Wie haltet ihr das mit der Ernährung

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • liebe kaonashi,
      Du sprichst mir aus der Seele,ich brauche nur an Diät oder Ernährungsumstellung zu denken dann geht gar nix mehr!
      Alerdings habe ich schon so einiges in Sachen Abnahme durch und jedes mal wurde ich nach einiger zeit noch dicker.Was ich allerdings nicht verstehe...es gäbe für mich viele Gründe für mich abzunehmen,Diabetes II,Polyarthrose,null Selbstbewusstsein,Oedeme,Venenschwäche,Fibromylagie und ich schäme mich auch.
      Warum nur spielt mein kopf seit über einem Jahr nicht mehr mit?
      Issi,vielleicht würde mir dieses Buch auch auf die Sprünge helfen?

      glg urmel
    • Liebe Urmel,

      es kann nichts schaden, einen Blick in das Buch zu werfen. Man kann dabei nichts verlieren - nur gewinnen: Erkenntnis.
      Erkenntnis im einen oder anderen Punkt des Lebens.

      Wenn man beispielsweise essen muß, um sein Gewicht zu halten - um sein Gewicht OBEN zu halten - dann braucht man sich dafür nicht zu schämen, und sich nicht schuldig zu fühlen. Denn dann hat das einen GRUND.
      Und dieser Grund ist, daß so Vieles in unserem Leben ein Versuch sein kann, mit widrigen Lebensumständen klar zu kommen. Manchmal ist dieser Versuch untauglich. Es gibt sogar ausgesprochen selbstzerstörerische Zurechtkommens-Mechanismen, selbstschädigende Bewältigungsstrategien.
      Nichtsdestoweniger sind es Strategien, Versuche, Anstrengungen mit irgendetwas klar zu kommen, das uns noch bedrohlicher erscheint.

      Ich sage "wir" und "uns". Das ist insofern falsch, als ich inzwischen zu sehen glaube - und das wird mir klarer und klarer, je älter ich werde - daß es hier kein Individuum gibt, das morgens aufsteht und sagt: so, und heute will ich mal richtig viel essen ... Geld ausgeben ... xyz machen ... damit es mir hinterher auch richtig schön schlecht geht.
      Das gibt es nicht, ich kenne kein solches Individuum.

      Es sind die Lebenskräfte selbst, die sich anpassen, die nach einem Weg suchen, der Größeren Bedrohung aus dem Weg zu gehen. Es ist kurz gesagt Evolution, die sich in unserer Chemie abspielt, und zwar jenseits unseres Bewusstseins.

      Hast Du neulich die Nachricht gelesen, daß es in New York jetzt "Pizza-Mäuse" geben soll - Mäuse, die einen ganz anderen Stoffwechsel haben, und unter anderem auch größere Lebern. WEIL sie sich an die veränderten Lebensbedingungen angepasst haben: die Leute werfen jetzt keine Gemüseschalen mehr weg, und keine Reste von Kartoffeln, von denen sie leben könnten, sondern Reste von Fast Food, und daran haben sie sich angepaßt.

      Deshalb, liebe Urmel, ist in all dem Geschehen gar kein Platz dafür, sich schuldig zu fühlen oder sich zu schämen.
      Da passiert ETWAS - es passiert außerhalb von uns, und die Lebenskräfte nehmen es als Bedrohung wahr, und dann passiert auch innerhalb von uns etwas, weil sich die Lebenskräfte schützen wollen.

      Gerade im Moment hätten wir alle - so als Menschheit, kollektiv und als Einzelpersonen - eine wunderbare Gelegenheit, jede Menge zu lernen. WENN wir bereit wären ganz neutral zu fragen: okay, was passiert denn da gerade? Es betrifft eine immer größere Anzahl von Menschen, also was ist es, was da gerade geschieht? WENN wir bereit wären auf das zu hören was IST. Dann könnten wir eine Menge über das Leben lernen.
      ABER stattdessen gehen wir hin und beschuldigen und beschämen: jahaha, DER ist halt auch zu faul Diät zu machen, und DIE ist halt auch zu faul um sich zu bewegen ... und DIE sind halt auch Versager ...

      Erkenntnis gibt es exklusiv JENSEITS von Schuld und Scham. So lange wir von Scham und Schuld geblendet sind, können wir nichts erkennen.

      So, das war jetzt glaube ich das Wort zum Sonntag. Entschuldige bitte. Ich hab mich glaube ich wieder ein bißchen hinreißen lassen ...

      Und wenn ich das noch sagen darf: mach Dir vielleicht nicht zu viel Gedanken um den "Kopf". Wir brauchen nichts zu WISSEN. Wir brauchen nur die Bereitschaft hinzuhören, hinzufühlen in das was IST.

      Ganz liebe Grüße vom Issi
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      Hast Du schon mal das "Anti-Diät-Buch" von Susie Orbach gelesen?
      Bisher nicht. Lesen ist gerade schwierig, ich habe auch noch das Buch "Intuitiv abnehmen" rumliegen.


      Issi schrieb:

      ABER stattdessen gehen wir hin und beschuldigen und beschämen: jahaha, DER ist halt auch zu faul Diät zu machen, und DIE ist halt auch zu faul um sich zu bewegen ... und DIE sind halt auch Versager ...
      Ja, und das machen nicht nur die normalen Leute, sondern leider auch manche Ärzte.

      Issi schrieb:

      Und wenn ich das noch sagen darf: mach Dir vielleicht nicht zu viel Gedanken um den "Kopf". Wir brauchen nichts zu WISSEN. Wir brauchen nur die Bereitschaft hinzuhören, hinzufühlen in das was IST.
      Ich sollte vor ein paar Monaten mal aufschreiben, was ich fühle, jedes Mal wenn ich esse, davor und danach. Aber ich hatte große Probleme, irgendein Gefühl wahrzunehmen. Vor dem Essen fühlte es sich nur "irgendwie schlecht" an, und danach "irgendwie besser" (was aber nie lange anhielt). Ich bin sehr bereit, hinzuhören, aber es ist so ähnlich wie wenn man aus einem Grundrauschen irgendwelche Worte heraushören will, es ist nur Kauderwelsch. Ich habe auch Schwierigkeiten, Gefühle mit Ereignissen zu verknüpfen. Also wenn ich tatsächlich mal merke, dass ich plötzlich schlecht drauf bin, dann weiß ich oft nicht, warum bzw. was der Auslöser war. Ich überlege dann, was ich direkt davor getan oder gedacht habe, aber manchmal habe ich sogar schon vergessen, was ich getan oder gedacht habe, weil es nur was Flüchtiges war, oder etwas, was ich gleich wieder ignoriert habe.
    • Das ist wohl leider so, daß es mitunter eine Zeitlang dauert, bis man sich wieder auf die Gefühle und ihre Wahrnehmung "einschießen" kann.
      Es ist wie eine Übung.

      Kaonashi schrieb:


      Also wenn ich tatsächlich mal merke, dass ich plötzlich schlecht drauf bin, dann weiß ich oft nicht, warum bzw. was der Auslöser war. Ich überlege dann, was ich direkt davor getan oder gedacht habe, aber manchmal habe ich sogar schon vergessen, was ich getan oder gedacht habe, weil es nur was Flüchtiges war, oder etwas, was ich gleich wieder ignoriert habe.

      Vielleicht ist es auch gar nicht so wichtig genau rauszufinden was vorher war.
      Könnte es denn eine Möglichkeit für Dich sein, einfach zu konstatieren okay, jetzt gerade fühle ich mich nicht so gut - was bräuchte es denn jetzt, damit ich mich besser fühle?
      Brauche ich jetzt eine Fußmassage, ein hörendes Ohr, eine Tasse Tee, einen Spaziergang, oder einen Riegel Schokolade ...?

      Manchmal - das sage ich jetzt aus meinem persönlichen Erleben - ist es nicht so leicht, einen Auslöser fest zu machen. Vielleicht sucht man ein Wort, das jemand gesagt hat, oder einen handfesten "Grund" - aber in Wirklichkeit war es vielleicht "nur" eine Atmosphäre, auf die man nicht den Finger legen kann?
      Ich meine, wie beschreibt man eine hochgezogene Augenbraue, oder ein aggressives Schweigen, wie beschreibt man die Atmosphäre der Einschüchterung, wenn man das Gebäude eines Konzerns oder einer Behörde betritt ... wie beschreibt man es? Vor allem wenn man gelernt hat, daß "so was doch kein Grund ist sich schlecht zu fühlen" ?

      Wichtig ist, daß Du Dein Unbehagen als valide betrachtest, als ein echtes Signal, das Dein Körper Dir sendet. Manche Gefühle kommen nicht klar und stark. Manche kommen sehr subtil, eher wie ein Flüstern oder Wispern, und sind trotzdem bedeutsam.

      "Und was brauche ich jetzt, damit ich mich besser fühle?!"

      Geduld ist ein wichtiger Schlüssel.

      Liebe Grüße
      Issi
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • ihr lieben,

      Ja issi,ich habe es nicht anders gelernt als..Das macht man nicht ,das gehört sich nicht,Dicke werden kaum geachtet quasi ein Mensch zweiter KLasse.
      Als ganz junges Mädel hatte ich schon die erste Miederhose von meiner Mutter bekommen,ich war gar nicht dick!
      Dabei war mama selber dick bis sie den Bogen raus hatte und hat den Rest ihres Lebens alles abgewogen was sie zu sich nahm und dann gings erst richtig los 8|
      Na ja der Grundstein war gelegt ich haderte stets mit meinem Aussehen und habe aber später wie ein trotziges Kind die Schoki gefuttert
      Eine Psychologin sagte mir einmal ich hätte damit ausdrücken wollen....stop,das ist mein Körper und ich alleine bestimme was ich damit mache...ich weis es nicht auf jeden Fall kann ich mich mit meinen mittlerweile 61 Lenzen nur sehr schlecht beherrschen.auch dieses als Junger Mensch erlernte bekomme ich einfach nicht abgelegt ?(
      ganz lieber Gruß
      urmel
    • urmel 56 schrieb:

      ,ich war gar nicht dick!
      Dabei war mama selber dick bis sie den Bogen raus hatte und hat den Rest ihres Lebens alles abgewogen was sie zu sich nahm und dann gings erst richtig los
      Ich glaube, meine Mutter ist auch nicht ganz unschuldig an meinem Problem.
      Sie ist in ihrem ganzen Erwachsenenleben immer dick gewesen und hat es nicht geschafft abzunehmen, hat aber ständig darüber geredet (sie macht es auch jetzt noch, jedes Mal wenn ich sie besuche, es ist IMMER Thema). Als ich noch ganz klein war, sollte ich immer alles aufessen, auch wenn ich nicht wollte. Später hieß es aber dann, wir Kinder sollten aufpassen, dass wir nicht dick werden. Sie hat das gemeinsame Abendessen (Vesper) abgeschafft, weil sie dachte, sie könnte abnehmen, wenn sie abends nichts mehr isst, und das mussten wir alle mitmachen. Aber das hält natürlich niemand aus, vom Mittagessen bis zum Schlafengehen nichts zu essen, also ging eben doch jeder in die Küche und hat sich was geholt, oder es gab auch Süßigkeiten (phasenweise auch nur Kaugummi, weil man den ja nicht runterschluckt).

      Als Kind war ich nicht dick, aber ich dachte immer, ich sei zu dick und müsste aufpassen.

      Jetzt ist sie 76 und nimmt seit einiger Zeit ab, wahrscheinlich altersbedingt (Blutwerte etc. sind alle in Ordnung), sodass sie inzwischen deutlich schlanker ist als früher. Ich bin irgendwie ein bisschen sauer. Jetzt, wo sie alle ihre Kinder erfolgreich dick gemacht hat, jetzt wird sie schlank. Sind natürlich keine nützlichen Gedanken, sie hat es ja nicht mit Absicht gemacht, sondern ist selber Opfer einer Essstörung. Ich würde Vorwürfe ihr gegenüber auch nicht aussprechen. Aber ich dachte es, als ich neulich bei ihr war.

      Vermutlich ist aber auch mein Vater nicht ganz unbeteiligt, da er ja auch dick war, allerdings ähnlich wie ich nie Abnehmversuche gemacht bzw. durchgehalten hat. Von ihm werde ich auch einiges übernommen haben.
      Er sagte mal, er hätte sich als Kind vorgenommen, nie wieder Hunger zu haben, weil er damals richtig schmerzhaft Hunger hatte, im Krieg und kurz danach. Er war Jahrgang 1940.
    • Liebe Urmel,

      jetzt mußte ich beinahe mal lachen - wenn es nicht so traurig wäre. Meine erste Miederhose habe ich bekommen, als ich fünf war. Und später zum Tanzkurs hat sie mir ein richtiges Korsett gekauft, das mußte ich zu den Tanzstunden immer anziehen.
      Irgendwie ist es doch wie Slapstick, so im Nachhinein betrachtet. Stell Dir vor - du wirst in einem Korsett eng zusammengezurrt, extra für die Stunde, in der Bewegung angesagt ist!
      Und ich habe damals nicht wahrgenommen, was das für schreckliche Gefühle waren - immer so eingeschnürt, winters wie sommers. Erst viel später konnte ich im Nachhinein - "aus sicherer Entfernung" sozusagen - fühlen, wie es mir damals ergangen ist.

      Ob Deine Psychologin Recht hatte, kannst nur Du wissen. Aber vielleicht brauchst Du dieses "Stop! Ich bestimme selbst über meinen Körper!", noch immer? Vielleicht mußt Du Dich immer noch gegen Fremdbestimmung wehren?
      Vielleicht sind es inzwischen aber auch ganz andere Gründe? Vielleicht brauchst Du es jetzt um etwas ganz anderes auszudrücken oder zu erreichen als damals?

      Du wirst es bestimmt - zu dem Zeitpunkt, der für Dich richtig ist - herausfinden.

      Liebe Grüße!
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • Issi schrieb:

      "Und was brauche ich jetzt, damit ich mich besser fühle?!"
      Meistens fällt mir dazu auch nicht viel ein.
      Aber angenommen, es fällt einem etwas ein, was man aber definitiv nicht haben kann?

      Es heißt ja auch immer, man soll sich eine Alternative zu Schokolade zum Beispiel suchen. Aber wenn es nichts gibt, was den Zweck genauso effektiv erfüllt wie Schokolade?

      Bei mir ist es auch oft so, dass ich mich kurzzeitig ablenken kann, z.B. mit malen, aber die Schokolade ist dann nur aufgeschoben, und später esse ich sie doch noch, vielleicht sogar mehr davon als wenn ich sie sofort gegessen hätte.
    • Yep. Manchmal braucht man etwas, das man nicht bekommen kann - oder zumindest gerade im Moment (noch) nicht.

      Die Idee ist in diesem Fall, das Verlangen und den emotionalen Hunger zuerst einmal nicht zu verleugnen, sondern ganz bewußt wahrzunehmen. Das Gefühl sozusagen ansehen, es als wahr nehmen. Sich möglicherweise einen Moment lang davon erfüllen zu lassen - wie fühlt es sich an.

      Manchmal kommt man dann vielleicht zu dem Schluß, daß es einfach nur ein Gefühl ist, nichts weiter Gefährliches. Etwas, das man aushalten kann. Etwas, das man nicht unbedingt verändern muß. Einfach hineinatmen und es einen Moment lang "ganz" stehen lassen.

      Manchmal kommt man aber auch zu dem Entschluss, daß das Gefühl ausgedrückt werden möchte. Wenn Du malst, hast Du ja eine gute Möglichkeit dazu. Manchmal mag etwas anderes als Malen angemessen sein.

      Und manchmal kommen einem, wenn man das Gefühl genau anschaut, noch ganz andere Erkenntnisse.
      Was man tun möchte, und was nicht.

      Man kann sich auch fragen, ob das Schoki nun wirklich den Hunger befriedigt, den man fühlt, ob das Schoki die Leere füllt, ob das Schoki die Wut auflöst, ob das Schoki das wirklich tut?
      Es ist nichts Verkehrtes daran Schokolade zu essen. Die Frage ist nur, ist es wirklich das, was Du willst? Ist es wirklich das, was Deine Gefühle wollen?

      Es ist eine Forschungsarbeit, auf die man sich einläßt, wenn man mit den Gefühlen arbeitet.
      Eine (Selbst-er-)Forschung, die ein Stück weit ergebnisoffen ist.
      Ziel ist NICHT, die Schokolade abzuschaffen oder aus Deinem Leben zu verbannen.
      Ziel ist auch NICHT, daß Du Dich "beherrschen" kannst.
      Ziel ist, das wahrzunehmen was im Moment in Dir IST - und dem eventuell Ausdruck zu verleihen. Oder es auch einfach nur weiter wahr zu nehmen.

      Schwer in Worte zu bringen. Hoffe, es war jetzt trotzdem irgendwie hilfreich für Dich.
      Ganz liebe Grüße!
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • ihr Lieben,

      Hoffe doch sehr das ich irgendwann dahinter steige warum ich immer noch diesen Spleen habe denn wenn ich es schon nicht schaffe mein Gewicht zu reduzierendann möchte ich mich doch wenigstens so annehmen wie ich bin!! Sehen das auch an mir was hübsches ist :(
      @ issi,mit 5 jahren ein Mieder? Ein Korsett? das ist schlimm aber sag warum reagieren menschen so?
      ich habe mir damals geschworen meinen Kindern,sollten sie zu Übergewicht neigen,niemals so in den ohren zu liegen.Meine Tochter ist ebenfalls übergewichtig und mein Sohn gertenschlank so ist das eben und ich liebe beide gleichermassen.

      @ Kaonashi,auch ich bin eine Schnuppnase und wenn ich den heeper auf Süsses habe dann nutzt nix anderes,Ich schaffe es mich den ganzen Tag am Riemen zu reißen aber wenn der Abend kommt......
      Früher hieß es auch bei mir immer ...ess mal mein Kind essen macht Spass..... na,toll :/

      liebe Grüsse
      urmel
    • Neu

      urmel 56 schrieb:



      @ issi, ... das ist schlimm aber sag warum reagieren menschen so?
      Liebe Urmel,
      für mich ist das nicht "reagieren". Sie haben NICHT auf etwas reagiert, das ich "getan" hätte.
      Die Ursache lag in diesem Fall NICHT bei mir, so daß ihre Handlung eine "Reaktion" gewesen wäre.

      Sorry Urmel - aber das mußte ich jetzt mal ganz klar kriegen. Habe selbst sehr lange gebraucht, bis ich einsehen konnte, daß manches keine "Reaktion", sondern eine TAT war.

      ____-

      Sich selbst annehmen.
      In einem meiner Lieblingsbücher steht der Held am Fenster, ein wunderschöne junge Frau im Arm, und schaut einer derben, dicken Wäscherin zu, die im Hof ihre Wäsche auf die Leine hängt.
      "Sie ist schön", sagt er.
      "Sie misst mehr als einen Meter um die Hüften herum", sagt seine schlanke, junge Geliebte.
      "Das ist ihre Art von Schönheit", antwortet unbeirrt der Held.

      Natürlich sind wir schön.
      Wir sind natürlich schön.
      Es ist unsere Art von Schönheit.

      Ganz liebe Grüße !
      "Alles ist völlig in Ordnung so wie es jetzt gerade ist - und es wird sowieso nicht so bleiben." - Ysolda Dee
    • Neu

      Hallo an alle, und vor allem die, die hier zuletzt geschrieben haben. Ich schreibe mal, was mir dazu einfällt:

      @ Kanoashi

      Den Eindruck, dass es so eine Art inneres Programm gibt, um Abgenommenes schnell wieder zuzunehmen, habe ich auch.

      Sicher kommen dafür mehrere Erklärungen in Frage. Das mit dem Fett als Schutz hatte auch mich nicht überzeugt, nur letztens hatte ich in einem Tagraum etwas erfahren, was dazu passt: das Körpergefühl, klein und unter Großen zu sein – nicht sehr angenehm.

      Eine Frage ist auch, wie mensch Berührung eigentlich erlebt – sind Berührungen immer erwünscht/ersehnt? Ich habe zuletzt bei Sicherheitskontrolle vor dem Flug erlebt, dass eine Berührung an sich voll unangenehm sein kann. Diesbezüglich könnte ich mir auch vorstelllen, dass mein Dicksein eine Schutzfunktion hat.

      Würde dir konkret etwas Wichtiges einfallen, was du mit weniger Körpergewicht tun müsstest, was dir jetzt erspart bleibt?

      Die Geschichte mit deiner Mutter –und wenn sie heute bei jedem Treffen über das Ernährungsthema spricht – ich glaube, wenn du dir das genauer anschaust, was da zwischen euch abläuft und wie du dich dabei fühlst (auch wenn das so schwierig zu identifizieren ist), das könnte interessant sein. Hättest du Lust, etwas diesbezügliches bei ihr anzusprechen?

      Hast du schonmal von Epigenetik gehört? Damit ist gemeint, dass Genabschnitte aktiviert oder deakiviert werden, durch einschneidende Lebenserfahrungen bzw. prägende Situationen. Ich kann hier nur ganz grob davon erzählen, bin nicht wirklich gut informiert (meine Quellen sind Bruce Lipton und Arthur Janov – zwei eher Außenseiterwissenschaftler, aber das Thema Epigenetik ist auf jeden Fall schon in der breiteren Wissenschaft angekommen). Hungersnot und Dicksein kommen als Auslöser für eine epigenetisch verankerte Prägung beide in Frage, und solche epigenetischen Verfassungen der Eltern übernehmen zunächst mal auch ihre Kinder. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob das Baby diese von beiden Eltern übernehmen kann oder nur während der Schwangerscchaft von der Mutter geprägt wird. Will man eine epigenetische Prägung loswerden, so ist das ein schwieriger Weg, weil etwas ebenso Prägendes geschehen muss wie das, was bei den Eltern (oder bei einem selbst in früher Kindheit) zu der vorhergegangenen epigenetischen Veränderung geführt hatte.

      Wegen der Biographie meiner Eltern – ab 1939 Krieg, Nachkriegszeit, Fresswelle undDiätwelle - glaube ich auch, dass ich da etwas von ihnen „geerbt“ habe. Sie können auch beide leicht dick werden.

      @ Kanoashi und urmel 56 und issi

      Die Geschichten von den Miedern/Korsetts in eurer Kindheit finde ich traurig. In der Tat sollten Bauch und Brustraum Raum haben, damit man atmen kann. Das Gefühlsleben und der Atem hängen auch miteinander zusammen. Es könnte auch den Stoffwechsel verlangsamen, wenn der Atem lange unterdrückt wird.

      Habe letztens so eine Bluse mit eingebautem Korsett bei New Yorcker oder Hennes und Mauritz gesehen … erlebte das als Provokation– ich hatte gedacht, seit den Zeiten von „Vom Winde verweht“ wären die Dinger abgschafft worden!
    • Neu

      huhu,

      Mir wurde von teenie an beigebracht das dick sein schlecht ist.....
      Meine oma sagte damals,was hast du schöne Beine hoffentlich wirst du nicht so dick wie ich.....
      Vater lies immer wieder "lustige Sprüche" los wie....du frierst mit soviel fett auf den Rippen? und noch vieles mehr.
      Mama wenn sie mir die Haare machte,ich hatte schon selbst Familie,du hast einen ganz schönen Specknacken,wenn sie mir beim kochen zu sah.....das ist aber ein bisschen viel oder du tust mir so leid.
      ich könnte seitenweise schreiben und noch heute beziehe ich alles diesbezüglich auf mich bin dann zutiefst verletzt.Trotzdem bekomme ich es nicht mehr gebacken einige Kilos zu verlieren.
      Es ist wie ein Teufelskreis ich möchte mich doch nur selber mögen!!

      glg uschi alias urmel