Schicksal einer Fettleibigen

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Schicksal einer Fettleibigen

      - beschrieben in einem Artikel des "Spiegel".

      Ich verstehe die Frau und ihre Nöte sehr gut. Nicht in diesem Ausmaß, aber in Teilen kenne ich diese Erfahrungen auch. Aber die Lösung dafür soll eine OP sein?

      Im übrigen finde ich es unsäglich, wie schwarzweiß dieser Artikel geschrieben ist.
    • Der Artikel malt solche krassen Bilder, dass der letzte Satz in all seiner Schrecklichkeit dennoch wie eine Verbesserung wirkt. Gefährlich.
      *kopfschüttel*
      [Body] Shaming doesn’t make people thin, or healthy. It just makes them hurt.
      [SIZE=1](Miss Rosie, Blogger)[/SIZE]
    • Ja. Und die eskalierende Beschreibung ihrer Not über zwei Seiten hinweg führt zu der (scheinbar? tatsächlich?) einzig möglichen Lösung, sodass man am Schluss denkt, "aaaah - Gott sei Dank gibt es eine solche OP". Fatal, das.
    • Dieser Artikel ist mir übel aufgestoßen, wie so manches was der Spiegel in den letzten Jahren publiziert hat.
      Ich habe auch einen Leserbrief hingeschrieben, weil ich bestimmte Dinge unmöglich finde, zB. solche Worte wie Freßtüte, fressen an sich, die kritiklose Gutheißung von 500kcal. Diäten, u.ä.

      Aber die allergrößte Frechheit fand ich über ein schwer mißbrauchtes Kind zu schreiben, was geholfen hätte wäre mehr Gemüse- und das noch vor der Nennung von therapeutischer Hilfe. So als wäre dick sein schlimmer, als sexuell mißbraucht worden zu sein. Unglaublich!

      Und richtig schlimm finde ich, dass mir das auch hätte passieren können. Es gab Zeiten in meinem Leben, da habe ich heimlich (nicht nur Süßes) gegessen, weil ich zu Hause auch jeden Bissen abgezählt bekam und ich immer hungrig war und ich hätte alles mit mir machen lassen, nur damit meine Eltern nichts davon erfahren.

      Ich kann nur von Glück reden, dass mir nie Pädophile oder sonstwie Gestörte über den Weg gelaufen sind und irgendwann andere Menschen in mein Leben getreten sind, mit denen ich essen konnte, ohne mich zu Tode zu schämen, lange hats gedauert.....

      und zum Glück gibt es dieses Forum, sonst hätte ich vielleicht auch daran gedacht mich operieren zu lassen.
    • Ich finde den Artikel auch gefährlich, er suggeriert ja regelrecht, dass mit einer OP alle Probleme weg sind. Dabei ist ja bei dieser Frau Alles schiefgegangen, was nur schief gehen kann. Diese schweren psychischen Probleme, an denen ja hauptsächlich auch ihre Eltern schuld sind, gehen doch nicht durch weniger Gewicht weg. Wenn das alles so leicht sei. Ich verstehe die Ärzte nicht, jemand der andere psychische Probleme hat empfehlen sie doch auch keine OP, so nach dem Motto, ach sie sind depressiv, wir nehmen ihnen ein Stück vom Gehirn weg, dann wird das wieder. Hallo, wo leben wir denn.:mad:

      Man kann ja Sexualstraftätern, insbesondere Pädophilen ihr bestes Stück abnschneiden, dann sind sie geheilt.:ironie:
    • Da es das Thema bereits gab, habe ich die Beiträge zusammengeschoben.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Der Artikel hat mich sehr betroffen gemacht. Ich fand ihn gar nicht mal so sehr gefärbt, konnte gut zwischen den Zeilen lesen.

      Es war wie eine kurzgefasste Lebensgeschichte und der letzte Satz war echt schlimm. Die arme Frau.

      Ich werde mir als Konsequenz angewöhnen, noch sensibler mit scheinbar anders-seienden Leuten umzugehen, denn am schlimmsten fand ich die Bemerkungen, die z.B. die Kinder, der Bruder, die Ärztin usw. gemacht haben, einfach, weil sie keine Ahnung hatten, was mit dem Mädel wirklich los ist. Sowas steht mir ab sofort immer vor Augen.

      Hoffentlich findet sie unser Forum.
      Viele liebe Grüße

      von Aitack :zwinker:
    • "Das Einzige, was diese Op bewirkt ist, daß Sie Gewicht verlieren - nicht mehr und nicht weniger."

      Das hat mein Therapeut zu mir gesagt und ich geben ihm Recht. Andere Probleme sind davon NICHT betroffen, es kommen evtl sogar weitere dazu, wenn einem der Gewichtsverlust seelische Probleme beschert.

      Im besten Fall kommen positive Gefühle und ein besseres Selbstbewußtsein herraus. Aber auch das muss man sich erarbeiten - es kommt nicht automatisch.

      So bleiben dieser Frau diese grundliegenden Probleme auch nach eine OP. Solch schreckliche Erlebnisse lassen sich nicht mit einem Skalpell "herausschneiden".

      Toastbrot
    • Also ist es wirklich so, Toastbrot, dass die unbewältigten Themen sich nach einer oder gerade durch eine Magen-OP nach vorn drängen können?
      Ich stelle es mir echt schwierig vor, wenn man vorher sehr viel gegessen hat, dessen plötzlich beraubt zu sein - was dann alles nach oben schwemmt ... spätestens wenn die neue Figur Alltag geworden ist. Das ist dann wohl genau der kritische Zeitpunkt, wo sich der Magenoperierte austricksen kann - mit Cola, Eis, Pudding ... Obwohl es autoaggressiv ist, das zu tun, meinem Empfinden nach, eindeutig.
    • Ja, ich denke, daß das durchaus passieren kann. Grad wenn man ohne Hilfe da steht.
      Dazu passen zum Beispiel Personen, die nie in der Lage waren Grenzen zu ziehen. Vielleicht weil schon die Eltern keine akzeptiert haben und jeder einfach drübergerannt ist. Dann kann eine Fettschicht ja auch eine Art Mauer oder Zaun sein.

      Und wenn die plötzlich dahinschmilzt (und grad wenn die Op Entscheidung nicht selber getroffen wurde, sondern sich diese Personen von Angehörigen und von Ärzten dazu haben überreden lassen (bzw läuft das dann ja eher unter dem Motto: Sie müssen sich dringend operieren lassen, sonst leben sie nur noch 2 Jahre. Nach der Op werden sie endlich schlank und gesund)), dann ist das ja quarsi so, als würden diese Personen plötzlich nackt vor den Leuten stehen.

      Deshalb ist vielleicht auch die Suizidrate in den USA im ersten Jahr nach einer OP außergewöhnlich hoch. Denn da ist eine Therapie keine Kassenleistung und die wenigsten haben die Kohle dafür.

      Toastbrot
    • Brit schrieb:

      Also ist es wirklich so, Toastbrot, dass die unbewältigten Themen sich nach einer oder gerade durch eine Magen-OP nach vorn drängen können?


      Ich glaube das Schlimmste wird es sein, wenn jemand mit solch massiven Problemen plötzlich schlank ist und merkt, dass sein Leben nach der Abnahme genauso besch... ist wie vorher.
    • Ja, es wird einiges besser sein und einen gewissen Ausgleich bieten; die Suizidrate, die Toastbrot anspricht, scheint aber aufzuzeigen, dass die Nachteile überwiegen und einen förmlich überrennen können ... Meine Güte, das ist ja heftig.
    • gabriele schrieb:

      aber es wird bestimmt auch einiges besser sein.


      Dann hat man aber auch keinen Grund sich umzubringen.

      Was ich meinte war das klassische Verschieben seines Lebens auf schlanke Zeiten.

      Wenn ich schlank bin, dann bekomme ich funktionierende Beziehungen, einen besseren Job, Freunde, meine Familie liebt mich, ich kann besser auf Menschen zu gehen. Ich bin etwas wert.

      Und dann ist man schlank und merkt, dass all diese Dinge rein gar nichts mit dem Übergewicht zu tun hatten. Man fühlt sich immer noch klein dumm und häßlich und die Männer kommen trotzdem nicht angerannt, die große romantische Liebe ist ein Märchen.

      Man sieht immer noch doof aus in Miniröcken und der Job ist der gleiche geblieben, mit lästernden Kollegen und doofem Chef.

      Nur jetzt hat man nichts mehr, worauf man es schieben kann und daran zerbricht so mancher Mensch.
    • Schneckennudel schrieb:

      babelfish schrieb:

      die große romantische Liebe ist ein Märchen.
      Mit deinem Posting hast du recht, aber mit dieser Aussage nimmst du mir jede Illusion. :bigheul:

      Wieso? Dieser Aussage ging doch etwas voraus, nämlich:

      babelfish schrieb:

      Wenn ich schlank bin, dann ...


      Ich stehe ebenso auf dem Standpunkt, dass ich als schlanke Frau nicht mehr, und vor allem nichts besseres erreichen kann, als als dicke. Um bei dem Thema "Beziehung" zu bleiben: Wenn mich ein Mann als Dicke ablehnt, dann lehnt er mich ab. Mit diesem will ich dann aber auch dann nichts zu tun haben, wenn er plötzlich angekatzt kommt, wenn ich schlank bin. Entweder jemandem gefällt das Gesamtpaket, das ich bin, oder nicht. Sicher hat jeder seine eigenen - auch optischen - Vorlieben, das geht mir nicht anders. Aber genauso wenig, wie ich von einem Mann verlangen würde zu wachsen, damit er in mein Beutschema passt, würde ich mich für einen Mann nicht verändern wollen. Mal davon abgesehen, dass es in punkto Gewicht eben auch nicht so einfach ist, deswegen auch mein Vergleich mit der Körpergröße.
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
      [SIZE=1](Søren Aabye Kierkegaard)[/SIZE]
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    • @Dralle Deern: Ich geb dir auch 100%ig recht. Aber babelfish hat doch gesagt, wenn man schlank ist, stellt man fest, dass der tolle Mann auch nicht kommt und dass die große romantische Liebe ein Märchen ist. Oder hab ich das so falsch verstanden? Ich würd ja gern noch weiter warten ... ;)
    • Ich habe Babelfisch so verstanden, dass die "große Liebe" nicht nur schlanke trifft und wenn man diese zu dicken Zeiten nicht gefunden hat, sie nicht notwendigerweise zu schlanken finden muss, bzw. dass das Schlanksein nicht die Voraussetzung dafür ist, jemandes Traumfrau zu werden.

      Natürlich gibt es Berichte von Leuten, die nach einer Gewichtsreduktion ihren Partner gefunden haben. Aber ich sehe darin keine Kausalität. Ebenso könnte man eine logische Konsequenz daraus ziehen, dass man nach dem Kauf eines neuen Autos oder eines sonstigen Ereignisses seine Liebe gefunden hat. Immer geschieht etwas nach etwas anderem und selten haben diese Situationen etwas miteinander zu tun.

      Und ob die große romantische Liebe per se ein Märchen ist, liegt immer an der jeweiligen Sicht, aus der jemand eine solche Aussage trifft ;)
      [CENTER]Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.
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    • Schneckennudel schrieb:

      @Dralle Deern: Ich geb dir auch 100%ig recht. Aber babelfish hat doch gesagt, wenn man schlank ist, stellt man fest, dass der tolle Mann auch nicht kommt und dass die große romantische Liebe ein Märchen ist.


      Nein das habe ich nicht gemeint. Was ich meinte ist das Menschen, die eine unrealistische Vorstellung von Liebe und Beziehung haben enttäuscht werden.

      Manche Menschen mit vermeintlichen oder tatsächlichen körperlichen "Mängeln", bilden sich ein, dass nach der Nasen-,Brust-, oder Magen-OP plötzlich die Männer/ Frauen Schlange stehen und den ganzen Tag nix besseres zu tun haben als Rosen und Brillianten überreichend, Liebesverse zu schmieden und ihre Angebetete in ferne exotische Länder verbringen, wo alles gut wird.

      Die Variante für Männer schreibe doch bitte ein Mann auf.

      Es wird also sozusagen das naheliegende Glück, z.B. eine gute Beziehung nicht in Betracht gezogen, weil man sich für nicht hinreichend hält, oder noch perfider, viele glauben, dass das was sie haben nicht gut genug wäre, weil es nicht der Märchenprinz (Traumjob, Traumwohnung, Traumkleidung) ist (und weil man dick oder dunkelhaarig oder mit kleinen sekundären und primären Geschlechtsteilen sowas richtig Gutes ja nicht bekommen kann).

      Dann wird alle Energie, die man hat nicht etwa zur Lösung seiner Probleme verwendet, z.B eine Fortbildung für einen besseren Job, oder eine Näherin für das Traumkleid suchen, oder andere Menschen ansprechen um seine Schüchternheit zu überwinden. Nein, das wäre viel zu einfach.

      Schlank muss es sein, oder Doppel D-Körbchen oder neue Nase oder blonde Haare. Grad egal!


      Und niemals nie würde ich behaupten es gäbe keine romantische Liebe. Nur manchmal ist einfach nur Liebe und keine Romantik und manchmal Romantik vom Falschen und manchmal nichts von allem.

      Nur was man bekommt hängt ab von der eigenen Person, vom Glück, der Gelegenheit und der Fähigkeit zu lieben, zu streiten, Kompromisse zu schließen, füreinander dazu sein und durchzuhalten und von vielem mehr. Aber und das ganz definitif: Nicht vom Gewicht!

      Und da sind wir bei der Suizidrate. Wenn ich mir immer eingeredet habe, alles wird besser, wenn... Was ist nach wenn?
    • Dann bin ich ja beruhigt. ;) Wart ich also einfach weiter ...

      @babelfish + Dralle Deern: Ihr habt das sehr gut ausgedrückt. Ich denke auch nicht, dass irgendetwas im Leben davon abhängt, ob man schlank oder dick ist. Als Jugendliche hab ich mich mal runtergehungert und war schlank. Damals war ich so schüchtern und gehemmt, da geh ich jetzt mit gut dem Doppelten an Gewicht leichter durch's Leben.
    • Das Lebensglück hängt nicht vom Gewicht ab. Nicht von der neuen Nase, nicht mal vom D-Körbchen oder von den neuen Zähnen (für Männer nicht vom primären Geschlechtsmerkmal). Sondern:
      Ob man daran GLAUBT. Ans Lebensglück überhaupt, ans Verdienen desselben, an die eigene Liebens-Würdigkeit oder auch, wenns DEN Kick gibt: AN die neuen Zähne, AN die persönliche, womöglich durch endliche Schlankheit erlangte Erscheinung (nein, das ist kein Widerspruch zu oben!), AN die Ausstrahlung, die alte, runde und schöne, oder die neue, flotte und sportliche ... Einfach an sich. Ans Schicksal. An einen gütigen Gott. Es ist der tiefinnere Glaube, der das Lebensglück bestimmt.

      Ich bin davon überzeugt.