Arbeitszeugnis: Freundliche Floskel kann verheerend sein

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    • Arbeitszeugnis: Freundliche Floskel kann verheerend sein

      Was sich nett anhört, muss nicht nett gemeint sein...

      nwzonline.de/index_aktuelles_b…en_artikel.php?id=1731432


      Und wer wissen möchte, was bestimmte Floskeln bedeuten:

      arbeitszeugnis-code.de/floskeln.htm
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Itsme ()

    • (Sorry - Für ein P.s. innerhalb des oben Geschriebenen ist es zu spät)

      Bei der zweiten Adresse schauen die Interessierten bitte unter

      "Floskeln" - "Leistung" und "Verhalten" .
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Hallo,

      diese Floskeln finde ich manchmal echt bedenklich. Ich mein, was ist denn, wenn ein Arbeitgeber es ehrlich meint, wenn er schreibt, dass er im Kollegenkreis beliebt war? Das kann doch auch durchaus positiv gemeint sein. Das kann auch einfach heißen, dass er Teamfähig war und man gut mit ihm auskommen kann. Es gibt ja auch Kollegen, die sind wirklich Popos.


      Ich finde, dass man diesen "floskeln" viel zu viel Bedeutung beimisst. Sei es nun von AN oder AG. :cool:

      elefäntchen
    • Ich finde diese Art von Formeln auch sehr bedenklich! Aber da man nicht weiß, welcher Arbeitgeber sie nutzt und welcher nicht, ist es vielleicht besser auf Nummer Sicher zu gehen?

      Oder was meint Ihr?
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • LOL... ich kenn das von den Zeugnisbemerkungen, die wir verwenden.
      Wenn jemand als "geselliger und fröhlicher Schüler" bezeichnet wird, heißt das auch, dass er ständig den Unterricht stört ;)

      LG
      LOF
    • Woher weiß man ob der Arbeitgeber sich darüber bewußt ist was er da schreibt?? Ich hab z.B. eine Arbeitszeugnis aus dem Europäischen Ausland, wo es überhaupt nicht üblich ist Zeugnisse zu schreiben und die Frau wußte gar nicht was sie schreiben sollte, als ich darum bat. >SIe hat es total nett formuliert, aber war sich den VErklausulierungen in Deutschland natürlich nicht bewußt.
    • Lisa32 schrieb:

      Woher weiß man ob der Arbeitgeber sich darüber bewußt ist was er da schreibt?? Ich hab z.B. eine Arbeitszeugnis aus dem Europäischen Ausland, wo es überhaupt nicht üblich ist Zeugnisse zu schreiben und die Frau wußte gar nicht was sie schreiben sollte, als ich darum bat. >SIe hat es total nett formuliert, aber war sich den VErklausulierungen in Deutschland natürlich nicht bewußt.


      DAs ist ja das, was ich weiter oben meinte. Im Zweifelsfall würde ich diesen Code vorlegen, bevor das Zeugnis geschrieben wird.
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Lisa32 schrieb:

      Woher weiß man ob der Arbeitgeber sich darüber bewußt ist was er da schreibt??


      Sei sicher, Arbeitgeber wissen genau, wenn sie sowas schreiben, was es bedeutet! Das ist in Deutschland absolut üblich - wenn ein Arbeitgeber es wirklich mal so meinen sollte, wie diese Floskeln klingeln, dann schreibt er das ganz anders - ich weiß das sehr sicher, da ich täglich mit sowas zu tun habe (Personalabteilung...)

      Und es ist halt geregelt, daß Zeugnisse immer "positiv klingen" müssen, egal, was sie wirklich aussagen!:(
    • Einer unser Berufsschullehrer sagte sogar mal, wenn die Unterschrift unter dem Zeugnis unterstrichen ist (oder mehrmals), dann heisst das wohl auch was.

      Ach das steht ja auch im Link selber bereits :D
    • Als Verfasser eines Berufszeugnisses sollte man wissen, was wie zu schreiben ist. Im Zweifelsfall als Zeugnisempfänger dem Schreiber desselben helfen indem man einschlägige Auflistungen unaufdringlich zur Info bereit hält.

      Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Zeugnisse durchaus von unten nach oben gelesen werden: erst die Bewertungen und persönlichen Belange, dann erst, wenn das gut aussieht, wandert der Blick nach oben auf die Beschreibung der Beschäftigung.
    • Eigene berufliche Erfahrung (gehörte zu meinen Aufgaben) macht mich absolut sicher, dass Chefs nach diesem "Zeugnis-Code" schreiben, fast alle; nur ahnungslose nicht, und das dürften nicht viele sein.
    • Stimmt. Mittlerweile hat auch jeder kleine Handwerksbetrieb Internet, und die informieren sich auch, glaubt mir das... (Die übrigen Klitschen schreiben dann auch keine Zeugnisse)
      Das einzige Problem könnte tatsächlich ein Zeugnis aus dem Ausland sein, aber das ist dann aus der Adresse ersichtlich, und dann wird auch in aller Regel nicht der Code erwartet.
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Ich würde auch davon ausgehen, dass die meisten Chefs diese Regeln kennen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich - obwohl ich viele Regeln kenne - dann doch von einem befreundeten Geschäftsführer nach einem Bewerber bei ihm befragt wurde, der einst bei mir Praktikum gemacht hatte. Er hatte das vermeintlich positiv gemeinte Zeugnis als sehr negativ gelesen. Wir haben das im persönlichen Gespräch geklärt, aber wen er nicht gefragt hätte...
      Danach habe ich meine Zeugnisse noch überschwänglicher formuliert.

      Viele Grüße
      Gisela
    • @ Gisela

      Ja, lieber richtig dick auftragen, wenn man es als echte Lobeshymne meint.

      Alles eigentlich normal Zurückhaltende wird vom informierten Leser negativ ausgelegt - was an der Verklausulierung liegt: Da nicht kritisiert werden darf (kann angefochten werden, denn "jeder hat das "Recht auf ein gutes Zeugnis"), muss Kritik halt geschickt zwischen lobenden Redewendungen versteckt werden; verrückte Sache eigentlich, andererseits eine Möglichkeit, auch Unzufriedenheit "ehrlich" kundzutun.
    • Arbeitszeugnis

      Oh, diese redewendungen. Da ich erst seit heute hier bin, mein Kommentar. Ich bin beim Bewerbungsschreiben auf die Feinheiten der Zeugnisse gestoßen, denn im Verein hatten wir einen BTL´er, der das Unternehmen, vom Vater übertragen bekommen hatte. Sein Personalleiter hat mich beraten, ganz ehrlich, denn ich kannte ja seinen Chef, grins. So haben wir alles durchforstet, Zeugnisse, mein Bewerbungsschreiben, so war alles perfekt, für die Weitergabe, geordnet und geschrieben.
      Es sind ganz winzige Kleinigkeiten, Worte, die ein Zeugnis, ein Bewerbungsschreiben positiv oder negativ verändern können, ein Normalsterblicher merkt gar nicht, wie Personalchefs lesen. Nun habe ich Erfolg, ich freue mich.
      Arbeitszeugnisse können auch beanstandet werden, nur ein Tip.
    • Neben den ganzen Seiten für Arbeitszeugnisse und deren Code-Übersetzung gibts auch noch ein Buch, das nennt sich verbotene Rhetorik, dort werden auch so nett formulierte Gesprächsinhalte durchleuchtet und aufgedeckt, was dahinter steckt, was man mit der Sprache und der Art wie man etwas sagt bewirkt und teilweise auch manipulieren kann. Es ist auf jedenfall immer mal empfehlenswert sich sowas mal durchzulesen, einfach damit mans weiss und genau hinhört.
      Kennt ihr das Gefühl, wenn ein Gespräch (grad mit Vorgesetzten) im ersten Moment super positiv war und daheim hat man dann plötzlich so einen herben Nachgeschmack?
    • Copyright schrieb:


      Kennt ihr das Gefühl, wenn ein Gespräch (grad mit Vorgesetzten) im ersten Moment super positiv war und daheim hat man dann plötzlich so einen herben Nachgeschmack?


      Oh ja! Ich arbeite in einer irischen Firma mit deutschem Firmensitz. Die Englischsprachlichen können meiner Erfahrung nach überhaupt nicht direkt Kritik üben sondern verklausolieren das total. Eine meiner Cheffin sagte zu einer Kollegin und mir während eines Team-Treffens sinngemäß dass es sie freut dass ich und meine Kollegin so frei in ihrer Gegenwart wären. Was sie aber meinte war dass wir gefälligst den Mund halten sollten (wir hatten rumgealbert). Die Amis sagen gerne "thank you for sharing" wenn sie lieber auf das Gesagte verzichtet hätten.
      Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenkenden
      ******Rosa Luxemburg******