Eigenverantwortung, Zwang etc. [aus Weight Watchers ...]

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • babelfish schrieb:

      Was du dabei aber offenbar nicht verstanden hast ist, dass alle Welt einem suggerieren will, dass man nur dann verantwortungsvoll sich selbst gegenüber ist, wenn man aktiv (mit Diät) sein Übergewicht angeht.


      Doch, habe ich verstanden!
      Auch meine Umwelt, die von mir konsumierten Medien, die von mir besuchten Ärzte usw. wollten mir dies suggerieren.

      Aber ich kann doch frei entscheiden, was ich davon umsetze. Insofern habe ich mich gegen Diät und Anpassung an irgendwelche Ideal entschieden und mich mit dem eigentlichen Problem - meiner Biografie und meiner Eßstörung - beschäftigt und mir hier aktiv Hilfe geholt.

      Ich wollte nicht abnehmen, um einem Ideal zu entsprechen. Ich wollte das Symptom Übergewicht verstehen und herausfinden, was ich wirklich brauche - und das ist definitiv nicht essen, wenn ich keinen Hunger habe... oder eben Hunger auf was ganz anderes. Dabei hilft einem keine Diät der Welt, auch eine reine Gewichtsabnahme nicht der Schlüssel zur Lösung ist.
    • Ich habe jetzt gerade mal rekapituliert, wie wir eigentlich in dieser Arbeitgeber-verklagen-Diskussion gelandet sind und frage mich gerade, ob ich eigentlich noch ganz dicht bin, dass ich mich darauf eingelassen habe.

      Martina schrieb:

      Für mich waren die WW der Einstieg ins massive Übergewicht. Ich habe damals 35 kg abgenommen, aber habe nicht das von WW festgelegte Zielgewicht erreicht und konnte es auch nicht erreichen, weil es eben nicht mein Gewicht war. Also wurde mir das Erhaltungsprogramm verweigert. Das ist heute wohl anders. Heute darf man, soweit ich weiß, das Zielgewicht selber festlegen.

      Hinzu kam, dass ich von meinem Arbeitgeber zu WW geschickt wurde und mir jede Woche unter Vorlage meines Wiegepasses das Geld für die Gruppe bei ihm abholen musste.

      Das wiederum war der Humus, auf dem ich zur Dickenaktivistin wurde.
      Das ist doch eine völlig wertfreie Schilderung von Ereignissen. Weder steht da etwas davon, dass ich mich als Opfer gefühlt habe noch dass ich irgendwem oder irgendwas die "Schuld" geben wollte oder gar die Verantwortung für das Geschehene abstreite.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Martina schrieb:

      Wie ich Dir aber schon schrieb, wäre ich gar nicht auf die Idee gekommen, mal abgesehen davon, dass ich es mir aus finanziellen Gründen nicht leisten konnte, meinen Job zu verlieren. Klagen gegen Arbeitgeber in dem inflationären Ausmaß, wie man heute davon hört, waren damals nicht üblich. Eine Rechtsschutzversicherung hatte ich zu der Zeit zum Beispiel durchaus.

      Ich wüsste auch nicht, wofür ich ihn hätte verklagen sollen. Mir wurde ja nicht mit Rausschmiss gedroht. Mir wurde nur gesagt, man könne mich auf Grund meiner äußeren Erscheinung nicht meinen Fähigkeiten entsprechend einsetzen.

      Hinzu kam, dass ich es zum einen gewohnt bin, Dinge mit Anstand zuende zu bringen. Zum anderen war dies aber meine erste Anstellung, mit der ich später punkten konnte. Alles in allem war es auch in diesem Falle wieder verantwortungsvolles Handeln, diesen Job nicht aufs Spiel zu setzen. Beruflich habe ich von den sieben Jahren in dieser Anstellung enorm profitiert und tue es heute noch.

      Außerdem habe ich dem Chef ja nach einem Jahr mit den passenden Worten den Wiegepass hingeschmissen. Und als er dann, nachdem ich wieder zugenommen hatte, meinte, ich müsse mich ja vor mir selber ekeln, so schwabbelig wie ich sei, und schließlich wolle ich doch mal einen Mann bekommen, habe ich ihm auch darauf passende Antworten gegeben.


      Ich bin mir sicher, dass du deine Gründe hattest und ich bewerte dein Handeln in keiner Weise. Mir kommt es gerade vor als würdest du dich rechtfertigen - mag sein, dass ich mich irre.
      Mir ging es nur darum aufzuzeigen, dass es Möglichkeiten gibt, sich Hilfe zu holen, um nicht alles gefallen zu lassen - ich finde es unmöglich, wie dein Chef sich verhalten hat.
      Ich bin der Meinung, dass ein Gerichtsurteil auch etwas nachhaltiges bewirken kann - als inflationär würde ich es nicht bezeichnen für sein Recht einzutreten.
    • Martina schrieb:


      Das ist doch eine völlig wertfreie Schilderung von Ereignissen. Weder steht da etwas davon, dass ich mich als Opfer gefühlt habe noch dass ich irgendwem oder irgendwas die "Schuld" geben wollte oder gar die Verantwortung für das Geschehene abstreite.


      Richtig. Mir ging es auch gar nicht um dich persönlich. Wie ich am Beginn erwähnte, ging es um mir um die Äußerungen, die ich in Bezug auf Schuldzuweisungen etc. hier im Forum des öfteren lese. Und dies war eine Antwort auf Ponos Beitrag, in dem ich mich teilweise wiederfand.
      Warum du das so auf dich beziehst, weiß ich nicht.
    • Es war eine Antwort an Lunix, die sich wiederum auf meine Erlebnisse mit dem AG bezogen hatte.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Martina schrieb:

      Es war eine Antwort an Lunix, die sich wiederum auf meine Erlebnisse mit dem AG bezogen hatte.


      Ich lese und schreibe hier. Und ich antworte auf Beiträge, wenn ich etwas dazu schreiben möchte, so wie andere User auf Beiträge von mir antworten, auch wenn ich mich gerade an jemand bestimmten wende.
    • Ivy, es ist okay, das du aufzeigst, das es viele Möglichkeiten gibt sich zu wehren. Aber es ist ja so, das viele hier inzwischen diese Möglichkeiten auch bestmöglich nutzen.

      Aber zu früheren Zeitpunkten als ich sie gebraucht hätte, habe ich viele Möglichkeiten nicht gekannt und hätte mich aber auch gar nicht getraut sie zu nutzen. Ich wäre ja nicht mal auf den Gedanken gekommen, das das wie ich behandelt wurde nicht richtig ist, denn ich glaubte ja daran, das das was mir gesagt wurde, richtig ist.

      Inwischen bin ich nicht mehr in der Opferrolle und gehe heute mit vielen deiner Argumente konform. Aber früher war ich es und das ist jetzt nicht mehr zu ändern. Und das möchte ich mir auch nicht absprechen lassen, denn es hat viel mit mir gemacht und es ist Teil meiner Geschichte und hat somit Einfluss darauf wer und wie ich heute bin.
    • bobi schrieb:


      Aber zu früheren Zeitpunkten als ich sie gebraucht hätte, habe ich viele Möglichkeiten nicht gekannt und hätte mich aber auch gar nicht getraut sie zu nutzen. Ich wäre ja nicht mal auf den Gedanken gekommen, das das wie ich behandelt wurde nicht richtig ist, denn ich glaubte ja daran, das das was mir gesagt wurde, richtig ist.


      Ja, natürlich muss man die Möglichkeiten kennen und einen Zugang zu ihnen haben. Da hast du recht.

      Es fällt mir zugegebenermaßen schwer zu verstehen, dass einem nicht bewusst ist, wenn die Umwelt einen falsch behandelt oder bewertet, aber ich glaube dir das es dir so ging und es ist sicher nicht leicht, sich dann ein eigenes Selbstbild aufzubauen.
    • @Ivy: Dieses Forum soll wie ich es verstehe u.a. ein Ort sein, an dem sich niemand für sein Gewicht rechtfertigen muss oder dafür, dass sein Lebenssinn nicht darin liegt, abzunehmen. Logischer Weise sind also Diäten/Diätprogramme hier unerwünscht, da sie wohl eindeutig dem Zweck dienen sollen, Gewicht zu reduzieren und dicken Menschen suggerieren, dass sie so wie sie sind nicht in Ordnung sind.

      Mir ist bisher noch nicht aufgefallen, dass hier ein großes Jammern darüber angestimmt würde, dass die bösen Diäten Schuld an allem Übel sind. Es werden Erfahrungen ausgetauscht und dabei mitunter auch festgestellt, dass die eine oder andere Diät nur zu einer Zuspitzung der persönlichen Situation beigetragen hat, statt die erhoffte und versprochene Erleichterung zu bringen. Wenn jemand sich erkundigt, wird aufgrund dieser Erfahrungen von Diäten abgeraten.

      Was ich nicht verstehe ist, wieso du mehrfach betonst, dass die Leute hier mehr Eigenverantwortung brauchen und die Schuld nicht auf Diäten oder irgendwelche anderen Leute schieben sollen. Hast du den Eindruck, die Leute die hier Schreiben legen die Hände in den Schoß und beschränken sich aufs Wehklagen, statt Verantwortung für sich zu übernehmen und zu Handeln? Wer tut das denn bitte? :confused:

      Ich empfinde das als pauschalen Vorwurf oder auch Unterstellung, es macht mich wütend und weckt in mir das Gefühl, als müsse ich mich bzw. auch die Haltung für die dieses Forum steht und die ich sehr schätze verteidigen.
      Und wenn das schon mir als normaler Userin hier so geht, könnte ich es bestens verstehen, falls Martina sich in ihrer Rolle als Gründerin dieses Forums stellenweise besonders angesprochen und womöglich auch angegriffen gefühlt hätte.
      [CENTER]★ [SIZE=1]I am fat. And I have this radical idea that I am allowed to exist.[/SIZE] ★
      [SIZE=1]by Fat Grrrl A[SIZE=1]ctivism[/SIZE][/SIZE]
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    • dramaqueen schrieb:


      Mir ist bisher noch nicht aufgefallen, dass hier ein großes Jammern darüber angestimmt würde, dass die bösen Diäten Schuld an allem Übel sind. Es werden Erfahrungen ausgetauscht und dabei mitunter auch festgestellt, dass die eine oder andere Diät nur zu einer Zuspitzung der persönlichen Situation beigetragen hat, statt die erhoffte und versprochene Erleichterung zu bringen. Wenn jemand sich erkundigt, wird aufgrund dieser Erfahrungen von Diäten abgeraten.

      Was ich nicht verstehe ist, wieso du mehrfach betonst, dass die Leute hier mehr Eigenverantwortung brauchen und die Schuld nicht auf Diäten oder irgendwelche anderen Leute schieben sollen. Hast du den Eindruck, die Leute die hier Schreiben legen die Hände in den Schoß und beschränken sich aufs Wehklagen, statt Verantwortung für sich zu übernehmen und zu Handeln? Wer tut das denn bitte? :confused:


      Ich habe den Eindruck durchaus gewonnen, dass die Diätkarriere oft betont und in Zusammenhang mit Schuld am eigenen Übergewicht genannt wird.

      Die Formulierung "Hände in den Schoß legen und wehklagen" würde ich so nicht wählen, aber mein Eindruck ist, dass es hier eine vorherrschende Meinung darüber gibt, dass die Diäten nicht den erhofften Erfolg brachten, der Jojo-Effekt die Folge war und nun die Diäten schuld sind und mit ihnen alle, die diese Befürworten, Bücher darüber schreiben, neue Konzepte propagieren.... statt die Verantwortung bei sich selbst zu sehen (hierzu habe ich ja ausfühlich geschrieben).

      Wer hier im einzelnen wie handelt oder nicht, weiß ich nicht, denn ich kenne hier niemanden persönlich - ich lese ja nur die Texte von Usern.
      Daher schildere ich auch nur meinen Eindruck über das Geschriebene und äußere meine Ansichten.

      Ich weiß, dass Martina dieses Forum gegründet hat, aber ich mache keinen Unterschied zwischen Gründern und Usern....

      Mein Eindruck, dass hier viel über Schuld geschrieben und eine gewisse - ich nenne es mal "Trotzhaltung" - eingenommen wird (so empfinde ich es), bringt mich dazu dass ich zu dem Schluss komme, hier nicht richtig zu sein.

      Ich werde das Schreiben wohl reduzieren oder ganz einstellen, denn ich muss meine anfängliche Begeisterung über dieses Forum leider revidieren.
    • Ivy schrieb:

      Es fällt mir zugegebenermaßen schwer zu verstehen, dass einem nicht bewusst ist, wenn die Umwelt einen falsch behandelt oder bewertet, aber ich glaube dir das es dir so ging und es ist sicher nicht leicht, sich dann ein eigenes Selbstbild aufzubauen.


      Ich glaube dir, das es dir schwerfällt das zu verstehen. Mein Partner ist dir in diesem Punkt ähnlich, auch er hat eine sehr deutliche Wahrnehmung wie die Umwelt ihn behandelt und ob ihm das gut tut oder nicht. Und wenn nicht, dann wehrt er sich mit allen zur Verfügung stehenden legitimen Mitteln.

      Ich konnte mich im Gegensatz dazu überhaupt nicht spüren, habe das erst in den letzten Jahren gelernt und es gelingt mir manchmal gut und manchmal nicht gut.

      Ich habe viele Jahre gebraucht um seine Wehrhaftigkeit zu verstehen und von ihm zu lernen mich besser wahrzunehmen und zu wehren. Genauso wie auch er viele Jahre gebraucht hat zu verstehen warum ich mich oft nicht wehre und er lernt von mir sich selbst mehr zu mögen und zu akzeptieren und auch andere Ansichten zu akzeptieren.
    • Ivy schrieb:

      Ich habe den Eindruck durchaus gewonnen, dass die Diätkarriere oft betont und in Zusammenhang mit Schuld am eigenen Übergewicht genannt wird.


      Ich verstehe immer noch nicht, was daran falsch ist. Eine Diaet ist letztendlich keine Person, insoweit wuesste ich nicht, warum das ueberhaupt "Schuldzuweisung" genannt wird. Diaeten sind bei vielen Menschen fuer zusaetzliches Uebergewicht und / oder Esstoerung "verantwortlich". Naja, natuelrich sind nicht die Diaeten verantwortlich (weil sie ja keine Personen sind), aber so drueckt man es eben aus.

      Waere diese Formuleirung besser: bei mesten Menschen fuehren die meisten Diaeten zwar kurzfristig zur Abnahme, aber langfristig zur Zunahme udn eventuell (dazu habe ich aber noch keine Untersuchungen gesehen) zum essgestoerten Verhalten.

      "Essgestoertes Verhalten" muss nicht unbedingt eine handfeste Esstoerung sein, es kann auch "kontrolliertes Essverhalten" sein, Angst vor bestimmten Lebensmitteln (Fett, Zucker...) usw. Das hat Tanja z.B. sehr eindruecksvoll oben geschildert.

      Diaeten fuehren zum Erfolg schliesslich nur bei ca. 5% der Menschen, alle anderen nehmen zu. Es gibt auch keine, absolut keine einzige Diaet, von der ein wissenschaftlich fundierter Beweis existiert, dass sie langfristig hilft. Immer (soviel ich gelesen habe) wenn man versucht hat zu beweisen, dass eine Diaet langfristig zu Gewichtsabnahme fuehrt (z.B. nach 5 Jahren), hat sich herausgestellt, dass die meisten Leute wider zugenommen haben, und wiegen mehr als vorher.
    • Ivy schrieb:

      aber mein Eindruck ist, dass es hier eine vorherrschende Meinung darüber gibt, dass die Diäten nicht den erhofften Erfolg brachten, der Jojo-Effekt die Folge war und nun die Diäten schuld sind und mit ihnen alle, die diese Befürworten, Bücher darüber schreiben, neue Konzepte propagieren.... statt die Verantwortung bei sich selbst zu sehen (hierzu habe ich ja ausfühlich geschrieben).
      Zu dem Thema Verantwortung habe ich schon geschrieben: Zumindest ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass ich Diäten gemacht habe, weil ich in den 70er und 80er Jahren überzeugt war, dass das ein verantwortungsvoller Umgang mit sich ist. Das ändert aber nichts an dem Fakt, dass ich nach diesen Diäten stets 20 kg mehr gewogen habe als vorher und dass ich diese Entwicklung mit meinem Willen nicht dominieren konnte, obwohl ich es versucht habe.

      Du schriebst, Du hättest durch Betrachtung Deiner Essstörung abgenommen. Bei mir war es so, dass ich, nachdem ich eine angemessene Substition meiner SD-Hormone erzwungen hatte, mein Gewicht halten konnte mit leichter Tendenz nach unten. Ich habe in sieben Jahren 10 kg abgenommen. Daher kann ich mitreden, wenn ich sage, man kann solche Abnahmen durch "Gesundung" nicht mit dem Effekt von Diäten, also mutwilligen Hungerns, vergleichen.

      Ich verstehe allerdings nicht, was daran falsch ist, Befürworter, insbesondere solche, die Bücher darüber schreiben, zu kritisieren. Ich mache z.B. einen Stefan Frädrich nicht für mein Übergewicht verantwortlich. Selbst wenn ich das wollte, könnte ich das nicht, da ich ihn erst 2007 kennen gelernt habe. Dennoch erlaube ich mir, die provokante Meinung zu haben, dass seine Bücher verantwortungslos und seicht sind und dass seine Morphingsendungen ein Skandal sind, insbesondere da doch mittlerweile bekannt ist, dass Diäten dick und krank machen und dass sie Essstörungen fördern.

      Ich fände es - mit den Erfahrungen, die ich persönlich gemacht habe - im höchsten Maße verantwortungslos, diesen Diätgurus, die ja doch nur auf der finanziell lukrativen Diätwelle schwimmen, nicht die Maske abzureißen.

      Das hat aber mit mir persönlich oder dem persönlichen Umgang der User mit ihrer eigenen Geschichte nicht das Geringste zu tun. Wenn Du das nicht verstehst, dann verstehst Du in der Tat einen Teil der Intention dieses Forums nicht.

      Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es die "Epidemie" Übergewicht überhaupt nur gibt, weil man Ende der 60er das künstlich Unzufriedenhalten der Menschen, indem man ihnen suggeriert, dass sie so, wie sie sind, nicht in Ordnung sind, als prima Geschäftsidee entdeckt hat. Leider sind sehr viele Menschen intellektuell nicht in der Lage, das zu durchschauen (siehe Tanjas Geschichte). Umso wichtiger ist, dass die, die das durchschauen, das auch publizieren.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Muminfrau schrieb:

      Ich verstehe immer noch nicht, was daran falsch ist. Eine Diaet ist letztendlich keine Person, insoweit wuesste ich nicht, warum das ueberhaupt "Schuldzuweisung" genannt wird. Diaeten sind bei vielen Menschen fuer zusaetzliches Uebergewicht und / oder Esstoerung "verantwortlich". Naja, natuelrich sind nicht die Diaeten verantwortlich (weil sie ja keine Personen sind), aber so drueckt man es eben aus.

      Waere diese Formuleirung besser: bei mesten Menschen fuehren die meisten Diaeten zwar kurzfristig zur Abnahme, aber langfristig zur Zunahme udn eventuell (dazu habe ich aber noch keine Untersuchungen gesehen) zum essgestoerten Verhalten.


      Mir geht es nicht um bessere oder schlechtere Formulierungen, sondern um die Haltung, die für mein Empfinden dahinter steht.
      So nehme ich eine andere Haltung ein, wenn ich etwas oder jemandem die Schuld für etwas gebe als wenn ich Verantwortung für mein Handeln übernehme.
      Ich bin davon überzeugt, dass die Sprache das Bewusstsein prägt und umgekehrt. Naja, und für andere sind es nur Worte...

      Schuld zuweisen hat für mich immer etwas mit dem Abgeben von Verantwortung zu tun. Und warum ich das Schuld zuweisen nenne - nun, ich lese den Begriff Schuld (also im Sinne 'die Diät ist schuld am Übergewicht') immer wieder in diesem Forum - und das drückt mir eine zu bequeme und passive Haltung aus.

      Was du über den Erfolg von Diäten schreibst, sehe ich genauso.

      Trotzdem denke ich, dass die meisten Menschen abnehmen könnten - auch ohne Diät, aber was der einzelne unter Diät versteht, kann sehr unterschiedlich sein.
    • Ivy schrieb:


      Ich bin davon überzeugt, dass die Sprache das Bewusstsein prägt und umgekehrt.


      Das kann ich nachvollziehen udn bin damit einverstanden. Es ist im Allgemeinen sehr wichtig, mit welchen Worten wir unsere Gedanken formulieren. Siehe z.B. das Buch von Maja Storch "Mein Ich-Gewicht", da wird die Funktion des Unbewussten erklaert, und wie es (ganz anders als bewusster Verstand) Worte interpretiert.

      Ivy schrieb:

      Naja, und für andere sind es nur Worte...


      Genau. Und das darf auch sein.

      Ivy schrieb:

      ich lese den Begriff Schuld (also im Sinne 'die Diät ist schuld am Übergewicht') immer wieder in diesem Forum - und das drückt mir eine zu bequeme und passive Haltung aus.


      Vielelicht siehst du es jetzt ein bisschen anders. Denn manchmal sind Worte tatsaechlich nur Worte. :)


      Ivy schrieb:

      Trotzdem denke ich, dass die meisten Menschen abnehmen könnten - auch ohne Diät, aber was der einzelne unter Diät versteht, kann sehr unterschiedlich sein.


      Ich waere hier vorsichtiger: Die meisten Menschen, die ein tiefgehendes, gesundes und vernuenftiges Beduerfnis nach Abnehmen haben, koennten vielleicht abnehmen. Vielleicht aber auch nicht.

      Vielelicht kommt die Wissenschaft irgendwann dazu, eine fundierte Grundlage der Gewichtsregulation zu erarbeiten. Im Moment ist es aber nicht so, deswegen koennen wir hier nur unsere Meinungen dazu aeussern. Du hast, auch aufgrund deiner positiven Erfahrung, diese Meinung entwickelt. Darauf hast du natuerlich ein Recht.

      Andererseits kann es sein, dass nicht jeder 15 Jahre lang eine Psychotherapie machen kann und/oder will. Dann wird es schon schwieriger, fuerchte ich.
    • Martina schrieb:


      Ich verstehe allerdings nicht, was daran falsch ist, Befürworter, insbesondere solche, die Bücher darüber schreiben, zu kritisieren. Ich mache z.B. einen Stefan Frädrich nicht für mein Übergewicht verantwortlich. Selbst wenn ich das wollte, könnte ich das nicht, da ich ihn erst 2007 kennen gelernt habe. Dennoch erlaube ich mir, die provokante Meinung zu haben, dass seine Bücher verantwortungslos und seicht sind und dass seine Morphingsendungen ein Skandal sind, insbesondere da doch mittlerweile bekannt ist, dass Diäten dick und krank machen und dass sie Essstörungen fördern.

      Ich fände es - mit den Erfahrungen, die ich persönlich gemacht habe - im höchsten Maße verantwortungslos, diesen Diätgurus, die ja doch nur auf der finanziell lukrativen Diätwelle schwimmen, nicht die Maske abzureißen.

      Das hat aber mit mir persönlich oder dem persönlichen Umgang der User mit ihrer eigenen Geschichte nicht das Geringste zu tun. Wenn Du das nicht verstehst, dann verstehst Du in der Tat einen Teil der Intention dieses Forums nicht.

      Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass es die "Epidemie" Übergewicht überhaupt nur gibt, weil man Ende der 60er das künstlich Unzufriedenhalten der Menschen, indem man ihnen suggeriert, dass sie so, wie sie sind, nicht in Ordnung sind, als prima Geschäftsidee entdeckt hat. Leider sind sehr viele Menschen intellektuell nicht in der Lage, das zu durchschauen (siehe Tanjas Geschichte). Umso wichtiger ist, dass die, die das durchschauen, das auch publizieren.


      Stefan Fädrich und Konsorten sehe ich genauso kritisch. Genau deswegen habe ich noch nie eine Diät gemacht.

      Die Intention des Forums versteh ich schon - denke ich - aber so manche Haltung verstehe ich nicht. Das muss ich aber auch nicht. Ich finde es normal, dass nicht immer über alle Haltungen und Themen ein Konsens besteht.

      Deine Behauptung über die "Epidemie Übergewicht" kann ich voll unterschreiben, dennoch fällt es mir schwer zu verstehen, warum jemand das nicht durchschaut. Und natürlich halte ich ein Forum wie dieses für eine wichtige Einrichtung, um u.a. über Diäten aufzuklären.
    • Muminfrau schrieb:

      Du hast, auch aufgrund deiner positiven Erfahrung, diese Meinung entwickelt. Darauf hast du natuerlich ein Recht.

      Andererseits kann es sein, dass nicht jeder 15 Jahre lang eine Psychotherapie machen kann und/oder will. Dann wird es schon schwieriger, fuerchte ich.


      Zum einen habe ich nicht 15 Jahre am Stück eine Psychotherapie gemacht, denn dann hätte irgendwann die Krankenkasse gestreikt ;).

      Zum andern ist abnehmen natürlich kein einfacher Weg. Ja stimmt, ich habe diesen Weg gewollt. Und ich bin immernoch dabei - inzwischen ohne Therapie.
    • Guten Morgen ihr Lieben,

      ich muss mich mal wieder in die Diskussion einklinken und meine Gedanken zu den vorherigen Threads reinschreiben.

      Hier wurde der Satz laut, dass man doch zu leichtfertig den Diäten die Schuld am Dicksein geben würde.
      Meine Meinung dazu ist: Seitdem es Diäten, Light-Produkte usw gibt, gibt es auch viel mehr fettleibige Menschen. Alleine DAS sollte einem zu denken geben. Dazu muss noch gesagt werden, dass nicht jede Diät für jeden Übergewichtigen die Passende ist.

      Die Eigenverantwortung für sich und seinen Körper ist so eine Sache. Ihr braucht nur mal meinen vorherigen Thread zu lesen. Besonders der Punkt an dem mir meine Kollegin vorpredigen wollte, wie viele Kalorien mein Pulvercappu hat. In diesem Moment versuchte sie mir meine eigene Verantwortung über das was ich in meinen Körper stecke, ungefragt in ihre eigene Hand zu nehmen.
      Leider ist unser Land voll von Menschen, die versuchen Anderen zu sagen, wie sie zu leben haben, was sie anziehen sollen, was sie essen sollen und wie sie aussehen müssen. Nicht jeder ist stark genug um sich nicht diesem Druck zu beugen.

      Was das Thema Diät angeht: Selbstverständlich habe ich mich mit meiner Ernährung auseinander gesetzt. In früheren Jahren war sie alles Andere als gesund und oft waren Lebensmittel sehr sehr knapp. Seit 2 Jahren allerdings esse ich so gesund wie schon lange nicht mehr, viel Obst, viel Gemüse, Vollkornbrot usw., habe sämtliche Fertigpackungen, Fixprodukte und Co. aus meiner Küche verbannt und bin trotzdem so dick wie noch nie zuvor in meinem Leben. Liegts vllt. an dem 8-10Std-Bürojob statt vorher nur 3 Std? Liegt es an der neuen Pille, die ich kurz vor der Gewichtszunahme verschrieben bekam? Esse ich vllt wirklich zuviel? Dreht mein Körper durch weil es nun endlich regelmäßig was zum Essen gibt? Liegts vllt. an der Schilddrüse? Habe ich vllt. eine Ess-Störung? Hat sich meine operierte Skoliose doch wieder verschlechtert, da seit einiger Zeit Atemprobleme aufgetreten sind? usw usw usw.

      So lange mir keiner dabei helfen kann oder will (z. B. Facharzt), die wirkliche(n) Ursache(n) für mein Übergewicht zu finden und diese dann zu eliminieren (was natürlich nicht einfach so mit einem Fingerschnippen geht), weigere ich mich irgendeine "Diät" zu beginnen, denn das wäre so als würde ich das Pferd von hinten aufzäumen und mich wundern dass es stinkt. Da wäre jede Diät zum Scheitern verurteilt und noch mehr als jetzt möchte ich nicht dank Jojo-Effekt auf die Rippen gekommen.

      Worüber ich auch nachdachte ist, dass es oft heißt wir seien stoffwechseltechnisch noch in der Steinzeit und würden jetzt zunehmen, weil zuviel Nahrung da sei. Mhm. Haben die Leute die das behaupten schonmal was von der Venus von Willendorf gehört? Hier ist ein Wikipedia-Link. Ich hoffe, ich darf den hier reinstellen.

      de.wikipedia.org/wiki/Venus_von_Willendorf

      Koooomisch...diese Figur wurde in der Altsteinzeit hergestellt. Da hätte es doch -lt. so manchem Ernährungsexperten- keine Übergewichtigen geben dürfen. Wieso war das Modell für diese Figur dann offensichtlich doch recht gut beleibt? Und ich bin mir sicher, diese Dame war nicht die einzige Übergewichtige in der Steinzeit.

      Zu meinem letzten Thread hier möchte ich noch Folgendes sagen: Es soll mir nochmal auch nur EIN Arzt erzählen, dass sich schlanke Menschen GESUND ernähren!!!


      Grüßlis
      Tanja
      [SIZE=2]Richtige Männer stehen auf Kurven denn nur Hunde spielen mit Knochen! (Unbekannter Verfasser)
      [/SIZE]
    • Ivy schrieb:


      Aber ich kann doch frei entscheiden, was ich davon umsetze.

      Wirklich? :rolleyes:
      Niemand ist völlig frei von Einflüssen, noch dazu, wenn sie so geballt und auf abwertende Art und Weise daher kommen. Sicher hilft es, gut informiert zu sein, aber niemand lebt in einem Vakuum. Wer das glaubt, ist m. E. umso empfänglicher für Einflüsse aller Art.

      Ivy schrieb:

      Ich habe den Eindruck durchaus gewonnen, dass die Diätkarriere oft betont und in Zusammenhang mit Schuld am eigenen Übergewicht genannt wird.

      Das ist für die meisten hier leider eine Tatsache, die nichts mit "Schuld" oder "Verantwortung abschieben" zu tun hat, sondern damit, dass Diäten durchaus die Ursache und somit eine Erklärung für langfristige Gewichtszunahmen sind - was im Übrigen auch wissenschaftlich belegt ist. Das zu erkennen hat nichts damit zu tun, nicht für sich selbst und sein Handeln die Verantwortung zu übernehmen. Im Gegenteil! Erst wenn ich erkannt habe, dass frühere Diäten für mein jetziges Übergewicht ursächlich waren, kann ich die Verantwortung dafür übernehmen, ab jetzt keine Diäten mehr zu machen und mein Gewicht so nicht weiter unnötig zu steigern.
    • Lea schrieb:

      Wirklich? :rolleyes:
      Niemand ist völlig frei von Einflüssen, noch dazu, wenn sie so geballt und auf abwertende Art und Weise daher kommen. Sicher hilft es, gut informiert zu sein, aber niemand lebt in einem Vakuum. Wer das glaubt, ist m. E. umso empfänglicher für Einflüsse aller Art.


      Das ist für die meisten hier leider eine Tatsache, die nichts mit "Schuld" oder "Verantwortung abschieben" zu tun hat, sondern damit, dass Diäten durchaus die Ursache und somit eine Erklärung für langfristige Gewichtszunahmen sind - was im Übrigen auch wissenschaftlich belegt ist. Das zu erkennen hat nichts damit zu tun, nicht für sich selbst und sein Handeln die Verantwortung zu übernehmen. Im Gegenteil! Erst wenn ich erkannt habe, dass frühere Diäten für mein jetziges Übergewicht ursächlich waren, kann ich die Verantwortung dafür übernehmen, ab jetzt keine Diäten mehr zu machen und mein Gewicht so nicht weiter unnötig zu steigern.


      Ich habe nie behauptet, dass irgend jemand frei von Einflüssen ist. Wie du oben schon zitiert hast, geht es mir um die UMSETZUNG.
      Wenn mir jemand suggerieren will, dass ich mit der Diät XY soundsoviel Kilo in soundsovielen Wochen abnehmen kann, kann ich frei entscheiden, ob ich diese Diät mache oder nicht.

      Ursache und Schuld sind zwei völlig unterschiedliche Aspekte - die Ursache ist - im Gegensatz zur Schuld - neutral, sie erklärt lediglich den Zusammenhang.

      Den Begriff Schuld habe ja ich nicht aufgebracht - ich lese es hier regelmäßig und beziehe mich darauf.
    • Ivy schrieb:

      Ich lese und schreibe hier. Und ich antworte auf Beiträge, wenn ich etwas dazu schreiben möchte, so wie andere User auf Beiträge von mir antworten, auch wenn ich mich gerade an jemand bestimmten wende.


      Ich persönlich finde, dass deine Art dies in diesem Thread zu tun sehr überheblich und anmaßend ist...

      Ich habe in meinem 46jährigen Leben immer versucht Verantwortung für mich und mein Handeln zu übernehmen. Trotzdem gibt es Faktoren (u. a. auch Diäten) die zu meinem Übergewicht beigetragen haben. Diese Forum bietet den Raum sich damit auseinander zu setzen. Zum Glück in der Regel ohne sich ans Bein pi..en lassen zu müssen.

      Hummelchen
    • Hummelchen schrieb:

      Ich persönlich finde, dass deine Art dies in diesem Thread zu tun sehr überheblich und anmaßend ist...
      Hummelchen


      Es ist nicht meine Intention überheblich oder anmaßend zu sein.
      Ich habe keinen Einfluss darauf, wie jemand meine Beiträge liest und versteht. Ich schreibe einfach wie ich es empfinde, was dann hinein interpretiert wird, bleibt jedem selbst überlassen.
    • Ivy schrieb:

      Ich habe nie behauptet, dass irgend jemand frei von Einflüssen ist. Wie du oben schon zitiert hast, geht es mir um die UMSETZUNG.
      Wenn mir jemand suggerieren will, dass ich mit der Diät XY soundsoviel Kilo in soundsovielen Wochen abnehmen kann, kann ich frei entscheiden, ob ich diese Diät mache oder nicht.

      Ja? Wenn Du z. B. von Ärzten massivst unter Druck gesetzt wirst? Du keine anderweitige Unterstützung hast und nicht die Möglichkeit, Dich entsprechend zu informieren? Das glaube ich nicht.

      Ivy schrieb:

      Ursache und Schuld sind zwei völlig unterschiedliche Aspekte - die Ursache ist - im Gegensatz zur Schuld - neutral, sie erklärt lediglich den Zusammenhang.

      Eben! Aber in der Umgangssprache wird "schuld sein an etwas" ja auch benutzt, um ursächliche Zusammenhänge zu erklären. "Das schlechte Wetter ist schuld an meinem Schnupfen" - sagt man schon mal, heißt aber auch nicht, dass das Wetter verantwortlich im Sinne von moralischer Schuld ist. Um im Beispiel zu bleiben: Wenn ich gewusst hätte, dass das Wetter so schlecht wird, hätte ich mich wärmer angezogen bzw. wenn ich gewusst hätte, dass Diäten dick machen, hätte ich wohl keine gemacht usw.

      Ivy schrieb:

      Den Begriff Schuld habe ja ich nicht aufgebracht - ich lese es hier regelmäßig und beziehe mich darauf.


      ABER (Hervorhebung v. mir):

      Ivy schrieb:

      Seit ich hier im Forum lese - und ich habe hier viel gelesen - stoße ich immer wieder auf Aussagen, wie die Diäten sind schuld am dicker werden, sich dickgehungert haben, eine neue Sau (Diät, Ideologie etc.) wird durchs Dorf getrieben usw. usf..


      Vielleicht liegt es ja daran:

      Ivy schrieb:

      Mit dem Begriff Schuld habe ich so generell meine Probleme


      Vielleicht aber auch nicht: Könntest Du Dich mit einer Umformulierung anfreunden wie z. B. "Diäten sind eine Ursache von langfristiger übermäßiger Gewichtszunahme"? Oder geht es gar nicht um das Wort "Schuld", sondern darum, dass Du Dir nicht vorstellen kannst, dass Diäten (egal welche) dick machen können?
    • Lea schrieb:

      Ja? Wenn Du z. B. von Ärzten massivst unter Druck gesetzt wirst? Du keine anderweitige Unterstützung hast und nicht die Möglichkeit, Dich entsprechend zu informieren? Das glaube ich nicht.


      Eben! Aber in der Umgangssprache wird "schuld sein an etwas" ja auch benutzt, um ursächliche Zusammenhänge zu erklären. "Das schlechte Wetter ist schuld an meinem Schnupfen" - sagt man schon mal, heißt aber auch nicht, dass das Wetter verantwortlich im Sinne von moralischer Schuld ist. Um im Beispiel zu bleiben: Wenn ich gewusst hätte, dass das Wetter so schlecht wird, hätte ich mich wärmer angezogen bzw. wenn ich gewusst hätte, dass Diäten dick machen, hätte ich wohl keine gemacht usw.


      Vielleicht aber auch nicht: Könntest Du Dich mit einer Umformulierung anfreunden wie z. B. "Diäten sind eine Ursache von langfristiger übermäßiger Gewichtszunahme"? Oder geht es gar nicht um das Wort "Schuld", sondern darum, dass Du Dir nicht vorstellen kannst, dass Diäten (egal welche) dick machen können?


      Wenn ein Arzt versucht mich unter Druck zu setzen, verlasse ich die Praxis und mache Gebrauch von der freien Arztwahl. Wer hat in diesem Land keine Möglichkeit sich zu informieren? Ich kenne niemanden und ich kenne mich mit der Möglichkeit sich Hilfe und Unterstützung zu holen gut aus, da ich im ersten Beruf Sozialarbeiterin bin - insofern weiß ich, dass jeder Information und Hilfe in Anspruch nehmen kann, der das möchte.

      Ich rede nicht über Umgangssprache, sondern über das Bewusstsein, das auch durch Sprache geprägt wird.

      Da ich noch keine Diät gemacht habe, weiß ich nicht, ob ich dadurch zugenommen hätte, aber ich glaube jedem seine Erfahrung und ich kann diesen Mechanismus Diät-Jojo gut nachvollziehen.
    • Ivy schrieb:

      Den Begriff Schuld habe ja ich nicht aufgebracht
      Ach nein, dann zitier doch bitte mal, wer hat hier im wörtlichen Sinne von Schuld gesprochen - außer dir?

      Ich finde, dass gerade du dabei bist, Schuld zuzuweisen. Und zwar in dem du unterstellst, wir wären nicht willens, Eigenverantwortung für uns zu übernehmen. :cool:

      Und an was sind wir denn jetzt schuld? Daran, dass wir früher mal das getan haben, was uns von allen (gerade auch von fachlich-medizinischer) Seite angeraten wurde, nämlich mit einer von außen reglementierten Ernährungsweise immer dicker statt dünner zu werden oder überhaupt an unserem Übergewicht?
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