Karriere für dicke Frauen?

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    • Karriere für dicke Frauen?

      DIESER Artikel widmet sich dem Thema „Karriere Chancen bei dicken Frauen“ und stellt, wieder die Frage nach einer anonymisierten Bewerbung.

      Die Probanden sollten angeben, wie sie die Karrierechancen und das Führungspotential der Bewerberinnen einschätzen, ob sie sie selbst einstellen würden und welches Gehalt sie für angemessen hielten. "Bei allen Kriterien wurden die fettleibigen Frauen stark diskriminiert"


      Die Motivation, Fettleibige zu diskriminieren, hänge mit der eigenen Persönlichkeit zusammen. Aussagen wie "Dicke sind gefräßig und faul" würden letztendlich nur dazu dienen, die eigenen Vorurteile zu bestätigen
    • Auch wenn es dann vielleicht mehr Vorstellungsgespräche gibt, heißt das noch lange nicht, dass Chancen wirklich gleich sind. Man kann auch dann noch wegen seiner Optik abgelehnt werden.

      Merkwürdig finde ich einige der Kommentare, die unter dem Artikel stehen.
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Honigbiene schrieb:

      Merkwürdig finde ich einige der Kommentare, die unter dem Artikel stehen.

      Absolut merkwürdig und unheimlich Selbstgerecht da fand ich den Kommentar von RudolfHege ganz gut:

      ...mal wieder das alte Vorurteil bemüht: Dicke fressen zu viel und sind zu faul. Studien zeigen das Gegenteil. Dicke knausern oft mehr mit Kalorien als Schlanke. Und richtig dick macht vor allem das Bemühen, abzunehmen. Es gibt sicher Berufe, da ist das Körpergewicht ein wichtiger Faktor. Aber für die meisten Berufe spielt es kaum eine Rolle. Nur der Schlankheitswahn unserer Zeit, der vermutlich mehr Menschen verfrüht unter die Erde bringt als etwas mehr Körperfülle, steckt hinter dieser Diskriminierung.
    • Ja, stimmt, der ist gut.

      Bei mir in Gedanken ist so eine Bemerkung hängen geblieben wie "wenn ich jemanden einstelle, den ich den ganzen Tag sehen muss, dann sollte der auch annehmbar aussehen. Jetzt mal sinngemäß wiedergegeben.

      Mein Chef hat mich sicherlich nicht eingestellt, weil meine Optik ihm besonders gefallen hat. Er wollte einfach jemanden, dem er vertrauensvoll die zu erledigen Aufgaben übergeben kann. Und das bei doppeltem Normalgewicht und ständigem Sichtkontakt.
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    • ich finde schon das studiendesign mehr als fragwürdig. studenten, auch wenn sie fächer studieren, die zukünftige führungskräfte ausbilden sollen, haben keinerlei beruf- und schon gar keine personaler-erfahrung. warum sie also befragen.

      um die schon vorher erwarteten anworten und wieder einmal eine schlagzeile zu bekommen?
      Lieben Gruß

      Rita
    • Nicht in der DTP-Branche

      Moin!

      Nunja, ich bin früher auch wg. meines Gewichts nicht eingestellt worden.

      Mein eigentlicher Job ist DTP, also Layout & Bildbearbeitung, ich bin gut darin, habe Spaß daran und auch einen ziemlich guten Abschluss (IHK). Hatte auch viele Vorstellungsgespräche, denn mein Gesicht sieht nicht aus wie das einer dicken Person (bei mir ist das Übergewicht ja im Unterkörper wg. Lipödem). Aber wenn ich dann das jeweilige Vorzimmer betrat, kamen meistens schon die typischen Blicke und wenn nicht, im Gespräch mit der/dem Personalverantwortlichen. Die Gespräche waren demgemäß auch immer recht kurz...

      Bei 2 Agenturen gab man auch zu, es läge nicht an meiner Qualifikation. Ich sollte es ihnen bitte nicht übelnehmen, aber ich passe nicht zur Corporate Identity der Firma. Bei Werbeagenturen kann ich das ja auch noch so halbwegs nachvollziehen, wenn auch nicht gutheißen, aber bei einer Druckerei...???
      :roll:

      Irgendwann gab ich dann auf und bewarb mich in einem Callcenter, wo ich dann auch genommen wurde (es sieht einen ja kein Kunde...) und technischen Support für einen sehr bekannten Hersteller von DTP-Geräten machte. Das war der Einstieg in die Callcenter-Branche, heute arbeite ich darin aber nicht mehr.

      DTP war und ist weiterhin mein Traumberuf (nunja, wenn ich mein Biostudium mal weglasse). Hätte aber wissen müssen, dass gerade in dieser Branche viel Wert auf Optik gelegt wird und ich daher keine Chance habe.
      :(
    • Finchen schrieb:

      Danke für den Link. Ein Traum wäre es, dass anonymisierte Bewerbungen Standart würden.


      Für mich ein Alptraum! Ich kann mit meinem Gesicht punkten und habe in Vorstellungsgesprächen auch schon gesagt bekommen, dass mein offenes, sympathisches Lächeln ein ausschlaggebender Grund für die Einladung war.
    • UllITussi schrieb:

      DTP war und ist weiterhin mein Traumberuf

      Ich weiß was ich jetzt sage, hört sich wie eine Floskel an, aber so ist es nicht gemeint denn....
      - Träume sollte man nie verlieren, vielleicht mal eine Zeit lang auf Eis legen, aber nie aufgeben -
    • Ich denke leider auch, dass anonymisierte Bewerbungen nix bringen. Man wird dann vielleicht eher zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, aber wenn der Mensch, der einem dann gegenübersitzt, vorurteilsbeladen ist, sei es nun gegen Dicke, Ausländer, Frauen, Brillenträgern oder Menschen mit Segelohren, dann wird er denjenigen, den er da eingeladen hat, trotzdem nicht einstellen.

      Man kommt also im Endeffekt nur einen Schritt weiter als ohne anonymisierte Bewerbung.

      Es mag sicher auch Ausnahmen geben, wo derjenige sich dann von den Qualifikationen "überzeugen" läßt und einem normalerweise bereits bei der Bewerbung aufgrund Namens, Optik oder Geschlecht aussortierten Menschen eine Chance gibt, aber ich glaube wirklich, dass das eher Ausnahmen sind.

      Einen Versuch ist das anonymisierte Bewerbungsverfahren natürlich trotzdem wert. Jeder, der auf diesem Wege einen Job findet, ist ja schon ein positiver Fall.

      Ist allerdings nur meine persönliche Meinung ;)
      [SIZE=1]There's a storm on the horizon, and you have only seen the clouds so far.[/SIZE]
    • Ehrlich gesagt finde ich es gut, wenn man zumindest einige Eckdaten über Bewerbungsschreiben klären kann. Und dazu gehört für mich eben auch mein starkes Übergewicht. Es ist mir wesentlich lieber, auch wenn es blöd ist, direkt aussortiert zu werden als erst zum Vorstellungsgespräch zu dackeln und dann immer noch genau so gut wegen den dämlichsten Gründen abgelehnt zu werden.

      So musste ich mir bei den Vorstellungsgesprächen (gerade akut :rolleyes: ) keine Gedanken mehr um mein ÜG zu machen - das war vom Bild her schon klar. Können wir uns also auf das Wesentliche konzentrieren ;)
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • Das sehe ich eigentlich auch so. Warum allen Beteiligten Zeit stehlen, die mich mich im Vorfeld aussortiert hätten.
      Allerdings glaube ich auch, dass Firmen, die an solchen Projekten mit anonymisierten Unterlagen mitmachen, offen genug sind, das Risiko einzugehen bzw. weniger Vorurteile haben.
      Viele Grüße

      Andrea


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Ich hatte es in einem anderen Thread ja auch schon mal geschrieben. bei einer Fortbildung sagte ein Personalchef eines großen Konzerns uns ganz offen, dass Übergewichtige aussortiert werden. Dabei schaute er mich an...Zur Kursleiterin meinter er dann aber ich wäre die am besten geeignete Kandidatin für einen Job. Den bekam ich dann, leider hatte ich Probleme mit einem cholerischen Chef....

      Ich konnte bisher im Vorstellungsgespräch immer punkten. War ich mal eingeladen, hatte ich den Job immer! Nur heute komme ich leider zu keinem Gespräch mehr. Ich kann nur halbtags wegen meinem Kind und da kriegt ein Arbeitgeber bei uns 4-600 Bewerbungen. Die Chancen sind sehr gering und die Stellenangebote sehr wenige.

      Zur Zeit mache ich hin und wieder einen 400 Euro Job, wie der Ag mich braucht. Was festes wäre mir lieber. Ich bleibe am Ball!
    • Ich finde dieses Verfahren gut.
      Die meisten Personalchefs sind halt auch nur Menschen und haben Ihre Schubladen in die sie Menschen stecken.
      Denke davon sind die wenigsten frei. Ausländer, alte Arbeitnehmer, Frauen mit Kopftuch, verschiedene Frisuren bringen einen schon manchmal an eine Schublade (Rastas oder Irokese, oder ein Mann mit lagem Haar), natürlich religiöse Zugehörigkeit, Über- und Untergewicht u.v.m.
      Natürlich wird man bei genauerer Betrachtung diesen Dingen keine große Wertigkeit mehr zugestehen, aber ein Personaler der 50 Bewerbungen vor sich liegen hat und der nur 10 zum Vorstellungsgespräch einladen will und kann. Der sortiert erstmal nach dem ersten Gefühl aus.

      Wenn man bis in ein persönliches Gespräch kommt, ist alles anders finde ich.
      Da kann ich mich ganz anders präsentieren.
      Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.
      (Immanuel Kant)
    • viel-frau schrieb:

      Da kann ich mich ganz anders präsentieren.


      Nicht jeder ist fotogen, selbst wenn er ein gutes Foto von sich mitschickt. Wer aussortiert wird, weil er auf dem Foto nicht sympathisch aussieht, hat ja auch nichts gewonnen. Bei einem persönlichen Gespräch kann man mit Charme und Fachwissen so viel heraus holen.

      LG Finchen
    • BUFFY schrieb:

      In Frankreich ist eine teils handgeschriebene Bewerbung Pflicht, wegen der graphologischen Analyse.
      Das fand ich bei einem französischen Freund von mir echt faszinierend und gleichzeitig sehr abschreckend. Da wurde herumtrainiert, um die Schrift zu verändern, damit sie eine bessere Aussagekraft hatte - was nicht gleichbedeutend ist mit leserlicher. Eine Bewerbung wurde auch gleich x-fach geschrieben, um dann die schriftbildmäßig beste Version zu versenden.
      Selten habe ich für meine Handschrift solche Komplimente bekommen wie von Franzosen.

      Die Fotolosigkeit bei Bewerbungen wie z.B. in den Niederlanden empfinde ich als sehr positiv. Ein niederländischer Auftraggeber von mir war irritiert, dass von den meisten deutschen Bewerbern Material eintrudelt.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • BUFFY schrieb:

      ....In Frankreich ist eine teils handgeschriebene Bewerbung
      Pflicht, wegen der graphologischen Analyse.

      Ich frage mich gerade welchen Aufschrei es in Deutschland geben würde, wenn man die Bewerbung handschriftlich verfassen müsste…..ich glaube früher musste man, für einen Ausbildungsplatz, handschriftliche Bewerbungen schreiben…..

      kampfzwerg schrieb:

      Da wurde herumtrainiert, um die Schrift zu verändern, damit sie eine bessere Aussagekraft hatte.....
      Dass man solche Bewerbungen dann graphologisch analysiert finde ich schon erschreckend. Dass ist wie die nonverbale Kommunikation die Auskunft geben sollen, über einen inneren Zustand. Ich finde das sehr bedenklich, denn nachdem ich das erste Mal gehört hatte, dass verschränkte Arme einen Zustand anzeigen „der Verschlossenheit“ versuche ich meine Arme nicht mehr zu verschränken, obwohl ich das manchmal sehr bequem finde, so zu sitzen.
    • Ich frage mich gerade welchen Aufschrei es in Deutschland geben würde, wenn man die Bewerbung handschriftlich verfassen müsste…..ich glaube früher musste man, für einen Ausbildungsplatz, handschriftliche Bewerbungen schreiben…..


      Ja..in der Zeit vor der Erfindung des PCs, so kurz nach der Steinzeit, mußte der leidgeprüfte Mensch zur Erlangung eines Ausbildungsplatzes ernsthaft noch handschriftlich einen Lebenslauf verfassen. Das heute kaum noch bekannte Utensil "Füller" mit dem Zusatz "Tinte" wurde dafür benutzt. Auch so unsinnige Angaben wie der Name/Beruf/Geburtstag der jeweiligen Erzeuger und des eigenen Familienstandes fand Eingang in dieses Elaborat. Mittelalter, tiefstes Mittelalter...:rolleyes:

      ....ich fühl mich grad sehr alt.....:eek:

      Was nützt mir eine handgeschriebene Bewerbung, die zwar vom Schriftbild her der Knaller ist, die man aber nicht erziffern kann?
      Ich find die anonymisierte Bewerbung ebenfalls besser, ich glaub, das so einfach mehr "Freaks" ne Chance auf nen/den Job haben, wenn sie beim Vorstellungsgespräch landen und dort punkten können. Nur meine Meinung.
    • BUFFY schrieb:

      und beim Bild spielt die Hautfarbe eine Rolle.

      Meine Schwägerin ist in Casablanca geboren und sie hatte erzählt, dass sie bei Ihrer letzten Bewerbung (vor ca. zwei Jahren) von einer Freundin darauf hingewiesen wurde, dass sie nicht Casablanca angeben soll wegen dem, dass sie dann als Ausländerin "aussortiert" würde.............meine Schwägerin hatte daraufhin einen deutschen Geburtsort gewählt.
    • In England und den USA ist die Gesetzgebung sehr
      streng in Bezug auf Diskr. wegen Hautfarbe, da
      darf kein Foto verlangt werden. Und es gibt Monitoring-
      Verfahren, daß ja genug von der Quote angenommen werden,
      also Asian Afro-Caribbean etc. Ist halt so.
    • savoir-vivre schrieb:

      Danke für Info!....Foto und Geburtsdatum, interessant!


      Klar und von den Ausbildungsdaten her kann man ja auch überhaupt keine Rückschlüsse aufs Alter ziehen und man muss sich auch ganz sicher sein, dass keine Fotos von einem im web herumirren.
      Dabei finde ich ist dieses System viel vorurteilsbelasteter als unseres. Das Vorurteil ist die Leistung! Es macht für mich nämlich einen Unterschied, ob jemand seine Ausbildung mit 2 abgeschlossen hat, aber im Hotel Mama wohnte, oder ob jemand vielleicht auf zweitem Bildungsweg mit kleinem Kind die gleiche Note erreicht hat.
    • das mit dem Geburtsdatum ist in den meisten Fällen überflüssig,
      gängig in GB/USA ist Schulabschluß minus 18 ergibt Geburt.
      Aber es ist halt so. Es sind noch viele Dinge, die bei Bewerbungen
      anders sind, aber bei KEIN FOTO wird ausdrücklich darauf hingewiesen,
      daß Gewicht ein Grund ist, kein Foto zu verlangen. (Weight discrimination)