Abnehmzwang vor Hüft-OP

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    • Abnehmzwang vor Hüft-OP

      Mal wieder England – in der Grafschaft Devon sollen künftig sehr fettleibige Patienten fünf Prozent ihres Gewichts abnehmen, Raucher müssen acht Wochen rauchfrei sein bevor sie eine Hüftoperation erhalten.

      Professor Martin Dominkus Leiter der II Orthopädischen Abteilung im österreichischen Spital Speising sagt „Es ist inhuman, Patienten, die schon Schmerzen und eine eingeschränkte Mobilität haben, zu sagen, sie sollen vor der Operation abnehmen" und weiter sagt er "Viele dieser Patienten wollen ja abnehmen, schaffen es aber wegen ihrer starken Schmerzen nicht, sich mehr zu bewegen“.

      Ein Sprecher der NÖ-Landeskliniken sagt zu diesem Thema „Vor einer künstlichen Gelenksoperation wäre eine Gewichtsreduktion zwar wünschenswert, sie sei aber aufgrund der schmerzhaften Bewegung meist nicht erreichbar".

      Die beiden Orthopäden sagen auch, dass bei starkem Übergewicht das Komplikationsrisiko erhöht sei, aber man könne auch einige Komplikationen frühzeitig behandeln, etwa "Übergewichtige mit einem künstlichen Gelenk sollten auf jeden Fall alle drei Jahre zum Röntgen, um Defekte frühzeitig zu erkennen".

      Professor Martin Dominkus Leiter der II Orthopädischen Abteilung sagt, dass diese Beschränkung nur ein Vorwand sei um Kosten zu sparen. Univ. Prof. Dr. Peter Ritschl hatte erst vor kurzem eine Patientin mit 179 Kilogramm aufgenommen. Der Bericht dazu HIER

      Ich hatte einmal gelesen, dass die Kassen eine Operation im Ausland bezahlen – vielleicht wären diese Operateure eine Möglichkeit für eine Hüftoperation trotz sehr hohem Gewicht … ich würde mich unendlich für die Schmerzgeplagten freuen.
    • Na ja, das ist in Deutschland aber auch nicht anders. Soku kann gerade ein Lied davon singen. Ich habe auch zig Kilo abgenommen, bevor ich meine neue Hüfte bekam, wobei die Hüftkopfnekrose nichts mit dem Übergewicht zu tun hatte. (Ich habe jetzt erfahren, dass Hüftkopfnekrosen auch durch Schäden im Nierenlager und daraus resultierende Muskelverhärtungen unterhalb des Nierenlagers hervorgerufen werden können und somit eigentlich internistische und keine orthopäischen Erkrankungen sind. Leider habe ich im Netz nichts dazu gefunden.)

      Soweit ich weiß, gibt es nur zwei Kliniken in Deutschland die Schwergewichtigen neue Hüftgelenke einbaut: die Uniklinik Heidelberg und die Endoklinik in Hamburg.
    • Ist es nicht so das bei sehr schwer Übergewichtigen das das Hüftgelenk auch nicht halten kann? Ich glaube das das bei einer Bekannten ihren Mann so war, der lag dann ohne Hüfte in so einer Gipsschale, ich glaube wenn ich sie das nächste Mal sehe muss ich nachfragen
    • Das Hüftgelenk kann bei JEDEM nicht halten. Insbesondere bei Menschen mit Komorbitäten kann es zu Wundheilungsstörungen kommen, die dann dazu führen, dass das Gelenk nicht gut einheilt. Das ist aber eine eher seltene Komplikation. Grundsätzlich wächst das Gelenk bei dicken Menschen nicht schlechter ein als bei schlanken. Auch wenn ich, weil ich im Vorfeld von Argumenten, wie Du sie hier bringst, maximal bekloppt gemacht wurde, immer noch ein psychisches Problem habe und nach wie vor einen Stock in der Hand haben muss, um unbefangen laufen zu können, hält mein Hüftgelenk auch bei Kleidergröße 58 wunderbar. Und den Stock trainiere ich jetzt im Frühjahr ab.
    • Was Hüftkopfnekrosen angeht, kann es auch sehr schlanke sportliche Menschen treffen, das habe ich bei einem Kollegen von mir miterlebt.
      Die einfache Formel, dass Dicksein immer an allem Schuld ist, was im Körper schief läuft, haut nun mal nicht so leicht hin, wie viele es gerne hätten. :rolleyes:
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • Ich hänge knapp über dem Muss von 180 Kilos fest... das ist erst besch***.
      Nach der Abnahme, die über "Ernährung" zu steuern war, fehlt mir jetzt tatsächlich fatalerweise die Bewegung um den Stoffwechsel auf Touren zu bringen. Da kasper ich jetzt seit September rum und bin froh, wenigstens nicht wieder zu zunehmen.

      Ich werde mal in Ösiland anrufen, aber wenn der schon so eine: "Ojojojojojoiii !! Sogar mit unvorstellbaren, immensen, gigantomanischen 179 Kilos hat er schon so ein armes, armes Dickerle operiert", Aussage in seinem Interview steht, kenn ich glaub ich die Antwort.

      Ich bin da echt etwas desillusioniert, nachdem ich in Erlangen so versarscht wurde.
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    • Sonnenkuss schrieb:

      Ich werde mal in Ösiland anrufen, aber wenn der schon so eine: "Ojojojojojoiii !! Sogar mit unvorstellbaren, immensen, gigantomanischen 179 Kilos hat er schon so ein armes, armes Dickerle operiert", Aussage in seinem Interview steht, kenn ich glaub ich die Antwort.

      Ich bin da echt etwas desillusioniert, nachdem ich in Erlangen so versarscht wurde.
      Du weißt wie sehr ich (wir) dir die Daumen drücken und ich kann nur zu gut verstehen, dass du Zweifel hast, aber ich finde sehr gut, dass du dort anrufst, denn ich habe immer noch die Hoffnung, dass du einen Arzt findest der dir wirklich hilft!
    • Das Hüftgelenk kann bei JEDEM nicht halten. Insbesondere bei Menschen mit Komorbitäten kann es zu Wundheilungsstörungen kommen, die dann dazu führen, dass das Gelenk nicht gut einheilt.


      Aha, dann wird das sowas gewesen sein, dann brauche ich sie ja nicht mehr zu fragen.
    • Ich will jetzt nicht zu weit vom Originalthema wegkommen, aber für Tinkerbell vielleicht hier etwas aus einer aktuellen Sendung des Deutschlandfunks über Komplikationen bzw. Revisionsoperationen bei Hüftgelenken.
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