Die Diskriminierung nimmt zu

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    • Die Diskriminierung nimmt zu

      In diesem Bericht wird dargestellt wie weitreichend die Stigmatisierung von dicken Menschen ist.

      Dr. rer. med. Claudia Sikorski von der Universität Leipzig erklärt, dass es die Stigmatisierung von dicken Menschen schon länger gibt, sie aber heute durch gewisse gesellschaftliche Tendenzen verstärkt wird. So wurde etwa in den letzten zehn Jahren von einer regelrechten „Adipositas Epidemie“ gesprochen, die fast den Eindruck vermittelt habe, dass es sich um eine ansteckende Krankheit handelt. Auch die Berichte über vermeintliche Folgeerkrankungen werfen kein gutes Bild auf die dicken Menschen "Da scheint es vielen legitim, von Übergewichtigen zu verlangen, sich angesichts der Sparzwänge im Gesundheitssystem stärker selbst zu beteiligen", so die Leipziger Psychologin Dr. Claudia Sikorski.

      Es gibt auch andere gesellschaftliche Strömungen, die es den dicken Menschen schwer machen. So spricht Prof. Dr. Eva Barlösius von der Universität Hannover von einer „Moralisierung des Essens“, denn Essen werde nicht mehr als etwas Natürliches behandelt, es sei etwas, worüber man ständig reflektieren müsse – und damit auch über das vermeintlich kontrollierbare Gewicht.

      Ein guter Bericht der außerdem noch Lösungsvorschläge aufzeigt um der Stigmatisierung entgegenzuwirken.
    • Zur Info: Beide Einzelthreads zusammengeführt.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • Erste Ansätze gibt es bereits im Therapiekonzept der Leipziger Adipositas-Ambulanz: "Wichtig ist, dass adipöse Menschen lernen, ihren Körper so zu akzeptieren, wie er ist, und negative Gedankenschleifen loszuwerden", sagt die Psychologin Anja Hilbert.

      Ich finde es gut, dass dieser Ansatz offiziell Einzug in Therapiekonzepte findet. :daumen:

      Grüße
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Marion schrieb:

      Ich überlege schon seit geraumer Zeit mein Abi abzugeben. Weil man ja überall lesen kann, das gerade Menschen mit geringer Bildung an Adipositas leiden:

      Da ich ja bereits etwas abgenommen habe, darf ich vielleicht meinen BWL-Bachelor behalten. Sicher ist es aber noch nicht!

      Das Abitur ist eine feine Sache, aber um zu beweisen, dass ich nicht klischeehaft dick & dumm bin, dafür würde ich kein Abi machen.

      Inwieweit hängt denn der Erhalt von deinem BWL-Bachelor mit deiner Gewichtsabnahme zusammen?
    • Na nie wieder Diäten oder Sport, denn der SZ- Artikel sagt ja: "Bildung macht schlank.":rolleyes:

      Den fand ich auch interessant "Aktivieren und demütigen"...
      Diäten als Mittel zur Gängelung des Prekariats...
      sueddeutsche.de/leben/verzehrs…ken-unterschiede-1.591039

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • Bircan: Natürlich war mein Beitrag ironisch gemeint!! Ich bezweifel, das dieser Grundsatz stimmt. Adipositas=bildungsferne Schichten. Ich kenne mittlerweile viele, die dick sind. Und alle von denen haben einen guten Schulabschluss, Ausbildung, manche Studium. Ich finde es einfach diskriminierend soetwas zu sagen.
    • Marion schrieb:

      Bircan: Natürlich war mein Beitrag ironisch gemeint!! Ich bezweifel, das dieser Grundsatz stimmt. Adipositas=bildungsferne Schichten. Ich kenne mittlerweile viele, die dick sind. Und alle von denen haben einen guten Schulabschluss, Ausbildung, manche Studium. Ich finde es einfach diskriminierend soetwas zu sagen.
      Danke für den Hinweis!
    • Dass übergewichtige Menschen in einkommenschwachen bzw. bildungsfernen Schichten überrepräsentiert heißt doch im Umkehrschluss nicht, dass alle Dicken dumm oder arm sind.

      Und solche Feststellungen mit Aussagen a la "ich kenne viele Dicke mit hohem Bildungsabschluss etc." widerlegen zu wollen, ist in etwa genauso hilfreich wie "mein Opa hat immer geraucht und ist 90 Jahre alt geworden".

      Wichtiger finde ich zu analysieren, warum diese Lebensumstände zu Übergewicht führen und wie man dem entgegenwirken kann.
    • Hummelchen schrieb:

      ".

      Wichtiger finde ich zu analysieren, warum diese Lebensumstände zu Übergewicht führen und wie man dem entgegenwirken kann.


      IN USA wurde eine Studie gemacht über Frauen aus der Unterschicht, die mit staatlicher Hilfe in bürgerliche Viertel ziehen konnten. Die Frauen, die dick waren, haben nach einer Weile ziemlich abgenommen. Die Erklärung war: Verringerung des psychosozialen Stresses.
      welt.de/gesundheit/article1380…ssen-beginnt-im-Kopf.html

      Man weiß schon, dass das Stresshormon Cortisol auch Fetteinlagerungen begünstigt.
      Stressesserinnen neigen bei Stress eher dazu, dick zu werden.
      ( Aufklärung über "gesundes" oder "kalorienarmes" Essen ist meiner Meinung nach nicht zielführend. Denn die Frage bleibt ja: Was löst das Verlangen nach hochkalorischer Nahrung aus? Und nach Überessen? Das ist doch nicht das mangelnde Wissen!)

      Mit freundlichen Grüßen Lisa
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      die klar ist, einleuchtend und falsch.


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    • Lisa Cortez schrieb:

      Na nie wieder Diäten oder Sport, denn der SZ- Artikel sagt ja: "Bildung macht schlank.":rolleyes:

      Den fand ich auch interessant "Aktivieren und demütigen"...
      Diäten als Mittel zur Gängelung des Prekariats...
      sueddeutsche.de/leben/verzehrs…ken-unterschiede-1.591039

      liebe Grüße Lisa


      Da muss man aber eigentlich nur den ersten Satz lesen, um zu merken, dass der Artikel wohl nicht durchdacht sein wird:

      "Die Suche nach den versteckten Fetten, zu der Ernährungsexperten wie Politiker in jüngster Zeit immer wieder auffordern, ist von gemeiner Doppeldeutigkeit. Sie meint eigentlich das nicht auf Anhieb sichtbare Fett, das sich in der Wurst und vielen anderen Nahrungsmitteln versteckt."

      In der ersten Zeile bereits Verteuflung von Fett - reicht mir, um nicht darüber hinaus zu lesen.