Fühlt ihr Euch in Erklärungsnot, wenn einer sagt, ich hab aber abgenommen

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    • Fühlt ihr Euch in Erklärungsnot, wenn einer sagt, ich hab aber abgenommen

      Also das ist mal wieder eine von meinen komischen Fragen zu zwischenmenschlichen Dingen.
      Die mich irgendwie sehr beschäfftigen.
      Da ich grad mal wieder festgestellt habe, daß ich zu futtern anfange und gar nicht mehr satt werde, wenn mich was emotional umtreibt; wo ich keine Antwort in mir selber finde-
      schreibe ich das mal auf und hoffe hier auf andere Blickweisen zu treffen als der aus meiner :kaffeebad:( suppenteller gabs nicht).

      Ich versuch es mal zu beschreiben: Also ich habe einen Freund, keine Beziehung, wir kennen uns aber seit Jahren und er ruft immer mal an.
      In diesen Jahren habe ich Schritte getan, bin an anderen Ort gezogen, bin "geheilt" von meinen Depressionen, habe mich entwickelt.
      Mit Schaudern habe ich verfolgt, wie er immer mehr abbaute.
      Als ich ihn kennen lernte war er ein schlanker Mann Ende 30, ein wenig depri, aber es sah so aus, als könnte er auf jeden Fall noch mal die Kurve kriegen.
      Er richtete sich dann bequem ein im Leben , in einem Dunstkreis von Behindertenwerkstatt, einer eigenartigen Beziehung und mit Leuten- das kann man so schlecht sagen- aber die sind alle nicht sein Nieveau und so ist er immer der King, weil unter all diesen "Verlierern" hat er noch was in der Birne und was im Leben erlebt- zum B. einfach nen Beruf gelernt und auch mal gearbeitet.

      Das ist jetzt alles sehr negativ bewertend- aber ich weiß nicht , wie ichs objektiv sonst zusammenfassen kann.

      Also ich hoffte lange für ihn, daß er sich seiner Resourcurcen besinnt und "aufsteht".
      Tat er nicht.auch gut.Jeder soll nach seiner Fason leben.
      Aber in den letzten beiden Jahren , hatten wir paarmal Kontakt und es schauderte mich , wie er sich runtergewirtschaftet hat.Also ohne Drogen,Alkh....als er das letzte Mal klingelte, erkannte ich ihn nicht wieder. Ich hatte einen "gutaussehenden " Kerl Mitte 40 auf dem Schirm- der hatte nichts zu tun mit diesem Mann, der aussah wie 70 , verlottert, ungefähr 50 kilo schwerer als zwei Jahre davor und mit einem so schlimmen unbehandelten Lymphödem, daß es aussah, als ob die Waden gleich aufplatzen.
      Ich erfuhr dann, daß er und seine Holde mittlerweile den Pflegedienst in Anspruch nehem, weil sie zu bequem sind selbst zu putzen und einzukaufen.
      Der geht sogar mit ihnen spazierne, der Dienst und spielt mit ihnen Spielchen-das hab ich nie organisiert gekriegt, so eine allumfassende Pflege für die Senioren, die ich betreute.

      Hätte ich ihn nicht mal als eigentlich gestandenen Kerl kennen gelernt, hätte ich mir nichts gedacht- gibt halt kranke Menschen und nicht den Arxx hoch kriegen kann auch ne Krankheit sein.
      Aber da ich immer noch dachte - oh jesses, was macht er nur- welches verschwendete Potential...
      Also hab ich nie mit meiner Meinung hinterm Berg gehalten, daß ich es traurig finde, was er aus sich gemacht hat.
      Er sagt ganz offen" ist doch nett, wenn man alles abgenommen kriegt."

      Heute rief er mal wieder an.Einerseits erzählte er mir, daß er immer noch sein Auto hat und plant in "meine " Stadt zu kommen um sich anläßlich des St. Patricks Days eine Kneipentour zu gönnen.
      Andererseits erzählte er, der Pflegedienst kommt nun dreimaldie Woche, putzt, kauft ein, kocht....

      Wir kamen dann drauf, daß ich vor paar Wochen zu Besuch in seinem Ort war.Dort gemeinsame Beaknnte traf und daß die auch so traurig waren, darüber , was aus ihm und seiner Frau geworden ist.
      Also diese irre Gewichtszunahme, ungepflegt...kriegen nix mehr alleine auf die Reihe.
      Er wollte wissen, ob wir auch über sie geredet hätten und ich meinte- "ja haben wir...xy ist ähnlich erschreckt und besorgt darüber was aus dir geworden ist..."

      Es kam dann zum Disput darüber, daß ja keiner Recht hätte ihnen vorzuschreiben, wie sie leben sollen.Daß sie sich sehr wohl so fühlen...ich meinte darum gehts nicht....du bist mir halt nicht egal...aber klar hast du recht---lebt wie ihr wollt----für mich käm das nicht in Frage, ich würde alles tun um nicht meine Autonomität zu verlieren ...

      Und dann hatte er er mich."Und !?- ich hab abgenommen 30 kilo.Was hast Du abgenommen.?"

      Es fuxt mich total, daß mir das was ausmacht bzw, daß ich darauf nichts toughes zu erwiedern wußte.

      Ich meinte noch-" darum gehts doch nicht-" und dachte das wird zu 70% das "Wasser" sein, was ihm medikamentös ausgewschwemmt wurde....

      Worum gehts mir nun - hier- darum daß ich nicht zu mir stehen kann.Daß ich nicht sagen kann," ja ich wieg weiterhin "zuviel" , aber ich hab meinen Standpunkt dazu und im Vergleich zu damals, als wir uns kenennlernten geht es mir heute viel besser .
      Es ist einfach meine Überzeugung, daß dein Lebenstill ganz viel damit zu tun hat, daß du immer noch immer wieder monatelang depri bist."

      Könnt ihr zu euch stehen?Greift es euch- dich nicht mehr an--wenn einer darauf hinweist, daß man dick ist und das einem die Abnehmerei so gar nicht gelingen mag.
      Eigentlich hab ich das für mich geklärt.

      Mein Fazit ist grad, daß ich oft noch dann zuviel esse, wenn ich emotional in Aufruhr bin.....und daß ich nun auch noch die letzten Kontakte besser aufgebe, die nicht "stimmen".

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von fraubrezle () aus folgendem Grund: die vertippselei verzeiht

    • Und jetzt stell Dir mal vor Du hättest auch viel abgenommen und wärst total verlottert, kriegst nichts auf die Reihe, brauchst den Pflegedienst.......etc.

      Liebelein, Du kannst nicht den Schmerz der Welt tragen. Sicherlich ist es nicht schön mitzubekommen, wenn ein anderer auf dem Weg nach unten ist. ABER Du kannst ihm nicht helfen solange er es nicht möchte oder einsieht.

      Und wie Du selbst sagtest hast Du ebenfalls noch ein paar eigenen Baustellen zu bewältigen. Pack das an. DU bist wichtig. Er wird für sich selbst entscheiden, so oder so.

      Und was Deine Futterattacken ohne Sättigungsgefühl angeht, weißt Du ganz genau woran es liegt. LANGEWEILE und EINSAMKEIT. Und dagegen kann man was machen. Entweder ein bstimmtes Ritual z.B. Wilma schnappen und rausgehen, duschen gehen, Glas Wasser langsam trinken......oder ein wirklich spannendes Hobby wie Untertassen bemalen, stricken, mundgeklöppelte Bierdosenhalter..... Du weißt was ich meine :hihi:

      Und was Deinen Freund angeht; Menschen verändern sich in alle möglichen Richtungen. Es ist ok für sie da zu sein und sie auf einige Dinge hinzuweisen. Aber ohne Einsicht wirst Du nichts erreichen. Du musst nicht gleich Kontakte abbrechen, Du darfst Dich nur nicht beeinflussen lassen.

      JA wir sind dick !!!! Aber wir sind wunderbare Menschen, die wissen worum es hier eigentlich geht nämlich seine Probleme anzunehmen und sie zu bewältigen oder zumindest das bestmöglichste herauszuholen. Wir haben Rückschläge aber auch Fortschritte.
      Alleine die Bereitschft sich hier offen auszutauschen, sich Ratschläge zu holen, zu hinterfragen ist einer der positiven Entwicklungsschritte.

      Und außerdem SCHÖNHEIT BRAUCHT PLATZ :cool2:

      In diesem Sinne

      Liebe Grüße

      Madame
    • Es ist immer erschreckend und macht einen traurig, wenn man sieht, dass ein Mensch, an dem einem etwas liegt, oder zumindest mal gelegen hat, so in die Sch*** rutscht, und es sich dort auch noch scheinbar gemütlich macht.
      @fraubrezle: Du kannst nicht in seine Haut schlüpfen. Du weißt nicht, ob er unter seiner Situation leidet, und wenn ja, wie, oder ob das dahingeworfene "Ist doch schön, wenn man alles machen lassen kann" nicht eine Schutzbehauptung ist - du weißt schon, die Not zur Tugend machen.
      Aus irgendwelchen Gründen - die nur er vielleicht weiß/ahnt - kommt er nicht aus der Abwärtsspirale raus.
      Aber das ist nicht deine Baustelle. Löse dich von der Vorstellung, dass du ihn retten kannst. Niemand kann einen anderen Menschen von außen verändern, das muss dieser Mensch selbst wollen und können. Und wenn er nicht kann oder will, belaste du dich nicht damit. Du bist nicht seine Mami, er ist ein erwachsener Mann, der die Konsequenzen seiner Entscheidungen selber ausbaden muss.

      Wenn dir dieser Kontakt nicht gut tut, brich ihn ab. Lass dich nicht von Seelenvampiren aussaugen, verschließ die Tür vor ihnen. Schick ihn weg, wenn er wieder bei dir klingelt. Was habt ihr euch denn noch zu sagen außer gegenseitigen Vorwürfen und Abwertungen? Er hat sein Leben, du hast deins, ihr seid eine Zeit lang zusammen gegangen, nun haben sich eure (Lebens-)Wege getrennt. Ihr bewegt euch noch nicht einmal mehr auf dem selben Planeten, sondern jeder lebt auf seiner eigenen Erde, mit der eigenen Sicht auf die Welt, mit dem eigenen Wertesystem, den eigenen Entscheidungen, der eigenen Erfahrung von Wirklichkeit.
      Es geht ihn nichts an, ob und wieviel du ab- oder zugenommen hast. (Das kannst du ihm auch mit einem Schulterzucken sagen.) Und dich geht es nichts an, ob und wie sehr er sich (eigentlich in deinen Augen, nach deinen Maßstäben) verwahrlosen lässt. Vielleicht ist es genau der Zustand, den er als richtig empfindet. Dann sei lieber froh, dass du jetzt nicht mehr an seiner Seite bist und mit verlotterst.
      Das gilt es zu akzeptieren, so weh es vielleicht manchmal tut.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Um auf Deine Grundfrage zu kommen, nämlich der, ob wir uns in Erklärungsnot befinden, wenn jemand uns erzählt, er habe abgenommen...

      Nein, fühle ich mich nicht. Wenn derjenige denkt er muss abnehmen, dann ist das sein Recht. Wenn er jedoch glaubt, mich damit in die Enge treiben zu dürfen, so ist das nicht sein Recht.

      Früher hat mich eine mir sehr nahe stehende Person öfter mal zur innerlichen Weißglut gebracht, wenn so Sätze wie
      "Sie ist zwar dick, hat aber trotzdem ein hübsches Gesicht"...
      oder
      "Sie hat trotz ihrer Figur einen guten Geschmack und kleidet sich so vorteilhaft wie möglich"...
      kamen.
      Diese Sätze waren im Grunde an mich gerichtet um sich irgendwie zu verletzen und sich selber toll zu fühlen. Ich habe das gefühlt.

      Die Person konnte einfach nicht kapieren, dass ich auf ihren (in meinen Augen) dürren Körper und ihre ewigen Diäten nicht eifersüchtig oder neidisch war. Und sie konnte schon gar nicht verstehen, dass ich, wenn von ihr eine abwertende Bemerkung zu einer dritten Person (eine vielleicht in einem Straßencafe in dem wir saßen, vorüber flanierende Frau) kam, diese stets sehr kritisch kommentierte.

      Aber wie gesagt, das liegt länger zurück.

      Heute denke ich mir in solchen Situationen einfach, wer weiß, warum sie es nötig hat, sich so herablassend zu äußern und sich damit (vermeintlich) auf eine höhere Position zu stellen?
      Wer in sich ruht und mit sich im Reinen ist, muss andere nicht abwerten um sich größer zu fühlen. Also hat diese Person ein Problem mit sich und nicht mit mir oder irgend einem anderen Menschen.

      Genauso sehe ich das auch mit Deinem Bekannten. Ihm wird schon bewusst sein, dass Du Dein Leben im Griff hast - er jedoch nicht. Und da hat er halt versucht, Dich an einer schwachen Stelle zu treffen.

      Nun liegt es an Dir, ob Du Dich treffen lässt und ihm diese Macht über Dich nicht einräumst.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Sophie schrieb:



      Wenn dir dieser Kontakt nicht gut tut, brich ihn ab. Lass dich nicht von Seelenvampiren aussaugen, verschließ die Tür vor ihnen. Schick ihn weg, wenn er wieder bei dir klingelt. Was habt ihr euch denn noch zu sagen außer gegenseitigen Vorwürfen und Abwertungen? (...).
      Es geht ihn nichts an, ob und wieviel du ab- oder zugenommen hast. (Das kannst du ihm auch mit einem Schulterzucken sagen.) Und dich geht es nichts an, ob und wie sehr er sich (eigentlich in deinen Augen, nach deinen Maßstäben) verwahrlosen lässt. Vielleicht ist es genau der Zustand, den er als richtig empfindet. Dann sei lieber froh, dass du jetzt nicht mehr an seiner Seite bist und mit verlotterst.
      Das gilt es zu akzeptieren, so weh es vielleicht manchmal tut.


      Dem stimme ich uneingeschränkt zu!
    • Die Vorrednerinnen haben schon alles gesagt. Du hast den "Freund" an die Wand argumentiert und als er selber keine Argumente mehr fand, hat er die Kilokeule gezückt und draufgehauen. Das konnte er deshalb machen, weil er dich mindestens so gut kennt wie du ihn und wusste, wie er dich kriegt.

      Was du mit den Erkenntnissen jetzt machst, musst du dir gut überlegen. Entweder du brichst den Kontakt ganz ab oder ihr macht so weiter wie die letzten Jahre und trefft euch sporadisch - aber ohne dass du ihm wegen der Selbstaufgabe und der Verlotterung Vorwürfe machst und ohne dass er dir wegen der Kilos Vorhaltungen macht. Zwischen diesen beiden Extremen wird es meiner Meinung nach keine Zukunft für eure Freundschaft geben.
    • Nun ja, der "Freund" war nicht nett, aber FrauBrezle, du warst auch nicht gerade nett.....
      Mit Schaudern habe ich verfolgt, wie er immer mehr abbaute.

      es schauderte mich , wie er sich runtergewirtschaftet hat.

      verlottert, ungefähr 50 kilo schwerer als zwei Jahre davor und mit einem so schlimmen unbehandelten Lymphödem, daß es aussah, als ob die Waden gleich aufplatzen.

      Ich erfuhr dann, daß er und seine Holde mittlerweile den Pflegedienst in Anspruch nehem, weil sie zu bequem sind selbst zu putzen und einzukaufen.
      Der geht sogar mit ihnen spazierne, der Dienst und spielt mit ihnen Spielchen-das hab ich nie organisiert gekriegt, so eine allumfassende Pflege für die Senioren, die ich betreute.

      . Die Frage ist, ob der Pflegedienst das Lymphödem nicht bemerkt? Hast du dich mit dem Thema "psychische Behinderung" auseinandergesetzt?
      Du scheinst ihm und seiner Frau zu unterstellen, dass sie simulieren.
      und nicht den Arxx hoch kriegen kann auch ne Krankheit sein.

      Hier drückst du auch deutlich aus, was du von ihm hälst.

      Tja, und dann in all deiner Verachtung - es ist wirklich ganz schwer , wieder herauszukommen, wenn man mal in den sozialpsychiatrischen Betreuungsstrukturen festrhängt und ehrlich gesagt, habe ich bei einigen mitbekommen, dass sie durch dieses System immer kränker und unselbsständiger werden, früher in den psychiatrischen Anstalten nannte man diese Lebensuntüchtigkeit der Patienten " sie hospitalisieren" , aber das nur am Rande, da trumpft der arme Kerl halt mit den 30 Kilo auf, die er abgenommen hat.

      Mich hätte interessiert wie. Wurden seine Medikamente umgestellt? Wurde das Lymphödem behandelt?

      aber nein, jetzt bist du sauer. Du denkst gar nicht , dass du einen armen Menschen so in die Ecke gedrängt hast, dass er sich nur noch mit unter der Gürtellinie wehren kann.

      Wenn ich du wäre, würde ich sagen:
      "Uii, das hat gesessen. Das verletzt mich. Ich kann es nur als Gradmesser dafür nehmen, wie sehr ich dich verletzt habe. Das tut mir leid."

      Das ist jetzt eine Minderheitenmeinung, ich weiß.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Lisa Cortez schrieb:

      Wenn ich du wäre, würde ich sagen:
      "Uii, das hat gesessen. Das verletzt mich. Ich kann es nur als Gradmesser dafür nehmen, wie sehr ich dich verletzt habe. Das tut mir leid."


      Dieser Satz hat was und beeindruck mich gerade auf seine ganz eigene Weise. In meinem Leben gibt es auch immer mal wieder Leute, mit denen ich ich in Konflikt gerate und du hast mich daran erinnert, bei mir mal wieder näher hinzusehen, in welcher Dynamik ich dann gerade stecke. Danke dafür.
      Ich finde auch, dass so eine Entschuldigung Größe zeigt.


      Lisa Cortez schrieb:

      Das ist jetzt eine Minderheitenmeinung, ich weiß.


      Minderheitenmeinung mag sein, aber du stehst nicht alleine mit ihr da.
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Im Prinzip ignorierst Du ihm gegenüber alles, was Du bzw. die meisten Menschen für sich beanspruchen:

      Die Mündigkeit Entscheidungen selber zu treffen, auch wenn dies als Konsequenz in einem Haushalt, einem Körper, einfach einem Leben resultiert, dass nicht dem Durchschnitt entspricht.

      Toleranz, dass auch bei eventuellen ungesunden Situationen nicht gleich verurteilt wird, sondern einem in einem gewissen Masse "im Zweifel für den Angeklagten".

      Und ganz schlicht und ergreifend Respekt und eine Distanz.

      Nichts davon zeigst Du Deinem Bekannten gegenüber... Dein Bericht ist von Negativität durchzogen und Du schreibst selbst, dass Du mit Deiner Meinung nicht hinter dem Berg hältst. Egal, ob sie erwünscht ist, oder nicht.

      Wenn er sich bewusst für das Leben entscheidet, dann zeigst Du ihm lediglich, dass Du dies für minderwertig hältst und nicht akzeptierst... Und wenn eine Krankheit diesen Lebensstil beeinflusst, dann zielst Du mit jeder Äusserung auf einen wunden Punkt, was im Endeffekt übergriffig ist und von keinerlei Empathie zeugt.

      Einen Grossteil Deines Textes schreibst Du über sein Leben und als er einmal mit einer Frage antwortet, nimmst Du das als Anlass einen Titel zu schreiben, der Deine Position als Opfer einer unerhörten Äusserung impliziert.

      Für mich ist die Situation ein schlichtes "Wie man in den Wald hineinruft..."

      Wenn man Respekt, Toleranz, Empathie usw. für sich beanspruchen will, muss lernen dies auch in gleichen Masse anderen zuzugestehen.
      Auch wenn das heisst, dass man vielleicht zuerst derjenige ist, der diesen Schritt macht. Das benötigt allerdings den Mut und ein Herz mit genügend positiven Gefühlen diese frei herauszutragen... auch wenn es vielleicht verschwendet scheint.

      Ich finde die Minderheitenbeiträge hier auch passend und unterschreibe sie so.

      Und weiterhin würde ich Dir empfehlen, anstatt Dich selber zu isolieren, Dir ein Hobby zu suchen, ggf. etwas mit anderen Menschen wie z.B. Tanz, einerseits für dein Selbstbewusstsein, andererseits für die Sozialkontakte und letztens als Ausgleich für die Seele in Kombination mit therapeutischer Behandlung, wo Du den Frust nicht im wahrsten Sinne des Wortes in Dich hineinfressen musst, sondern in emotional problematischen Situationen einen Ansprechpartner hast, mit dem Du diese reflektieren kannst.
    • schwierig objektiv-QLisa Cortez

      Lisa Cortez schrieb:


      - es iHier drückst du auch deutlich aus, was du von ihm hälst.

      Tja, und dann in all deiner Verachtung



      Also ich halte ganz viel von ihm.Sonst wären wir nicht solange befreundet.
      Und Verachtung ist es sicher nicht was ich fühle.

      Es ist sehr schwierig, so zwischenmenschliches so zu beschreiben, daß Fremde einen objektiven Blick darauf bekommen.
      Irgendiwe muß man ja beschreiben, um was für eine Situation es geht, wenn man in so einem Forum nach anderen Blickwinkeln sucht.

      Es liegt mir auch fern jemand "vorzuschreiben" wie er leben soll.
      dazu müßt ich ja der Überzeugung sein "ich weiß wie es geht- mal von abgesehen daß jeder einen anderen Weg hat , daß ich hier schreibe, weil mich so zwischenmenschliche Fragen umtreiben- zeigt ja daß ich an mir oft zweifle".
      Deshalb ja auch dieser Beitrag.

      Diesen Freund schätze ich. Und weil ich ihn schätze, sag ich ihm auch, was ich denke.
      Nicht daß ich es ihm aufs Butterbrot schmiere, aber wenn er mich frägt oder wenn er nachts um 4 mal wieder anruft, dann sag ich ihn was ich denke , warum er seit solanger Zeit nicht rauskommt aus dieser Spirale "psychischer Einbrüche".
      Da kann ich dann nur "von mir " erzählen, wie es mir gelungen ist stabil zu werden und was ich galube, was ihn weiterhin darin gefangen hält.
      Muß für ihn nicht stimmen, aber ich hab ja nur mein Beispiel.

      Und weil ich ihn schätze, gehte s mir halt nicht Am Arxxx vorbei , zu sehen, daß er sich so "runtergewirtschaftet " hat- in vielen Punkten.

      Wäre er mir egal, hätten wir schon lange keinen Kontakt mehr, weil ich irgendwann aufgehört habe Kontakt zu Leuten zu halten, wo ich das Gefühl hab, der Kontakt ist nicht ehrlich.

      Er schätzt an mir , jedenfalls sagt er das, daß ich seine Krankheit verstehe und vorallem, daß ich ihn normal behandle- und nicht wie den lebensunfähigen durchgeknallten , psychiatrischen Patienten, dem man gutes tut ,wenn man eine Runde Kniffel mit ihm spielt oder ihm noch was zu essen vorbeibringt.
      Weil er mit mir über das viele , was ihn als Mensch sonst so ausmacht und interessiert, reden kann.

      Die Geschichte ist also komplex.

      Aber es ging mir ja auch nicht um eine Bewertung dieser Freundschaft, sondern um die Frage- "wie angreifbar bin ich noch, gehts ums Thema dick..."..oder so

      Fazit: Das Telefonat endete mit einem "höfflichen" Disput. "Er meinte, dann willst Du nicht mehr dasß ich Dich anruf- ich "nicht grad nachts um 4."
      Woraufhin er erklärte - " gut , dann lösch ich Deine Nummer"

      Und ich glaub , nicht nur ich bin nun irgendwie traurig und es beschäfftigt mich mehr als ich vermutete.
      Ich glaube , wir haben beide das Gefühl, daß wir den anderen nicht verletzten wollten und eh alles anders meinten.

      Und im Ganzen zusammengefaßt, sprengt mein Thema wohl die Möglichkeit dessen, was man in einem Forum , zumindest diesem , erörtern kann.

      Aber danke allerseits, für die Worte, die Gedanken, die Meinungen...ich mach was mit.:daumen:
    • @ fraubrezle

      Ich habe das nicht so verstanden, dass Du Deinen Freund verachtest. Du hast seine krasse Situation beschrieben - mit krassen Worten, damit wir sie annähernd verstehen. Auch damit wir nachvollziehen können, warum es Dich so verletzt, wenn von dort (von einem Freund) solche Worte kommen.

      Trotzdem ist es wohl so, dass Dein Freund sich in die Ecke gedrängt fühlte und somit zum Schlag ausholte. Wie der Hund, der eigentlich friedlich ist, aber in Bedrängnis knurrt und bellt. Und wo kann er Dich treffen, wenn er Dir praktisch in allen Lebenslagen unterlegen ist? In dem einzigen Punkt in dem er glaubt Dir etwas voraus zu haben.

      Wenn Dir weiterhin viel an ihm liegt, dann würde ich mit ihm sprechen. Ihm erklären, dass Du ihn nicht verletzen wolltest und auch, dass er Dich schließlich verletzt hat. Aber auch, wie schon schreibst, dass Du das Gefühl hast, dass keiner den anderen verletzen wollte.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme schrieb:

      Ich habe das nicht so verstanden, dass Du Deinen Freund verachtest. Du hast seine krasse Situation beschrieben - mit krassen Worten, damit wir sie annähernd verstehen. Auch damit wir nachvollziehen können, warum es Dich so verletzt, wenn von dort (von einem Freund) solche Worte kommen..


      Danke Itsme, daß Du das schreibst,denn genauso wollt ich es verstanden wissen.

      Daß er sich in die Ecke gedrängt fühlt, wenn ihm mal einer nicht "Honig ums Maul schmiert" sondern sagt , wie er die Sache sieht ist klar.
      "normalerweise " hat er das dann angenommen und darüber nachgedacht, was ich so meine.
      Jetzt hatten wir lange nichts voneinander gehört und er lebt ja in einem Dunstkreis von Leuten und vermeitlichen Helfern, die in ihm nur einen Patienten sehen und die nicht den "Mann dahinter kennen".
      Die "unterstützen " ihn und seine Frau nur dabei, krank zu bleiben und kränker zu werden.
      Klar wenn er nun nur noch positiven Zuspruch, bekommt, wenn er einmal die Woche mit einer Pflegekraft spazieren geht, dann kann man sich angegriffen fühlen "wenn eine alte Freundin meint oh - mein Jott- was machst du - kannst du nicht mehr laufen? du hast vor ein paar Jahren die Welt selbstständig bereist. Was passiert mit dir- was läßt du zu? "

      Nach dem er ja den Kontakt abbrechen wollte, schickt er mir nun kleine Botschaften....also es rührt ihn an...wie mich.

      Ich denke wir sollten mal einen Kaffee trinken gehen oder ein Guinness.

      :(
    • Du kannst für ihn da sein, ihm eine Schulter zum Ausheulen geben.
      Aber du kannst ihn nicht therapieren!
      Du kannst für ihn auch keine Stütze sein, wenn du selbst bröckelst.

      So wie er sich auf den Pflegedienst verlässt, wenn es um alltägliche Dinge geht, verlässt er sich auf dich, wenn es um sein seelisches Wohlbefinden geht. Auf diese Weise wird er nie selbst aus dem Sumpf kommen, wenn er immer wieder andere findet, die ihm helfen, in diesem Sumpf zu überleben.
      Gelernte Hilflosigkeit heißt das.

      Wenn du bereit bist, diese Art Beziehung für den Rest deines/seines Lebens zu führen, ist das auch deine Entscheidung. Dafür wirst du aber wahrscheinlich mehr Kraft brauchen, als du langfristig aufbringen kannst.
      Selbst sporadische Kontakte scheinen dich immer wieder runterzuziehen - sei es weil er seinen Frust aufs Leben an dir auslässt, oder sei es weil er dir leid tut. Überleg dir gut, ob du genug eigene Ressourcen hast, um deinen Ex seelisch mit durchzufüttern, oder ob du schon langsam an bzw. über dein eigenes Limit gehst.

      Ich würde ihn nicht weiter betüddeln, wenn es mir so dreckig ginge, wie du es beschrieben hast. Ich würde ihm klare Ansagen machen: Komm erst wieder, wenn du dein Lymphödem behandeln lässt - hier ist die Adresse von einem Spezialisten. Ich würde nachts nicht ans Telefon gehen, wenn er anruft (Klingelton zuweisen hilft, wenn man bei bestimmten Personen unbedingt drangehen will oder eben nicht). Ich würde mir sagen: er oder ich. Und im Zweifelsfall ist mir mein eigenes Über-Leben wichtiger.
      Wenn ich nicht gelegentlich dermaßen grausam (aus Sicht unbeteiligter Zuschauer) die Notbremse gezogen hätte, läge ich jetzt auf dem Friedhof.

      Grenzen aufzeigen, sich nicht vereinnahmen lassen, sich nicht mit dem anderen identifizieren = gleich setzen, das fällt vielen, und ganz besonders Borderlinern schwer. Diese aufgelöste Grenze muss dann irgendwie anders fühlbar gemacht werden, oder heftig geleugnet werden - was es nicht gibt, kann man mir nicht nehmen - durch Essen, Nicht-Essen, SVV, Süchte...
      Ich denke, ein seelisch stabiler Mensch hätte genug an so einem Freund zu knabbern, wenn man schon mit sich selber schwierige Großbaustellen hat, kann das nur unglücklich enden.
      Aber das ist nur meine persönliche Meinung aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Ich denke, ein seelisch stabiler Mensch hätte genug an so einem Freund zu knabbern, wenn man schon mit sich selber schwierige Großbaustellen hat, kann das nur unglücklich enden.
      Aber das ist nur meine persönliche Meinung aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen..


      Ich stimm Dir mal im Großen zu.Das weiß ich alles-seh ich ähnlich.
      Aber bisher ging es gut- Kontakt nur manchmal und dann wenig Problemgequatsche.
      Er ist übrings kein Ex..aber das nur nebenbei...
      Mir gehts gut und ich war erstaunt, über mich, daß mich das dann doch so beschäfftigte.

      Aber ich hab da nun meinen Standpunkt gefunden und mal wieder was dazu gelernt.Über mich.
    • So fraubrezle damit das nicht in einen unendlichen roman endet (also bei mir) konzentriere ich mich mal nur auf das hauptthema (Erklärungsnot) und lass das andere mal wegfallen, die anderen haben da auch schon gute punkte zu gebracht, ganz besonders Lisa cortez und joy2016. Es geht ja nicht darum dass du hier im forum streicheleinheiten möchtest, sondern die wahrheit/realität serviert bekommen möchtest, um das dann aufzunehmen und evtl. in deinem alltag mit einzubinden/ zu berücksichtigen.



      Nein ich fühle mich wohl und nicht gestresst wenn jemand mich mit meinem gewicht konfrontiert, weil ich selbst mich nicht belügen kann. Ich fühl mich nur dann wohl wenn wirklich alles in ordnung ist und wenn alles in ordnung ist (also ich mit mir im reinen bin) dann kann mich so eine direkte ansage nicht stören oder aus der ruhe bringen.


      Du hast ja geschrieben dass du das eigentlich für dich geklärt hast, ich sehe das nicht so. Wenn überhaupt dann oberflächig oder bissel drunter, aber das beispiel zeigt ja sobald jemand so direkt ist zu dir, dass das gegenteil der fall ist weil es dich total fuxt. Und was auch jeder von uns weiß, dass was fremde sagen ist wesentlich einfacher zu verarbeiten als das was vertraute personen zu einen sage. Ein ratschlag ist hier schwer weil nur du den grund kennst warum es dich so fuxt. Mir fällt dazu ein mangelndes sebstwertgefühl, mangelndes selbstbewusstsein, nicht kritikfähig, plötzlich aufkommenden ärger über dich selbst, … is schwierig können wir nicht beurteilen. Aber wenn man dazulernen will, also wirklich will und man weiß nicht wie, dann sollte man versuchen andere „wege“ zu gehen, andere sichtweisen aufsaugen und verinnerlichen und erstmal wirken lassen und nicht gleich dagegen angehen / verteidigen. Aber im grunde hast du ja alles richtig gemacht und hier im forum andere meinungen hören wollen. Eins ist klar das wird nicht von alleine weggehen, das „aufbrausende gefühl“ du musst schon was dafür tun – klar dass das nicht einfach ist.

      Später hast du geschrieben, dass es schwierig ist diese beziehungen so zu beschreiben dass fremde das objektiv betrachten können. Objektiv bedeutet u. a. dass nur der reine sachverhalt also die kernaussagen ohne gefühlsbindung und ausschweifungen betrachtet werden und sachlich kurz und prignant zusammengefasst wird. Ich bin der Meinung das haben die Mitglieder hier schon sehr gut, es kommt nur so „scharf“ für dich rüber weil du EVTL. eine andere erwartungshaltung der kommentare hattest und plötzlich dein „handeln/aussagen“ verteidigen willst, weil du nicht daran gedacht hast selbst auch nicht richtig gehandelt zu haben. Es geht ja nicht darum, böse absichten zu unterstellen, das ist quatsch sondern darum dein gefühl, wie andere gewisse sachen wahrnemen KÖNNTEN zu schärfen bzw. drauf hinzuweisen. Es ist ja auch unstrittig dass du ihm und er dir etwas bedeutet, sonst hättest du kein kontakt zu ihm und er zu dir auch nicht. Das leben ist eine reine baustelle und man muss immer wieder irgendwas erneuern, reparieren, aufbauen, abreißen und pflegen.