„Ihre Erwartung ist wohl zu hoch“

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • „Ihre Erwartung ist wohl zu hoch“

      Ich habe mir heute überlegt, dass ich gerne etwas erzählen würde, was mir gerade passiert bzw. über was ich mich ärgere … vielleicht kann ich so auch besser mit dem Geschehenen umgehen.

      Wie ich schon schrieb habe ich mich selbständig gemacht und zum besseren Verständnis, ich war schon einmal vor einigen Jahren in diesem Gewerbe selbstständig.

      Bei meiner ersten Selbständigkeit hatte ich eine Werbeagentur beauftragt mir Faltblätter, Briefpapier und vieles mehr zu entwerfen, damit ich die druckfertigen pdf-Dateien einer bekannten Online-Druckerei übermitteln konnte. Damals handelte es sich um viele Druckobjekte (fast 40000 Stück) die auf acht verschiedene Aufträge verteilt waren. Vor jedem Druckauftrag musste ich, wie üblich, die Ansichtsdatei ansehen (nicht kalibrierter Bildschirm) um danach die Freigabe für den Druck zu erteilen.

      Bei meiner jetzigen Selbstständigkeit hatte ich nicht, wie damals eine Bank mit im Boot und von daher konnte ich mir die Kosten für eine Werbeagentur nicht leisten. Ich hatte seinerzeit aber einiges über Marketing und Druckobjekte gelernt, sodass ich mir zutraute Bilder und Texte mit meinem Mann zu entwerfen. Weit im Vorfeld nahm ich mir ein gutes Buch über Grafik und Gestaltung zur Hand um mich noch einmal etwas intensiver mit Schrift, Form des Faltblattes und Gestaltung zu beschäftigen. Heraus kam, dass ich genau wusste welche Größe mein Faltblatt haben soll bzw. Falz, Seitenanzahl, Materialart, Gewicht …

      Da ich versuchte jedes Missverständnis zu vermeiden hatte ich ein detailgenaues Faltblatt aus Tonkarton erstellt und darauf exakt an die von mir ausgesuchten Stellen, die Texte und die Bilder gesetzt.

      Vor Jahren war ich zufrieden mit der Online-Druckerei und nach Durchsehen ihrer Homepage erkannte ich, dass die Firma nun auch individuelle Layouts erstellt. Nach dem Kontakt mit einem Designer war ich beruhig, denn mir wurde zum einen der Festpreis mitgeteilt und zum anderen sagte man mir, dass das Layout dank meiner Vorlage überhaupt kein Problem sei.

      Nach ein oder zwei Tagen bekam ich die erste Ansichtsdatei – eine Katastrophe alles wurde geändert, obwohl die Designer meine Vorlage vor Ort hatte. Nach meiner Reklamation wurde wieder alles geändert, aber auch diese Ansichtsdatei war stark abweichend von meiner Vorlage. Ich beschwerte mich bei dem Teamleiter der Layouthilfe und nach dem Gespräch verstand dieser zwar warum ich die Ansichtsdatei nicht zur Freigabe erteile, aber er gab mir doch das Gefühl eine Querulantin zu sein.

      Danach nahm sich der Teamleiter selbst der Sache an und binnen einer Stunde hatte ich eine druckfertige pdf-Datei die meiner Vorlage genau entsprach. Da mein Bildschirm nicht kalibriert ist, hatte ich den Zuständigen per Mail gefragt, ob beim Druck der Datei mit starken Abweichungen zu rechnen sei. Mir wurde gesagt, dass nur ein einziges Bild an einer kleinen Stelle (war auch für mich sichtbar) etwas dunkler sei.

      Die erste Lieferung der 2500 Faltblätter – 70% der Faltblätter sind bei den Bilder viel dunkler als auf der Ansichtsdatei und 30% der Faltblätter sind bei den Bilder schwarz verfärbt. Ich reklamiere und die Lieferung wird abgeholt, kurze Mitteilung mit dem Hinweis, dass etwas beim Druck falsch gelaufen wäre und dass der Druck wiederholt wird.

      Gestern die zweite Lieferung der 2500 Faltblätter – 100% der Faltblätter sind von den Bildern her viel zu dunkel und das Faltblatt könnte ein Faltblatt für den Düsterwald sein.

      Rücksprache mit dem Zuständigen der Qualitätskontrolle warum das Faltblatt extrem von der Ansichtsdatei abweicht. Dabei kamen Aussagen wie „sie haben eventuell ihren Bildschirm zu hell eingestellt – vielleicht haben sie einfach nur zu hohe Erwartungen – ihre Bilder waren vielleicht einfach zu dunkel – wir können doch nicht wissen, ob sie nicht vielleicht alles so dunkel wollten … „. Heute Morgen wurde die gesamte Lieferung wieder abgeholt.

      Ich bemerke, dass ich in solchen Momenten sehr sachlich argumentieren kann, meine Emotion im Nachhinein mich dennoch so sehr beherrschen, dass ich mich unwohl fühle. Mir fällt es schwer mich abzulenken bzw. mich auf etwas anderes zu konzentrieren … ich wollte eigentlich geschäftlich noch vor Weihnachten loslegen, habe auch schon für nächsten Monat einige Vorträge und nun fehlt mir ein wichtiger Werbe-Baustein und die Unsicherheit eines schlechten Geschäftspartners kommt noch dazu :heul:
    • Ich kann Deine Frustration verstehen. Das ist ein wirklich leidiges Thema. Ich habe gute Erfahrungen mit einer eingereichten Druckversion (eigener Drucker) des Flyers, auf der mir die Farben zusagen, und persönlichem Kontakt gemacht, aber die Möglichkeiten hat man ja nicht immer.

      Dein Erlebnis ist im Grunde das, was mich von der Bestellung bei einer Online-Druckerei abhält, obwohl ich mir sogar eine Spyder Pro für die Kalibrierung des Monitors geleistet habe. Ich hätte jetzt gedacht, dass man bei der Auflage einen Andruck bekommen kann, den man abnimmt. Da steht mir ja was mit den Flyern bevor, die auf meiner ToDo Liste stehen...
    • Zum Thema Online-Druckerei, ich kam damals nur zu dieser Druckerei, weil mir diese Empfohlen wurde, da ich davor bei einer kleinen Druckerei vor Ort nur Scherereien hatte.

      Trotzdem mache ich mir jetzt den Vorwurf, dass ich nicht, wie sonst auch, den ortsansässigen Betrieben den Vorzug gab.

      Im Vorfeld hatte ich mir überlegt, ob ich mir einen Proof fertigen lasse, aber nach Rücksprache mit der Layoutabteilung wurde mir davon abgeraten, denn das Erstellen des Layouts im eigenen Haus kommt einem Profi-Datencheck gleich und daher könne ich mir dieses Geld sparen. Die Frau erklärte mir noch, dass der Proof nicht mit einer Druckmaschine gedruckt wird und von daher wären die Farben der Bilder eh nicht gleich dem fertigen Druckergebnis.

      Ich hatte ja schon einige Druckdaten bei dieser Firma hochgeladen und niemals gab es da einen, für mich sichtbaren, Unterschied bei den fertigen Druckobjekten zu der Ansichtsdatei. Die Werbeagentur damals meinte, dass ein kalibrierter Bildschirm nur dann wirklich Sinn macht, wenn man exakte Farbergebnisse benötigt, wie es etwa beim Telekom-Magenta der Fall ist.
    • Der jetzige Stand sieht nun so aus – nachdem ich mich letzte Woche über den Zuständigen der Qualitätskontrolle bei seiner Vorgesetzten beschwerte, schaltete sich nun dieser Frau bei der Problemsuche mit ein. Zuerst entschuldigte sich die Vorgesetzte, per Telefon, für das Verhalten ihres Kollegen. Des weiteren fiel ihr auf (war auch nicht zu übersehen), dass der zweite Druck noch schlechter war wie der erste Druck, der auch als Fehldruck anerkannt wurde. Warum nun die Bilder auf dem Faltblatt viel schlechter sind als in der Ansichtsdatei, dass weiß sie und die Layoutabteilung auch nicht … es gibt wohl ein Problem, wenn Bilder hauptsächlich Brauntöne haben :gruebel:

      Es wird nichts am Layout verändert (war auch nicht gewünscht), aber die Bilder werden durch neue Bilder ersetzt. Ich werde hierfür unbearbeitete Bilder über WeTransfer versenden und hoffe, dass dann alles klappt – mal sehen wie die nächste Ansichtsdatei aussieht und noch interessanter wird danach das Druckergebnis sein.

      Egal wie das hier ausgeht ich werde wohl in der Zukunft den Druckereien vor Ort wieder eine Chance geben.
    • Nette schrieb:

      In welchem Format bzw. mit welchem Programm hast du denn die Vorlage erstellt?

      Da ich mich nicht sehr gut mit Formaten und Programmen auskennte, hoffe ich, dass ich deine Frage überhaupt richtig verstanden habe – bezogen auf die Bilder habe ich die ersten Bilder im JPEG-Format von der Speicherkarte auf Nikon-Transfer herunter geladen und danach bei Picasa bearbeitet und später per Mail versendet.

      Die Bilder die ich nun versendete sind wieder im gleichen Format, wurden aber direkt von der Speicherkarte über WeTransfer übermittelt … es soll damit weniger „Qualitätsverlust“ entstehen.

      Bezogen auf mein detailgenaues Faltblatt aus Tonkarton – ich hatte das Grafikprogramm Corel Draw in Home & Student um überhaupt zu sehen was und wie aussieht bzw. wirkt. Da ich nicht wusste in wie weit ich als Gewerbetreibende überhaupt eine Home & Student Variante benutzen darf „bastelte“ ich meine detailgenaue Faltblattvorlage aus gedruckten Texten und Fotos und sendete sie so der Layoutabteilung.
    • JPG ist ein Format mit Kompressionsverlusten. Wenn die Auflösung gut ist, für den Druck würde ich mit mind. 300 dpi arbeiten, sollte es nicht am Dateiformat liegen. Verlustfrei wären übrigens z.B. RAW und TIFF soweit ich weiß.

      Eine Programmversion für Studenten und Dozenten darf man leider nicht kommerziell einsetzen. Manche Hersteller bieten für den kleinen Geldbeutel abgespeckte Versionen an. Ich glaube, Photoshop Elements ist so ein Fall. Falls Du am Mac arbeitest, könnte Pixelmator was für Dich sein. Es kostet einen Bruchteil von Corel Draw und Photshop.
    • Henkersmaid schrieb:

      JPG ist ein Format mit Kompressionsverlusten. Wenn die Auflösung gut ist, für den Druck würde ich mit mind. 300 dpi arbeiten, sollte es nicht am Dateiformat liegen. Verlustfrei wären übrigens z.B. RAW und TIFF soweit ich weiß.

      Mein Mann hatte mir heute Morgen auch etwas über RAW erzählt und das deckt sich mit deiner Aussage. Schade, dass der Grafiker mir nicht schon vorher, auf meine Frage hin, sagte, dass die Bild-Qualität nicht hoch genug war.
      Eine Programmversion für Studenten und Dozenten darf man leider nicht kommerziell einsetzen. Manche Hersteller bieten für den kleinen Geldbeutel abgespeckte Versionen an. Ich glaube, Photoshop Elements ist so ein Fall.
      Das hatte ich auch gelesen, dass ich die Home & Student Versionen nicht nutzen darf - ich war noch nicht einmal sicher, ob ich Home & Student zu Beispielzwecken (Layoutabteilung) nutzen darf - Danke für den Hinweis mit Photoshop Elements, da werde ich mal reinschauen.
      Falls Du am Mac arbeitest, könnte Pixelmator was für Dich sein. Es kostet einen Bruchteil von Corel Draw und Photshop.
      Leider habe ich keinen Mac, aber nachdem ich vor Jahren beruflich mit ihm gearbeitet hatte, wäre es ein Wunsch von mir … irgendwann wenn es beruflich läuft ;)
    • das ist wirklich sehr ärgerlich. ich habe auch öfters bei einer bekannten online-drockerei bestellt und war früher uch echt zufrieden. bei meiner letzten bestellung (ein kalender) waren die bilder dann richtig schlecht gedruckt und viele druckfeheler darin (verpixelte linien). ich war sehr enttäuscht. ein fehler konnte ich an meiner druckdatei finden und als ich den kalender bei einer anderen druckerei bestellt habe war alles in ordnung. sowas ist echt schade. :mad: