatz, welcher von Frau Prof. Dr. Simone Munsch entwickelt wurde. Nähre Informationen dazu finden Sie z.B. hier: http://www.beltz.de/fachmedien/psych...ge_eating.html

      Nun wird dieser Therapieansatz für die Anwendung als Selbsthilfeprogramm adaptiert. Da sich die Selbsthilfeprogramme noch in der Entwicklungsphase befinden, fällt für Sie als Teilnehmerin lediglich ein einmaliger Unkostenbeitrag von 50 CHF an.

      Wenn wir Ihr Interesse geweckt haben, können Sie uns unter untenstehender E-Mail Adresse kontaktieren. Wir werden Ihnen dann weitere Informationen zu den Therapiemöglichkeiten zukommen lassen, bevor Sie sich entscheiden, ob Sie teilnehmen möchten.
      selbsthilfeprogramm.bes.unifr@gmail.com

      Mit den besten Grüssen
      Andrea Wyssen, Bettina Schneuwly, Arabela Djurdjevic, Johanna Kummetat, Laura Quintana, Alexandre Tuch & Simone Munsch

      Bei Fragen können Sie sich gerne an uns wenden:
      Andrea Wyssen
      Universität Fribourg
      Lehrstuhl für Klinische Psychologie
      und Psychotherapie (C-2.118)
      Rue de Faucigny 2
      CH-1700 Fribourg
      Telefon: 0041 26 300 76 59
      E-Mail: andrea.wyssen@unifr.ch
      unifr.ch/psychotherapie/de
    • ich wundere mich gerade.... ich habe in Hamburg an einer Studie an der Uni teilgenommen und ein Honorar und die Fahrtkosten ersetzt bekommen....die
      Schweizer dagegen kassieren ab....:-p sind das wirklich die verschiedenen Mentalitäten ?
      ( ich finde, wenn etwas noch in der Entwicklungsphase ist, dürfte es für die Probanden nix kosten)

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      ich wundere mich gerade.... ich habe in Hamburg an einer Studie an der Uni teilgenommen und ein Honorar und die Fahrtkosten ersetzt bekommen....die
      Schweizer dagegen kassieren ab....:-p sind das wirklich die verschiedenen Mentalitäten ?
      ( ich finde, wenn etwas noch in der Entwicklungsphase ist, dürfte es für die Probanden nix kosten)

      liebe Grüße Lisa


      In der Schweiz ist halt alles teuer ... ;)

      Wobei ich es auch bißchen komisch finde, dass man für etwas zahlen soll - und sei es nur ein "Unkostenbeitrag" - das noch kein endgültiges "Produkt" ist. Schließlich profitieren die Entwickler ja von den Teilnehmern und können mit deren Hilfe u.U. das Produkt zur Marktreife bringen.

      Überspitz formuliert kostet es für das Versuchskaninchen Eintritt ... ;)
      Wer nicht mit dem zufrieden ist, was er hat,
      der wäre auch nicht mit dem zufrieden, was er haben möchte. (Berthold Auerbach)
    • Ich hatte zu den Unkosten nachgefragt und diese Antwort erhalten, die auch nicht wirklich weiterhilft.
      Zum Unkostenbeitrag: die Selbsthilfeprogramme werden vom Zentrum für Psychotherapie der Universität Fribourg durchgeführt. Da sich die Programme noch in der Entwicklung und Evaluation befinden, verrechnen wir nicht den üblichen Tarif. Die Kosten betreffen Administration z.B. für Diagnostik und Supervision.
      Da ich noch mal nachfragen will wegen der Männer, werde ich das entsprechend kommentieren.
    • Ich habe jetzt noch mal diese Stellungnahme zu den hier aufgeworfenen Fragen erhalten:
      [FONT=&quot]Mein Name ist Andrea Wyssen, ich bin die Leiterin der Studie „angeleitetes Selbsthilfeprogramm zur Behandlung der Binge-Eating-Störung“. Sie wurden von einer meiner mitarbeitenden Studentinnen, Frau Johanna Kummetat, angefragt, ob Sie uns bei der Rekrutierung für diese Studie unterstützen würden, in dem Sie uns helfen, das Inserat zu streuen bzw. es auf Ihrer Website aufschalten. [/FONT] [FONT=&quot]Ich möchte gerne in dieser E-Mail kurz auf Ihre Fragen eingehen. Ich kann mir gut vorstellen, dass interessierte Betroffene etwas irritiert sind, da sie für ein Programm bezahlen müssen, welches noch in der Entwicklungsphase ist. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass das Programm auf einem evaluierten und in seiner Wirksamkeit bestätigten Therapieansatz basiert und es in dieser Studie lediglich um die Implementierung in ein neues Setting (angeleitete Selbsthilfe) geht. Dabei werden alle teilnehmenden Patientinnen fortlaufend betreut und die betreuenden Therapeuten befinden sich am Zentrum für Psychotherapie an der Universität Fribourg in Supervision. Ausserdem stellen wir das Buch /die Arbeitsmaterialien gratis zur Verfügung und für die Teilnehmerinnen entstehen keine weiteren Kosten (auch die Kosten für Telefongespräche etc. werden von uns übernommen). Damit wir die Möglichkeit haben, die Wirksamkeit des Behandlungsprogramms systematisch zu überprüfen, sind wir sehr froh um Ihre Mithilfe. Das Ziel wird sein, dass Programm dann in einem weiteren Schritt in ein komplettes Online-Setting zu übertragen, welches dann vielen Menschen überall im deutschen Sprachraum zur Verfügung gestellt werden kann. An einer Adaptation für Männer arbeiten wir ebenfalls, wir sind jedoch noch nicht soweit ein männerspezifisches Programm anbieten zu können. [/FONT]
      [FONT=&quot] [/FONT]
      [FONT=&quot]Sind diese Ausführungen von mir hilfreich für Sie? Gerne können Sie sich für weitere Fragen direkt an mich wenden. [/FONT]
      [FONT=&quot] [/FONT]
      [FONT=&quot]Freundliche Grüsse[/FONT]
      [FONT=&quot]Andrea Wyssen[/FONT]
    • mich hat das geärgert

      und deshalb hab ich das denen auch gesagt:mad:
      .........................................................
      Guten Tag,


      übers Forum für Dicke erfuhr ich von Ihrer Studie.


      Daß ist zum ersten Mal, daß ich für eine Studie, die ja Ihrem Wissensgewinn und dem einen und anderen sicher auf dem Weg zur Doktorarbeit weiterhilft, erstmal zahlen soll und dann auch noch in der reichen Schweiz, das find ich gelinde gesagt ärgerlich und unverschämt.
      Bisher war es üblich,daß man für die Mühen von Studien entschädigt wurde oder wenigstens hoffiert.



      Nun werden wir Dicken auch noch von "öffentlichen "Stellen abgezockt.
      Reicht es nicht , daß wir an jeder Ecke dikriminiert werden und unser Leid sowieso schon die Taschen von "der Abnahmeindustrie" füllt.



      Tz.


      f.
    • Ich vermute mal, dass in der reichen Schweiz genausoviele öffentliche Mittel in die Universitäten fließen wie im reichen Deutschland, nämlich recht wenig, je nach Forschungsgebiet. Entweder kann man sich im Wissenschaftsbetrieb "Drittmittel" in der Industrie organisieren, und muss dann darauf achten, dass man nicht in die Hand beißt, die einen füttert, oder ist auf ehrenamtliches Engagement der Studenten/Mitarbeiter angewiesen. Bei hunderten von Studienteilnehmern (man will ja auch eine statistisch relevante Stichprobe) das komplette Material aus den klammen Unitöpfen zu nehmen, kann für ein Projekt ein KO-Kriterium sein. Erst bei genügend Kunden wird sich so ein Programm wohl selbst finanzieren können.
      Und Leut, kommt mal endlich weg von der Geiz-ist-geil-Mentalität. Gute Arbeit ist gutes Geld wert. Für bestimmte Forschungsprojekte löhnt natürlich die Kosmetik- oder Pharmaindustrie, da kann man den Versuchskaninchen auch mal ne Möhre spendieren. Aber es ist schließlich nicht im Interesse der Abnehmindustrie, dass Menschen ihre Essstörung selbst überwinden, gelle? Also wird es von da kaum Kohle geben. Und der Staat (Gesundheitsministerium) steht wahrscheins auch in der Schweiz auf dem Standpunkt: selber schuld, wenn ihr euch nicht an unsere Empfehlungen haltet.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:


      Und Leut, kommt mal endlich weg von der Geiz-ist-geil-Mentalität. .


      So habe ich das nicht gemeint.
      Ich bin nur öfter Probandin für Studien und normalerweise gibt es einen Topf, aus dem Fahrtkosten, Telefonate, Betreuung, Honorare etc. bezahlt werden.
      Wenn ein Proband zu teuer wird , weil er intensivere Betreuung braucht, guckt man, dass es noch einen Topf gibt, in dem man zwei Studien zusammenlegt.
      Aber wie gesagt, wenn das an dieser Uni in der Schweiz anders organisiert ist, dann ist das halt so.
      Mehr als das Geld hält mich die Entfernung ab, Kiel ist sehr weit weg von Fribourg.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • mrsmarple schrieb:

      und deshalb hab ich das denen auch gesagt:mad:
      ...

      Nun werden wir Dicken auch noch von "öffentlichen "Stellen abgezockt.
      Reicht es nicht , daß wir an jeder Ecke dikriminiert werden und unser Leid sowieso schon die Taschen von "der Abnahmeindustrie" füllt.



      Tz.


      f.


      So eine Reaktion finde ich reichlich überzogen. Zumal ich die Erklärung der Dame oben sehr plausibel finde. Also wo hier Abzocke stattfindet erschließt sich mir nicht.

      Ich denke mal, dass man normalerweise für solch eine psychotherapeutische Intervention bzw. Programm viel mehr bezahlen muss.
    • Boewi schrieb:

      :confused:
      Telefonate kann man von jedem Ende der Republik führen. Das Programm kann in vollem Umfang von zuhause aus absolviert werden. Den Punkt mit der Entfernung verstehe ich daher nicht.


      Oh, hatte ich missverstanden. Ich dachte, ich muss ab und zu hin.
      :-o
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • mrsmarple schrieb:


      Bisher war es üblich,daß man für die Mühen von Studien entschädigt wurde oder wenigstens hoffiert.


      Ich finde diese Kritik im Ton ziemlich daneben gegriffen.

      Übrigens gibt es auch in der reichen Schweiz unterfinanzierte Uni-Institute und Studenten ohne üppige finanzielle Mittel.
    • Die Töpfe, aus denen Studien finanziert werden, wachsen nicht auf den Bäumen, sondern werden von interessierten Sponsoren bereitgestellt. Und wer wird woran Interesse haben?
      Die Steuergelder, die da fließen - nein, tröpfeln - reichen kaum aus, um das Personal zu löhnen. Kein Wunder, dass ein Großteil der Forschung auf kostenloser Studentenarbeit (die zahlen sogar Studiengebühren dafür) und 450-Euro-Jobs beruht.
      Unis als "öffentlich" zu bezeichnen, geht schon seit 20 Jahren nicht mehr.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)