Ich verstehe es nicht ...

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Ich verstehe es nicht ...

      ... und wollte mal fragen, ob ich damit alleine bin.
      Ich treibe mich in diversen Foren rum und bekomme immer wieder mit, dass die leute ja meist abnehmen müssen, bevor sie die OP bekommen. Und dann stellen sie ihre Ernährung um, nehmen auch ab und schmeißen sich trotzdem unters Messer :confused:

      Mir fehlt da mittlerweile wirklich das Verständnis. Wenn man dann auchnoch liest, mit was für Problemen man sich nach der OP herumschlagen muss, seien es nun Mangelerscheinungen oder Medikamentenunterverträglichkeit.

      Wie kann man seinen Körper so zerstören? Und keiner weiß so recht, wie es mit den Langzeitfolgen aussieht. Ich sehe es schon kommen, dass keiner der operierten die 60 Jahre erreicht :eek:

      Und das schlimmste ist, ich kann diesen menschen, die sich für eine OP entscheiden echt nicht mehr normal gegenüber treten. Ich werde regelrecht sauer, dass man so DUMM sein kann :mad:

      Geht es hier jemandem ähnlich?

      Liebe Grüße
      MopsWombat
    • MopsWombat schrieb:

      ...dass man so DUMM sein kann :mad:

      Wenn der dumm ist, der Dummes tut ja, dann sind diese Leute dumm, aber ich habe die Befürchtung, dass viele fehlinformiert und so stark leidend sind, dass sie ALLES dafür tun, damit sie in der "schlanken Gesellschaft" anerkannt werden.
    • savoir-vivre schrieb:

      Wenn der dumm ist, der Dummes tut ja, dann sind diese Leute dumm, aber ich habe die Befürchtung, dass viele fehlinformiert und so stark leidend sind, dass sie ALLES dafür tun, damit sie in der "schlanken Gesellschaft" anerkannt werden.


      Ja, die Befürchtung habe ich auch. Aber wer verbietet es Ihnen denn sich selbst zu informieren? Gibt es wirklich so viele menschen, die den Ärzten blind vertrauen? Ich finde es einfach traurig, zumal ich das gefühl habe, dass die Leute echt immer jünger werden. 23 Jahre alt, 40kg übergewicht - ZACK! Schon wird geschnippelt. Und dann in den Foren *seufz* - "Was muss ich bei der Ernährungsberatung sagen, damit ich die OP genehmigt bekomme?" Und all sowas, es ist zum verzweifeln :(
    • Seitdem ich mich hier in diesem Forum und anderen herumtreibe, bin ich sehr kritisch gegenüber welcher Form von AC auch immer geworden.

      Man muß alle Seiten kennen um sich entscheiden zu können und meist wird durch Ärzte eher einseitig informiert.

      Ich würde jedoch niemals eine Person als dumm bezeichnen, welche sich für so eine OP entschieden hat. Und schon garnicht alle, die dies tun.

      Ich kann mir für mich selbst sehr wohl eine Situation konstruieren, die mich trotz gewisser (sicherlich nicht all-umfassenden) Informationen zu diesem Thema auch zu dem Schluß kommen ließe, ich lasse mich operieren.

      Ich bin sicher, in dieser konstruierten Situation wäre das keine dumme Entscheidung.

      Und ich bin froh und glücklich, das ich mich nicht in so einer Situation befinde.
    • Nein, dumm sind diese Menschen nicht,

      nur unglaublich unter Druck gesetzt und mit absolut wenig Selbstbewusstsein versehen.
      Und sicherlich sind die meisten vollkommen davon überzeugt, dass dies der einzige Weg für sie ist, wieder "glücklich" zu werden.

      Das Ganze ist unendlich traurig,
      denn es zeigt, wie unglücklich diese Menschen mit ihrem Gewicht / Ihrer Optik sind. Das wären sie nicht, würden die Menschen einfach akzeptieren, dass jeder Mensch ein wunderbares Individuum ist.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Also für mich erklärt sich die Gewichtsabnahme vor der OP mit einer extrem erhöhten Motivation und gleichzeitiger erhöhter Leidenstoleranz für ihre vermeintlich letzte Chance.
      Die Aussicht, kurzfristig einige Wochen und Monate die Pein des Hungerns zu erleiden aber eben dann dafür die Erlösung zu bekommen, die sie sich von der OP versprechen und auch eine Abnahme zunächst ohne Hungergefühl.
      Das Ganze ist auch meiner Meinung nach zu kurz gedacht und ich würde es in meiner jetzigen Verfassung auch niemals machen lassen.

      Eine solche radikale Reduktionsdiät, wie sie durch die OP mechanisch fast erzwungen wird, würde ein Mensch unter normalen Umständen nicht lange durchhalten. Ich finde es auch nicht richtig, kann aber den Leidensdruck nachvollziehen und bin sehr sehr dankbar, dass ich den nicht mehr verspüre.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Angelina schrieb:

      Also für mich erklärt sich die Gewichtsabnahme vor der OP mit einer extrem erhöhten Motivation und gleichzeitiger erhöhter Leidenstoleranz für ihre vermeintlich letzte Chance.
      Die Aussicht, kurzfristig einige Wochen und Monate die Pein des Hungerns zu erleiden aber eben dann dafür die Erlösung zu bekommen, die sie sich von der OP versprechen und auch eine Abnahme zunächst ohne Hungergefühl.
      Das Ganze ist auch meiner Meinung nach zu kurz gedacht und ich würde es in meiner jetzigen Verfassung auch niemals machen lassen.

      Eine solche radikale Reduktionsdiät, wie sie durch die OP mechanisch fast erzwungen wird, würde ein Mensch unter normalen Umständen nicht lange durchhalten. Ich finde es auch nicht richtig, kann aber den Leidensdruck nachvollziehen und bin sehr sehr dankbar, dass ich den nicht mehr verspüre.


      Ja, da hast du wahrscheinlich recht :-o Ich bin auch sehr froh, dass ich meinen Wert als mensch nicht mehr von meinem Äußeren abhängig mache. Interessanterweise läuft es seit dam mit dem Abnahmen ganz gut...langsam aber stetig. Im Grunde finde ich es auch nur traurig.
    • Angelina schrieb:



      Die Aussicht, kurzfristig einige Wochen und Monate die Pein des Hungerns zu erleiden aber eben dann dafür die Erlösung zu bekommen, die sie sich von der OP versprechen und auch eine Abnahme zunächst ohne Hungergefühl.



      Im Grunde ist das nicht anders als bei jeder anderen Diät auch.
      Die "Pein des Hungerns" wird ja auch hier für die große Belohnung schlank zu sein auf sich genommen. Nur, dass diese Pein eben kaum ein Mensch sein Leben lang durchhält und das müsste man, um schlank /dünner zu bleiben.
      Nach so eine OP jedoch wird der Körper einfach be/gezwungen.
      Die Seele spielt in dieser Berechnung jedoch absolut keine Rolle.

      Das ist ungefähr so, wie wenn man einem Säugling lediglich Nahrung und Sauberkeit gibt, es aber ohne liebevolle Zuwendung lässt. Diese Kinder sterben einfach, oder sind zumindest ein Leben lang in ihrer Entwicklung gestört.

      Dass man bei all den Operierten einfach die seelische Seite außer acht lässt, dass man glaub, wenn man das Mechanische beeinflusst auch die seelische Störung zu beseitigen, ist eine Rechnung die einfach nicht aufgeben kann.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Pika schrieb:

      Mal eine Frage: Wie viele Langzeitoperierte kennt ihr eigentlich persönlich?

      Ich mein jetzt nicht über das Internet.


      Meiner Meinung nach ist die Frage

      Wie viele Langzeitoperierte kennen die Ärzte, die zu solchen OPs raten, eigentlich?

      viel wichtiger.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme schrieb:

      Meiner Meinung nach ist die Frage

      Wie viele Langzeitoperierte kennen die Ärzte, die zu solchen OPs raten, eigentlich?

      viel wichtiger.



      Nein ! Ich finde bevor man Menschen als dumm bezeichnet und über deren Lebensqualität herzieht sollte man sich schon die Mühe machen sie persönlich kennen zu lernen.

      Gelegenheit dazu gibt es in zahlreichen Selbsthilfeguppen.

      @Sonnenkuss ich kenne ca 25 Operierte und ettliche davon sind schon viele Jahre operiert.
    • Pika schrieb:

      Nein ! Ich finde bevor man Menschen als dumm bezeichnet und über deren Lebensqualität herzieht sollte man sich schon die Mühe machen sie persönlich kennen zu lernen.

      Gelegenheit dazu gibt es in zahlreichen Selbsthilfeguppen.

      @Sonnenkuss ich kenne ca 25 Operierte und ettliche davon sind schon viele Jahre operiert.


      Ich habe niemanden als dumm bezeichnet, das nur nebenbei.

      Und ich denke immer noch, dass die Frage wie viel Langzeit-Erfahrung hatten die Ärzte, bevor sie wie am Fließband anfingen solche OPs durchzuführen?

      Was ist für Dich "etliche Jahre"?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Naja, wenn ich jetzt samt und sonders sämtliche Operierte, die ich mal "gesehen" habe nehme, komme ich auf noch ne höhere Zahl.

      Aber ich dachte bei deiner Frage beste Pika, ging es um "Qualität" nicht um "Quantität"? Also quanitätsmäßig kenne ich sogar mehr als 25 Leute, die sich operieren haben lassen.
      Kommt zwangsläufig so, wenn man sich in der Dickenwelt bewegt, auf CTs geht und so und nicht von SHGs und rein virtueller Bekanntschaft.
      [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
    • Ich finde Menschen, die eine solche OP vornehmen lassen überhaupt nicht dumm, habe ich auch nie geschrieben, sondern Mutmaßungen über ihre Motivationen geäußert.

      Persönlich kennen tue ich nur eine Person, die bislang mit ihrer OP zufrieden ist, der Operationszeitpunkt liegt ungefähr 3 Jahre zurück.
      Und ich respektiere diese Entscheidung, auch wenn ich ich Bedenken hatte und noch habe.

      Ich schließe im übrigen keinesfalls aus, dass es einige geben wird, die auch langfristig von der Operation profitieren, nur kenne ich eben noch niemand, der wirklich schon vor langer Zeit (über 15 Jahre für mich) operiert wurde.

      Dieser Weg wäre nur aus den Gründen, die ich genannt habe derzeit einfach nicht meiner, verurteilen tue ich deshalb aber niemanden, wie käme ich auch dazu.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]
    • Ich habe letztes Jahr in der Reha ein paar Menschen kennengelernt, die sich so einer Art von OP unterzogen haben. Es gab da die "frisch" operierten, die noch im Abnehmrausch waren und natürlich nichts zu meckern hatten und die schon etwas länger operierten, wovon zwei fast hops gegangen wären und nun in einer gefährlichen Mangelernährung leben und aussehen wie Magersüchtig :( Besonders diese zwei bereuen ihren Schritt sehr.

      Ich wünsche natürlich jedem, der sich operieren lässt, dass es gut läuft, aber wie kann man vor soetwas die Augen verschließen?
    • Itsme schrieb:

      Nein, dumm sind diese Menschen nicht,

      nur unglaublich unter Druck gesetzt und mit absolut wenig Selbstbewusstsein versehen.
      Und sicherlich sind die meisten vollkommen davon überzeugt, dass dies der einzige Weg für sie ist, wieder "glücklich" zu werden.

      Das Ganze ist unendlich traurig,
      denn es zeigt, wie unglücklich diese Menschen mit ihrem Gewicht / Ihrer Optik sind. Das wären sie nicht, würden die Menschen einfach akzeptieren, dass jeder Mensch ein wunderbares Individuum ist.


      Hallo Itsme,

      unter Druck hat mich niemand gesetzt. Weder hat mich die Außenwelt dazu genötigt mich einem Druck zu beugen, noch habe ich mich selber unter Druck gesetzt, weil ich mit mir unglücklich war, da ich nicht der Norm entsprochen habe. Natürlich war ich manchmal nicht glücklich, aber das hatte keinen Zusammenhang mit meinem Gewicht.

      Mangel an Selbstbewußtsein? Dieser Mangel war und ist mir fremd.
      Als zuvor dicker Mensch war ich glücklich, habe mein Leben genossen, die Welt bereist und war erstklassig in meinem Job. Wäre ich nicht krank geworden, wäre ich auch heute noch glücklich, dick und zufrieden mit mir und meinem Leben.

      Die Krankheiten (Herzinfarkt mit 52, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Diabetes), sowie in erster Linie eine komplette Veränderung in meiner Lebenssituation haben dann dazu geführt, dass ich mich über eine OP informiert habe und sie auch durchführen ließ. Ich wollte noch möglichst lange meinen erfüllten Lebenstraum genießen können. Dies ist nun zwei Jahre her.

      Blutdruck-, sowie Cholesterin senkende Medikamente benötige ich nicht mehr. Mein Diabetes ruht seit der OP. Ich weiß, dass bei 20% der Patienten nach einer chirurgischen OP der Diabetes wieder zurückkehren kann, aber jedes Monat ohne Diabetes ist für mich ein sehr großer Bonus.

      Ich kann dir aber beipflichten, dass viele Operationen durchgeführt werden und die Patienten dann mehr oder minder im Regen stehen gelassen werden. Für einige ist schlank zu sein das Ziel und das allein ist als Grund für einen so gravierenden Eingriff eindeutig zu wenig. Chirurgische Eingriffe sind häufig keine Lösung bei Essstörungen. Da aber leider der ganzheitliche Aspekt in der Medizin so gut wie nicht berücksichtigt wird, bleibt Adipositas ein endokrinologisch, bzw. ein chirurgisch "sanierbarer" Bereich in der Medizin und das finde ich traurig.

      An meinem Leben hat sich nichts geändert, nur dass ich jetzt in kleinere Größen passe, kleinere Portionen esse und Vitamine und Mineralstoffe zuführen muss. Die sind mir aber bedeutend lieber als Betablocker und Co. Ich bin ebenso zufrieden wie vorher. Das Leben ist für mich physisch weniger beschwerlich geworden. Gut war es für mich auch vorher.

      Langzeitergebnisse findet man in amerikanischen und skandinavischen Studien. Sie belegen, dass man von der OP profitieren kann (aber nicht zwangsläufig muss, wenn man glaubt, dass sich mit der OP alles andere erledigt hat). Sie zeigen auf, dass Diabetes wieder auftreten kann, sie beschreiben, dass ohne Vitaminsupplementierung und genügend Eiweißzufuhr schwere Mangelerscheinungen auftreten, dass es zur Suchtverlagerung kommen, aber auch, dass das Sterberisiko im Bezug auf das metabolische Syndrom deutlich gesenkt werden kann.

      Persönlich kenne ich zahlreiche Menschen, die bereits vor 10 Jahren eine bariatrische OP durchführen ließen. Bis jetzt habe ich niemand kennen gelernt, der den Eingriff bereut hat.
    • Hej,

      ich glaube auch nicht, dass es "Dummheit" ist, die Leute zu einer solchen OP treibt. Eher totale Auswegslosigkeit, eine wenig wertschätzende Umgebung und entsprechend ein geringes Selbstbewusstsein und schließlich schlechte Beratung von "Fachleuten". Ich kann auch verstehen oder nachempfinden, weshalb Menschen einen solchen Entschluss fassen. Das heißt nicht, dass ich diese Eingriffe gutheiße oder gar für mich selbst oder Menschen in meiner Umgebung in Betracht ziehen würde.

      @Sonnenkuss: Du schreibst, du bewegst dich in der
      Dickenwelt
      Was ist denn das? Ich bewege mich in keiner Dickenwelt, sondern in einer Welt, in der verschiedene Menschen vorkommen.

      Und, @Pika: Ich glaube, ich kenne niemanden, der/die eine AC-Operation hinter sich hat. Ich habe mich aber auch noch nie darum bemüht, Leute mit einer solchen Erfahrung kennenzulernen. Eigentlich sehe ich auch keinen Grund dafür. Ich kenne aber auch überhaupt nur drei Menschen mit ähnlichem Übergewicht wie ich es habe, vielleicht, weil mir eigentlich egal ist, wie die Leute, die mir nahestehen, aussehen.

      Gruß
      Frieda.
    • Hallo Helga,
      ich erlaube mir mal in Dein State mit anderer Farbe hinein zu schreiben, da ich denke, so besser auf Deine Worte eingehen zu können.

      Helga schrieb:

      Hallo Itsme,
      unter Druck hat mich niemand gesetzt. Weder hat mich die Außenwelt dazu genötigt mich einem Druck zu beugen, noch habe ich mich selber unter Druck gesetzt, weil ich mit mir unglücklich war, da ich nicht der Norm entsprochen habe. Natürlich war ich manchmal nicht glücklich, aber das hatte keinen Zusammenhang mit meinem Gewicht.


      Ich kann nur meine Erfahrungen aus meinen Diätzeiten dazu beisteuern.
      Damals glaubte ich von ganzem Herzen, dass ich, ich persönlich, für mich abnehmen will. Weil ich ja so dick bin und somit natürlich überhaupt nicht gut aussehe...
      Erst Jahre später kam ich dahinter, dass dieser Glaube seinen Ursprung in einer überall und immerfort stattfindenen Gehirnwäsche hatte.
      Wenn Du schreibst, dass niemand Dich unter Druck gesetzt hat, dann musst Du schon fast einen übermenschlichen Schutzpanzer getragen haben, denn Dicke werden überall und dauernd offensichtlich oder unterschwellig unter Druck gesetzt. Und zwar so perfide, dass sie die Forderungen ganz unbewusst schließlich als die eigenen Wünsche empfinden und glauben, was man ihnen täglich an Argumenten und Erklärungen vorsetzt.

      Mangel an Selbstbewußtsein? Dieser Mangel war und ist mir fremd.
      Als zuvor dicker Mensch war ich glücklich, habe mein Leben genossen, die Welt bereist und war erstklassig in meinem Job. Wäre ich nicht krank geworden, wäre ich auch heute noch glücklich, dick und zufrieden mit mir und meinem Leben.

      Die Krankheiten (Herzinfarkt mit 52, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung, Diabetes), sowie in erster Linie eine komplette Veränderung in meiner Lebenssituation haben dann dazu geführt, dass ich mich über eine OP informiert habe und sie auch durchführen ließ. Ich wollte noch möglichst lange meinen erfüllten Lebenstraum genießen können. Dies ist nun zwei Jahre her.

      Blutdruck-, sowie Cholesterin senkende Medikamente benötige ich nicht mehr. Mein Diabetes ruht seit der OP. Ich weiß, dass bei 20% der Patienten nach einer chirurgischen OP der Diabetes wieder zurückkehren kann, aber jedes Monat ohne Diabetes ist für mich ein sehr großer Bonus.

      Ich freue mich für Dich, wenn es Dir momentan besser geht und ich hoffe für Dich, dass es so bleibt. Mir sei jedoch auch gestattet zu überlegen, ob es nicht auch einen anderen Weg, als einen so einschneidenden Eingriff gegeben hätte...

      Ich kann dir aber beipflichten, dass viele Operationen durchgeführt werden und die Patienten dann mehr oder minder im Regen stehen gelassen werden. Für einige ist schlank zu sein das Ziel und das allein ist als Grund für einen so gravierenden Eingriff eindeutig zu wenig. Chirurgische Eingriffe sind häufig keine Lösung bei Essstörungen. Da aber leider der ganzheitliche Aspekt in der Medizin so gut wie nicht berücksichtigt wird, bleibt Adipositas ein endokrinologisch, bzw. ein chirurgisch "sanierbarer" Bereich in der Medizin und das finde ich traurig.


      Ja, leider viele, viel zu viele OPs die nicht sein müssten. Viele, viel zu viele Aspekte, die nicht bedacht werden. Und wenige, viel zu wenige Erfahrungen damit, was mit den Operierten nach Jahren passiert.
      Meinsten scheint es mir nämlich so zu sein, dass sie operiert werden und dann ihrer Wege gehen. Es sei denn, und das scheint mir auch sehr häufig der Fall zu sein, dass sie wieder auf dem OP-Tisch landen, weil nachoperiert werden muss.

      An meinem Leben hat sich nichts geändert, nur dass ich jetzt in kleinere Größen passe, kleinere Portionen esse und Vitamine und Mineralstoffe zuführen muss. Die sind mir aber bedeutend lieber als Betablocker und Co. Ich bin ebenso zufrieden wie vorher. Das Leben ist für mich physisch weniger beschwerlich geworden. Gut war es für mich auch vorher.


      Eine solche Operation kann das Leben kosten.
      Wenn Du nun schreibst dass sich an Deinem Leben nichts geändert hat, dass es vorher auch gut war...
      nur dass Du nun bestimmte Medis nicht mehr brauchst, dafür aber lebensnotwendige Nahrungsbestandteile, die Du nicht mehr normal zu Dir nehmen kannst, künstlich zuführen musst, dann klingt das für mich absolut nicht so, dass es sich gelohnt hat, dafür das Leben aufs Spiel gesetzt zu haben.

      Langzeitergebnisse findet man in amerikanischen und skandinavischen Studien. Sie belegen, dass man von der OP profitieren kann (aber nicht zwangsläufig muss, wenn man glaubt, dass sich mit der OP alles andere erledigt hat). Sie zeigen auf, dass Diabetes wieder auftreten kann, sie beschreiben, dass ohne Vitaminsupplementierung und genügend Eiweißzufuhr schwere Mangelerscheinungen auftreten, dass es zur Suchtverlagerung kommen, aber auch, dass das Sterberisiko im Bezug auf das metabolische Syndrom deutlich gesenkt werden kann.


      Eigentlich braucht das keinen Kommentar - nur so viel:
      All diese schlimmen Möglichkeiten halten weder die Ärzte noch die Operations"willigen" davon ab, Menschen ein gesundet Organ zu beschneiden.
      Das "willigen" habe ich aus den oben aufgeführten Gründen in Anführungszeichen gesetzt, weil ich - wie gesagt - glaube, dass viele nicht "willig" sind, sondern unbewusst oder bewusst beeinflusst.

      Persönlich kenne ich zahlreiche Menschen, die bereits vor 10 Jahren eine bariatrische OP durchführen ließen. Bis jetzt habe ich niemand kennen gelernt, der den Eingriff bereut hat.


      Kann es sein, dass Operierte sich gern und verständlicherweise nicht mit all den (Nach Op-) Gräulberichten und auch den Todesfällen, die es ja nun einmal gibt, auseinander setzen oder beschäftigen wollen, sie bewusst und aus Selbstschutz verdrängen?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Zitatteile aufgedröselt

    • Ich habe jetzt eine Weile nachgedacht und bin so an die 10 gekommen. Wahrscheinlich sind es aber mehr. Ich halte mich schon länger nicht mehr in den Communities auf, weshalb das zum Teil schon lange her ist und ich mich nicht an jeden Einzelnen erinnere.

      Ich kenne sogar ein paar Leute persönlich, die zu den Allerersten gehörten, die sich in der AC-Selbsthilfe stark gemacht haben, so z.B. die Gründerin des Forums adipositasverband-international.de, das damals noch über die Domain magenband.ch lief, Andrea (damals) G.-L.. Sie ist nach meiner Kenntnis mehrfach nachoperiert. Und jeder hier kennt die Geschichte von biggerman, dem geplatzten Mann. Ihn kenne ich bestimmt auch schon seit 14 Jahren persönlich.

      Dann gab es in meinem Umfeld eine Frau, die sich in den 80ern den Dünndarm hat verkürzen lassen, wozu ich von meinem Gyn auch gedrängt wurde. Der operierende Chirurg hat mich vor über 20 Jahren aber davon abgebracht, indem er mir erklärte, welcher Irrweg die Adipositaschirurgie ist. Diese Frau starb vor über 10 Jahren an den Folgen dieser Operation. Soweit mir bekannt ist, leben heute weltweit nur noch ganz vereinzelte Menschen, die eine Dünndarmverkürzung erhielten. Die meisten sind daran gestorben. Eine Frau, die ich aus den Augen verloren habe, war nach dieser OP arbeitsunfähig, weil sie ca. 30 x am Tag die Toilette aufsuchen musste.

      Eine andere Frau, die ich kannte, war eine der ersten, die Mitte der 90er eine Gastroplastik erhielt, und zwar von dem in der obigen Verlinkung von biggerman erwähnten "Professor für experimentelle Chirurgie". Solange ich mit ihr zu tun hatte, war sie einmal nachoperiert worden. Ich erinnere mich an ein Geschäftsessen, bei dem sie kreidebleich aufsprang und zur Toilette stürzte, um sich zu übergeben. Vereinzelt sieht man heute auch Menschen mit Gastroplastik in den AC-Foren, die den Wunsch haben, sich umoperieren zu lassen.

      Dann kenne ich auch einige, die die modernen Methoden in sich tragen, z.B. RNY. Auch hiervon sind einige schon ein- oder mehrmals nachoperiert worden. Auch kenne ich eine Frau mit Magenband, die aber immer noch dick ist. Ich weiß allerdings nicht, wie dick sie vor dem Magenband war, weil ich sie erst mit dem Magenband kennen gelernt habe.

      Im Übrigen bin ich auch der Meinung, dass diese Menschen nicht dumm sind, was mich allerdings nicht davon abhält, gegen die aggressive Vermarktung (und die ist aggressiv!) dieser meines Erachtens total fragwürdigen Methoden zu sein (kann man hier nachlesen). Fragwürdig finde ich sie deshalb, weil sie in keiner Weise die Ursache des Problems angehen, sondern reine Symptombehandlung sind. In der Mehrzahl der Fälle, so stellt es sich mir jedenfalls dar, tauschen die Betroffenen nur eine schlechte Lebensqualität gegen eine andere Art von schlechter Lebensqualität.

      Diese Woche bei Beckmann war eine Frau, der bei einem Kaiserschnitt ein OP-Tuch im Bauch belassen wurde. Da herum bildete sich ein 25kg schwerer Tumor. Nach dessen Entfernung erlitt sie einige Zeit später als OP-Folge einen Darmverschluss. Ihre Anwältin erläuterte, dass jede Bauch-OP mit einem riesigen Risiko verbunden ist, weil sich im Bauch immer Verwachsungen bilden, auch mit und unter den Organen. Komischerweise kriegen sich in so einem Fall die Leute vor lauter Betroffenheit nicht mehr ein. Auch in dieser Sendung. Aber wenn man als Dicker diese Bedenken äußert und die AC-OPs fragwürdig findet, hat man ja doch nur blöde Vorurteile ... so kommt es mir hier jetzt auch vor.

      Ich bin übrigens mittlerweile zu der Erkenntnis gelangt, dass man jede OP vermeiden sollte, die vermeidbar ist. Mit meinem Wissen von heute, würde ich wahrscheinlich nicht mal meine Schilddrüse mehr operieren lassen. Und wenn ich schaue, wie krank ich nach meinen KTS-OPs war, zwei kleine Narben, aber mein Körper hat alle Kraft gebraucht, um sie zu heilen, und welche Verwachsungen ich nach zwei Schilddrüsen-OPs im Hals habe, die mir große Schwierigkeiten mit Muskelkrämpfen und Nervenengpässen beschert haben, dann bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, sich gegen die AC zu äußern, wenn man davon überzeugt ist, dass sie mehr schadet als nützt.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Administrator () aus folgendem Grund: Tippfehler

    • Meine Frage wie viele Operierte man persönlich kennte sollte speziell die User ansprechen die sich immer wieder in einer in meinen Augen sehr überheblichen, arroganten Art und Weise über diese Menschen äußern.

      Wo bleibt da eigentlich die in diesem Forum so hoch gepriesene Akzeptanz?


      Martina schrieb:

      , dann bin ich der Meinung, dass es wichtig ist, sich gegen die AC zu äußern, wenn man davon überzeugt ist, dass sie mehr schadet als nützt.


      Martina ich habe schon sehr oft kritische Kommentare von dir gelesen, du hast es noch nie für nötig befunden jemanden zu beleidigen. :daumen:

      Ich stimm dir übrigens in fast allen Punkten zu!
    • @Frieda:
      Dickenwelt heißt für mich, dass ich in etlichen Internetforen unterwegs bin, nicht nur schriftlich hinterm Bildschirm, sondern auch absolut aktiv an Treffen und Stammtischen teilnehme.
      Ansonsten habe ich hier mein völlig "normales" Umfeld, in dem aber die AC nicht, bis gar nicht verbreitet ist... was sicher auch du verstehen wirst, deshalb: Dickenwelt.

      Nürnberg hat sehr rührige Operateure in einer Nachbarstadt, namentlich in Schwabach sitzen. Das ich da als dicker Mensch in schier sämtlichen Arztpraxen und in den Kliniken immer wieder auf die AC angesprochen werde, weil das ja eine so einfache und dufte Lösung ist, empfinde ich einfach als Frechheit und absolut lästig.

      Da gibt es sicher irgendeinen Ärztestammtisch, wo die sich immer ausbaldowern, wo neue willige Opfer wären! ;)
      [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
    • Sonnenkuss schrieb:

      Da gibt es sicher irgendeinen Ärztestammtisch, wo die sich immer ausbaldowern, wo neue willige Opfer wären! ;)
      Das ist doch gar nicht nötig. Die Hauptvermarkterin der AC sitzt doch da um die Ecke und ist Anhängerin genau dieses Krankenhauses.

      Habe übrigens gerade beim Nachschauen eine Anzeige entdeckt. Schon allein der Anzeigentext ist ein Schmankerl:
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      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Pika schrieb:

      Meine Frage wie viele Operierte man persönlich kennte sollte speziell die User ansprechen die sich immer wieder in einer in meinen Augen sehr überheblichen, arroganten Art und Weise über diese Menschen äußern.


      Es gibt in jedem Forum, in jeder größeren Menschengruppe immer mal den einen oder anderen der sich im Ton ein wenig oder auch ein wenig mehr vergreift.
      Zu jedem Thema, immer und überall.

      Was ich hier in diesem Forum feststelle ist jedoch, dass die absolute Mehrheit in jedem Themenbereich nett, respektvoll und freundlich miteinander umgeht.
      Dass es zu Kontorversen kommen kann, ist ebenfalls völlig normal.
      Das passiert auch in Zweierbezeihungen in denen sich die Menschen lieben, denn das gehört einfach zum Leben dazu.

      Das ganz allgemein - nicht nur zum Thema Adipositas-Chirurgie:

      Wer immer nur ein Nicken, ein Bejahen und Zustimmung bekommen möchte, sollte sich an keiner Diskussion beteiligen.
      Natürlich darf / soll man widersprechen, wenn man anderer Meinung ist. Anderer Meinung zu sein ist keine Respektlosigkeit, solange man sich nicht im Ton vergreift.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Itsme ()