War ich ein dickes Kind?

    Hier schreiben engagierte Laien. Soweit gesundheitliche Fragen erörtert werden, ersetzen die Beiträge und Schilderungen persönlicher und subjektiver Erfahrungen der Autoren keineswegs eine eingehende ärztliche Untersuchung und die fachliche Beratung durch einen Arzt, Therapeuten oder Apotheker! Bitte wendet Euch bei gesundheitlichen Beschwerden in jedem Fall an den Arzt Eures Vertrauens.

    • Also bis zur Grundschulzeit war ich eigentlich immer ein total zartes Mädchen was zum essen gezwungen werden musste, und dann ging es immer mehr aufwärts.
      Zwischendurch zwar immer mal wieder abwärts, aber eben auch wieder rauf.
      Ich denke mal das übliche was uns alle verbindet.

      Und als viel viel schlimmer empfinde ich seit der Schultzeit die gemütliche Dicke zu sein (mit so einem netten Gesicht), immer dabei zu sein, aber nie
      dazu zu gehören. Versteht Ihr was ich meine?
      Ich gehörte eigentlich in keine Mädchenclique, ich war höchstens mal dabei, ich hatte nicht in der Schulzeit meinen ersten Freund wie die anderen Mädchen.
      Sciherlich war ich auch mal verliebt, aber wer will schon so eine Dicke.
      Also wurde immer weiter gefressen aus lauter unglücklich sein.

      Und oft denke ich ist es heute noch genauso. Man sagt mir immer wieder ich wäre doch sehr beliebt unter den Kollegen. Aber warum gibt es dann Feiern und Treffen und ich bin nie dabei? Also sitze ich in schwachen Stunden wenn ich mich gerade selber nicht so mag wieder zu Hause und schwups ist eine ganze Packung Pralinen verschwunden. Und anschließend sitze ich dann heulend davor weil es ja auch nichts geändert hat.

      Habe einiges an Gewicht verloren, aber von der Gesundheit und den Gelenken mal abgesehen frage ich mich warum eigentlich.
      Ich möchte nicht in Selbstmitleid baden, aber manchmal ist mir halt alles zuviel, mein Mann seit 11 Jahren krank, da bleibt eben einiges auf der Strecke.

      liebe Grüße
      Maggy46
    • Ich war ein dünnes Mädchen, hatte mit 19 bei der Hochzeit 50/51 kg bei einer Größe von 160. Als Schulkind war ich dünn und alle sagten mir, ich müsse mehr essen. Der fast tägliche Kampf mit meiner Mutter, weil ich nicht aufessen wollte. Ich war genau das, was man einen Suppenkaspar nennt. Dann wurde ich mit 21 zum ersten Mal Mutter. Ich nahm während der Schwangerschaft ca. 20kg zu und hatte nach der Entbindung ca. 65kg. Ich war plötzlich fett. In meinen Augen und in den Augen der anderen. Jeder der mich kannte, war entsetzt, weil ich soviel in der Schwangerschaft zugenommen hatte. Dann wurde ich bald wieder schwanger, nahm diesmal nur 8kg zu, obwohl ich so gelebt habe, wie bei meiner ersten Schwangerschaft. Und dann begannen meine eigentlichen Probleme. Ich war jetzt plötzlich dick, hatte aber keine Ahnung von Kalorien. Also verstand ich auch nichts von Diäten. Trank zu Mittag mein Bierchen zum guten Essen, eventuell auch abends. Klarerweise hat mir das nicht gut getan. Aber mein Gewicht pendelte sich bei ca. 72kg ein und blieb dort. Jahrelang. Langsam lernte ich über Kalorien etwas. Nahm sogar etwas ab. Irgendwann begann es, dass ich zugenommen habe, ein paar Kilo und dann blieb ich wieder jahrelang auf dem neuen Gewicht stehen. Ich komme mir heute mit 130kg genau so dick vor wie damals mit 65kg oder umgekehrt. Einmal habe ich meine jahrelangen Gewichtsaufzeichnungen studiert und bemerkt, ab dem Zeitpunkt, wo ich über Kalorien Bescheid wußte, konnte ich mein jeweiliges Gewicht halten. Und dann kam eine Streßsituation und ich begann zuzunehmen. Ich konnte zu jedem Gewichtssprung den Streßgrund dazunennen. Hin und wieder habe ich abgenommen im Laufe der Jahre und jetzt sollte ich es dringend aus gesundheitlichen Gründen, aber ich kann nicht. Bewegung fällt mir schwer, weil ich keine Luft bekomme. Mit dem Sauerstoff geht es halbwegs, ist aber auch nicht das gelbe vom Ei. Der innere Schweinehund tut auch nicht mit. Ich werde mich dann noch aufraffen und ein wenig spazieren gehen.
      Das geht so: Umziehen, da ich zu Hause immer in Arbeitskluft herumsitze, dann die kleine Ausgehflasche mit Sauerstoff füllen, d.i. laut und tut in den Ohren weh, die kleine Flasche auf dem Rollator befestigen, meinen Mann ersuchen, dass er mir den Rollator über die 5 Stufen beim Hauseingang trägt, 20-30 Minuten spazieren gehen und dann meinen Mann wieder herausläuten, damit er den Rollator wieder hinauf trägt.
      Hört sich umständlich an? Ist es auch. Und damit soll man Ehrgeiz entwickeln, spazieren zu gehen?
    • Und oft denke ich ist es heute noch genauso. Man sagt mir immer wieder ich wäre doch sehr beliebt unter den Kollegen. Aber warum gibt es dann Feiern und Treffen und ich bin nie dabei? Also sitze ich in schwachen Stunden wenn ich mich gerade selber nicht so mag wieder zu Hause und schwups ist eine ganze Packung Pralinen verschwunden. Und anschließend sitze ich dann heulend davor weil es ja auch nichts geändert hat.


      "Man" sagt Dir das? Wer ist denn "man"?
      Ich nehme mal an, jemand aus Deinem Kollegenkreis, oder? Wieso sagt dann diese Person nicht "Ich mag Dich"? Dieses allgemeine Geplapper ist doch nix wert ...
      Vielleicht solltest Du auch mal hinterfragen, wieso Du so sehr beliebt bist, aber offensichtlich von sozialen Dingen wie Treffen und Feiern außerhalb der Arbeit ausgeschlossen wirst.
      Kann es sein, dass Du die "liebe Dicke" bist, die immer allen alles rechtmachen will, Arbeit abnimmt und sich klein macht? So klein, dass sie für Partyeinladungen übersehen wird?

      Wenn Du auch bei Partys dabei sein willst - mit Menschen, die DU magst - dann mach doch selber mal eine und lade die Kollegen ein, die Du gern dabei haben möchtest (und wirklich nur die!).
    • Maggy46 schrieb:

      Ich möchte nicht in Selbstmitleid baden, aber manchmal ist mir halt alles zuviel, mein Mann seit 11 Jahren krank, da bleibt eben einiges auf der Strecke.


      Dort wird auch mit ein Grund liegen, dass du nicht so sehr in Freizeitaktivitäten einbezogen wirst.
      Kann es sein, dass du schon mehrmals Einladungen ablehnen musstest, weil du dich um deinen Mann kümmern musstest, oder zumindest durch Erzählungen den Eindruck erweckst, dass du eh keine Zeit hast?
      Wenn die Kollegen den Eindruck haben, die kann ja doch nicht, oder die muss sowieso früher weg, dann lassen sie es halt irgendwann.

      Wie krank ist dein Mann? Hat er Pflegestufe? Kannst du ihn vielleicht tageweise anderweitig versorgen lassen? In wieweit kann er z.B. an Ausflügen etc. teilnehmen? Bei aller Liebe, du darfst deine eigenen Bedürfnisse nicht ignorieren. Was macht denn dein Mann, wenn du zusammenklappst?
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Hallo,
      also,ich fand mich als Kind gar nicht soo dick--aber meine Mutter jammerte immer:"Ich find nix zum anziehen für sie......ich werd noch wahnsinnig,der passt nix!"-in meinem beisein...
      Aber dann kochte sie Literweise Griesbrei,schön süß...und wehe, ich aß nicht auf....
      Bei einer Kinderuntersuchung (ich sehs noch vor mir, wer wie wo stand... ) fragte die Kinderärztin:"Was isst du denn eingentlich gerne?" Meine Mutter stöhnte theatralisch auf:"Grießbrei!" die Ärztin lachte und meinte:"Das sieht man!"---haha, selten so gelacht...Und dann hielt sie mir einen Vortrag, was ich essen sollte--hätte sie den mal meiner Mutter gehalten, denn DIE hat gekocht!!!!

      Und wenn ich mal nichts essen wollte (weil das "guuuuuute" Fett am Schnitzel wollt ich nie), legte mein Vater demonstrativ einen Kochlöffel neben die Teller, und wehe, man hat nicht aufgegessen......
      Die "Soße" beim Fleisch war pures Bratenfett, dass großzügig über die Kartoffel gegossen wurde....

      Und dann wurde aus dem "Mondgesicht"--eine "Fette Kuh" (Aussage meines Vaters)
      Mit neun die erste Diät (natürlich hat meine Mutter das mitbekommen, und kochte ausnahmslos dann meine Lieblingsessen....damit ich ja "versage", und sie dann hämisch lachte:"Also, ich hab vier Kilo runter!"

      WENN ich es mal gepackt hab, mal zehn oder fünfzehn KILO abzunehmen, meinte sie :"Ich hab gerade letzte Woche 20 Pfund abgenommen--ich hab mich ja sooo über dich ärgern müssen!"----jaja, an allem war ICH schuld--gings ihr schlecht, war ich schuld. Hatte sie ne Gallenkolik, war ich Schuld. Hatte sie streit mit meinem Vater-wer war SChuld????
      Dass ich mich da zum Frustesser entwickelte, war vorherzu sehen...aber SIE ist die Unschuld in Person.....SIE hat immer gesagt:"Ess nicht so viel!" und gab mir gleichzeitig einen Nachschlag.

      Heute ist das natürlich alles gar nicht wahr--ich hab mir das ja alles ausgedacht, damit SIE sich schlecht fühlt....
      Meine Therapeutin hat gemeint:"Das alles ist vorbei, sie können nichts dran ändern!"----ja klasse, was jetzt--Friede, Freude ,Eierkuchen? Weiter oben gab es einen Beitrag, in dem stand:Darf ich nicht wütend sein? Und ich bin es--und kann es noch nicht mal sagen, weil ich genau weis, wie es wieder endet: SIE ,die arme, arme Frau, bekommt wieder ne Gallenkolik, und ich, das böse, böse Kind ist dran schuld.....

      Es ist schlimm,was Eltern ihren Kindern antun.....
      Ich hab selber zwei Kinder, und ich achte darauf, dass sie ausgewogen essen, da ist Süßes wie Schoko oder Eis natürlich dabei--aber in maßen...


      Bärli
    • Hm, dass deine Mutter "alles leugnet", ist natürlich schwierig. Das paßt aber dazu, dass sie dich gleichzeitig gefüttert und dafür bestraft hat. Hast du schon mal das Buch "Vergiftete Kindheit" Susan Forward gelesen? Vielleicht hilft es dir ja ein wenig, dass du akzeptieren lernst, dass du keine Schuld trägst, sondern deine Mutter. Im Nachhinein kann man nix ändern an dem, was passiert ist - du kannst aber jetzt dich ändern, und dein Verhalten gegenüber deiner Mutter. Wenn du wütend auf sie bist dann zeig es ihr ruhig, das ist dein gutes Recht... Das schwierige an solchen Änderungen ist zum einen, sich mal zu trauen, zum anderen aber, sie konsequent beizubehalten. Aber was erzähl ich dir das, da arbeitest du wahrscheinlich auch mit deinem Therapeuten dran. :) Ich fand die Techniken, die in dem von mir erwähnten Buch vorgestellt wurden, nur sehr - einleuchtend.
      Ok, ich drück dir die Daumen, dass du mit dem Thema für dich weiterkommst.
      Gruß
      Dani
    • Baerenland schrieb:


      Meine Therapeutin hat gemeint:"Das alles ist vorbei, sie können nichts dran ändern!"----ja klasse, was jetzt--Friede, Freude ,Eierkuchen?
      Bärli


      Loslassen. Das hat nur eingeschränkt mit Freude und Eierkuchen zu tun, aber viel mit Frieden... :)

      Du kannst die Vergangenheit nicht mehr ändern. Du kannst auch deine Eltern nicht mehr ändern oder den Schaden, den sie angerichtet haben.

      Aber du kannst die Zukunft ändern! Du allein entscheidest, wie es weitergehen wird. Bleibst du unversöhnlich und schleppst den alten Groll immer weiter mit dir rum oder machst du deinen Frieden mit deinen Eltern? Egal wie du dich entscheidest, du wirst mit den Konsequenzen leben müssen und weder deine Mutter noch sonst jemand kann dir die Entscheidung abnehmen.

      Das Vergangene verzeihen und von vorne anfangen, erscheint mir persönlich besser, als alten Groll immer wieder aufzuwärmen - egal wie berechtigt oder unberechtigt der Groll ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass es keinen inneren Frieden geben kann, solange man die Altlasten nicht loslassen kann. :holy:

      Mindestens genau so wichtig wird es aber sein, dass du lernst, dich von deiner Mutter abzugrenzen und deine Grenzen ihr gegenüber zu verteidigen...
    • Meine Therapeutin hat gemeint:"Das alles ist vorbei, sie können nichts dran ändern!"----ja klasse, was jetzt--Friede, Freude ,Eierkuchen? Weiter oben gab es einen Beitrag, in dem stand:Darf ich nicht wütend sein? Und ich bin es--und kann es noch nicht mal sagen, weil ich genau weis, wie es wieder endet: SIE ,die arme, arme Frau, bekommt wieder ne Gallenkolik, und ich, das böse, böse Kind ist dran schuld.....


      Doch, natürlich darfst Du wütend sein - nur solltest Du nicht Dein restliches Leben diese Wut in Dir lassen.
      Lass die Wut einmal raus - so richtig, bei Deiner Mutter. Ihre "Gallenkolik" ist ihr Problem, nicht Deins. Lass sie raus, knall ihr an den Kopf, was sie Dir jahrelang angetan hat ... und dann geh raus. Genieße, dass Du endlich mal loswerden konntest, was so lange in Dir gegärt hat, aber lass es dann auch wirklich bei Deiner Mutter und hole es nicht immer wieder zurück.

      Mein Vater kann sich übrigens auch an so vieles nicht mehr erinnern, was früher war (mit grad 68 und trotz Rente noch teilzeit berufstätig, also durchaus nicht senil) ... ich habe ihn trotzdem damit konfrontiert und nach einigem Abstreiten hat er sich irgendwann tatsächlich dafür entschuldigt. Nicht dass die Entschuldigung irgendwas wieder gutmachen würde, ich mag ihn deswegen nun auch nicht mehr als vorher (also gar nicht), aber damit war die Sache dann für mich irgendwie abgeschlossen.
    • Ich habe plötzlic:mampf:h Lust auf Griesbrei... und wie :futter:
      Das habe ich schon eeeeeewig nicht mehr gegessen, aber allein
      die Schilderung " Literweise Griesbrei,schön süß" macht mich hungrig.
      Man merkt kaum, dass ich heute nicht zum Mittagessen gekommen bin -
      höchste Zeit, mich auf den Heimweg zu machen. :grins:
    • Baerenland schrieb:

      Hallo,




      Heute ist das natürlich alles gar nicht wahr--ich hab mir das ja alles ausgedacht, damit SIE sich schlecht fühlt....
      Meine Therapeutin hat gemeint:"Das alles ist vorbei, sie können nichts dran ändern!"----ja klasse, was jetzt--Friede, Freude ,Eierkuchen? Weiter oben gab es einen Beitrag, in dem stand:Darf ich nicht wütend sein? Und ich bin es--und kann es noch nicht mal sagen, weil ich genau weis, wie es wieder endet: SIE ,die arme, arme Frau, bekommt wieder ne Gallenkolik, und ich, das böse, böse Kind ist dran schuld.....


      Bärli



      hallo bärli,
      sicher kennst du mich nicht, hast mich vielleicht mal in älteren threads gelesen.
      ich habe ja versucht dir die themen meine mutter betreffend einzufügen, aber das konnte ich noch nie.
      das ich hier sehr lange nicht mehr geschrieben habe liegt auch mit daran, das ich in den letzten monaten meine mutter beim sterben begleitet habe.

      also mir ging es unter anderem auch so mit meiner mutter wie dir, dazu noch herzlosigkeit und lieblosigkeit auf hohem niveau.
      der satz deiner therapeutin ist identisch mit dem rat meiner und ich habe es damals nicht verstanden.

      genauso wie du habe ich gedacht und gefühlt, um offen zu sein ich habe gehasst. bei einem gespräch in einer umkleidekabine mit meiner freundin, sprach mich eine wildfremde frau so um die 60 an. sie sagte ihr sei es ebenso ergangen und ich sollte nicht den fehler machen, die sache so lassen. sie befinde sich jetzt schon 10 jahre in therapie, weil sie nie was vor dem tod der eltern klären konnte. das hat mich da schon nachdenklich gemacht.

      im nov. vorigen jahres erkrankte meine mutter schwer und sie war so verzweifelt, das ich sie zum kommen aufforderte. wenige tage später lag sie auf meiner couch und ich fühlte mich überrollt.
      10 tage später kam sie in die klinik um hier eine chemo zu beginnen, was dann in eine psychische abteilung überging, da ihr in dem psych. zustand nicht zu helfen war. ich habe von anfang an gesagt, nicht wieder in meiner wohnung, aber ich bin für dich da. gestorben ist sie dann in meinem beisein in einem hospiz 3 monate später.
      was ich dir damit sagen möchte ist, ich habe nichts vergessen, aber mein zorn war weg und ich bin sehr froh, das ich vergeben habe und um die zeit die wir noch hatten. sie hat, ohne das ich das thematisiert habe sich oft entschuldigt und gesagt, das es ihr leid tut. ich habe es angenommen.
      ich bin sehr traurig das wir das nicht eher getan haben und habe daran sehr zu knabbern.
      es hätte vieles nicht sein müssen und nun ist es zu spät, ich durchlebe seit nov. so viele gefühle, die ich nie für möglich gehalten hätte.
      ich habe mich ja auch viele jahre abgegrenzt.
      wenn ich dir was raten darf, lass es nicht soweit kommen wie ich, du kannst nur gewinnen.
      lg annett

      p.s. beim nachlesen in meinem alten beitrag, habe ich eine liedzeile von rammstein verwendet, für die, wie ich sie verwendet habe ich mich heute abgrundtief schäme, denn es ist fast genauso gekommen.
      Man fällt nicht über seine Fehler,
      man fällt immer über seine Feinde,
      die diese Fehler ausnutzen.

      Kurt Tucholsky
    • Also mein Mann hat keine Pflegestufe, denn selbst für Pflegestufe 1 reicht es nicht aus.
      Er kann schon an Ausflügen teilnehmen, sofern sie nicht damit verbunden viel zu laufen.
      Gemeinsame Urlaube sind leider nicht mehr drin, denn mit seinen offenen Beinen ist das sehr schwierig, aber damit haben wir uns arangiert.

      Was Einladungen angeht, so habe ich noch nie abgelehnt wenn ich eingeladen wurde.

      Ich glaube es ist wirklich so das ich immer für andere da bin und selbst niemanden habe, aber in der letzten Zeit habe ich mich um einiges zurück gezogen, und siehe da man merkt ich bin auch Mensch. Schauen wir mal wie es weitergeht.

      Dadurch das ich es geschafft habe bisschen Gewicht zu verlieren, geht es mir auch mit dem Asthma besser und ich kann endlich wieder Sport machen.
      Das tut mir richtig gut und ich fühle mich wesentlich besser.
      War gestern nach dem Dienst noch fast 2 Stunden im Fitness Studio, und danach war ich zwar kaputt, aber schön kaputt. Gibt mir ein gutes Gefühl.

      Vielleicht strahle ich das auch aus das es mir besser geht, das kann ich schlecht beurteilen.

      Danke euch aber für Eure Antworten, tut schon gut sich verstanden zu fühlen, aber vielleicht auch mal ein bisschen wach gerüttelt, denn ändern kann man immer nur selber etwas

      liebe Grüße
      Maggy46:daumen:
    • Apropos dicke Kinder ...
      Heute hab ich zufällig auf RTL (jaja, ich weiß, UnterschichtenTV) einen Bericht gesehen, dass schon Neugeborene zu fett sind. Angeblich werden immer mehr Babys mit Übergewicht geboren.
      Die haben doch alle nur noch 'ne Vollmeise ... was kommt als Nächstes? Diät für Schwangere? Fastenwochen für Neugeborene?

      Und dann wundern die sich, wenn Leute Amok laufen ...
    • Darcy schrieb:

      (jaja, ich weiß, UnterschichtenTV)
      Diese Meldung geistert auch in als seriös eingeschätzten Medien herum. Z. B. auf Spiegel-Online. Man beachte das "immer mehr". :rolleyes:

      Das finde ich interessant:

      Spiegel schrieb:

      Und Statistiken der Techniker Krankenkasse zeigen, dass die Quote übergewichtiger Neugeborener über 4500 Gramm zwischen 2004 und 2007 von 72 auf 117 pro 10.000 Neugeborene gestiegen ist.
      und

      gleichem Artikel schrieb:

      Die Geburtsprobleme sind nicht die größte Gefahr. Mehreren Studien zufolge erkranken betroffene Kinder später häufiger an Brust und Blasenkrebs, Asthma, bestimmten Hirntumoren und Depressionen. Andere, oft lebenslange Krankheiten ergeben sich aus den Ursachen der überdurchschnittlichen Größe.


      Ah ja, man hat also schon Langzeitstudien von Kindern, die zwischen 2004 und 2007 geboren wurden? Die wurden aber schnell erwachsen! :eek: Oder hat man bei den unter 100 ungewöhnlich schweren Kindern bis 2004 schon systematisch nachgeforscht? Oder hat man die entsprechenden Patienten jeweils nach ihrem Geburtsgewicht gefragt?

      Interessant wäre, mal genau hinzugucken, welchen Einflüssen die jeweiligen Mütter ausgesetzt waren. Haben sie z. B. während der Schwangerschaft versucht, unbedingt ab- oder auf keinen Fall zuzunehmen? Denn wenn früher als normal galt, dass werdende Mütter für zwei essen, wird heute eher Druck auf Schwangere ausgeübt, ihr Gewicht sorgsam zu beobachten. Das war schon Mitte der 1980er bei mir so, ich bin froh, dass ich mich wenigstens nicht davon habe beeinflussen lassen.
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    • Gestern hab ich den Bericht ja mehr oder weniger nur "gehört", weil ich auf Arbeit war. Heut morgen kam das Ganze nochmal .. einfach lächerlich.
      Da wurde ein "normales" 3-Kilo-Baby neben einem "fetten" 4,5-Kilo- Baby gezeigt - meine Güte, das dicke Baby war aber auch fast doppelt so groß wie das dünne - natürlich muss das mehr wiegen, es wär ja sonst nur Haut und Knochen.
      Eine Ursache, die genannt wurde, war das Auftreten von Schwangerschaftsdiabetes, wo ja mit sehr großen Babys zu rechnen ist (war schon immer so, ist also nix neues). Aber statt dass die Kassen dann den Blutzuckertest in der Schwangerschaft bezahlen, zahlen sie nur den Urintest - den viel früher aussagekräftigen Bluttest muss man als Schwangere selber zahlen (15€). DA könnten diese Dummschwätzer doch mal ansetzen, statt Frauen auch noch in der Schwangerschaft in die Diät zu treiben - die einzige Zeit im Leben vieler Frauen, wo sie mal ohne schlechtes Gewissen essen und sich sogar über die Gewichtszunahme und das runde Bäuchlein freuen.
      Ich kenne viele Frauen, die froh waren, endlich mal nicht Kalorien zählen zu müssen, weil man in der Schwangerschaft zunehmen DARF!
      Aber das ist ja nun auch vorbei ... tolle neue Welt.
    • Darcy schrieb:

      Apropos dicke Kinder ...
      Heute hab ich zufällig auf RTL (jaja, ich weiß, UnterschichtenTV) einen Bericht gesehen, dass schon Neugeborene zu fett sind. Angeblich werden immer mehr Babys mit Übergewicht geboren.
      Die haben doch alle nur noch 'ne Vollmeise ... was kommt als Nächstes? Diät für Schwangere? Fastenwochen für Neugeborene?

      Und dann wundern die sich, wenn Leute Amok laufen ...



      Zu meiner Kinderzeit nannte man einen Säugling, der bei der Geburt ein höheres als das Durchschnittsgewicht hatte, einen Wonneproppen.
      Das beinhaltete Bewunderung für das proppere Kind, ("süßer Wonneproppen!") beinhaltete Bewunderung für die Mama ("toll gemacht - hat auf sich geachtet während der Schwangerschaft!") und beinhaltete ein wenig Bedauern für die Mutter, weil sie wahrscheinlich (das nahm man an) eine etwas schwerere Geburt hatte.
      So gut wie immer hat sich das "proppere" verlaufen und das Baby sah nach einiger Zeit aus, wie alle Babys.
      Wurde ein eher zartes Kind geboren, war alles genau umgekehrt. "Was die Mutter wohl in der Schwangerschaft falsch gemacht hat?" "Ist das Kind krank?"
      Also wurde es gepeppelt. So lange und so gut es ging, bis es "schön rund" war.

      Insofern - man darf vielleicht auch eines nicht vergessen, die Kriegs - und Nachkriegsgeneration hat noch ganz anderes Essverhalten gelernt.
      "Den Teller immer leer essen" - das kann man verstehen, wenn man bedenkt, dass es nicht selbstverständlich war, seinem Kind ausreichend Nahrung bieten zu können. Ein Kind das rund war, war ein Zeichen dafür, dass die Eltern sich richtig sorgten und alles dafür taten, dass es satt wurde.

      Ja - und dann kam in meiner jüngsten Teenyzeit plötzlich ein superdürres Mädel names Twiggy ins Gespräch und obwohl es Aufschreie der Entrüstung gab, wurde sie für viele junge Mädchen zum Vorbild. Zum ersten mal in eminem Leben las ich von Magersucht und ob sie (Twiggy) der Auslöser für all den Diätenwahn war, weiß ich nicht. Aber in den Köpfen vieler hat sich dieses Bild festgesetzt. Sie hob sich ab von der Masse, fand große Beachtung und genau das wollen junge Menschen.

      Sicher ist weder das eine, noch das andere Extrem gut. Als ich mein erstes Kind bekam, wurde von den Hebammen und Ärzten gelehrt, dass man sein Kind um die und die Uhrzeit, so und so oft und mit so und so viel Nahrung zu füttern habe...
      Zum Glück hatte ich eine Mutter, die es mich anders lehrte und die mir sagte, ein Baby mache sich schon bemerkbar, wenn es Hunger habe. (Kurzgefasst)
      Danach habe ich mich gerichtet.
      Meine Kinder bekamen weitgehend, so wie es in meinen Möglichkeiten lag, das, was sie wollten. Und hier kommen dann wohl auch eindeutig die Gene ins Spiel, denn meine beiden Töchter sind nur drei Jahre auseinander und haben beide in Punkto Ernährung das gleiche erlebt. Und doch, (beide längst erwachsen) die eine Tochter ist sehr schlank, die andere ist sehr rund.

      (Die obigen Schilderungen sind jetzt meine Erinnerungen, sie müssen nicht auf alle Menschen aus meiner Generation passen.)
      Nur Du selbst bist Herr Deiner Gedanken.

      [SIZE=1]Von Itsme[/SIZE]
    • Lunix schrieb:

      Ah ja, man hat also schon Langzeitstudien von Kindern, die zwischen 2004 und 2007 geboren wurden? Die wurden aber schnell erwachsen! :eek: Oder hat man bei den unter 100 ungewöhnlich schweren Kindern bis 2004 schon systematisch nachgeforscht? Oder hat man die entsprechenden Patienten jeweils nach ihrem Geburtsgewicht gefragt?


      Genau. Diese "Studien" möchte ich auch mal gerne sehen, und vor allem, wer sie in Auftrag gegeben bzw. gesponsert hat.
      Und welche gesundheitlichen Folgeschäden haben untergewichtige Kinder? Das wird nicht erwähnt. Und was heißt "normal", und wer setzt das fest? Waren vielleicht die ganzen Jahre die Kinder zu klein? Die Kinder von Raucherinnen sollen kleiner als die von Nichtraucherinnen sein. Das wird wieder als Argument fürs Nichtrauchen angeführt. :confused:
      Statistik ist schon so eine Sache: man muss auch etwas davon verstehen, sonst kommt sowas raus wie mit den Störchen und der Geburtenzahl...

      Ich sag immer: an irgendwas muss man ja sterben. Und wenn ich nicht die "Chance" auf ein Ableben in jungen Jahren durch Krieg, Hunger oder Infektionskrankheiten hatte, sterbe ich halt an Herzinfarkt oder Krebs als alte Frau. Die sogenannten Volksseuchen Diabetes oder Arterienverkalkung sind halt jetzt unter den Top10 der Todesursachen, weil Tuberkulose, Cholera, Typhus, Lepra, Polio, Pocken, Verhungern und Erfrieren, Erschossen- oder In-Die-Luft-Gesprengt-Werden in der Hitparade zumindest in den Industrienationen etwas nach hinten gerutscht sind. Ist Burkina Faso ein Maßstab? Und wetten, in Afghanistan redet niemand über Diäten?
      Ohne Anstrengung und ohne Bereitschaft, den Schmerz und die Angst zu durchleben, kann niemand wachsen. (Erich Fromm)
    • Darcy schrieb:

      Apropos dicke Kinder ...
      Heute hab ich zufällig auf RTL (jaja, ich weiß, UnterschichtenTV) einen Bericht gesehen, dass schon Neugeborene zu fett sind. Angeblich werden immer mehr Babys mit Übergewicht geboren.
      Die haben doch alle nur noch 'ne Vollmeise ... was kommt als Nächstes? Diät für Schwangere? Fastenwochen für Neugeborene?

      Und dann wundern die sich, wenn Leute Amok laufen ...



      So etwas Dummes habe ich schon lange nicht mehr gehört, dabei müsste es doch eigentlich einleuchten, dass die Natur es so eingerichtet hat, dass Babies möglichst mit ein paar Reserven auf die Welt kommen. Das ist keine Vollmeise mehr, das ist schon eine krankhafte Fett-Phobie.
    • Also, meine Tochter kam 97 mit 41 cmund 2200 g au die Welt (ich hatte ne Schwangerschaftsvergiftung)
      Mein Sohn 2000 mit 56 cm und 4530 g.......
      und heute? Meine Tochter neigt -so wie ich--zum Übergwicht (was ich noch mit ihr zusammen einigermaßen handeln kann, indem ich sie über die Lebensmittel aufkläre)und mein Sohn ? Rank und schlank und ein Feger....

      Ist schon unfair bei UNS in der Familie, dass die Männer immer schlank sind.....


      Liebe Grüße
      Bärli

      PS: Danke für den Buchtip- werd mir morgen das gleich bestellen.
      Und, ich denke nicht, dass ich meiner Mutter HEUTE noch vorwürfe mache, ich bin nur wütend drüber.
      Sie ist heute eine alte Frau, die mit ihren Nerven total fertig ist....mein Vater hat Parkinson, meine ältere Schwester (die im "Hinterhaus" wohnt) ist Schizophren,dh., sie muss immer mit allem möglichen rechnen....
      Dazu hat sie selber Diabetes,kaputte Gelenke (bräuchte dringend neue Kniegelenke) und ist Herzkrank....Und dann soll ich kommen, und ihr noch Vorwürfe machen????
      Manchmal wünscht ich mir das, dass ich das könnte--aber dann denke ich:"Die Frau hat soooo viel geleistet, und ihr wurde nie gedankt!"--was sie für ihre Mutter und Schwiegermutter und Neffen getan hat....Dann steck ich lieber zurück......und schweige wieder...
      Klar, ich kann die Vergangnheit nicht ändern...aber sie steckt immer noch in mir.Und ich bin jetzt endlich dabei, mir zu sagen:Ich esse, wenn ich Hunger habe, und höre auf, wenn ich satt bin.Es hat lange gedauert, bis ich wieder dieses "Körpergefühl"bekam, und ich wundere mich über mich, dass ich mit 2 Mahlzeiten am Tag auskomme....der Rest vom essen war eigentlich nur "weil man halt Frühstückt"oder "es ist Mittagszeit" oder pure Langeweile oder Zorn oder Traurigkeit....
      Und, wie die Therapeutin sagte:Sie hat es halt nicht besser gewußt....-Vielleicht hätte sie es anders sagen sollen, als in dem Ton, wie wenn sie sagen würde:Morgen soll es regnen....So unbeteiligt, gefühlskalt.(Ja, sie ist ne Therapeutin, aber ein wenig Mitgefühl wünscht man sich doch,oder? Dass mal ein Satz kommt:Mein Gott, und wie haben Sie sich gefühlt?----Nichts......Naja, war vielleicht nicht die richtige....)
      So , jetzt hab ich genug gelabert....:-o
      Nochmals

      Tschüüs

      Bärli
    • Baerenland schrieb:

      Und, wie die Therapeutin sagte:Sie hat es halt nicht besser gewußt....-Vielleicht hätte sie es anders sagen sollen, als in dem Ton, wie wenn sie sagen würde:Morgen soll es regnen....So unbeteiligt, gefühlskalt.(Ja, sie ist ne Therapeutin, aber ein wenig Mitgefühl wünscht man sich doch,oder? Dass mal ein Satz kommt:Mein Gott, und wie haben Sie sich gefühlt?----Nichts......Naja, war vielleicht nicht die richtige....)

      Denke ich auch, und ich kann gut nachvollziehen, wie Du Dich gefühlt haben mußt. Eine von der Sorte hatte ich auch mal, zum Glück nicht allzu lang.
      Auch die Aussage "sie hat es halt nicht besser gewußt" - halloooo? Das Verhalten Deiner Mutter war nicht in Ordnung - sie wollte zwar das Kind "füttern", aber dabei soll es doch bitteschön schlank bleiben. Völlig unlogisch! Oder gar - jetzt mal ganz böse gedacht (ich bin nun mal sehr kritisch, was Mütter angeht:-o) - vielleicht hat sie es sogar genossen, die arme Mutter einer "gefräßigen" Tochter zu sein. Evtl. eine leichte Form des Münchhausen-Stellvertreter-Syndroms?

      Daß sie das heute alles nicht mehr wahrhaben will, ist ja nur die logische Konsequenz daraus, finde ich. Die Vorwürfe, die sie zu hören bekommen könnte, sind sicherlich alles andere als angenehm.;)

      Du jedenfalls hast alles Recht der Welt dazu, wütend zu sein.