BARMER lehnt Kostenübernahme ab

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    • BARMER lehnt Kostenübernahme ab

      Hallo ihr,

      ich bin der Andi, neu hier, und das ist mein 1. Thema.
      Wegen meinem BMI von 43 war ich kürzlich im Adipositas-Zentrum Dortmund im "Knappschaftskrankenhaus Brackel".
      Der Oberarzt war zwar nicht sonderlich nett zu mir, bastelte mir aber sogleich einen umfangreichen (konservativen) Behandlungsplan aus Ernährungsberatung, Psychotherapie, Reha-Sport usw.

      Den Plan hat die BARMER jetzt abgelehnt.
      Mit der Begründung, ich könne nur spezielle BARMER-Angebote wie z.B. 6x bei einem "BARMER-Ernährungsberater" in Anspruch nehmen.
      Ich darf mir auch einen Psychologen suchen und irgendwo anders Sport machen.
      Ich muss also alles selber organisieren und koordinieren, was ich in den letzten 25 Jahren selber nicht hinbekommen habe.
      Aber an einem "fremden" Komplett-Programm darf ich nicht teilnehmen.
      Und das, obwohl ich schon haufenweise schwere Folgekrankheiten habe:
      Diabetes 2a, Rücken, Herz usw..

      Was sagt ihr dazu ?
      Wie sind eure Erfahrungen mit Krankenkassen ?
      Sind Adipositas-Zentren nur für Privatpatienten oder ist die BARMER einfach scheisse ?
      Es kann doch auch gar nicht im Interesse der BARMER sein, dass ich so fett bleibe.

      Ich bin so verunsichert und enttäuscht.

      Mfg,
      Andi
    • Vielleicht wäre es ein Ansatz gewesen, erst einmal die Krankenkasse einzubeziehen und deren Weg zu beschreiten, um dann, wenn deren Methodik komplett scheitert, von der KK Hilfe für andere Methoden zu bekommen.
      Es ist doch im Sinne einer KK, erst einmal ihr eigenes erarbeitetes und für sie günstigeres Programm absolvieren zu lassen, bevor sie irgendein externes Programm unterstützen.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
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    • Zumal viele Krankenkassen gerade in dem Bereich ja einige eigene bzw. geförderte Kurse bieten.
      Gerade dass man sich das dann auch selbst zusammenstellen kann ist doch eher positiv.

      Allerdings ist es auch normal, dass viele Krankenkassen erstmal ablehnen - da lohnt sich oft Einspruch einzulegen. Da musst du (bzw. auch evtl. Arzt) darlegen, warum es genau diese Maßnahme/Kurse sein müssen. Warum kannst du die anderen nicht machen? Wieso eignet sich nur genau diese Programmkombi damit du zu (welchen auch immer) Erfolg kommst.

      Das jetzt nur grundsätzlich.

      In wie weit der gebastelte Plan da jetzt überhaupt für dich sinnvoll ist, steht ja auch noch im Raum. Zugegeben bin ich was "Adipositaszentren" angeht aber auch erstmal seeeehr skeptisch.
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • Hi Andi, ich habe die Erfahrung gemacht, dass die KK alles zuerst ablehnen. Das ist bei denen die Masche.

      Bei dem Bescheid ist bestimmt eine Widerspruchsfrist dabei? Also möchte ich dir raten, dass du innerhalb dieser Frist denen einen formalen Widerspruch schreibst. Es muss unbedingt innerhalb der Frist passieren. Schreib da rein, dass du die Begründung später liefern würdest. Hauptsache, dass der Widerspruch bei denen fristgerecht eingeht.

      Danach kannst du überlegen, auch mit unserer Hilfe, wie du den Widerspruch begründest. Das hat bei meiner Mutter wunderbar funktioniert, allerdings für ein Rückenleiden.

      Allerdings wäre ich bei einem "hingebastelten" Plan eher auch etwas skeptisch. Vielleicht lohnt es sich, die BARMER-Kurse anzuschauen?

      Adipositas-Zentren sind manchmal reine Geldmacherei, was ich allerdings nicht von diesem bestimmten Zentrum behaupten kann, weil ich es nicht kenne. Hat jemand vielleicht schon Erfahrungen damit?
    • Andi schrieb:


      Es kann doch auch gar nicht im Interesse der BARMER sein, dass ich so fett bleibe.


      Ich finde, es ist egal, was im Interesse der BARMER ist und was nicht. Es geht darum, was dir persönlich gut tun würde. Und ich weiß nicht, ob es zielführend ist, sich selber als "fett" zu bezeichnen.
    • Andi schrieb:

      [...] Der Oberarzt war zwar nicht sonderlich nett zu mir, bastelte mir aber sogleich einen umfangreichen (konservativen) Behandlungsplan aus Ernährungsberatung, Psychotherapie, Reha-Sport usw.

      Würdest du dich denn dort wohlfühlen, wo ein Oberarzt ist der nicht nett gegenüber dir auftritt?


      Ich muss also alles selber organisieren und koordinieren, was ich in den letzten 25 Jahren selber nicht hinbekommen habe.

      Bezieht sich deine Aussage auf dein gesamtes Leben, oder "nur" bezogen darauf, dass du keine Diät "durchgehalten" hast?
    • Andi,
      es war bei mir so, dass ich erstmal alles durchprobieren mußte, was die KK so anbietet
      (nicht auf Bezug gewicht, sondern chronische Schmerzen)
      als das nicht geklappt hat, durfte ich sogar in eine Privat- Schmerzklinik.
      ich hätte zuerst mit der KK gesprochen, was sie denn übernehmen und Du brauchst ja einen Arzt, der dich einweist.

      Weshalb war der Oberarzt nicht freundlich zu Dir? Das würde mich stören. Er soll dich schließlich motivieren, unterstützen und Dir helfen.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken