Ich bin schon immer dünn gewesen

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    • Ich bin schon immer dünn gewesen

      Es gibt Berichte die sind einfach nur klasse – dieser Bericht ist so einer. Melissa Milne ist Autorin und berichtet von ihren Gedanken und Erlebnissen als dünner Mensch … diese ähneln denen eines dicken Menschen doch sehr :seufz:

      Melissa Milne leidet unter den Aussagen die sie als dünner Mensch immer wieder zu hören bekommt, auch wenn diese eigentlich als Kompliment gedacht sind. Dazu sagt Heather Quinlan C.S.W., Expertin für Selbstwahrnehmung, die Gesellschaft hat uns gelehrt, dass man niemals zu reich oder zu dünn sein kann.

      Zitat von Melissa Milne: „Negative Bemerkungen über eine Frau aufgrund ihres Gewichts zu machen, ist niemals gut. Ob übergewichtig oder dünn, die zerstörerische Nachricht bleibt dieselbe: Dein Körper ist nicht normal. Und das eigene Körperbild ist ein empfindliches Thema für jede Frau …“

      Die Autorin sagt, dass das Zunehmen nicht so einfach für sie ist. Ihre Mutter, ihre Schwester, Großmutter, Ur-Großmutter und Ur-Ur-Großmutter sind bzw. waren auch sehr dünn. Melissa ist genauso unsicher wegen ihrer spindeldürren Arme wie eine Frau mit dicken Armen. So sagt Melissa weiter, dass wenn man einer kräftigen Frau den Salat empfiehlt, es genauso weh tut wie ein vermeintlich gut gemeinter Ratschlag für einen dünnen Menschen.

      Ein schöner Abschnitt ist noch dieser: „Es ist so: Ich mache mir persönlich nie Gedanken über meine Figur – bis es dann jemand anderes tut. In dem Moment fühle ich mich verpflichtet zu sagen, dass ich gerne esse, nicht im Fitnessstudio wohne und sehr gesund bin. Ich möchte sagen, dass ich kein Gesundheits-Freak bin und Essen liebe, keine Drogen nehme und dass ich aufgrund meiner Gene und meines Metabolismus einfach schmal bin. Nein, ich breche nicht, ja, ich habe gefrühstückt, nein, ich esse nicht nur Salat und ja, ich bin glücklich. Sehr glücklich sogar. Nein ich übertreibe es nicht, ja, ich bin schon immer so dünn gewesen. Nein, nein, nein. Ja, ja. Ja“.

      Mich erinnert diese Rechtfertigung sehr an eine gerade laufende Diskussion, denn auch ein sehr dünner Mensch kann mit einem, laut WHO zu niedrigen BMI, gesund sein. Diese Frau weiß warum sie so dünn ist und darum wird sie sich wohl auch nichts erzählen lassen. Bitte nun keine widerkehrende Diskussion – denn ganz oben und ganz unten auf der Gewichtsskala gibt es sicher einen Punkt an dem man einen Menschen als krank bezeichnen kann.

      Am Ende schreibt die Autorin noch dieses: Egal, was für einen Körper man hat, die wahre Akzeptanz deiner selbst erfordert echte Selbstliebe :smile2:
    • So wie es Naturdicke gibt, wird es auch Naturdünne geben. Nannte man diesen Typ früher nicht "leptosom". Dennoch gibt es natürlich den Unterschied zu ihrer Diskriminierung, dass ihr Typ im Moment der moderne ist. Sogar die Vorurteile, die es über Dünne gibt, sind eher positiv bis eventuell mitleiderheischend - wenn man hr Magersucht unterstellt.
      Der Satz " Ich kann essen was ich will und nehme einfach nicht zu." wird ganz anders behandelt als " Ich kann essen, was ich will und nehme einfach zu."

      Mit freundlichen Grüßen Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Ich hatte mal eine "überschlanke" Kollegin, die mich anfangs kolossal aufgeregt hat mit ihren Bemerkungen sie hätte "soo gerne 5-7 Kilo mehr..!"
      Bei mir als damaliger Vegetarierin kam das so an wie die Fleischesser, die auch immer sofort "flöten" sie äßen ja auch immer weniger Fleisch..
      Mit der Zeit und je besser ich sie kennenlernte stellte sich aber heraus, daß diese 5Kg tatsächlich eine wichtige gesundheitliche Frage für sie waren.
      (nein sie war nicht magersüchtig oder bulimisch und konnte richtig "reinhauen")
      Sie wurde nämlich bei den kleinsten Infekten, emotionaler Belastung o.ä. sofort richtig krank.
      Deshalb das Ringen und bitten um 5kg, die mich anfangs so aggressiv gemacht hatten.
      Heute sehe ich sehr schlanke Menschen mit anderen Augen.
      Die Bezeichnung "klapperdürres Gestell" ist echt nicht viel besser als "fette Kuh"