Kontrolliertes Essen: Ich glaube ich werde rückfällig

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    • Kontrolliertes Essen: Ich glaube ich werde rückfällig

      Ich ertappe mich in letzter Zeit immer häufiger bei dem Gedanken, dass ich zuviel esse, zuviel hiervon, zuviel davon. Dabei esse ich drei Mal am Tag zu den Hauptmahlzeiten und das wars. Früh esse ich meistens zwei kleine Dinkelbrötchen mit Gemüseaufstrich mit Gurke oder Tomate belegt, Mittag meistens ein Pasta bzw. Reisgericht und Abends zwei belegte Brote mit Gemüsebelag bzw. anderes Gemüse oder Obst. Ich gönne mir jeden Tag meine eins, zwei Stückchen Schokolade und am Wochenende packe ich mal nen Kuchen oder Muffins, aber auch nicht jedes. Ich habe mal geschätzt, dass ich am Tag um die 2000kcal esse. Meine Ernährung besteht zu 50% aus Kohlenhydraten (Vollkorn, Dinkel) und zu 40% aus Gemüse und Obst. Die restlichen 10% gehen für Fette (Rapsöl, Olivenöl) und für Nüsse und Hülsenfrüchte drauf. Ab und an esse ich mal ein Schälchen Kornflakes mit Hafermilch, oder mal hier und da einen Sojajoghurt. Zu trinken gibts Leitungswasser, grünen oder weißen Tee und mal ein Glas O Saft. Das ist die Ernährung, die mir gut schmeckt und die ich für mich als richtig empfinde. Ich esse so, weil es mir bekommt und mit meinen Werten vereinbar ist, nicht weil mir irgendjemand sagt, dass es gesund so sei.

      Was mich kirre macht ist, dass ich beim Mittagessen meistens eine zweite Portion brauche, um satt zu sein. Wenn ich die weg lasse, ergo nicht richtig satt bin esse ich den ganzen Nachmittag kleinere Snacks, in der Hoffnung endlich das ersehnte Sättigungsgefühl zu erreichen. Esse ich mich aber mittags satt, habe ich ein schlechtes Gewissen wegen der Menge. Früh und abends habe ich dieses "Problem" nicht.

      Dann melden sich wieder die "alten Ängste"...Kohlenhydrate machen dick, du solltest das Süße weglassen oder einfach mal einen ganzen Tag nur Obst und Gemüse essen. Alles Dinge, die ich aus meinen Diätzeiten noch kenne. Ich will das nicht mehr, habe aber Angst, wieder in dieses kontrollierte Essen zu rutschen. Ich will mir einfach nie wieder Gedanken machen, was ich essen darf oder wieviel kcal jetzt was hat. Aber diese Gedanken kommen in letzter Zeit wieder beinahe täglich. Mir geht nach und nach der neu erlernte Genuss flöten.

      Wie kann man da raus kommen?
    • Liebe Sassy
      es steht mir vielleicht nicht zu, so eine Bemerkung zu machen, und ich habe auch gar keine Ahnung.
      Aber: als ich Deinen Beitrag las, drängte sich mir eine Bemerkung auf.
      Jemand, der so genau seine Nahrung aufdröselt, isst doch schon kontrolliert, oder?
      Das meine ich jetzt nicht :auslach: , sondern als mkleinen Denkanstoß. :bussi:
    • Hallo Sassy,

      ich finde die wichtigste Ausage die du gemacht hast ist " Das ist die Ernährung, die mir gut schmeckt und die ich für mich als richtig empfinde".

      Für einen Mensch der durch Diäten sich im Essverhalten verändert hat ist es super wichtig "sein" Essen zu finden und wieder zu lernen zu diesem Essen zu stehen. Meiner Meinung nach kann nur die Zeit dir Kraft geben weiter so zu machen und dich darin bestärken, dass auch die Gedanken die dir Angst machen nicht dazu beitragen können davon abzuweichen genau so zu essen wie du es für richtig empfindest. Ich glaube nicht, dass die "alten" Ängste bzw. das schlechtes Gewissen so schnell verschwindet, denn sie SIND die Essstörung und du wirst vielleicht mit ihnen noch Jahre leben müssen, aber du hast deine Art des Essens gefunden und ich glaube, dass genau das die Essstörung beenden kann.

      Gruss,
      Hiene
    • ich finde der Kohlenhydratanteil ist zu hoch. Kohlenhydrate machen Appetit nach mehr. Es sollte eher andersherum sein oder noch weniger.
      2000 kal. finde ich nicht viel. das ist der Bereich wo ich schnell abnehme. Schnell abnehmen möchte ich nicht, also esse ich mehr.
      Ich denke mal: in einer Industrialisierung wo es essen zu Hauf gleich um die Ecke im Supermarkt gibt muß man sich immer wieder mal Gedanken darum machen was man essen darf und wieviel.Und was dem Körper auch wirklich gut tut. Was ist daran schlimm? Aber im endeffekt muß jeder selbst probieren was ihm gut tut und wo die Grenze ist.
    • Sassy schrieb:


      Was mich kirre macht ist, dass ich beim Mittagessen meistens eine zweite Portion brauche, um satt zu sein. Wenn ich die weg lasse, ergo nicht richtig satt bin esse ich den ganzen Nachmittag kleinere Snacks, in der Hoffnung endlich das ersehnte Sättigungsgefühl zu erreichen. Esse ich mich aber mittags satt, habe ich ein schlechtes Gewissen wegen der Menge.


      Du hörst sehr genau darauf, was Dein Körper an Essen mag. Tu es doch auch bei der Menge. Wenn Du zwei Portionen brauchst, um satt zu sein, dann ist das eben so. Gönn Dir und Deinem Körper das Sättigungsgefühl und sag Dir immer wieder, dass ein schlechtes Gewissen Stress auslöst und ungesund ist und Du kein schlechtes Gewissen haben musst. Geniesse beide Portionen. Dein Körper weiss schon, was er braucht und was richtig ist.

      LG Finchen
    • gabriele schrieb:

      ich finde der Kohlenhydratanteil ist zu hoch.


      Meinst du, der KH-Anteil ist fuer dich persoenlich zu hoch? Fuer mich persoenlich auch. Aber fuer Sassy scheint es gut zu passen.

      Sassy, ich kenne dieses Gefuehl sehr gut, das du beschreibst, und diese Gedanken sind oft meine Begleiter.

      Mit diesen ungebetenen Gaesten umzugehen ist nicht einfach. Ich finde, man sollte sie weder unterdruecken, noch sollte man ihnen nachgeben. Ich betrachte sie normalerweise in aller Ruhe und versuche mir klar zu machen: Diese Gedanken und Befuerchtungen sind nicht ich.

      Sie waren mal ein Teil von mir, sind es aber nicht mehr, weil ich das nicht moechte. Also, sie kommen und gehen, und ich mache parallel dazu das, was ich fuer richtig halte.

      Ich habe mal woanders geschrieben, dass ich eine Genanalyse auf meinen Verdauungstyp gemacht habe. (Soll mir bitte keiner nachmachen, nur Geldverschwendung.) Dabei ist rausgekommen, dass ich angeblich von Kohlhydraten und Fetten nicht zunehme, weil ich irgendwelche Enzyme habe, die das verhindern. Dafuer soll bei mir insbesondere Eiweiss "ansetzen".

      Ich habe mir damals gruendlich ueberlegt: Will ich den KH-Anteil in meiner Nahrung steigern? Und ich habe mich dagegen entschieden. Ich mag weder Nudeln, noch Reis, noch Kartoffeln, und mir geht es nicht so gut nach solchen Mahlzeiten.

      Dafuer mag ich Fleisch und Kaese, und fuehle mich sehr wohl, wenn meine Ernaehrung daraus besteht. Also habe ich mir gesagt: "Egal, was die Genanalyse sagt, und egal, dass ich nicht abnehme -- ich werde trotzdem das essen, was mir bekommt."

      Diese Entscheidung unterstuetzt mich bei Gedanken, die mir doch ab und zu kommen: "War das zu viel Eiweiss? Koennte ich davon krank werden? Koennte ich davon zunehmen?"

      Ich denke, du wirst deinen Weg finden, mit diesen Gedanken umzugehen. Es ist schon mal sehr gut, dass du sie ueberhaupt merkst, also dass sie nicht vollautomatisch ablaufen. Du bist also vorgewarnt. :)

      Ach ja, und zu den zwei Portionen mittags: Wenn du sie brauchst, um satt zu werden, dann iss sie! Finchen hat voellig Recht.
    • Wie satt ist denn für Dich satt ?

      Ich kenne ein "normales"Satt ,wenns geschmeckt hat und ich mich befriedigt fühle.Dann gibt es noch das "Pappsatt"bei dem ich richtig voll bin.

      Wenn alles o.k. ist dann reicht mir das normale Sattsein.Wenn ich aber merke ,dass ich das Pappsatt brauche,dann ist irgendwas "im Busch" wie man so sagt.Dann bin ich unruhig oder habe ich Stress ,mir wird alles zuviel(im wahrsten Sinne des Wortes!) und ich brauche das Pappsatt-Völlegefühl um mich ruhigzustellen oder auszubremsen-meist möchte ich danach nur noch auf ein Sofa oder so.
      Dann fange ich auch an zu denken:Wieder zu viel....,eigentlich müsstest Du....und so weiter.

      Ich könnte mir vorstellen,dass unser Unterbewusstsein das "Zuviel"wahrnimmt und sich meldet.

      In solchen Zeiten sage ich mir:also gut ,im Moment brauche ich das wohl -es kommen auch wieder andere Zeiten.Wenn ich versuche in diesen Zeiten bewusst weniger zu essen, ist das wie auf Diät sein und dann wird alles nur noch schlimmer.....:(
    • Diva schrieb:

      In solchen Zeiten sage ich mir:also gut ,im Moment brauche ich das wohl -es kommen auch wieder andere Zeiten.Wenn ich versuche in diesen Zeiten bewusst weniger zu essen, ist das wie auf Diät sein und dann wird alles nur noch schlimmer.....:(


      Das kommt allerdings schon in den Bereich "Essstoerung". Ich hatte auch diese Phase, in der ich einfach akzpetiert habe, dass ich die Essanfaelle fuer irgendetwas brauche, auch wenn es mir nicht immer ganz klar war, wofuer. Diese Akzeptanz war fuer mich der beste Weg aus Essstoerung.

      Bei Sassy scheint es mir aber anders zu sein. Sie schreibt, dass sie ein gutes Saettigungsgefuehl hat. Also, der Koerper sagt: "Ich brauche mehr!", udn der Kopf sagt: "Das ist aber zu viel!".

      In diesem Fall (also bei gesundem Saettigungsgefuehl) sollte man unbedingt auf den Koerper hoeren. Uebrigens, mit dem "Kopf" kann man mit Logik argumentieren, z.B.:

      1. Mein Saettigungsgefuehl ist in Ordnung, weil ich mich nach den Mahlzeiten wohl fuehle: nicht zu voll, und nicht hungrig.
      2. Ich habe mich entschieden, auf mein Saettigungsgefuehl zu hoeren.
      3. Also, wenn ich noch Hunger spuere, dann sollte ich noch was essen.

      Natuerlich, wenn das Saettigungsgefuehl aus irgendwelchen Gruenden nicht mehr funktioniert (in beide Richtungen, uebrigens), dann kann man sowas nicht mehr machen.
    • Sabee schrieb:


      Jemand, der so genau seine Nahrung aufdröselt, isst doch schon kontrolliert, oder?


      Ja, das stimmt. Das mache ich eigentlich auch. Es ist allerdings eine andere Art Kontrolle, die vielleicht als Uebergang zum "normalen" Essverhalten dient.

      Man moechte sich gerne vergewissern, dass man auf dem richtigen Kurs ist. So versucht man, die Nahrungsaufnahme abzuschaetzen. So geht es zumindest mir. Es ist nicht so einfach, nach Jahren kontrollierten Essnes auf einmal "aufzuhoeren". Es ist ein langsamer Prozess, zum natuerlichen Essverhalten zurueck zu finden.

      Heute beim Fruehstueck habe ich mich z.B. nicht nur gefragt, "bin ich satt?", sondern auch "habe ich genug gegessen?" und "war es vielleicht zu viel?"

      Ich habe die Menge abgeschaetzt, und den Energiegehalt (keine kalorienzaehlen, aber man weiss halt, dass Butter und Kaese viel Energie beinhalten), und danach habe ich mir gesagt: Ja, das war genung, und wahrscheinlich nicht zu viel. Ich fuehle mich jetzt auch ganz okay, insoweit bin ich beruhigt. Aber, wie gesagt, das ist alles nicht so einfach!
    • Hi Sassy,

      ich überlege gerade ob es bei dir nur "gefühlt" mehr Essen ist oder ob du tatsächlich mehr isst. Wenn nur gefühlt, wieseo? Was ist anders in deinem Leben? Versuch es zu realisieren, dann wird das eigentliche Thema visualisiert und nicht auf das Essen projiziert. Wenn du tatsächlich mehr isst, warum ist das so? Hast du Stress, Kummer oder Ängste, die dies auslösen? Wenn ja, mach dir auch das deutlich. Dann brauchst du zwar immer noch etwas mehr Essen aber du weißt, warum und kannst das eigentliche Problem angehen. Versuch aber wie auch immer, wenn es irgend geht, damit entspannt umzugehen. Sonst kommt die Schraube, die sich immer weiter dreht. Warum du "kontrolliert" isst, weiß ich ja, wir haben ja den gleichen Essensstil. Da überlegt man schon mal, was wozu passt und was man alternativ nehmen kann. Wenn du das Bedürfnis hast, mittags eine Portion mehr zu nehmen, dann nimm sie. Das vergeht auch wieder, wenn es vorher so war. Alles, was du jetzt versuchst zwanghaft zu unterbinden, könnte ein Problem werden. Und ob es nun mehr oder weniger Kohlenhydrate sind, ist doch egal. Es sind bei der Ernährungsweise eh mehr Kohlenhydrate. Also was soll es. Würde dein Körper eher zu der Eiweißfraktion gehören, könntest du dein Essen eh nicht gut durchhalten. Ich mag auch seeeehr gerne Kohlenhydrate, das kommt mir da total entgegen. Das ist der Teil, der mir am allerbesten gefällt - ich denke seither nicht mehr nach, was darf ich, wieviel wovon. Ich esse einfach das, was mir schmeckt und soviel bis ich satt bin - herrlich - und konnte so das erste Mal seit 10 Jahren meinen Gewichtsanstieg stoppen.

      Ich wünsch dir was ;)
    • Erstmal danke für eure lieben Worte.:) Nun versuche ich mal auf die Fragen einzugehen:

      Also, was heißt für mich satt?

      Früher kannte ich nur zwei Zustände: Hunger oder Übelkeit. Ein normales Sättigungsgefühl kannte ich nicht. Entweder ich aß nahezu nichts und hungerte wie zu meinen Diätzeiten, oder ich aß viel zu viel und hätte mich hinterher beinahe übergeben können, ab und an ist es auch dazu gekommen, weil ich mich einfach so übergegessen hatte, besonders als Kind. Ich aß meistens ununterbrochen, um die Zeit zwischen den Hauptmahlzeiten zu überbrücken. Heute weiß ich woran das lag. Es war wohl eine Mischung aus dem immer wachsenden Schulstress, denn es ging los, als ich eingeschult wurde, vorher war ich normal schlank. Dazu war ich als Kind oft auf mich allein gestellt, klar bei zwei voll berufstätigen Elternteilen. Ich überging das Allein Sein oft mit Essen.

      Seit drei Jahren bin ich nun diätfrei und versuche auf meine Körpersignale zu hören. Satt ist für mich jetzt eher ein gutes Gefühl etwas im Bauch zu haben. Mir ist nicht mehr schlecht nach dem Essen, sondern der Hunger ist einfach weg. Ich versuche zu den Hauptmahlzeiten einfach so zu essen, wie mein Körper es braucht. Wenn ich lange nichts esse werde ich unkonzentriert, habe Magenknurren und werde zickig. Man merkt ja auch, wenn der Magen leer ist und alles durch gegangen ist. Meistens esse ich aller vier Stunden etwas. Der Abstand zwischen Mittag und Abendessen ist länger, um die 5-6 Stunden. Wenn ich merke mein Körper funktioniert nicht mehr richtig, gehe ich durch woran es liegt (Flüssigkeit, Nahrung, frische Luft, Bewegung). Ich bin intensive Körperbeobachterin geworden :D Ich denke ich habe das gut in den Griff bekommen. Ich habe mich seit der Zeit nie mehr Überessen.

      Ist mein Essverhalten noch kontrolliert?

      Ja auf jeden Fall. Aber weniger als vorher. In meinen Diätzeiten führte ich Buch über das, was ich aß und war stolz, je weniger es wurde. Heute mache ich das nicht mehr, obwohl ich schon oft den Gedanken hatte wieder damit anzufangen. Bis jetzt konnte ich es aber erfolgreich lassen.:rolleyes: Allerdings frage ich mich nach wie vor "War das nicht zuviel?" "Hätte das sein müssen?" Ich weiß, dass ich jemand bin, der in stressigen Zeiten mehr isst, als sonst. Es beruhigt mich dann einfach für mich und Freunde zu kochen und das Gekochte dann auch zu essen. Zur Zeit lese ich viel, auch das baut bei mir Stress ab. Langeweile versuche ich nicht mehr mit Essen zu bekämpfen, sondern mit anderen Dingen: lesen, aufräumen, umdekorieren. Meistens lenkt mich das von dem Bedürfnis etwas zu essen ab. Oder ich kaue Kaugummi, damit mein Mund beschäftigt ist. Auch das hilft gegen das alt-erlernte Verhaltensmuster.
      Für jemanden der sonst permanent gegessen hat ist es schwer, für sich den Rhythmus zu finden. Mir bekommen drei Mahlzeiten am Tag besser als mehrere Kleine.

      Esse ich mehr als sonst?

      Nein. Nur anders. Das bringt zweifelsfrei auch Veränderungen mit sich. Als ich sehr viel tierisches Eiweiß gegessen habe, habe ich weniger KH gebraucht, obwohl ich liebend gerne Nudeln und Reis esse (Kartoffeln vertrage ich nicht). Nun da ich mein Eiweiß aus pflanzlicher Nahrung beziehe kann es natürlich sein, dass sich das Sättigungsgefühl erst dann meldet, wenn der KH Anteil größer ist.
      Manchmal habe ich den Gedanken "Jetzt mal dies und das essen, egal wieviel!" weil ich das eben von früher kenne. Aber dann sage ich mir, dass das kurzfristige Vergessen des Stresses durch das Überessen nichts bringt. Hinterher ist es eher noch schlimmer, weil ich dann ein mega schlechtes Gewissen hätte, ergo noch mehr Stress, noch mehr Essen..und schwups wäre ich wieder voll drin im Teufelskreis. Viele meiner Gefühle, vor allem Negative, sind immer noch an Essen gekoppelt, eben weil ich mich als Kind dadurch beruhigen konnte. Aber ich denke ich habe schon viel geschafft das abzustellen und Alternativen zu finden.
    • Du hast dir doch ganz intensiv Gedanken gemacht und Schlüsse für dich gezogen. Wenn du mittags mehr essen möchtest, weil du noch nicht satt bist, dann iss eben etwas mehr. Vielleicht erstmal keine ganze Portion = Teller voll, sondern z.b. einen Klacks, und wenn das immer noch nicht satt macht, noch einen Klacks usw., bis du dich gut fühlst. Bei mir führt eine zweite Portion = Teller voll oft dazu, dass ich alles aufesse, nur damit der Teller leer ist, aber dabei bin ich schon lange satt. Durch das Herantasten mit "Klacksen" finde ich besser den Sättigungspunkt heraus.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ich esse bei Zweifel lieber ein bisschen zu viel, als ein bisschen zu wenig. Wenn ich danach fuehle, dass es wirklich zu viel war, weiss ich, dass ich das naechste Mal ruhig etwas weniger essen kann.

      Diese Vorgehensweise hat den Vorteil, dass ich so die Essanfaelle vorbeugen kann. Ich bekomme naemlich welche, sobald ich zu wenig gegessen habe, zusammen mit einer existentiellen Angst, dass ich Hunger bekommen koennte. (Aber, wie gesagt, das geht schon Richtung Essstoerung...)

      Ich finde es nach wie vor nicht immer einfach, genau "genug" zu essen. Insbesondere in der Kantine, wo mir das Essen oft nicht schmeckt (*seufz*).
    • Das mit den zwei Portionen zu Mittag kenn ich auch. Bei mir ist das so, als käme mit dem Essen nochmal ein Schub Hunger dazu, komischerweise. Heißt, wenn ich mit dem ersten Teller fertig bin, fühle ich mich nicht satt, ich möchte noch einen.
      Ich bin auf kleine Teller umgestiegen, sehr schicke Vorspeisenteller und schiebe nach dem ersten Nudelteller den Salat ein, den ich vorher immer vor den Nudeln gegessen habe. Wenn es dann noch einen weiteren Nudelteller braucht, dann mache ich den halbvoll und wenn es noch immer nich genug ist, dann gibt es die zweite Hälfte der zweiten Portion. Ich versuche mich an das Sattsein heranzuessen sozusagen. Mir hilft auch die Aussicht, dass es ja noch einen Nachtisch (Obst mit meiner Lieblingspraline, zwei Keksen oder Schokosojapudding zum Kafee hinterher) geben wird.
      Bei mir hängt das Sättigungsempfinden immer auch von der Kauleistung ab. Also wenn ich ein Stück Fleisch esse und die Nudeln dazu noch gut Biss haben, ich also gründlicher kauen muss setzt die Sättigung schneller ein als wenn ich die Nudeln wie gestern verkocht habe und die Lachssauce dazu einfach nichts zum Kauen hergibt.
      Mein Körper braucht gut zwanzig Minuten nach dem ersten Bissen bis er meinem Hirn meldet, dass er satt ist.