Besuch in Brüssel

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    • Besuch in Brüssel

      Hallo zusammen,

      ich habe das letzte Wochenende mit meinem Freund in Brüssel verbracht.

      Mir (und meinem Freund) ist aufgefallen, dass wir dort so gut wie keine (richtig) dicken Menschen gesehen habe - dieses Phänomen hatte ich auch schon mal in Paris...

      Obwohl ich also überall immer die Dickste war, bin ich nirgendwo komisch angegeschaut worden. Hier in Deutschland passiert mir das oft, dass man regelrecht angelotzt wird (nicht nur als dicker Mensch). Meiner englische (schlanken) Freundin ist das bei Ihrem ersten Besuch in Deutschland auch unangenehm aufgefallen. Sie empfand dieses Geglotze als sehr unhöflich...

      Habt ihr ähnliche Erfahrungen im Ausland gemacht oder leide ich unter Wahrnehmungsstörungen?

      LG
      Hummelchen
    • Zu Brüssel/Belgien kann ich jetzt nichts sagen, ist zu lange her, dass ich da war. Aber bestätigen kann ich die Beobachtung für Irland, Spanien und Frankreich.

      Vielleicht sind die die Deutschen auch deshalb angeblich die dicksten Europäer, weil man hier so schön eine gewinnbringende Hysterie mit solchen Behauptungen lostreten kann, während es den Menschen in anderen Ländern am Hintern vorbei geht?
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    • Ich hab mal ein Jahr in Brüssel gelebt und hatte auch den Eindruck, dass es in Belgien - wie auch in Frankreich - weniger Übergewichtige gibt als in Deutschland. Angeglotzt worden bin ich nie. (Allerdings hab ich das Problem in Deutschland auch nicht.) Die Belgier sind generell höflicher im täglichen Umgang miteinander und urteilen weniger vorschnell negativ über andere, so meine Erfahrung, die sich mehrfach bestätigt hat.

      Dass es in Deutschland mehr Übergewichtige gibt als in Belgien und Frankreich, kann ich mir schon vorstellen. Man kann sich jetzt fragen, woran es liegt. Vielleicht mal die Ernährung umstellen? Weniger zum Frühstück, dafür mehr zum Abendessen? Schönes weißes Baguette statt Vollkornbrot? Öfter mal 'ne schöne, große Portion doppelt fritierte Pommes oder leckere zuckrige Waffeln zwischendurch? Aber haben wir nicht alle gelernt, dass grade das unbedingt zu vermeiden ist? :rolleyes:

      Belgische Pralinen und Schokolade sind übrigens auch sehr lecker ... (Und als ich in Belgien war, konnte ich mein Gewicht dennoch halten ...)
    • Schneckennudel schrieb:



      Belgische Pralinen und Schokolade sind übrigens auch sehr lecker ...


      Ja, sehr lecker - in Brüssel ist ja fast jedes zweite Geschäft ein Chocolatier:schleck:

      Es ging mir eigentlich auch nicht so sehr um die Frage, ob es dort weniger Dicke gibt, sondern um das Glotzen. Auch nicht das Anglotzen von dicken Menschen, sondern im Allgemeinen.

      Und das fällt mir und Besuchern aus anderen Ländern schon auf.
    • Hummelchen schrieb:

      JAuch nicht das Anglotzen von dicken Menschen, sondern im Allgemeinen.
      Und das fällt mir und Besuchern aus anderen Ländern schon auf.


      Mir gehts in anderen Ländern immer umgekehrt, keiner guckt nach einem, ins Gespräch zu kommen fällt schwerer und man hat das Gefühl keine Sau interessiert sich für einen. Dann aber lieber glotzen.
    • Also, ich habe hier das Gefühl, dass beides zutrifft: einerseits Glotzen und andererseits keine wirkliche Kommunikationsbereitschaft. Frag in Irland oder Spanien mal nach dem Weg und du hast mit 99%iger Wahrscheinlichkeit ein Gespräch an der Backe. ;)
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    • babelfish schrieb:

      Mir gehts in anderen Ländern immer umgekehrt, keiner guckt nach einem, ins Gespräch zu kommen fällt schwerer und man hat das Gefühl keine Sau interessiert sich für einen. Dann aber lieber glotzen.


      Hmm, das kommt vielleicht auf die Länder an. Ich bin viel in Großbritannien, Irland und in Skandinavien unterwegs - und da habe ich wirklich ganz andere Erfahrungen gemacht. Ich empfand die Menschen dort immer als sehr viel offener und freundlicher...
    • Deutschland ist einig Glotzerland!

      Ich hatte vor vielen Jahren besuch von einer sehr schlanken Norwegerin und wir waren u.A. in Köln, Düsseldorf, Ruhrgebiet und Bonn unterwegs.
      Sie empfand das Geglotze als sehr unangenehm und fragte mich mehrmals, ob sie etwas falsch macht.
      Sie meinte, dass sie den Eindruck habe, dass man ihre Schuhe begucke, da der Blick dorthin am intensivsten ist. Irgendwann, nach dem xten gefühlten Blick wurde sie richtig unsicher und hatte auch keinen Spaß mehr an der Schifffahrt auf dem Rhein. Sie meinte "besonders die deutschen Oma´s glotzen am meisten":grins::grins:.
      Sie sagte auch, dass sie es als sehr unhöflich empfindet und das es sowas in Norwegen nicht gibt.
      Das wurde mir bei einem Urlaub in Norwegen auch bestätigt; dort kümmert man sich um sich selbst und begegnet anderen Menschen erstmal mit Freundlichkeit und Arglosigkeit.

      Vor 6 Wochen waren wir auch ein Wochenende in Brüssel und ich kann das auch nur bestätigen, was Hummelchen schreibt.
      Ich fühlte mich dort "wie ein normaler Mensch":hopps::grins:
      Unseren Sommerurlaub in diesem Jahr haben wir an der belgischen Nordseeküste verbracht und weder auf der Promenade noch am Strand glotzt einer "irgendwie schäl". Man kommt mit den Leuten, die die Strandkabine links und rechts von einem gemietet haben schnell ins Gespräch und die Leute sind auch sehr hilfsbereit.
      Und in den östlicheren Städten wie Prag oder Bratislava fühlte ich mich genau so:daumen: ...während ich mich gerade in München unwohler fühle.

      Mein Mann erzählte mir von einer Dienstreise nach Bietigheim-Bissingen in Baden-Württemberg, wo er mit einem Arbeitskollegen ein Projekt seiner Firma besucht hat. Da stehen die Zwei im Anzug und Schlips
      und hörbarem anderem Dialekt als der dortige vor einem Gebäude und machen Fotos, dann kommen "Einheimische" daher und fragen im sehr rüdem Ton "Wasch machens´hie?"
      Beide gehen zum Mittagessen in einen Fleischerimbiss, der Imbissbereich ist bis auf einen Mann leer, dort ist eine lange Tafel es gab Wandtische mit Hockern. Der Mann saß an der gegenüberliegenden Seite der langen Tafel und mein Mann und sein Kollege setzten sich ans andere Ende und der Mann sagte "Könnensch sich net woanders nisetze!?"
      Dabei gab es mit dem Mann keine Berührungspunkte, auch von ihren Gesprächen hätte er wegen der Distanz nichts mitbekommen.

      Nun ja, dass ist halt die deutsche Stieseligkeit:-o, in der einen Region mehr, in der anderen Region weniger ausgeprägt.

      Eine Freundin erzählte von ihrem Individualurlaub per Mietwagen an der türkischen Schwarzmeerküste und dort wurde sie an die Tische der türkischen Familien in den Restaurants eingeladen, als man gesehen hat, dass sie alleine an einem Tisch sitzt!
    • Schneckennudel schrieb:

      Die Belgier sind generell höflicher im täglichen Umgang miteinander und urteilen weniger vorschnell negativ über andere, so meine Erfahrung, die sich mehrfach bestätigt hat.


      Ich finde, dass hat sich in den letzten Jahren leider ins negative gewandelt, besonders seitdem der flämische Wunsch nach Unabhängigkeit immer lauter wurde und bei der Wahl 2010 die flämischen Nationalisten im Parlament die Mehrheit erlang.
      Die Wahl war im Juni 2010 und einen Monat später waren wir dort im Urlaub (Westflandern) und man bekam es oft mit, dass die Flamen die französischsprechenden Wallonen ignoriert haben oder partout auf flämisch geantwortet haben, als die Wallonen sie auf französisch angesprochen haben und dann wieder auf flämisch geantwortet haben, wenn die Wallonen es wiederholten, weil sie es nicht verstanden hatten...ein hin und her (und der Flame verstand und sprach französisch!).
      Das haben wir in Restaurants, Café`s, Supermärkten und auch beim Fahrer der dort an der Küste entlangfahrenden "Kust-Tram" erlebt.
      Der bestand bei einer französischsprechenden Familie auf flämisch, die wollten nur eine Fahrkarte kaufen und sind dann entnervt wieder ausgestiegen.
      Wir als Deutsche wurden freundlicher behandelt und es wurde sofort deutsch mit uns gesprochen.

      Im frankophonen Brüssel war es genau umgekehrt zu beobachten, da hat dann der Flämischsprechende Pech gehabt:mad:.