Generalangriff auf die Schweigepflicht

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    • Generalangriff auf die Schweigepflicht

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    • So seien die Kassen (...) verpflichtet worden, die Patienten bei selbst verschuldeten Krankheiten künftig in angemessener Höhe an den Kosten zu beteiligen ...
      Und was wird wohl nach den Komplikationen dank Piercings, Tattoos etc. als nächstes als "selbst verschuldete Krankheit" eingestuft? Naaaa? Naaaa?
    • Wo sollen denn da die Grenzen sein?

      Erkältung selber verschuldet, weil im T-Shirt vor die Tür gegangen?
      Grippe selber verschuldet, weil nicht genügend Vitamin-C-Produkte verkonsumiert?
      Lungenkrebs selber verschuldet, weil ohne Mundschutz eine Straße überquert mit starken Verkehr und Abgasbelastung?

      Da wirds ja einfacher festzustellen, was nicht selbst verschuldet ist bzw. sein kann.
    • Momentan stehen die Ärzte ja noch dagegen, aber wie würde das aussehen, wenn die Krankenkassen solche "Auskünfte" dann honorieren würden? Mehr Budget im nächsten Quartal usw.?

      Sagt mal...wofür zahlen wir eigentlich unsere KK-Beiträge? Fühl nur ich mich verarscht?
    • Nicht auszumalen, wenn das sich wirklich durchsetzt.

      Denn fast jede Erkrankung läßt sich auf irgendein Verschulden beziehen, egal obs der Schnupfen ist den ich mir bei der Fahrt zur Arbeit in der U-Bahn geholt habe oder andere Krankheiten die aus versch. Ursachen entstehen - die werden dann selbstverständlich nach dem Schuldprinzip eingeteilt.

      Schlimm, schlimm...

      Gruß

      Ulrike
    • Und was ist, wenn mich jemand verletzt? Zahlt der die Kosten dann oder wird daran beteiligt? Oder bin ich dann kostenmäßig aus dem Schneider, wenn mir jemand den Knöchel umknickt, als wenn ich das tue, weil ich zu hochhackige Schuhe anhatte?

      Das ganze wird gar nicht realisierbar sein, denn genau hier fehlt eine genaue Abgrenzungsmöglichkeit, was selbstverschuldet ist und was nicht.
    • Genau das, was ich immer sage. Warum nicht AG-Anteil und AN-Anteil an den Arbeitnehmer auszahlen, der in eine KV seiner Wahl einzahlt und monatlich einen Nachweis bringen muss, dass er versichert ist.
    • Das ist nochmal ein etwas anderes Modell. Ich bin bereits freiwillig und privat versichert und könnte es auch lassen. Warum ich das nicht tue? Vielleicht braucht es noch ein bisschen Mut. Wenn man 47 Jahre seines Lebens krankenversichert war, hat man sich einfach dran gewöhnt und schon lange nicht mehr die Rechnung aufgemacht, ob sich das lohnt.
    • Ich habe gerade mal überlegt:
      Dann gibt es kaum noch etwas, was man nicht als "selbst verschuldet" hinbiegen kann.

      Aber ich muss doch die Luft atmen, die nicht mehr frei von Giften ist...
      Ich muss das Essen essen, das ebenso wenig frei davon ist,
      ich muss mich auf die Straße begeben, die durch den Autoverkehr gefährlich ist,
      ich muss die Treppe benutzen, die ich herunter fallen kann,
      ich sitze vielleicht auf dem falschen Stuhl, der Rückenprobleme verursacht,
      ich habe vielleicht die falsche Matratze,
      die falschen Schuhe,
      die Kleidung, die chemisch behandelt wurde...
      ja sogar als Kind habe ich mir schon selber Krankheiten zugefügt, als ich unreifes Obst aus Nachbars Garten geklaut habe und furchtbares Bauchweh davon bekam, oder mit einem geliehenen Fahrrad fuhr, an dem die Bremsen nicht richtig funktionierten...

      Wer bekäme denn dann für was und wann die Schuld?
    • Eltern haften für ihre Kinder...

      Kind hat Erkältung? Eltern haben es nicht richtig angezogen/ernährt.
      Kind fällt hin und schürft sich das Knie auf? Eltern haben ihre Aufsichtspflicht verletzt. (oh, und das gilt für alles andere natürlich auch, bis hin zu Mumps (Kind muss sich ja irgendwo angesteckt haben) und Windpocken)

      Und was ist mit psychisch Kranken, mit Borderlinern, die sich selbst verletzen, weil sie dem inneren Druck nicht mehr standhalten konnten? Zählt das auch darunter?

      Manchmal frage ich mich, ob Dummheit einer der Voraussetzungen für eine politische Laufbahn ist. In dem Fall kann ich das mit meiner sicheren Rente (8 Jahre Bundestagsmandat) wohl vergessen.

      Kirstin
    • Kirstin schrieb:



      Manchmal frage ich mich, ob Dummheit einer der Voraussetzungen für eine politische Laufbahn ist.

      Kirstin



      Nicht Grundvoraussetzung - aber es erleichtert sehr.......oder wie soll man den Haufen Zweckintelligenter sonst aushalten...?

      Andererseits, wenn du immer noch auf deine sichere Rente aus bist sammeln wir für Ohrstöpsel damit du die Kabinettssitzungen ertragen kannst. Oder einen netten kleinen Ipod... :baeh: