Lovely Rita
01.11.2005, 17:11
Schon einige Zeit wollte ich hier Dinge schreiben, die mir durch den Kopf gehen. Ich schreibe nicht sehr oft, und wenn, so hab ich hinterher manchmal das Gefühl, das klingt überlegener als ich mich fühle.
Ich bin 41 Jahre alt, bin seit 10 Jahren schwergewichtig, heute mit dem Höchststand 178 Kilo. Ich habe eine Essstörung, die noch latent vorhanden ist (keine Essanfälle, aber zu viel essen), mache seit zwei Jahren eine Gesprächstherapie, die mir sehr viel gibt, mache seit drei Jahren zweimal wöchentlich Kieser-Training, gehe einmal in der Woche zum Aquagym, wenn möglich noch einmal zum Schwimmen ins Thermalbad und seit zwei Wochen habe ich mir ein Ausdauertraining am Ergometer zuhause so angepasst, dass es mir Spaß macht. Das Ziel aller meiner Aktivitäten ist es, gesund zu bleiben und mich wohl zu fühlen, und vor allem in Zukunft immer mehr in der Natur zu unternehmen.
Ich hatte im letzten Sommer bei einem Besuch meiner Mutter ein Schlüsselerlebnis, als wir mit der Gondelbahn ;) auf eine Alm gefahren sind. Der Blick von oben, über die ganzen Gipfel in die Ferne, nach allen Seiten, dieser Blick war der Blick meiner Kindheit. Es war, als ob mir das Herz aufgehen würde und ich habe gespürt, wie sehr ich Naturerleben brauche und wie sehr es mir heute fehlt. Als Kinder waren wir beinahe jedes Wochenende in den Bergen oder am Wasser und wir haben viel draußen gespielt. Ich bin zwar in der Stadt Salzburg aufgewachsen, aber sehr naturverbunden. Und ich habe bei diesem Ausflug die Gewissheit gewonnen, dass meine Seele die Natur und den freien Himmel braucht. Daher schlägt mein Herz gleich höher, wenn ich Sonnenkuss über dem Gardasee herumjubeln sehe.
Mein Ziel ist also, mir die Nähe zur Natur ganz langsam wieder zu ermöglichen und ich weiß schon heute, wenn es erst so weit ist, werde ich aus den kommenden Erlebnissen und Eindrücken unendlich viel zurückbekommen.
Wahrscheinlich sind es diese Erlebnisse und Eindrücke, die mir neben der uneingeschränkten Liebe meiner Eltern, gefehlt haben, sodass ich mir eine Störung zugelegt habe, eine Essstörung.
Heute weiß ich, dass meine Eltern mich geliebt haben, so gut es ihnen möglich war. Seit mein Vater im April gestorben ist, habe ich so viel Gewissheit um unsere Verbundenheit gewonnen, so viel Klarheit, was zwischen uns passiert ist, dass ich für mein Leben unendlich viel gelernt habe. Ich hoffe sehr, dieses Gelernte auch ausleben zu können, ich will mich jedenfalls sehr bemühen.
Aber was rede ich hier eigentlich, wo will ich eigentlich hin? Ich habe in der Vergangenheit öfter darüber nachgedacht, wie es für die „richtig“ Dicken hier wohl ist, wenn Esssgestörte hier präsent sind, die andauernd den Eindruck erwecken, das Dicksein um Himmels willen so schnell wie möglich los zu werden. Solidarität jetzt, ja! Aber um Gottes Willen selber bald abnehmen. Darüber habe ich schon lange vor Solitudes Postings nachgedacht, wie sich das wohl anfühlt. Wenn man zum Beispiel weiß, dass es nie wieder viel weniger Kilogramm sein werden.
In der ersten Phase meiner Essstörungseinsicht war es für mich ganz klar so, die Essstörung wird aus der Welt geschafft (durch Analyse, Verhaltensänderung etc.), Übergewicht verschwindet (langsam oder schnell), dann werden alle Fotos vernichtet aus der dicken Zeit und basta. Ja, Powidl!
So habe ich eine ganze Zeit gedacht (ca. von 1998 bis 2002 um genau zu sein ;) ). Ich hatte neun Jahre keinen Reisepass, weil ich kein Passfoto von mir anfertigen lassen wollte. Ich wollte nicht, dass ich einen Reisepass mit einem dicken Foto von mir habe. Seit zwei Wochen habe ich einen mit einem aktuellen Foto bei Höchstgewichtstand. Was ist also geschehen?
Ganz einfach. Die Erkenntnisse, von denen ich eingangs schrieb, haben offenbar dazu geführt, dass ich verstanden habe, worum es bei mir persönlich geht. Was mir persönlich fehlt. Welche Störung ich wirklich habe, denn die Essstörung ist nur die Spitze des Eisberges. Insofern kann Besserung bzw. Friede für meine Seele erst dann eintreten, wenn ich die richtigen Bedingungen für mein individuelles Wohlbefinden herstelle. Dazu gehört mein Ausdauertraining, dass mich wieder zu der leidenschaftlichen Spaziergängerin machen wird, die ich bin, dazu gehört aber auch das Stück Puten-Cordonbleu mit Pommes, das ich gestern um 21 Uhr verspeist habe – oh, Gott, oh Gott.
Es hat sich richtig angefühlt und ich esse das nicht täglich.
Wenn ich es mir aber entgegen meinen inneren Wünschen verbiete, dann müsste ich es vermutlich irgendwann täglich essen. So wird aus unsinnigem Verhalten eine Essstörung.
Die Sicherheit bezüglich meiner wirklichen Wünsche, die Sicherheit wirklich eigene Entscheidungen zu treffen, das macht mich frei und wirkt vielfach konstruktiv auf mein Wohlbefinden.
So in etwa scheine ich meinen individuellen Weg skizzieren zu können.
Dazu gehört auch, dass ich nach langem Überlegen und nach meiner Gesundenuntersuchung, zwei Termine im Krankenhaus ausgemacht habe.
Einen in der ES-Ambulanz, um zu sehen, ob sie mir irgendetwas anbieten können, das ich als hilfreich empfinde. Zum Beispiel Gruppentreffen, denn sowas hab ich noch nie probiert.
Den zweiten Termin habe ich erst im Jänner, da die Adipositas-Ambulanz scheinbar stark beansprucht wird. Ich gehe dort hin, weil ich überprüfen möchte, ob sie andere Frauen kennen, die ähnliche Probleme mit dem Prolaktinspiegel und in der Folge mit der Menstruation haben. Nachdem mir drei Gynäkologinnen eigentlich nicht helfen konnten und ich nicht willens bin, ein Medikament zu schlucken, das ich meiner Ansicht nach nicht brauche, aber keinen Lust auf 20 Tage pro Monat Blutungen habe, versuche ich diesen Weg.
Bis es so weit ist, schreibe ich alles auf, was ich esse und notiere auch mein Ausdauertraining (Zeiten/Puls), um ihnen gleich zu Beginn vorlegen zu können, wieviel ich esse und wieviel ich mich bewege. Es geht da auch um eine Abklärung, warum ich in den letzten Monaten neun Kilo zugenommen habe, die ich mir eigentlich nicht erklären kann. Vielleicht können die mir das erklären. Aber niemand dort wird mir chirurgische oder diätetische Maßnahmen einreden können. Und wenn ich bis dahin – dank meines Ausdauertrainings – ein wenig abnehmen sollte, dann können meine Ärztin und ich auch Schlüsse daraus ziehen. Und wenn ich bis dahin weiter zugenommen habe, werde ich ebenfalls klüger sein.
Es geht nicht mehr um den Kampf gegen das Dicksein. Es geht nicht mehr um das Entrinnen aus einem verhassten Körper. Es geht bei mir um die konstante Beruhigung einer seelischen Störung und die konstante Erweiterung meiner physischen Möglichkeiten. Es geht um Blühen und Entfalten. Ich will nicht, dass es mir am Tag x im Jahr 2020 gut geht, weil ich dann wieder 70 Kilo habe ;) Ich will mich auch nicht umbringen, sollte ich im Jänner plötzlich 190 Kilo haben. Ich will, dass es mir jetzt gut geht und wenn es mir morgen oder irgendwann einmal wirklich schlecht geht, werde ich wissen, dass ich das tragen kann. Mit Humor, mit Reife, mit Hilfe anderer Menschen, irgendetwas oder irgendjemand wird immer für mich da sein.
Um den Bogen zu schließen: es ist oft kein Vergnügen, so dick zu sein, weil mein Gewicht meinem Temperament manchmal schwer im Wege ist. Aber das Dicksein ist für mich nicht mehr der grässliche Zustand, dem es zu entkommen gilt, vor allem nicht um jeden Preis. Ich bin mit mir zufrieden, weil ich spüre und sehe, dass ich mich entwickle und dass sich mir stets neue Perspektiven eröffnen. Ich bin glücklich.
Und ich bin sehr froh und zufrieden und erleichtert, dass es euch hier gibt, dass es Menschen gibt, die Individuen sind, die menschlich sind und menschliche Gefühle haben. Das ist nicht selbstverständlich. Wir alle wissen das.
Wenn ich vielleicht bei keinem UserInnentreffen erscheine, dann weil ich kein Geld habe, weil ich nicht weg kann, weil ich keine Zeit oder keine Lust habe, aber der Gedanke, mich mit XX anderen Dicken zu treffen, ist mir null unangenehm, er bringt mich eher zum Schmunzeln.
In meinem Aquagym-Kurs, den ich seit einem Jahr besuche, sind Damen zwischen 55 und 70. Teilweise Nervensägen, aber auch ganz nette Nervensägen. Hätte man mir vor 20 Jahren gesagt, dass ich mit 40 mit einer Horde nervender Dauerwellen im Wasser herumhopse und auf bunten Styropornudeln reite, dann hätte ich dieser Person zweifelsohne den Vogel gezeigt. Heute hopse ich drauflos und amüsiere mich köstlich. Danke für diese Gelassenheit. Auch etwas, das ich hier gelernt habe.
Deshalb liebe „richtige“ Dicke: ich bin eine richtige Dicke und ich finde einige von euch supertoll.
Das war nun vielleicht viel Durcheinander, aber so individuell die Wege aus Lebenskrisen sind, so individuell wie die Körper von Menschen sind, so fallen halt auch die Postings aus. Es gäbe noch so viel zu sagen. Morgen ist ein neuer Tag ;)
Ich fühle mich gut bei euch. Danke für alles!!!
Und liebe Grüße, Christine
Ich bin 41 Jahre alt, bin seit 10 Jahren schwergewichtig, heute mit dem Höchststand 178 Kilo. Ich habe eine Essstörung, die noch latent vorhanden ist (keine Essanfälle, aber zu viel essen), mache seit zwei Jahren eine Gesprächstherapie, die mir sehr viel gibt, mache seit drei Jahren zweimal wöchentlich Kieser-Training, gehe einmal in der Woche zum Aquagym, wenn möglich noch einmal zum Schwimmen ins Thermalbad und seit zwei Wochen habe ich mir ein Ausdauertraining am Ergometer zuhause so angepasst, dass es mir Spaß macht. Das Ziel aller meiner Aktivitäten ist es, gesund zu bleiben und mich wohl zu fühlen, und vor allem in Zukunft immer mehr in der Natur zu unternehmen.
Ich hatte im letzten Sommer bei einem Besuch meiner Mutter ein Schlüsselerlebnis, als wir mit der Gondelbahn ;) auf eine Alm gefahren sind. Der Blick von oben, über die ganzen Gipfel in die Ferne, nach allen Seiten, dieser Blick war der Blick meiner Kindheit. Es war, als ob mir das Herz aufgehen würde und ich habe gespürt, wie sehr ich Naturerleben brauche und wie sehr es mir heute fehlt. Als Kinder waren wir beinahe jedes Wochenende in den Bergen oder am Wasser und wir haben viel draußen gespielt. Ich bin zwar in der Stadt Salzburg aufgewachsen, aber sehr naturverbunden. Und ich habe bei diesem Ausflug die Gewissheit gewonnen, dass meine Seele die Natur und den freien Himmel braucht. Daher schlägt mein Herz gleich höher, wenn ich Sonnenkuss über dem Gardasee herumjubeln sehe.
Mein Ziel ist also, mir die Nähe zur Natur ganz langsam wieder zu ermöglichen und ich weiß schon heute, wenn es erst so weit ist, werde ich aus den kommenden Erlebnissen und Eindrücken unendlich viel zurückbekommen.
Wahrscheinlich sind es diese Erlebnisse und Eindrücke, die mir neben der uneingeschränkten Liebe meiner Eltern, gefehlt haben, sodass ich mir eine Störung zugelegt habe, eine Essstörung.
Heute weiß ich, dass meine Eltern mich geliebt haben, so gut es ihnen möglich war. Seit mein Vater im April gestorben ist, habe ich so viel Gewissheit um unsere Verbundenheit gewonnen, so viel Klarheit, was zwischen uns passiert ist, dass ich für mein Leben unendlich viel gelernt habe. Ich hoffe sehr, dieses Gelernte auch ausleben zu können, ich will mich jedenfalls sehr bemühen.
Aber was rede ich hier eigentlich, wo will ich eigentlich hin? Ich habe in der Vergangenheit öfter darüber nachgedacht, wie es für die „richtig“ Dicken hier wohl ist, wenn Esssgestörte hier präsent sind, die andauernd den Eindruck erwecken, das Dicksein um Himmels willen so schnell wie möglich los zu werden. Solidarität jetzt, ja! Aber um Gottes Willen selber bald abnehmen. Darüber habe ich schon lange vor Solitudes Postings nachgedacht, wie sich das wohl anfühlt. Wenn man zum Beispiel weiß, dass es nie wieder viel weniger Kilogramm sein werden.
In der ersten Phase meiner Essstörungseinsicht war es für mich ganz klar so, die Essstörung wird aus der Welt geschafft (durch Analyse, Verhaltensänderung etc.), Übergewicht verschwindet (langsam oder schnell), dann werden alle Fotos vernichtet aus der dicken Zeit und basta. Ja, Powidl!
So habe ich eine ganze Zeit gedacht (ca. von 1998 bis 2002 um genau zu sein ;) ). Ich hatte neun Jahre keinen Reisepass, weil ich kein Passfoto von mir anfertigen lassen wollte. Ich wollte nicht, dass ich einen Reisepass mit einem dicken Foto von mir habe. Seit zwei Wochen habe ich einen mit einem aktuellen Foto bei Höchstgewichtstand. Was ist also geschehen?
Ganz einfach. Die Erkenntnisse, von denen ich eingangs schrieb, haben offenbar dazu geführt, dass ich verstanden habe, worum es bei mir persönlich geht. Was mir persönlich fehlt. Welche Störung ich wirklich habe, denn die Essstörung ist nur die Spitze des Eisberges. Insofern kann Besserung bzw. Friede für meine Seele erst dann eintreten, wenn ich die richtigen Bedingungen für mein individuelles Wohlbefinden herstelle. Dazu gehört mein Ausdauertraining, dass mich wieder zu der leidenschaftlichen Spaziergängerin machen wird, die ich bin, dazu gehört aber auch das Stück Puten-Cordonbleu mit Pommes, das ich gestern um 21 Uhr verspeist habe – oh, Gott, oh Gott.
Es hat sich richtig angefühlt und ich esse das nicht täglich.
Wenn ich es mir aber entgegen meinen inneren Wünschen verbiete, dann müsste ich es vermutlich irgendwann täglich essen. So wird aus unsinnigem Verhalten eine Essstörung.
Die Sicherheit bezüglich meiner wirklichen Wünsche, die Sicherheit wirklich eigene Entscheidungen zu treffen, das macht mich frei und wirkt vielfach konstruktiv auf mein Wohlbefinden.
So in etwa scheine ich meinen individuellen Weg skizzieren zu können.
Dazu gehört auch, dass ich nach langem Überlegen und nach meiner Gesundenuntersuchung, zwei Termine im Krankenhaus ausgemacht habe.
Einen in der ES-Ambulanz, um zu sehen, ob sie mir irgendetwas anbieten können, das ich als hilfreich empfinde. Zum Beispiel Gruppentreffen, denn sowas hab ich noch nie probiert.
Den zweiten Termin habe ich erst im Jänner, da die Adipositas-Ambulanz scheinbar stark beansprucht wird. Ich gehe dort hin, weil ich überprüfen möchte, ob sie andere Frauen kennen, die ähnliche Probleme mit dem Prolaktinspiegel und in der Folge mit der Menstruation haben. Nachdem mir drei Gynäkologinnen eigentlich nicht helfen konnten und ich nicht willens bin, ein Medikament zu schlucken, das ich meiner Ansicht nach nicht brauche, aber keinen Lust auf 20 Tage pro Monat Blutungen habe, versuche ich diesen Weg.
Bis es so weit ist, schreibe ich alles auf, was ich esse und notiere auch mein Ausdauertraining (Zeiten/Puls), um ihnen gleich zu Beginn vorlegen zu können, wieviel ich esse und wieviel ich mich bewege. Es geht da auch um eine Abklärung, warum ich in den letzten Monaten neun Kilo zugenommen habe, die ich mir eigentlich nicht erklären kann. Vielleicht können die mir das erklären. Aber niemand dort wird mir chirurgische oder diätetische Maßnahmen einreden können. Und wenn ich bis dahin – dank meines Ausdauertrainings – ein wenig abnehmen sollte, dann können meine Ärztin und ich auch Schlüsse daraus ziehen. Und wenn ich bis dahin weiter zugenommen habe, werde ich ebenfalls klüger sein.
Es geht nicht mehr um den Kampf gegen das Dicksein. Es geht nicht mehr um das Entrinnen aus einem verhassten Körper. Es geht bei mir um die konstante Beruhigung einer seelischen Störung und die konstante Erweiterung meiner physischen Möglichkeiten. Es geht um Blühen und Entfalten. Ich will nicht, dass es mir am Tag x im Jahr 2020 gut geht, weil ich dann wieder 70 Kilo habe ;) Ich will mich auch nicht umbringen, sollte ich im Jänner plötzlich 190 Kilo haben. Ich will, dass es mir jetzt gut geht und wenn es mir morgen oder irgendwann einmal wirklich schlecht geht, werde ich wissen, dass ich das tragen kann. Mit Humor, mit Reife, mit Hilfe anderer Menschen, irgendetwas oder irgendjemand wird immer für mich da sein.
Um den Bogen zu schließen: es ist oft kein Vergnügen, so dick zu sein, weil mein Gewicht meinem Temperament manchmal schwer im Wege ist. Aber das Dicksein ist für mich nicht mehr der grässliche Zustand, dem es zu entkommen gilt, vor allem nicht um jeden Preis. Ich bin mit mir zufrieden, weil ich spüre und sehe, dass ich mich entwickle und dass sich mir stets neue Perspektiven eröffnen. Ich bin glücklich.
Und ich bin sehr froh und zufrieden und erleichtert, dass es euch hier gibt, dass es Menschen gibt, die Individuen sind, die menschlich sind und menschliche Gefühle haben. Das ist nicht selbstverständlich. Wir alle wissen das.
Wenn ich vielleicht bei keinem UserInnentreffen erscheine, dann weil ich kein Geld habe, weil ich nicht weg kann, weil ich keine Zeit oder keine Lust habe, aber der Gedanke, mich mit XX anderen Dicken zu treffen, ist mir null unangenehm, er bringt mich eher zum Schmunzeln.
In meinem Aquagym-Kurs, den ich seit einem Jahr besuche, sind Damen zwischen 55 und 70. Teilweise Nervensägen, aber auch ganz nette Nervensägen. Hätte man mir vor 20 Jahren gesagt, dass ich mit 40 mit einer Horde nervender Dauerwellen im Wasser herumhopse und auf bunten Styropornudeln reite, dann hätte ich dieser Person zweifelsohne den Vogel gezeigt. Heute hopse ich drauflos und amüsiere mich köstlich. Danke für diese Gelassenheit. Auch etwas, das ich hier gelernt habe.
Deshalb liebe „richtige“ Dicke: ich bin eine richtige Dicke und ich finde einige von euch supertoll.
Das war nun vielleicht viel Durcheinander, aber so individuell die Wege aus Lebenskrisen sind, so individuell wie die Körper von Menschen sind, so fallen halt auch die Postings aus. Es gäbe noch so viel zu sagen. Morgen ist ein neuer Tag ;)
Ich fühle mich gut bei euch. Danke für alles!!!
Und liebe Grüße, Christine