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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : KTS (Karpal - Tunnel - Syndrom)


Steph
22.06.2005, 09:05
Hallo,

wie manche von Euch vielleicht schon im DDS gelesen haben, habe ich das KTS- Syndrom. Gestern früh war ich bei dem Arzt, der die OP durchführen wird. Dabei wird ein Nerv freigelegt, der derzeit eingeklemmt ist. So weit, so gut...

Gestern sprach ich dann mit der Ärztin, die die Narkose setzen wird. Und mich hat's von den Socken gehauen, als sie meinte, dass es eine Vollnarkose sein wird. Es ist ja nur "ein kleiner Eingriff", der ambulant gemacht wird.

Bei der Rücksprache mit meinem Diabetalogen meinte er, er fände es auch merkwürdig. Für die Zeit müssten sie mir eine Insulin-Infusion legen und so weiter und so fort.

Also rief ich wieder in der Praxis an, und sprach mit der Arzthelferin. Sie versuchte zu erklären, weshalb eine Vollnarkose gelegt wird. Aber ich bin da wirklich stur geblieben; weil mir das zu viele Gefahren birgt. Diabetes, leichten Bluthochdruck, das Übergewicht ... Damit bin ich doch im Grunde ein einziger Risikofaktor, oder?
Jedenfalls wollte die Arzthelferin noch mit dem Doc sprechen, und ich soll mich nachher nochmal melden.

Ich bin mal gespannt... und 'tschuldigung für's Zuschwallen.


Steph(chen)

Darcy
22.06.2005, 10:13
Hallo Stephchen,

na dann hoff ich mal, dass der Anruf zu Deiner Zufriedenheit ausgehen wird.
Zumindest sollte sie Dir erklären, wieso sie unbedingt auf einer Vollnarkose besteht.
Vorstellen könnte ich mir, dass sie eine leichte Narkose setzt zusätzlich zur Anästhesie des Armes, damit Du ruhig bleibst und nicht gestreßt wirst, wo Du aber schnell wieder aufwachst (vergleichbar mit dem kurzen Schlaf bei der Magen-/Darmspiegelung - die ist sehr indiviuell zu dosieren und man ist innerhalb kürzester Zeit wieder wach).

Und immer dran denken - bevor DU den Aufklärungsbogen nicht unterschrieben hast (und da gehört auch rein, welche Narkoseart angewendet wird) können sie nicht anfangen :cool2:

Ich drück Dir die Daumen für die OP,
Darcy

Steph
22.06.2005, 10:38
Hallo Darcy,


ich habe nun mit den Leuten noch einmal telefoniert. Morgen soll ich zwecks Besprechung noch einmal dorthin kommen und ich werde nur eine lokale Anästhesie bekommen. *hach*
Bin schon erleichtert; immerhin ist das mein allererster Eingriff am Körper, um mir etwas freilegen/ entfernen zu lassen.


Erleichternte Grüsse von
Steph(chen)

mellow
22.06.2005, 10:59
Da hat sich deine Hartnäckigkeit doch gelohnt. Ich drücke Dir die Daumen, dass alles glatt läuft und Du wenig Schmerzen hast!

mellow

Rascha
22.06.2005, 12:01
Nur eine kleine Anmerkung, bitte nicht falsch verstehen - KTS steht für Karpal-Tunnel-Syndrom.

Alles Gute für deine OP und gute Besserung!

Steph
22.06.2005, 12:03
Ah, ich wusste, da war ein Fehler drin... :)

Is nich schlimm.

Und danke.

Zuspruch kann ich gebrauchen.

Delisine
22.06.2005, 12:39
Hallo Steph,

das hast du prima gemacht, dass du die Halbgötter nicht einfach hast über dich entscheiden lassen, sondern mit dir! :daumen:

Für den Eingriff drücke ich die Daumen und würde mich freuen, wenn du uns davon erzählen würdest.

Meine Ma hat das nämlich auch demnächst vor sich und der würde ich so gerne ein paar beruhigende Worte sagen. :)

Alles Gute,
Deli

stübbken
22.06.2005, 15:32
Ich hatte ja in DDS schon ausführlich über meine beiden ambulanten KTS-Ops in diesem Jahr (Januar und Mai) berichtet.

Zu meiner Person betr. Risikofaktoren:
1,76m, 98 kg, Diabetes Typ 2 mit ICT (Actrapid & Protaphane) zzgl. 2 X 1000 mg Metformin p.T., !0 mg Ramipril p.T. wegen Bluthochdruck, 20 mg Simvastatin wegen erhöhter Blutfettwerte, und 100mg ASS zur Vorbeugung gegen Infarkt - ich durfte wählen, ob Vollnarkose oder örtliche Betäubung!

Ganz wichtig: Am Abend vor der Op das Basisinsulin spritzen, weil die BZ-Werte sonst trotz Nüchternsein in den Himmel schießen - das Metformin wegen der Gefahr der Übersäuerung des Blutes mehrere Tage vorher absetzen.

Wenn noch Fragen sind, bitte melden!

stübbken

Puhbärchen
23.06.2005, 07:53
Hallo Stephchen!

Gut, das du wegen der Anästhesie nochmal nachgehakt hast. :daumen:

Ich wünsche dir für den Eingriff alles Gute und hoffe, das du danach keine dollen Schmerzen hast.

Lieben Gruß, Tina

Steph
23.06.2005, 08:40
Hallo Ihr Lieben,

danke nochmals für die Antworten. Bin auch stolz auf mich, dass ich das geschafft habe. Ich meint- früher hätte ich nie die Klappe aufbekommen und mich dagegen gewehrt. Aber inzwischen hab ich dank vieler lieben Leute hier auch den Mumm bekommen.


Stübken, Dein Bericht fand ich ja schon in dem anderen Forum sehr interessant. Und klar - das Basisinsulin spritze ich sowieso abends. Vor der OP soll ich 1/4 meines eigentlichen Morgeninsulins spritzen.
Die Ärztin, mit der ich sprach, meinte, sie hätte da lieber jemanden sitzen, der einen Wert von 200 als von 90 hätte. (Wenn ich denn mal einen Nüchternheitswert von 90 jemals hätte, das wäre zu schön.) Wir werden sehen...

Metformin habe ich nur zu Anfang meiner Diabetes- Karriere genommen. Bis sich herausstellte, ich habe Typ 1. Das hiess sofort absetzen...

Deli, natürlich berichte von der OP. Und wenn ich meinen Freund an den PC lasse und ich ihm das diktiere :). Ich glaube fast, dass diese OP wirklich recht harmlos ist. Aber wir werden sehen...

Am 2. Juli dürft Ihr an mich denken ;).

Liebe Grüsse,
Steph(chen)

Pandora
23.06.2005, 08:56
Das werden wir. Und Daumen drücken, versteht sich. :daumen:

Alles Gute für die OP, Steph!:smile1:

stübbken
23.06.2005, 09:55
Du brauchst nicht zu diktieren - die Tasten anzuschlagen tut überhaupt nicht weh!

Alles Gute!

stübbken

Achtung: Es ist gefährlich,mit hohen Werten in die OP zu gehen, weil Du ratz-fatz in der Ketoascidose (ab 240,wie Du weißt)landest! Frag' noch mal Deinen Diabetologen! - Narkoseärzte haben wenig Ahnung von Diabetes!

Ich spritz' ja nur abends Basis und morgens bis abends je nach Mahlzeit Bolus - wenn ich nüchtern bleiben muss, also garnix! Spritzt Du auch morgens Basis?

Steph
24.06.2005, 15:03
Hallo,


nach einem langen Gespräch mit Doc (mein Fettgewebe sei zu viel... das Übliche) und Narkoseärztin muss ich es doch über mich ergehen lassen und mich unter Vollnarkose stellen :(. Mir isses inzwischen egal, ich will das endlich hinter mich kriegen.

Mein Diabetaloge sagte, ich solle 1/4 meines morgendlichen Insulins -Bolus- spritzen. Das Basisiunsulin spritze ich schon immer nur abends. War erst schwierig, die richtige Zeit herauszufinden. Aber inzwischen bin ich bei einer Zeit zwischen 22 und 23 Uhr angekommen. Das klappt auch so ganz gut :).

Und mein Gastspiel in der Familie is die kommende Woche dann auch zu Ende
-> was für mich auch ganz gut ist.
Na ja ... wir werden sehen.

Und Stübken, ich halte es auch für unverabtwortlich, jemanden mit einem BZ von 200 in den OP zu lassen. Aber solch einen hohen Nüchternheitswert hatte ich zu Anfang, wo Diabetes diagnostiziert wurde. Ich weiss, dass durch Aufregung, fettiges Essen und weitere Umstände der Nüchternheitswert ebenfalls verfälscht werden kann.

Liebe Grüsse,
Stephchen

Pandora
24.06.2005, 15:25
Steph, das ist ja nun extrem blöd. :( Wird dann wenigstens eine leichte Vollnarkose gemacht, wie im Beitrag von Darcy weiter oben vorgeschlagen? Vielleicht ist das ja dann nicht ganz so belastend für den Körper?

MissSilver
24.06.2005, 15:46
Ich kenn mich damit so gar nicht aus (Vollnarkosen, Diabetes, etc.), aber wenn manche Leute gar nicht operiert werden können (weil sie angeblich zu dick sind, und die werden erst mal auf eine total ungesunde Crashdiät gesetzt, bevor der Eingriff vorgenommen wird - alles schon gehört), wieso werden dann andere "Dicke" nur mit Vollnarkose operiert (was ja nachgewieserermaßen eine ganz schön heftige Belastung für jeden Körper ist)?

Das klingt für mich so was von unlogisch, wenn es jemanden hier gibt, der mir das verständlich erklären kann, würde ich interessiert lesen.

Wenn nicht, dann gebe ich mich auch zufrieden (grummle dann aber vor mich hin - versprochen ;) )

stübbken
26.06.2005, 17:53
Und ich versteh' es überhaupt nicht!!!!

Aus meinen o.g. Werten - und mein BMI ist ja auch über 30! - könnt Ihr doch entnehmen, dass ich alles andere bin als ein Leichtgewicht!

Bei mir war die Frage des Narkosearztes nicht, wieviel ich wiege, wieviel Diabetes ich habe ....mir wurden die Vorteile und die Nachteile vorgestellt und i c h konnte mich entscheiden! Mir wurde noch nicht einmal ein "guter Rat", was für mich besser wäre, gegeben! Also muss ich doch davon ausgehen, dass Übergewicht keine Rolle spielt!

stübbken

Darcy
26.06.2005, 18:19
Och Stübbken,

die Erklärung ist doch ganz einfach:
Es gibt Ärzte, die behandeln ihre Patienten wie mündige Menschen - so einen hattest Du offensichtlich bei Deiner OP.
Und dann gibt es Ärzte, die ziehen wohl eine Art Lustgewinn daraus, Patienten möglichst kleinzumachen, um selbst größer dazustehen, sozusagen als "Halbgott in Weiß" - und so jemand war offensichtlich die "nette" Narkoseärztin.

Darcy - Erklärbär :cool2:

stübbken
26.06.2005, 18:49
Also - jetzt kommt meine "Liebeserklärung" an die Narkose-Crew des St.Barbara-Hospitals in Duisburg.

Ganz abgesehen davon, dass ich als mündiger Patient behandelt worden bin, habe ich auch das Gefühl, dass ich sehr liebevoll behandelt worden bin!

Meine linke Schulter ist verkalkt und die Spritze für die örtliche Betäubung muss ja in die Achselhöhle gegeben werden - dafür muss ich den Arm nach oben strecken, was ich aber nicht mehr kann! Also hat der Narkosearzt, der die Spritze setzen musste, einen anderen Arzt zur Unterstützung geholt, der dann meinen Arm sehr vorsichtig (!) nach oben bewegte und ihn dann auch - mit meiner Erlaubnis an seinem angenehm rundlichen Bauch! - während des Spritzens "fixierte". Dann haben sie den Arm vorsichtig wieder an meine Seite gelegt (weil ich es nicht mehr konnte!).

Im Op mußte die Chirurgin den Arm natürlich auch in die richtige Position bringen - es gab Schwierigkeiten und sie forderte mich auf, mich nicht zu verkrampfen.Aber ich konnte wegen der Schmerzen nicht mehr reden...Der Narkosearzt hat ihr dann erklärt, dass sie vorsichtig sein muss, weil ich eine Kalkschulter habe... Sie war dann beim Fixieren auch sehr vorsichtig, trotzdem tat es so weh, dass ich das Gefühl hatte, ich bestünde nur aus schmerzender Schulter, und mir liefen die Tränen, unaufhörlich... der Narkosearzt hat mir die Tränen abgewischt und mich getröstet....

Ich fühlte mich so geborgen.... und wenn mir jetzt noch jemand erklären könnte, warum ich beim Schreiben dieses Beitrags flenne....

stübbken

Rita
26.06.2005, 20:44
Und ich versteh' es überhaupt nicht!!!!

ganz einfach, es gibt narkoseärzte, die verstehen ihr handwerk (z.B. schlußrechnungen ;) ) und dann gibt es welche, die sind sich ihres könnens nicht so gaaanz sicher.

und bei den unsicheren gibt es solche, die den schwarzen peter an ihre patienten abschieben müssen, um sich besser zu fühlen, und andere, die das nicht nötig haben. :cool:

danke für deine op-crew liebeserklärung, ich bin auch gerührt, ich sammle vorbilder :) (und potentielle praktikumsplätze ;) )

Steph
27.06.2005, 08:44
Na, dann scheine ich ja an eine geraten zu sein, die sich auch als Halbgöttin in weiss zu sehen scheint :(. Ich hab die gute Dame selbst noch nicht gesehen, nur telefoniert. Denn diese wohnt in Bielefeld und kommt dann 60 km gefahren, um ambulante Vollnarkosen zu verteilen :genervt:. Wenn die mich sieht, kriegt sie ihren Schock für's Leben. Mal gucken, ob die dann noch bleibt oder ... ::flucht3:

War heute in meiner Hausarztpraxis wegen der OP- vorbereitung. Habe das der Arzthelferin erzählt, die dann meinte, dass es explizit bei dem Chirurgen nur unter Vollnarkose gemacht wird.

Na dolle.... *seufz*

Da kannsch mich doch gleich :eingrab: - keine Ahnung, warum ich das alles so schwarz sehe. :bigno:

Gruss,
Steph

Pandora
27.06.2005, 09:08
War heute in meiner Hausarztpraxis wegen der OP- vorbereitung. Habe das der Arzthelferin erzählt, die dann meinte, dass es explizit bei dem Chirurgen nur unter Vollnarkose gemacht wird.
Hmm... hättest du evtl. die Möglichkeit, zu einem anderen Chirurgen zu gehen? Ich finde es erschreckend, daß du wegen seiner nicht vorhandenen Flexibilität zu einer Vollnarkose "gezwungen" wirst. :frust:

Steph
27.06.2005, 09:11
Ein anderer Chirurg ist 35 km oder so entfernt. Natürlich wäre es einfacher *seufz*, aber weisst Du, ich will das nun so schnell wie möglich hinter mich bringen...

Pandora
27.06.2005, 09:35
Versteh ich. Und es ist ja auch schon bald so weit. Ich drück dir die Daumen am Samstag! :daumen:

Steph
02.07.2005, 10:59
Hallo Ihr Lieben,



ich habe es überstanden. Das Tippen fällt mir noch schwer. Aber so bald ich kann, werde ich es Euch berichten. Falls noch Interesse besteht ;).

Liebe handverbundene Grüsse,
Steph

Darcy
02.07.2005, 11:06
Schön dass Du wohlbehalten wieder da bist :grins: - und klar besteht noch Interesse ;)


Gute Besserung,
Darcy

Sumpitt
02.07.2005, 15:15
Hi Stephchen!

Ich habe mich vor kurzem ebenfalls wegen des KTS erfolgreich operieren lassen. Den Schritt zur OP bereue ich bislang nicht, denn ich hatte bereits zwei taube Finger (hatte ich gar nicht so bewußt bemerkt) und nach der OP war sofort eine enorme positive Veränderung festzustellen. Ich hoffe, daß die OP bei Dir ebenfalls so erfolgreich verlaufen ist.

Bis zu Deinem Bericht also ersteinmal: Gute Besserung!

Liebe Grüße

stübbken
02.07.2005, 15:59
Jetzt kann es nur noch besser werden, Stephchen!

Was meinst Du, wie toll das ist, dass Deine Hände wieder Dir gehören!

Mach's gut!

stübbken

Pandora
02.07.2005, 18:54
Gute Besserung, Steph. :wink1: Schon dich und erzähl uns davon, wenn es wieder geht.


Liebe Grüße
Micha

Steph
03.07.2005, 07:29
Hallo Ihr Lieben,


nach wie vor fällt mir das Tippen mit der Hand etwas schwer, aber es geht. Also werde ich den gestrigen Tag nicht vorenthalten...

Eigentlich fing's schon am Freitag Abend an. Da kam ein Anruf aus der Praxis, ob ich nicht schon um 7h 30 anstatt um 7h 45 in die Praxis kämen könnte. Die Anässthesistin sei auch schon so früh da. Nein, das ist kein Problem.

Am Abend vorher nur etwas leichtes gegessen und Apfelschorle getrunken, da man ja nüchtern hinkommen soll. Nach einer sehr durchwachsenen Nacht mit wenig Schlaf stand ich am nächsten Morgen früh auf und ging erst einmal duschen. Keine Spur von einem nervösen Gefühl in der Magengegend...

In der Praxis wurde ich von einer netten Arzthelferin empfangen. Dort habe ich alle Formalitäten erledigt und musste dann mit in's zweite Stockwerk, wo die OP-Räume sind. Kurz nachdem wir Platz nahmen, kam die Anässthesistin undunterhielt sich mit mir über den Aufklärungsbogen. Zweifel hatte sie natürlich, mir eine Vollnarkose zu geben, aufgrund des Übergewichts. Wie ich ja auch schon telefonisch meinte. Natürlich meinte sie, ich hätte den Typ 2 und nicht den Typ 1, da ich ja nun kein Leichtgewicht bin.
Auch fragte sie, ob ich Probleme mit Treppen steigen hätte (definitiv nein...) und ob ich Sport treibe (ja, Schwimmen, Rad fahren, manchmal Badminton).

Na ja, nun, sie wollte mir keine Vollnarkose geben und sprach noch einmal kurz mit dem Chirurgen. Und tataaaaa, tatsächlich- man einigte sich auf die lokale Betäubung. Ich konnte mir kein Grinsen verkneifen. Und habe mir nur gedacht: "Das habe ich doch gleich alles gesagt." Nach dieser Mitteilung kam der Arzt, fragte nach meinem Schmerzempfinden und er wollte es halt versuchen.

Nachdem wurde ich dann in den Vorraum des OP-Saales gebracht, wo ich lediglich meine Schuhe und mein Oberteil ausziehen sollte. Fast wie Gott mich schuf :grins:, nur mit Jeans, Top, Socken an, durfte ich mich dann in den OP-Saal begeben und mich auf einganz dolles schmales OP-Bettchen legen. Man fragte, ob ich einen Hocker bräuchte, um hochzukommen. Nö, brauche ich nicht. Ich bin zwar dick, aber das heisst nicht, dass ich irgendwie besonders unbeweglich wäre...(nur ein Gedanke, nichts dazu gesagt).

Man verkabelte mich mit einem Tropf mit einer Kochsalzlösung, gab mir die lokale Betäubung an der Achsel und 3 Spritzen in die Handfläche um den Handballen. Die Betäubung fing nach sehr kurzer Zeit an zu wirken und fast schon ging's los. Zuerst jedoch wurde das EKG angelegt. Ich bekam noch ein orangenes Band aus Gummi am Arm um, welches dann wieder abgelegt wurde, als auch ein Band, um den Blutfluss zu stoppen.

Der Arzt kam, um mich wusselten sie alle rum, und los ging's. Die Helferinnen haben sich rührend um mich gekümmert. Ich weiss gar nicht, wie ich das beschreiben soll. Sie sorgten dafür, dass es mir gut ging, dass ich keine Probleme hatte. Legten mir sogar noch ein zusätzliches Kissen unter den Kopf, ein Kissen unter die Kniekehle und waren einfach da. Eine Helferin meinte auch: "Ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn sich so viele Menschen auf einmal um einen Menschen kümmern." Worauf ich erwiderte: "Ja, das ist total ungewohnt." Die Helferin wieder: "Lassen Sie sich ruhig mal verwöhnen."
Die gleiche Helferin sprach einfach mit mir, belangloses, interessantes, als ob sie sich da wirklich für mich intressierte. Gab mir ab und zu zu verstehen zu geben, dass alles okay ist, dass meine EKG- Werte gut waren etc pp.
Der Chirurg fragte auch zwischenzeitlich und lobte mich mehr oder minder dafür, dass ich ruhig da lag und keine Anstalten machte, zu schreien...

Nur kurz vor Ende dachte ich, dass irgendetwas nicht okay sei. An meinem Arm wurde es urplötzlich sehr heiss, es fühlte sich auch recht feucht an. Ich dachte erst, da sei etwas schiefgelaufen. Aber die Hitze kam durch die OP-Lampe. Aber das Feuchtigkeitsgefühl kann ich mir nicht erklären und hatte auch selbst vergessen, nachzufragen.
Und ich musste kurz aufstöhnen, weil mein Rücken anfing, Mucken zu machen. Man war gleich um mich besorgt, aber es war ja nur dieses Bettchen und mein Rücken :grins:.

Ich wurde genäht, eine Schiene und einen Verband wurde mir angelegt. Ich wurde wieder abgekabelt und musste mich vorsichtig aufrichten. Die Helferin zog mich an und brachte mich dann in den Aufwach-Raum, wo ich mich noch kurz hinlegen durfte. Ich war eigentlich so weit fit und wäre am Liebsten nach Hause gegangen... Aber klar, vernünftiger war es, sich noch einmal auszuruhen und habe das auch getan.

Wie lange ich dort lag, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass mein Freund meinen Blutzucker maß. Er lag bei 127, vor der OP war er bei 117.

Gegen 9h sind wir von dort losgefahren. Entweder wird heute der Verbandswechsel gemacht, oder morgen früh. In 12 bis 14 Tagen werden die Fäden gezogen, so lange muss ich die Schiene ebenfalls tragen....

Alles in Allem war es eine harmlose Sache. Mir tut nur meine Hand im Bereich der OP-Stelle weh, ab und an juckt's unter dem Verband und dass ich meine Hand und meine Finger nicht so nutzen kann, besonders den Daumen darf man nicht so in Anspruch nehmen.

Also, Deli, Deine Ma braucht keine Angst zu haben :flirt:.


Liebe Grüsse und gespannt auf Eure Kommentare,
Stephchen :cool2:

Delisine
03.07.2005, 07:46
Guten Morgen, Stephchen!



Vielen Dank für deinen ausführlichen und wirklich anschaulichen Bericht. Ich finde es klasse, dass du auch all die Kleinigkeiten aufgeführt hast, die manchem bei solchen Erzählungen völlig unwichtig vorkommen... jedoch für ängstliche Typen wichtige Informationen darstellen.



Ich freue mich sehr für dich, dass du erstens sehr nett behandelt wurdest (Ganz toll finde ich, dass diese Helferin die ganze Zeit mit dir geredet hat... da kommt man sich schon viel weniger wie Schlachtvieh vor, hm? :zwinker: ), zweitens du nun doch eine lokale Betäubung erhieltest und du drittens alles gut überstanden hast.

Meiner Ma werde ich auf jeden Fall davon berichten; ganz lieben Dank nochmal.

Und für dich weiter schnelle Heilung! Und Geduld, wenn`s juckt. Ich weiß, so was ist fies....

Liebe Grüße,
Deli :)

Aska
03.07.2005, 08:00
Hallo Stepchen,

ich wollte dir noch "schnell" Gute Besserung wünschen ehe ich in den Urlaub absause.

Dein OPBericht klingt gut - vor allem wie alle um dich herum um dich bemüht waren :)

Wünsche dir das alles schnell verheilt und du deine Hand bald wieder benutzen kannst :)

Viele Grüsse von Aska

die jetzt wirklich abdampft

stübbken
03.07.2005, 10:35
Super, dass es doch mit Lokalanästhesie gemacht wurde!

Aber 14 Tage eine Schiene? - Oh frauofrau! - Das ist dann doch ein Handikap!

Ich vermute, sie haben Dich auf die "blutigere" Art und Weise "repariert"!

Freue mich sehr, dass es im Op emotional gestimmt hat!

Da Du ja doch dank der Schiene kurztreten musst, genieß' die Zeit und laß' Dich verwöhnen!

stübbken

Steph
03.07.2005, 10:50
Blutig war lediglich der Wattebausch- ansonsten war alles im grünen Bereich.


Bin auf jeden Fall froh, dass ich es hinter mich gekriegt habe. Und wie es dann in 14 Tagen ohne Schiene sein wird, mal sehen.

Die erste Nacht war so ziemlich bescheiden. Ich wusste nicht, wie ich meinen Arm hinlegen, hinsetzen sollte. Er war mir so ziemlich im Wege. Aber das ist er ja immer noch...

Zur Zeit wende ich ein 4 Finger-Suchsystem beim Tippen an... Furchtbar. Aber besser als gestern, da konnte ich nur mit Fingern der linken Hand tippen.

Kann das KTS eigentlich ein zweites Mal an der gleichen Hand aufkommen?

stübbken
03.07.2005, 12:31
Liebes Stephchen,

versuch' den Arm über die andere Schulter zu legen - so etwa Innenseite Ellbogengelenk auf Schulter....

Mit "blutig" habe ich meinen Verdacht beschrieben, dass Du nicht die "microinvasive Variante" hattest, weil Dein Handgelenk ja auch fixiert worden ist - im Gegensatz zu meinen!

stübbken

Darcy
03.07.2005, 12:34
so etwa Innenseite Ellbogengelenk auf Schulter....
Ich bin zwar nicht Stephchen, hab's aber trotzdem versucht :cool:
Bitte melde sich nur einer, der das auch nicht schafft :eek:

Pandora
03.07.2005, 12:45
Hier, ich! :wink2:

Darcy
03.07.2005, 12:54
Na gottseidank :schwitz:

Brockenhexe
03.07.2005, 13:02
Also, ich kann das auch nicht....muss frau das können? :)

Gruss aus Dortmund
Die Brockenhexe

stübbken
03.07.2005, 13:17
Nö, muss frau nicht können!

Hab's gerade durchgeturnt und festgestellt, dass ich meine "Anleitung" korrigieren muss!!!!!

rechte Hand geschient:

auf die rechte Seite legen und den rechten Arm über die linke Schulter legen - etwa in Höhe des Handgelenks!

linke Hand geschient:

genau andersrum

Ich hatte mir diese Schlafposition angewöhnt, als ich mit 17 vier Monate lang die rechte Hand im Gipsverband hatte - habe gerade erst (Dank Eurer Kommentare!!!) registriert, dass ich mit jetzt deutlich voluminöseren Brüsten nicht mehr so weit reiche.....


stübbken (zerknirrscht!)

Darcy
03.07.2005, 13:19
Handgelenk geht :holy:

Steph
03.07.2005, 13:24
Ich merk's gerade, das ist total entspannend für den Arm, danke Stübken. :knuddel1: Und he, Ihr Anderen, Darcy, Pandora und alle Anderen, mich interessiert Eure Meinung zu der OP an sich.... ;) Nich, dass ich quengeln will.

Steph(chen), die grad mit 'ner Plastiktüte über'm Arm duschen war und nun lernt, gehandicapt durch den Alltag zu gehen... :grins:

stübbken
03.07.2005, 14:19
Kleine Tipps am Rande, steph:

Wenn Dir für was die zweite Hand fehlt, kannst Du in vielen Fällen die Oberschenkel benutzen (z.B. den Pen festklemmen und die Einheiten einstellen und Flaschen aufmachen) - oder auch die Zähne nehmen, um die Stechhilfe zu spannen!

Häng' den Arm bloß nicht in eine Schlinge, das führt zu Muskelatrophie! Wenn er beim Gehen und Stehen zu schwer wird, kannst Du ihn bequem mit dem Ellbogen an der Hüfte abstützen. Wenn Du ihn auf dem Ellbogen aufstützt - auf einer Armlehne oder auf dem Tisch - und die Hand nach oben hälst, lindert das etwaige Schmerzen!

stübbken

Steph
03.07.2005, 14:26
Jupp, Stübken, deine Tipps habe ich schon befolgt. Spritzen, messen mache ich alleine, oder mein Freund übernimmt das. Nur schade, dass er morgen nicht mehr da ist- da muss ich es dann komplett alleine schaffen.

Sah lustig aus mit der Plastiktüte um den Arm beim Duschen *grins*. Aber ich habe eher Probleme beim Haare bürsten, anziehen, und auch ein wenig beim Duschen. Ein Brötchen aufzuschneiden, ein Brot zu schmieren usw usf. Aber c'est la vie. Es geht auch wieder vorbei.


Gleich geht's ersteinmal zum Verbandswechsel. *Jippieh*

Pandora
03.07.2005, 16:05
Und he, Ihr Anderen, Darcy, Pandora und alle Anderen, mich interessiert Eure Meinung zu der OP an sich.... http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif Nich, dass ich quengeln will.
:baeh:

Na, die OP an sich scheint doch gut gelaufen zu sein. Der Umgang der Assistentinnen mit dir war in Ordnung und du hast die gewünschte Lokalanästhesie bekommen. :daumen:

Wirklich gute Ratschläge wie Stübbken kann ich dir leider nicht geben, da ich mit dem KTS noch nie zu tun hatte. :-o

Steph
03.07.2005, 16:15
Nee, mir ging es auch nicht um Ratschläge. Ich war und bin einfach nur neugierig, was Ihr dazu sagt... Das is alles.


Und ja, ich möchte auch ein wenig gebauchpinselt werden :D.

Pandora
03.07.2005, 16:39
Okeee. :grins: Hast du prima gemacht, Steph. Warst ganz tapfer. :knuddel2:

Besser so? :baeh2:

Steph
03.07.2005, 17:56
Allerliebste Piratenbraut,


ich lese doch nicht etwa Ironie aus Deinem Kommentar? :baeh2:
Aber danke *g*, es wirkt schon auf meinem Bauche :cool2:.


Steph

Pandora
03.07.2005, 18:20
Also Steph. :hm: Nein, das war keine Ironie. Sondern wirklich lieb gemeint. Ok? :knuddel1:
Wirken sollte es eigentlich besser auf der Hand. *g*

Steph
03.07.2005, 18:21
OT: Ich liebe diesen beleidigten Smiley ...