Schicksal einer Fettleibigen

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Ich glaube nicht das man es schwerer hat.
      Aber ich glaube die Probleme sind andere.

      Und ich glaube auch wie schon geschrieben das das Glück,
      das anhaltende - von innen kommt.

      Selbst wenn mir jemand mal dumme Kommentare an den
      Kopf knallt oder ich mal wütend, traurig, sauer bin über die Grenzen
      die mein Körper mir setzt (übrigens nicht nur aus übergewichtigen Gründen), dann ändert das nichts an meiner Grundeinstellung zu mir und meinem Leben.

      Das mit der Suizidrate kann ich mir vorstellen.
      Hat mir erst vor kurzem eine Amtsärztin einen ACEingriff aufdrängen wollen und festgestellt mein Leben hätte doch so keine Qualität....

      Klar, wenn ich das Glauben würde. Mich operieren lasse nur um diese mir wie ne baumelnde Möhre vorgehaltene Lebensqualität zu erreichen nur um festzustellen das es nach der OP einfach nicht getan ist....
      viele verstehen vermutlich nicht mal das man an sich und seiner Einstellung auch "arbeiten" muss, ich glaube ich würde auch erstmal an ne ganz dicke Wand rennen.

      Schlimm ist das.
    • gabriele schrieb:

      dennoch hat man immer über Vorurteile zu kämpfen. Ein paar Pfunde zuviel sicher noch nicht. Aber wenn es erheblich mehr ist: man hat es schwerer im Leben. Das kann keiner abstreiten.


      Der Komparativ schwerer braucht eigentlich immer einen Vergleich. Schwerer als wer?
      Meinst du die Dicken haben es schwerer als die Dünnen. Das halte ich für Quatsch. Es gibt unglückliche Dünne und unglückliche Dicke.

      Oder meinst du vielleicht häßliche Dicke und attraktive Dünne. Da gibts auch in beiden Gruppen glückliche und unglückliche Menschen.

      Meinst Du kranke, häßliche, charakterschwache, alte, dumme Dicke und wunderschöne, gesunde, junge, karitativ engagierte, charakterstarke, gut ausgebildete Dünne. Wär ein unfairer Vergleich und soviele gibt es davon vielleicht auch nicht, aber auch hier: Glückliche und Unglückliche.

      Also was meinst Du?

      Oder ist dieses Denken nicht auch eine Art Aufschieben? "Mir werden soviel Vorurteile entgegengebracht". Na und? Das geht jedem so.

      Die schöne Frau schläft sich hoch. Die Dicke frisst zu viel. Die Dünne ist magersüchtig, die Blonde doof. Der Filmstar kann nicht treu sein. Professoren sind weltfremd. Chefs haben kein Herz. Hartzer sind ungebildet.

      Die ganze Palette von Vorurteilen sehen wir alle jeden Tag. Manchmal als Opfer und manchmal als Täter. Und all das hat mit dick sein nichts zu tun.
    • @ babelfish

      Deine kämpferische Haltung gefällt mir. :) Allzu oft wird das, was einem als feststehendes Handicap erscheint, vorgeschoben. Ich stehe immer mehr hinter: "Handeln, nicht beklagen, was vermeintlich nicht geht. Annehmen, was vermeintlich unannehmbar ist". Dann werden Hindernisse, die anscheinend so klar sind - muss ja so sein, ist doch Realität usw. - sehr häufig doch ganz klein.
    • Ich war nicht immer dick - ich habe also einen Vergleich und ich kann nicht bestätigen, dass mein dickes Leben irgendwie "schwerer" ist oder im Umkehrschluss mein schlankes Leben irgendwie leichter oder besser war...

      Ich liebe mein Leben und bin glücklich und würde nie mit irgend jemandem tauschen wollen.

      Hummelchen
    • gabriele schrieb:

      dennoch hat man immer über Vorurteile zu kämpfen. Ein paar Pfunde zuviel sicher noch nicht. Aber wenn es erheblich mehr ist: man hat es schwerer im Leben. Das kann keiner abstreiten.

      Du hast insofern Recht, dass es stets und immer Vorurteile geben wird, mit denen man zu kämpfen haben wird.

      Aber warum in aller Welt sollte man es als schwererer Mensch schwerer im Leben haben??? Das scheint mir bloß eins von vielen Vorurteilen zu sein.

      Es kommt immer auf die eigene Einstellung an und auf den jeweiligen Einzelfall. Selbst wenn es Menschen geben sollte, auf die deine Wertung zutrifft, gibt es auch genug andere.
      Unter uns: Manche Menschen haben mit ein paar Pfunden zuviel erheblich mehr Probleme als andere mit zig Kilo. Aber auch diese Feststellung kann man nicht unbesehen verallgemeinern...
    • Boewi schrieb:


      Aber warum in aller Welt sollte man es als schwererer Mensch schwerer im Leben haben??? Das scheint mir bloß eins von vielen Vorurteilen zu sein.


      In meinem ganz normalen Leben fühle ich mich fast immer wohl, anerkannt und da kann ich gut mit meinen Kilos leben. ABER, allein der Gedanke, ins Krankenhaus zu müssen, macht mir Angst und Bange, denn da wurde ich schon sehr abschätzend und wenig freundlich behandelt. Und dann empfinde ich für mich das "schwere" Leben als schwerer als normal. Krankenhaus ist ein Bereich,in dem all meine Sicherheit von dannen geht.
      [FONT="Comic Sans MS"][SIZE="2"][COLOR="Blue"]Viele Grüße
      Pamina
      [/COLOR][/SIZE][/FONT]

      [FONT="Comic Sans MS"]Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exypery)[/FONT]
    • pamina schrieb:

      ABER, allein der Gedanke, ins Krankenhaus zu müssen, macht mir Angst und Bange, denn da wurde ich schon sehr abschätzend und wenig freundlich behandelt. Und dann empfinde ich für mich das "schwere" Leben als schwerer als normal. Krankenhaus ist ein Bereich,in dem all meine Sicherheit von dannen geht.


      Denkst Du wirklich, andere (mir welchem Gewicht auch immer) Menschen werden im Krankenhaus/Arztpraxen überhaupt nicht abschätzend und wenig freundlich behandelt?
      :stay:
      lg
      Renate

      Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt. (Dr. Eckhart von Hirschhausen)
    • Ja, das denke ich. Leider. Auf Grund gemachter Erfahrungen, die natürlich nur mich betreffen.
      [FONT="Comic Sans MS"][SIZE="2"][COLOR="Blue"]Viele Grüße
      Pamina
      [/COLOR][/SIZE][/FONT]

      [FONT="Comic Sans MS"]Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exypery)[/FONT]
    • MissSilver schrieb:

      Denkst Du wirklich, andere (mir welchem Gewicht auch immer) Menschen werden im Krankenhaus/Arztpraxen überhaupt nicht abschätzend und wenig freundlich behandelt?



      Ich bin in Arztpraxen (bis jetzt) noch nie aufgrund meines Übergewichts abschätzend/unfreundlich behandlet worden.

      Im Krankenhaus (Uniklinik) habe ich schon unmögliche Behandlung erlebt (allerdings war ich da viel leichter) - zum Glück gibt es in meiner Stadt Alternativen und ich war mehrmals (zu Entbindungen und dreimal zur OP) hier in einem Diakonie KH, wo man sehr viel Wert auf den freundlichen Umgang mit Pat. legt.

      Mag sein, dass man hin und wieder schlechte Behandlung erfährt, weil das Gegenüber Vorurteile gegen dicke Menschen hegt - aber Opfer von Vorurteilen kann jeder werden (Alte, Arme, Blonde, Behinderte; Kleine, Große)

      Ich habe gemerkt, dass es oftmals ich selbst war, der sich das Leben schwer gemacht hat. Seit ich mich annehmen kann so wie ich bin habe ich so gut wie niemals irgendwelche Ressentiments zu spüren bekommen.

      Möglich, dass der Eine oder Andere sein Leben mit Übergewicht als schwerer empfindet - das kann so sein, muss es aber nicht.

      Was ich nicht mag sind diese Vorurteilsbehafteten Pauschalisisrungen.
    • pamina schrieb:

      Ja, das denke ich. Leider. Auf Grund gemachter Erfahrungen, die natürlich nur mich betreffen.


      Es tut mir leid, dass du schlechte Erfahrungen gemacht hast. Aber glaub mir, dünne Patienten werden auch oft wie der letzt Dreck behandelt.

      Eine frühere Freundin von mir hatte eine Frühgeburt nach der 20.Woche (also das Kind als Kind erkennbar und theoretisch lebensfähig). Sie hat wohl den Tod ihres Kindes gespürt, war dann aber zwei Tage später erst beim Arzt, als Notfall im Krankenhaus. Völlig fertig, weil ein Kind ihr größter Wunsch war und sie schon zwei Fehlgeburten hatte.

      Was sagt ihr bescheuerter Arzt direkt nach der Not-OP? Nicht etwa es tut mir leid Frau sowieso. Nein, der hat gesagt, so mager wie sie sind, mit so einem schmalen Becken bekommen sie nie ein Kind gesund auf die Welt (die ist halt nur 1,50m mit Hut und entsprechend klein und zierlich, aber wenn es danach ginge hätten wir keine Bevölkerungsexplosion in Asien).

      Das nächste Mal essen sie mal was und das da (Kind in OP-Eimer) entsorgen wir mal schnell. Und das war nicht in den 50er Jahren, das ist noch keine 15 Jahre her.

      OK, das ist der krasseste Fall den ich kenne, aber demütigende Situationen erleben Schlanke im Krankenhaus auch.

      Die sehr gepflegte Krebbspatientin, gerade geduscht, der empfohlen wird sich doch mal zu waschen (Nach der Chemo stinkt man ziemlich).

      Die Vierfach-Eltern, die vor Geburt ihres fünften Kindes ungefragt eine Sterilisation mit dem Kaiserschnitt angeboten bekommen und bei Ablehnung desselben einen langen Vortrag über Kinderreichtum und die Nähe zum asozial sein vorgetragen bekommen.

      Die Älteren, mit denen der Arzt nicht mehr spricht, sondern die Behandlung nur noch den Kindern und Enkeln erklärt. Mit dem Hinweis das verstände sie ja in ihrem Alter doch nicht mehr (meiner Oma passiert).


      Wichtig ist für mich, dass man sich so nicht behandeln läßt. Wenn ein Arzt oder eine Arzthelferin meint er/sie müsse von der Sachlichkeit weg und persönlich werden, muss ich leider sauer werden und ihn/sie je nach Stimmung sachlich oder unsachlich Stimmung zurechtweisen.
    • Für mich - und ich betone: Nur für mich! - gehört in diesen Bereich der Schrecklichkeiten auch die Frage an die Angehörigen eines gerade Verstorbenen, ob diesem Organe entnommen werden dürfen ... Die Ärzte, die dies müssen, finden das bestimmt auch nicht immer gut, nur werden sie mit derartigen Entwicklungen (wozu auch die Rentabilität des Wirtschaftsbetriebs Krankenhaus gehört) zur Kaltschnäuzigkeit regelrecht ja veranlasst.

      Ich glaube nicht, dass schwergewichtigte Patienten grundsätzlich schlechter behandelt werden als dünne, nur insofern als sie mehr "Scherereien" machen für die Schwester und Pfleger, also die Pflege beschwerlicher ist für sie, das ist leider nicht auszuschließen; wenn dann noch Taktlosigkeit des Personals hinzukommt, kann es schlimm werden ... aber der Hauptgrund für schlechte Behandlung liegt meiner Meinung nach woanders.

      Gerade alte Menschen merken das auch und werden, wie babelfish erwähnt, in Praxen und Krankenhäusern oft herablassend behandelt, wenn sie nicht - und das ist der springende Punkt - energisch um Respekt ersuchen, und den müssen sie erst einmal sich selbst erweisen. So ist es mit allen anderen Patienten, also auch dicken, ebenfalls: Der durchaus nach außen spürbare Respekt vor sich selbst bzw. die Eigenliebe bestimmen in den allermeisten Fällen den Respekt der anderen, zumindest mit.
    • Brit schrieb:

      Für mich - und ich betone: Nur für mich! - gehört in diesen Bereich der Schrecklichkeiten auch die Frage an die Angehörigen eines gerade Verstorbenen, ob diesem Organe entnommen werden dürfen

      Das ist immer schrecklich für die Angehörigen, aber andererseits können durch diese Frage Leben gerettet werden. Deshalb hat diese Frage in meinen Augen nochmal eine ganz eigene Problematik.
    • Wenigsten kann so eine Frage in Österreich nicht vorkommen, weil wir hier diesbezüglich andere Gesetze haben, und wer nicht (ich weiß nicht mal wie) widerspricht, demjenigen dürfen Organe entnommen werden.
      :stay:
      lg
      Renate

      Ein Freund ist jemand, der dich mag, obwohl er dich kennt. (Dr. Eckhart von Hirschhausen)
    • Boewi schrieb:

      Das ist immer schrecklich für die Angehörigen, aber andererseits können durch diese Frage Leben gerettet werden. Deshalb hat diese Frage in meinen Augen nochmal eine ganz eigene Problematik.

      Stimmt natürlich. Es ist eine ausgesprochen heikle Sache. Die von Miss Silver angesprochene andere Gesetzesregelung hat sich etwas für, aber auch etwas gegen sich: Wer es für sich nicht möchte - das Recht sollte ja bestehen bleiben - wie kann er sich wehren, dass nach seinem Hirntod nicht doch Eingriffe an ihm vorgenommen werden?

      Aber ich glaube, das ist nun völlig off topic.
    • Nur ein kleines Scherflein noch dazu: Ich war 1995 (Myom-OP), 1998 (Entbindung) und 2006 (Hysterektomie) im Krankenhaus und bin von allen, wirklich allen Ärzten, Schwestern, Pflegern, Helfern etc. sehr freundlich behandelt worden. Auch das war in einem konfessionell geprägten Krankenhaus. Ich weiß nicht, ob das eine Rolle spielt, aber es war meine Erfahrung.
    • Besonders bestürzt hat mich in dem Artikel die Worte der Ärztin: "Sie sollten weggesperrt werden." Das ist doch eine Unverschämtheit! Solche Ärzte sollten weggesperrt werden! Nach Magen-OP fragen, ob sie mal eine beantragt hat, das ist was anderes, oder fragen, wie es dazu kam. Aber gleich so harte Sätze wie "Ihnen sollte man den Mund zunähen" das ist ja schon eine abwertende Beleidigung!

      Die Suizidrate ist vielleicht auch so hoch, weil mit weniger Nahrungsaufnahme der Blutzuckerspiegel sinkt, und es auch Dicke gibt, die keinen Diabetes haben. Wenn meiner zu niedrig ist, fange ich z. B. auch an zu heulen.

      Und natürlich auch eine hohe Erwartungshaltung an das Abnehmen: "Wenn ich schlank bin, dann..." Und dann stellt man fest, dass eine Gewichtsveränderung kein Wunder bewirkt. Wenn man aber stattdessen sagt: "Dann kann ich mir die Schuhe zubinden" oder Ähnliches, also objektiv bleibt, dürfte man nicht zu sehr enttäuscht werden.
    • Dickmadam schrieb:

      Besonders bestürzt hat mich in dem Artikel die Worte der Ärztin: "Sie sollten weggesperrt werden."

      Ich bin kürzlich in einer TV-Doku (ZDF) gelandet. Darin ging es auch um die AC. Eine Protagonistin hatte sie hinter sich und befand sich nun bei einem Schönheitschirurgen zum wohl unvermeidlichen Haut Wegschnibbeln.

      Dieser Chirurg sagte in die Kamera, das ganze Problem ließe sich ja ohne all diesen Aufwand und all diese Kosten ganz schlicht lösen, indem man die Dicken ganz einfach für ein paar Monate einsperrte und ihnen nichts zu essen gebe. Aber das sei ja leider in diesem Land nicht durchführbar und nicht opportun.

      Er selbst sei selbstverständlich nie übergewichtig gewesen. Wenn er ein oder zwei Kilo zunähme, könne er die mit vermehrtem Sport und weniger essen umgehend wieder loswerden. Angesichts der Disziplinlosigkeit vieler Menschen müsse er nur den Kopf schütteln.
    • Man stelle sich nur mal vor, wenn man einen Arzt, mit so einer Einstellung, in einer Notsituation braucht. Ich stelle mir das eh schon oft genug vor, das sind meine Tagesalbträume, die ich habe.

      Was macht man dann in einer medizinischen Notsituation, wo man nur ein Häufchen Elend ist, und verbal in dem Moment nicht auftrumpfen kann??