Viele Fragen

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Hallo,

      ich habe über den VDK eine Kostenzusage für eine Magenbypass-OP im Widerspruchsverfahren erstritten.
      Die Kostenzusage ist lt. KK und KH unbegrenzt gültig.
      Der VDK ging am Anfang des Widerspruchsverfahren davon aus, dass dieser sich über Monate hinziehen werde, aber bereits nach 3 Wochen kam die Zusage, sehr überraschend für mich.
      Ich wiege knapp XXX kg bei 185cm Größe, sprich der BDI liegt etwa bei XX.
      Ehrlich gesagt habe ich mich bisher noch nicht wirklich mit den Folgen einer OP (etwaige dauerhafte Einschränkungen, Hautlappenproblematik...) aus persönlichen Gründen tiefer beschäftigt.
      Mein Hausarzt empfahl mir die Klinik FFM-Sachsenhausen, dort hatte ich auch ein "Aufklärungsgespräch" mit dem zuständigen Prof.
      Ich habe aber keine weiterführenden Infos durch Foren, Selbsthilfegruppen o.ä. sammeln können, da ich wegen einer psychischen Erkrankung (auch Mitursache für mein Gewicht) nicht immer bei einer Sache am Ball bleiben kann.
      Ich bin deshalb auch frühberentet und habe einen GdB von 60.

      Meine Hoffnung ist jetzt einfach, Kontakte und letztendlich auch viele Infos zu bekommen, um mich für oder gegen die OP zu entscheiden, denn soweit ich weiß, ist der Eingriff ja irreversibel.

      Liebe Grüße
      SG

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Die Gewichtsangaben sind nicht relevant

    • Hallo!

      Es gibt viele mögliche Folgen, neben den möglichen Komplikationen bei der OP selbst (die schwere behinderungen und auch den Tod zur Folge haben können). Es kann zu Nährstoffmangel kommen und zu sämtlichen Symptomen, die damit einhergehen (zB ständige Müdigkeit, Haarausfall und trockene Haut). Auch können sich Nahrungsmittelunverträgichkeiten einstellen. Das mit der Haut hattest du ja shcon angesprochen. Außerdem haben wohl so einige später damit zu tun, dass der Körper wieder an Gewicht zulegt. So einige wurden ein oder mehrere Male nachoperiert.
      Für mich persönlich kommt so eine OP nicht infrage.
      Wenn du sagst, dass deine psychische Erkrankung mit für das Gewicht ursächlich ist, kann ich nur empfehlen, diese Erkrankung vollständig zu behandeln und zu "heilen" (sag ich mal), und auch sämtliche andere Erkrankungen, so sie existieren. Auch eine Sache: vorher ist es wichtig, einen sehr gründlichen Gesundheitscheck machen zu lassen, damit weitere Risikofaktoren ausgeschlossen werden können. Wenn du eine Krankheit hast, wird die sich nämlich nicht dafür interessieren, dass du eine Magen-OP hast machen lassen. Wenn du vorher durch die Krankheit zugenommen hast, wirst du diesen Krankheitseffekt durch die OP nicht ausschalten können.
      Der Körper findet immer einen Weg...

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Hallo Delia,

      du schreibst selbst dass du aufgrund psych. Probleme nicht "am Ball" bleiben kannst. Das solltest du ganz dringend mit deinem Therapeuten besprechen und in Bezug auf das Leben nach einer OP nach Lösungen suchen.

      Die Problematiken Einschränkungen und Hautlappen sind bestimmt nicht die schwerwiegendsten.
      - Du wirst "regelmäßig" Vitamine und Nährstoffe zu dir nehmen müssen, täglich.
      - Du wirst "regelmäßig" zu Nachsorgeterminen und Blutuntersuchungen müssen.
      - Du wirst weiter ganz doll deine Psychotherapeutin brauchen, denn dir wird von heut auf morgen das Essen "weggenommen" und der Kopf muss mit.
      - Du wirst dein Essverhalten permanent präsent haben müssen, da es Unverträglichkeiten geben wird, die bei jedem anders sind und du das für dich rausfinden mußt.

      Sicher läuft dir die OP nicht davon, die Genehmigungen gelten meistens 6 Monate und können auch verlängert werden.
      Bitte informiere dich zuerst gut über die OP-Methode selbst und das Leben nach der OP. Suche dir schon heute eine qulifizierte Ernährungsberatung, die dich weiter begleiten wird. Dass du weiter Therapie machen wirst, davon gehe ich einfach mal aus.

      Bei Bypass schlagen nicht mehr alle Medikamente an, bitte bei evtl. Psychopharmaka und Dauermedikamenten beachten und mit dem Chirurgen besprechen. Vielleicht solltest du dir auch nochmal eine zweite Arztmeinung einholen, ob eine OP für DICH überhaupt das richtige ist zu diesem Zeitpunkt und falls ja, welche Operationmethode (warum nicht Schlauchmagen?)

      Du wirst grad in ein lebensgefährliches Abenteuer gestürzt - lass es nicht zu sondern hole dir alle Infos die du bekommen kannst.
    • Hallo Delia,

      Du bist hier in einem adipositaschirurgiekritischen Forum gelandet, aber Deiner Fragestellung entnehme ich, dass Du das auch wolltest.

      Es gibt 3-4 große Internetforen, die sich mit dem Thema beschäftigen:

      www.adipositas-foren.de
      Das ist das Forum von Chris, die Dir vor mir hier geantwortet hat. Qualitativ ist das in meinen Augen das beste der Foren, weil dort immer und immer wieder auch auf die Risiken der Operationen hingewiesen wird. Dieses Forum hat seinen Schwerpunkt im Rhein-Ruhr-Gebiet.

      www.adipositas-portal.de
      Dort lese ich eher selten. Daher habe ich keine abschließende Meinung dazu. Der Schwerpunkt dieses Forums liegt in Norddeutschland.

      www.forum.acsdev.info
      Das ist das Forum des Selbsthilfevereins, der dem Krankenhaus Sachsenhausen angeschlossen ist.

      www.adipositasverband-international.de/apforum/index.php?page=Portal
      Dieses Forum ist überregional und wahrscheinlich das größte der Foren. Das Forum ist allerdings mit großer Vorsicht zu genießen, da es nicht unabhängig ist.

      In all diesen Foren musst Du Dich anmelden, wenn Du alle Bereiche der Foren sehen willst. In den meisten, wenn nicht in allen, wird Dein voller Name und Deine volle Anschrift verlangt. Wenn Du das nicht möchtest, was ich verstehen würde (ich empfinde es als sehr anmaßend, in einem Selbsthilfeforum zu verlangen, dass die User ihre Anonymität aufgeben), dann solltest Du Dir ein Alter Ego mit einer schlüssigen Adresse zulegen, also irgendeinen Phantasienamen, aber mit einer Adresse, die irgendwo existiert, so dass Straße und PLZ zusammen passen.

      Wenn Du Dich entschließt, in den Foren zu lesen, dann lies bitte sehr genau. Schaue Dir nicht nur die tollen Vorher-/Nachher-Bilder und die euphorischen Gewichtsdokumentationen an, sondern lese vor allen Dingen Threads, in denen Leute berichten, die die OP schon lange haben. Lies mit Verstand und mache Dir auch die vielen, vielen negativen Informationen klar, die in den Berichten stehen.

      Die Klinik in Sachsenhausen ist wahrscheinlich die mit der mit Abstand meisten Erfahrung. Allerdings tauchten gerade in den letzten Monaten immer wieder Berichte in den Foren auf, die beklagten, dass es sich dort um eine unpersönliche Fließbandabfertigung handelt.

      Über die - bisher bekannten - Langzeitfolgen schrieben schon die beiden Vorschreiberinnen. Du musst Dir klar darüber sein, dass Du mit hoher Wahrscheinlichkeit bestenfalls bisher bekannte Probleme mit neuen Problemen tauschst oder im schlimmsten Fall die alten Probleme behältst und die neuen noch oben drauf kommen. Gerade diese Woche las ich, dass Prof. Weiner (Frankfurt-Sachsenhausen) gesagt haben soll, dass alle Operierten spätestens nach sieben Jahren wieder bei ihm auf dem Tisch liegen (Quelle, im 3. Posting).

      Wenn Du eine Zweitmeinung möchtest und Du in BaWü wohnen solltest, kann ich Dir die Adipositasplattform in Tübingen empfehlen. Dort geht es nicht so sehr ums Geldverdienen, weshalb man dort eine ehrliche Einschätzung bekommt. Allerdings muss man dort diverse Termine machen und verschiedene Abteilungen durchlaufen, bis am Ende eine interdisziplinäre Ärztekonferenz entscheidet, ob man Dir zur OP zuraten kann.

      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.