Dünner aber depressiver?

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Lisa Cortez schrieb:

      vielleicht könnte man mir das nochmals erklären,
      ich dachte immer, zu den Ausschlussgründen für solch eine OP,
      gehören
      - Essstörungen
      - Depressionen

      oder ist das nicht so?
      Wenn nicht, dann ist doch klar, dass die betroffene Person völlig verzweifelt.


      Ein Patient, der eine bestimmte OP unbedingt (Stichwort: vermeintlich letzter Ausweg) will, wird sich in seinen Antworten danach richten, was die einzelnen Stationen, die durchlaufen werden müssen, hören wollen. Wenn die wiederum dicken Menschen gegenüber nicht neutral eingestellt sind, werden sie häufiger jemanden unters Messer schicken, auch wenn einige Kriterien nicht zu 100% erfüllt sind.

      Ansonsten bin ich der Meinung, dass …

      1. eine solche OP selbst eine Essstörung herstellt, da häufig die Symptome einer Lebensmittelallergie auftreten (schau Dir mal Bircans Beitrag bzgl. Dumping) an.
      2. eine solche OP mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in die Depression führt, weil …

      - das Wunschgewicht trotzdem nicht erreicht / gehalten werden kann.
      - die Nebenwirkungen ausgeblendet wurden und nun real sind.
      - die Haut so schnell nicht mitziehen kann und dadurch ein neues Problem entsteht.
      - das Essen (Glückshormone) womöglich sogar eine Depression verdeckt hat.
      - usw.

      Wer weiß, was da im Körper alles noch so passiert. Im Grunde hat da je nach Eingriff fast eine Amputation stattgefunden auch wenn es gern so dargestellt wird, als wäre es so trivial wie die Fingernägel zu lackieren.
    • Henkersmaid schrieb:

      Wer weiß, was da im Körper alles noch so passiert. Im Grunde hat da je nach Eingriff fast eine Amputation stattgefunden auch wenn es gern so dargestellt wird, als wäre es so trivial wie die Fingernägel zu lackieren.
      Wunderbar zusammengefasst! Das ist genau das, was ich oben - deutlich wortreicher :-o - zum Ausdruck bringen wollte.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Martina schrieb:



      Hmmm, ich habe aber festgestellt, dass das auf solche, die sich vor der Abnahme ernsthaft mit dicker Selbstakzeptanz beschäftigt haben, nicht zutrifft. Ich kenne einige hier im Forum, die aus irgendwelchen Gründen sehr abgenommen haben, aber meine Freundschaften zu denen hat das nicht verändert.



      Das kann ich mir gut vorstellen!
      All die Frauen von denen ich berichtete haben das aber niemals auch nur ansatzweise in Betracht gezogen, denn Dicksein ist für sie einfach unvorstellbar furchtbar.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme schrieb:

      Das kann ich mir gut vorstellen!
      All die Frauen von denen ich berichtete haben das aber niemals auch nur ansatzweise in Betracht gezogen, denn Dicksein ist für sie einfach unvorstellbar furchtbar.
      Weißt Du, ich habe auch schon Leute gekannt, die sich für dicke Selbstakzeptanz interessiert haben, sie dann aber letztlich für sich nicht verwirklichen konnten. Die haben mich dann massiv angefeindet, als sie wieder auf den "richtigen Weg" zurückgekehrt sind. Ich glaube, hier hatten wir so was auch schon mal.

      Das würde ich niemals tun. Auch in anderer Hinsicht nicht. Vor ein paar Monaten erzählte mir eine entfernte Bekannte stolz, sie habe mit dem Rauchen aufgehört. Vor vier Wochen sah ich sie vom Auto aus, wie sie gerade eine Zigarette wegwarf. Ich habe sie dann noch einmal getroffen und man konnte riechen, dass sie geraucht hatte. Eine Freundin, der ich in irgendeinem anderen Zusammenhang davon erzählt habe, fragte mich, ob ich diese Bekannte darauf angesprochen hätte. Nein, hatte ich nicht. Wer bin ich denn, dass ich mich in so was einmische? Sie wird ihre Gründe und wahrscheinlich auch Bedürfnisse haben. Wir haben vor dem Aufhören niemals über ihr Rauchen gesprochen. Warum sollten wir jetzt damit anfangen?

      Ich kenne die vielen, vielen Gründe, warum Menschen dick werden und ich bin fest davon überzeugt, dass es zu diesem Thema keinen Königsweg gibt. Nur weil ich jetzt in einer maximalen Pechsträhne mal ein bisschen Glück gehabt habe, werde ich nicht versuchen, jemandem meinen Weg aufzuzwingen, zumal ich den von den gängigen Ernährungsprinzipien her noch nicht mal für einen gesunden Weg halte. Außerdem bin ich immer noch dick, obwohl ich schon bemerke, dass ich anders wahrgenommen werde. Das finde ich komisch, aber, ich glaube, dazu mache ich mal einen anderen Thread auf. Das führt jetzt hier zu weit.

      Als ich im August in der Uni Tübingen zum Schilddrüsenscreening war, hatte ich auch noch mal einen Termin bei Prof. Stefan, von dem ich ja die Tipps hatte, wie ich es vielleicht schaffen könnte. Er sagte mir ganz klar, dass jeder seinen eigenen Weg finden muss. Was für mich funktioniert, wird für 99% aller anderen nicht funktionieren.

      Und genau da liegt der Knackpunkt bei diesem ganzen Abnehm-Hype. Übergewicht ist total individuell und wenn man was davon los werden will oder, wie in meinem Fall, muss, dann muss man da auch ganz individuell dran gehen. Und das schließt jegliche Missionierungsversuche anderen gegenüber per se aus ... jedenfalls, wenn man halbwegs mit Intellekt gesegnet ist.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Habe noch etwas vergessen. Zum eigentlichen Thema, also "dünner, aber depressiver": Ich glaube, ob das zutrifft oder nicht, hängt auch mit den Erwartungen zusammen, die man hat. Und auch hier ist Selbstakzeptanz ein ganz starker Schutz.

      Indem ich meine Geschichte und mein Sein als dicker Mensch schon lange akzeptieren konnte, kann ich jetzt nämlich z.B. auch besser mit den ziemlich unangenehmen Nebenwirkungen des Wenigerseins umgehen (Stichwort "chinesischer Faltenhund" ... habe gerade mal eine Bildersuche gemacht ... sind die schnuckelig!!!). Da musste ich auch dran arbeiten, aber es hat mich nicht wirklich viel Aufwand gekostet.

      Auch bin ich ja nie mit dem Ziel angetreten, endlich normal sein zu wollen. Herrje, das ist so ungefähr das Allerallerletzte, was ich sein will. Ich wollte nur, dass mein Bein operiert wird und ich wieder laufen kann.

      So, meine Erwartungen sind dabei sich zu erfüllen. Also werde ich jeden Tag ein bisschen fröhlicher.

      Die wenigsten machen sich klar, dass eine Magenverkleinerung nicht dauerhaft in die Normalität führt. Deshalb sind Depressionen auf der Basis unerfüllter Erwartungen vorprogrammiert.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Martina schrieb:

      Und genau da liegt der Knackpunkt bei diesem ganzen Abnehm-Hype. …

      Du erwähnst den Abnehm-Hype und ich beobachte diesen Rummel auch und es scheint mir sogar, dass es heute zum Lifestyle gehört sich permanent mit der "gesunden" Ernährung zu beschäftigen.

      Ich könnte noch nachvollziehen, wenn man sich gegen Toxine in Lebensmittel schützen möchte, aber Lebensmittel werden in Deutschland recht gut kontrolliert. Daher habe ich mehr und mehr den Eindruck, dass andere Feinde gefunden werden müssen und es zur Lebensaufgabe gehört die guten Lebensmittel zu finden.

      Gestern war ich in einem großen Bio-Lebensmittelmarkt und hörte wie sich mehrere Frauen über die gesunde Ernährung von Schimpansen unterhielten und das die Schimpansen schlank sind, da sie sich schließlich auch nicht von Milch, Brot, Nudeln oder ähnlich ungesundem ernähren.

      Heute Morgen googelte ich „schimpansen, nahrung, gesundheit“ und ich las folgende Aussagen die anfangs sogar noch sinnvoll wirkten, aber die daraus geschlossenen Folgerungen entbehren meiner Meinung nach jeglicher Sinnhaftigkeit …

      Es fängt damit an, dass die Menschen keinen Instinkt mehr dafür haben was gesunde Ernährung ist, aber die Tiere dieses Empfinden noch besitzen. Erwähnt wird auch, dass die Tiere keine Ernährungsberater haben (so weit so gut) und das es keine wilderlebende Tierarten gibt die unter den typischen Zivilisationskrankheiten leiden.

      Dieses Ernährungsportal zieht daraus den Schluss, dass der Körperbau eines Wesens bezeichnend dafür ist, was gesunde Ernährung für diesen bedeutet. Weiter wird erwähnt, dass die Menschen nicht von ihren geliebten Ernährungsgewohnten abweichen möchten und sie sich deshalb gerne als „Allesfresser“ bezeichnen und infolgedessen ähneln sie den Schweinen.

      Danach wird von einem Kuriosum aus den Lazaretten des zweiten Weltkrieg berichtet, wonach damals die Schweine die vollgesaugten Verbände gefüttert bekamen. Gleich darauf wird die Frage an den Leser gestellt „Möchten Sie noch immer ein Allesfresser wie das Schwein sein?“. Nun wird die Brücke hin zum Schimpansen geschlagen, indem man den Leser fragt, ob er sich nicht vielleicht ein anderes und uns ähnlicheres Tier (eins mit einem „runden Schnäuzchen“ :rofl:) aussuchen möchte um herauszufinden was die natürliche und gesunde Ernährung bedeutet … danach folgt das übliche blabla der Ernährungsberater ;)
    • Schimpansen sind ebenso Allesfresser. Die fressen auch Aas und andere Affen, die sie vorher jagen. Auch Orang Utans, Paviane und Lemuren ernähren sich mit tierischem Eiweiss.
      Die einzigen reinen Pflanzenfresser sind die Gorillas.

      Ich hab mal einen Bericht gesehen, wo es um "Affenmänner" ging und die haben sehr wohl die Zivilisationskrankeiten, da sie sehr unter "Stress" stehen, je höher sie in der Hierachie steigen.
      Da gab es sehr oft den "plötzlichen Herztod".
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    • Martina schrieb:

      Mein Physio hat mir erklärt, dass das Gehirn im Moment überhaupt nicht weiß, was die Hüfte macht, weil alle Verbindungen zwischen Gelenkkapsel und Gehirn gekappt sind. Das Gelenk lässt sich nur auf Umwegen dirigieren.


      yep. Kenne ich vom zerschnippelten Knie. Kann seitdem nicht mehr lockerflockig die Treppe runterhoppeln sondern muss das ganz bewusst machen. Bewegungsabläufe die normalerweise das Kleinhirn ohne dein Zutun locker bewältigt, musste auf einmal übers Bewusstsein laufen lassen weil es die entsprechenden internen Rezeptoren nicht mehr gibt. Google mal Propriorezeptoren.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Martina schrieb:

      Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz


      Den kannte ich noch nicht.:-p

      Ich kenne nur "diskutiere nicht mit Idioten, sie ziehen dich auf ihr Niveau herunter und schlagen dich dort mit ihrer Erfahrung"
      Ich glaube von einem unbekannten Philosophen.

      Ich muss dazu sagen dass ich es leider bis heute nur mittelmässig gemeistert habe, mich daran zu halten. Und immer wieder bereue ich es.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******