Magenops seit 2006 um 400% gestiegen lt. Barmer

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Ich behaupte mal,ohne es belegen zu können, die überwiegende Zahl der Übergewichtigen, die sich mit dem Thema Adipositaschirurgie beschäftigen hat psychosomatische Beschwerden. Das liegt eigentlich in der Natur der Sache.
    • Ich habe übrigens mitbekommen, dass die Uniklinik Leipzig eine Studie zu seelischen Belastungen dicker Menschen durchführen will, mit je einer Gruppe Operierter und einer Nichtoperierter. Da sie dort ein Adipositaschirurgisches Zentrum haben, nehme ich an, dass sie bereits genug operierte Dicke zusammenhaben, aber soweit ich weiß werden noch nichtoperierte Dicke gesucht.
      Wegen Einschätzung eventuell vorhandener Motivationen zur Studie und dessen Zielen: Auftraggeber ist das Integrierte Forschungs- und Behandlungszentrum AdipositasErkrankungen in Leipzig.
      Die Studie ist immerhin auf vier Jahre angelegt, allerdings frage ich mich natürlich, wie aussagekräftig die Ergebnisse sein werden. Wenn ich allerdings Voraussagen machen sollte, würde ich fast annehmen, dass die Suizidalität bei den operierten Dicken höher ist... Was ich mich auch frage: wie "reell" werden die Ergebnisse hinterher ausfallen, wie geht man damit um? Werden die negativen Effekte einer OP heruntergespielt werden? Solche Sachen.

      Da ich hier keine "Schleichwerbung" für die Studie machen will, ich habe mit deren Durchführung auch rein gar nichts zu tun (eventuell haben sich ja die Durchführenden hier bereits bei der Forenleitung gemeldet), merke ich zum Abschluß an, dass ich bei Bedarf per PN noch gern weitere Info rausgebe.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Nordlicht schrieb:

      Ich habe übrigens mitbekommen, dass die Uniklinik Leipzig eine Studie zu seelischen Belastungen dicker Menschen durchführen will, mit je einer Gruppe Operierter und einer Nichtoperierter. [...] soweit ich weiß werden noch nichtoperierte Dicke gesucht. [...]

      Danke für den Hinweis.
      Das Team befasst sich bereits mit dem Thema und hat eingehendere Informationen angefordert, um besser diskutieren zu können, ob wir diesbezüglich einen der seltenen Teilnahmeaufrufe im Forum zulassen. Die aktuelle Anfrage liegt uns vor.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • kampfzwerg schrieb:

      Danke für den Hinweis.
      Das Team befasst sich bereits mit dem Thema und hat eingehendere Informationen angefordert, um besser diskutieren zu können, ob wir diesbezüglich einen der seltenen Teilnahmeaufrufe im Forum zulassen. Die aktuelle Anfrage liegt uns vor.


      Ok, hab ich mir gedacht. ;)
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Helga schrieb:

      Fettsucht, bzw Adipositas zählt laut WHO zu einer Krankheit. Ob die Betroffenen auch krank sind, steht auf einem anderen Blatt, aber sie zählen in der Meinung der Ärzte als krank. Die Gesellschaft sieht das etwas anders und betrachtet dicke Menschen nicht als krank, sondern als faul, dumm und willensschwach. Sie vergessen auch gerne, dass keiner der dicken Menschen freiwillig dick ist.

      Also: laut BMI (z.Zt. 31-32) und der Aussage diverser Ärzte bin ich fettleibig, adipös und somit krank.

      Ich bin jedoch kerngesund, meine Kennzahlen (Blutwerte, Blutdruck, Hormonstatus etc.) sind allesamt im grünen Bereich, bis auf das Gewicht halt. Niemand, der mir auch nur einmal begegnet ist, würde mich als faul, ungebildet oder willensschwach bezeichnen. In der Mathematik gilt eine All-Aussage ("Für alle x gilt y") übrigens als widerlegt, wenn auch nur ein Gegenbeispiel gefunden werden kann.

      Was irgendjemand definiert, und wenn es die WHO ist oder der Verband bayrischer Voodoopriester oder wer auch immer, ist mir sch***egal. Es gab Zeiten, in denen Homosexualität vom wissenschaftlichen Establishment als Krankheit definiert wurde, plus diverser unsäglicher "Behandlungsmethoden". Ich bin der Ansicht, dass auch wissenschaftlich propagiertes Allegemeingut irgendwann revidiert werden muss und kann. Dazu kann auch dieses Forum einen Beitrag leisten.

      Übrigens habe ich mich normalgewichtig dermaßen unwohl gefühlt bis hin zu Verschlechterungen meines objektiv messbaren Gesundheitszustandes, dass ich wieder bewusst an Gewicht zugenommen habe. Diese Verschlechterungen wurden von den Ärzten Kommentiert mit "Sie müssen noch mehr abnehmen." Jetzt habe ich zugenommen und bin wieder gesund.

      (Bei einem Körpergewicht von über 200 kg kann dieses schon eine gesundheitsbeeinträchtigende körperliche Belastung darstellen und es sollte eine ursachengerechte (!) Behandlung erfolgen. Bei den Gewichtsklassen, in denen schon AC propagiert wird, halte ich das persönlich für Humbug.)
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Es gab Zeiten, in denen Homosexualität vom wissenschaftlichen Establishment als Krankheit definiert wurde, plus diverser unsäglicher "Behandlungsmethoden". Ich bin der Ansicht, dass auch wissenschaftlich propagiertes Allegemeingut irgendwann revidiert werden muss und kann. Dazu kann auch dieses Forum einen Beitrag leisten.

      Ich glaube dass war im ICD 8 Katalog zuletzt als Krankheit aufgeführt - sind übrigens einige "Krankheiten" draus verschwunden... :)

      Ich als dicker Mensch habe ein Problem damit mich als krank zu betrachten, nur weil ich ein gewisses Format sprenge. :D

      Ok, ich bin krank, aber da ist die Ursache nicht dass Übergewicht, sondern dieses resultiert vielmehr aus verschiedenen Faktoren wie jahrelangem, beruflichen Stress, einer durch harte Arbeit lädierten Wirbelsäule und anderen Dingen. Es ist eben ein Symptom, nicht die Ursache...

      Und die Unterernährung ist nach einer Adipositas-Chirurgie gegeben! Wie Akinom schon schrieb: Wäre dem nicht so, bräuchte man keine Nahrungsergänzung.

      Klar, ich wüde mir die Sache auch schön schreiben, aber dass bringt anderen nichts, die vor die Wahl gestellt werden, und sich dadurch möglicherweise weit mehr Probleme schaffen, als sie lösen würden!
    • Ich hab mich die letzte Zeit auch intensiv mit diesem Thema auseinander gesetzt und für mich zum jetztigen Zeitpunkt eine Op ohne einer zusätzlichen Indikation (z.B. Schwerwiegende Skelettschäden) ausgeschlossen. Dazu hat mir dieses Forum auch entschieden weitergeholfen.

      Was mich jetzt zur Zeit auffällt ist eine extreme häufung an berichten über AC im Fernsehn zu sehen sind. (Allein diese Woche schon 3-4) und immer scheinen die Menschen danach glücklicher und alles wirkt super von Langzeitbeeinträchtigungen wird nichts erwähnt. am schlimsten fand ich aber eine Beitrag wo eine junge Frau mit 130 kg sich für eine Magenop /Bypass entschieden hat die radikalste Variante und ich fand sie im Fernseh so hübsch und dachte mir immer nur ich find sie gar nicht so dick. Wo ist den bitte die Grenze? In Zukunft krieg ich als normalgewichtige diese Op nur weil ich wie die Modells werden will? Was passiert mit dieser Jungen Frau wenn sie Kinder kriegt und einen Kaiserschnitt braucht oder mehrere? Jede Op hat doch nicht nur die Folgen die mit Ernährung und Psyche zusammenhängen sondern auch Narben im Bauchraum und Verwachsungen die einem Eingriff mit dringender Indikation erschwären oder unmöglich machen.

      Hab für alle ein Beispiel von einer Bekannten, dass ich diese Tage erfahren habe. Weiß seit langem schon das sie vor vielen Jahren ein Magenband bekommen hat. Wir haben nie viel darüber geredet, weil zu dem Zeitpunkt ich meine Übergewicht lieber verdrängt habe, aber ich weis noch das sie immer wieder Probleme mit ihrem Magen hatte (z.B. sagte sie mal sie kann nicht zuviel Ballaststoffe essen da sie sonst Magenkrämpfe bekämme). Jetzt hat sie Probleme mit der Galle und sie muss entfernt werden, Problem ist nur sie hat zuviele Verwachsungen und Narben im Bauch um minimalinvasiv operiert zu werden und jetzt erwartet sie eine große offene Bauchop!

      Mein aktuelle Meinung seh ich da nur bestätigt. (Ich schließe nicht aus, dass ich mich in der Zukunft nicht wieder mit dem Thema auseinandersetzten werde und neu entscheiden werde.) Finde also das Deutschland es ganz gut macht und nicht so freizügig mit der Zusage ist und meiner Meinung nach sollten sie wieder dahinzurück wo sie am anfang waren und freiverkäuflich sollte es diese Op schon garnicht geben.
    • Tja, die Medien und ihre oftmals durch einen kleinen Obulus aus der richtigen Ecke angeregten Berichterstattungen...

      Mir ist mein "Beratungsgespräch" noch in den Ohren. Der hilfsbereite Chirurg bot mir sogar an, meinem BMI ein wenig nach oben zu mogeln, damit die Kasse mir auch ja diesen Segen zahlen würde!

      Wisst ihr Leute? Lobotomie galt auch eine lange Zeit als Sehen der Chirurgie, und als höchste, medizinische Erkenntnis...