Dicke und die Krebsforschung [Artikel in der ZEIT]

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Dicke und die Krebsforschung [Artikel in der ZEIT]

      In der aktuellen Ausgabe der ZEIT steht der Artikel Übergewicht könnte Krebsrisiko Nummer eins werden.
      Wer den Artikel bis zum Ende durchhält, kann anschließend die interessanten und kontroversen Leserkommentare auch noch lesen.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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    • Ähnliches dachte ich mir auch. Nichts wird verifiziert. Gerade von einer Wochenzeitung wie der Zeit erwarte ich mir eigentlich gründliche Recherche und eine weniger schnell zusammengeschriebene Aneinanderreihung von Behauptungen.
      In den Leserkommentaren gab es einige Anmerkungen dazu.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
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      — Sam Levenson
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    • Das Krebsrisiko scheint mit der Anzahl der vorhandenen Körperzellen zusammenzuhängen, die entarten können:

      Krebs: Größere Menschen haben ein höheres Krebsrisiko


      demnach dürfte ein kleiner, dicker Mensch das gleiche Krebsrisiko haben wie ein großer, schlanker Mensch; am höchsten ist es dann beim großen, dicken Menschen, oder?

      Mit freundlichem Gruß Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Martina () aus folgendem Grund: Link korrigiert; er führte zu einem anderen Artikel, von dem aus auf den diskutieren Artikel verlinkt wurde

    • Ganz langsam.

      Wer größer ist hat schon durch die Anzahl der Körperzellen ein größeres Risiko an Krebs zu erkranken? -
      Das ist keine neue Theorie. Mir wurde schon vor dreißig Jahren empfohlen, mir doch untenrum alles rausnehmen zu lassen "dann könne da schon nichts mehr krebsig entarten". Diese Empfehlung kam damals "einfach so" - ohne Anlass.
      (Heute weiß ich, daß die Frauenärzte soundsoviel Hysterektomien brauchen, um ihre Scheine zu bekommen ...)

      Mit dem gleichen Recht könnte man dann auch sagen, wer noch eine Lunge hat, läuft einfach zu viel Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken ...?
      Und wer noch einen Kopf hat, läuft Risiko, zum Migränepatienten zu werden ...?
      Ich meine, was sind denn das für Argumentationen ? ...

      Man müßte jetzt zuerst mal untersuchen, warum Menschen die Körpergröße haben, die sie haben? Irgendwie scheint es ja, als ob die Menschen gerade im letzten Jahrhundert die Tendenz zu vermehrtem Längenwachstum haben?
      Im Studium wurde uns damals die Theorie vorgeschlagen, das vermehrte Längenwachstum der Röhrenknochen sei im Vergleich zu früheren Generationen auf den vermehrten Zuckerverzehr zurückzuführen ... ? ... ?
      Klingt für mich teilweise logisch, weiß aber nicht wirklich, ob da was dran ist

      Wenn es aber tatsächlich so wäre, dann wären viele Menschen wegen eines erhöhten Zuckerverzehrs groß. Was die Chemikalie Zucker im menschlichen Körper macht - das fangen wir gerade an zu entdecken.
      Würde das dann aber auch bedeuten, daß längere Menschen ein höheres Krebsrisiko haben, weil sie irgendwann in ihrem Leben zu viel Zucker abbekommen haben ... ? ...

      Es gibt noch viele andere Theorien zum Längenwachstum des Körpers.
      Die müßte man erst mal alle ins Kalkül nehmen, bevor man Rückschlüsse darauf ziehen kann, wodurch nun das höhere Krebsrisiko tatsächlich ausgelöst werden könnte ?

      Ich würde also mal sagen, bloß nicht verrückt machen lassen von einem Artikel, der sich mit der Länge des Körpers in Relation zum Krebsrisiko beschäftigt und dann im Schlusssatz blitzschnell die Volte hin zum Übergewicht macht bzw. zur Ermahnung, man solle das Normalgewicht halten ...
    • Das Längenwachstum der Menschen muss nicht unbedingt etwas mit vermehrtem Zuckerkonsum zu tun haben (oder Stärke). Es kann auch einfach daran liegen, dass Menschen allgemein besser (hochkalorischer) ernährt werden als es vor z. B. 100 Jahren der Fall war.

      Ich hatte mal eine Katze, die aufgrund ihrer Rasse eigentlich sehr groß hätte sein müssen. Sie war draußen geboren und hat auch wohl die ersten Monate ihres Lebens als sog. "Wildling", also ohne menschliche Unterstützung, verbracht. Sie war nur halb so groß, wie sie hätte sein sollen. Der Tierarzt führte das auf eine zu geringe Eiweißaufnahme in der Kindheit zurück.

      Das Kätzchen blieb während ihres ganzen Lebens recht schlank, ohne dass ich auf ihre Futteraufnahme achten musste. Die dicke Katze, mit der sie meine Wohnung teilen musste, hat die schlanke um fünf Jahre überlebt. Zwar hatte keine von beiden Krebs, aber man sagte mir immer, dass die dicke Katze nicht so lang leben würde, weil sie dick war. Sie war fast 20 als sie starb.

      Will sagen: Lasst euch nicht verrückt machen. Nix Genaues weiß man nicht.
      [CENTER]Summ summ summ
      [SIZE=1](Honigbiene)[/SIZE][/CENTER]
    • Da werden wir am Arbeitsplatz und auf der Straße mit erwiesenermaßen krebserregenden Stoffen konfrontiert: von Asbest, das zum Teil immer noch in alten Gebäuden steckt (erst letztes Jahr wurde bei uns in der Firma eine asbesthaltige Dachisolierung ersetzt), Dieselfeinstaub, Lösungsmitteln, Druckertonern, Bohremulsion, Schweißdämpfen etceterapipapo. Was in unseren Lebensmitteln steckt, will uns erst recht niemand verraten (eine EU-Kommission verklagt übrigens gerade Italien, weil die Italiener darauf bestehen, dass Käse nur aus Milch hergestellt werden darf...). Wir haben Kernkraftwerke, Kohlekraftwerke, Chemieindustrie, Elektrosmog, Plastik allüberall...
      So viel kann ich gar nicht abnehmen, um das Krebsrisiko aus der Umwelt zu kompensieren. (Nach deren Theorie dürfte ja in Japan kaum ein Krebsfall auftreten, so klein und schlank wie die im Durchschnitt sind.)
      Phhh.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:


      So viel kann ich gar nicht abnehmen, um das Krebsrisiko aus der Umwelt zu kompensieren. ...... Phhh.


      Ja genau.

      Für mich sind derart gestreute "Meldungen" in der Presse im Grunde eine saturnische Idee - Du weißt schon, Saturn, der Typ mit der Sense, der Schnitter, der Sensenmann -
      es ist nämlich in der Tat bewiesen, daß das Krebsrisiko erst dann bei Null liegt, wenn die Anzahl der Körperzellen auch bei Null liegt ...

      Wenn man sich immer nur auf die Risiken konzentrieren will ... auf die schlechten Möglichkeiten ... auf all das was eventuell geschehen könnte ... - und dann auch noch einen Schuldigen dafür sucht, nämlich die bösen undisziplinierten Dicken ...
      - es erzeugt weniger "Aufklärung" als vielmehr Angst ...

      Wir sind Alle hier um zu wachsen ... in die Länge, in die Breite, seelisch, menschlich, ... in jeder Hinsicht zu wachsen.
      Leben ist Wachstum.
      Aber Leben ist auch immer lebensgefährlich ...
      Entscheidungen können uns auf Wege führen, die uns hinterher nicht wirklich gefallen ...
      so lange auch nur eine Zelle vorhanden ist, kann diese Zelle auch erkranken ...
      Übrigens kann sie auch wieder gesunden ...
    • Moin!

      Ich hab mich gerade erst vorgestellt, wollte mich nämlich unbedingt zu diesem Thema äußern!

      Ich hatte mit 35 Brustkrebs, also vor nun mehr 9 Jahren. Gerade beim Brustkrebs kriegt man von allen Seiten zu hören, das Übergewicht mit der größte Risikofaktor ist an Brustkrebs zu erkranken.

      Meine Erfahrungen über nun 9 Jahre nach der Diagnose: ich bin in meiner Selbsthilfegruppe von zur Zeit ca. 15 Frauen bin ich die einzige Dicke. Ein, zwei sind ein wenig moppelig, die anderen alle schlank, vor allem vor der Diagnose. Während der Chemozeit, in der man viele andere Frauen kennenlernt während die Chemo in einen reinläuft, saßen nur schlanke Frauen um mich rum. Dann kam die Bestrahlungszeit...fast ausschließlich schlanke Frauen. Dann fuhr ich in die AHB (Reha)... bis auf eine andere und mir: alles schlanke Frauen.

      Was soll man davon halten? ;)

      LG Cinnamon

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Cinnamon ()

    • Ich hatte Gebärmutterschleimhautkrebs. Auch ich habe zu hören bekommen, dass das von meinem Übergewicht kommt, weil das Fettgewebe so viel Östrogen produziert. Allerdings haben 50% der betroffenen Frauen kein Übergewicht. Allerdings habe ich auch noch einen anderen Risikofaktor: Kinderlosigkeit.

      Man hat mir dringend geraten, weiter bis auf Normalgewicht abzunehmen (was ich gar nicht möchte). Das sei wirkungsvoller als eine Chemotherapie. Ich habe praktisch jede Dissertation zu dem Thema gelesen, die es im Internet gibt. Übergewichtige Frauen haben demnach keine schlechtere Prognose als Normalgewichtige.
    • Dass Übergewicht die Ursache für viele Krankheiten ist, dürfte kein Geheimnis sein. Ob Krebs deswegen nun tatsächlich dazugehört, lasse ich mal dahingestellt. Eine Diskussion darüber bringt in meinen Augen nur eins: Frust !! Also nicht wirklich zielführend. Das ist aber nur meine Meinung.
    • Honigbiene schrieb:

      Ach ja? Viele? Welche denn nun genau? Und auf welche validierten Studien beziehst du dich?


      Auch wenn ich selbst stark übergewichtig bin, verschließe ich persönlich nicht die Augen vor Tatsachen. Angefangen vom Wundscheuern (nachzulesen hier im Forum) bis hin zum Bluthochdruck. Auch jeder einigermaßen seriöse Arzt wird dir diverse Beispiele anführen können.
      Das heißt aber noch lange nicht, daß ich mich für meine Figur schäme. Dennoch besitze ich so viel Ehrlichkeit mir selbst gegenüber, meine persönliche Situation nicht als anstrebenswert zu betrachten. Das beste daraus machen... o.k. Ich würde diesen Zustand jetzt aber auch nicht um jeden Preis unbedingt so erhalten wollen.

      ;)
    • Kürbis80, es hat nichts mit "sich vor Tatsachen verschließen" zu tun, wenn man so wie Honigbiene Pauschalisierungen ablehnt, wie Du sie äußerst in einer Aussage wie

      Kürbis80 schrieb:

      Dass Übergewicht die Ursache für viele Krankheiten ist, dürfte kein Geheimnis sein.
      .
      Nicht jeder Dicke ist automatisch kranker als ein dünner Mensch, auch Dünne haben Bluthochdruck etc.
      Übergewicht ist nicht alleinige Ursache vieler Krankheiten, die oftmals eher mit Dicken als mit Dünnen in Verbindung gebracht werden, sondern nur ein Aspekt unter vielen.
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      — Mary Flannery O'Connor

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    • kampfzwerg schrieb:

      Kürbis80, es hat nichts mit "sich vor Tatsachen verschließen" zu tun, wenn man so wie Honigbiene Pauschalisierungen ablehnt, wie Du sie äußerst in einer Aussage wie .
      Nicht jeder Dicke ist automatisch kranker als ein dünner Mensch, auch Dünne haben Bluthochdruck etc.
      Übergewicht ist nicht alleinige Ursache vieler Krankheiten, die oftmals eher mit Dicken als mit Dünnen in Verbindung gebracht werden, sondern nur ein Aspekt unter vielen.


      Hallo Kampfzwerg, all das habe ich auch nie behauptet. Aber genau so gut könnte man sagen "rauchen ist nicht automatisch schädlich für die Gesundheit", man dürfe hier nicht pauschalisieren. Ich ziehe meine Schlüsse unter anderem auch aus eigenen, persönlichen Erfahrungen. Aus gesundheitlichen Problemen, die ich als ehemals "Normalgewichtiger" einfach nicht hatte und die Freunde und Bekannte mit ähnlicher Figur ebenfalls bestätigen.
    • Kürbis80 schrieb:

      [...] all das habe ich auch nie behauptet.
      Du hast es aber genau in der Form pauschalisiert, die Du jetzt ablehnst. Wenn Du es nicht so meinst, dann wäre es ratsam künftig etwas bedachter zu formulieren, um Missverständnissen aus dem Wege zu gehen.
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    • kampfzwerg schrieb:

      Du hast es aber genau in der Form pauschalisiert, die Du jetzt ablehnst. Wenn Du es nicht so meinst, dann wäre es ratsam künftig etwas bedachter zu formulieren, um Missverständnissen aus dem Wege zu gehen.


      Hallo Kampfzwerg, Missverständnisse sind natürlich immer doof, da gebe ich dir völlig Recht. Bin jetzt ehrlich gesagt aber auch selbst etwas irritiert.
      Zusammengefasst wollte ich einfach nur sagen, dass viele Krankheiten auf Übergewicht zurückzuführen sind, ergänzt habe ich, daß das aber nicht automatisch der Fall sein muss. Wenn das so verstanden wurde, ist alles in Butter :)