und mal wieder wird man angepöbelt

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Honigbiene schrieb:

      Darauf würde ich dem Kellner nur noch sagen: "Wie erfrischend, endlich mal wieder einem Kellner zu begegnen, der so gar keinen Wert auf Trinkgeld legt."

      Gut gekontert. Nur - mir würde so etwas allenfalls zu hause einfallen. In dem Augenblick der Situation, würde ich nur wie ein kleines Kind den Kopf senken. Das ärgert mich immer sehr. ;(
    • Die Gelegenheit kommt wieder. Bis dahin heißt es üben, üben, üben.

      Schlagfertigkeit ist nicht angeboren, man kann sie lernen. Für den Anfang reichen auch Kommentare wie: "Das sagen Sie." Das reicht bei vielen Leuten wie diesem Kellner schon aus, da solche Leute es oft gewohnt sind, dass sich das Gegenüber verschämt schweigend zurückzieht.
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Tosca schrieb:

      Maky schrieb:

      Seine Bemerkung würde ich eher als "Anerkennung" werten.
      Und wenn jetzt eine ganz dünne Frau ihren Teller nicht leer gegessen hätte, wäre es dann vom Kellner auch anerkennend gemeint, wenn er beispielsweise angemerkt hätte:


      "Sie haben aber sehr wenig gegessen."

      Und:

      "....ich nehme nicht an, dass sie noch ein Dessert möchten ??""
      ________________________________________

      Liest sich nicht gut oder? Beides ist für mich einfach nur übergriffig.

      Meiner Meinung nach, steht es einem Kellner überhaupt nicht zu, irgendwelche Bemerkungen darüber zu machen, wie viel jemand von seinem Essen gegessen hat. Das Gericht wurde bestellt, es wird vollständig bezahlt - und das unabhängig davon, ob alles aufgegessen wurde - oder ob noch die Hälfte drauf liegt.
      Ich bin jetzt zwar nicht "ganz dünn", aber da ich beim Essen im Restaurant öfters mal die Portion nicht schaffe und etwas auf dem Teller bleibt, wurde ich schon gelegentlich gefragt, ob mit dem Essen etwas nicht in Ordnung war (es mir nicht geschmeckt hat). Sollte ich diese Frage etwa als übergriffig empfinden?

      Ach ja, und bei meinem "Lieblingsgriechen" wird nach dem Essen - ungefragt - noch ein kleines Dessert auf Kosten des Hauses serviert. Man könnte es nun so interpretieren: bin ich dick, wird mir das Dessert hingestellt, weil man mich für verfressen hält. Bin ich dünn, könnte ich es für den Versuch halten, ich müsste "aufgepäppelt" werden. Ehrlich gesagt, ich gehe zum Essen des Essens willen oder weil ich in netter Gesellschaft bin. Nicht, weil mich interessiert, was irgendein Kellner in dem Lokal sagen wird.
    • Dann hast Du ein gesundes Selbstbewußtsein und das ist gut.

      Ich persönlich bin jetzt kein " Hascherl ", habe aber schon meine Probleme mit dem Essen und meiner Figur. Ich habe auch sonst noch nie solch eine Anmerkung im Restaurant bekommen und kann es dadurch sicherlich auch schlecht einordnen.

      Ich bin aufgewachsen mit Sätzen wie " iss nicht soviel, nimm Dir das kleine Stück oder nimm den Apfel anstatt den Kuchen ". Jetzt im Erwachsenenalter muss ich das nicht mehr haben und von einem Kellner erwarte ich auch etwas anderes.

      Wir gehen seltener Essen und ich bin halt immer auf mein Erscheinungsbild bedacht. Es ist nunmals oft so, dass man an seiner Portionsgröße gemessen wird. Es wird fälschlicherweise angenommen Dicke essen automatisch zuviel. Und wenn es dann auch noch ausgesprochen wird ist es doppelt schwer es nicht als abwertend zu sehen.

      Liebe Grüße
    • Sicherlich fühlen sich durch so unpassende Bemerkungen nicht nur Leute gestört, die in etwa ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht haben, Madame.

      Viele, sehr Viele aus unseren Generationen sind mit diesen "Anweisungen" konfrontiert worden: Iß doch nicht so viel ... denk' an deine Figur ... du frißt wie ein Scheunendrescher ... denk an die armen Heidenkinder ...

      Weil Essen ganz oft mit moralischen Bewertungen gespickt ist: Nicht nur WAS man ißt, wird beurteilt. Auch wie viel man ißt, wann man ißt, wie man ißt ...

      In diesem Fall aktiviert der Kellner also moralische Beurteilungen, und das bedeutet Stress und schlechte Gefühle, wo man doch in ein Restaurant geht um sich zu entspannen, eine gute Zeit zu haben und sich gut zu fühlen.
      Es ist sehr dumm, wenn Personal moralische Dimensionen "aktiviert".

      Dann habe ich darüber nachgedacht, wie viel Schaden der Kellner möglicherweise angerichtet hätte, wenn es sich z.B. um meine Freundin gehandelt hätte, die ein Essproblem auf der "mageren" Seite hat? Vielleicht wären wir alle froh gewesen, wenn sie mal richtig reinhaut - und dann kommt da so eine dumme Bemerkung, die alles in Frage stellt und alles wieder zunichte machen kann?

      Ich stimme Honigbiene zu: man sollte sich ein paar Erwiderungen parat legen, die man im gegebenen Fall aus dem Hut ziehen kann.
      Zum Beispiel könnte man à la Antonie Buddenbrook fragen: "Darf ich Sie bitten, Herr Ober, sich um Ihre eigenen Essgewohnheiten zu kümmern?!"
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • Ich war gestern mit einer Bekannten im Café und sie hat sich gleichmal zwei Stücke Torte auf einmal bestellt. Wenig später kam die Bedienung mit weiteren zwei Stücken , schaute sich suchend um ( erinnerte sich offensichtlich nicht mehr, wohin damit) und flachste meine Begleitung an: "Sind die beiden eventuell auch für Sie?"
      Meine Bekannte hat sich kaputtgelacht, abgewinkt und nur gemeint: "Ne, vier Stück schaffe ich nun doch nicht." Wir haben alle gelacht.

      Wie soll ich das nun einschätzen. War die Bedienung übergriffig?
      Ich selbst würde sagen, ich empfand es nicht so.

      Sie kann ja nicht in uns hereinsehen und annehmen, dass sie eventuell eine Essstörung triggert oder so.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Madame schrieb:

      Mein Mann und ich, waren neulich essen. Da es noch ein superschöner, sonniger Tag war, haben wir uns im Restaurant auf die vollbesetzte Terasse begeben.
      Wir haben uns eine Grillplatte für zwei Personen bestellt. Es war reichlich Fleisch und Gemüse darauf.
      Als wir fertig waren räumte der Kellner ab und sagte dabei sehr laut:" Donnerwetter, da haben sie aber gut gegessen. Das schafft nicht jeder ".
      Alle Köpfe drehten in unserer Richtung, mir wurde ganz heiß und ich stotterte nur " na ja, wir haben den ganzen Tag auch nichts gegessen ". Ich war pudelrot im Gesicht. Was so harmlos klingt, bedeutete für mich DU BIST EIN VIELFRASS, DU DARFST GAR NICHT SO VIEL ESSEN.

      Ich habe sowieso ein großes Problem in der Öffentlichkeit zu essen. Das schlimmste kam dann noch danach. Im Vorbeigehen sagte der gleiche Kellner ein paar Minuten später " ich nehme nicht an, dass sie noch ein Dessert möchten ??

      Mein Mann trug es mit Humor und sagte später zu mir " und morgen gehen wir nochmal hin und essen zwei von den Platten " !!
      Ich bin so geschädigt, ich mag im Moment nirgends mehr hin. Ich hatte gar nicht so viel gegessen.

      Madame
      Warum fühlst du dich schuldig weil du (und dein Mann) gute Esser seid? Du musst dich nicht rechtfertigen - vor niemandem - für das was du isst oder auch nicht isst.

      Natürlich kannst du schlagfertig antworten, aber wenn das nicht dein Ding ist und du dich eher unsicher fühlst oder dir auf die Schnelle gar nichts passendes einfällt (10 Minuten später ist immer alles viel einfacher :D ) dann lächele einfach süffisant freundlich.

      Aber so jemand sollte dir weder den Appetit noch die Freude am Essen nehmen. Und selbstredend müsst ihr da nie mehr hingehen, wie schon jemand schrieb, gute Lokale gibts wie Sand am Meer.
      "Make sure you know what I'm saying, before you try to tear me down"
      - Hedwig Robinson -
    • Madame schrieb:


      Ich bin aufgewachsen mit Sätzen wie " iss nicht soviel, nimm Dir das kleine Stück oder nimm den Apfel anstatt den Kuchen ". Jetzt im Erwachsenenalter muss ich das nicht mehr haben und von einem Kellner erwarte ich auch etwas anderes.
      Es ist also nicht der Kellner, der dir das schlechte Gefühl gibt, sondern dein eigener "roter Knopf". Da kann jede Bemerkung den Knopf drücken. "Hat es geschmeckt?" hätte dich genauso getroffen. Oder "Guten Tag."
      In 90% aller Fälle ist es keine böswillige Pöbelei, sondern deine persönliche nicht erfüllte Erwartung, wie die Welt mit dir umzugehen hat. Wenn du dir diese Fehlprogrammierung aus der Kindheit nicht wieder löschen kannst, wirst du immer und immer wieder mit Situationen konfrontiert werden, die dir wehtun werden, da kein Mensch in deinen Kopf reinschauen kann und die "roten Knöpfe" sieht.
      Genau. Im Erwachsenenalter musst du sowas nicht mehr haben. Deshalb solltest du es auch nicht behalten. Lass den Scheiß los und vergiss es. Je länger du darüber grübelst und dich hineinsteigerst, um so empfindlicher wird der "rote Knopf".
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Genau. Im Erwachsenenalter musst du sowas nicht mehr haben. Deshalb solltest du es auch nicht behalten. Lass den Scheiß los und vergiss es. Je länger du darüber grübelst und dich hineinsteigerst, um so empfindlicher wird der "rote Knopf".
      Wie kann man sich von solchen "roten Knöpfen" lösen, die sich ja seit der Kindheit so verinnerlicht haben?
    • Sophie schrieb:

      Madame schrieb:

      Ich bin aufgewachsen mit Sätzen wie " iss nicht soviel, nimm Dir das kleine Stück oder nimm den Apfel anstatt den Kuchen ". Jetzt im Erwachsenenalter muss ich das nicht mehr haben und von einem Kellner erwarte ich auch etwas anderes.
      Es ist also nicht der Kellner, der dir das schlechte Gefühl gibt, sondern dein eigener "roter Knopf". Da kann jede Bemerkung den Knopf drücken. "Hat es geschmeckt?" hätte dich genauso getroffen. Oder "Guten Tag."In 90% aller Fälle ist es keine böswillige Pöbelei, sondern deine persönliche nicht erfüllte Erwartung, wie die Welt mit dir umzugehen hat. Wenn du dir diese Fehlprogrammierung aus der Kindheit nicht wieder löschen kannst, wirst du immer und immer wieder mit Situationen konfrontiert werden, die dir wehtun werden, da kein Mensch in deinen Kopf reinschauen kann und die "roten Knöpfe" sieht.
      Genau. Im Erwachsenenalter musst du sowas nicht mehr haben. Deshalb solltest du es auch nicht behalten. Lass den Scheiß los und vergiss es. Je länger du darüber grübelst und dich hineinsteigerst, um so empfindlicher wird der "rote Knopf".
      In diesem Fall war es wirklich der Kellner der mir ein schlechtes Gefühl gab.

      Ich habe so etwas in dieser Form vorher noch nicht erlebt und ich denke auch nach wie vor es steht dem Kellner nicht zu das Essverhalten seiner Gäste zu analysieren. Egal ob Dick oder Dünn. Solche Aussagen haben einfach in einem Restaurant nichts zu suchen.

      Wir haben das Restaurant nicht zum ersten mal besucht und ich kann mir vorstellen auch wieder hinzugehen. Wir sind ein Touristenort und ich denke mein Gesicht kann sich der Mann eh nicht merken. Nur passiert es noch einmal werde ich etwas sagen.

      Zu dem " roten Knopf ", da ist schon etwas wahres dran, nur auch ich habe Schwierigkeiten mich von diesen alten Zöpfen zu lösen. Meist ist man ja unvorbereitet. Aber ich schaffe es schon überwiegend diese alten Verhaltensmuster abzulegen. Es sind nur einzelne Situationen die mich straucheln lassen.

      Liebe Grüße
    • Ich war gestern mit einer Bekannten essen. Die warf so einen Seitenblick auf mich und sagte: "Ich esse ja nicht mehr viel - ich finde, in unserem Alter braucht man nicht mehr viel."
      wieder Seitenblick " Ich habe längst nicht mehr so großen Hunger wie früher."
      Mir reichte diese Mischung aus Selbstlob und Kritik an mir und mir fiel eine Antwort ein, ich kämpfte ein bißchen mit mir, tat es aber doch:
      "Schon gut, du brauchst dich nicht andauernd dafür zu entschuldigen, dass du wenig isst!"
      Ihr entgeisterter Blick..... :D ihr Verstummen.... :D

      ihr habt recht:

      Honigbiene schrieb:

      Schlagfertigkeit ist nicht angeboren, man kann sie lernen.
      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • :thumbsup: Genau das richtige... dieses unausgeprochene Selbstlob bzw. die versteckte Kritik ist meist schwer zu fassen, denn wenn man sich direkt beschwert, kommt meist ein "so hab ich das doch überhaupt nicht gemeint".
      Absichtlich-vermeintliches Falschverstehen ist meiner Meinung nach da wirklich am Besten. Denn zugeben und korrigieren, dass man das eben genau als Kritik (also anders) gemeint hat, das tun meiner Erfahrung nach die wenigsten.
      Und schon hat man den "schwarzen Peter" abgegeben und er liegt wieder da, wo er herkommt. ^^

      LG
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Lisa Cortez schrieb:

      Ich war gestern mit einer Bekannten essen. Die warf so einen Seitenblick auf mich und sagte: "Ich esse ja nicht mehr viel - ich finde, in unserem Alter braucht man nicht mehr viel."
      wieder Seitenblick " Ich habe längst nicht mehr so großen Hunger wie früher."
      Mir reichte diese Mischung aus Selbstlob und Kritik an mir und mir fiel eine Antwort ein, ich kämpfte ein bißchen mit mir, tat es aber doch:
      "Schon gut, du brauchst dich nicht andauernd dafür zu entschuldigen, dass du wenig isst!"
      Ihr entgeisterter Blick..... :D ihr Verstummen.... :D

      ihr habt recht:

      Honigbiene schrieb:

      Schlagfertigkeit ist nicht angeboren, man kann sie lernen.
      liebe Grüße Lisa
      Lisa, der Spruch ist so toll :thumbup: . Trifft es genau. Alleine die Aussage "in unserem alter" finde ich ja schon irgendwie unter aller Kanone.