WICHTIG 100 Gründe fürs Übergewicht - Auswirkungen

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    • 100 Gründe fürs Übergewicht - Auswirkungen

      Wir alle kennen die Horrorszenarien. Dicke sterben eher, belasten die Kassen, bekommen Diabetes II, Gicht, Herzerkranungen und häufiger Krebs.

      Jeder schreibt vom anderen ab und wiederholt wie ne alte tibetanische Gebetsmühle diese Behauptungen.

      Was davon stimmt wirklich? Welche Studien gibt es? Wie seriös sind sie?

      Damit wäre die mich interessierende Trias aus Ursachen, Auswirkungen und Therapie komplett.

      Laßt uns also Infos sammeln und sie den 08/15 - Diätanhängern um die Ohren hauen. Aber immer schön seriös und auf gesichter Datenbasis. Sie werden nichts zu entgegnen haben außer polemischen Angriffen.
    • Hier werden einige Studien genannt und interpretiert. Allerdings bin ich der Meinung, dass Herr Hauner ein paar Sachen falsch interpretiert hat. Es zeigt aber immer schon mal einen Ansatz, welche Studien vllt weiterhelfen könnten.

      Auszüge aus:
      Hauner, Hans
      Gesundheitsrisiken von Übergewicht und Gewichtszunahme
      Deutsches Ärzteblatt 93, Ausgabe 51-52 vom 23.12.1996, Seite A-3405 / B-2869 / C-2665
      MEDIZIN: Zur Fortbildung

      "Die amerikanische NHANES-Untersuchung dokumentierte im Zeitraum zwischen 1976 und 1980 sowie 1988 und 1991 einen Anstieg der Prävalenz des Übergewichts von 24 auf 32 Prozent (15). Die deutsche Herz-Kreislauf-Präventionsstudie (DHP) läßt einen ähnlichen Trend erkennen. Zwischen 1984 und 1991/92 nahm der mittlere BMI in der Referenzregion, in der keine Intervention stattfand, von 26,1 auf 26,5 kg/m2 zu (14). Im Gegensatz zu den in den letzten Jahren gesunkenen Cholesterinspiegeln scheint die relative Bedeutung des Übergewichts als kardiovaskulärer Risikofaktor eher zugenommen zu haben. Parallel zum Körpergewicht stiegen zum Beispiel in der Framingham-Studie auch die Serumtriglyzeride an, während die mittlere Konzentration des HDL-Cholesterins gleichzeitig abnahm (27)."
      [...]
      "Die Framingham-Studie hat gezeigt, daß Übergewicht als selbständiger Risikofaktor für die Entwicklung von Herz- und Gefäßkrankheiten anzusehen ist (11)."
      [...]
      "Parallel zum Anstieg der Adipositasprävalenz war in den letzten Jahrzehnten eine Zunahme der Typ-II-Diabetiker zu verzeichnen. Besonders gut läßt sich diese Entwicklung an den Daten des Nationalen DiabetesRegisters der ehemaligen DDR verfolgen. Dort kam es zwischen 1960 und 1989 zu einer Versechsfachung der Diabetikerzahl (24). Auch wenn sich dieser Anstieg zumindest teilweise auf andere Gründe wie höhere Lebenserwartung, bessere medizinische Versorgung und frühere Diagnosestellung zurückführen läßt, so dürfte hierfür in erster Linie die Zunahme des Übergewichts als der entscheidende manifestationsfördernde Faktor für den Typ-II-Diabetes verantwortlich sein.
      Jüngste Auswertungen der amerikanischen Nurses’ Health-Studie, einer großen prospektiven Untersuchung an über 114 000 Krankenschwestern im mittleren Lebensalter, haben unser Wissen über die Beziehung zwischen Körpergewicht und Diabetes erweitert. Während des 14jährigen Beobachtungszeitraums fand sich mit steigendem Gewicht noch innerhalb des Normalgewichtsbereichs (BMI 20 bis 25 kg/m2) eine Verfünffachung des Diabetesrisikos. Bei einem BMI von 30 kg/m2 lag das Diabetesrisiko sogar um den Faktor 30 höher als in der Referenzgruppe mit einem BMI unter 22 kg/m2 (3) (Grafik 4). Nicht weniger bedeutsam war die Beobachtung, daß eine Gewichtszunahme von rund 10 kg nach dem 18. Lebensjahr mit einer Verdreifachung des Diabetesrisikos verknüpft war. Stieg das Körpergewicht um 20 kg an, war das Diabetesrisiko etwa zehnfach höher als bei den Schlankgebliebenen. Umgekehrt verringerte sich das Diabetesrisiko der Frauen, die seit dem Alter von 18 Jahren an Gewicht abgenommen hatten (3). Bisher fehlen größere Interventionsstudien, die den Effekt einer Gewichtsabnahme auf das Diabetesrisiko beschreiben. Die derzeit laufende SOS-Studie (Swedish Obese Study) zeigte in einer ersten, vorläufigen Analyse, daß die Inzidenz des Typ-II-Diabetes von massiv adipösen Männern (BMI > 34 kg/m2) und Frauen (BMI > 38 kg/m2) in den ersten zwei Jahren nach einer Gewichtsreduktion von durchschnittlich 28 kg, die durch eine operative Magenverkleinerung (Gastroplastik) erzielt worden war, lediglich bei 0,5 Prozent lag im Vergleich zu 7,8 Prozent in einer Kontrollgruppe diätetisch behandelter Adipöser, deren Körpergewicht unverändert geblieben war (L. Sjöström, persönliche Mitteilung).
      [...]
      Während die Bedeutung des Übergewichts für die Diabetesentstehung unumstritten ist und auch in der Behandlung – wenngleich oft mit geringem Erfolg – berücksichtigt wird, ist der Einfluß des Übergewichts auf Entstehung und Verlauf der koronaren Herzkrankheit (KHK) schwieriger zu beurteilen. Eine Vielzahl von Studien hatte lange wenig zur Klärung dieses Sachverhalts beigetragen, sondern durch widersprüchliche Ergebnisse, die zum großen Teil durch methodische Unzulänglichkeiten bedingt waren, eher Verwirrung gestiftet. Die Studien an großen Stichproben oder mit langen Beobachtungszeiten zeigen aber zweifelsfrei stets eine Assoziation zwischen Körpergewicht und KHK-Risiko (29). Übereinstimmend wurde außerdem gefunden, daß die Verteilung der Fettdepots das KHK-Risiko maßgeblich beeinflußt. Männer und Frauen mit stammbetonter Fettverteilung erwiesen sich als besonders gefährdet für kardiovaskuläre Komplikationen (9, 17, 18).
      Auch zu diesem Thema lieferte die Nurses’ Health-Studie besorgniserregende Ergebnisse. Je höher das Körpergewicht der untersuchten Frauen bei der Eingangsuntersuchung war, desto häufiger traten in der Folgezeit nichttödliche und tödliche Myokardinfarkte auf (22). In der neuesten Auswertung der Studie war die KHK-Inzidenz im Vergleich zur Referenzgruppe mit einem BMI unter 21 kg/m2 im 14jährigen Beobachtungszeitraum bereits bei einem "hochnormalen" Ausgangs-BMI zwischen 23 und 24,9 kg/m2 um 50 Prozent erhöht und nahm mit steigendem BMI rasch zu. Analog zum Diabetes führte eine Gewichtszunahme nach dem 18. Lebensjahr zu einem Anstieg der KHK-Inzidenz. Dieser Effekt der Gewichtszunahme war bei den Frauen, die im Alter von 18 Jahren noch normalgewichtig waren, besonders auffällig. Umgekehrt senkte eine Gewichtsabnahme nach dem 18. Lebensjahr die KHK-Häufigkeit signifikant (34).

      Übergewichtige müssen darüber hinaus mit weiteren Erkrankungen rechnen. Dazu gehören Gicht, Gallensteinleiden, Fettleber, Herzinsuffizienz, Schlafapnoe- und Hypoventilationssyndrom, Venenleiden und frühe Arthrose in den gewichtsbelasteten Gelenken (26) (Tabelle 2). Degenerative Gelenkserkrankungen sind die Hauptursache für die erhöhten Arbeitsunfähigkeitszeiten und die häufigere vorzeitige Berentung übergewichtiger Erwerbstätiger (6).
      In der American Cancer Society Study wurde außerdem berichtet, daß Übergewicht das Karzinomrisiko erhöht (relatives Risiko übergewichtiger Männer 1,33, bei Frauen 1,55). Bei übergewichtigen Männern traten vor allem kolorektale und Prostata-Karzinome, bei übergewichtigen Frauen Gallenblasen- sowie Zervix-, Endometrium- und Mammakarzinome häufiger auf (20). Bisher ist unklar, ob das Übergewicht selbst oder die damit verbundene fett- und kalorienreiche Ernährung für das erhöhte Karzinomrisiko verantwortlich ist. Die auffallende Häufung östrogenabhängiger Tumoren wird darauf zurückgeführt, daß die Östrogensynthese nach der Menopause fast ausschließlich durch periphere Konversion von Androstendion im Fettgewebe stattfindet (13). Der erhöhten Östrogensynthese bei übergewichtigen Frauen kommt möglicherweise eine gewisse protektive Bedeutung hinsichtlich der Osteoporose zu.

      Ältere Studien hatten eine j- bis u-förmige Beziehung zwischen Körpergewicht und Lebenserwartung beschrieben (21, 30, 32). Eine Metaanalyse der früheren Studien sowie eine neuere Langzeitstudie ergaben einen deutlichen Mortalitätsanstieg bei Männern ab einem moderat erhöhten BMI von 28 kg/m2 (19, 31). Für das weibliche Geschlecht standen bislang nur spärliche Daten zur Verfügung. Erst die neueste Auswertung der Nurses’ Health-Studie erlaubt eine relativ klare Aussage zu dieser Frage. An der gesamten Studienpopulation wurde dabei der j-förmige Zusammenhang zwischen Gewicht und Lebenserwartung bestätigt (23). Schloß man allerdings Raucherinnen aus, so verschwand bei den Frauen mit dem niedrigsten Körpergewicht die Übersterblichkeit. Diese Gruppe mit einem BMI unter 19 kg/m2 wies nun die niedrigste Mortalität auf. Bereits ab einem BMI von 27 kg/m2 stieg das Sterberisiko während der 14jährigen Beobachtungszeit signifikant an. Die erhöhte Mortalität der übergewichtigen Frauen war in erster Linie Ergebnis kardiovaskulärer Erkrankungen. So wurden bei Frauen mit einem BMI von > 29 kg/m2 kardiovaskuläre Todesursachen vier- bis fünfmal häufiger registriert als bei den Frauen mit dem niedrigsten Gewicht. Auch das Risiko, an einer Krebserkrankung zu versterben, war in dieser Gewichtskategorie annähernd um das Doppelte erhöht. Auffällig war wiederum der Einfluß einer Gewichtsveränderung auf das Mortalitätsrisiko: Eine Gewichtsabnahme von 10 kg und mehr reduzierte das Risiko um 30 Prozent, ganz überwiegend aufgrund einer niedrigeren Koronarmortalität; eine Gewichtszunahme hatte den gegenteiligen Effekt. Betrug die Zunahme des Körpergewichts nach dem 18. Lebensjahr 20 kg oder mehr, so erhöhte sich im mittleren Erwachsenenalter das Risiko, an der KHK zu versterben, sogar um das Siebenfache (23).

      In den achtziger Jahren herrschte die Meinung vor, daß man leichtes Übergewicht als medizinisch unbedenklich ansehen könne. Andres et al. hatten aus den Ergebnissen der Build and Blood Pressure Study außerdem abgeleitet, daß das Gesundheitsrisiko mit dem Alter des Übergewichtigen abnimmt, und altersabhängige Bereiche für das wünschenswerte Körpergewicht angegeben, die Eingang in offizielle Gewichtsempfehlungen fanden (1). Die Richtigkeit dieser Empfehlung wird aber durch die neueren Studien zunehmend in Frage gestellt. Aufgrund der Nurses’ Health-Studie ist ein solcher Standpunkt zumindest für Frauen nicht mehr berechtigt. Die Daten haben nicht nur erhärtet, daß bereits leichtes bis mäßiges Übergewicht (BMI 25 bis 29,9 kg/m2) zahlreiche Gesundheitsstörungen fördert, sondern auch erstmals klar gezeigt, daß bereits ein Gewichtsanstieg von zehn kg im Erwachsenenalter nicht ohne Risiko ist. Die heute fast normale Gewichtszunahme mit dem Älterwerden ist ganz offensichtlich ein Wohlstandsphänomen. Bei Angehörigen von Naturvölkern bleibt das Körpergewicht im Lauf des Lebens bei traditioneller Lebensweise unverändert (25).
      Inwieweit Übergewicht per se diese Gesundheitsstörungen verursacht oder die dem Übergewicht zugrundeliegenden ungünstigen Lebensgewohnheiten wie Bewegungsmangel und überkalorische, fettreiche Ernährung dafür verantwortlich sind, läßt sich letztlich nicht entscheiden, ist aber im Hinblick auf die therapeutischen Konsequenzen unerheblich.

      Ich hoffe, es ist nicht zu lang. Sonst kann gern gekürzt werden... :)
      Wie seriös die Studien sind, kann ich spontan nicht sagen. Mein Pollmer-Buch hab ich momentan auch verliehen, da kann ich leider nichts nachgucken ;) Ich guck aber mal weiter...

      liebe Grüße
      Dani
    • [FONT=Verdana, Arial, Helvetica, sans-serif]Hier noch etwas... Den Namen Astrup habe ich schon öfter gehört, wenn es um das Thema Adipositas ging. Allerdings haben mich seine bisherigen Aussagen nicht immer überzeugt. Problematisch: bisher habe ich die Studien selbst noch nicht zu Gesicht gekriegt...


      1. EPIC, die weltweit bisher größte wissenschaftliche Studie über die Zusammenhänge zwischen Krebs und Ernährung, kam bislang zu dem Ergebnis, dass sogar bis zu 35 % aller Krebsfälle auf falscher Ernährung beruhen und weist auf die schützende Wirkung von Obst und Gemüse hin.

      [/FONT]2. Laut Professor Arnold Astrup aus Kopenhagen (9th European Congress on Obesity, ECO, Juni 1999, Mailand) gilt für Adipöse ein mehr als dreifach höheres Risiko als Normalgewichtige zu erkranken an:
      • Diabetes mellitus Typ 2
      • Gallenblasenerkrankungen
      • Bluthochdruck
      • Fettstoffwechselstörungen
      • Atembeschwerden
      • Schlafapnoe
      Zwei bis drei mal häufiger als bei Normalgewicht treten auf:
      • koronare Herzkrankheiten
      • Arthrose
      • Gicht
      Adipöse haben auch ein erhöhtes Risiko (bis 2 mal häufiger) für:
      • bestimmte Krebserkrankungen (Gebärmutter-, Brust-,
      • Gebärmutterhals-, Prostata- und Gallenblasenkarzinom)
      • Sexualhormonstörungen
      • Rückenschmerzen

      So, erstmal genug...
      liebe Grüße
      Dani
    • SebastianK schrieb:

      Ich habe zwar keine Studie aber ein Umfeld, welches diese Aussagen bekräftigt...
      Der Artikel , den Lunix verlinkt hat, ist von 2007 und somit leider nicht mehr nachzulesen.
      Auf was also beziehst du deine Aussage?

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken
    • DocCheckNews schrieb:

      Übergewicht gilt als wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch auch fast jeder fünfte schlanke Mensch ist gefährdet. Diabetologen fanden heraus: Fehlendes Fett an Beinen und Hüfte kann ein erhöhtes Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse vorhersagen.
      news.doccheck.com/de/184919/kh…ko-etwas-fuer-beinkenner/

      Mittlerweile wohl erwiesen: Nicht Übergewicht anfürsich sondern eine ungünstige Fettverteilung fördert das Metabolische Syndrom - und zwar auch bei schlanken Menschen.

      liebe Grüße Lisa
      Für jedes komplexe Problem
      gibt es immer eine einfache Antwort,
      die klar ist, einleuchtend und falsch.


      H.L. Mencken