Trauma und Diabetes

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Trauma und Diabetes

      Beim Recherchieren aus ganz anderem Anlass bin ich auf folgenden Beitrag des Helmholtz-Zentrums München gestoßen: Link zum Artikel

      Wenn dauerhafter Stress (hier durch posttraumatische Belastungsstörung) ein signifikantes Risiko, an Diabetes 2 zu erkranken, in sich trägt, ist der Zusammenhang mit dem Körpergewicht auf einmal weniger tragfähig.

      Kann es nicht eher sein, dass traumatische Erfahrungen sowohl zu einem gestörten Essverhalten als auch zu Diabetes führen können?
      Und wenn PTBS ein Auslöser für Stoffwechselstörungen sein kann, warum nicht auch anderer dauerhafter Stress in Beruf, Familie oder sozialem Umfeld (Mobbing gegen Dicke?).

      Hier sind dann aber ganz andere Lösungsansätze gefragt als einfach "abnehmen", was unter Umständen zusätzlichen Stress bedeuten kann.

      Den Artikel werd ich mir ausdrucken und allen unter die Nase reiben, die mir einreden wollen, dass ich unweigerlich an Diabetes erkranken werde, wenn ich nicht abnehme...
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Vielen Dank, Sophie ... eine hochinteressante "Erkenntnis".
      Auf mich trifft das 100% zu.
      Mir fallen gerade echt die Schuppen von den Augen, wenn ich mir den Zeitpunkt des Dickwerdens und der Feststellung meines Diabetes anschaue.
      Beängstigend.
      Ruhig sein, nicht ärgern, nicht kränken,
      ist das allerbeste Schenken.(Theodor Fontane)
    • Sophie schrieb:

      Kann es nicht eher sein, dass traumatische Erfahrungen sowohl zu einem gestörten Essverhalten als auch zu Diabetes führen können?
      Und wenn PTBS ein Auslöser für Stoffwechselstörungen sein kann, warum nicht auch anderer dauerhafter Stress in Beruf, Familie oder sozialem Umfeld (Mobbing gegen Dicke?).

      Hier sind dann aber ganz andere Lösungsansätze gefragt als einfach "abnehmen", was unter Umständen zusätzlichen Stress bedeuten kann.



      Mein Diabetologe hat mir mal gesagt, dass es Menschen gibt, die viel dicker sind als ich (Kleidergrösse 56) und keine Diabetes bekommen. Einfach weil sie es nicht in den Genen haben. Per Zufall hab ich so eine Bekannte. Die Behauptung, jeder Dicke müsse das kriegen, ist einfach nur falsch. Wenn jemand die Veranlagung hat und dazu noch div. Auslöser kommen, wie eben im Artikel beschrieben Stress, dann kriegt es z.B. auch jemand der z.B. viel dünner ist als ich.

      Es ist einfach positiv, dass geforscht wird und dabei Auslöser entdeckt werden, die manche Ernährungsberaterin und einige Diabetologen Lügen strafen.

      LG Finchen
    • Hallöchen,

      ich hab auch ne PTBS - und es ist bewiesen, dass man, wenn man zu hohen Stress hat, evtl. auch einen höheren Kalorienbedarf hat. Denn - unser Gehirn ist superklug, wenn es was zu futtern gibt = Energie, dann will es zuerst was davon abhaben! Weil es nämlich überleben will! Nun hat der Rest aber auch noch ein Hüngerchen = Es werden noch mal Kalorien = Energie aufgenommen, will ja jeder was mitkriegen!

      Und deshalb ist es so wichtig, den Stress zu reduzieren und liebevoll mit sich selbst umzugehen!

      Joar, und wer erklärt das jetzt meinem Sturkopf, dass nicht alles mit dem Willen beeinflussbar ist??? Ist übrigens auch bewiesen, aber ich weiß nicht, ob ich hier Bücher nennen darf zu dem Thema!

      Wenn ich allerdings versuche, das manchen Ärzten zu erklären, kommt da nur: "Jaja, wenn es psychisch ist, kann man eh nix machen..."

      Leute, wir haben noch viel Aufklärungsarbeit vor uns - lasst uns anfangen!!!

      Viele Grüße von einer mit einem Rieeesenhirn, hihi

      PS
    • Also zu einem gestörten Essverhalten kann ich mir vorstellen, das hat ja oft psychische Ursachen, wobei da natürlich auch viele andere Faktoren mit reinspielen.

      Diabetes ist da viel komplexer, das spielen viel mehr Faktoren mit rein und sicher auch eine genetische Veranlagung.
    • Mir wurde gerade gesagt, dass auch die Entstehung von Hashimoto mit einem Trauma zusammenhängen kann.
      Auch eine Nebennierenerkrankung kann durch ein Trauma begünstigt werden (klar-Stresshormone!)
      Ich gehe davon aus, dass sämtliche Hormone durch ein Trauma beeinflusst werden - auch irreversibel.
      Sämtliche Hormone im Körper sind ja miteinander irgendwie in Verbindung.
      Gibt man SD-Hormone muss man manchmal dann mit weibl. Hormonen nachjustieren.....

      *seuftz*

      LG
    • Autoimunerkrankungen wie Hasimoto können auch durch Traumata ausgelöst werden. die genetische veranlagung trägt natürlich auch ihren teil dabei. Meine erste bekannte Stoffwechselstörung war eine spätgestose in der ersten schwangerschaft vor 28 Jahren. Traumatas gab es da genug aber die Männer sind die jenigen die es an die Frauen geben.
    • Den Hashimoto wurde bei mir durch die 1. Schwangerschaft ausgelöst. Aber bei der Nebenniereninsuffizienz tippe ich auch auf jahrelangen Stress als Auslöser, obwohl mein Endokrinologe meinte, man könne es nicht an einem bestimmten Ereignis festmachen. Ich denke es kommt auch noch darauf an, wie jemand auf Stress reagiert und eben ob die Veranlagung vorhanden ist.

      LG Finchen
    • Ich nehme Thyronajod 150 µg, also eine ziemlich hohe Dosis, habe eine Schilddrüsenunterfunktion, aber nicht die Hashimoto-Variante. Ich habe dafür kämpfen müssen, "hoch normal" eingestellt zu werden, d.h. die gerade noch im Normbereich liegende Menge zu bekommen. Früher hatte ich lange Zeit 100 µg, fror damit aber häufig, hatte ständig kalte Hände und Füße. Mit 125 µg wurde das besser, richtig gut ist es erst mit 150 µg geworden. Aufgrund meines Übergewichtes würde ich gerne eine noch höhere Dosis ausprobieren, aber mein Arzt ist dagegen. Ich zweifle immer an dem Sinn der "Normwerte", d.h. daran, ob sie wirklich für jeden gelten müssen. Warum nicht ausprobieren, ob eine höhere Dosis sich günstiger auf meinen Stoffwechsel und damit auf das Gewicht auswirken könnte? Reduzieren kann man ja sofort wieder, wenn die höhere Dosis nicht gut tut.

      Fazit: ich profitiere sehr von meinem SD-Medikament. Falls Du Deines nicht vertragen solltest, wird Dein Arzt sicher andere Möglichkeiten mit Dir besprechen.

      LG, Mollezza
    • Ich nehme Novothyral 150 und bin damit hoch eingestellt, denn nach der Schilddrüsen OP soll sich kein neues Gewebe bilden.
      Meine Tochter nimmt trotz großer Schilddrüse l Thyroxin 75 und fühlt sich heute besser und leistungsfähiger.
      Eine gut eingestellte Schilddrüse macht viel für das Wohlbefinden.
    • Danke fürs Mutmachen!

      :)

      Ich soll Prothyrid nehmen...
      Der Arzt stellte in Aussicht, dass die Extrasystolen damit mehr werden zu Beginn.....dafür rezeptierte er Dociton.

      Aber gerade die Extrasystolen machen mir das Leben schwer....

      LG
    • Ich hab auch Euthyrox 125. Bis jetzt deswegen weder Probleme noch Nebenwirkungen.

      @ Mollezza

      Die Erfahrung mit den Normwerten kenn ich von den anderen Addison-Patienten. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich, und zum Teil nicht Lehrbuch mässig, die Wohlfühldosis jeden Einzelnen ist. Daher kann ich mir sehr gut vorstellen, dass dies auch bei den Schilddrüsenhormonen so ist. An Deiner Stelle würd ich es ausprobieren.

      LG Finchen
    • Wir haben heute abgesprochen, dass ich erst nach der Hitzewelle damit beginne.
      Mein Kreislauf ist so wacklig, dass ich vermutlich Hitzereaktionen dem SD-Medi zuschreiben würde - mit dieser Regelung fühle ich mich erstmal sicherer.


      LG:)
    • Das ist vernünftig, dass du erst mit der Therapie beginnst, wenn die Hitze rum ist. Wichtig ist, dass du einschleichend beginnst, ich habe mit 50 Mikrogramm begonnen und dann pro Woche 25 Mikrogramm gesteigert. Einmal hatte ich Herzklopfen, als ich die Dosis gesteigert habe, dann habe ich wieder die Dosis zurückgefahren und in kleineren Schritten gesteigert. Ich habe sehr von den Hormonen profitiert, war nicht mehr müde und sehr viel leistungsfähiger. Aber das wird dein Hausarzt alles mit dir besprechen.
      In meiner Familie müssen auch alle Kinder Schilddrüsenhormone einnehmen, alle drei Kinder haben eine Unterfunktion. Das ist aufgefallen, als sie in der Schule Konzentrationsprobleme hatten und immer müde waren.
      Die Hormone haben aber keine Auswirkungen auf das Gewicht der Kinder, meine zwei schlanke Kinder waren auch vor der Hormonsubstitution sehr schlank und meine Kleine ist unter den Hormonen genausowenig wie ich dünner geworden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Evi ()

    • Danke für Deinen Bericht Evi.

      Ich bin immer noch fassungslos wie viele Jahre man mich nicht ernstgenommen hatte.....
      Bestimmt hatte ich auch als Kind schon damit zu tun.
      Und ich habe dann selbst geglaubt, dass es meine Schuld ist, dass ich nur noch schlafe und nix mehr zustande bekomme.

      Ich hab das Prothyrid heute geholt, es sind 100-er.........aber teilbar.

      LG:)
    • melisah schrieb:


      fang aber mit einer viertel Dosis an und steigere es langsam, sonst könnten doch nebenwirkungen entstehen. ne 100 ter dosis als einstieg zu verschreiben ist schon heftig.

      Das stimmt.
      Mein (Ex-)Hausarzt hat mir damals auch fröhlich direkt 100 als Einstiegsdosis verschrieben. Ich hatte Glück, dass die häufigen Effekte ausblieben, anscheinend waren die Symptome der Hashi größer.
      Ich bin übrigens mittlerweile auf 225 eingestellt.
      Viele Grüße

      Andrea


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Danke für Euer Mut machen.:)
      Ich gugg tatsächlich diese Pillenschachtel an als ob es die Büchse der Pandora ist.

      Der Arzt sagte ich solle eine Zeit lang eine halbe Tablette nehmen und dann auf eine ganze Tbl. erhöhen wenn ich es gut vertrage.

      Aber eine viertel Tbl. klingt sicherer.:-o

      225 finde ich unglaublich sunny:eek:

      Aber viellicht beeindruckt mich das in ´nem Jahr alles nicht mehr......momentan lese ich viel zu dem Thema...(und kapiere nur nen Bruchteil)..
      Was bin ich für ein Schisserle geworden......:-o

      LG
    • Ähm ja, mich beeindruckt es auch immernoch, weil die höchste kaufbare Dosierung davon 200er sind. Seufz. Ist halt viel.
      Nun ja, aber mit der Dosierung bin ich leistungsfähig und es geht mir relativ gut.
      Wenn allerdings der Herbst kommt, muss ich im Oktober/November sogar immer alle 2 Tage noch 25 drauflegen, um keine Deprischübe und Angstattacken zu bekommen...
      Viele Grüße

      Andrea


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      Naguib Mahfouz
    • Hast Du auch andere Medis zusätzlich?

      Meine Frage zielt auf Wechselwirkungen ab..........ich nehme ja Opioide regelmäßig und befürchte natürlich einiges.

      Mein Leben lang hab ich um Hormone immer einen riesen Bogen gemacht. In meiner Ausbildung gab es einen Dozenten der uns jede mögliche Mißbildung und jeden Tumor zeigte und alles auf "die Pille" schob. Er behauptete, dass der Eingriff in den Hormonhaushalt den gesamten Organismus massiv ruiniert und an allem Schuld sei.
      Wann immer er etwas schreckliches im OP vor sich hatte bestellte er alle Schwesternschülerinnen hinzu und wetterte gegen die Pille .....:eek:
      Zumindest bei mir zeigte das Wirkung bis heut.

      Der SD-Arzt meinte übrigens, dass die SD-Medis sich vermutlich sogar positiv aufs Schmerzsyndrom auswirken werden.

      LG
    • Wegen meiner Nebenniereninsuffizienz nehme ich seit vielen Jahren schon jeden Abend eine halbe Dexamethason.
      Ansonsten noch ein Blutdruckmittel, welches ich nach dem Frühstück nehme.
      Gelegentlich nehme ich mal Schmerzmittel (Ibuprofen), zu Opioiden kann ich nichts sagen.

      Die Pille habe ich viele Jahre genommen, dann eine Pause gemacht. Als ich sie wieder nehmen wollte, bekam ich meine gewohnte nicht mehr verschrieben (wg. der Risiken). Die Alternative vertrug ich nicht (extreme Beschwerden verschiedener Art, unter anderem massiver Haarausfall), so dass ich sie ziemlich schnell wieder absetzte und jetzt keine mehr nehme.
      Bei meinen Störungen eh unwahrscheinlich, dass ich schwanger werde.
      Viele Grüße

      Andrea


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