Kritisches aus der AC-Szene

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Kritisches aus der AC-Szene

      Da ich selbst in Kürze die Adipositasplattform in Tübingen - allerdings nicht mit dem Ziel einer Operation - durchlaufen werde, bin ich bei einer Recherche auf dieses Tagebuch gestoßen.

      Es zeigt, dass auch reflektierte Menschen, die sich sehr genau mit den Risiken auseinandergesetzt haben, die sich auch an dem sektenartigen Gehabe in der Selbsthilfe stoßen und die eigentlich genau wissen, auf was sie sich da einlassen, von den Problemen nicht verschont bleiben ... und schon wieder unverschuldet in der Schuldfalle hocken.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Ich hatte Euch mit dem oben kopierten Posting in einem anderen Thread auf die kritischen Töne aufmerksam gemacht, die in letzter Zeit bisweilen auch in der AC-Szene selbst aufkamen.

      Nun meldete sich die bereits erwähnte Userin Woodylee in einem dritten AC-Forum zu Wort. Wie gesagt, ihre Sprache ist nicht einfach zu lesen, aber wenn man sich Mühe gibt, sind die Informationen, die sie gibt, sehr interessant.

      Heftig finde ich in diesem Falle die Reaktionen der anderen User. Kritische Gedanken können nur dem Frust entspringen. Und so wird mal eben ganz subtil ein Tritt in die Magengrube ausgeteilt gegenüber einer Person, die sich wirklich Gedanken macht. Solche "Nestbeschmutzer" sind nicht erwünscht.

      Ich bin zwar nicht überrascht, aber ganz schön abgestoßen.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Ich denke, die User, die darauf geantwortet haben, waren von dem langen Beitrag sehr verwirrt. Vielleicht ist Deutsch für die Userin eine Fremdsprache (die sie allerdings sehr gut beherrscht), der Beitrag klingt wie eine Übersetzung, nicht wie ein Original.

      Dass in einem Nachsorgeforum (und das sind alle AC Foren wo Operierte mit drin sind) laut geäußerte Bedenken nicht erwünscht sind, liegt doch in der Natur der Sache. Wenn ich mir vorstelle, ich hätte gerade eine irreversible Sache an meinem Körper machen lassen, gedrängt von Ärzten und meiner Umwelt und meinem Unglücklichsein mit mir selbst, und würde dann lesen, dass ich den Teufel womöglich mit dem Beelzebub ausgetrieben habe, wäre ich erschrocken und würde das wegdiskutiere wollen, um nicht in Panik zu erstarren.
      Ich empfinde diese Art von Kommentaren als ein hilfloses Umsichschlagen, wenn man fühlt, dass an den Warnungen etwas dran sein könnte und man sich in die Ecke gedrängt sieht, aus der es kein Entkommen gibt.
    • Angelika_D schrieb:

      Ich denke, die User, die darauf geantwortet haben, waren von dem langen Beitrag sehr verwirrt. Vielleicht ist Deutsch für die Userin eine Fremdsprache (die sie allerdings sehr gut beherrscht), der Beitrag klingt wie eine Übersetzung, nicht wie ein Original.
      Sie ist Luxemburgerin (hatte ich in einem anderen Posting erwähnt, aber vergessen, es hier auch noch mal reinzuschreiben). Sorry.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Ich habe das Tagebuch nun gelesen und muss sagen, das ich die Gedankengänge dieser Person durchaus nachvollziehen kann. Ich denke, ich bin ein sehr reflektierter Mensch, aber ganz ehrlich? Würde ich mich nicht strinkt von diesen Ac Foren fernhalten, wäre ich schon längst operiert. Es gab vor einigen Jahren eine Zeit, wo mir ein IT versierter Kumpel diese Seiten auf meinem Pc sperren musste.

      Ich will keine Op und ich weiß auch warum, aber wenn ich allein die Signaturen dort sehe, ist das schon sehr verlockend. Dann noch die ganzen postiven Berichte, die Erlösung und ein tolles, neues Leben versprechen. Alle kritischen Gedanken sind wie weggeblasen. Scientology ist echt ein Witz dagegen. Da merke ich immer wieder, dass die AC nur deswegen so boomt, weil es die Lage von jungen, labilen Menschen ausnutzt um damit Geld zu machen. Ich merke selbst hier beim schreiben, das mich das emotional immer wieder mitnimmt.
      [CENTER][SIZE=2]Time has come for the crow to fly away.
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    • Taborea schrieb:

      Würde ich mich nicht strinkt von diesen Ac Foren fernhalten, wäre ich schon längst operiert.
      Bei mir ist es genau umgekehrt. Würde ich nicht regelmäßig in die Foren schauen, wäre ich möglicherweise schon längst operiert. Die Foren sind für mich so abschreckend, dass ich dort immer wieder sofort nüchtern werde, wenn ich mal wieder nicht sicher bin, ob ich mit meiner Ablehnung richtig liege.
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    • Hallo Ihr Lieben,
      was mich immer wundert ist, das Ihr die AC-Foren mit Sekten vergleicht.
      Ich bin operiert und habe in zwei verschiedenen Foren immer wieder Hilfe gefunden, wenn Fragen aufgetaucht sind. Auch sind/ waren kritische Äußerungen durchaus auch darunter. Ich habe nie den Ton erlebt :"OP, hurra, alles wird gut." Eigentlich immer nur den Hinweis, das man sich informieren und sehr genau für sich entscheiden soll.
      Genauso ist es mir auch mit meinem AC-Doc und Hausarzt ergangen.
      In diesem Forum herrscht immer der Ton das alle Operierten einer Gehirnwäsche unterzogen wurden. Dagegen möchte ich mich verwahren. Ich bin durchaus ein Mensch, der Entscheidungen für sich trifft.
      Liebe Grüße
      Claudel
    • Das mit dem Sektencharakter kam in diesem Falle von einer AC-Operierten und bezog sich auf das Forum der Selbsthilfegruppe der Adipositas-Plattform Tübingen. Das ist, soweit ich weiß, ein geschlossenes Forum.

      Ich habe schon mehrfach betont, dass es solche und solche Foren gibt, und auch, dass es eine Entwicklung gab. Insofern gebe ich Dir Recht, dass man im Gegensatz zu früher heutzutage durchaus auch über die negativen Seiten berichten darf. Das ist ja auch der Grund, warum mich die Foren Gott sei Dank immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück bringen und mir immer wieder klar wird, dass man den Teufel kaum sinnvoll mit dem Belzebub austreiben kann.

      Ich persönlich habe unter meiner wahren Identität irgendwann früher oder später diese Foren verlassen, weil ich dort unglaublich angegangen wurde. Seit etlichen Jahren bin ich dort nur noch unter falschen Identitäten unterwegs. Nur in einem Forum habe ich mich kürzlich wieder mit meinem Namen angemeldet.

      Es stört mich auch ungemein, dass alle AC-Foren die volle Anschrift und den Realnamen haben wollen, angeblich aus rechtlichen Gründen, um Rechtsverstöße den Usern in die Schuhe schieben zu können. Das ist totaler Schwachsinn, denn verantwortlich ist immer derjenige, der das Angebot zur Verfügung stellt, und zwar bei Kenntnisnahme des Verstoßes.

      Es ist im Grunde eine Frechheit, in einem Selbsthilfe-Forum mit einem empfindlichen Thema die volle Identität plus Anschrift zu verlangen, zumal Forensoftware alles andere als sicher ist.

      Uns ist es so wichtig, dass die Leute hier anonym unterwegs sind, dass wir im Forum noch nicht mal die IPs loggen. In Notfällen (Selbstmordandrohungen) können wir sie mit großem Aufwand auf dem Server identifizieren, der definitiv sicherer ist als das Forum.

      All das hat für mich ein Geschmäckle, wie man hier in Schwaben sagt. Genau wie die vielfachen Verflechtungen finanzieller und geschäftlicher Natur in insbesondere einem Forum. Die User werden zu Marketingzwecken missbraucht.

      Auch wenn das nicht überall so ist, so werde ich mir nicht verbieten lassen, meinen klaren, kritischen Verstand zu gebrauchen und auf so etwas aufmerksam zu machen.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: "SHG" durch "Selbsthilfe" bzw. "Selbsthilfegruppe" ersetzt, da verständlicher

    • In diesem Forum herrscht immer der Ton das alle Operierten einer Gehirnwäsche unterzogen wurden. Dagegen möchte ich mich verwahren.


      Das erkläre mir doch mal folgendes:

      Wenn man dick ist, aufgrund von psychischen Erkrankungen, müssen diese behandelt werden. Ist man dick aufgrund von körperlichen Erkrankungen, müssen diese behandelt werde.

      Kein Operierter konnte mir bisher logisch und fundiert erklären, warum man ein gesundes Organ zerstört, das mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun hat. Viele kommen dann damit, dass sie ja schon xx Jahre leiden und das der letzte Ausweg sei. Warum geht man nicht den Weg der Selbstakzeptanz, statt ein gesundes Organ zu zerstören?

      Solange mir das nicht einleuchtend erklärt wird, werde ich diese AC Szene für eine Sekte halten, die Gehirnwäsche praktiziert und die Lage von labilen Menschen ausnutzt, um dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche zu ziehen.

      PS: Die Extremfälle, wo Leute 350Kg + wiegen, laße ich hier aussen vor.
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    • In all den Jahren war ich ein einziges Mal in einem AC Forum drin (nicht angemeldet, wollte mal schauen). Es war eine Zeit, in der ich mehr als verzweifelt war über mein Gewicht. Dieser Besuch war für mich fast schon bizarr. Einerseits war ich beeindruckt, wieviel die Mitglieder teilweise durch die OP abgenommen hatten andererseits war ich abgestoßen von der Art und Weise, wie das fast schon zelebriert wurde. Am Rand ein Nachher-Foto mit Gewichtsticker und einem kleinen Tagebuch, wie alles abgelaufen ist (so ähnlich). Es war als würde jeden Moment der Mann in weißen Gewändern zum gemeinsamen "Om" auffordern. Die fast völlig unkritischen Beiträge stießen mich teilweise sehr ab. So bewirkte dieses Forum genau das Gegenteil von dem, was ich mir erhoffte. Ich war mir ganz sicher, dass es nicht mein Ziel sein kann, ein gesundes Organ verstümmeln zu lassen, um meinen vermeintlichen Seelenfrieden zu erhalten. Es hat noch eine ganze Zeit gedauert, bis ich dann vor fast einem Jahr dieses Forum fand. Und auch wenn es hier am Anfang befremdlich für mich war, dass niemand über Gewichtsreduktion sprach und darüberhinaus dies auch gar nicht erwünscht war, hat ein Umdenken stattgefunden. Bis dahin hatte ich nicht mal in Erwägung gezogen, dass ich mich auch mit diesem Gewicht einfach so mögen könnte. Ich ging immer nur davon aus, dass dies nur möglich sei, indem ich abnehme und wieder so aussehe wie früher. Ist schon irre, was ich selbst von mir hielt. Einige Komponenten kamen noch hinzu - meine Erkrankung, die Ernährungsumstellung (keine Diät sondern veganes Essen), die letztlich dazu beitrugen, dass ein Umdenken stattfand. Es ging langsam aber nun ist es so, dass mich mein Gewicht nicht mehr in der Form stört, dass es meine Seelenwelt zum Einsturz bringt. Ich bin so, kann das ganz gut verkraften, kann damit ganz gut leben und habe auch nur wegen des Gewichts anderen Menschen gegenüber keine Minderwertigkeitskomplexe mehr. Das ist doch innerhalb von 10 Monaten einiges, will ich meinen.

      Nun, das hat nicht alles mit AC-Foren zu tun aber es hat auch irgendwie zum Thema gepasst und außerdem wollte ich sagen, dass es wirklich auch andere Wege gibt außer OP. Darum geht es doch letztlich, sich selbst mögen, akzeptieren, ein schönes Leben führen zu können, auch wenn man nicht 90-60-90 hat. Insofern ist für mich das Forum Gold wert. Es gab mir den Anstoß, den Rest hab ich selbst dazu beigetragen. Und nun ist es viel besser als vorher - mehr geht doch eigentlich nicht :applaus:.
    • Taborea schrieb:



      Kein Operierter konnte mir bisher logisch und fundiert erklären, warum man ein gesundes Organ zerstört, das mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun hat. Viele kommen dann damit, dass sie ja schon xx Jahre leiden und das der letzte Ausweg sei. Warum geht man nicht den Weg der Selbstakzeptanz, statt ein gesundes Organ zu zerstören?

      Solange mir das nicht einleuchtend erklärt wird, werde ich diese AC Szene für eine Sekte halten, die Gehirnwäsche praktiziert und die Lage von labilen Menschen ausnutzt, um dem Steuerzahler das Geld aus der Tasche zu ziehen.



      Hallo Taborea,

      beim Tiefkühlschrank leuchtet das rote Warnlämpchen. Man ruft den Elektriker, der das Lämpchen heraus schraubt und dann zufrieden sagt „So, das wäre jetzt repariert“.
      Genau so läuft es in der Medizin. Man versucht zu reparieren, beseitigt aber nur die Auswirkungen und nicht die Ursache.

      Kein Mensch wird dir erklären können, warum man ein gesundes Organ zerschneidet. Weder ein Arzt noch ich als Operierte. Medizin beschränkt sich eben nur auf die Behebung der Auswirkung.

      Nicht nur die Adipositas hat (häufig) eine psychische Komponente. Auch bei und nicht nur bei Krebserkrankungen rücken diese Aspekte immer deutlicher in den Vordergrund. Zu der Zeit, als ich im Krankenhaus zu arbeiten begonnen habe (vor 35 Jahren), wäre es undenkbar gewesen, dass man Krebspatienten psychologische Begleitung anbietet. Das hat sich mittlerweile doch deutlich geändert. Bei Krebspatienten kann die Therapie jedoch nur mehr begleitend sein, da sie deutlich länger dauert, als oft die Lebenserwartung ist.

      Leider weiß ich nicht, wie das in Deutschland abläuft und ob es genügend Möglichkeiten gibt sich wegen einer Essstörung psychologisch unterstützen zu lassen. Es gibt zwar Therapieeinrichtungen gegen Bulimie, aber bei Adipositas und der damit verbundenen Essstörung sieht es zumindest in Österreich ziemlich finster aus. Außer Krankenhausaufenthalte, die der Abnahme (und der danach automatischen Wiederzunahme) dienen, kenne ich persönlich keine Einrichtungen, die sich dieser Thematik annehmen.

      Laut deines Postings habe ich ebenfalls eine Gehirnwäsche hinter mir und gehöre einer Sekte an. Das wäre mir allerdings neu. Wie ich in meinem Vorstellungsposting erwähnt habe, hatte ich medizinische Gründe, warum ich diesen Weg gewählt habe. Und diesen Weg habe ich selbst gewählt. Kein Arzt hat mich dazu genötigt. Mein damaliger Hausarzt hat mir bei meinem Erstbesuch erklärt, dass ich viel Fisch und Gemüse essen soll, um schlank zu werden. Das fand ich fast schon rührend komisch und hat mir gezeigt, dass er keine Ahnung von der Problematik dicker Menschen hat. Jeder dicke Mensch ist Spezialist in Ernährungsfragen und weiß genau Bescheid, wie man abnehmen würde, wenn man es kann. Hinweise dieser Art sind also vollkommen für die Katz. Informiert habe ich diesen Arzt erst lange nach der OP, weil die Dosis meiner Blutdruckmedikamente nicht mehr adäquat war.

      Vor und nach meinem Erstgespräch in der Adipositasambulanz habe ich mich via Internet ausführlich informiert. In erster Linie hat mich die Auswirkung der OP auf meinen entgleisenden Insulin-Zuckerstoffwechsel interessiert. Die Info, dass nach einer bariatrischen OP unter bestimmten Voraussetzungen (nicht Insulin pflichtiger Diabetes, noch keine Folgeschäden, …) der Diabetes ruht, bzw. eine Remission eintritt, gab dann den Ausschlag pro OP. Mittlerweile rückt dieser Aspekt auch in den Bereich der Internen Medizin, die bariatrische Operationen bei Diabetes in Erwägung ziehen.

      Natürlich habe ich auch in einschlägigen (österreichischen) Foren gelesen und mich informiert. Nebenbei habe ich mir oft an den Kopf gegriffen, dass viele User vollkommen blauäugig an die OP heran gehen. Argumente wie „Ich möchte endlich in eine XY-Markenjean passen“ oder auch „Wenn ich dünn bin, werde ich dann endlich glücklich sein“ haben mich ziemlich fassungslos gemacht. Wenn sich solche Menschen aus diesen Gründen einer schweren OP unterziehen, ist das Fiasko vorprogrammiert. Glücklich wird man durch keinen chirurgischen Eingriff. Dafür ist man schon selbst zuständig.

      Leider ist es gesellschaftlich bedingt, dass einem ständig gepredigt wird, dass man in eine Norm passen muss. Dagegen vorzugehen halte ich für extrem wichtig und deswegen schätze ich auch dieses Forum sehr.

      Gleichzeitig halte ich es für nicht richtig, wenn man bariatrische Operationen generell verteufelt, nur weil man sie für sich selbst ausschließt. Dann müsste man auch viele andere Therapien und Eingriffe verteufeln, die nur die Auswirkung, aber nicht die Ursache beseitigen. Da dick nicht automatisch krank bedeutet, halte ich es für eine medizinische Fehlentwicklung alle Dicken dünn machen zu wollen. Für mich aber war die OP die richtige Entscheidung. Ich bin nicht in Jubelschreie ausgebrochen, als ich unter 100 Kilo hatte, habe mich aber unbändig gefreut, als mein Langzeitblutzucker endlich normal war. Das Risiko einen neuerlichen Herzinfarkt zu überleben, bzw. ihn nicht zu überleben, habe ich durch die OP gravierend reduziert. Dass ich auch weniger Gewicht habe, war ein positiver Nebeneffekt, der aber niemals als alleiniger Grund pro OP in Frage gekommen wäre. Wäre ich aufgrund meines Übergewichts unglücklich gewesen (ich war darüber nicht glücklich, aber auch nicht unglücklich, es war einfach da und ich mochte mich immer gerne), hätte ich vermutlich nach dem Infarkt drauf gepfiffen und mir einen schnellen Herztod gewünscht. Mich freut aber mein Leben ungemein und ich möchte es noch lange genießen können. Deswegen habe ich im zarten Alter von 56 diesen Eingriff machen lassen. Die Risiken von zweitem Infarkt und Mangelsymptomen nach der OP habe ich abgewogen und zugunsten der OP entschieden. Und das war ohne Sekte und ohne Gehirnwäsche. Ich bin zwar jetzt nicht glücklicher als vorher (wie denn auch), aber deutlich gesünder und das ist, wie wir alle wissen, das wichtigste. Auf welchem Weg wir das erreichen, bleibt jedem selbst überlassen.
    • Das mit dem gesunden Orgen ist ja relativ. Durch den Werdegang der Adipositas über Jahre, hat mein Magen kein Sättigungsgefühle mehr erzeugt.
      Ich konnte quasi immer essen. Ist das gesund?
      Ich genieße heute das Gefühl satt zu sein, ein Gefühl, das ich jahrelang nicht mehr hatte.
      Für mich ist die Entscheidung für eine OP immer individuell zu treffen und ich verstehe auch, das man sich dagegen entscheidet, denn das Leben ändert sich recht radikal.
      Aus meiner Sicht überwiegen die positiven Seiten.
      Der aggressive Ton gegenüber der AC Chirugie stört mich hier sehr. In keinem AC-Forum wird so ein Ton Leuten gegenüber angeschlagen, die sich nicht operieren wollen.
      Gruß Claudel
    • Claudel112 schrieb:


      Der aggressive Ton gegenüber der AC Chirugie stört mich hier sehr. In keinem AC-Forum wird so ein Ton Leuten gegenüber angeschlagen, die sich nicht operieren wollen.
      Gruß Claudel


      Aber Leuten die kritisch zur AC stehen schon und erst recht gegenüber Menschen, die sich für den Weg der Selbstakzeptant entscheiden haben!!!
    • Für meinen Teil finde ich es sehr gut, dass in diesem Forum kritisch mit dem Thema umgegangen wird. Nicht nur die Selbstakzeptanz ist wichtig, sondern auch die Selbstbestimmung. Es geht in meinen Augen gar nicht, wenn Ärzte versuchen jemand zu einer OP zu nötigen oder gar die Krankenkasse Druck ausübt.

      Mich selbst akzeptiert habe ich immer, mit blöden Kommentaren hatte ich höchst selten zu tun. Leider hat aber meine Gesundheit nicht mitgespielt, deswegen mein ganz individueller Weg, den ich bei klarem Verstand und ohne Gehirnwäsche gewählt habe..
    • Hallo Claudel,

      Du bringst es doch auf den Punkt.

      Claudel112 schrieb:

      Der aggressive Ton gegenüber der AC Chirugie stört mich hier sehr.
      Wir kritisieren die Adipositaschirurgie, ...

      Claudel112 schrieb:

      In keinem AC-Forum wird so ein Ton Leuten gegenüber angeschlagen, die sich nicht operieren wollen.
      ... nicht jedoch die Operierten. Wenn Du Dir diesen Schuh immer wieder anziehst, ist das, entschuldige bitte, Dein Problem. Jeder, der sich das antun will, soll es tun. Ob Du das in 10 Jahren immer noch alles so klasse findest, werden wir dann besprechen.

      Für mich kommt übrigens eine Operation nicht deshalb nicht in Frage, weil sie mein Leben ändern könnte. Ich weiß, dass ich, wenn ich wieder fit werden will, auch radikale Schnitte und Schritte machen muss. Für mich kommt eine Operation nicht in Frage, weil sie für mich ein illegitimer Eingriff ins System ist. Ich bin so extrem übergewichtig, weil immer wieder in mein System eingegriffen wurde, sei es durch die Schilddrüsenoperationen oder durch mich selber, indem ich viele Diäten gemacht habe. In 30 Jahren als erwachsene Übergewichtige habe ich ein starkes Gefühl für mich, meinen Körper und dessen Reaktionen entwickelt. Ich bin zu einer ganzheitlich denkenden Person geworden. Ich glaube zudem daran, dass die Verstümmelung des Darmhirns sich irgendwann rächen wird. Schon seit 10 Jahren vertrete ich den Standpunkt, dass die Operationen nicht gesund machen, sondern anders krank. Und das brauche ich nicht.

      Sehr gut zum Ausdruck kommt mein Unbehagen, wenn man diese beiden Artikel mal gegeneinander liest:

      Deutschland traut sich nicht an die Dicken ran

      ... und fünf Tage später die Antwort darauf in derselben Zeitung:

      Magen-OP kein Allheilmittel gegen Diabetes

      Endlich hat ein Arzt, der sogar in einer Klinik arbeitet, in der operiert wird, wenn auch sehr zurückhaltend, so wie ich das mitbekommen habe, die Courage, diesen $-Zeichen-in-den-Augen-Doktoren mal die Grenzen aufzuzeigen.

      Martina
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Ich sehe das so .......

      ...... wer häufig oder gezielt AC-foren anklickt, läuft Gefahr vom OP-Virus befallen zu werden .
      Ich wurde bekanntlich im März 1998 operiert und kann feststellen:
      Ich weiß nicht, ob ich ohne Operation heute noch leben würde; meine Lebensqualität war und wäre deutlich besser ohne OP.
      Mein Vater wurde mit einem ähnlichen Gewicht lebensfrohe 75 Jahre alt.
      Ich werde im nächsten Jahr 60 und habe festgestellt, d.ich seit 1998 viele Jahre in einer Depression an mir vorbei ziehen lasse habe.
      Frei nach Martin Luther:
      Würde mich ein Arzt vor die Wahl stellen AC oder nur noch 1 Jahr zu leben, wäre meine Entscheidung 1 Jahr leben.
      Mir geht es erst wiedr einigermassen gut, seitdem ich mich mit den AC foren nicht mehr beschäftige.
      Übrigens man kann zu facebook stehen, wie man will. Für mich war es der Zugang zur Welt seit ich seit 2007 das Leben vom Bett und manchmal vom Rollstuhl aus betrachte.:-o:-o
    • @ Martina
      Du hast recht und ich sollte mir den Schuh nicht anziehen.
      Ich kann jeden verstehen der sich nicht operieren lässt. Erst recht diese Bypass Geschichten waren mir auch zu heftig, deswegen habe ich mich für den Schlauchmagen entschieden. Für mich die beste Entscheidung.
      Was ich meine ist, das der Ton hier so herablassend ist.
      Aber da wären wir wieder beim Thema mit dem Schuh.
      Ich hatte vielleicht das Glück eine gute Betreuung von unterschiedlichen Ärzten zu haben, die sich Ängsten und auch kritischen Fragen sehr gerne angenommen haben.
      Viele Grüße
      Claudel
    • Claudel112 schrieb:

      Was ich meine ist, das der Ton hier so herablassend ist.
      Mein Ton ist definitiv nicht herablassend. Wenn das so ankommt, dann tut mir das leid. Tatsächlich bin ich stinkwütend über das, was da zum Teil abgeht. Und es ist mir unverständlich, dass viele das offensichtlich nicht durchschauen.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • biggerman schrieb:

      Mir geht es erst wiedr einigermassen gut, seitdem ich mich mit den AC foren nicht mehr beschäftige.
      Ich denke, Du tust auch besser daran, dort nicht aufzutauchen. Es war eine Frechheit, wie Du dort behandelt worden bist. (Für die Nicht-Insider: Wenn biggerman dort von seinem Leid berichtete, wurde verbreitet, es sei selbst verschuldet. Somit sei seine Kritik nicht ernst zu nehmen.)

      Aber, biggerman, inzwischen übernehmen neue AC-Langzeitopfer Deinen Part. Auch sie werden nicht mit Begeisterung gesehen, aber man traut sich nicht, sie so mies zu behandeln, denn inzwischen dämmert es auch den komplett Erkenntnisresistenten, dass vieles von dem, was Du früher geschrieben hast, sehr wahr ist.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.