Sat1-Trend "Dicken-Shows"

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Sat1-Trend "Dicken-Shows"

      Hallo Jungs und Mädels!

      Hier wurde an anderer Stelle bereits engagiert über die Sat1-Sendung "Schwer verliebt" diskutiert, in der übergewichtige Menschen in absolut unwürdiger Weise präsentiert wurden (werden?). Offensichtlich reicht das dem Sender aber nicht, sondern man hat sich entschieden, dass das Dicksein programmatisch noch viel mehr in den Fokus gerückt werden könnte.

      Nun gibt's dann also zusätzlich eine Bodyswitch-Serie namens "Es kommt noch dicker", in der Wolke Hegenbarth eine schlanke Frau spielt, die über Nacht fett wird. Ein Konzept, dass Sat1 vor kurzem schon einmal nutzte, wenn man sich an den kürzlich gelaufenen Film "Plötzlich fett!" mit Sebastian Ströbel erinnert, wo die gleichen Themen und Klischees bearbeitet wurden.

      Parallel startet der gleiche Sender die Show "Mike und Molly", in der es ebenfalls betont um Dicke geht.

      Dicksein scheint ein sehr lukratives Thema für Sat1 zu sein. Die neuen Filme und Sendungen sind zwar nicht so menschenunwürdig, wie "Schwer verliebt", aber sie dienen meiner Ansicht nach ebenfalls nicht zum Abbau von Klischees, sondern zur Unterhaltung durch "Freaks".

      Was ist eure Meinung zu diesen neuen Sendungen?
    • Die neue SAT1-Serie kenne ich aus der Vorschau und habe mir den Ankündigungstext auf der Seite von SAT1 neulich mal durchgelesen, nachdem mir der Trailer zum ersten Mal begegnete. Mich macht sowas immer extrem wütend.
      Es scheint ja nichts, aber auch gar nichts schlimmer zu sein als dick zu sein oder dick zu werden, Das wirft ja wieder mal ein bedauernswertes Bild auf diejenigen, die das Konzept entwickelt haben und die Drehbücher schreiben, aber noch mehr auf diejenigen, die es dann auch noch produzieren.
      Es ist einfach traurig, wie vielen Übergewichtigen da wieder mal ein schlechtes Gewissen gemacht wird und dick=hässlich / erfolglos propagiert wird.
      Gerade in solchen Zeiten bin ich froh, dass es ein Forum gibt, das gegensteuert und aufklärt, weil es mit solchen Klischees aufräumt.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Maky schrieb:

      Es gibt inzwischen einen völlig neuen Trend - nach den Dicken werden nun die Kleinwüchsigen aufs Korn genommen.

      Das erinnert mich an meine Kindheit - in der war ich mit meiner Schulklasse in einem Freizeitpark (ich glaube es war das Phantasialand in Brühl) und dort gab es ein Dorf, ein Dorf in dem kleinwüchsige Menschen "lebten" (ausgestellt wurden).

      In dem Dorf gab es überall kleine Häuser und von außen konnte man durch die Fenster schauen und den kleinwüchsigen Menschen bei ihrem "normalen" Leben zuschauen.....mich schaudert es heute noch, dass ich eines der Kindern war, dass durch die Fenster schaute :mad:
    • Ich kann die Menschen verstehen, die mit der Zur-Schau-Stellung ihres Körpers Geld verdienen, wenn sie aufgrund ihrer Anomalität (was das auch immer heißen mag) keinen "normalen" Job bekommen. Das paßt zwar nicht unbedingt in meine Weltanschauung, aber ich kann´s halt nachvollziehen.
    • ich muß da klein und fein recht geben. diese Leute haben damit ihr Geld verdient und sie taten es freiwillig. Ich glaube nicht, daß sie dazu gezwungen wurden. Von daher ist es auch in Ordnnung. Nachvollziehen ist schon eine andere Sache, das muß man ja nicht unbedingt.
    • savoir-vivre schrieb:

      Das erinnert mich an meine Kindheit - in der war ich mit meiner Schulklasse in einem Freizeitpark (ich glaube es war das Phantasialand in Brühl) und dort gab es ein Dorf, ein Dorf in dem kleinwüchsige Menschen "lebten" (ausgestellt wurden).

      In dem Dorf gab es überall kleine Häuser und von außen konnte man durch die Fenster schauen und den kleinwüchsigen Menschen bei ihrem "normalen" Leben zuschauen.....mich schaudert es heute noch, dass ich eines der Kindern war, dass durch die Fenster schaute :mad:

      Das kenne ich von den Volksfesten... das nannte sich dann "Lilliputtland". Aber das waren nur Schauwohnungen, gelebt haben die Kleinwüchsigen, genau wie die anderen Schausteller in ganz normalen Wohnwägen.
      Heute *gottseidank* nicht mehr vorstellbar. Überhaupt die Kuriosenshows mit der Dame ohne Unterleib, der ganz dicken Frau und der Damenbart-Trägerin. Heute leisten die Befriedigung der Sensationslust eben die Privatsender... die öffentlich Rechtlichen werden nachziehen...
      [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
    • gabriele schrieb:

      ich muß da klein und fein recht geben. diese Leute haben damit ihr Geld verdient und sie taten es freiwillig. Ich glaube nicht, daß sie dazu gezwungen wurden. Von daher ist es auch in Ordnnung. Nachvollziehen ist schon eine andere Sache, das muß man ja nicht unbedingt.

      Man muss bedenken, dass früher die viele dieser Leute gar keine andere Möglichkeit hatten, Geld zu verdienen als sich in dieser Form zu Schau stellen zu lassen. Das hat für mich mehr etwas von "Aus der Not eine Tugend machen". Einige wenige hatten das Glück, dabei zu ein wenig Wohlstand zu kommen, aber das ist sicher für die meisten kein Trost für die Demütigungen, die sie sicherlich erlebten. Nur wenige Kleinwüchsige haben die Chance, einen ihren verschiedenen körperlichen Einschränkungen angepassten Arbeitsplatz zu bekommen.
      Klar, es gibt auch Menschen, die es zu einem gewissen Grad genießen, sich zur Schau zu stellen und ihre Andersartigkeit in Sachen Körperbau, Gewicht oder Behaarung zu ihrem Beruf zu machen. Nur denke ich, dass das ein sehr geringer Teil ist.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
      [/CENTER]
      [/SIZE]
    • Das seh ich wie Kampfzwerg.

      Allerdings hatten die Jahrmärkte auch etwas gutes im Vergleich zu den TV-Formaten. Durch's Fernsehen werden mehr Menschen erreicht, die ganze Sache ist anonym und die Kommentare aus dem Off sind mit Sicherheit gehässiger, als damals auf dem Jahrmarkt. Ich find es doch noch einen Unterschied, ob ich einen Menschen am Bildschirm sehe, oder dem direkt gegenüber stehe.

      Und wie das Fernsehen die öffentliche Meinung beeinflusst hab ich an mir festgestellt, als ich die Monroe nach vielen Jahren wieder gesehen habe. Früher war Marilyn Monroe für mich schön, sexy und gut gebaut (schlank). Heute find ich sie schön, sexy und mollig (übergewichtig). Das ist doch erschreckend.

      LG Finchen
    • Dazu HIER ein guter Bericht


      Die heile Welt perfekter Fernsehkörper, schrieb Iris Radisch in der Zeit, gleiche einem „Swingerclub der biopolitischen Vernunft, in dem niemand benachteiligt wird, der schön, fit und erfolgsbereit genug ist, um Aufnahme zu finden.“ Wer hässlich, dick und behäbig ist, muss wie Jessica in der Sat.1-Serie erst mal durch den Lieferanteneingang.
    • Ein mir bekannter Nachwuchs-Musikproduzent schrieb in einem Forum, daß er an der Musik zu Es kommt noch dicker (SAT 1) mitgearbeitet hat.

      Hier mein Kommentar:

      Solange du nur an der Musik mitgearbeitet hast, geht es noch. Hättest du am Serienkonzept ($%&?"! - Ürcks) mitgearbeitet, würde ich dich um die ganze Welt jagen, bis ich dich finde... ;-(((((((
    • klein und fein schrieb:

      Ein mir bekannter Nachwuchs-Musikproduzent schrieb in einem Forum, daß er an der Musik zu Es kommt noch dicker (SAT 1) mitgearbeitet hat.

      Hier mein Kommentar:

      Solange du nur an der Musik mitgearbeitet hast, geht es noch. Hättest du am Serienkonzept ($%&?"! - Ürcks) mitgearbeitet, würde ich dich um die ganze Welt jagen, bis ich dich finde... ;-(((((((


      Hat er gefragt, was du mit ihm tun würdest, wenn du ihn dann gefunden hättest. Und falls ja, was hast du geantwortet?
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • savoir-vivre schrieb:

      Das erinnert mich an meine Kindheit - in der war ich mit meiner Schulklasse in einem Freizeitpark (ich glaube es war das Phantasialand in Brühl) und dort gab es ein Dorf, ein Dorf in dem kleinwüchsige Menschen "lebten" (ausgestellt wurden).

      In dem Dorf gab es überall kleine Häuser und von außen konnte man durch die Fenster schauen und den kleinwüchsigen Menschen bei ihrem "normalen" Leben zuschauen.....mich schaudert es heute noch, dass ich eines der Kindern war, dass durch die Fenster schaute :mad:

      Das dürfte der Holiday Park in Haßloch gewesen sein. Da lebten und arbeiteten sehr viele Kleinwüchsige.

      Die Häuser, in die man reinschauen konnten, waren ehemalige Wohnräume. Die wurden damals schon nicht mehr bewohnt, nur noch gearbeitet wurde dort.
      ]
    • Das Schlimme an der Sache ist doch nicht, dass es diese Shows und Formate gibt. Das Schlimme ist, dass sie geschaut werden.
      Zu Zeiten der alten Römer, gingen die Menschen in den Circus und haben zugesehen, wie Menschen bis auf den Tod miteinander gekämpft haben, sahen teils gewaltigen Tierhetzen zu, im Mittelalter strömten die Menschen zu Hinrichtungen. Wenn irgendwo ein Unfall passiert, kommen die Gaffer aus allen Ecken gerannt.

      Das sagt doch einiges über den Charakter von uns Menschen. Und ich selbst kann mich auch nicht vollständig davon los sprechen. Vor einiger Zeit, habe ich mir einen Bericht auf youTube über Messis angeschaut und dabei nur den Kopf geschüttelt. Der stammte aus RTL-Produktion und war bestimmt nicht besser als viele weiter oben genannte Formate.
    • Ich bin freitags beim rumzappen abends dran hängengeblieben.
      Auch nicht dümmer, als andere dieser "Hahaha-Einspieler-Sendungen", wie Alf, Roseanne oder so. Ich will ja seicht unterhalten werden, wenn ich so was anschaue und dafür taugen die Gags absolut. :-p
      [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
    • Pah! Roseanne ist hohe Kultur! Darauf lass ich nichts kommen :D

      Habe Roseanne aber auch nie als "Dicken" Show eingeordnet. Da ging es ja nun doch um deutlich mehr/andere Schwerpunkte.

      Mike und Molly fällt imho auch nicht ganz in die Kategorie dre sonstigen Sat 1 Eigenproduktionen da (ist ja auch keine :P ) .
      Die Dinger von Sat 1 sind heuer echt erstaunlich primitiv in der Vermarktung.

      In einer Zeitschrift viel mir eine ganzseitige Werbung zu dieser Körpertauschserie mit Wolke Hegenbarth auf. Sie als Godzilla. Yeah. Da wurden mir in den 90ern bereits kreative Sachen an den Kopf geworfen. Ist doch arg billig.
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • orien schrieb:

      Pah! Roseanne ist hohe Kultur! Darauf lass ich nichts kommen :D

      Habe Roseanne aber auch nie als "Dicken" Show eingeordnet. Da ging es ja nun doch um deutlich mehr/andere Schwerpunkte.


      Yep. Ich habe Roseanne geliebt (betrifft nur die Anfangsstaffeln, später gings wie die meisten Sitcoms den Bach runter).
      Die Serie ist aufgrund der milieutechnischen Ansiedlung und dem Umgang damit etwas Besonderes, mit Dicksein hat das nur ganz am Rande überhaupt zu tun gehabt.
      [SIZE=2]Liberté toujours![/SIZE]