Wann ist der Mensch eigentlich dick?

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    • Nordlicht schrieb:

      Die Idee an sich ist nur menschlich, schließlich vergleicht sich der Mensch andauernd mit anderen, egal, ob er daraus den Schluß zieht, dass er deshalb weniger Wert oder genausoviel Wert oder sogar mehr Wert hat oder was auch immer. Was daraus gemacht wird ist immer die eigene Entscheidung, aber ich würde sagen, dass man Vergleiche nicht scheuen braucht, auch nicht als mehr oder weniger dicke Person.


      Gut, das ist wahrscheinlich der springende Punkt, an dem ich mich so stoße, dass implizit immer gleich (zumindest in dieser unseren Gesellschaft :rolleyes:) eine Bewertung an diese Kategorien geknüpft ist. Und so einfach wird man das aus den Köpfen der Menschen wohl auch nicht herausbringen. Aber hypothetisch gesehen - wenn diese Kategorien, wo immer sie auch liegen, keiner Bewertung von "gut", "schlecht", "disziplinlos" etc. unterliegen würden, sondern eben einfach der Beschreibung dienen würden wie die Haarfarben blond, braun, ...
      dann könnten wir schon eher darüber reden.
      Oder mit den Worten von Teichrose:

      teichrose schrieb:

      Das Problem sind doch die Bilder die jeder vor Augen hat, wenn er die Worte hört. Das Problem ist die Sau, die mit dem Wort "dick" dann durchs Dorf getrieben wird. Das Problem ist die Stigmatisierung.

      Wobei ich trotzdem auch finde, dass zwei Personen mit den gleichen Maßen durchaus unterschiedlich dick rüberkommen können, siehe die Posts von Itsme u. Antworten. Oder wie Dralle Deern schrieb, fühlt man sich selbst unabhängig vom tatsächlichen Gewicht mal dicker, mal schlanker je nach sonstiger Gefühlslage. Kenn ich gut...
    • Hat die Bewertung von außen nicht auch damit zu tun, was man mit
      (s)einem dicken Körper macht, bezw. wie man ihn präsentiert?
      Für mich schon.
      Ich musste jetzt gerade an einen alten Spielfilm denken, bei dem die eine Hauptperson zwar nicht dick war, aber eine krasse äußerliche Verwandlung durchmachte. Die Rolle spielte Bette Davis und in diesem Film war sie die Bettlerin Apple-Annie, die in die Rolle der vornehmen Dame schlüpfte und dafür von Kopf bis Fuß umgewandelt wurde. Plötzlich wurde sie mit Hochachtung behandelt, während sie vorher praktisch als störend wahrgenommen wurde oder für viele einfach unsichtbar war.

      Hier komme ich mal auf Sallys folgenden Satz zurück:

      Denn bei uns gilt die Definition dick = schlecht, hässlich, unattraktiv, disziplinlos, faul.

      Diese Bewertung findet meiner Meinung nach spätestens dann, wenn man eine attraktive, gepflegte, gut gekleidete und selbstbewusste dicke Frau vor sich sieht, nicht mehr statt. Während, wenn man eine dicke schlampig gekleidete, ungepflegte, herumschlurfende Frau vor sich sieht, diese Vorurteile absolut geschürt werden.

      Einmal steht das "dick" an erster Stelle der Wahrnehmung, einmal kommt es am Ende nur dazu.

      Vieles davon, wie andere Menschen einen wahrnehmen, hat man also auch selber in der Hand.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Itsme schrieb:

      Hat die Bewertung von außen nicht auch damit zu tun, was man mit
      (s)einem dicken Körper macht, bezw. wie man ihn präsentiert?
      ...
      Vieles davon, wie andere Menschen einen wahrnehmen, hat man also auch selber in der Hand.


      Vieles oder einiges - absolut.

      Aber eben nicht alles. Menschen nehmen selektiv wahr, und sind, gerade wenn sie schon Vorurteile haben, in der Lage, die "objektiven Fakten" (also das von Dir beschriebene gepflegte Aussehen/Auftreten) auszublenden und nur noch das wahrzunehmen, was sie auch sehen wollen. Da muss man sich schon um eine objektivere Sicht bemühen.

      Das Phänomen gibt's natürlich nicht nur bei Dicken. Setze wahlweise andere Randgruppen ein...
    • Itsme schrieb:


      Diese Bewertung findet meiner Meinung nach spätestens dann, wenn man eine attraktive, gepflegte, gut gekleidete und selbstbewusste dicke Frau vor sich sieht, nicht mehr statt.


      Das stimmt so einfach nicht.
      Ich mache seit Jahren in meinem Job die Erfahrung, dass viele Leute zunächst einfach ein bisschen befangen in der Gegenwart sehr dicker Menschen sind.
      Immer mal wieder habe ich Aufträge, die ich über Empfehlung bekommen, also quasi ohne Vorgespräch, Bewerbung etc., da hat man vielleicht mal am Telefon oder per Mail kommuniziert und dann erscheint zu dem Termin diese unfassbar dicke Frau :eek: :-D. Das ist in dem Bereich in dem ich arbeite kein so alltäglicher Anblick ... ist einfach so. Man spürt dann schon Verunsicherung und Zweifel beim Gegenüber, der den Auftrag ja schon vergeben hat und nicht mehr so richtig zurück kann. Das löst sich aber eigentlich immer spätestens nach ein paar Stunden Zusammenarbeit und man spürt förmlich wie das Gegenüber lockerer wird. Das hat nichts mit gepflegt oder ungepflegt zu tun, sondern einfach mit den vielen bestehenden Vorurteilen gegenüber dicken Menschen.
      Bei aller Liebe ... ich wiege gut über 160 kg, das kann ich unmöglich durch leichtfüssigen Gang oder eine besonders freundliche Art kaschieren, also bitte mein Gegenüber ist doch nicht blind :-D.
      Ich finde es gefährlich die Verantwortung dafür, dass man Vorurteilen begegnet sich selbst in diesem Maße aufzuladen. Dadurch tappen manche Dicke in die Falle, zu glauben sie müssten nur ganz besonders freundlich, gepflegt, höflich, lieb und leichtfüssig sein um akzeptiert zu werden. Das ist bequem für die anderen, man selbst schneidet sich aber auf lange Frist ins eigene Fleisch, denn authentisches und selbstbewusstes Auftreten ist einfach etwas anderes. Ich glaube nicht dass diese Einstellung einen auf Dauer weiterbringt.
      Das Leben ist kein Hollywoodfilm.
    • Das kann ich voll unterschreiben.
      Bloß sollte auch nicht das Vorurteil von den schlampigen faulen Dicken noch gefüttert werden. Das ist so wie mit den Frauen in Männerberufen: da musst du auch besser sein, um als gleich gut wahrgenommen zu werden. Ärgerlich aber wahr.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:


      Bloß sollte auch nicht das Vorurteil von den schlampigen faulen Dicken noch gefüttert werden. Das ist so wie mit den Frauen in Männerberufen: da musst du auch besser sein, um als gleich gut wahrgenommen zu werden. Ärgerlich aber wahr.


      Ja sicher, was ich damit sagen wollte: in meinem Job, speziell als Freiberuflerin kann man nicht schlampig und faul sein. Selbst wenn man aussähe wie Claudia Schiffer würde man sich nicht lange halten. Das wissen meine Auftraggeber ziemlich genau. Dennoch ... wenn ich auf Empfehlung auftauche ist da erstmal eine Unsicherheit und sehr deutliche Zweifel zu spüren, ob ich das denn auch kann was ich jetzt machen soll, obwohl bekannt ist, dass ich seit Jahren erfolgreich in dem Job arbeite. Ich denke eben schon dass Dicke (oder von mir aus auch "sehr Dicke") eben doch auf den ersten Blick anders wahr genommen werden. Dass heißt ja nicht, dass man überhaupt keine Chancen hat. Gepflegt sein hilft sicher ... ist aber kein Garant dafür, dass sich sämtliche Vorurteile sofort in Wohlgefallen auflösen.
      Ich finde schon man sollte so weit wie möglich einfach man selbst bleiben. "Authentisches" auftreten ist für mich nicht ein Auftreten, dass in möglichst vielen Punkten die Klischees der Dicken bestätigt, sondern ein Auftreten, dass in möglichst vielen Punkten mir selbst entspricht. Ich werde nicht aus Angst vor Klischees ganz besonders lieb und freundlich sein, oder jedem beweisen müssen wie sportlich ich bin und wie extrem gesund ich mich ernähre, sondern einfach ich selbst bleiben. Sonst bin ich doch genauso fremdbestimmt wie jemand der ständig versucht krampfhaft abzunehmen.
    • Was meinst du, was das für Gesichter sind, wenn jemand zu mir ins Büro kommt und den Herrn XXXX sucht, und dann vor mir steht?
      "Oh! Sie sind ja eine Frau!" Wenn ich sehr schlechte Laune habe, antworte ich dann: "Keine Angst, das ist nicht ansteckend.":cool2:
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:

      Was meinst du, was das für Gesichter sind, wenn jemand zu mir ins Büro kommt und den Herrn XXXX sucht, und dann vor mir steht?
      "Oh! Sie sind ja eine Frau!" Wenn ich sehr schlechte Laune habe, antworte ich dann: "Keine Angst, das ist nicht ansteckend.":cool2:



      :grins: :daumen: Gute Antwort! Die muss ich mir merken.
    • Bisher hat auch noch jeder darüber gelacht. Dann merkt man halt, wie hartnäckig sich manche Vorurteile halten.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Um mal auf den Ausgangspunkt zurück zu kommen: Könnte es sein, dass das die grundsätzlich falsche Frage bzw. diese Fragestellung sinnlos ist? Wenn ich einen Menschen als Menschen wahrnehme, was spielt es dann für eine Rolle, ob ich diesen Menschen äußerlich als vollschlank, dick, adipös oder umgekehrt als schlank, dünn oder mager beschreiben würde?

      Sally schrieb:

      Wo ist die Grenze? Die gibt es eben nicht, weil die was mit der persönlichen Wahrnehmung zu tun hat.
      Genau das ist das Problem.

      Hat das Treffen schon stattgefunden? Und wenn ja, mit welchem Ausgang?
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    • teichrose schrieb:


      Aggregatzustand! Ein tolles Wort, dass ich aufgreife.
      Meine Cousine (60 Jahre) war letzthin schockiert, als ich in einer Diskussion sagte, dass sie alt ist. Aber "alt" und "jung" hatte für mich in dem Moment keine Wertigkeit, sondern war nur eine Beschreibung des Aggregatzustandes :D



      Ich finde, die Frage des "Alt-seins" passt ganz gut in die "wann-ist-man-dick"-Diskussion. Ich beschäftige mich von Berufswegen ja mit dem Alter (bzw. mit alten Menschen). Einmal haben wir in der Schule im Zuge einer Unterrichtseinheit über Age-ism einen Lebensalterstrahl an die Tafel gezeichnet und jeder sollte einzeichnen, wann seiner Meinung nach ein Mensch alt ist. Es war bezeichnend, wie sehr diese Zahl mit dem aktuellen Lebensalter des Einzeichnenden zusammenhing. Bei den 17/18 jährigen Mädels war jemand mit 35 alt. Bei einer Mitschülerin die 45 Jahre alt ist, lag die Altersgrenze irgendwo bei über 70.

      Und noch ein nettes Erlebnis das ich in der Arbeit hatte. Ich habe eine Bewohnerin, 97 Jahre, morgens fertig gemacht und ihr dann gesagt, ich würde sie mit nach vorne nehmen in den Aufenthaltsraum wo die anderen sitzen. Sie sagte daraufhin: "da mag ich nicht hin, da sind lauter alte Leute".

      Wieso ich das alles erzähle? Ich glaube, dass das Emfinden des "dick-seins" ebenso individuell ist wie das des "alt-seins". Außerdem werden beispielsweise auch unterschiedliche Berufsgruppen und unterschiedliche Kulturen usw. ein und den selben Menschen völlig anders einsortieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Chaja () aus folgendem Grund: unrechtschreibung

    • Ab wann ist man dick?
      Hat das was mit der Ernährung zu tun und dem Wissen, wer dicker ist und auch so aussieht, ernährt sich nicht gesund?
      Das dann der Satz kommt: "Boah, ist die dick!"
      Vegetarier sind im Ansatz doch immer schlank, nehmen also nur gesunde Kost zu sich (sollte man meinen) und wenn es dann mal welche gibt, die mehr auf den Rippen haben, dann heißen sie "gut genährt".
      Wohlbeleibt war auch ein Wort der Dichter und Denker und hat ja auch noch was ganz süßes, dieses Adjektiv.
      Dick heißt es immer wenn 1. zuviel Süßes, 2. zuviel Ungesundes,3. zuviel Fettes und 4. im Grunde zuviel von allem zu sich genommen wurde.

      Also, würde ich persönlich sagen, dick ist jemand, der seine Schuhe nur sieht, wenn er sie nicht an hat...

      Ich habe keine Ahnung.
      Was ich aber weiß ist, das in einem EKZ neulich, wo ich auf der Bank saß und die Leute an mir vorbeigingen, ich immer dachte:
      Schlank ist etwas anderes.
      Bei manchen sah das Moppelige nett aus, weil hübsch verpackt und bei manchen dachte ich: klar, die denken immer noch sie haben Größe 38, brauchen aber 46.
      Ich glaube, Kleidung macht viel aus. Da ich immer noch mind. zwei Nummern größer trage, als ich eigentlich brauch, bin ich zwar immer noch dick, empfinde mich aber kaschiert.
      Jetzt wo ich darüber nachdenke, würde ich sagen, das man an der Kleidung merken könnte, wenn jemand zu dick ist, wobei das mit Gr. 38 genauso sein kann wie mit Gr. 48.
      Schwere Kost am späten Abend...
      Meine 2-Cents-Meinung
    • Es gibt doch auch genug dicke Vegetarier - auch hier in diesem Forum.
      Genauso gibt es genug dünne Leute, die zu fett, zu süß etc. essen ...
      Außerdem reicht schon ein großer Busen, dass man im Stehen seine Schuhe nicht sieht - dazu muss man nicht dick sein ...

      Ich find übrigens, dass zu große Kleidung genauso dicker macht wie zu enge. Bei zu enger Kleidung sieht man aus wie ein Michelinmännchen, bei zu großer wirkt man viel dicker, weil die Kleidung aufträgt.
      Wichtig ist es, passende Kleidung zu finden - sowohl von der Größe her als auch vom Schnitt.
    • Bei Kleidung finde ich am allerwichtigsten, dass man sich in ihr identisch und wohl fühlt, weil man das auch ausstrahlt, egal, wie dick oder dünn man ist.

      Chaja
      Ich finde, die Frage des "Alt-seins" passt ganz gut in die "wann-ist-man-dick"-Diskussion. Ich beschäftige mich von Berufswegen ja mit dem Alter (bzw. mit alten Menschen). Einmal haben wir in der Schule im Zuge einer Unterrichtseinheit über Age-ism einen Lebensalterstrahl an die Tafel gezeichnet und jeder sollte einzeichnen, wann seiner Meinung nach ein Mensch alt ist. Es war bezeichnend, wie sehr diese Zahl mit dem aktuellen Lebensalter des Einzeichnenden zusammenhing. Bei den 17/18 jährigen Mädels war jemand mit 35 alt. Bei einer Mitschülerin die 45 Jahre alt ist, lag die Altersgrenze irgendwo bei über 70.


      Ich musste grinsen, als ich dies las, denn für meinen Mann und mich sind (mit einem Zwinkern) immer die alt, die mindestens 10 Jahre älter sind als wir. Ich glaube, das bleibt so, egal wie alt wir selber werden. :D

      Und genauso ist die Frage, ob jemand dick ist eine Frage der Sichtweise, aber auch der Kultur. Allerdings ist die Frage an sich, in der Wahl der Freunde oder allgemein der Menschen, die man mag oder liebt, vollkommen unwichtig.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Abey schrieb:

      ...
      Was ich aber weiß ist, das in einem EKZ neulich, wo ich auf der Bank saß und die Leute an mir vorbeigingen, ich immer dachte:
      Schlank ist etwas anderes.
      Bei manchen sah das Moppelige nett aus, weil hübsch verpackt und bei manchen dachte ich: klar, die denken immer noch sie haben Größe 38, brauchen aber 46.
      ...

      Furchtbar, dass du die Menschen so oberflächlich einteilen musst.
      "Schlank ist was anderes", weißt was ich mir da denke': "Klug ist was anderes".
      Über Kleidung oder sonstige Oberflächlichkeiten versuche ich mir kein Urteil über meine Mitmenschen zu erlauben. Klar passiert einem das unbewußt ab und an, aber ich vesuche es mir dann bewußt zu mchen und eben zu vermeiden.
      [SIZE=1]-[SIZE=1]O-[/SIZE][/SIZE]
    • Itsme schrieb:


      Ich musste grinsen, als ich dies las, denn für meinen Mann und mich sind (mit einem Zwinkern) immer die alt, die mindestens 10 Jahre älter sind als wir. Ich glaube, das bleibt so, egal wie alt wir selber werden.


      Erinnert mich sehr an den Satz einer alten ostpreussischen Tante meines Vaters, die zu ihrem 90. Geburtstag ein neues Kleid bekommen sollte und daraufhin zu den Töchtern sagte. Kauft was ihr meint, aber nichts schwarzes. Schwarz kann ich tragen wenn ich alt bin..
      [FONT="Comic Sans MS"][SIZE="2"][COLOR="Blue"]Viele Grüße
      Pamina
      [/COLOR][/SIZE][/FONT]

      [FONT="Comic Sans MS"]Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. (Antoine de Saint-Exypery)[/FONT]
    • Abey schrieb:

      Ab wann ist man dick?
      Hat das was mit der Ernährung zu tun und dem Wissen, wer dicker ist und auch so aussieht, ernährt sich nicht gesund?

      Das ist kein Wissen, sondern ein Glauben.

      Abey schrieb:

      Vegetarier sind im Ansatz doch immer schlank, nehmen also nur gesunde Kost zu sich (sollte man meinen) und wenn es dann mal welche gibt, die mehr auf den Rippen haben, dann heißen sie "gut genährt".

      Nee nee. Ich bin seit 30 Jahren Vegetarierin. Und ich esse zu 90% "gesunde" Dinge. Und ich treibe regelmäßig Sport. Und ich bin nicht "gut genährt", ich bin dick.

      Durch gedankenloses Nachplappern von volkstümlichen "Weisheiten" werden diese auch nicht wahr.
      Wenn es so einfach wäre: gesundes Essen rein - Schlankheit raus, dann gäbe es nach Tausenden Diäten, Weight Watchers-Programmen, usw usf keine Dicken mehr. Aber so einfach ist es eben nicht.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Sophie schrieb:




      Nee nee. Ich bin seit 30 Jahren Vegetarierin. Und ich esse zu 90% "gesunde" Dinge. Und ich treibe regelmäßig Sport. Und ich bin nicht "gut genährt", ich bin dick.


      Wenn man es wörtlich nimmt, bist Du, wenn Du gesunde Dinge isst, doch "gut genährt". Nur hat dieses "gut genährt" nichts damit zu tun, was für eine Figur man hat.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Dick oder nicht dick kommt darauf an mit wem man sich vergleicht/vergleichen lässt!

      Also ich denke schon, dass das Umfeld indem sich das entsprechende kurvige (oder auch nicht) Individuum bewegt ausschlaggebend oder zumindest daran Anteil hat, ob man sich dick fühlt oder nicht. Beispielsweise hat meine beste Freundin aus Kindertagen eine perfekte Figur. Sie ist schlank, aber nicht dürr, wiegt bei einer Körpergröße von 1,74m um die 60kg. Keiner würde so jemanden als dick bezeichnen. Aber seit sie ihren neuen Freund hat, der vorher nur mit "Knochengestellen" zusammen war, die deutliches Untergewicht hatten, mäkelt sie ständig an sich herum. Und warum? Weil er ihr immer wieder zu verstehen gibt, sie sei es: zu dick! Vorher war das nie ein Thema für sie, sie hat sich immer rund um wohl gefühlt. Und jetzt hungert sie wie eine Blöde, weil sie sich mit Größe 36 zu fett findet (ihr Wortlaut!). Mal davon abgesehen, wie ich neben ihr auf ihren "Prachtkerl" wirken muss (1,64m und kappe 90kg), finde ich sowas echt zum übergeben.

      Das gleiche passiert Tag für Tag in den Medien, auf der Straße, im Job etc. Überall wird uns vorgegaukelt wie wir auszusehen haben, damit wir als hübsch und begehrenswert,erfolgreich...überspitzt könnte man sogar sagen, als menschenwürdig anerkannt werden. Ab Größe 38 ist man Plus Size, Menschen mit Idealgewicht gelten als übergewichtig usw.

      Gegenbeispiel: Nehmen wir an ein Mann oder eine Frau wächst in einer tolleranten Gesellschaft auf, in der sie nie wegen ihrer Figur diskriminiert wird, die Medien ein gesundes Gewicht als Ideal anpreisen oder auch die berühmten "Kilos zuviel" an den richtigen Stellen bzw. einem Umfeld, dem es egal ist wie dick o. dünn du bist, und wo allein der Charakter zählt. Würde man sich da als dick bezeichnen oder sogar fett und sich deswegen ausgeschlossen fühlen? Das dick sein über die Charakterstärken, tolle Ausstrahlung, beruflichen und privaten Erfolg etc. als dominantestes Merkmal geltend machen, um einen Menschen zu beschreiben?

      Meiner Meinung nach wäre das höchst unwahrscheinlich. Das Schlimme ist doch, dass heutzutage so ein Körperkult betrieben wird, dass es schon unnormale Züge annimmt; sodass schon jedes dritte 11jährige Kind eine Diät hinter sich hat oder bewusst weniger isst, um nicht dick und somit diskriminiert zu werden. Ich selbt weiß, dass ich eher eine Rubensfigur habe, aber würde mich nicht als dick bezeichnen. Den Ausdruck fett vermeide ich konsequent, weil er für mich menschenverachtend ist. Ich habe einige sehr innige Freunde, insgesamt alle schlank, die mich so lieben wie ich bin. Obwohl ich nie die Figur eines Menschen als Kriterium für den Beginn und Aufbau einer Freundschaft in Erwägung ziehen würde. Aber überall, wo man mich nicht kennt, vergleicht man mich eben mit der schlanken Bedienung im Café oder mit meinen schlanken Gr. S Freundinnen. Und im Gegensatz dazu wirke ich korpulenter. Das Problem ist doch: das Schönheitsideal geht in Richtung "so dünn wie möglich". Daneben sehen Rundungen natürlich schon ab Gr. M wie "Dampfwalze" aus. Phänomen optischer Täuschungen eben. :grins:
    • Sassy schrieb:

      Aber seit sie ihren neuen Freund hat, der vorher nur mit "Knochengestellen" zusammen war, die deutliches Untergewicht hatten, mäkelt sie ständig an sich herum. Und warum? Weil er ihr immer wieder zu verstehen gibt, sie sei es: zu dick! Vorher war das nie ein Thema für sie, sie hat sich immer rund um wohl gefühlt. Und jetzt hungert sie wie eine Blöde, weil sie sich mit Größe 36 zu fett findet (ihr Wortlaut!).


      Den Affen würde ich so schnell wie möglich in den Wind schießen. Warum hat er denn eine Beziehung mit ihr angefangen, wenn sie ihm zu dick ist? HÄ? Er hat doch nicht "die Katze im Sack gekauft", sondern wusste vorher ganz genau, wie sie aussieht.
      Wenn mich jemand nicht so akzeptieren kann, wie ich bin (immer vorausgesetzt, dass ich andererseits auch ihn respektiere und keinen Freibrief für unmögliches Verhalten beanspruche), dann ist derjenige auch kein akzeptabler Partner für mich. Ich könnte unter Umständen verstehen, wenn etwas zutage tritt, was er vorher nicht kannte, irgendein verheimlichter negativer Charakterzug zum Beispiel, dass er daraus ein Thema macht.
      Aber selbst, wenn sie plötzlich stark zugenommen hätte, und sie ihm nicht mehr so sehr gefallen würde, ist es ja nicht die große Liebe auf seiner Seite, wenn er sie runtermacht.
      Gott, und das bei Größe 36! Das scheint mir eher so eine Art Macht- und Dominanzspielchen zu sein von ihm. Mich würde mal interessieren, warum er nicht mehr mit den früheren Freundinnen zusammen ist....
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • :applaus: GENAU DAS habe ich ihr auch gesagt, nachdem ich ihren Macker kennengelernt hatte. Darauf antwortet sie immer, dass er auch gute Seiten hat, dass sie sich das nicht so zu Herzen nimmt und von selbst abnehmen möchte und dass sie nicht allein sein kann. Mich macht das wahsinnig, wie er sie behandelt. Es ist ja nicht nur das. Aber wenn mich mein Freund als "Fetti" oder "Fettarsch" bezeichnen würde, tzz das würde der einmal machen und dann vor der Türe sitzen.
      Ihr Hauptproblem ist glaube ich echt das allein sein. Seit sie 17 war, war sie ständig in irgendwelchen Beziehungen. Sie hat es sozusagen verlernt und bekommt schon wahnsinnige Depriphasen, wenn sie mal 14 Tage von ihm getrennt ist. Ich hab ihr ja geraten die Freundschaften, die sie flüchtig in der Uni hat zu vertiefen, damit sie im Ernstfall (Sie macht Schluss!) nicht allein ist. Ich kann von hier aus (sie wohnt in München) leider nicht viel machen, außer ihr immer wieder sagen, was ich von so einem Verhalten seinem Partner gegenüber halte. Handeln muss sie schließlich selbst. :confused:
    • Ich hab da letztens beim Arzt auch ne süße Geschichte erlebt.
      Zur Vorgeschichte: ich bin 1,64m groß und wiege 95kg, Kleidergröße 46 bei einer Sanduhr-artigen Figur mit enormer Oberweite.
      Ich wurde also beim Arzt nach meinem Gewicht gefragt. Als ich es sagte, stutzten die beiden Damen, sahen mich völlig fassungslos an und meinten: "Nee, das kann nicht stimmen. Sie sehen keinesfalls aus wie 95kg."
      Es kommt offensichtlich auch stark auf die Proportionen an, wie man wirkt. Und natürlich auch auf Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, und wie man mit beidem umgeht.
      Und ja, ich fühle mich an manchen Tagen dick und an manchen ENORM dick. Aber ich bin, wie ich bin. An den allermeisten Tagen jedoch finde ich mich extrem ok. Und das ist wohl das Wichtigste...mit sich selbst, soweit es geht, im Reinen zu sein und sich selbst so zu nehmen, wie man ist. Man selbst ist das Einzige, was einem ein ganzes Leben lang gehört. Je eher man anfängt, sich selbst lieb zu haben und mit dem entsprechenden Respekt zu behandeln, je eher findet man Frieden.
    • Ich habe auch eine relativ große Oberweite, also ein C Körbchen. Und das finde ich auch gut, und in der richtigen Jeans finde ich meinen Po auch so schön wie er ist, eben ein großer Apfelpo und kein kleiner. :D Ich habe gelernt, mit Kleidung ziemlich viel zu kaschieren, was nicht heißen muss, dass man nur XL Schlabberlook tragen muss. Geschätzt werde ich auch immer 10kg weniger. Einerseits macht mich das stolz, andererseits bin ich aber hauptsächlich "die dicke da" und nicht "die mit den schönen langen Haaren, der tollen Haut etc." :(
    • Ich wurde mal gefragt, ob bei uns in der Firma die Frauen nach Gewicht bezahlt werden. Ich habe geantwortet: "Aber ja. Deshalb verdiene ich auch mehr als du."
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)