Wieder ein AC-Opfer

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    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Mein Zitat bezog sich aber nicht auf die Mutter, sondern auf die Denke der Menschen, die jetzt über sie herfallen. Was die Mutter betrifft, bin ich völlig Deiner Meinung.

      Natürlich sind auch diejenigen, die nun so schräg argumentieren, ein Opfer von Verführung. Trotzdem fällt es mir schwer, darüber hinweg zu gehen. Darüber hinaus finde ich es heuchlerisch, weil sie eben die Medien, wo es nur geht, instrumentalisieren, um Werbung für diese tollen Operationen zu machen und dabei keineswegs auch nur ansatzweise so zimperlich sind wie wir, wenn es um die Auswahl der Medien geht.
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Martina schrieb:

      Die Diskussion nimmt in einem anderen Thread, der nur zu lesen ist, wenn man dort angemeldet ist, wieder denselben Verlauf, den sie schon einmal nahm. Den Eltern wird geraten, anstatt die Medien ins Spiel zu bringen, doch lieber mal darüber nachzudenken, welche Schuld sie an dem Übergewicht ihrer Tochter haben.

      ....

      Eine Hammeraussage ist, Barbara habe es nun gut und, was das Wichtigste sei, sie habe kein Übergewicht mehr. Das sei ja schließlich das gewesen, was sie gewollt hätte. :schrei1:

      .....

      Das sind dann wirklich die Momente, wo ich mich frage, ob ich völlig aus dieser menschlichen Gesellschaft rauskippe oder was los ist. Oder mit anderen Worten: Wie krank muss man eigentlich sein ...?


      Mir fällt da eigentlich nur ein Adjektiv ein: abartig.
      Viele Grüße

      Andrea


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Ich kann mich sunny73 nur anschließen.
      Man kann kaum glauben, dass solche Worte geschrieben werden.
      Umso wichtiger ist es, Klartext zu schreiben und zu sprechen.
      Vielleicht und hoffentlich erreicht man ja doch immer wieder mal Menschen damit, die sich einer OP unterziehen wollen, ohne sich wirklich im klaren darüber zu sein, welche Risiken sie eingehen. Gut, dass dies hier getan wird.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • sunny73 schrieb:



      Vermutlich war die Arme aber total im "Begeisterungswahn ihrer Heilung" begriffen, dass sie die Argumente weggewischt hat. Wir kennen das doch alle von den gehirngewaschenen braven Dicken, die endlich _ihr_ Allheilmittel fürs Dicksein gefunden zu haben glauben. Vielleicht lag hier der Fall ähnlich?


      Vermute ich auch. Zudem bringt *jede* Operation, auch ein vermeintlicher Routineeingriff, enorme Risiken mit sich, gegen die sich Chirurg und Krankenhaus zuvor absichern. Entsprechende Unterschriften muss man eigentlich immer leisten. Insofern nehmen viele Patienten das wahrscheinlich auch vor einem AC-Eingriff in Kauf, ohne sich groß Gedanken zu machen. Besonders, wenn ihnen von Ärzten zur OP geraten wird, um dem "Adipositas-Tod" zu entkommen, halten sie die Risiken wahrscheinlich für angemessen, weil sie glauben, keine wirkliche Alternative zu haben.
    • Wobei mir schon ewig kein Arzt mehr begenet ist, des das anpreist wie warme Semmeln.

      Die Spanne ist da eher von:

      Jo, eine Möglichkeit. Manchmal die einzige, aber nicht unriskant.

      über

      hab mal was gelesen, wäre das nicht was? Kenne mich aber selber nicht aus.

      bis zu

      OMG bloß nicht.



      Das war bis vor nicht all zu langer Zeit in meiner kleinen Welt noch anders. Scheint sich also auch in der Ärzteschaft durchaus rumgesprochen zu haben, dass das nicht DIE Lösung aller Probleme ist.


      Und: Zumindest, wenn man es von der KK bezahlen lassen will, muss man vorher ein gewisses Programm durchlaufen. Im Zuge dessen wird man definitiv auch mit den Risiken konfrontiert (nicht nur Operation an sich, sondern auch Nachwirkungen, wieder-Zunahme gefahren etc.).

      Dagegen kann man sich freilich verschließen. Kein Ding. Unterschätze nie die Macht der Verdrängung.

      Aber das ist schlicht PP. Persönliches Pech.


      Wie es sich bei Selbstzahlern verhält, weiß ich nicht.

      Im aktuellen Fall war sie aber ja im Internet und in Fachforen aktiv. Wenn man da auch nur halbwegs mitliest, stößt man doch alle naselang auf Komplikationen, Nachwirkungen, teils krassen Komplikationsberichten etc.

      Gilt selbes wie oben: Man kann sich dasgegne verschließen und es schön färben. Aber man hat die Info und ist letzendlich für sich selbst verantwortlich.
      "My body is a cage
      That keeps me from dancing with the one I love
      But my mind holds the key"

      Peter Gabriel
    • Gilt selbes wie oben: Man kann sich dasgegne verschließen und es schön färben. Aber man hat die Info und ist letzendlich für sich selbst verantwortlich.


      Das kann ich nur unterschreiben!
      Aber Eigenverantwortung ist ja in der heutigen Zeit eher ein Fremdwort geworden.
    • Darcy schrieb:


      Aber Eigenverantwortung ist ja in der heutigen Zeit eher ein Fremdwort geworden.


      Leider wahr. Wen wunderts. Einerseits werden wir immer mehr bevormundet -Rauchergesetz etc.-, andererseits versuchen auch ständig immer mehr Leute, die Verantwortung abzuschieben "der Arzt hat mir das nicht richtig erklärt", "wieso, die Lehrer müssen meine Kinder doch erziehen", "ich bin Opa, ich erziehe nicht, ich verwöhne nur" usw...
      Viele Grüße

      Andrea


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      Angst verhindert nicht den Tod, sie verhindert das Leben.
      Naguib Mahfouz
    • Ich denke, selbst wenn eine Person alles hinterfragt und alles
      alles erklärt bekommen hat, kann der Druck, der von außen da ist, so groß sein, dass sie alle Risiken auf sich nimmt. Der Wunsch kein vermeintlicher Außenseiter mehr zu sein, endlich dazu zu gehören, endlich den vermeintlichen Ansprüchen von außen zu genügen, kann nach jahrelangem Druck immens groß sein. Es ist bei aller kritischer Betrachtung dieses Themas trotzdem für mich verständlich, dass sich Menschen, die kein starkes Umfeld haben, welches sie davon abhält, oder Menschen, die vermeintlich aufgrund ihres Gewichtes ein sehr wenig selbstbewusstes und unglückliches Leben führen und hieraus keinen anderen Ausweg sehen, für einen solchen Weg entscheiden. Umso wichtiger, dass möglichst viele Menschen erkennen, dass Glück nichts mit den Kilos die man trägt, zu tun hat, bezw. nicht von ihnen abhängt.
      Das Schlimmste jedoch ist, wenn dann ein solches Unglück wie oben beschrieben passiert, man die Mutter des Opfers dann dermaßen behandelt und solche Sätze wie den von Martina zitierten, schreibt. Das da nicht zumindest eine Rüge ausgesprochen wird, verstehe ich nicht, selbst wenn man total von der Richtigkeit eines solchen OP-Weges überzeugt ist.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Ehrlich? Hätte ich mit Anfang 20 das Gewicht gehabt, das ich heute habe, hätte ich mich vielleicht auch blenden und verführen lassen. Der Weg zu meiner heutigen Haltung war lang und steinig. Und er setzt Lebenserfahrung voraus. Nein, ich bleibe dabei: Ich mag diese junge Frau nicht verurteilen. Und schon gar nicht möchte ich sagen: selber schuld. Das sagen schließlich viele Menschen auch über uns. Man ist immer schnell dabei mit dem "selber schuld" und "keine Eigenverantwortung".
    • Eigenverantwortung heißt doch nicht, dass sie sich nicht hätte operieren lassen dürfen - sondern nur, dass sie eben bei vollem Bewusstsein das Risiko eingeht, tot auf dem OP-Tisch zu bleiben. Wenn es ihr das Risiko wert ist/war, dann muss man das respektieren.
      Dann kann aber niemand anschließend behaupten, sie hätte es nicht wissen können, was passieren kann. Sondern man muss klar sagen - sie war über alle Risiken informiert und ist trotzdem den Schritt gegangen. Ist dann aber kein Grund, sie als armes verblendetes Hascherl zu bedauern.
    • Traurige Tatsache

      Ich empfinde dies als eine extreme, traurige Tatsache was da passiert ist .
      Auch wenn es in einer "umstrittenen Presse" steht wird wohl der Fakt , das sie an der Op gestorben ist, richtig sein .
      Man kennt die einzelnen Gründe nicht, was alles im Einzelnen dazu geführt hat, aber trotzdem hat sie unser Mitgefühl verdient, dazu sind wir als Mitmenschen, die selber auch sich irren können, verpflichtet.

      Dieses miese Thema mit der Schuld und dieser vermaledeiten "Selbstverantwortung" wird viel zu gerne und leichtfertig zitiert. Richtig, sie hat sich dafür entschieden,aber da steht viel enormer Druck dahinter und diese OP des Magens, wird von den Verfechtern allzu gerne in allen Regenbogenfarben als Erlösungsformel heruntergebetet.

      Da läuft vielzufiel falsch in unserer Gesellschaft. Man kann sich so leicht herausreden: die war ja selbst verantwortlich, braucht uns nicht zu kümmern, ha, so - ist sie nun selbst Schuld an ihrem Tod!! Den hat sie dann auch verdient. Und die Eltern sollen aufhören zu heulen, wir anderen haben doch unser Urteil gesprochen.

      Es ist heute so wahnsinnig kompliziert geworden ! Da blickt keiner mehr durch. Man braucht sich doch nur die Beipackzettel der Medikamente ansehen, da lacht einen der Tod und die Sieche von allen Seiten an. Wenn was passiert, keiner ist Schuld. Besonders nicht die Verantwortlichen, die sowas in die Welt setzen.

      Wahrscheinlich hätten heute die Contergan - Kinder keine Chance mehr, ihre Rechte bei Grünwald durchzusetzen.

      Aber warum spricht man von den "Verantwortlichen" ? Das kann niemals das Mädchen sein, was da verstarb.
      Nur diese können sich nun immer rausreden. Deswegen werden falsche Beine abgeschnitten und raffen so viele Krankenhauskeime die Menschen dahin USW USF !!

      Deswegen gingen Menschen den "Lehman Brothers" auf den Leim, man kann dann schnell sagen, die Oma,die da Geld anlegte, war eine raffgierige Spekulantin.

      Es wird zuviel geschrieben und die Unterlagen sind überbordet mit allen möglichen, von Winkeladvokaten ausgedachten Fallen.

      Und gerade wir, die wir als "Dicke" gebrandmarkt werden, sollten hier doch besonderes Verständnis walten lassen.

      Das Mädchen ist ein Opfer, ein unnützer Tod, ein Mensch zuviel, der auf dem Scheiterhaufen des Schlankheitswahns und des "Allen Machbaren" geopfert wurde.

      Ryana
    • Sally schrieb:

      Ehrlich? Hätte ich mit Anfang 20 das Gewicht gehabt, das ich heute habe, hätte ich mich vielleicht auch blenden und verführen lassen. Der Weg zu meiner heutigen Haltung war lang und steinig. Und er setzt Lebenserfahrung voraus. Nein, ich bleibe dabei: Ich mag diese junge Frau nicht verurteilen. Und schon gar nicht möchte ich sagen: selber schuld. Das sagen schließlich viele Menschen auch über uns. Man ist immer schnell dabei mit dem "selber schuld" und "keine Eigenverantwortung".


      Genau meine Meinung. :daumen:
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Und schon gar nicht möchte ich sagen: selber schuld. Das sagen schließlich viele Menschen auch über uns. Man ist immer schnell dabei mit dem "selber schuld" und "keine Eigenverantwortung".


      Was imho 2 völlig unterschiedliche Sachverhalte sind.

      Eine AC-Operation entscheided man immer noch selbst. Da muss man zu einwilligen. Bewußt. Sich vorher drüber informieren (lassen) etc. etc.

      Es ist ein leichtes, Vor- und Nachteile zu finden - also gerade, wenn man im Netz unterwegs ist. Da reicht schon einfache Googlesuche, um auf Bilder mit aufgeplatzten Bäuchen und Todesfallberichten zu stoßen.

      Es ist klar, dass es eine Operation mit besonderen Risiken ist. Davon abgesehen, dass JEDE OP immer ein Risiko mit sich trägt. Gerade bei hohen Gewicht. Das ist kein Geheimnis. Niemand, der 180 Kilo wiegt und sich im Internet auf so Seiten rumtreibt und das ein oder andere Mal beim Arzt war kann das verborgen geblieben sein.

      Hier geht es überhaupt nicht um eine Schuldzuweisung oder whatever. Eher im Gegenteil.

      Ich verurteile niemanden, der sich einer AC-Operation unterzieht und niemanden, der es nicht tut.
      Auch kann ich die Eltern verstehen und finde es gut, dass sie auch von diesem Fall weiterhin berichten und darauf aufmerskam machen wollen. Damit auch zukünftig sich noch Leuten, die nach Infos suchen, auch diese Seiten gezeigt werden.


      Aber unterm Strich ist es was, was nunmal passiert. Immer passieren kann und immer wieder passieren wird.
      Solange nicht wirklich stichfeste Beweise vorliegen, dass Ärzte falsch behandelt/beraten haben, sollte man eben auch mit Beschuldigungen in die Richtung vorsichtig sein.
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      Peter Gabriel
    • Diejenige, die Barbaras Mutter am heftigsten für die Zeitungsberichterstattung kritisiert hatte, hat nun das Bild in der Öffentlichkeit wieder "gerade" gerückt:

      leverkusener-anzeiger.ksta.de/…tikel/1264185876681.shtml


      :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:
      Aus organisatorischen Gründen bevorzuge ich die Kommunikation per eMail. Daher habe ich die Funktion "Konversationen" für mich abgeschaltet. Wenn Ihr mich erreichen wollt, haltet bitte die Maus in der linken Spalte auf meinen Namen und klickt dann auf den Briefumschlag im sich öffnenden Fenster.
    • Whooopeeeedooo :rolleyes:

      Wobei meine liebste Passage nichts mit AC zu tun hat.
      Aber bei über 200 Kilo muss man Bett mit Ziegelsteinen verstärken?
      Meine Achtung vor meinem Ikea Meldal mit dem 10 Euro Rollatenrost, ebenfalls Ikea, steigt weiter :D

      Hauptsache in die Richtung auch das Bild wieder bestätigt, das viele haben.

      Auch wenn es bei der Dame natürlich so der Fall sein kann. Möglich.
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      Peter Gabriel
    • Martina schrieb:

      Diejenige, die Barbaras Mutter am heftigsten für die Zeitungsberichterstattung kritisiert hatte, hat nun das Bild in der Öffentlichkeit wieder "gerade" gerückt:

      leverkusener-anzeiger.ksta.de/…tikel/1264185876681.shtml


      :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes: :rolleyes:


      Ich finde, der Satz „Mir war klar, dass ich dableiben kann.“ sagt viel darüber aus, wie ein eventuelles schreckliches Sterben nett umschrieben werden kann.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • In der Zeitschrift Freizeit Revue war in Ausgabe Nr. 15 ein Artikel über den in diesem Thread diskutierten Fall. Bzw. sowohl den Fall "Barbara" als auch den Fall "Sabrina".
      Eine Anwältin mit dem Arbeitsschwerpunkt "Patientenschutz", die u.a. diesen Fall betreut, sucht nach weiteren AC-Opfern und deren Geschichten. Falls jemand Interesse hat, die Anwältin zu kontaktieren, gibt das Moderatorenteam gerne per PN Internetlink und Anschrift weiter.

      Wir möchten keinesfalls Werbung für eine Anwältin machen, zumal wir ihre Arbeit nicht beurteilen können. Es war uns jedoch wichtig, eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu bieten.
      [SIZE=1][CENTER]Accepting oneself does not preclude
      an attempt to become better.
      — Mary Flannery O'Connor

      You must learn from the mistakes of others.
      You can't possibly live long enough to make them all yourself.
      — Sam Levenson
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