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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stigma wiegt schwer für Dicke


Martina
16.03.2011, 20:17
Eine Studie entlarvte einen Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung Dicker als Diskriminierte und der Entwicklung ihrer Gesundheit:

Stigma wiegt schwer für Dicke (http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/news/adipositas-stigma-wiegt-schwer-fuer-dicke_aid_605579.html)

Eine Sache, die auch ich immer wieder bestaune, wird in dem Artikel kurz erwähnt: Die dicke Selbstdemontage, indem Dicke dicke Vorurteile selbst verinnerlichen.

Nordlicht
16.03.2011, 22:55
Der Artikel ist gut.

Die Kommentare dazu fand ich allerdings mal wieder größtenteils sehr "auf Mainstream getrimmt", ohne Hintergrundwissen...
Am wenigsten hat mir der KOmmentar gefallen, in dem erwähnt wurde, dass es sinngemäß in Ordnung sei, wenn Dicke ausgegrenzt werden, weil sie ja selbst schuld sind, weil sie undiszipliniert essen, weil das bisher gut funktioniert hat (also, andere aufgrund ihres "unangemessenen" Verhaltens auszugrenzen und ihnen damit zu zeigen, dass sie unerwünscht sind). :mad:
Zitat "Jupp": "da sich die Genetik in letzter Zeit wenig verändert hat, kann man mit steiger Anzahl Übergewichtiger beim einzelnen Dicken eher davon ausgehen dass die Leibesfülle Zeichen mangelnder Disziplin ist. Disziplinmangel gesellschaftlich zu diskriminieren hat sich bislang bewährt."
Ich frag mich nur, was da gut funktioniert hat...

Gruß
Dani

Claudel112
17.03.2011, 08:27
Hallo ihr Lieben!!
Wasser auf meine Mühlen. Genau das erlebe ich seid meiner Abnahme. Auf einmal schauen dich die Leute ganz anders an oder bestaunen deine " ach so große Veränderung". OK, die war gewollt, aber ich bin noch immer ich, auch mit weniger Kilos. Es nervt mich das die Leute meinen man wäre auch vom Wesen anders. Da kann ich richtig sauer werden.
Nicht jeder Mensch innerhalb der körperlichen Normen lebt diszipliniert, das wäre ja der Umkehrschluss.
Was ich immer noch nicht so ganz begreife ist, das bei einer anderen Sucht (Z.B. Alkohol) die Krankheit gesehen wird, während man als dicker Mensch = faul, undiszipliniert und doof ist. Unfassbar!:mad:
LG
Claudia

Hummelchen
17.03.2011, 08:44
Was ich immer noch nicht so ganz begreife ist, das bei einer anderen Sucht (Z.B. Alkohol) die Krankheit gesehen wird, während man als dicker Mensch = faul, undiszipliniert und doof ist. Unfassbar!:mad:
LG
Claudia

Wobei festzuhalten bleibt, dass nicht alle Dicken essgestört/ süchtig sind!

gabriele
17.03.2011, 13:14
Wobei festzuhalten bleibt, dass nicht alle Dicken essgestört/ süchtig sind!


nein- es gibt auch Dicke die sind magersüchtig :applaus: :applaus:

kampfzwerg
17.03.2011, 15:36
nein- es gibt auch Dicke die sind magersüchtig Was willst Du uns damit denn nun sagen?
Komisch finde ich das jedenfalls nicht, schon gar nicht so witzig, dass man sich dafür selbst doppelt Beifall klatschen kann.

Sonnenkuss
17.03.2011, 17:24
Danke Kampfzwerg, ich wollte nicht schon wieder die Böse mimen.

Ich vermute halt Gabriele schließt immer einfach von sich auf andere. Und was anderes kennt sie nicht: Wer dick ist, muss viel essen.

Mozartkugel
17.03.2011, 17:25
Vielleicht meinte Gabriele Bulimie...

Mozartkugel
17.03.2011, 17:29
Das für mich persönlich am meisten verletzende Vorurteil ist wie oben schon erwähnt dick=doof=die Berechtigung, diese Person ins Lächerliche zu ziehen.
Wenn mir jemand sagt, ich bin eine blöde Kuh...okay, mich muss nicht jeder mögen.
Aber dieses Belächeltwerden aufgrund von Äusserlichkeiten geht ziemlich tief rein.

Elisabeth
17.03.2011, 17:35
Gabriele,

nein- es gibt auch Dicke die sind magersüchtig :applaus: :applaus:

Ich versehe die Äußerung leider auch nicht, aber vielleicht ist es ein Missverständnis und Gabriele, klärt das noch auf. :)

Martina
17.03.2011, 18:11
Genau das erlebe ich seid meiner Abnahme. Auf einmal schauen dich die Leute ganz anders an oder bestaunen deine " ach so große Veränderung". OK, die war gewollt, aber ich bin noch immer ich, auch mit weniger Kilos. Es nervt mich das die Leute meinen man wäre auch vom Wesen anders. Da kann ich richtig sauer werden.Das kann ich nachvollziehen. Ich habe das gehasst, wenn ich früher Diäten gemacht habe. Ich finde es menschenverachtend und verbitte mir das, auch von Ärzten. Deshalb regen mich diese Applausthreads in Abnehmforen aller Art auch nur auf.Das für mich persönlich am meisten verletzende Vorurteil ist wie oben schon erwähnt dick=doof=die Berechtigung, diese Person ins Lächerliche zu ziehen.Es geht allerdings in dem Artikel nicht um Diskriminierung, sondern darum, ob Dicke sich selbst diskriminiert fühlen. Ich habe es hier schon öfter geschrieben, dass die Dicken sich selbst die größten Feinde sind, indem viele die Vorurteile gegen sie selbst in einer Weise verinnerlicht haben, dass mir regelmäßig die Spucke wegbleibt. Diese Selbstdemontage macht krank. Und genau das ist bei der Studie herausgekommen.

kampfzwerg
17.03.2011, 18:13
Vielleicht meinte Gabriele Bulimie...Das wäre trotzdem kein Grund, darüber schenkelklopfend zu witzeln. Es ist eine ernsthafte Krankheit, genau wie Magersucht. Dazu gehören starke Verschiebungen in der Selbstwahrnehmung.

Martina
17.03.2011, 18:14
Was ich immer noch nicht so ganz begreife ist, das bei einer anderen Sucht (Z.B. Alkohol) die Krankheit gesehen wird, während man als dicker Mensch = faul, undiszipliniert und doof ist. Unfassbar!:mad:Wobei festzuhalten bleibt, dass nicht alle Dicken essgestört/ süchtig sind!Richtig, es sind nur 5%. Ich habe dazu mal einen alten Thread hochgeholt und dort geantwortet (http://das-dicke-forum.de/forum/showthread.php?t=2129).

gabriele
17.03.2011, 18:23
oh da ist was ausgebrochen, jetzt.

nein, so habe ich das nicht gemeint

@ kampfzwerg und elisabeth
so habe ich das nun wirklich nicht gemeint.
*ichmichindieeckestellundjetzt schäm*

ich entschuldige mich 1000 mal dafür

was mir nur sauer aufstößt, wenn gejammert wird was so was von sinnlos ist.

aber ich hätte es anders formulieren müssen. Das war nicht richtig von mir.

Martina
17.03.2011, 18:44
was mir nur sauer aufstößt, wenn gejammert wird was so was von sinnlos ist.Was möchte uns die Autorin damit sagen? :confused:

Ich meine, ich finde die Stelle nicht, wo Hummelchen gejammert hat.

Muminfrau
18.03.2011, 01:21
Richtig, es sind nur 5%.

Oh, das ist fuer mich ganz neu. Wen man mich gefragt haette, haette ich gesagt, dass die meisten Dicken entweder essgestoert sind (jetzt im Moment) oder mal essgestoert waren. Und die meisten Duennen uebrigens auch!

Ich finde, es gibt gar nicht sooo viele Menschen, insbesonderre Frauen, die ein "normales" Verhaeltnis zum Essen haben. Es ist dann vielleicht keine handfeste Essstoerung wie Magersucht oder Binge Eating, aber es ist eben auch kein natuerliches Essverhalten.

Fuer mich gehen Esstoerungen nicht mit Gewicht sondern mit niedrigem Selbstwertgefuehl einher (was hier ja auch oft genug erwaehnt wurde). Wer wie ich zu einem niedrigem Selbtswert auch noch Tendenz zum Dickwerden hat, wird eher Binge Eating entwickeln. Wer niedriges Selbstwert plus Tendenz zum Duennwerden hat, wird Magersucht entwickeln.

Und wer das Glueck hat, mit einem intakten Selbstwertgefuehl auf die Welt gekommen zu sein (wie haben sie das bloss geschafft?!!!), wird keine Esstoerung entwickeln.

Das oben beschriebene ist nur eine Vermutung, ich kann es in keiner Weise nachweisen.

Martina
18.03.2011, 06:52
Und wer das Glueck hat, mit einem intakten Selbstwertgefuehl auf die Welt gekommen zu sein (wie haben sie das bloss geschafft?!!!), wird keine Esstoerung entwickeln.Ich denke, jeder Mensch kommt mit einem intakten Selbstwertgefühl auf die Welt. Das Selbstwertgefühl unterliegt doch sehr stark der Konditionierung durch die Umwelt.

Aber selbst wenn man von zu Hause einen guten Selbstwert mitbekommt, ist man nicht davor gefeit, hin und wieder in Selbstzweifeln zu versinken. Und eigentlich halte ich das auch für gesund. Ohne Reflektion kein persönlicher Fortschritt

Bei mir persönlich war es so, dass ich von meinen Eltern wegen meines Übergewichts nie abgelehnt wurde. Das kam erst später, als ich ins ernste Leben entlassen worden war. Da kam insbesondere von einem bestimmten Arbeitgeber, aber auch von so genannten Freunden Abwertung. Über einen Zeitraum von ca. 12 Jahren habe ich versucht, mir einzureden, dass mit mir etwas nicht stimmt. Tief in mir drin war ich aber überzeugt, dass ich okay bin, wie ich bin, weil mir das eben als Kind vermittelt worden ist.

Irgendwann habe ich diese Fremdbestimmung und die damit verbundene Demütigung erkannt und bin aus diesem System ausgestiegen. Das war der Zeitpunkt, als ich zur Dicken-Aktivistin wurde, erst mal für mich allein und dann später zusammen mit anderen.

Auf mein Essverhalten hatte das alles keinen Einfluss. Es gibt andere Dinge, die da viel wichtiger sind. Mein Konzentrationsproblem z.B.. Wenn ich damit große Probleme habe, weil zu viel in meinem Leben passiert und ich drohe, im Job nicht gut zu funktionieren, dann esse ich deutlich mehr Süßigkeiten, um mein Konzentrationsniveau hoch zu halten. Aber das kann ich auch jederzeit wieder abstellen, wenn ich es nicht mehr brauche. Und auch dann esse ich noch lange nicht so viel Süßigkeiten wie viele meiner schlanken Freunde im täglichen Leben.

Auch habe ich Probleme mit dem regelmäßigen Essen. Ich neige dazu, das Essen zu vergessen. Es spielt eigentlich eine viel zu geringe Rolle in meinem Leben. Ich müsste ihm einen höheren Stellenwert einräumen, als ich das tue. Daran arbeite ich gerade.

Du siehst also, dass Dein Modell zu einfach ist. Ich denke, auch was die Frage des Selbstwerts und des Umgangs damit betrifft, gibt es kein Schwarz und Weiß. Menschen sind individuell und unterschiedlich.

Muminfrau
18.03.2011, 07:21
Mein Modell ist definitiv eine Vereinfachung. Und doch, bestaetigst gerade du, dass es eine bestimmte Berechtigung hat.

Tief in mir drin war ich aber überzeugt, dass ich okay bin

Genaus DAS ist ein intakter Selbstwertgefuehl. Genau das fehlt mir, seit ich mich an mich erinnern kann.

Ich persoenlich gehe durch mein Leben mit einer tiefen inneren Ueberzeugung, dass ich nicht okay bin. Ich muss taeglich, stuendlich und minuetlich mich mit dieser tiefen inneren Ueberzeugung auseinander setzen, denn ich weiss, dass sie falsch ist. D.h., mein Verstand weiss das, aber mein ganzes "Ich", mein ganzes Wesen ist tief in meinem Inneren einer ganz, ganz anderer Meinung. Ich arbeite sehr fleissig und seit vielen Jahren daran, das zu aendern, aber es ist sehr schwer.

Ich neige dazu, das Essen zu vergessen. Es spielt eigentlich eine viel zu geringe Rolle in meinem Leben. Ich müsste ihm einen höheren Stellenwert einräumen, als ich das tue. Daran arbeite ich gerade.

Es scheint wirklich schwierig zu sein, das richtige Mass zu finden. Eigentlich hat das Essen, die Nahrung, viel mit Selbstliebe zu tun, auch mit Selbstachtung. Man sollte sich um sich kuemmern, wie man sich um ein kleines Kind oder um ein kleines Kaetzchen kuemmern wuerde. Aber irgendwie ist es einfacher, auf ein Kaetzchen einzugehen, als auf seine eigene Person. ;)

Boewi
18.03.2011, 07:44
Ich persoenlich gehe durch mein Leben mit einer tiefen inneren Ueberzeugung, dass ich nicht okay bin.
Das ist aber kein spezifisch dickes Problem, sondern das Ergebnis einer typisch weiblichen Erziehung.

Tendentiell sind es nämlich die Frauen, die von früh auf klar lernen: "Ich bin nicht o.k., alle anderen sind o.k", die Jungs lernen dagegen meist "Ich bin o.k., alle anderen sind nicht o.k."
Ausnahmen bestätigen hier natürlich die Regel und es ist auch wichtig, ob man die anderen Menschen um einen herum als o.k. oder als nicht o.k. betrachtet.

Aber erst dann, wenn man sich klarmacht, dass man in einem typischen Rollenbild steckt und gar nicht gegen sich selbst kämpfen muss, kann man aus diesen Einstellungen rauskommen.

Sally
18.03.2011, 09:15
Das ist aber kein spezifisch dickes Problem, sondern das Ergebnis einer typisch weiblichen Erziehung.
Ach weißt du ... du kannst als Mutter/Vater noch so sehr gegen die Demütigungen des Restes der Welt anstinken - die anderen sind oftmals lauter. Diese Erfahrung wirst du sicher auch noch machen. Ich habe, seit meine Tochter den ersten Atemzug getan hat, hart daran gearbeitet, ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Aber die (einige) MitschülerInnen tun mitunter alles, um das zu konterkarieren. Niemand ist eine Insel. Manchmal muss man sagen: leider.

Boewi
18.03.2011, 09:39
Eben.

Ich wollte auch keinesfalls die Schuld an Eltern oder sonstwen verteilen. Kinder erziehen auch nicht nur die Eltern, sondern das soziale Umfeld mindestens genauso mit.

Es gibt doch Untersuchungen von Kindern, die in einem Kibbuz aufgewachsen sind und dem vermeintlich "schädlichen" Einfluss der elterlichen Erziehung weitestgehend entzogen waren. Trotzdem zeigten sich am Ende die typisch weiblichen und männlichen Verhaltensmuster.

Und da ist es einfach so, dass Mädchen schon recht früh lernen, es anderen recht zu machen, wenn Konflikte auftauchen. Die anderen sind o.k., du musst dich nur anpassen. Jungs dagegen wird häufiger signalisiert, sie seien o.k., nur die anderen nicht.

Meiner Meinung nach ist es aber auf jeden Fall besser, an dem eigenen Rollenverständnis zu arbeiten, als permanent gegen sich selbst zu kämpfen...

Hummelchen
18.03.2011, 09:53
was mir nur sauer aufstößt, wenn gejammert wird was so was von sinnlos ist.



hä????

Hummelchen
18.03.2011, 10:05
Ach weißt du ... du kannst als Mutter/Vater noch so sehr gegen die Demütigungen des Restes der Welt anstinken - die anderen sind oftmals lauter. Diese Erfahrung wirst du sicher auch noch machen. Ich habe, seit meine Tochter den ersten Atemzug getan hat, hart daran gearbeitet, ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Aber die (einige) MitschülerInnen tun mitunter alles, um das zu konterkarieren. Niemand ist eine Insel. Manchmal muss man sagen: leider.

Da hast Du leider recht. Abger ich glaube trotzdem, dass das wichtigste ist, seinem Kind zu vermitteln, dass es geliebt und angenommen ist. Man kann seine Kinder leider nicht vor allem bewahren, aber man kann ihnen das Rüstzeug mitgeben um solche Attacken besser zu überstehen.

Muminfrau
18.03.2011, 10:38
Das ist aber kein spezifisch dickes Problem, sondern das Ergebnis einer typisch weiblichen Erziehung.

Das ist wahr. Vielleicht deswegen sind es so haeufig Frauen, die an Essstoerungen leiden?


Aber erst dann, wenn man sich klarmacht, dass man in einem typischen Rollenbild steckt und gar nicht gegen sich selbst kämpfen muss, kann man aus diesen Einstellungen rauskommen.

Gegen sich zu kaempfen ist sowieso bloed. Was ist, wenn man siegen wuerde?! :eek:

Im Ernst: ich persoenlich kaempfe nie mit mir selbst. Ich beobachte, danke nach, fuehle nach, ziehe meine Schluesse, und die Dinge aendern sich dann, wenn ich mich geniuegend damit beschaeftigt habe. Ein Kampf mit sich selbt ist absolut zerstoererisch, wie eine Autoimmunkrankheit.

Muminfrau
18.03.2011, 10:48
Ach weißt du ... du kannst als Mutter/Vater noch so sehr gegen die Demütigungen des Restes der Welt anstinken - die anderen sind oftmals lauter.

Das glaube ich nicht. Ich denke, wenn die Eltern ehrlich an einen glauben, dann kann nichts in der Welt das gute Selbstbild erschuettern. So wie Martina das beschreibt.

Ich weiss z.B. ganz genau, dass meine Eltern unterschwellig nicht an mich geglaubt haben. Sie haben es selber nicht gemerkt, aber ich habe es gemerkt. Und ich weiss, dass mein Gefuehl richtig war! Meine Eltern sind auch nicht daran schuld, ihnen war ja ueberhaupt nicht bewusst, dass ich ihre Sorgen wahrnehme. Ein dickes, ungeschicktes, langsames Einzelkind, das keine Freunde hat, und auch noch ein Maedchen dazu. Natuerlich machten sie sich Sorgen.

Fuer einen Jungen ware Dicksein ja gar nicht so problematisch, meinte mein Mutter in meiner Kindheit mehrmals. Interessant ist, dass sie sich an diese Dinge gar nicht mehr erinnert und ganz ehrlich meint, dass sie schon immer an mich geglaubt hat. Und ich glaube ihr, dass sie diese Aussagen und Sorgen vergessen hat. Sie kann auch gar nichts dafuer, dass sie sich Sorgen gemacht hat. Auch mein Vater kann nichts dafuer, dass er sich einen Jungen gewuenscht hat und nicht wusste, was er mit einem Maedchen anfangen soll.

Ich merke jetzt auch an meinem Sohn, dass er alle meine Sorgen um ihn sehr stark wahrnimmt, so, als ob er meine Gedanken lesen koennte. Und ich kann auch nichts dafuer, dass ich mir Sorgen mache. Da ich aber diese Situation bewusst wahrnehme, kann ich auch gegensteuern. Ich kann ihm erklaeren, dass ich gleichzeitig mir Sorgen um ihn mache UND an ihn glaube. Ich denke, das kommt bei ihm an. Das hoffe ich zumindest sehr!

Martina
18.03.2011, 18:45
Das glaube ich nicht. Ich denke, wenn die Eltern ehrlich an einen glauben, dann kann nichts in der Welt das gute Selbstbild erschuettern. So wie Martina das beschreibt.Das glaube ich aber für Dich mit. Du hast doch gelesen, dass ich mich selbst als junge Erwachsene noch habe verunsichern lassen und sogar versucht habe, mich dem Denken der "Richtigen" anzupassen, und das nicht nur kurzfristig. Ich musste Anfang 30 werden, um das zu durchschauen.

Was meinst Du, wie es einem Teenager damit geht?

Gerade in diesem Alter herrscht doch auch ein unglaublicher Konkurrenzkampf. Da holen kleine Hexen jede Gemeinheit raus, um sich in diesem Kampf zu schlagen.

Sophie
19.03.2011, 18:48
@Muminfrau: Ich habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht. Meine Mutter konnte lange nicht schwanger werden, und nach einer TumorOP an der Gebärmutter glaubte niemand mehr daran. Dann wurde sie doch schwanger, und es war nur ein Mädchen! Ich glaube, dass ich schon als Baby diese Enttäuschung spüren konnte. Klar waren meine Eltern froh, dass sie überhaupt ein Kind hatten, aber ein Junge wäre eben besser gewesen.
Als meine Mutter später nochmal mit meiner Schwester schwanger war, war das so eine Risikoschwangerschaft, dass meine Mutter fast die ganze Schwangerschaft in der Klinik war, und nach der Geburt auch noch eine Weile. Mein Vater musste ja arbeiten, also kam ich mit 4 Jahren ins Kinderheim. Das war Mitte der 60er Jahre. Ich habe mich so verlassen, abgelehnt und verraten gefühlt, ich kam als nägelkauende Bettnässerin wieder raus. Ich glaube, dass meine Lebensangst, dieses Minderwertigkeitsgefühl "niemand will mich", "nie bin ich gut genug..." einer der Faktoren für meine späteren Essstörungen und Depressionen wurde.
Aber ich arbeite daran.

Klangola
20.03.2011, 06:15
@Muminfrau: Ich habe genau die gleichen Erfahrungen gemacht. Meine Mutter konnte lange nicht schwanger werden, und nach einer TumorOP an der Gebärmutter glaubte niemand mehr daran. Dann wurde sie doch schwanger, und es war nur ein Mädchen! Ich glaube, dass ich schon als Baby diese Enttäuschung spüren konnte. Klar waren meine Eltern froh, dass sie überhaupt ein Kind hatten, aber ein Junge wäre eben besser gewesen.
Als meine Mutter später nochmal mit meiner Schwester schwanger war, war das so eine Risikoschwangerschaft, dass meine Mutter fast die ganze Schwangerschaft in der Klinik war, und nach der Geburt auch noch eine Weile. Mein Vater musste ja arbeiten, also kam ich mit 4 Jahren ins Kinderheim. Das war Mitte der 60er Jahre. Ich habe mich so verlassen, abgelehnt und verraten gefühlt, ich kam als nägelkauende Bettnässerin wieder raus. Ich glaube, dass meine Lebensangst, dieses Minderwertigkeitsgefühl "niemand will mich", "nie bin ich gut genug..." einer der Faktoren für meine späteren Essstörungen und Depressionen wurde.
Aber ich arbeite daran.

@ Sophie
In dem winzigen Dorf in dem ich lebe, stehen nur 35 Häuser, davon 20 Bauern. Nur 4 weitere (außer uns) haben eine Nebenerwerbslandwirtschaft. Alle anderen müssen von den kargen Einnahmen leben.

In den über 20 Jahren seit meiner Einheirat hat sich in den Köpfen der Einheimischen nix getan.

Immer noch muss mindestens ein Junge in der Wiege liegen. Das Ende vom Lied ist dann immer, dass die jungen Männer nach erfolgreichem Schulabschluss auf keinen Fall den elterlichen Hof übernehmen wollen.

All die Töchter, die den Stempel "nur ein Mädchen'" bekamen, sind plötzlich die Freude ihrer alten Eltern, deren Höfe nach und nach aufgegeben werden müssen.

Doch ihre Erfahrungen als Kind 2. Klasse (so nannte es eine mal) sind in ihrer Seele eingebrannt, genau wie bei dir.

Sally
20.03.2011, 08:43
Dieses "nur ein Mädchen" ist mir so fremd ... ich kann's kaum ausdrücken.
Und ich finde es grausam, was ihr da an Erfahrungen schildert.
Meine Eltern hatten sich beide ein Mädchen gewünscht (dass ich dann dennoch so gar nicht den Erwartungen meiner Mutter entsprach, hatte andere Gründe). Und auch ich hatte mir so sehr ein Mädchen gewünscht, dass ich sehr, sehr glücklich war, als es hieß, dass ich auch ein Mädchen bekomme. Gegen keinen Jungen der Welt würde ich es eintauschen.

Dennoch: Es tut natürlich weh, wenn dieses Mädchen, mit noch nicht ganz 13 Jahren körperlich voll entwickelt, 1,70 m groß und 64 kg schwer, immer wieder als fett und hässlich tituliert wird (und zwar nicht nur von den kleinen konkurrierenden Hexen, sondern auch von Jungs). Ich kann ihr tausendmal sagen, wie schön sie ist - die Antwort lautet dann: "Du bist ja auch meine Mama und hast mich lieb, aber die anderen ...".

Insofern ist der eigene Einfluss tatsächlich eingeschränkt. Das Wesentliche für die Kinder ist die Resonanz in der Peer Group. Wie Martina schreibt. Dagegen als Eltern anzustinken ist schwierig. Dennoch versuche ich es jeden Tag.

Muminfrau
20.03.2011, 11:34
Du hast doch gelesen, dass ich mich selbst als junge Erwachsene noch habe verunsichern lassen und sogar versucht habe, mich dem Denken der "Richtigen" anzupassen, und das nicht nur kurzfristig. Ich musste Anfang 30 werden, um das zu durchschauen.

Ja, das habe ich gelesen und verstanden. Und doch wusstest du tief im Inneren, dass du in Ordnung bist. Genau das meine ich. Tief im Inneren wissen, dass man in Ordnung ist. Das kann einem niemand wegnehmen, genauso wie mir leider keiner wegnhemen kann, dass ich tief im Inneren "weiss", dass ich nicht in Ordnung bin.

"Tief im Inneren" ist hier der wichtige Teil. Man laesst sich fuer einige Tage, Monate oder sogar Jahre verunsichern, und als Teenager sowieso. Und doch traegt genau dieses innere Wissen einen durch das Leben. Man muss "nur" beobachten und nachfuehlen koennen, was da drin ist, und was es zu einem sagt.

Ich beschwere mich dabei keineswegs ueber mein inneres Gefuehl "nicht in Ordnung zu sein". Ich sehe jetzt, dass ich dieses Gefuehl sehr vielen Umstaenden zu "verdanken" habe, und es ist nun mal so passiert. Ich bin aber unendlich, UNENDLICH froh, dass ich dieses innere Gefuehl jetzt sehe und hoeren kann, und dass ich weiss, dass diese Stimme schlicht und einfach Unrecht hat. Das macht viele Dinge viel einfacher!

Martina
20.03.2011, 11:53
Trotzdem muss sich Sallys 13-Jährige JETZT mit ihren Zweifeln herumschlagen. Wenn sie erwachsen ist, wird sie davon profitieren können, dass Sally sie immer wieder bestärkt hat. Jetzt tut sie es bis zu einem gewissen Grade wahrscheinlich auch schon. Es wäre womöglich viel schlimmer für sie, wenn sie zu Hause auch noch diese Ablehnung erfahren würde. Dennoch durchlebt sie einen Lebensabschnitt, der durch Zweifel, Selbst- und Meinungsfindung geprägt ist und in dem man durch solche Angriffe zutiefst verunsichert wird. Da kann man nicht einfach sagen, man glaubt nicht, dass eine Mutter zurzeit kaum gegen die Mitschüler anstinken kann.

Boewi
20.03.2011, 12:33
In der Situation, in der Sallys Tochter steckt, kann nach meiner Erfahrung am besten die "beste Freundin" helfen, die zur Not auch gegen die eigene Peer Group anstinkt. Und im Gegensatz zur Mutter, kann die das auch. :)

Meine eigene Mutter hat zwar auch versucht, mir durch die schwierige Zeit zu helfen, war aber viel zu sehr in ihren eigenen Wertvorstellungen verhaftet, um das leisten zu können. Meine beste Freundin war in der gleichen Klasse und konnte im Gegensatz zu mir jedes Schimpfwort notfalls mit einem noch viel besseren kontern :-D - und gleichzeitig nahm sie mich in Phantasiewelten mit, die jede Hänselei und jede Kränkung unbedeutend und dumm aussehen ließen.

Sophie
20.03.2011, 14:22
Wenn man sich in irgendeiner Gruppe aufgehoben fühlt, dann erreichen einen die Stänkereien aus anderen Gruppen nicht mehr so stark. In meiner Teenagerzeit und auch später als Studentin (im Maschinenbaustudium die einzige Frau im Studiengang, also der begaffte Exot), bin ich immer irgendwie früher oder später in den ausländischen Cliquen gelandet. An der Schule waren es die Italiener, an der FH die Exil-Iraner. Später hat mir die Solidarität in der Gewerkschaft imponiert. Zur Zeit fühle ich mich unter meinen türkischen Kollegen besonders wohl. Hat wohl was von gemeinsamem Außenseitertum in der "Leitkultur" zu tun.

Genau das Gefühl von "irgendwo-dazugehören-wollen" nutzen ja diese Rechts- oder Linksradikalen oder irgendwelche Psychosekten aus, gerade auch bei Jugendlichen in ihrer pubertären Sinnkrise.

Daher denke ich, Sallys Tochter sollte sich einer Gruppe anschließen, die befürwortbare Ziele hat, meinetwegen Greenpeace, den Krötenschützern oder ehrenamtlichen Gemeindehelfern, was auch immer ihr Spaß machen würde. Wenn man ein gemeinsames Ziel, womöglich noch gegen äußere Widrigkeiten politischer oder finanzieller Art verfolgt, werden oberflächliche Unterschiede nebensächlich. Dann kommt es auf jeden "Mitstreiter" an, egal ob er männlich, weiblich, dick, dünn, schwarz oder gelb oder weiß ist. Dann hat man auch die Wertschätzung dieser anderen Peer-Group, und erwirbt sich unter Umständen Achtung bei denen, die vorher abfällig gekuckt haben.

Muminfrau
20.03.2011, 16:53
Da kann man nicht einfach sagen, man glaubt nicht, dass eine Mutter zurzeit kaum gegen die Mitschüler anstinken kann.

Das habe ich auch gar nicht behauptet. Ganz im Gegenteil: es reicht und sollte ausreichen, dass die Mutter einem vermittelt, dass man in Ordnung ist. Mehr kann man nicht machen, und mehr muss auch nicht gemacht werden. Die Teenager-Zeit geht vorbei, aber das Gefuehl, dass die Mutter an einen geglaubt hat, bleibt fuer immer. Naja, das hoffe ich zumindest!

Muminfrau
20.03.2011, 17:14
Ich kann ihr tausendmal sagen, wie schön sie ist - die Antwort lautet dann: "Du bist ja auch meine Mama und hast mich lieb, aber die anderen ...".


Mit 13 ist man in seiner Welt gefangen, man kann da nicht rausblicken und sagen: "Ach ja, ich bin ja erst am Anfang eines langen Weges, es ist jetzt vollkommen egal, ob die Jungs sagen, ich sei haesslich."

Es ist eben eine Zeit, in der man all diese Selbstzweifel erleben muss. Es gibt einfach absolut keine Moeglichkeite, dies zu aendern, zu beenden. Alle Maedchen sind sich unsicher, ob sie nun schoen oder haesslich sind. Egal wie huebsch sie in Wirklichkeit sind! Und die huebschen Maedchen haben es auch schwer, nicht nur die "haesslichen".


Insofern ist der eigene Einfluss tatsächlich eingeschränkt. Das Wesentliche für die Kinder ist die Resonanz in der Peer Group.

Ja, sicher. der eigene Einfluss muss auch irgendwann eingeschraenkt werden, wie sonst sollen denn Kinder erwachsen werden koennen? Mein Sohn ist erst 11, insoweit kann ich vielleicht noch gar nicht mitreden. Ich weiss nicht, was sein wird, wenn er 13 ist.

Er hat allerdings das Pech -- oder das Glueck, dass er sich so gravierend von anderen Jungs unterscheidet, dass es fuer ihn absolut unmoeglich ist, sich anzupassen. Genau das habe ich ihm immer wieder gesagt: egal was er tut, Klamotten, Sprueche, Spiele, Handy, er wird sich nie anpassen koennen. Und so bleibt ihm nichts anderes uebrig, als seine eigene Persoenlichkeit zu schaetzen, so wie sie ist. Und seine Eigenschaften sind absolut wertvoll, da braucht er sich nicht mit den anderen Kindern zu vergleichen. Ich denke, dass ich es ihm zumindest fuer den heutigen Stand der Dinge vermitteln konnte. Wie es weiter laeuft, weiss ich natuerlich nicht.

Folivora
25.03.2011, 16:52
Es tut natürlich weh, wenn dieses Mädchen, mit noch nicht ganz 13 Jahren körperlich voll entwickelt, 1,70 m groß und 64 kg schwer, immer wieder als fett und hässlich tituliert wird (und zwar nicht nur von den kleinen konkurrierenden Hexen, sondern auch von Jungs). Ich kann ihr tausendmal sagen, wie schön sie ist - die Antwort lautet dann: "Du bist ja auch meine Mama und hast mich lieb, aber die anderen ...".
Oh das kommt mir so bekannt vor.
So war ich als Kind. Ein bis zwei Köpfe größer als meine Mitschüler und normales Gewicht und dennoch als fett und hässlich betitelt.
Ich war eben nicht das kleine zarte Mädchen sondern schon eine fast voll entwickelte Frau in der Grundschule.

Meine Mutter sagte mir auch immer, wie hübsch ich doch sei, aber wenn andere und sogar völlig fremde Dir sagen, Du seist eine Missgeburt oder sonstiges, dann kann Deine Mutter sagen, was sie will.

Es ist bei fast allen Menschen so: Negatives wiegt doppelt so schwer wie positives.

Mir wurden zwar auch Avancen gemacht aber aufgrund meiner Statur von, für mich damals, uralten ekligen Männern! :-p
Das steigert das Selbstwertgefühl natürlich auch nicht gerade.

Ich erinnere mich an einen Krankenhausaufenthalt als ich ca 13 war und der Pfleger (Mitte 20) sich mit mir verabreden wollte. Als er dann auf meine Daten guckte und mein Alter sah, ist ihm die Farbe aus dem Gesicht gewichen.
Das ist schon lustig im Nachhinein. :)

Man wird doch sehr geprägt in diesen schweren Pubertätsjahren.
Egal was mir später passiert ist, die Ablehnung damals macht mir noch heute mit am meisten zu schaffen.
Es schlägt seine Wurzeln bis in mein heutiges Leben aber ich bin auch ein kleines Sensibelchen :-o

Leila
06.04.2011, 21:45
Nach unzähligen Diäten habe ich mich vor vielen Jahren entschieden, mich so zu akzeptieren, wie ich nun einmal bin. Ich könnte auf große Portionen und vor allem auf Süßigkeiten verzichten und würde mein Gewicht reduzieren können. Als sich bei mir Hypertonie (hoher Blutdruck) einstellte, riet mein Hausarzt zur Gewichtsreduktion. Das nahm ich nicht wirklich ernst und aß weiter wie zuvor. Mein Blutdruck musste medikamentös in Schach gehalten werden. Durch eine Darmoperation und fast gleichzeitig einen Todesfall in der Familie hatte ich über Tage nichts essen können und gewöhnte mich anschließend langsam wieder an Mahlzeiten. Ich war überrascht, wie schnell ich 8 kg abgenommen hatte. Dadurch normalisierte sich auch mein Blutdruck. Wir haben uns einen Hund angeschafft, durch den ein großes Bewegungspensum an der Tagesordnung ist. Nun laufe ich immer am späten Vormittag midestens zwei Stunden mit dem Kleinen durch die Natur und merke, wie gut mir das tut. Ich nehme dadurch nicht weiter ab aber auch nicht zu.
Letztens stieß ich mit einer Gruppe junger Mädchen zusammen, die meinen Durchgang versperrten und von mir beim Vorbeigehen angerempelt wurden. Was die jungen Damen an Schimpftiraden abließen, war unter aller Sau. Sofort bezogen sie alles auf meine Figur, sie nannten mich fette Kuh, verfressene Oma und so weiter. In dieser Situation konnte ich ihnen nicht paroli bieten. Ich war zutiefst verletzt. Einge Tage später traf ich zwei von ihnen zufällig wieder und versperrte ihnen den Durchgang. Sie erkannten mich und waren sichtlich schockiert über mein mutiges Auftreten. Ich fragte sie, aus welchem Grund sie mich an jenem Tage so beschimpften und ich erhielt zur Antwort, dass Dicke Leute ja wohl nicht normal seien.
Glücklicherweise besitze ich genügend soziale Kompetenz, mich auf Diskussionen dieser Art einlassen zu können. Somit habe ich eine gefühlte Ewigkeit mit den beiden Mädels über das Bild der Frau im Allgemeinen und über figürliche Besonderheiten gesprochen. Es war mich wichtig, nicht auf mein "unnormales" Äußeres reduziert zu werden und ich denke, am Ende des Gespräches hatten die beiden etwas dazugelernt.
Sie gaben mir Recht, dass ich als Dicke genau so viel Respekt von anderen einfordern kann, wie die beiden als Ausländerinnen. Schließlich bin ich auch nicht auf sie zugegangen und habe darüber geschimpft, dass mir Türkinnen im Weg stehen. Man darf gespannt sein, ob sie ihr Verhalten ändern werden. Immerhin gehen sie in meiner direkten Nachbarschaft zur Schule und werden noch oft meinen Weg kreuzen.