Martyrium nach Magenbypass

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    • Martyrium nach Magenbypass

      Gestern gab es im ORF in der Sendung Bürgeranwalt einen Beitrag mit dem Thema "Martyrium nach Magenbypass"

      "Der Linzer Ernst Waldl war nach einer Magenbypass-Operation 504 Tage im Spital, davon dreizehn Wochen im künstlichen Tiefschlaf. Mehrmals rang der einst rüstige Gastronom im Landesklinikum Amstetten mit dem Tod."

      tvthek.orf.at/programs/1339-Bu…artyrium-nach-Magenbypass

      Das ist total erschütternd, na wumm! Dieser Mann war vor der Magenbypass-OP total gesund und fit, er hatte einfach nur das Übergewicht und man hatte ihm da gesagt, man könne das total schnell lösen, indem man ihn operiert. Und jetzt ist er total krank. Ich bin echt erschüttert. Phuuu!
    • Nightfly schrieb:

      Leider kann man sich den Bericht nicht mehr ansehen...aus Rechtlichen Gründen...
      Es ist wahrscheinlich wie bei so vielen Sendern inzwischen auf 7 Tage Abrufbarkeit der Beitragsvideos eingeschränkt. Dazugehörige Diskussionen bleiben gelegentlich erhalten.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • kampfzwerg schrieb:

      Es ist wahrscheinlich wie bei so vielen Sendern inzwischen auf 7 Tage Abrufbarkeit der Beitragsvideos eingeschränkt. Dazugehörige Diskussionen bleiben gelegentlich erhalten.


      Das ist äußerst interessant. ich hab mir die betreffende Bürgeranwaltsendung jetzt testhalber nochmal angeschaut, weil ja die sieben Tage noch nicht vorbei sind - und: es sind alle anderen Beiträge dieser Sendung ansehbar, nur bei diesem einen Beitrag über den Magenbypass kommt jetzt plötzlich die Meldung, er sei aus rechtlichen Gründen nicht mehr ansehbar. Seltsam.

      Ich vermute, da wurde irgendwas dagegen unternommen, vielleicht rechtlich? Es ist ja durchaus schädlich für die Magenbypass-"Szene", dass solche Beiträge zu sehen sind.

      Echt verblüffend, dass man das nicht mehr sehen kann, seltsam. Und man weiß auch nicht genau warum.
    • Es ist immer wieder das gleiche. Die Dicken sind selber schuld und haben sich das alles selber angefuttert und müssten nun dafür am besten selber zahlen oder zur Strafe nicht behandelt werden.
      Wenn es aber um Menschen geht, die ihren Körper durch Extremsport, Hobbysport oder Drogen/Alkohol selbst angegriffen haben (und für diese Tätigkeiten/Abhängigkeiten entscheidet man sich komplett selbst) schreit kaum bis keiner solche Parolen.

      Wie unmenschlich würden sich da die Leute vorkommen, wenn sie zu einem solchen Hilfebedürftigen dieser Sparte im übertragenen Sinne sagen würden 'Tja Pech gehabt. Geh leiden oder am besten gleich sterben damit Du unser Gesundheitssystem nicht mehr belastest immerhin bist Du selber schuld'
    • Folivora schrieb:

      Es ist immer wieder das gleiche. Die Dicken sind selber schuld und haben sich das alles selber angefuttert und müssten nun dafür am besten selber zahlen oder zur Strafe nicht behandelt werden.
      Wenn es aber um Menschen geht, die ihren Körper durch Extremsport, Hobbysport oder Drogen/Alkohol selbst angegriffen haben (und für diese Tätigkeiten/Abhängigkeiten entscheidet man sich komplett selbst) schreit kaum bis keiner solche Parolen.


      Doch, da gibts auch solche Parolen, zB bei Alkoholikern, anderen Drogenerkrankungen usw, wenn man da so die Leserkommentare durchliest, dann steht da so in etwa dort "für Drogenkranke sollte gar nichts bezahlt werden, die sind eigentlich gar nicht krank, die haben sich selbst dafür entschieden, Drogen zu nehmen, die verdienen kein Mitleid", dasselbe bei Alkoholikern usw. zB gab es vor einiger Zeit mal einen Artikel über einen etwa 25-jährigen psychisch Kranken, der wegen Drogensucht uvm erwerbsunfähig und pensioniert ist, da waren die Kommentare in etwa so "was, der ist wegen sowas in Frühpension? der hat sich sicher absichtlich mit Drogen vollgestopft, damit er früher in Pension gehen kann und geld vom staat bekommt, der verdient kein Mitleid, der ist nicht krank"

      und bei Extremsportunfällen ist das auch in etwa ähnlich, immer wenn ein Unfall bei sowas ist, kommt sofort ein Leserkommentar wie folgender "der Idiot ist ja selbst schuld, warum tut der das auch, für den sollte nichts bezahlt werden" das ärgert mich immer gewaltig, erstens mal sind zB häufiger Unfälle bei Skifahrern, die viel mehr kosten, weil die dann oft auch keine Versicherung abgeschlossen haben, die dann auch ihre Hubschrauberbergung zahlt usw.usw. Extremsportler - ich spreche hier vor allem für den Flugsport *g* - sind meist gut ausgebildet, haben außerdem zusätzlich zur Haftpflichtversicherung auch noch eine Unfallversicherung, die dann die Bergekosten und Hubschrauberkosten zahlt und viele haben dann auch noch eine zusätzliche Versicherung, die die Invailität usw abdeckt. Es ist nämlich NICHT so, dass die gesetzliche Krankenversicherung dann alles nötige zahlen würde, die zahlt nur das allernötigste und nicht viel mehr, ohne eigene Unfallversicherung ist man dann arm dran und muss unheimlich viel zahlen, um sich gut behandeln und versorgen zu können.
      Also, jeder x-beliebige Wanderer - der nicht zu den Extremsportlern gehört - hat meist keine Versicherung, die die Hubschrauberbergung oder die Suche durch die Bergrettung zahlt - aber ein Extremsportler ist meistens versichert. Leider wissen das die meisten nicht, dass Bergekosten usw nicht durch die normale Krankenversicherung abgedeckt sind, geht jemand wandern oder skifahrern und braucht dann einen Hubschrauber, dann kann das schweineteuer werden, da gibts Menschen, die zahlen dann ewig lang ihre Schulden zurück für so einen Einsatz wenn der Einsatz nicht aufgrund einer Erkrankung stattgefunden hat, sondern aufgrund von Dingen wie zB Unfall oder sonstiges im Gebirge. Extremsportler hingegen haben wenigstens meistens das Wissen darum, dass sie eine Versicherung brauchen. Ein Extremsportler würde eher nicht Sport betreiben, hätte er keine Flugunfallversicherung oder sonstiges. Da er genau weiß, er würde sonst mit immensen Kosten konfrontiert werden.

      Also zusammenfassend: Der Extremsportler muss meistens auch sehr viel selbst zahlen, falls er nicht selbst eine zusätzliche Versicherung abgeschlossen hat, die ihn für Unfälle jeglicher Art absichert. Es ist NICHT so, dass da die Allgemeinheit für solche Unfälle zur gänze aufkommen muss, so wie viele glauben. Mich ärgert das immer so, wenn ich sowas lese.... auch, dass Extremsportarten doch so gefährlich sind. ha! Der Extremsportler hat meist eine gute Ausbildung für seine Sportart und kann die auch sehr gut und weiß auch oft gut bescheid wie und was er tut, der normale Sportler ist der, der viel gefährdeter ist, weil der sportlt oft ohne Vorbereitung einfach so drauf los.

      Anmerkung am Rande (v.a. für die Österreicher und -innen): Mit nur ganz wenig an Geld kann man sich schon eine Versicherung leisten, die Hubschrauberbergungen, -suchen usw beinhaltet. Mit einer Mitgliedschaft bei bestimmten Vereinen (die ich hier wohl auf grund der Werbedingsdaverbotsdings nicht nennen darf *gg*)

      <-- Entschuldigung, ich hab eine extreme Extremsportverteidigungsneigung, weil ich selbst auch sowas mache, das andere Extremsport nennen.

      PS: Was ich eigentlich schreiben wollte, bzw betonen wollte:
      Da ich sehr viel mit grauslichen Medien zu tun habe (aus bestimmten Gründen) und mich da mit Leserbriefen usw befasse, kann ich sagen, dass sehr wohl auch über Drogenkranke, Alkoholiker, Extremsportler, und noch viele andere, hergezogen wird. Oft wird einem da richtig schlecht dabei, wenn man das so liest. Ich brauche dann oft eine Pause beim Lesen, um mich davon zu erholen.

      zB bei dem einen Fall, den ich oben erwähnte, der etwa "25-jährige Frühpensionist" (psychisch krank, viele Traumata, arge psychiatrische Krankengeschichte, Drogensucht und wieder Drogensucht) - ich konnte es kaum fassen, wieviel Hass da bei vielen Leuten vorhanden ist, wieviele da einfach meinten, der hätte sich freiwillig drogensüchtig gemacht, um nicht arbeiten zu müssen usw. All die Leserkommentare waren dermaßen entsetzlich, das kann man sich kaum vorstellen. Von wegen, Drogenkranke sind keine Kranken, die entscheiden sich selbst, usw.usw. Mich schauderts richtig.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Siska007 ()

    • Ich glaube es liegt daran, dass es viele Menschen gibt, die gern auf andere hinab sehen um sich selbst besser zu fühlen. Sie legen all ihren Hass, ihre Enttäuschung und ihre Selbstzweifel in solche Leserbriefe/Kommentare/Parolen um andere nieder zu machen damit sie vor sich und anderen besser dastehen.
      So wie beim Mobbing nur, dass man so gleich eine ganze Menschengruppe fertig machen kann ohne selbst aktiv Kontakt mit den Angeprangerten haben zu müssen.