Reis schmeckt chemisch und allgemein macht das alles mit uns

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Boewi schrieb:

      Bewusst provokant: Ja, und?
      Sollen sie doch, es wird schon Gründe dafür geben. Ist das schlechter, als mit dem Fahrrad vorzufahren und Qualeier zu kaufen? Oder mit dem Mercedes und dafür Lebensmittel mit Palmöl zu kaufen? Oder Lebensmittel, bei deren Herstellung Kinder leiden mussten?
      Trotzdem ist dieser Thread haarscharf davor, die Sachebene zu verlassen, deshalb bitte ich alle Teilnehmer/Innen darum, sachlich zu diskutieren.


      Es ging mir nur darum aufzuzeigen, dass bei sehr vielen Leuten das Geld durchaus vorhanden ist, aber bei Lebensmitteln gespart wird. Mehr nicht...
    • Der Tagesablauf von Calabrone entspricht fast meinem. Mit dem Unterschied, dass ich auch am Freitag von 6:00 -18:00 Uhr unterwegs bin, und leider keine Gelegenheit habe, auf den Wochenmarkt zu gehen. In die 3 Stunden bis zum Schlafengehen (seit meinem Burnout muss ich um 21 Uhr in die Heia, sonst schaukelt sich unter der Woche eine schreckliche Erschöpfung hoch, ich bin schon auf dem Heimweg an der Ampel eingeschlafen) muss noch der Haushalt gepackt werden, was so tagtäglich anfällt. Und am Wochenende wird halt alles erledigt, wofür sonst keine Zeit war. Als noch die Schwiegermutter bei uns zu Hause gepflegt werden musste, bin ich fast verreckt.

      Mein Job ist emotional sehr belastend, und abends habe ich oft noch nicht mal mehr die Kraft zum Essen, geschweige denn Kochen, dann schleppe ich mich nur noch weinend ins Bett, aber Fertiggerichte esse ich seit meinen Studententagen nicht mehr. Ich mag einfach die penetranten Aromen nicht.
      Das heißt, es wird nur am Wochenende "richtig" gekocht, und unter der Woche gibt es Reste oder Brote oder Rohkost.

      Ich esse nur extrem selten Reis, ich bin mehr der Kartoffeltyp. Seltsamen Geschmack habe ich noch nie festgestellt bis auf einmal, als es neben dem Supermarkt gebrannt hatte. Da hatte danach alles eine Zeitlang einen rauchigen Beigeschmack...

      Was mir aber echt derbe auf die Socken geht: es gibt einfach keine guten Kartoffeln mehr. Es wird nur Wert auf schöne Knollen und glatte Schale gelegt, der Geschmack ist egal. Sogar wenn man Setzkartoffeln kaufen möchte zum Eigenanbau (geht super im Kübel, sogar auf dem Balkon oder im Zimmer!), ist Geschmack kein Thema.

      Dadurch, dass der Kunde saubere Kartoffeln möchte, werden die nach der Ernte gewaschen und poliert und herumgedellert, bis sie blaue Flecken bekommen. Gestern war ich mal wieder etwas schlampig beim Ausschneiden der blauen Stellen - voila - mal wieder Scheißerei von den Pellkartoffeln gekriegt.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:


      Was mir aber echt derbe auf die Socken geht: es gibt einfach keine guten Kartoffeln mehr. Es wird nur Wert auf schöne Knollen und glatte Schale gelegt, der Geschmack ist egal.


      Ach, ist das so? Ich dachte schon, etwas sei mit mir nicht in Ordnung, weil in letzter Zeit die Kartoffeln einfach nicht mehr richtig schmecken wollen. Also nicht mehr so, wie vor 10 oder 15 Jahren. Ich hatte das schon auf meinen eigenen Alterungsprozess geschoben. Wechseljahre oder so. Aber es scheint tatsächlich so zu sein, dass auch aus den Kartoffeln oft das Aroma verschwunden ist.
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      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Das ist keine Täuschung. Die neuen Sorten werden auf Resistenz gegen Pilze und werweißwas gezüchtet, auf Lagerfähigkeit, Gleichförmigkeit, aber nicht auf Geschmack. Selbst im Bauernladen kriegt man nur noch die 08/15-Sorten, nur ohne den Zwischenhandel. Da in der EU alles strengstens geregelt ist (die gute Bintje darf gar nicht mehr angebaut werden), gibt es auch keine Nischenanbieter, die zu halbwegs bezahlbaren Preisen gute Kartoffeln anbieten.
      Ein Kollege hat mal aus Rumänien leckere No-Name-Bauernkartoffeln eingeschmuggelt. Hihi, Gemüseguerilla...:cool2:
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    • Ich wohne in einer Großstadt im Westen des Westens. Ich weiß (als jemand, der das nicht konsumiert) wo ich zu fast jeder Zeit (nach 10 Uhr morgens, die Dealer müssen halt auch schlafen) Shit/Cannabis/Marihuana kriege. Aber an gute Kartoffeln komme ich nicht mal im Bioladen mehr ran. Irgendwie finde ich das so richtig doof. :girlmad:
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    • Ich habe gleich zwei Bauern in der Nähe, die gut schmeckende Kartoffeln anbieten. Beim einen kaufen wir im Herbst immer zwei Sorten, die wir dann einlagern. Ich muss einmal nachfragen, welche Sorten das sind. Der andere Bauer hat sich auf alte Sorten spezialisiert, was für eine willkommene zusätzliche Abwechslung sorgt.
    • Es kommt dann auch darauf an, wie man mit den Kartoffeln umgeht. Kartoffeln sind nicht nur irgendein Ding aus der Fabrik, sondern lebende Pflanzen. Die brauchen Zeit, um auszureifen und auch bestimmte Mikronährstoffe. Wie beim Wein hinterlässt auch der Boden einen "Geschmacksabdruck" in der Kartoffel.
      Stattdessen wird das Kraut mit Hebrizid abgesprizt, anstatt es natürlich welken zu lassen (dann lagert die Kartoffel nämlich all die guten Dinge in der Knolle ein), und es wird auch noch auf Böden angebaut, die eigentlich keine "Kartoffelböden" sind. Um das möglich zu machen, wurden "restistente" oder "tolerante" Sorten gezüchtet, die geschmacklich dann nicht so pralle sind.
      Vermutlich gibt es beim Reis - um wieder das Ursprungsposting aufzugreifen - auch mehr oder weniger schmackhafte Sorten, mehr oder weniger "schmeckende" Böden, und auch bei der Lagerung und beim Transport, je nachdem was daneben liegt, kann es zu Beigeschmäckern kommen. Wie gesagt, esse ich nicht sehr viel Reis, ich krieg den auch nie so gekocht, wie ich ihn mag. Stattdessen kauf ich lieber Bulgur beim Türken oder mache Gerstengraupen. Die sind nicht so trocken im Mundgefühl wie Reis, aber geschmacklich gleichartig verwendbar.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Wie gesagt, esse ich nicht sehr viel Reis,

      ich mag Reis sehr gerne. Seit ich ihn in Mineralwasser koche und nicht mehr mit Leitungswasser, schmeckt er noch mal so gut. Das ist auch kein Wunder: unser Leitungswasser hierzulande schmeckt entsetzlich, Kalk und Chlor mit ein wenig Wasser dabei. :mad: Man sollte Reis nur mit Wasser kochen, das so gut schmeckt, daß man es problemlos trinken kann.
      Das tolle Wasser dort wäre ein Grund für mich, nach Schottland (oder England oder Norddeutschland) auszuwandern. :daumen:
    • Hm, es gibt doch diverse Kartoffelsorten wie zum Beispiel die Linda oder auch Bintje auch im Internet zu kaufen. Teilweise bieten die Shops auch Selbstabholung an, oder haben Stände auf Wochenmärkten, wo man deren Angebot auch kaufen kann. Kartoffel-Müller zB hat einen Stand auf dem Ulmer Wochenmarkt. Kartoffelvielfalt hat einen Hofladen in Barum. Der Kartoffelhof Härtl ist in Friesheim bei Regensburg.

      Das ist aber aus Leipzig nun für mich viel zu weit weg, um selbst hinzufahren. Wenn, dann wird halt mal was bestellt. Ich krieg hier in Leipzig aber auch immer wieder sowas nettes wie "La Ratte" oder auch blaue/violette Kartoffeln oder so, das bietet für sich schon ein wenig Abwechslung. Mir ist eher aufgefallen, dass ich eine Packung mit vermeintlich der gleichen Sorte kaufe, da aber objektiv im Beutel mehr als eine Sorte drin ist...

      Grüße
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Bei Reis habe ich kein Problem bisher, ich mische auch sehr gern mal Sorten. Unser Wasser ist soweit gut, nicht sonderlich hart. Ein paar Orte weiter sieht das schon anders aus.
      Bei Kartoffeln krieg ich auch regelmässig die Krise. Supermarktware schmeckt meist nicht besonders und geht schnell kaputt. Daher versuchen wir immer wieder mal, Kartoffeln beim Bauern in der Nähe direkt zu holen. So viel teuerer sind die nicht und ich werfe nicht eine weg, obwohl ich in der Regel dort eine größere Menge kaufe. Schmecken tun sie auch besser. Aber leider kommt man nicht immer dort vorbei....
      Viele Grüße

      Andrea


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Sophie schrieb:

      In die 3 Stunden bis zum Schlafengehen (seit meinem Burnout muss ich um 21 Uhr in die Heia, sonst schaukelt sich unter der Woche eine schreckliche Erschöpfung hoch, ich bin schon auf dem Heimweg an der Ampel eingeschlafen) muss noch der Haushalt gepackt werden, was so tagtäglich anfällt. Und am Wochenende wird halt alles erledigt, wofür sonst keine Zeit war. Als noch die Schwiegermutter bei uns zu Hause gepflegt werden musste, bin ich fast verreckt.


      Oh weh Burnout :( Und Schwiegermutter pflegen :eek: Das zusätzlich mag ich mir nicht vorstellen. Meine Oma (92) lebt seit etwa 1 Jahr jetzt bei meiner Mama (73) und klar müssen wir den Damen oft helfen, aber pflegen nein.

      Und ja, ich muss zwar nicht um 21 Uhr schlafen, aber 22 Uhr spätestens bin ich weg. Ich habe gehofft, dass ich nicht mehr so viel Schlaf brauche, wenn ich älter werden, aber nein. Ich werde dieses Jahr 48, also es besteht noch Hoffnung, dass mein Schlafbedarf weniger wird.


      Mit dem Gemüse hab ich Glück, denn auf dem Wochenmarkt ist einer vom Bodensee und das schmeckt noch alles wie es soll. Ein weiterer Grund den Markt am Freitag nicht zu versäumen - der aber Gott sei Dank bis 18 Uhr geht, denn sonst müsste ich auch passen. Arbeiten muss ich am Freitag leider auch. Heute wieder den ersten Tag nach 1 Woche frei, aber mei.
    • Ich hab jetzt angefangen, echtes Sauerteigbrot zu backen. Mein Lieblingsbrot vom Lieblingsbäcker wird nicht mehr hergestellt, und die Mischbrote schmecken mir allesamt zu strohig.
      Also musste ein grausamer Selbstversuch her.

      Von Montag bis Freitag hab ich den Sauerteig aus Roggenmehl und Wasser angezogen, das hab ich morgens nebenher beim Frühstück gemacht. Am Samstag hab ich dann den endgültigen Teig gehen lassen und gebacken. Das Brot war zwar etwas kompakt, aber trotzdem "bissweich", und vom Aroma her einfach zum Niederknien.
      Bei der nächsten Backphase brauch ich dann nur noch einen halben Tag zum Gehenlassen und Backen, weil ich ja schon den Ansatz im Kühlschrank habe.
      Das ist zwar sehr langwierig, also nichts für "Ich hab jetzt mal Lust auf Sauerteigbrot", sondern man muss schon (zumindest bei der ersten Runde) ein paar Tage im Voraus planen, aber das Meiste sind Wartezeiten. Vom direkten Arbeitsaufwand auch nicht schlimmer als Kuchenbacken.

      Ich hab mich so ziemlich an die Anleitung aus dem Forum der-sauerteig.de gehalten, nur bei der Führung vor dem Backen musste ich aus organisatorischen Gründen die Temperaturphasen tauschen, aber das hat dem Teig nicht geschadet.

      Mal sehen, wie sich der Teig langfristig entwickelt. Jedenfalls hab ich ein Super-Brot hingekriegt, nur mit reinem Roggenmehl, Wasser und Salz. Ohne Konservierungstoffe, Zuckercouleur und dergleichen. Und unterm Strich war es sogar billiger als fertig gekauftes Brot.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)