todkranker Vater darf seinen Sohn nicht sehen

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Muminfrau schrieb:

      @Nordlicht: Ich habe das Gefuehl, dass du auf der Flucht bist. Auf der Flucht vom koerperlich und geistigen Verfall, vom Leid, und letztendlich vom Tod. Das kann ich gut verstehen.

      Du hast aber doch schlechtes Gewissen, denke ich. (Vielleicht habe ich Unrecht.) Auf jeden Fall belastet dich die Situation mit deiner Oma sehr, diesen Eindruck habe ich. "Ich rede nicht darueber" ist letztendlich keine Loesung. Da verdraengt man etwas ganz wichtiges, naemlich eine Chance, sich mit dem Thema Krankheit und Tod auseinander zu setzen. Denn das muessen wir alle irgendwann unfreiwillig tun.
      [...]
      Ich kann das psychisch wohl relativ gut vertragen, kann mir aber vorstellen, dass viele Menschen das nicht vertragen koennen, wie Nordlicht schreibt. Ob man diese Einstellung je aendern kann (und soll), weiss ich nicht.

      Nein, ich bin nicht auf der Flucht. Wie gesagt, es ist reiner Selbstschutz. Ich kenne meine Grenzen. Ich bin nicht zufrieden oder glücklich mit der ganzen Situation, wie du dir sicher vorstellen kannst. Meine Entscheidung habe ich aber getroffen und ich steh dazu, mit allen Vor- und Nachteilen, die das mit sich bringt. Dass ich normalerweise nicht darüber rede liegt einfach daran, dass es ein persönliches Thema ist was keinen Außenstehenden etwas angeht. Davon ab habe ich mit meinem Lebenspartner darüber gesprochen und werde auch wieder mit ihm darüber sprechen, wenn ich das möchte. Ich mache mir ab und an Gedanken zu meiner Oma, und ab und an Gedanken zum Sterben und Tod allgemein, klammere das also nicht aus. Ob ich da irgendwann eine andere Einstellung zu haben werde kannich jetzt noch nicht abschätzen, das wird die Zeit zeigen und hängt wahrscheinlich auch von den Umständen ab.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • totalegal schrieb:

      Im Endstadium ist es dem Dementen egal, wer da ist. Er erkennt niemanden. Auch nicht die Pflegerin, die vor einer Stunde im Zimmer war. Ob du dem Menschen vorliest, vorsingst oder von 1 bis 10000 zählst, ist gleich. Es kommt keinerlei Reaktion. Die letzten Tage vor dem Ende kommt nur noch die Reaktion vom Kranken, dass er einfach den Mund nicht mehr öffnet, wenn er gefüttert werden soll.
      Ich konnte es nicht und konnte es nicht mit ansehen. Das habe ich den Profis überlassen. Ich habe den Menschen in Erinnerung behalten, wie er mich spöttisch angrinst, die Brille auf der Nasenspitze. Und das war drei Jahre vorm Ende.


      Du bringst es genau auf den Punkt, was auch ich denke. Durch die Krankheit hat man sich schon lange vorher von der Persönlichkeit verabschiedet, auch wenn der Körper des Kranken noch hier ist.

      LG Finchen
    • Sonnenkuss schrieb:

      Ryana, du machst dir eine schöne, einfache, bunte Welt. Du interpretierst da Sachen rein, die so nie gesagt oder geschrieben wurden. Du versuchst dich hier als sehr tiefgründig und reflektiert darzustellen, sprichst aber anderen diese Tiefe ab. Wie kommst du dazu? Ich finde das sehr oberflächlich, wie aus einem billigen Julia-Roman oder Poesiealbum abgeschrieben.

      Ich bin eigentlich für Leben und Leben lassen, es wird schon seinen Sinn haben, dass du so bist wie du bist. Nachdem du aber zum wiederholten Male auf einen meiner Beiträge so rosa-plüschgewaschen antwortest und zur Diskussion über das Thema nur beiträgst, dass du so edel hilfreich und gut bist, muss ich das mal so krass schreiben.
      Es sind nicht alle Menschen gut, es sind aber auch nicht alle schlecht. Kennst du den Sterbenden persönlich? Ich nicht, deshalb maße ich mir kein Urteil zu und werde für keinen der Beteiligten Partei ergreifen.
      Sollte dir wirklich nicht bewußt sein, dass der Großteil der Domian-Sendung ein Fake sind? Echt nicht? Naja, dazu muss man schon ein Stück reflektiert sein. Es gibt ja auch genügend Leute, die die Bildzeitung lesen. Ich nicht.




      Hm!

      Was war das ?
      Da hast Du aber ganz schön draufgehauen, ich merke echt, wie sauer Du auf mich bist.

      Meine schöne,einfache + bunte Welt : Nö! Habe ich nicht, ich weiß sehr wohl, das "die Welt" alles hat - von der finstersten Bosartigkeit bis zum wunderschönen Sonnenuntergang.
      Ich weiß auch, das "die Natur" ohne Wertung ist, nur wir Menschen haben da die Unterscheidung zwischen "Gut und Böse" hereingebracht!
      Und nur der Mensch kann auch nur bewußt handeln, und nach einer Verantwortung handeln. Ein tötender Tiger ist nicht "verantwortlich".Aber wir - und da versucht die Menschheit, den richtigen Weg zu finden.

      Meine Meinung ist eben, das ich sowas überhaupt nicht in Ordnung finde und ich da meinen Mund nicht halten kann, da muß ich meine Meinung kund tun.Hab da zuviel schlimmes erlebt!!
      Aber ich will halt nicht aufgeben.Wir sollten immer trotzdem für eine "bessere Welt" kämpfen, auch wenn wir geschlagen werden, das ist total wichtig und nicht im "Einheitssenf" untergehen.
      Das darf ich doch-oder? Nur was der Einzelne daraus macht, ist sein Weg.Und was die Gesellschaft für "richtig und falsch" findet, ist auch wieder was anderes.ALso, was dann für eine bessere Welt gehalten wird...

      So wird der Weg gesucht, und da ergibt sich dann eine Wertung. Fertig.

      Ich versuche, mich darzustellen ???????? Auch NÖ! Im Gegenteil, ich bin eher so gestrickt, das ich halt sage, was ich empfinde, ich rede so los , wie es eben aus mir rauskommt - ohne eine schwer dramatisch ausgearbeitete Darstellung!
      Und ich habe nicht geschrieben , das ich anderen Ihre Tiefe aberkenne! Jeder hat da wohl so seine eigenen Tiefen.

      Übrigens - ich lese nie "Bild" und auch keine Julia-Romane!Mag ich nicht.

      Du, und ich hab echt viel krasses und schlimmes erlebt und war am Sterbebett von mir geliebten Menschen!Ich weiß sehr wohl, wovon ich spreche!
      Und ich kenne auch den schweren, inneren Kampf, da hin zu gehen, die Vorstellung macht einem die größten Ängste und es ist unglaublich schwer!

      Die Phantasie läßt alles mögliche einem vorgaukeln, das Gehirn dreht durch und die Beine werden immer schwerer.
      Wir Menschen mögen bestimmte Veränderungen nicht!
      Mein Psychologe erklärte, das z.B. Kinder es kaum ertragen können, wenn die Eltern sich verändern - bei Eltern ist es anders herum, denn als ELtern lernt man, wie aus einem kleinen Baby ein Erwachsener wird- die totale Veränderung!!!

      Aber es war sooo gut, das ich es geschafft hatte, mich zu überwinden!

      Dem überfahrenen Opa auf der Liege die Hand halten, ich sah ihn zum ersten Mal ohne Zähne - als KIND!
      Meinen Onkel im Endstadium Leberzirrose zu umarmen und zu sagen, das ich ihn liebe!
      Meine krebskranke Oma am Sterbebett zubesuchen, ich spürte, das sie starb und fuhr 250 km weit, sofort und spontan........
      Meine andere krebskranke OMa zu erleben, schwerst gezeichnet!! wie sie aus dem KOMA erwachte und zu meiner Konfi kam! Und am übernächsten Tag verstarb!
      Einem lieben Mitarbeiter zu helfen, ihm eine Bleibe zu geben, weil seine Frau ihn nicht sehen konnte,ihm die Koffer vor die Türe stellte, als er aus der Klinik kam, weil er von Verbrennungen ( 80 % ) schwerst gezeichnet war.Seine schrundigen gänsehautmäßigen Hände zu halten!!!

      Und ich könnte noch mehr erzählen! Bitte nicht mir da vorwerfen, ich lebte in einer unreallistischen Welt! Ich will mich damit nicht schmücken, ich hab`S getan, und es war echt nicht einfach. Und ich denke, dazu kann ein Mensch sich überwinden, man sollte wenigstens es versuchen und darum zu kämpfen!

      Und ich bin davon nicht traumatisiert worden, nein, sondern von Menschen die mich ausgegrenzt haben, die mich als Kind zum Freiwild erklärten, von der dramatischen Ablehnung und unbegründeten offenen Hass, davo wurde ich traumatisiert.
      Möchte echt nicht mehr dazu sagen... bin total aufgeregt, naja, wollte halt mich dazu äußern und was klarstellen.

      Und hey - ich bin niemanden böse, die Welt ist halt so - bis dann Ryana
    • Ryana schrieb:

      [...]Meine Meinung ist eben, das ich sowas überhaupt nicht in Ordnung finde und ich da meinen Mund nicht halten kann, da muß ich meine Meinung kund tun.Hab da zuviel schlimmes erlebt!!
      Aber ich will halt nicht aufgeben.Wir sollten immer trotzdem für eine "bessere Welt" kämpfen, auch wenn wir geschlagen werden, das ist total wichtig und nicht im "Einheitssenf" untergehen.
      [...]
      Du, und ich hab echt viel krasses und schlimmes erlebt und war am Sterbebett von mir geliebten Menschen!Ich weiß sehr wohl, wovon ich spreche!
      Und ich kenne auch den schweren, inneren Kampf, da hin zu gehen, die Vorstellung macht einem die größten Ängste und es ist unglaublich schwer!
      [...]
      Aber es war sooo gut, das ich es geschafft hatte, mich zu überwinden!
      [...]
      Und ich könnte noch mehr erzählen! Bitte nicht mir da vorwerfen, ich lebte in einer unreallistischen Welt! Ich will mich damit nicht schmücken, ich hab`S getan, und es war echt nicht einfach. Und ich denke, dazu kann ein Mensch sich überwinden, man sollte wenigstens es versuchen und darum zu kämpfen!
      [...]


      1. Schließe am besten nicht von dir auf andere.
      2. Nicht jeder kann alles.
      Das mit dem "sollte" ist ein individueller moralischer Standpunkt. Das ist so ähnlich wie wenn irgendjemand sagt man sollte immer nach der Idealfigur oder nach Bildung streben oder so. In dem Sinne, dass es da einfach keine allgemeingültige Antwort drauf gibt. Zum Glück mus ich nichts müssen außer irgendwann sterben... was auch meiner Meinung nach reicht. Wenn ich mich für oder gegen etwas entscheide, lebe ich zwangsläufig mit den Konsequenzen. Das ist auch hier der Fall. Genauso wie ich deine Haltung nicht richtig nachvollziehen kann, kannst du dich meinem Eindruck nach nicht mit meiner anfreunden. Wenn wir uns trotzdem weiterhin vertragen ist ja alles gut. ;)

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • Wenn wir uns trotzdem weiterhin vertragen ist ja alles gut. ;)
      Gruß
      Dani


      Hallo Nordlicht,

      sehe ich absolut auch so!

      Es gibt Positionen, die sind nicht leicht vereinbar - trotzdem kann man ansonsten super auskommen.

      Ich sehe es auch so, wenn eine Gemeinschaft sich für was auf einer gemeinsamen Lebensbasis einigt, so geht das und manchmal muß man seine Meinung zurückstecken, einordnen, wenn die Gemeinschaft anderes entscheidet - ohne seine persönliche Meinung gezwungener Maßen zu ändern zu müssen.

      Das klappt aber nur in eine weiterentwickelten Gesellschaft!
      Wenn dann einer seine Sache anarchisch durchsetzen will, geht`s nicht - genausowenig, wenn die Gemeinschaft falsche Grundsätze hat.

      Er grüßt Ryana:rolleyes::)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von kampfzwerg () aus folgendem Grund: Kleine Zitatklammerkorrektur. Jetzt stimmt es wieder!

    • Sonnenkuss schrieb:

      Ihr habt nur eine Seite gehört. Es scheint ja schon länger kein Kontakt mehr zu bestehen, ob es dann so doll ist, wenn das Kind zum sterbenden Vater soll... Man kennt nur eine Seite. Wer weiß was vorgefallen ist, dass er keinen Umgang mit seinen Sohn hat.
      Menschlich dramatisch, aber es kennt keiner die tatsächlichen Umstände.


      ich denke auch, dass das eine schwierige Situation ist. Als mein Vater im Sterben lag, hatte er sich äußerlich stark verändert und überall Schläuche, Geräte. Ich habe meine Kinder auch nicht mehr zu ihm gelassen. Das tat mir sehr leid für Opa, aber ich mußte meine Kinder schützen.