Anständig essen - hat es jemand von Euch gelesen?

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    • Anständig essen - hat es jemand von Euch gelesen?

      Ich bin heute Morgen bei der Zeitungslektüre über einen Artikel zum Buch "Anständig essen" von Karen Duve gestolpert.

      Da ich bereits seit längerem mal wieder mit dem Thema Ernährung, insbesondere im Hinblick auf Fleisch, hadere, denke ich darüber nach, mir das Buch zu kaufen.

      Hat jemand von Euch es schon gelesen und kann mir sagen, ob die 20 Euro lohnen?

      Die Rezensionen bei Amazon sind ja recht vielversprechend.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Das Buch habe ich nicht gelesen, aber einen Artikel dazu in der Berliner Zeitung. Ich fand es klang interessant und habe auch schon überlegt, ob ich es mal lese. Hier der link zum Artikel: Ich bin das Opfer dieses Buches

      Allerdings geht es mir persönlich so, dass ich moralisch gesehen vermutlich die Einstellung der Autorin vollkommen teile und trotzdem ziehe ich nicht die entsprechenden Konsequenzen - aus Bequemlichkeit :(.
      [CENTER]★ [SIZE=1]I am fat. And I have this radical idea that I am allowed to exist.[/SIZE] ★
      [SIZE=1]by Fat Grrrl A[SIZE=1]ctivism[/SIZE][/SIZE]
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    • dramaqueen schrieb:

      Allerdings geht es mir persönlich so, dass ich moralisch gesehen vermutlich die Einstellung der Autorin vollkommen teile und trotzdem ziehe ich nicht die entsprechenden Konsequenzen - aus Bequemlichkeit :(.
      Bei mir ist die Moral die eine Seite. Die weitaus wichtigere Seite ist, dass ich irgendwie fies vor Fleisch bin, außer - paradoxerweise - vor rohem Fleisch. Mein Ehemann ist eine fleischfressende Pflanze. Das ist für mich immer mal wieder schwierig. Manchmal bin ich zwischendurch auch damit klar gekommen. Gerade tue ich mich schwerer damit. Ich will für mich einen gangbaren Weg finden.

      Es hat damit zu tun, dass ich am Ende eines Lebensabschnitts stehe. Ich habe jahrzehntelang ein monströses Chaos mit mir rumgeschleppt. In den letzten Monaten habe ich jenseits der Probleme, die von außen auf mich eingeprasselt sind und die es ganz schön in sich hatten, unser Leben in einer Konsequenz neu organisiert, wie es mir zuvor nie gelungen ist.

      Das Bedürfnis, ein Ernährungskonzept für unsere kleine Familie zu entwickeln, das uns beiden gerecht wird und mit dem ich mich gut fühle, kann jetzt wieder mehr Raum einnehmen. Das kommt von ziemlich weit unten in meiner Seele. Aber ich suche noch.
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    • Martina, da wünsche ich dir viel Erfolg deine Ernährung mit der deines Mannes gut unter einen Hut zu bringen. Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es geht. Ich habe mich ja vor einem dreiviertel Jahr entschieden mich aus gesundheitlichen Gründen vegetarisch zu ernähren. Am Anfang habe ich den Fehler gemacht, das Fleisch durch irgendetwas ersetzten zu wollen. Diese "Tofuphase" habe ich sehr schnell überwunden, weil ich dieses Produkt nicht mag. Ich habe mich durch Rezeptbücher und Chefkoch.de durchgekocht und siehe da, mein Mann und Sohn ist sehr oft begeistert, von den tollen Speißen, die ich zubereite. Zweimal die Woche koche ich Fleisch für die beiden, für mich und die Töchter vegetarisch. Häufig muss ich mein vegetarisches Essen vor meinen Fleischfressern schützen, da sie alles wegprobieren würden.
      So auch bei einem großen Geburtstagsfest, ich habe Lasagne gemacht, für die Vegetarier eine Gemüselasagne aus Auberginen, Champignon, Tomaten, Chili.
      Übrig war die fleischige Variante, die vegetarische war ratzeputz weg, das Rezept habe ich den Familien mitgegeben.
      Der Wunsch nach Fleisch ist bei meinen Jungs kleiner geworden, seit sie merken, fleischlos schmeckt auch sehr lecker.
      Ich bin viel aufgeschlossener für Gewürze und Produkte aus anderen Herren Ländern geworden.
      Die Buchbewertung hört sich für mich sehr interessant an. Gerade die Erfahrungen als Früchteesser finde ich sehr spannend. Allerdings wäre es für mich absolut nichts. Denn ich wollte weg von den Ernährungsextremen und eine Ernährung finden, die für mich gut ist und mir in Fleisch und Blut übergeht.
      Das heißt, sich nicht ständig mit irgendwelschen WW punkten rumplagen oder auf Cholesterinwerte bei Fleischprodukten schauen.
      Ich wünsche dir viel Erfolg.

      LG
      Evi
    • Ich drück dir auch die Daumen und hoffe aber für deine fleischfressende Pflanze alias Mann, dass sie nicht zu kurz kommt. Ich bin auch so ein Objekt und ich glaube ich wäre ziemlich sauer, wenn man mir meine Fleisch- bzw. Wurstrationen ausreden würde.
      Dass vegetarisches Essen auch gut schmecken kann, ist mir bekannt und für ne gute Auberginenlasagne lass ich jede mit Hackfleisch stehen. Aber ich möchte einfach auch Fleisch essen... oder was soll ich bitte schön in Spaghetti Carbonara reintun außer Speck... sonst wäre es ja keine Spaghetti Carbonara mehr... ja und ich weiß, dass Gemüsenudeln auch lecker sind, die gibt´s auch öfter bei uns ;)
      Alles in allem... jeder soll das bekommen, was er möchte... und notfalls muss man halt zwei Gerichte kochen.
    • fleisch ist nicht gleich fleisch, das wird euch jeder landwirt, der einigermassen tiergerecht agiert bestätigen. und genau so ist es mit anderen tierischen produkten - da muss nicht unbedingt das siegel "demeter" oder "bio" drauf pappen.

      wenn jemand fleisch und wurst gerne isst (was ich sehr gut verstehen kann) dann sollte er - so er es sich leisten kann - einen metzger seines vertrauens haben oder gar in einem hofladen seine vorräte einkaufen. dort kann man in aller regel erfragen wo die tiere, die man zu sich nimmt, herkommen oder im falle des hofladens darum bitten, durch die ställe und ggf. über die felder geführt zu werden.

      wir (als spezies) essen seit langer zeit tiere und pflanzen und im gegensatz zu denen, die es für sich ablehnen, lebewesen zu töten um selbst essen zu können, denke ich, solange es in achtung vor den lebewesen geschieht (sprich: die tiere so artgerecht wie irgend möglich gehalten und so schmerzfrei wie irgend möglich getötet und mit soviel achtung vor dem "produkt" wie irgend möglich dann schliesslich zu verarbeiten und zu verspeisen) ist es FÜR MICH in ordnung. allerdings hat das natürlich auch seinen preis und so wird auch die fleischfressendste pflanze unter umständen über den geldbeutel zum teilzeitvegetarier.

      klar ist, dass sehr viele der discountermärkte eben keine solchen tiere verkaufen - das geht bei den preisen, die dort für fleisch und wurst verlangt wird eben sicher nicht. das ist ähnlich wie mit den klamotten, die um kleine preise verkauft werden. händler müssen gewinne machen und wenn der endpreis niedrig ist, dann wird mit ziemlicher sicherheit das rohprodukt entweder in masse produziert (massentierhaltungen) oder die arbeitskraft, die darin enthalten ist, wird entsprechend gering bezahlt (kinderarbeit usw.)
    • Mir geht es, wie gesagt, erst an zweiter Stelle um die Moral. Die ist auch ein wichtiges Thema, aber bevor ich mir darüber Gedanken machen kann, brauche ich erst mal ein gangbares Konzept für uns beide. Und zwei Mahlzeiten kochen ist leider keins, weil ich ja dann zu gar nix anderem mehr komme.

      Ich verurteile niemanden, der Fleisch isst. Ich kann es nur nicht in großen Mengen, weil es mir oft zuwider ist, und zwar nicht aus moralischen Gründen. Ich kenne die Gründe nicht, aber schon als Kind mochte ich Fleisch nicht besonders gern. Mir reicht einmal in der Woche Fleisch auf dem Teller und wenn's gar keins geben würde, wäre es auch okay.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Martina schrieb:

      Mir geht es, wie gesagt, erst an zweiter Stelle um die Moral. Die ist auch ein wichtiges Thema, aber bevor ich mir darüber Gedanken machen kann, brauche ich erst mal ein gangbares Konzept für uns beide. Und zwei Mahlzeiten kochen ist leider keins, weil ich ja dann zu gar nix anderem mehr komme.

      Ich verurteile niemanden, der Fleisch isst. Ich kann es nur nicht in großen Mengen, weil es mir oft zuwider ist, und zwar nicht aus moralischen Gründen. Ich kenne die Gründe nicht, aber schon als Kind mochte ich Fleisch nicht besonders gern. Mir reicht einmal in der Woche Fleisch auf dem Teller und wenn's gar keins geben würde, wäre es auch okay.


      hmm, es gibt doch aber eigentlich viele möglichkeiten für den einen fleisch zu machen und den anderen eben mit den in kochshows so viel zitierten sättigungsbeilagen satt zu machen. ich meine, nudeln, reis oder kartoffeln mit gemüse und ner leckeren sosse dazu oder salat - dazu brauchts doch kein fleisch und dein männe kann dazu ja locker nen braten oder ein schnitzel oder was auch immer noch dazu bekommen.
    • Ja, wir arbeiten ja daran. Allzu viele Sättigungsbeilagen sind halt für mich auch nicht so gut.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Ich mache das so, dass ich uns z.B. eine asiatische Gemüsepfanne mit Reis koche, ein vollwertiges vegetarisches Gericht und meinen Männern halt einen Putenspieß dazu brate. Dann ernähre ich mich nicht von Beilagen und wir essen doch fast dasselbe.
    • Es gibt doch sehr viele Gerichte, zu denen man das Fleisch/Wurst nachträglich zufügen kann. Jeden Salat kann man mit Hähnchenbrust aufstoken. In Suppen kann man hinterher ne Wurst einlegen und in Gemüsegerichten, wie z.B. Aufläufen kann man auch eine Ecke mit Schinken anreichern.
    • Hallo Martina,

      es hört sich an als ob du ein extrem großes Ding gestemmt hast, wenn du sagst du hast Teile des Lebens neu organisiert und das Chaos beseitigt. Man konnte von hier aus nur am Rande Teile davon erahnen. Hört sich auf jeden Fall so an, als ob du mit schicken neuen Schuhen für 2011 an den Start gehts. Wünsche dir und dem carnivoren Onkel alles Liebe.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • Ich sehe kein Problem drin, für Mahlzeiten nur einmal zu kochen und es sowohl den Fleischessern wie auch denen, die lieber kein Fleisch essen, recht zu machen.
      Ich brate beispielsweise Putensteaks, dazu dünste ich knackiges Gemüse und koche entweder Reis oder Kartoffeln. Die Familie isst auch gerne Salat zum Essen.
      Wer es nicht mag, der lässt das Fleisch einfach weg, isst eben entsprechend mehr Gemüse und Beilagen, und trotzdem hat die Familie eine gemeinsame Mahlzeit, ohne dass "Extrawürste" gebrutzelt werden müssen.

      :daumen:



    • Martina schrieb:

      Es hat damit zu tun, dass ich am Ende eines Lebensabschnitts stehe. Ich habe jahrzehntelang ein monströses Chaos mit mir rumgeschleppt. In den letzten Monaten habe ich jenseits der Probleme, die von außen auf mich eingeprasselt sind und die es ganz schön in sich hatten, unser Leben in einer Konsequenz neu organisiert, wie es mir zuvor nie gelungen ist.
      Das Bedürfnis, ein Ernährungskonzept für unsere kleine Familie zu entwickeln, das uns beiden gerecht wird und mit dem ich mich gut fühle, kann jetzt wieder mehr Raum einnehmen. Das kommt von ziemlich weit unten in meiner Seele. Aber ich suche noch.


      So ähnlich ergeht es mir im Moment auch. Ich bezeichne es nicht als "montröses Chaos" sondern habe dazu das Bild eines unendlich dicken und wirren Knotens im Kopf, der sich nicht entwirren lässt. Aber so langsam löst er sich von außen auf als würde eine ätzende Flüssigkeit die wirren Verstrebungen des Knotens auflösen. So gelingt es auch mir, nach und nach mein Leben wieder in die Bahn bringen, die mir gut tut. Dazu gehört auch ein Ernährungskonzept, das zu mir passt. Lange beschäftige ich mich bereits mit dem Gedanken vegetarisch zu essen - der Wille war da, das Fleisch zu schwach. Letzten Freitag war Karin Duve in einer Talkrunde. Ich habe ihr Buch zwar nicht gelesen, nur den Artikel, jedoch hat sie relativ plastisch erzählt, wie sie den Selbstversuch erlebt hat und was ihr auf ihrer Reise alles begegnete. Dabei blieb mir ein Satz im Kopf hängen, zu dem ich "meine Bilder" nicht mehr los werde. Es hatte eine radikale Konsequenz - meinen seit Jahren gedachten Gedanken umzusetzen. Ich habe das Essen vegetarisch / vegan umgestellt. Es passt, vieles aß ich vorher schon und es bekommt mir sehr gut. Alleine diese Umstellung hat mich wieder einen riesen Schritt in meiner "Knotenauflösung" voran gebracht. Da gehört auch dazu, mich den "alten Kontakten" von früher zu "stellen", die mich nur schlank kennen. So langsam kann ich mein Gewicht emanzipieren. Es geht immer besser. Aber das nur am Rande...
    • Anständig Essen– das ist auch wirklich nun ein ganz akutes Thema in den Medien, auch gerade um und mit Karen Duve. Gestern Nacht lief mit ihr gerade eine interessante Sendung im "ZDF Nacht Studio", man kann es sich in der Mediathek auch nochmal ansehen. Also in der Nacht von Sonntag auf Montag, d.h. 23. auf 24. Januar 2011.In dieser Sendung wird immer ,finde ich, sehr seriös und fachlich diskutiert.

      Ich sah Karen Duve auch ich glaube vor zwei Wochen bei Anne Will, da wo es auch um den Dioxin Skandal ging.

      Insgesamt betrachtet ist dieses ein sehr komplexes schweres Thema.

      Bei Anne Will wurden sehr dramatische Bilder gezeigt, insbesondere das Ferkel bei vollem Bewusstsein kastriert werden, vielfach Kühe gar nicht richtig vor der Schlachtung betäubt werden und sie dann noch" um Hilfe rufen" sozusagen am Schlachthaken hängen. Man glaubt nicht, dass in Deutschland das alltäglich passiert. Sowas ist schockierend und abzulehnen.

      Karen Duve war auch in eine solche Hühnerzucht eingedrungen, auch hier zeigte man dramatische Bilder und sie hatte ein Huhn gefunden, was schlimm verängstigt schreiend an einem Haken hing, es hatte sich da verfangen. Niemand hätte das bemerkt, sie hat dann dieses Huhn mitgenommen und es lebt nun glücklich bei ihr.

      Was mich aber dabei auch sehr berührt und die Problemlage erkennen lässt, ist der Tatbestand, dass wir in Deutschland doch wohl mit dem Tierschutz viel weiter sind als in manch anderen europäischen Ländern und es daher zu jahrzehntelangen Diskussionen in der EU führt, wo schlussendlich nur der kleinste gemeinsame Nenner gefunden wird. Und für die Tiere kommt nichts heraus. Zum Beispiel in Frankreich, Italien oder Spanien sieht man das generell total anders. Dort herrscht kein Bewusstsein in diesem Maße in der Bevölkerung. Das wurde auch in den Sendungen nochmal deutlich gemacht.

      So wird alles tot diskutiert, und wenn es dann noch weltweit geht, desto schlimmer sieht es in Wirklichkeit aus.

      Ob man sogleich ein absoluter Vegetarier werden muss, das sollte man selber entscheiden und sehr ernsthaft prüfen. Grundsätzlich sind wir als Menschen, das zeigte sich auch in den Sendungen, erst zum Menschen geworden, als wir auch Fleischnahrung zu uns nahmen. Uns fehlen bestimmte Organe, wie bei der Kuh der Pansen, total vegetarisch ausgewogen sich zu ernähren.

      Meine beiden Töchter haben sich seit einem Jahr auf total vegetarisch umgestellt, auch aus den obigen Gründen und um sich wohlweislich gesünder zu ernähren. Ich für mich kann das nicht umsetzen, aber sie kaufen ja für mich ein und suchen nach den bestmöglichen Fleischprodukten, wo artgerechte Haltung versprochen wird. Ich finde auch, dass die Tierhaltung total gläsern werden muss und dass die Hühner nicht mehr in diesen dunklen Ställen sitzen dürfen. Bei uns in der Nähe ist auch so eine Hühnerzucht, ganz im Verborgenen, total unkenntlich. Wir sind da mal versehentlich durchgefahren, es sind lauter Wellblechhütten, und schon kamen welche, die uns vertreiben wollten. Man sieht also nicht, welche Dramen sich hinter diesem verbergen.

      Auf jeden Fall ist bekannt, dass Tiere, die bei der Tötung so sehr leiden müssen, Angsthormone in massiver Weise ausschütten und dieses essen wir dann mit.

      Es muss dahin führen, dass es eine artgerechte Haltung und bestmögliche "sanfte" Tötung gibt, dass man lernt sich ausgewogen und gesund zu ernähren, schon wird der Fleischkonsum deutlich reduziert. Man sagte in den Sendungen, dass die Schwellenländer genauso sich ernähren wollen wie wir, d.h., dass das Fleischessen in unheimlicher Form noch zu nehmen wird.

      Auf jeden Fall denke ich ist es wichtig, menschengerecht und ethisch einwandfrei diese Frage zu klären und dass wir auch das Tier als Mitlebewesen betrachten, denn wenn man jetzt sich auf die Ur Völker bezieht, wo es begann, Tiere zu essen, so erkennt man bei allen Völkern, dass sie diese Tiere aber verehren und auch ihre jeweiligen Götter um Verzeihung bitten, wenn Sie ein Tier töten müssen. Also das Bewusstsein, dass das Töten ein Problem ist, hat wohl schon zu Anfang bestanden.

      Von da her ist auch zu klären, wie die notwendige Proteinversorgung der Zukunft aussehen kann, denn man weiß, dass der Mensch dieses Gehirn wohl nur entwickeln konnte durch das massive Proteinessen.

      Da kommt es dann wieder zu den Problemen mit der Genforschung, auch das ist heftig, in dem Nachtstudio wurde gesagt, dass Deutschland sich da fälschlicherweise ausklinkt, weil auch hierüber die Versorgung der Menschheit mit Proteinen geklärt werden könnte.

      Auch das muss daher gläsern sein, denn es stimmt, dass unsere Produkte ja auch aus einer begründeten Genmanipulation sozusagen erst entstanden sind, nur nannte man das anders, begründet auf die Mendelsche Vererbungslehre. Und über die "Zucht " entstanden unsere heutigen Produkte wie Weizen, Kartoffeln, Reis usw.

      Man kann auch erwägen, gewisse Mengen an Tieren zu Essen, wenn man zum Beispiel an unseren heutigen Wildbestand denkt, eine Überbevölkerung von Tieren können wir auch nicht zulassen und müssen dort eingreifen. So geschieht es, dass notwendigerweise dann Tiere getötet werden müssen, hier lässt es sich nicht umgehen. Dass man dann diese Tiere auch noch dann ausnutzt, indem man diese weiterverarbeitet, ist sicherlich denkbar. Insbesondere ist bekannt, dass Wild sehr gesundes Fleisch beinhaltet.

      Auf jeden Fall ist wichtig, das zu diskutieren, wie der eine sagte, ist die Chance für die Menschheit tatsächlich das offene Internet, um Politiker und Entscheidungsträger mehr zu den richtigen Entscheidungen zu zwingen.

      So dient er auch zum Beispiel unsere Diskussion hier dafür.

      Ryana

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Ryana ()

    • Ein sehr schöner und ausführlicher Beitrag Ryana.:applaus:Auch bei mir im Freundeskreis und in anderen "Runden", ob nun virtuell oder im Reallife wird viel diskutiert.
      Was mir dabei zu denken gab war, dass einige meiner Diskussionspartner zu einer "alles oder nichts" Mentalität neigten. Nach dem Motto: Wer Fleisch isst, darf auch Pelz tragen!" bzw. andersherum: "Wer sich Vegetarier nennt, darf kein Leder tragen!" Sie nannten mich "pseudotierfreundlich", weil ich nicht ausschließlich vegetarisch koche, dass ich mein Fleisch aus artgerechter Haltung für teures Geld beim Biobauern kaufe..nicht wichtig. Für sie zählte nur absolute Konsequenz.

      Wie seht ihr das??
    • Hallo Sassy,

      Danke für deine prompte Antwort. Ich finde, du machst es nicht falsch, sondern hast für dich eine entsprechende Lösung gefunden. Wir sind eine Gesellschaft mit einer Meinungsvielfalt, die uns auch gut tut. Aber trotzdem muss unsere Gesellschaft zugleich auch akzeptieren, dass Menschen unterschiedlich mit bestimmten Dingen umgehen. In dem Rahmen der bestehenden Möglichkeit. Und ich finde auch deine Überlegungen deutlich engagiert, du lässt es nicht so einfach laufen, aber wir sind auch Menschen mit gewissen Grenzen.

      Natürlich gibt es auch immer wieder diese extrem Leute, aber das können diese für sich ja tun, das ist total in Ordnung, wenn sie andere nicht dadurch belasten oder Ausnutzen,bedrängen und andere eben auch akzeptieren, die das einfach nicht so machen können.

      Gerade unser Menschenleben ist doch so interessant und schön in der Form einer Bandbreite. Ich bin sowieso eine bandbreiten Theoretikern, Hihi, also ich meine das es für viele Dinge nicht nur" die Lösung" gibt, die die einzige Heilsbringerwahrheit ist. Und in der Bandbreite unserer Grundrechte und Menschenrechte darf alles geschehen. Da gibt es eben den reinen Veganer oder Fruktatier hier und auf der anderen Seite denjenigen, der Fleisch über alles liebt. Und dazwischen gibt es viele andere Möglichkeit.

      Und die Diskussion in unserer Gesellschaft dient dazu, die Bandbreite eben neu zu definieren. Wo kann sie beginnen und wo muss sie aufhören, das ist die Frage. Heute laufen viele Menschen noch herum, die auf dem Grundsatz unserer Rechte bedenkenlos Tiere töten, Pelze tragen und sich daran weiden. Da ist die Frage, ist diese Grenze noch tragbar?

      Aber ich denke, wir in unserem Alltag versuchen eine alltagsgerechte Lösung zu finden, die auch unseren eigenen Herzen entspricht. Man kann Tiere essen und muss nicht gleich zu einem Extremisten werden.

      Solche Extremisten sind immer auch dann schon Außenseiter, und wenn diese dann dieses gewalttätig -auch verbal -verbreiten wollen, hier wird auch hier die Grenze überschritten.

      Nein, Sassy, dich würde ich nicht "pseudtierliebhaberin" nennen, das ist auch verhetzend!!Da will jemand wohl provozieren.

      RYANA
    • Danke für Eure Vorschläge. Natürlich war es mir klar, dass man das so lösen kann, aber bei uns ist das doch ein bisschen komplexer, da auch noch diverse Unverträglichkeiten dazu kommen ... und bei jedem von uns andere ...

      Ich habe jetzt mal einen Termin für eine Ernährungsberatung gemacht. Mal gucken, was dabei raus kommt.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Ein sehr komplexes Thema, das von jedem anders gesehen wird und jeder
      geht anders damit um. Ryana's Ansatz, dass wir uns wohl ohne die
      tierischen Proteine nie soweit hätten entwickeln können, ist sicher richtig.
      Vielleicht hätte die Evolution auch einen anderen Weg gefunden aber das
      wäre rein hypothetisch. Jedoch sehe ich einen gravierenden Unterschied.
      Die Tiere wurden gejagt, hatten eine Chance zu entkommen und evtl.
      sogar die Möglichkeit, den Jäger zu töten. Mit dieser Methode wurden
      weder Arten ausgerottet noch wurde zu dieser Zeit extra für den Menschen
      gezüchtet. Bei Urvölkern gibt es das heute noch und auch die spirituelle
      Seite ist ein wichtiger Punkt, denn in der Tat erscheint es mir, dass es dem
      Menschen an sich sich sehr bewusst ist, was er tut, wenn er ein tierisches
      Leben nimmt. Das hat aber mit der Fleischproduktionsmaschine von heute
      absolut nichts mehr zu tun. Es wird nicht mal NUR soviel produziert, wie
      benötigt. Nein, es wird weit über den Bedarf produziert, einfach weil es
      billig ist. Da steckt schon eine gewisse Wertigkeit dahinter - wir haben die
      Fähigkeit verloren, die Wertigkeit der Tiere zu erkennen. Würden wir alle
      unser Fleisch selbst erlegen müssen und das konsequent, könnten wir uns
      diese Diskussion sparen, sie wäre nicht nötig.

      Es schreckt mich etwas, wenn hier in diesem Zusammenhang (Vegetarier
      etc.) von Extremismus gesprochen wird. Es gibt sehr konsequente
      Menschen, die das bis ins Detail durch ziehen und dann als radikal gelten.
      Das sehe ich nur so, wenn diese Menschen anderen ihr Tun vorhalten und
      sie womöglich noch als vermeintlich "schlechten Menschen" hinstellen.
      Jeder muss für sich entscheiden, wohin der Weg führen soll. Wenn man sich
      damit wohl fühlt, dann ist es für den Mensch in Ordnung.

      Bei mir hat sich das langsam entwickelt und war letztlich nur ein kleiner
      Schritt es nun auch konsequent umzusetzen. Mit Militanz hat das ganz
      sicher nichts zu tun.

      Wobei mir eines jedoch zu hoch hängt, wenn ich aktuell Pelze aller Art über
      die Fashion Week rennen sehe... Das ist für mich in der Tat völlig sinnfrei
      und gehört nicht mehr in unsere Zeit.
    • paulinchen schrieb:

      Es schreckt mich etwas, wenn hier in diesem Zusammenhang (Vegetarier etc.) von Extremismus gesprochen wird. Es gibt sehr konsequente Menschen, die das bis ins Detail durchziehen und dann als radikal gelten. Das sehe ich nur so, wenn diese Menschen anderen ihr Tun vorhalten und sie womöglich noch als vermeintlich "schlechten Menschen" hinstellen. Jeder muss für sich entscheiden, wohin der Weg führen soll. Wenn man sich damit wohl fühlt, dann ist es für den Mensch in Ordnung.

      Es gibt immer radikale/extreme Mitglieder in einer Gruppe. Von genau denen wurde hier halt gesprochen, diese wurden erwähnt als Extreme. Es gibt sie nunmal. Längst nicht alle sind Extreme oder auch Radikale, das ist richtig. Ich denke mal, es ist für einen selbst immer erschreckend, wenn man daran erinnert wird, dass "in der eigenen Gruppe" es auch Menschen gibt, die so extrem sind, es sei denn man ist selbst radikal. Letzten Endes sind solche Erscheinungen zwar nervend, aber wohl normal, in jeder Interessensgruppe. Radikale sind ímmer extrem, aber es gibt halt welche, die sich damit begnügen, dies im eigenen rahmen zu sein, und die anderen Radikalen, die versuchen andere zu missionieren, zu moralisieren. Erstere sind doch in Odnung, muss ja jeder selbst wissen was er/sie tun will, letztere fallen als erstes auf und werden normalerweise negativ empfunden. Sie "machen von sich reden" und deshalb kommt sehr schnell die Sprache auf sie, auch wenn man weiß, dass sie nur einen kleinen Teil der großen Interessensgruppe "Vegetarier" ausmachen. Auch das sehe ich als normal an. Insofern braucht man sich da eigentlich nicht schrecken lassen.

      Gruß
      Dani
      Fat people have the right to exist in fat bodies regardless of how we got fat, what being fat means, or if we could be thin through some means – however easy or difficult. There are no other valid opinions on this. We have the right to exist without [...] stigmatization, period. (Ragen Chastain)
    • paulinchen schrieb:

      wir haben die
      Fähigkeit verloren, die Wertigkeit der Tiere zu erkennen.


      paulinchen schrieb:

      wenn ich aktuell Pelze aller Art über
      die Fashion Week rennen sehe... Das ist für mich in der Tat völlig sinnfrei
      und gehört nicht mehr in unsere Zeit.


      Selten hat mir jemand in dieser Problematik so sehr aus der Seele gesprochen.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******
    • paulinchen schrieb:



      Wobei mir eines jedoch zu hoch hängt, wenn ich aktuell Pelze aller Art über
      die Fashion Week rennen sehe... Das ist für mich in der Tat völlig sinnfrei
      und gehört nicht mehr in unsere Zeit.


      Knallfrosch schrieb:

      Selten hat mir jemand in dieser Problematik so sehr aus der Seele gesprochen.

      Jetzt mal ganz ab vom Thema und dazu: Am furchtbarsten empfinde ich es, wenn Leuten dann sozusagen "alte Pelze" aufgepimpt oder im Original tragen und als Argument bringen, dass dem Tier schon lange nichts mehr wehtut.
      Ich frage mich, für was ich in den Achzigern demonstriert habe... aber dieses unterschwellige Wiederkehr gilt ja auch für Haifischflossensuppe und Froschschenkel, da sind sich die Fernsehköche nicht zu blöd dafür, diese Speisen wieder "salonfähig" zu machen.
      Da ich selbst Fleisch esse, nehmen mir solche Leute dann mit "blöden" Sprüchen sehr schnell den Wind aus den Segeln, sodass ich eigentlich nix mehr dazu sagen kann oder will.
      Aber schrecklich find ich's doch.
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    • Nordlicht schrieb:

      Es gibt immer radikale/extreme Mitglieder in einer Gruppe. Von genau denen wurde hier halt gesprochen, diese wurden erwähnt als Extreme. Es gibt sie nunmal. Längst nicht alle sind Extreme oder auch Radikale, das ist richtig. Ich denke mal, es ist für einen selbst immer erschreckend, wenn man daran erinnert wird, dass "in der eigenen Gruppe" es auch Menschen gibt, die so extrem sind, es sei denn man ist selbst radikal. Letzten Endes sind solche Erscheinungen zwar nervend, aber wohl normal, in jeder Interessensgruppe. Radikale sind ímmer extrem, aber es gibt halt welche, die sich damit begnügen, dies im eigenen rahmen zu sein, und die anderen Radikalen, die versuchen andere zu missionieren, zu moralisieren. Erstere sind doch in Odnung, muss ja jeder selbst wissen was er/sie tun will, letztere fallen als erstes auf und werden normalerweise negativ empfunden. Sie "machen von sich reden" und deshalb kommt sehr schnell die Sprache auf sie, auch wenn man weiß, dass sie nur einen kleinen Teil der großen Interessensgruppe "Vegetarier" ausmachen. Auch das sehe ich als normal an. Insofern braucht man sich da eigentlich nicht schrecken lassen.

      Gruß
      Dani


      Nicht viel anderes habe ich mit meinem Post sagen wollen...
      Ich stolperte höchstens über das Wort "Extremisten", das bei mir
      grundsätzlich anders belegt ist. Als harmloser Veganer wollte ich nicht in
      diesem Topf landen und mitverwurstelt werden :D Dass sich in jeder
      Gruppe auch radikalere Köpfe befinden, schreckt mich dagegen nicht...
      Plus und Minus ergibt auch wieder Gleichgewicht ;)