Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit allen außerhalb des "eingeschworenen" Kreises...
Solitude
27.09.2005, 02:25
Die heftige Reaktion auf Irinas Posting und auch meine eigenen Bedenken in den letzten Tagen über Dinge zu schreiben, die mich bewegen, die bei mir gut laufen bringen mich dazu, hier mal die Frage aufzuwerfen wie es hier mit dem Umgang mit Leuten außerhalb des eingeschworenen Zirkels so steht...
Ist es so, dass Leute wie Irina, die nicht so viel Übergewicht haben oder auch Leute wie ich, die dabei sind sich von ihrem Übergewicht zu verabschieden nicht wirklich erwünscht sind?
Was mich angeht, so bin ich schon betroffen darüber, dass mein lang ersehnter Prozess der Gesundung auf wenig Resonanz gestoßen ist, mir im Gegenteil vorgeworfen wurde, meine angebliche Ernährungsphilosophie anzupreisen oder sich auch User direkt angegriffen fühlten.
Vielleicht bin ich wirklich "nicht mehr richtig" hier...ich wollte aber nicht einfach gehen ohne das zumindest mal thematisiert zu haben.
Ich bitte mein Posting hier jetzt nicht als "Angriff" mißzuverstehen...es ist eine ehrliche Nachfrage, da ich momentan etwas verunsichert bin...
Soli
Liebe solitude,
also, ich für meinen Teil würde mich nicht zum eingeschworenen Kreis zählen, immerhin war ich im anderen Forum zwar angemeldet, aber nicht aktiv und ich kenne auch nur die wenigsten hier persönlich.
Aber, ich für meinen Teil finde es ganz gut, dass Du über deinen Weg der Gesundung geschrieben hast, dies gibt Mut. Irinas Posting dagegen hat mir doch ein wenig sauer aufgestoßen. Hat mich sehr an ein gewisses Parsimony-Forum erinnert, in dem auch Martina hin und wieder aktiv ist... Wobei ich ihr in einem Punkt definitiv nicht Recht geben kann: Dieses Gefühl, mich mit 15 kg Übergewicht unwohl zu fühlen, kenne ich nicht. Denn solange ich denken kann, wurde ich von meinen Eltern, Ärzten und Lehrern als "zu dick" eingestuft. Ich weioß nicht, wie es ist, "richtig schlank" zu sein. Aber das ist der falsche Thread dafür.
Was ich sagen wollte: Ich finde es gut, dass Du hier bist und von Irina wünsche ich mir, dass sie sich hier ein wenig umschaut und dann entscheidet, ob dies für sie das richtige Forum ist. Denn eigentlich sollte das der ideale Weg sein: Die Person entscheidet, ob das Forum das richtige ist, nicht andersherum. Vorausgesetzt natürlich, die Person hält sich an die Netiquette ;) Aber davon gehe ich mal aus.
So ein Forum lebt von den Menschen, die hier sind und von der Vielfalt der Gedanken und Ideen, von der Unterschiedlichkeit der Erlebnisse und von unserem Mitteilungsdrang. Solange Du Dich hier wohl fühlst, bleib. Ich jedenfalls würde mich freuen.
Kirstin
Guten Morgen Solitude,
erst gestern hatte ich wieder ein "Erlebnis" das, wie ich glaube, in dieses Thema paßt.
Eine langjährige liebe und sehr gute Freundin von mir hat in den letzten Monaten einiges abgenommen. Sie hatte, am Anfang des Programms (läuft über die örtlichen Apotheken und Ärzte) ca. Kleidergröße 52. Jetzt ist sie bei ca. 48 und man sieht den Unterschied deutlich. Ich freue mich das sie es geschafft hat und, wenn ich ehrlich bin, bin ich auch ein wenig neidisch. (Ohne das ihr gegenüber negativ zu meinen.) Gestern trat aber dann plötzlich dasselbe Phänomen auf wie es vor einigen Monaten auch bei meinem Dad war. Auch der hatte, mit kontrollierter Kalorienzufuhr, gut 15 kg abgenommen. Und was passiert; zwei Menschen die genau wissen wie übel es mir und meinem Körper über extrem lange Zeit ging, zwei Menschen die genau wissen wie schwer ich mit mir und meinem Körper (und auch viel zu lange gegen ihn) gekämpft habe, zwei Menschen die miterlebt haben wie ich über 1,5 Jahre Sport und "gesunde" kontrollierte Ernährung betrieben habe ohne an Gewicht zu verlieren stellen sich nun hin und sagen, um das mal vereinfacht auszudrücken, "warum tust Du nicht auch mal was???" Ich bin, in solchen Situationen immer so maßlos enttäuscht und frage mich was die eigentlich von mir und meinem Leben mitbekommen haben. Scheinbar nichts. Ich mag mich auch nicht mehr verteidigen müssen. Denn genau darauf läuft es hinaus. Ich mag nicht mehr erklären müssen das mein Körper nun mal anders tickt als andere. Ich mag nicht mehr erklären müssen das jedes Bißchen Streß sofort einen Zusammenbruch des Stoffwechsels zur Folge hat. Die anderen sollten Gott auf Knien danken das es bei ihnen nicht so ist. Ich muß, wie ich vor einiger Zeit in einem posting geschrieben hatte, mit dem Gedanken leben wohl so zu bleiben. Auch wenn mein Körper, bei guter seelischer Verfassung, anfängt langsam abzubauen macht mir doch meine extreme Sensibilität immer wieder einen Strich durch die Rechnung. Letztlich denke ich aber das sie doch froh sein sollen nicht in meiner Haut zu stecken.
Vielleicht hatten außer mir noch andere genau diesen Gedanken als sie das posting von Irina gelesen haben.
Vielleicht ist es genau diese Sensibiltät und dieses "sich immer wieder erklären müssen" und immer wieder in die Schiene des Rechtfertigens reingedrückt werden das hier solche Antworten auslöst. Ich denke dieses Forum ist hochsensibel. Wahrscheinlich mehr als sich jemand der neu dazu kommt vorstellen kann. Aber genau dafür ist es ja auch "geschaffen" worden. Um den, mal mehr mal weniger, "wunden Seelen" einen Raum zu geben. Das dieser Raum dann auch verteidigt wird ist allzu verständlich.
Lieben Gruß
Steffi
Liebe Soli, liebe Irina und liebe alle anderen,
ich bin auch erst seit kurzem dabei, gehöre also wohl auch nicht zu den "Eingeschworenen". Trotzdem kann ich nicht umhin, hier zu antworten.
Ich denke für meinen Teil, dass es überhaupt keinen Grund gibt, nicht über positive Entwicklungen zu sprechen.
Ich denke, auch wenn es hier primär um Selbstakzeptanz und dem Leben mit dem Dicksein geht, dass jeder von uns nachvollziehen kann, dass man sich individuell nach seinem "Wohlfühlgewicht" sehnt, wo immer das auch liegen mag.
Jeder Mensch auf dieser Welt sollte meiner Meinung nach das Selbstbewusstsein und die Möglichkeit bekommen, dieses Wohlfühlgewicht, unbeeinflusst von allgemein propagierten "Gesetzmäßigkeiten", herauszufinden und dann ggf. auch zu erreichen, indem er/sie lernt die Signale seiner Seele und seines Körpers zu verstehen und adäquat zu leben.
Die Überzeugung, die dahintersteckt, besagt lediglich, dass die komplizierteste Diät überhaupt nichts bringt, solange das Individuum sich nicht löst vom Gesellschaftsdruck und lernt seinen Körper, seinen Geist und seine Seele zu achten...und dass, wenn das der Fall ist, jede Form von Diät überflüssig wird, weil diese Achtung die passende Ernährung nach sich zieht.
Selbst bei stoffwechselbedingtem Übergewicht könnte nach meiner Auffassung diese Theorie zutreffen, denn ich denke ein kranker Körper ist ebenfalls nur ein Symptom für ein Ungleichgewicht in Köper, Geist und Seele.
Unter anderem sehe ich den Sinn dieses Forums darin, Menschen, die mir derartigen Problemen konfrontiert sind, Mut zu machen, ihr Leben so optimal wie möglich weiterzuführen und ihnen den Rücken zu stärken im Kampf gegen den gesellschaftlichen "Idealgewichtsterror" (War gestern beim Arzt, dort lagen 7`Frauenzeitschriften...ich habe nur die Deckblätter betrachtet und da gab es genau eine, auf dem nicht das Wort "Diät" zu finden war!)
Wenn ein solcher Mensch dann im Laufe der Zeit "gesundet" ist das ein Grund zur Freude und ich denke, dass solche "Jubelbeiträge" durchaus ihren Platz hier haben.
Nur sollte absolut jeder hier verstehen, dass wir uns hier zwar zum Austausch treffen, dass jedoch jeder seinen individuellen Weg gehen muss, was also beim einen hilft, kann beim anderen durchaus schaden! Und so sollten Äußerungen über Methoden immer nur als ein Aspekt in der möglichen Vielfalt gemeint und auch verstanden werden!
Im Falle Deiner Beiträge kam es halt zu einigen Missverständnissen, aber deshalb waren die Beiträge absolut nicht überflüssig. Wer kommuniziert, muss mit Missverständnissen rechnen und das wird auch immer wieder auftreten.
In Irinas Fall sehe ich die Sache anders. Und zwar glaube ich, hier treffen zwei Dinge aufeinander:
1. Irina ist mit recht forschem Ton und scheinbar ohne sich über die allgemeinen Umgangsformen zu informieren hier aufgetreten. Sie hat angenommen, da ja alle hier dick sind, dass auch alle dieselben Ziele und Methoden vefolgen. Das mag an einer gewissen altersgemäßen Naivität liegen, aber ich denke, dass dann der Hinweis, in welchem Ton hier im Allgemeinen miteinander umgegangen wird, schon erlaubt sein muss. (Ich würde als Frau auch nicht in einem moslemischen Land in eine Bar rennen, mich an den Tresen setzen, eine Wasserpfeife bestellen, auf den Tisch hauen und brüllen: "Na Jungs, wie geht's Euch denn so?"...einfach weil es sich in diesem Land nicht gehört und dabei ist es erstmal egal, wie ich über Frauen und rauchen und Bars denke.)
2. Vielleicht haben sich einige Forenmitglieder in ihrer Sphäre, die sie in diesem Forum geschützt haben möchten, belästigt gefühlt, weil Ihnen das Problem von Irina als nicht "schwerwiegend" genug erschien. Dabei haben sie vielleicht nicht genau darüber nachgedacht, dass auch das Empfinden über das eigene Gewicht sehr individuell ist, genau wie das Wohlfühlgewicht und die Methoden, dieses zu erreichen.
Abschließend möchte ich nochmal betonen, dass das, was ich hier geschrieben habe und auch in Zukunft schreiben werde grundsätzlich meine Wahrnehmung, meine Realität oder meine Meinung ist. Es gibt reichlich andere Wahrnehmungen, andere Realitäten und andere Meinungen und Kommunikation sollte, eben meiner Meinung nach, dazu genutzt weden, sich über diese Veilfalt auszutauschen. Und immer daran denken: Wer kommuniziert, muss auch mit Missverständnissen rechnen!
Ganz liebe Grüße von
Iko <--- die sich schon auf die nun wahrscheinlich folgende Diskussion freut, weil sie für ihr Leben gerne kommuniziert http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/smile.gif
Obwohl ich jetzt die Postings (Uhrzeit ... muss zur Arbeit!) nur überflogen habe, möchte ich ganz kurz etwas zum Team schreiben:
(a) Wir befinden uns auch noch in einem Findungsprozess, d.h. unser Weggang woanders ist uns nicht mal eben so am Popo vorbei gegangen. Wir sind auch noch auf der Suche nach unserem neuen Selbstverständnis und sind dabei durchaus selbstkritisch. Da auch wir nur Menschen sind, gebt uns doch bitte ein bisschen Zeit.
(b) Was mich ganz persönlich betrifft: Dieses Forum wurde enorm schnell aus dem Boden gestampft, weil viele User dankenswerter Weise inständig darum gebeten haben. Ich hätte gut eine Pause gebrauchen können und ich habe sie mir schließlich auch genommen. Den anderen Teammitgliedern geht es nicht wesentlich anders. Daher ist das Forum im Moment nicht sehr aktiv, weil wir auch unsere Zeit brauchten, unsere Wunden zu lecken und eben zu einem neuen Selbstverständnis zu finden. Es ist schon etwas anderes, ob man im Namen eines anderen oder im eigenen Namen handelt. Uns war auch ein gehöriges Maß an Geduld verloren gegangen. Wir haben für uns daran gearbeitet, wieder die Kräfte zu sammeln, die man benötigt, um ein solches Forum betreiben zu können. Denn schließlich sind uns die hier geschilderten Schicksale nicht egal. Aber auch hier wieder: Vielleicht brauchen auch wir noch ein bisschen Zeit.
Ich würde mich freuen, wenn wir so auf einen gemeinsamen Nenner kämen.
Martina
frauvonheute
27.09.2005, 09:02
Ich denke, jeder kommt in dieses Forum aus einem anderen Hintergrund. Was wir aber alle gemeinsam haben, ist, dass wir uns mitteilen wollen, Hilfe brauchen, das Gespräch suchen, Fragen haben, vergleichen wollen.
Dieses Forum ist für mich eine virtuelle Selbsthilfegruppe. Es wird hier also immer Leute geben, die in ihrer persönlichen Entwicklung noch ganz am Anfang stehen oder aber schon sehr weit gekommen sind.
Ich kann nur für mich sprechen, aber als ich damals im blauen Forum anfing, brauchte ich dringend Hilfe. Über das Lesen anderer Threads und über die Antworten auf meine erhielt ich unwahrscheinlich viel Unterstützung und kam rasch in meiner Entwicklung voran. Ich merke jedoch, dass ich - je mehr ich mich von der akuten Essstörung entferne - die Beiträge von „Neuzugängen“ weniger aufmerksam lese. Manchmal berührt mich ein Eintrag enorm und dann muss ich antworten, aber oft frage ich mich auch: „Warum hat er/sie sich nicht mal bereits existierende Threads durchgelesen, ehe er/sie ihren Thread gepostet hat?“
Vielleicht geht es dem „eingeschworenen Kreis“ – wie du ihn nennst, Solitude – genau so. Wie Martina so schön schrieb, besteht unsere Forumsmannschaft auch nur aus Menschen und sie haben so einiges im blauen Forum mitgemacht. Ich gehöre z. B. auch zu denen, die verzweifelt waren, als sie ihre Arbeit im blauen Forum niederlegten und habe auch gefragt (und genervt), ob sie etwas Neues aufziehen könnten und würden.
Vielleicht ist der Geduldsfaden im Moment einfach etwas kürzer.
Vielleicht lässt auch das Interesse bei dem einen oder anderen (immer mal wieder) nach.
Vielleicht ist jeder mit sich selbst ein wenig mehr beschäftigt (und hat auch das Recht dazu).
Zudem muss man sich immer wieder vor Augen halten, dass hier nur das geschriebene Wort sichtbar ist. Wir können noch so viele Smilies benutzen, manche Aussagen können dennoch missverständlich sein. Nur wenige hier können sich so ausdrücken, dass 90 % der Leser ihre Beiträge so verstehen, wie sie gemeint sind. Allerdings ist das auch eine Frage der Erfahrung, denn je länger man von jemandem liest, desto mehr weiss man, wie er/sie tickt.
Ich denke also nicht, dass Erfolgsberichte hier nicht erwünscht sind. Ich habe selber schon welche geschrieben und keine negativen Reaktionen darauf erhalten. Ich gebe aber auch zu bedenken, dass man eine Selbsthilfegruppe nicht mehr so stark benötigt, wenn man auf dem Weg der Gesundung ist und vielleicht trifft es einige, wenn man nur so vor Freude sprüht, er/sie aber noch tief im Schlamassel steckt. Wir sind hier alle nur Menschen und neben viel Hilfsbereitschaft, Mitleid, Interesse und Anerkennung gibt es sicherlich manchmal auch Neid und andere negative Gefühle. Schließlich ist dieses Forum ein Spiegelbild der Gesellschaft und „draußen“ herrscht auch nicht nur Friede, Freude Eierkuchen.
My 13.000 cents ;)
Babs
Sophonisbe
27.09.2005, 10:32
Ist es so, dass Leute wie Irina, die nicht so viel Übergewicht haben oder auch Leute wie ich, die dabei sind sich von ihrem Übergewicht zu verabschieden nicht wirklich erwünscht sind? Ich denke, Du liegst falsch, wenn Du die Sache an mehr oder weniger (Über)Gewicht festzumachen suchst. Es ist also nicht so, dass man desto weniger akzeptiert wird, je weniger man wiegt. Ich würde die "Zugehörigkeitsfrage" eher daran festmachen, inwieweit ein Mensch bereit ist, sich mit der dicken SElbstakzeptanz und dem Gedanken "Man muss sich aufgrund von Übergewicht nicht fühlen wie der letzte Dreck" anzufreunden.
Die heftige Reaktion auf Irinas Posting lässt sich meiner Meinung nach recht einfach erklären. Und zwar dadurch, dass Irina mit relativ wenig Übergewicht hier ankam und meinte, sie müsse unbedingt was unternehmen, bevor sie sich bald nicht mehr aus dem Haus trauen kann. Der Gedanke, man dürfe sich mit Übergewicht nicht aus dem Haus trauen, man müsse sich, weil man dick sei, schämen und zu Hause verstecken, kam hier wohl etwas weniger gut an. Dieses Forum nämlich, so wie ich es verstehe, steht wohl doch eher dafür, so weit zu gesunden, dass man sich nicht von Zahlen auf der Waage von Dingen abhalten lässt, die man tun möchte.
und auch meine eigenen Bedenken in den letzten Tagen über Dinge zu schreiben, die mich bewegen, die bei mir gut laufen *seufz* Ich dachte wirklich, dass das geklärt wäre. Aber ich wiederhole mich auch gern noch mal: Wenn etwas bei Dir gut läuft, dann darfst Du damit rechnen, dass sich das gesamte Forum, ich eingeschlossen, mitfreut. Was mich störte, waren ein paar Formulierungen, die mich vermuten ließen, Du wolltest anderen Forumsbewohnern "Mut machen" und sie "zum Nachdenken" über Deinen Weg bringen. Ich habe Dir die kritischen Formulierungen genannt und gleich von vornherein die Möglichkeit eingeräumt, dass es sich um ein kommunikatives Problem handelt. Ich dachte auch eigentlich, dass wir uns auf "War wohl ein Missverständnis" geeinigt hätten.
Wirklich geärgert habe ich mich in der Tat erst, als Du angefangen hast, mir "Angst" vor Deinem Weg zu unterstellen. Denn ich finde, Du könntest ruhig davon ausgehen, dass ich dasjenige wirklich für falsch halte, von dem ich sage, dass ich es für falsch halte und meiner Meinung zumindest so viel Respekt entgegenbringen, um sie mir unbestritten zu lassen, statt darauf mit einem "Die hat ja nur Angst (vor der "Wahrheit"???)" zu reagieren.
Ich hoffe, die Dinge sind dadurch klarer geworden.
Die Überzeugung, die dahintersteckt, besagt lediglich, dass die komplizierteste Diät überhaupt nichts bringt, solange das Individuum sich nicht löst vom Gesellschaftsdruck und lernt seinen Körper, seinen Geist und seine Seele zu achten...und dass, wenn das der Fall ist, jede Form von Diät überflüssig wird, weil diese Achtung die passende Ernährung nach sich zieht.
schön gesagt :) aus eigener erfahrung wissen hier wohl viele, daß man durchaus "normal" gewichtig sein kann - und sich trotzdem wie das letzte monster vorkommt.
wie hier auch schon schön formuliert, befindet sich jeder an einer anderen "stelle" seines weges, davon zu erzählen und davon, was man so erlebt hat und wie man das empfindet, lebt ja dieses forum. jeder schritt vorwärts ist toll, auch wenn es ein kleiner ist.
die geschichten machen mut, geben teilweise halt und stärken einen selber vielleicht bei dem versuch auch etwas für sich selbst zu tun.
ich für mich persönlich, kann bestätigen, daß ich mich zur zeit in einem großen umbruch befinde. ich werde darüber auch noch schreiben, wenn meine gedanken meine finger erreicht haben ;)
und zum abschluss: jeder ist hier willkommen, der weiterkommen möchte, dem fragen auf der seele brennen, der erfahrungen einbringen möchte und der sich reflektieren will. so bleibt die energie in bewegung und jeder/jede kann davon profitieren :)
Stöpsel
Ich weiß nicht genau, um welche Diskussion es hier geht und das interessiert mich auch ehrlich gesagt nicht.
Was mir persönlich immer extrem sauer aufstößt ist diese Aussage "der eingeschworene Kreis" - sorry, aber da könnte ich echt zur Furie werden.
Soviele erwarten Verständnis für ihre Sorgen und Problemchen, aber niemand hat Verständnis dafür, dass ein Großteil dieser Forenuser hier schon so einiges an Energie verloren hat. Wie lange sind wir jetzt schon dabei? Einige schon seit ein paar Jahren. Wieviele Trolle sind uns über den Weg gelaufen? Wie oft hat man sich die Mühe gemacht und erklärt und geredet und gerechtfertigt und ist am Ende dagestanden wie der letzte Depp, weil von 10 Leuten 9 absolute Trolle waren, vor deren Karre wir uns haben spannen lassen. Irgendwann hat man einfach keine Lust mehr. Dann geht es nicht mehr, dass man freundlich zu jemandem ist, der hier ja hach nur 15 kg zu viel hat und bliblablubb.
Wie Martina es so schön schrieb...jeder von uns braucht so seine Pausen. Der eine hat mehr Energie, der andere weniger.
Jeder, der hier postet, muss damit rechnen, auch gegenläufige Meinungen zu hören zu bekommen. Natürlich ist es dann leicht, zu sagen, dass wir hier ein eingeschworener Kreis wären, der auf seiner Meinung festsitzt. Aber grad auf solche Diskussionen hab ich partout keine Lust mehr. Sie sind sinnlos, kraftzehrend und laufen am Ende nur darauf hinaus, dass man die Lust am Forum verliert.
Ich freue mich für jeden, der seine eigenen Fortschritte macht. Egal ob in seelischer oder körperlicher Hinsicht. Es muss jeder für sich entscheiden, ob er abnehmen will oder nicht. Wie er abnehmen will. Im übrigen tritt auch hier das Problem auf, dass die Lösung für den einzelnen sich nicht auf alle anderen übertragen lässt. Negative Stimmen haben also nicht zwingend was damit zu tun, dass man dem anderen seinen "Erfolg" nicht gönnt, sondern eher damit, dass man kritisch dazu Stellung nimmt. Und es wäre einfach lieb, wenn das berücksichtigt werden würde.
Abgesehen davon kennen sich die wenigsten hier persönlich und deswegen sollte man nicht alles gleich persönlich nehmen, wenn jemand Kritik äußert.
müde Grüße
die Grit
Sonnenkuss
27.09.2005, 14:14
Lasst Euch doch nicht ärgern!
:mad: (Das verbrennt weniger Kalorien als Lachen und Freuen! Gelis Diättipps :-D )
Der eingeschworene Kreis, naund, muss ja wohl so sein nach ein paar Jahren und da is´ keiner Schuld oder verantwortlich, is´ halt so bei ´ner Gruppe.
Es heißt ja nicht, das da keiner mit dazu eindringen oder eben auch rausgehen kann, oder mal wie ein Zacken aus dem Kreis raussprießt und dann dafür eine auf die Mütze kriegt... bis man sich wieder einkriegt und wieder auf den Boden der Tatsachen bleibt.
Ich will aber auch nicht immer und jeden Tag im eingeschworenen Kreis rumeiern.., dann hops ich eben mal woanders rum und weiß aber, das ich wieder kommen kann.
Wenn natürlich die elf Freunde, äähhh oder zwölf oder was, Freunde gemeint sind, naja also die machen sich halt hier die Arbeit und wären ohne uns trotzdem sehr-sehr einsam in ihrem Kreis, ich weiß, das wollen die auch nicht.
Obwohl Pandora mir ja beim letzten Stammtisch (oder war´s schon vor zwei oder drei?) schon so ´nen harmoniesüchtigen Eindruck gemacht hat?
Ommmmmmmmmmmmmmmmmm *ich zieh ja schon den Nacken ein...*
Es gibt nur ein Wir, alles andere wäre für ein Forum Quatsch.
babelfish
27.09.2005, 14:25
Was mir bei Irinas Beitrag und auch bei "Erfolgsberichten" immer etwas sauer aufstößt, ist die unterschwellige Botschaft, dass man als Dicke bestimmte Sachen nicht mehr tun kann und sich gefälligst schlecht zu fühlen hat. Wenn man nur ein bißchen nachdenkt, und sich einen Ruck gibt, könnteman das Abnehmen schon schaffen.
Was aber, wenn ich mein ganzes Leben schon genug übers Dicksein nachgedacht habe? Wenn ich keinen Bock mehr auf die Abnehm-Zunehm-Falle habe. Vielleicht will ich nicht mehr, dass meine Gedanken ständig um meinen Außeneffekt kreisen.
Letztes Jahr habe ich durch Zufall das blaue Forum getroffen und dort von dem "eingeschworenen Kreis" zum allerersten Mal in meinem Leben Zuspruch (Was den Umgang mit Übergewicht betrifft) gefunden. Ich schäme mich nicht mehr mich gehenzulassen. Ich meine jetzt nicht, mich vollzustopfen und Couchpotato zu spielen, sondern ich kann das angespannte, ständige Fragen nach, habe ich schon wieder ein Kg mehr, oder kann ich das noch machen, wo ich doch so fett bin, oder auch einfach nur das Fragen danach, wie mich andere sehen, gehenlassen. Das brauche ich nicht mehr und ich will es auch nicht mehr.
Und dann kommt jemand, der für meine Begriffe nicht mal dick ist und erzählt, dass sie bald nicht mehr vor die Tür kann. Natürlich hat die Frau Probleme, aber ich sehe da nur mich vor 16-17 Jahren und all das Leid, dass solche Statements bei mir ausgelöst haben. Und dann würde ich am allerliebsten all die Leute, die so was gesagt haben wie: "So fett wie du bist, würde ich mich nicht mehr vor die Tür trauen", am allerliebsten an die nächste Wand klatschen.
Ist es so, dass Leute wie Irina, die nicht so viel Übergewicht haben oder auch Leute wie ich, die dabei sind sich von ihrem Übergewicht zu verabschieden nicht wirklich erwünscht sind?
Sorry, aber das klingt für mich jetzt fast, als ob du uns Glorifizierung von Übergewicht vorwerfen würdest. Genau darum geht es in diesem Forum nicht. Die meisten von uns würden sich wahrscheinlich wahnsinnig über eine absolut sichere Methode freuen, mit der sie zumindest einen Teil ihres Übergewichtes loswerden könnten - und zwar dauerhaft.
Viele von uns haben aber schon Erfahrung mit Diäten gemacht und wissen sehr wohl: So geht es auf keinen Fall. Und da ist es wohl kaum verwunderlich, dass einigen von uns der Geduldsfaden reißt, wenn jemand hier 'reinplatzt, ganz offensichtlich ohne sich vorher Gedanken darüber zu machen, worum es hier überhaupt geht, und uns ständig und immerwieder den gleichen Mist erzählt: Ihr seid gemein zu mir, weil ihr meinen Schlankheitswahn nicht teilt und mich nicht blindwütig beim Diäten unterstützt. Ich sage es noch mal: Gerade ihre letzten Postings haben gezeigt, dass sie nicht bereit ist, sich mit unserer Argumentation und mit unserer Zielsetzung überhaupt zu beschäftigen.
Und wie schon in anderen Postings erwähnt: Es war vor allem dieser seltsame Unterton, der uns stutzig gemacht hat und den man so interpretieren könnte: "Wenn ich mit 15kg "zuviel" schon so schrecklich dick bin dann seid ihr sicherlich Monster - und uneinsichtige dazu."
Hallo Solitude,
irgendwie habe ich fast schon auf einen solchen Thread gewartet...
Was mich angeht, so bin ich schon betroffen darüber, dass mein lang ersehnter Prozess der Gesundung auf wenig Resonanz gestoßen ist, mir im Gegenteil vorgeworfen wurde, meine angebliche Ernährungsphilosophie anzupreisen oder sich auch User direkt angegriffen fühlten.
Meine Meinung: Jeder, der Fortschritte macht, sei es beim Selbstbewußtsein, bei einer Essstörung oder beim vernünftigen, liebevollen Umgang mit dem eigenen Körper, gibt dem Forum einen Sinn. Natürlich ist das ein Grund zum (Mit)Freuen! Auf "wenig Resonanz" ist dein Posting vielleicht nur deswegen gestoßen, weil du es an unpassender Stelle auf unpassende Art verfasst hast. Wie gesagt - meine Meinung!
Ich mag mich auch nicht mehr verteidigen müssen. Denn genau darauf läuft es hinaus. Ich mag nicht mehr erklären müssen das mein Körper nun mal anders tickt als andere.
Genauso sehe ich das auch. Wenn ich im Essstörungsforum schreibe, dass mein Körper und meine Seele offensichtlich eine "Abnehmpause" brauchen, dann möchte ich nicht unterstellt bekommen, dass ich mir mein Gewicht schönrede und man muss mir auch keinen Mut machen, irgendwelche Ernährungswege zu gehen.
Die ganze Irina-Diskussion finde ich unnötig; sowas hatten wir im Blauen doch auch ständig und die "Eingeschworenen"-Karte wurde dann auch immer ausgespielt. Nervig!
Es gibt nur ein Wir, alles andere wäre für ein Forum Quatsch.
So isses!
Dralle Deern
27.09.2005, 15:26
Die heftige Reaktion auf Irinas Posting und auch meine eigenen Bedenken in den letzten Tagen über Dinge zu schreiben, die mich bewegen, die bei mir gut laufen bringen mich dazu, hier mal die Frage aufzuwerfen wie es hier mit dem Umgang mit Leuten außerhalb des eingeschworenen Zirkels so steht...
Ist es so, dass Leute wie Irina, die nicht so viel Übergewicht haben oder auch Leute wie ich, die dabei sind sich von ihrem Übergewicht zu verabschieden nicht wirklich erwünscht sind?
Eben genau das ist es nicht. Bereits im Blauen waren einige schlanke User dabei, die aber um ihr Gewicht nie einen Bohei gemacht haben. Mit einer bin ich heute befreundet. Mir persönlich ist es völlig egal, wie dick oder dünn jemand ist. Mir ist aber nicht egal, wie jemand auftritt. Da wir uns alle nicht kennen, sondern nur auf das angewiesen sind, was wir voneinander lesen, macht das Intro schon sehr viel aus. Wie im richtigen Leben entscheiden die ersten Augenblicke über Sympathie. Wenn man den Einsatz verpatzt, ist es zwar nicht unmöglich, das gerade zu biegen, aber ungleich schwerer.
Vielleicht haben sich einige Forenmitglieder in ihrer Sphäre, die sie in diesem Forum geschützt haben möchten, belästigt gefühlt, weil Ihnen das Problem von Irina als nicht "schwerwiegend" genug erschien. Dabei haben sie vielleicht nicht genau darüber nachgedacht, dass auch das Empfinden über das eigene Gewicht sehr individuell ist, genau wie das Wohlfühlgewicht und die Methoden, dieses zu erreichen.
Mir kommt Irinas Problem nicht weniger schwerwiegend vor als meine eigenen. Nicht zuletzt, weil ich mich sehr gut an "schlanke Zeiten" erinnern kann, in denen ich mir pausenlos anhören musste, wie ungeheuer fett ich sei, was schließlich dazu führte, dass ich es tatsächlich wurde. Auch habe ich mich durch die Fragestellung an sich nicht belästigt gefühlt; mich persönlich hat das forsche Auftreten und die Art und Weise, in der Dicksein als Makel abgetempelt wurde, nur komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Sollte ich jemanden verletzt haben, möchte ich mich für die Form meiner Antwort entschuldigen. Nichts liegt mir ferner, als jemanden absichtlich zu kränken.
Und immer daran denken: Wer kommuniziert, muss auch mit Missverständnissen rechnen!
Eben so ist es. Missverständnisse kann man aus dem Weg räumen, und dazu muss eben wieder kommuniziert werden.
Und wie schon in anderen Postings erwähnt: Es war vor allem dieser seltsame Unterton, der uns stutzig gemacht hat und den man so interpretieren könnte: "Wenn ich mit 15kg "zuviel" schon so schrecklich dick bin dann seid ihr sicherlich Monster - und uneinsichtige dazu."
Sorry, aber das ist eine Unterstellung, Irina hat so etwas nirgends erwähnt. Ein bisschen Verfolgungswahn ist das jetzt schon.Sie meint, dass sie zu dick ist und versucht jetzt ihren Babyspeck mittels einer Trainingspartnerin wegzukriegen.
Meine Tochter ist auch 18Jahre und würde einen Typ Mädchen wie Irina als eine kleine Zicke bezeichnen, die Modehefte, Filmstars, den nächsten Urlaub und vielleicht den Boyfriend als das wahre Leben ansieht. Eben wie Mädchen in dem Alter halt so sind.
Sicher, jemand wie Sombra Blanca ist einfach ein anderes Kaliber und hat auch einen andere Lebensgeschichte.
Mädchen wie Irina, für die die Bravoratgeber die richtigen Ansprechpartner wären machen sich doch nicht die Mühe und lesen sich ein Forum ein und wäre auch garnicht in der Lage die Problematik und den Sinn dahinter zu verstehen.
Versuchen wir milde zu sein und zu ignorieren
toni
Ist es so, dass Leute wie Irina, die nicht so viel Übergewicht haben oder auch Leute wie ich, die dabei sind sich von ihrem Übergewicht zu verabschieden nicht wirklich erwünscht sind?
Ich will das ganze mal - aus meiner Sicht - auf einen Nenner bringen:
Übergewicht ist für mich noch etwas ganz anderes als Adipositas.
Ich bin adipös und fühle mich ehrlich gesagt verhohnepiepelt, wenn jemand daher kommt und über 15 kg Übergewicht klagt.
Wenn jemand Gewicht verliert ist das schön und ich freue mich auch für denjenigen. Die Gewichtsreduzierung an sich ist ja nicht unbedingt immer das Hauptproblem, sondern das langfristige Halten des Zielgewichts. Folglich sage ich mir oftmals: Abwarten und Tee trinken http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif.
Da ich persönlich über den Punkt der andauernden Diäten hinweg bin, bin ich froh hier Gleichgesinnte gefunden zu haben, die nicht Meldungen über ihre Abnehmerfolge streuen.
http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/Meine%20Meinung.png
Tante Sumpitt
Solitude
27.09.2005, 20:27
Ich möchte nicht auf jeden einzeln eingehen, sondern gerne zusammenfassen, was ich aus diesem thread mitgenommen habe:
Einige unterstellen mir nach wie vor, ich würde meine Ernährungsphilosophie (die ich gar nicht habe…) „verkaufen“ wollen oder andere von meinem Weg überzeugen wollen (nichts liegt mir ferner…) und denen, die das nicht wollen Angst unterstellen oder Ignoranz (das ist so weit weg von dem, was ich denke und fühle, dass ich mich damit gar nicht näher auseinandersetzen mag!).
Es hilft offensichtlich wenig zu schreiben, dass das alles in gar keiner Weise meine Absicht war…
Ich hingegen spüre die unterschwellige Behauptung: „Na abwarten und Tee trinken und schauen wo Soli so in einigen Monaten steht. Wahrscheinlich hat sie dann schon wieder kräftig mit „Jo-Jo“ gefrühstückt…“.
Das wiederum verletzt mich, da ich den Unterschied zwischen den Tausenden von Diäten, die ich während meiner 30jährigen Essstörung gemacht habe und dem jetzigen Entwicklungsprozess sehr deutlich fühle und mich nicht weiter erklären möchte, wenn das jemand so nicht nachvollziehen kann.
Ich denke, dass ich gerne zurückgeben wollte, berichten wollte, wie es ist – dieses neue Lebensgefühl, wenn der Knoten dank Therapie endlich geplatzt ist und man mit LUST isst und seinem Körper Gutes tut, weil ich selbst noch vor Kurzem mich nach solchen Berichten so gesehnt habe (und schon fast glaubte, es gibt nur ungeheilte Esssüchtige).
Stellt sich nun die Frage, was ist gut für MICH?
So wie viele von euch sich nicht immer rechtfertigen möchten und hochsensibel auf das Thema reagieren geht es mir doch auch…Gesundung von der Essstörung heißt doch nicht, dass ich von 0 auf 100 ein ganz anderer Mensch bin.
Der Unterschied ist sicher, dass ich heute Dinge anspreche, wenn sie mir auf der Seele brennen und es nicht mehr in mich „reinfresse“. Der weitere Unterschied ist der, dass ich schaue, was MIR gut tut.
Und im Moment denke ich tatsächlich, dass ich hier fehl am Platz bin, weil meine kommunikativen Fähigkeiten offensichtlich nicht ausreichen, mein neues Leben so mit euch zu teilen, wie ich mir das gewünscht hätte…
Abschließend möchte ich mich auch bedanken bei den vereinzelten Stimmen, die mich hier gerne gelesen haben.
Ich werde sicher weiter mitlesen und vielleicht kommt auch die Zeit wo ich wieder mitschreiben mag.
Ich wünsche euch allen von Herzen alles Gute!!
Soli
Liebe Solitude,
ich denke, bei Missverständen reicht es, wenn man diese klärt. So wie einige bei Dir einen Unterton vernommen haben, der nicht da ist, vernimmst Du hier ebenfalls einen Unterton, der nicht da ist.
Ich persönlich freue mich über jeden persönlichen Erfolg anderer. Ich gehe davon aus, dass dies auch die meisten hier tun. Aber wir bewegen uns hier im Internet. Wir können nur das geschriebene Wort zur Kenntnis nehmen und zwar so, wie es da steht. Und je nach Tagesform und Laune des Lesers, interpretiert jeder das geschriebene Wort anders. Es fehlen Mimik und Gestik des Gegenübers. Während man im realen Leben oftmals kleine Bemerkungen anbringt, die das ganze Gesagte in eine gewisse Richtung lenken, werden diese Bemerkungen in der schriftlichen Form oft weggelassen. Nicht jeder tippt 260 Zeichen in der Minute blind mit 10 Fingern. Für viele ist das Sich-Mitteilen per Tastatur sehr kompliziert und deswegen werden oftmals angeblich unnütze Ausdrücke weggelassen, die im wahren Leben oft schnell dahingesagt sind und ein wichtiger Bestandteil der zwischenmenschlichen Kommunikation sind.
Liebe Solitude, ich fände es schade, wenn Du Dich aufgrund dessen davon abhalten lässt, Deine persönlichen Erfolge hier mitzuteilen. Aber so wie Du nur liest und interpretierst, tun es die anderen User des Forums auch.
Deswegen sollten Missverständnisse sofort aus der Welt geräumt werden. Wenn Du mir sagst, dass es nicht Deine Absicht war, hier irgendeine Diätmethode zu propagieren, dann glaube ich Dir das. Es war auch nicht die Absicht anderer, Dir dies zu unterstellen, sondern sie haben lediglich ihre Meinung zu dem Geschriebenen ausgedrückt, wie sie es empfunden haben. Im Internet muss man sich nun eben öfter erklären und darf nicht bei jedem Satz in die Höhe springen wie ein erschrockener Hase.
Also, nicht aufgeben. Weitermachen :)
Liebe Grüße
Grit
caramba_owl
28.09.2005, 13:34
Ich bin adipös und fühle mich ehrlich gesagt verhohnepiepelt, wenn jemand daher kommt und über 15 kg Übergewicht klagt.
Tante Sumpitt
Hmm, ich habe gezögert, bevor ich nun doch auf diesen Satz reagiere.
Ehrlich gesagt, ich finde ihn etwas von oben herab.
Wenn man in der Pubertät ist, können 15 kg eine Katastrophe sein. Warum nicht gelassener reagieren? Irina ist jung und vielleicht aus der Warte erheblich älterer Dicker naiv.
Waren wir das nicht alle im entsprechendem Alter?
Ich kann mich jedenfalls noch gut dran erinnern wie ich damals unter meinen 15 kg litt. Im Sommer suchte ich Ausreden um nicht mit ins Freibad gehen zu müssen und brauchte lange um mich mal in eine Diskothek zu trauen.
Selbstakzeptanz ist das Ziel, nur zu erreichen durch einen bewußten Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt.
Wenn Selbstakzeptanz so mühelos zu erreichen wäre, bräuchte es dieses Forum nicht.
Wie häufig habe ich hier und bei den Blauen gelesen, wie sehr sich viele Forenmitglieder duch Blicke und Sprüche ihrer Familien und ihres sozialen Umfeldes verletzt fühlen.
Wenn ich persönlich unter 15 kg zuviel richtig leiden würde, würde ich mir ungerne von jemandem mit 150 kg (Zahl ist willkürlich gewählt) sagen lassen, ich hätte keine Recht so einen Wirbel zu veranstalten.
Oder treten wir demnächst in einen Wettbewerb ein: Ich bin schwerer, war öfter in Therapie, habe mehr Erkrankungen und muß deswegen ernster genommen werden?
Nachdenkliche Grüße
Klaus
Sophonisbe
28.09.2005, 14:20
Nun, offensichtlich sind auch meine kommunikativen Fähigkeiten sehr unzureichend, wenn ich schreibe: Ich habe Dir die kritischen Formulierungen genannt und gleich von vornherein die Möglichkeit eingeräumt, dass es sich um ein kommunikatives Problem handelt. Ich dachte auch eigentlich, dass wir uns auf "War wohl ein Missverständnis" geeinigt hätten. und Du verstehst: Einige unterstellen mir nach wie vor, ich würde meine Ernährungsphilosophie (die ich gar nicht habe…) „verkaufen“ wollen oder andere von meinem Weg überzeugen wollen (nichts liegt mir ferner…) und denen, die das nicht wollen Angst unterstellen oder Ignoranz (das ist so weit weg von dem, was ich denke und fühle, dass ich mich damit gar nicht näher auseinandersetzen mag!).
Es hilft offensichtlich wenig zu schreiben, dass das alles in gar keiner Weise meine Absicht war… Solitude, ich war schon bevor Du dieses Thread hier gestartet hast, bereit, die ganze Sache als "Da haben zwei sich nicht verstanden" ins Archiv zu legen.
Im Übrigen finde ich es völlig normal, dass man sich mal nicht versteht und dass man aneinandergerät und das die Fetzen fliegen. Aber irgendwann muss doch auch mal wieder gut sein, meinst Du nicht? Und es hilft doch nun gar nichts, sich in den Schmollwinkel zu verziehen.
Ich zumindest sehe, nur weil ich mich Dir nicht verständlich machen kann, keinen Grund, hier das Schreiben einzustellen. Und von mir aus brauchst Du das auch nicht tun. Okay?
sombra_blanca
28.09.2005, 14:44
Wenn man in der Pubertät ist, können 15 kg eine Katastrophe sein. Warum nicht gelassener reagieren? Irina ist jung und vielleicht aus der Warte erheblich älterer Dicker naiv.
Waren wir das nicht alle im entsprechendem Alter?
Nein. Auch diese Art von Generalisierungen sind nur bedingt angebracht.
Ich dachte, dass wir das "Darf man auch über Erfolge schreiben"-Thema schon hatten und schließe mich im Grunde den Aussagen von Sopho und Babs an.
LG,
Sombra, seit 2 1/2 Monaten 18
Edit: Ich glaube nicht an einen "Eingeschworenen Kreis", wollte ich noch anmerken.
Johnny B. Goode
28.09.2005, 18:18
Vorwort
Eigentlich wollte ich mich nur in aller Kürze zu diesem Thema äußern. Aus verschiedenen Gründen und vielen unterschiedlichen Gedanken folgend, die alle in gewisser Weise das gleiche Thema berühren, schweifte ich hier und da ein wenig ab, deswegen ist es nun doch ein Weltalmanach geworden. Ich bitte dies zu entschuldigen, und rate dazu, die Ruhe zu bewahren, die Notdurft zu verrichten und sich vor dem Lesen noch einmal die Brille zu putzen.
Tja, eigentlich ist schon alles gesagt. Ich will aber auch mal.
Schade, liebe Solitude, daß du dich so entschieden hast. Aber manchmal muß man solche Entschlüsse eben fassen, und wenn es für dich nicht kommod ist, sich hier aufzuhalten, bzw. zu schreiben, dann ist dies in Moment nun mal so. Ich wette, daß wird auch mal wieder anders sein. :)
Nun will ich noch einiges zu diesem Thread hier schreiben.
Hier stand mal wieder dieser Vorwurf, oder nennen wir es besser die Behauptung im Raum, bei diesem Forum handele es sich um eine eingeschworene Gemeinschaft, die Andersdenkende nicht akzeptieren kann. Ich finde es sehr traurig, daß ein solches Monstrum nun auch in diese Welt geboren wurde.
Es ist mir natürlich unmöglich die Denkweise aller User hier zu kennen oder darüber zu Urteilen. Will ich auch gar nicht. Aber ich kann über die Dinge, die mich und mein direkte "Umgebung" betreffen, berichten. Was uns Betreiber dieser Seite angeht, so ist es schlicht und ergreifend so, daß wir uns, man höre und staune, auch mal uneinig sind. Wir sind eben nicht irgendeine gleichgeschaltete Masse. Gerade der Irina-Thread wurde bei uns da oben durchaus kontrovers diskutiert. Man stelle sich mal bitte folgendes vor: Wir sind komplett verschiedene Persönlichkeiten. Wir sind unterschiedlich alt, wir haben alle einen unterschiedlichen Background, was z.B. Familie, Vergangenheit und das private Umfeld angeht. Wir wohnen über das gesamte Bundesgebiet verteilt, wir haben auf unterschiedlichen Pfaden zu einander gefunden. Jeder von uns hat seine persönlichen Baustellen im Leben, an denen er zu arbeiten hat. Beim einen werden gerade noch tiefe Löcher gebuddelt, beim anderen wird schon der Rasen gesät und Rosen in die Rabatte gepflanzt, damit bald alles schön aussieht und nichts mehr an die schweren Bauarbeiten erinnert. Einer hat einen guten Tag, wo alles zu gelingen scheint, genauso gibt es schlechte Tage, wo alles Mist ist und sich jemand tierisch über irgendetwas ärgert. Der eine schreibt mehr im Forum, der andere weniger; den einen interessiert ein Thema sehr, den anderen interessiert das gleiche Thema nur kaum.
Das, was uns eint, ist eine ähnliche Ansicht das dicke Leben, bzw. das Leben mit Übergewicht betreffend und der Glaube daran, daß es eine gute Sache ist, diese Ansicht mit andern zu teilen. Spaß daran zu haben spielt ebenfalls eine Rolle. Und dies scheint euch anderen so ähnlich zu gehen, denn sonst hättet ihr euch ja auch bei einem Forum anmelden können, in dem es um Pflege und Zucht von Radischen geht. Wir fassen also zusammen: Wir sind, bis auf die Tatsache, daß wir mit einem Bein auf der technisch-administrativen Seite dieses Forums stehen, nicht anders als ihr auch. Naja, und irgendjemand muß hier ein Amt innehaben, denn sonst gäbe es dieses Forum nicht. Jemand muß sich Konzepte ausdenken (z.B. ist dieses Forum nicht von alleine gelb geworden, auch die Themeneinteilung wurde nicht mit der Software geliefert), es muß ebenso eine Art Putzkolonne existieren, die nicht mehr benötigtes wegräumt, mal die Fenster zum Lüften öffnet und den Staubwedel schwingt, damit alles schön sauber bleibt. Deswegen sind wir aber nicht hochwohlgeboren. Außerdem wird jeder von uns die Moderatoren-/Administratorenkarte nur dann spielen, wenn es wirklich erforderlich ist, d.h. wenn hier wirklich grober Unfug geschieht, und dies ist bisher nur selten vorgekommen. Zum Teil war dies sogar noch ein Spaß für die meisten Beteiligten, denn wie in den alten Krimis wurde auch hier die Musik lauter gedreht, damit man die tödlichen Schüsse im Hinterzimmer nicht hört. You know what i mean.... ;)
Wie Martina schon schrieb, sind wir immer noch in einer Findungsphase. Wie die meisten von euch wissen, waren wir alle schon mehr oder weniger lang in einem Paralleluniversum mit ganz ähnlichen Dingen beschäftigt wie hier. Deswegen wird es für den einen oder anderen seltsam klingen, wenn hier plötzlich von einer Findungsphase die Rede ist. Eigentlich sollten die doch alles wissen und können, warum muß man sich da noch erst finden, fragt sich vielleicht jemand von euch. Um niemandem vorzugreifen, will ich hier mal größtenteils nur über mich selbst schreiben.
Für mich ganz persönlich war der Schritt aus dem Nachbaruniversum heraus in diese neue Welt kein leichter. Schon Wochen bevor alles so geschah wie es geschehen ist, machte mir die ganze Situation ziemliche Bauchschmerzen. Plötzlich schien ein ganzes Forum nur noch aus Querulanten zu bestehen, ständig gab es irgendwo Kloppereien, jedes geschriebene Wort wurde auf seltsame Weise zum Gegenstand oft unberechtigter Kritik. Zusätzlich meldeten sich in immer kürzeren Intervallen Menschen dort an, nur um zu stören. Aus Spaß. Viele von uns haben sich in dieser Zeit sehr, sehr strecken müssen, um doch noch eine Form von relativem Frieden zu stiften. Ich schaute jeden Tag ins Modforum dort, und mußte zusehen, wie sich plötzlich die "Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr!" -Meldungen rasant häuften. Ich, wir standen dort, ohne jeglichen Rückhalt von höherer Stelle, während die Zustände in dem Forum langsam eine scheußliche Ähnlichkeit mit der Hexenverfolgung annahmen.
Um es kurz zu machen: Innerhalb kürzester Zeit wurde etwas, daß wir alle gerne mochten so heiß, daß man es zuerst nur noch unter Schmerzen, später dann gar nicht mehr anfassen konnte. Als ich dann mit den anderen meinen Abschied dort nahm, war dies ein schwerer Entschluß. Ich habe sehr an dem Forum und an der Botschaft, die es transportieren sollte gehangen. Für mich blieb der Eindruck versagt zu haben überwiegend. Ich hatte mein Bestes versucht, und war trotzdem gescheitert. Ich glaubte, von den Usern dort so etwas wie geschätzt zu werden, doch das war, wie es schien, nur Illusion. Halten konnte mich nur der weitere Kontakt zu meinen Kolleginnen und Kollegen, und nach einer gewissen Zeit die Aussicht darauf, selbst ein Forum ins Leben rufen zu können, es aktiv mitgestalten zu können. Trotzdem waren diese Wochen eine ziemlich dunkle Zeit für mich, ein gemisch aus Trauer und großer Wut, aber auch Stolz auf das neu geschaffene. Selbst nach unserem Stapellauf fuhren wir nicht gleich in ruhigerem Fahrwasser, weil von anderer Stelle kräftig nachgetreten wurde, auf verschiedenen Wegen. (Um nicht in den Verdacht zu geraten, Aufruhr stiften zu wollen: Die Lage hat sich schon seit längerem entspannt. Kein Grund mehr, hier etwas Böses zu schreiben. Peace, bro´ !)
In der Zukunft, in diesem Forum, welches wir nun unser Eigen nennen dürfen, sollte es natürlich nicht mehr zu solch wüsten Szenen kommen, wie in der Vergangenheit. Wir haben hier den großen Vorteil, daß wir nicht mehr nachfragen müssen, wenn wir etwas ändern wollen, oder uns etwas sinnvoller erscheint. Hier können, müssen und dürfen wir eigenverantwortlich handeln und entscheiden. Hier müssen wir nicht mehr bis in die Unendlichkeit lieb und brav zu jemandem zu sein, trotz dessen er/sie/es schon lange nervt.
Das bedeutet auf der einen Seite mehr Verantwortung, auf der anderen Seite haben wir nun die Möglichkeit, dieses Forum weitestgehend sauber zu halten. Das heißt u.a. zum Beispiel, daß Trolle oder sonstige störende Subjekte in diesem Forum sehr schnell zum Ausgang gebeten werden bzw. gar nicht erst hineinkommen. Aber dies bedarf, wie vieles Andere auch, noch etwas Feintuning. Vielleicht reagiert jemand von uns wegen der erlebten Vergangenheit auf bestimmte "Schlüsselreize" etwas impulsiv, im anderen Falle aus gleichem Grund evtl. gar nicht. Ich weiß, daß es einigen von euch ebenfalls so geht. Hin und wieder geht jemand aus Angst ähnliches zu erleben, wie auf einer bestimmten Großbaustelle, grundlos in Deckung, wenn zum Beispiel mal ein Beitrag verschoben wird.
Wir alle (Mods+User) müssen uns noch etwas eingrooven, zurechtrütteln. Vielleicht ist aus diesem Grunde das Auftauchen von Irina zu so einem Großereignis geworden. Einige haben etwas scharf reagiert, andere haben sich genau daran gestört. Wenn man es etwas distanzierter betrachtet, dann erscheint dies alles etwas überaufgeregt. Es hätte nicht so kommen müssen. Niemand hier kann zu jemand anderem sagen: "Dein Problem ist kein Problem!" Wenn es für Irina dramatisch ist, ein bestimmtes Übergewicht erreicht zu haben, dann ist dies für sie so. Jeder von euch würde angepisst reagieren, wenn jemand herkäme und behaupten würde, daß eure Eßstörung oder euer Gewicht ja nun überhaupt kein Problem sei, weil man selbst ja noch viel essgestörter oder schwerer ist. Hinzu kommt, daß ich genau weiß, daß viele von euch froh gewesen wären, wenn schon recht früh im Leben jemand da gewesen wäre, der euch oder euren Eltern etwas zum Thema Diäten und Jojo-Effekt erklärt hätte. Es probiert hätte, euch ein anderes Selbstwertgefühl mit auf den Weg zu geben. Ich schließe mich da im Übrigen nicht aus. Darf man nur versuchen, jemanden zu unterstützen, wenn derjenige hier ankommt und schon die ersten 20 Diäten hinter sich hat, vollkommen verstört und schwer übergewichtig ist? Warum nicht, bevor dies passiert?
Es ist andererseits natürlich von niemandem zu verlangen, daß er mit jedem und jeder Art zurecht kommt. Das ist ganz klar. Es soll ja sogar Menschen geben, die mich nicht leiden können, was mir bis heute allerdings vollkommen unerklärlich bleibt. ;) Man muß dabei aber immer im Auge behalten, daß man sich hier in einer Gemeinschaft bewegt. Manchmal ist es eben besser, nichts zu sagen; nach dem Lesen eines Postings einmal kräftig zu schlucken und sich einem anderen Beitrag zuzuwenden, anstatt gleich das Messer zu ziehen. Zudem ist die wirkungsvollste Methode in einem Forum jemandem zu zeigen, daß man seine Meinung nicht teilt, die, einfach nicht darauf zu reagieren. Das provoziert keinen Streit, und man kann sich sicher sein, daß es nur die gemeinte Person betrifft.
Es gilt zwar als unfein sich selbst zu zitieren, aber ich mache es jetzt trotzdem mal: Das, was Sie vorhaben ist ungefähr so, als würden sie zu einer Gruppe von Liebhabern der Farbe grün gehen, um sie davon zu überzeugen, daß rot eine viel schönere Farbe ist.
Wir sind diese "Gruppe von Liebhabern der Farbe grün". Aber innerhalb dieser Gruppe gibt es Menschen, die ein hellgrün bevorzugen, andere finden ein dunkelgrün schöner, die nächste mag lieber ein leuchtendes blaugrün, usw, usf. Es gibt ein Thema, das uns alle betrifft, aber jeder von uns hat eine etwas andere Ansicht, eine leicht unterschiedliche Meinung zu diesem Thema. Diese beruht nicht zuletzt auf den eigenen Erfahrungen, die man gemacht hat. Und mit jedem neuen Besatzungsmitglied das an Bord geht, wird es eine Ansicht, eine Meinung mehr. Das ist auch gar nicht schlimm, sondern eher gut, wenn man weiß, wie man damit umzugehen hat. Unser Schiff soll zwar eine Schutzfunktion erfüllen, aber gleichzeitig sind Besatzung und Mitreisende Abbild dutzender Persönlichkeiten aus dem realen Leben. Da ist es nur verständlich und natürlich, wenn jemand mal anderer Ansicht ist, oder der eine den anderen nicht mag. Das muß man zu einem gewissen Grad einfach so hinnehmen (können), denn die vollständige Glückseligkeit gibt es nun mal auch hier nicht. Jeder muß damit leben können, wenn die eigene Meinung mal auf Kritik stößt, bzw. jemand anderer Ansicht ist, oder hier mal ein neuer User mit einem etwas lauten, ersten Auftritt hereingeschneit kommt. Solange sich immer noch alle zur Farbe grün (besser: gelb!) bekennen, ist es doch in Ordnung, und die, die hier die roten Luftballons verkaufen wollen, werden schon von uns verjagt. Hausieren verboten!
Bedenkt bitte stets, daß solche Dinge wie die nun geschehenen auch immer ein kleiner Tropfen Gift in das Wasser des Meeres sind, auf dem wir uns mit unserem Schiff bewegen. Die meisten von euch haben es erlebt, was passiert, wenn dies zu häufig vorkommt und sich herrlich blaues Wasser plötzlich trübe färbt und stinkt. Und das will ja wohl niemand.
So, und nun schändet mich... ;)
R.v.G. :)
Hinzu kommt, daß ich genau weiß, daß viele von euch froh gewesen wären, wenn schon recht früh im Leben jemand da gewesen wäre, der euch oder euren Eltern etwas zum Thema Diäten und Jojo-Effekt erklärt hätte. Es probiert hätte, euch ein anderes Selbstwertgefühl mit auf den Weg zu geben. Ich schließe mich da im Übrigen nicht aus. Darf man nur versuchen, jemanden zu unterstützen, wenn derjenige hier ankommt und schon die ersten 20 Diäten hinter sich hat, vollkommen verstört und schwer übergewichtig ist? Warum nicht, bevor dies passiert?
http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/applaus.gif
Ohhh ja!!! Das wäre zumindest meiner Entwicklung wirklich sehr dienlich gewesen... Und ich würde mir wünschen, dass diese Forum anderen den Weg ersparen könnte, den ich in Ermangelung dieses Wissens gehen musste.
Wir sind diese "Gruppe von Liebhabern der Farbe grün". Nun...ich persönlich mag eher gelb...besonders hier http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif
Ich möchte an dieser Stelle nur nochmal sagen, dass es mir, als eine, die die gesamte Vorgeschichte nicht kennt bzw. kannte hier sehr gefällt, dass ich den Mods und den Usern sehr, sehr dankbar für Ihre Existenz und ihre Hilfe bin und dass ich es den Mods hoch anrechne, dass sie derartig viel Arbeit hier reinstecken...
DANKE!
Dankbare Grüße
Iko <--- die sich dieser Gemeinschaft sehr verbunden fühlt und hofft, dass sich das Wort "eingeschworen" vielleicht eines Tages in unserem Sprachgebrauch mal auf die gesamte Gemeinschaft bezieht
Solitude
28.09.2005, 19:30
Also bevor ich mich an Rolands Post mache…nur nochmal kurz zu dem zuvor Gesagten:
Ich finde, dass man Äußerungen wie die von Sumpitt:
„Wenn jemand Gewicht verliert ist das schön und ich freue mich auch für denjenigen. Die Gewichtsreduzierung an sich ist ja nicht unbedingt immer das Hauptproblem, sondern das langfristige Halten des Zielgewichts. Folglich sage ich mir oftmals: Abwarten und Tee trinken .
Da ich persönlich über den Punkt der andauernden Diäten hinweg bin, bin ich froh hier Gleichgesinnte gefunden zu haben, die nicht Meldungen über ihre Abnehmerfolge streuen.“
schon so verstehen kann wie ich es getan habe und sie durchaus die unterschwelligen Botschaften transportieren „a) mal sehen was aus Soli so in einigen Monaten geworden ist und b) verschon mich bloß mit Berichten, die auch Gewicht verlieren beinhalten.“
@ Grit:
Um bei jedem Satz erschrocken in die Höhe zu springen wie ein Hase fehlt mir noch die entsprechende Beweglichkeit :-D
Nee, im Ernst:
Ich bin weder verschreckt noch beleidigt (sitze auch nicht im Schmollwinkel wie Sopho meint…). Seit ich mich nicht mehr mit Essen beruhige und tröste, achte ich mehr auf das, was an mich herankommt. Ich sondiere sehr stark, was mir gut tut, was mich belastet.
Gut tut mir, wenn mein Physiotherapeut begeistert ist, dass ich seine Anleitungen so gut und in Erfolgen messbar umsetze. Es ist schön zu hören, dass er sich in seinem Job bestätigt fühlt und sich freut mal einen Patienten zu haben, der sich nicht nur hinlegt und sagt: „Ich habe Rückenschmerzen – machen Sie mal was…“ sondern einen, der sich Ziele gesetzt hat und daran arbeitet sie zu erreichen. Und der sich ehrlich mit mir über jeden Fortschritt der Schmerzfreiheit durch meine Bemühungen freut.
Gut tut mir, wenn der Bademeister meines Lieblingsschwimmbades nach 2 Monaten fast täglichen Besuchs kommt und mir sagt, dass er es toll findet, dass ich hier jeden Morgen 1 Stunde meine Bahnen ziehe. Und dass er am Anfang nicht geglaubt hat, dass ich solange regelmäßig komme.
Gut tut mir, wenn meine Therapeutin sagt, dass ich stolz darauf sein kann trotz der zwei schweren Situationen in meinem Leben, die ich in den letzten 2 Monaten zu verkraften hatte, unbeirrbar weiter meinen Weg gegangen zu sein.
Gut tut mir, wenn ich vor dem Spiegel stehe und mich selber lobe, weil ich sehen kann wie mein Körper sich modelliert, dass ich meine Kraft wieder spüren kann, Muskeln sehe, wo ich vorher gar nicht wusste, das ich noch welche habe.
Gut tut mir, wenn ich nach dem morgendlichen Schwimmen mit großer Lust ein leckeres Frühstück verputze und mich freue, dass ich mit beidem etwas Gutes für mich tue.
Als belastend empfinde ich es, wenn ich mit „Unkenrufen“ konfrontiert werde wie z.B. ob ich das überhaupt alles schaffen werde, ob ich überhaupt schon wirklich gesund bin oder vielleicht nicht doch nur ne Diät mache oder ob ich das, wenn ich es geschafft habe überhaupt beibehalten kann.
Dass ich das als so belastend empfinde hängt sicher mit Konditionierung aus der Kindheit zusammen. Mit „Unkenrufen“ bin ich groß geworden. Meine Mutter liebte es, mir alle Möglichkeiten aufgezählt, warum meine Vorhaben nur scheitern könnten oder mir vorzuhalten, dass das Erreichte nie wirklich gut genug war.
Als belastend empfinde ich, wenn ich mit jemand etwas teilen möchte, was ich erreicht habe, was ich an neuen Erkenntnissen gewonnen habe – und dann feststelle, dass er sich nicht mit mir freut, weil es ihn eher belastet.
Als belastend empfinde ich, wenn ich nicht so recht weiß, ob ich an diesen Platz noch gehöre. Ich empfinde mich als jemand, der zwischen den Stühlen sitzt. Ich passe vielleicht nicht mehr in ein Forum für dicke Selbstakzeptanz, da ich mich gerade von meiner Schutzschicht verabschiede. Ich passe definitiv nicht in ein Diätforum, da die dort noch Lichtjahre von dem entfernt sind, was ich momentan lebe. Ich kenne kein Forum, in dem sich Ex-Esssüchtige aufhalten, die mit Therapie und Ernährungsumstellung und Sport an ein neues Leben machen. Das heißt ich habe im Moment irgendwie keinen virtuellen Platz :(
Nun zu Rolands Post:
Zunächst zum besseren Verständnis: Mit der eingeschworenen Gemeinschaft waren hier durchaus nicht die Betreiber und Mods dieses Forums gemeint, sondern alle, die sich hier schon längere Zeit kennen und gewissermaßen diesen Zirkel bilden, zu dem eben Neuankömmlinge wie ich oder andere nicht gehören…
Danke für diese Ausführungen:
„Niemand hier kann zu jemand anderem sagen: "Dein Problem ist kein Problem!" Wenn es für Irina dramatisch ist, ein bestimmtes Übergewicht erreicht zu haben, dann ist dies für sie so. Jeder von euch würde angepisst reagieren, wenn jemand herkäme und behaupten würde, daß eure Eßstörung oder euer Gewicht ja nun überhaupt kein Problem sei, weil man selbst ja noch viel essgestörter oder schwerer ist. Hinzu kommt, daß ich genau weiß, daß viele von euch froh gewesen wären, wenn schon recht früh im Leben jemand da gewesen wäre, der euch oder euren Eltern etwas zum Thema Diäten und Jojo-Effekt erklärt hätte. Es probiert hätte, euch ein anderes Selbstwertgefühl mit auf den Weg zu geben. Ich schließe mich da im Übrigen nicht aus. Darf man nur versuchen, jemanden zu unterstützen, wenn derjenige hier ankommt und schon die ersten 20 Diäten hinter sich hat, vollkommen verstört und schwer übergewichtig ist? Warum nicht, bevor dies passiert?“
Wie ich schon zu Stöpsel an anderer Stelle sagte finde ich es – auch für Leute, die vielleicht nur mitlesen und nicht angemeldet sind – wichtig, dass in diesem Forum auch Aufklärung stattfindet, Aufklärung darüber, wie man es vermeiden kann in gefährliche Diätkarrieren hineinzuschlittern…
Soli...die zwischen den Stühlen Sitzende:heul:
Sophonisbe
28.09.2005, 20:26
So, und nun schändet mich... ;) Nun, lieber Roland, ich denke, Du weißt eigentlich selbst ganz genau, dass Du dafür nicht geschändet werden wirst. :-DVielleicht reagiert jemand von uns wegen der erlebten Vergangenheit auf bestimmte "Schlüsselreize" etwas impulsiv, im anderen Falle aus gleichem Grund evtl. gar nicht. Ich weiß, daß es einigen von euch ebenfalls so geht. Nicht nur wegen der jüngsten Vergangenheit, die Euch zwölfe sicherlich um einiges mehr mitgenommen hat als mich Aushilfs-User: Ich habe definitiv so einen Schlüsselreiz. Nämlich, wenn ich das Gefühl habe, jemand wolle mich belehren. Das muss der Betreffende gar nicht beabsichtigen. Ich kriege dieses Gefühl sehr schnell. Und ich neige, wenn ich dieses Gefühl habe, dazu, umgehend auf die nächste erreichbare Palme zu klettern. Eine meiner kleinen Macken, für die nur ich kann.Man muß dabei aber immer im Auge behalten, daß man sich hier in einer Gemeinschaft bewegt. Manchmal ist es eben besser, nichts zu sagen; nach dem Lesen eines Postings einmal kräftig zu schlucken und sich einem anderen Beitrag zuzuwenden, anstatt gleich das Messer zu ziehen. Zudem ist die wirkungsvollste Methode in einem Forum jemandem zu zeigen, daß man seine Meinung nicht teilt, die, einfach nicht darauf zu reagieren. Das provoziert keinen Streit, und man kann sich sicher sein, daß es nur die gemeinte Person betrifft. Also, über die Sache mit dem Messer bin ich bereit nachzudenken. Wobei sich mir persönlich die Sache auch gar nicht so schlimm darstellte und ich sie, wie gesagt, schon längst zu den Akten gelegt hätte, weil ich Konflikte als normal empfinde. Wie Du sagtest, es kann nicht jeder mit jedem. Und es muss auch gar nicht jeder mit jedem können. Und es ist erlaubt, sich msszuverstehen und in die Wolle zu kriegen, finde ich. Es kommt natürlich immer auf die Art der Konfliktbewältigung an.
Insofern... Ja, ich verstehe durchaus, dass Ihr zwölf nicht dieselben Konflikte durchfechten wollt wie an anderer Stelle. (Und ja, die Sache mit dem "eingeschworenen Kreis" hat auch mich an diese Konflikte erinnert.)... Aber: Ich glaube, ich möchte auch weiterhin reagieren, wenn ich eine Meinung nicht teile. Und ich möchte es artikulieren, wenn ich eine Meinung nicht teile. Das muss dann natürlich nicht eskalieren. Deshalb, bei allem Verständnis, dass ich wirklich und ehrlichen Herzens habe: Friedhofsruhe scheint mir auch nicht wünschenswert zu sein. Oder mit anderen Worten:Da ist es nur verständlich und natürlich, wenn jemand mal anderer Ansicht ist, oder der eine den anderen nicht mag. Das muß man zu einem gewissen Grad einfach so hinnehmen (können), denn die vollständige Glückseligkeit gibt es nun mal auch hier nicht. Jeder muß damit leben können, wenn die eigene Meinung mal auf Kritik stößt, bzw. jemand anderer Ansicht ist, oder hier mal ein neuer User mit einem etwas lauten, ersten Auftritt hereingeschneit kommt. Solange sich immer noch alle zur Farbe grün (besser: gelb!) bekennen, ist es doch in Ordnung, und die, die hier die roten Luftballons verkaufen wollen, werden schon von uns verjagt. Hausieren verboten! Das würde ich doch mal absolut und hundertprozentig genauso sehen. :)
Dralle Deern
29.09.2005, 06:09
Wie ich schon zu Stöpsel an anderer Stelle sagte finde ich es – auch für Leute, die vielleicht nur mitlesen und nicht angemeldet sind – wichtig, dass in diesem Forum auch Aufklärung stattfindet, Aufklärung darüber, wie man es vermeiden kann in gefährliche Diätkarrieren hineinzuschlittern… Warum, glaubst du, haben wir dieses Forum eingerichtet? :flirt: Ja, sicher, das Gerüst ist und bleibt die Selbstakzeptanz. Und es ist eine ganz gezielte Aufklärung über Diäten nötig und insbesondere über den Schaden, den man langfristig anrichtet. Doch wenn das eher zwischen Tür und Angel geschieht, man sich also immer nur darauf stürzt, Diäten zu verteufeln, erreicht man einerseits bei der Zielgruppe das genaue Gegenteil, andererseits gerät man leicht in Gefahr, wie ein missionierender Sektierer aufzutreten, der das allein selig machende gefunden hat und des nun unter die Leute bringt, aber ohne konkrete Hintergründe. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass für jeden etwas anderes gut ist. Was ich für mich als meinen Weg gefunden habe, kann für jemand anderen unnütz oder gar schädlich sein. Dann ist es mir lieber, man wartet erstmal ab. Denn dieser Schaden, den man mit schnell dahingeschriebenen Teilinformationen (nicht notwendigeweise aus Mangel an Wissen, sondern aus Mangel an Zeit, ausführlich zu werden) anrichten würde, wäre nicht absehbar.
Solitude
29.09.2005, 06:50
@ Dralle Deern:
Wo habe ich geschrieben, dass diese Aufklärung zwischen Tür und Angel stattfinden soll, mit schnell dahingeschriebenen Teilinformationen oder missionarischem Eifer?:confused:
Worum es mir ging war, dass auch Leute wie Irina oder andere am Anfang der Problematik, die vielleicht nur still mitlesen nicht den Eindruck bekommen, ihre Probleme seien nicht so "gewichtig" wie die unseren...
Ich fände es schön, wenn wie Roland es so treffend formuliert hat, hier jeder ernst genommen wird.
Und wenn wir mit unseren Infos nur bei EINEM helfen können, dass er diese unselige Diätkarriere nicht erfahren muss haben wir schon viel erreicht.
Und ein Weg aus der Essstörung, der mit Therapie an die Hintergründe geht und danach mit Ernährungsumstellung und Sport weiter beschritten wird ist glaube ich für KEINEN verkehrt...
Also, ich habe das Statement der Drallen Deern eher allgemein verstanden. Du, liebe Solitude, wünschst Dir Aufklärung in diesem Forum zum Thema "vermeidbare Diätkarriere". Wir möchten diese Aufklärung durchaus geben, aber wir sind noch nicht so weit. Rund um dieses Forum wird eine Website entstehen, auf der dieses Thema breiten Raum einnehmen wird. Dafür benötigen wir Zeit ... und da das hier ein Freizeitprojekt ist, womöglich ein bisschen mehr Zeit, als wünschenswert wäre. Die Dralle Deern wollte, so habe ich es jedenfalls verstanden, zum Ausdruck bringen, dass wir lieber mittelfristig etwas mit Hand und Fuß dazu auf die Beine stellen, als halbgares Zeugs hier im Forum abzulassen. Mit Dir hatte dieses Postings meines Erachtens nur insofern etwas zu tun, als dass Du diese Diskussion angestoßen hast.
Einen schönen Tag wünscht Dir und allen anderen
Martina
Ich denke, Solitude, ein großes Problem bei Dir ist, dass Du viel von dem Geschriebenen auf Dich persönlich beziehst obwohl es eine allgemeine Aussage war. Das ist - wenn ich mir Deine Beiträge so durchlese - in meinen Augen etwas, woran Du sicherlich noch arbeiten musst. Das ist nicht böse gemeint und völlig wertungsfrei.
Den Weg muss jeder Internetuser gehen. Der eine hat ihn, so wie ich, schon fast geschafft, der andere steht noch ganz am Anfang.
Ich selbst wiege auch nur knapp 100 Kilos. Habe vor 2 Jahren sogar mal nur 80 gewogen. Bei vielen Themen kann ich einfach nicht mitreden, weil ich eben nicht weiß, wie es ist. Z.B. bei Esstörungen, z.B. bei bestimmten Kleidungsgrößen oder Problemen, die man mit 150kg hat, mit 100 aber eben nicht.
Deswegen wurde mir noch nie ein Vorwurf von denen gemacht, die mehr wiegen.
Du sagst, dass es Dich belastet, wenn Du nicht ernst genommen wirst. Bei den Aussagen wie "die eingeschworene Gemeinschaft" habe ich mich nicht ernstgenommen gefühlt. Denn wenn wir etwas tun und das, was wir tun, damit abgetan wird "Ach, das ist diese eingeschworene Gemeinschaft, da kommste nie rein" dann macht mich das sehr wütend.
Zumal der Begriff an sich schon ein Missgriff war, denn zwar kennen sich viele hier schon aus anderen Zeiten, aber wieviele neue Gesichter haben wir hier, die sich sofort heimisch gefühlt haben?
Wie Sopho schon erwähnte, muss man ein Thema irgendwann auch mal als abgehakt betrachten können. Aber hier kommt man wieder auf den Punkt zurück, dass man zuviele Sachen auf sich persönlich bezieht, sich angegriffen fühlt und dann diese Dinge meint dringendst ausdiskutieren zu müssen.
Ich bin glaube ich die Neueste hier und fühle mich absolut heimisch.
Gruß molly28 :knuddel2:
frauvonheute
29.09.2005, 09:35
Ich kam ins blaue Forum, weil ich akut essgestört war und Hilfe brauchte.
Jetzt haben wir 1,5 Jahre später und ich brauche diese Hilfe nicht mehr in dem damaligen Ausmaß. Ich habe erkannt, dass ich dieses Forum und seine User lieb gewonnen habe und hier gerne bin. Aber ich weiss auch, dass ich es nicht mehr notwendigerweise brauche und mich viele Themen nicht mehr so stark betreffen/ansprechen wie früher. Also lehne ich mich vermehrt zurück, lese mit und schweige. Grit hat das in ihrem letzten Posting sehr schön beschrieben.
Manchmal hilf es auch wirklich,
nach dem Lesen eines Postings einmal kräftig zu schlucken und sich einem anderen Beitrag zuzuwenden, anstatt gleich das Messer zu ziehen. Grundsätzlich habe ich den Eindruck, Solitude, dass du nicht mehr in ein Forum für dicke Selbstakzeptanz gehören willst, wie du hier ja selber schreibst:
Ich passe vielleicht nicht mehr in ein Forum für dicke Selbstakzeptanz, da ich mich gerade von meiner Schutzschicht verabschiede. , aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Kann ich hier - solange ich konstruktive Beiträge verfasse - nicht auch als weniger gewichtiger Mensch mitmachen? Nur weil ich jetzt nicht mehr essen muss, meiner Seele Freiheit schenke und langsam meine Schutzschicht gehen lasse, bin ich immer noch ein Mensch, der mal sehr dick war bzw. weiss, wie es ist, essgestört zu sein. Nur bin ich dann vielleicht ein weniger aktiver Mensch in diesem Forum.
Babs,
die sich ab jetzt aus dem Thema raushält, denn
Zudem ist die wirkungsvollste Methode in einem Forum jemandem zu zeigen, daß man seine Meinung nicht teilt, die, einfach nicht darauf zu reagieren. Das provoziert keinen Streit, und man kann sich sicher sein, daß es nur die gemeinte Person betrifft.
frauvonheute
29.09.2005, 09:36
Ich bin glaube ich die Neueste hier und fühle mich absolut heimisch. Und das ist schön :)
Babs
Zudem ist die wirkungsvollste Methode in einem Forum jemandem zu zeigen, daß man seine Meinung nicht teilt, die, einfach nicht darauf zu reagieren. Das provoziert keinen Streit, (...)
Dies könnte auch als stillschweigende Zustimmung gewertet werden. Außerdem dachte ich, ein Forum sei zum Meinungsaustausch da, nicht um unkommentiert Postings nebeneinander im Web rumstehen zu lassen.
(...) und man kann sich sicher sein, daß es nur die gemeinte Person betrifft.
Ah ja, wie kann man bei einer nicht geäußerten Meinung über irgendetwas sicher sein?
Und jetzt bin ich wirklich gespannt, ob sich der große Meister an seine eigene Maxime hält. :)
Grundsätzlich habe ich den Eindruck, Solitude, dass du nicht mehr in ein Forum für dicke Selbstakzeptanz gehören willst Den Eindruck habe ich inzwischen auch - obwohl ich es schade finde. Es sind in diesem Thread so viele erklärende, herzerwärmende, vernünftige Beiträge geschrieben worden, aus denen du viel mehr mitnehmen könntest als irgendwelche mißverstandene Kritik an deiner Gesundung, Soli. Es geht und ging nie darum, dir madig zu machen, daß du auf deine Schutzschicht verzichten möchtest. Das einzige, was daran kritisiert wurde, ist, daß du diese Methode der für dich richtigen Gesundung auch auf andere übertragen wolltest; zumindest wurde es so verstanden - und Sätze wie dieser: Und ein Weg aus der Essstörung, der mit Therapie an die Hintergründe geht und danach mit Ernährungsumstellung und Sport weiter beschritten wird ist glaube ich für KEINEN verkehrt... tragen nicht unbedingt dazu bei, dich so zu verstehen, wie du es gerne möchtest. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/zwinker.gif Das wirkt verallgemeinernd, und das forciert den Gegenwind, den du bekommen hast.
Ich für meinen Teil glaube dir, wenn du sagst, daß du niemanden missionieren wolltest. Andere tun das nicht. Das ist ja das Schwierige an der Schriftform; daß man nicht immer seine Statements so rüberbringt, wie sie tatsächlich gemeint sind. Oh ja, damit hab ich auch meine Erfahrungen.http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/cool2.gif
Was den "Fall Irina" http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/wink.gif angeht - da bin bzw. war ich auch verdammt zwiegespalten. Zuerst dachte ich: Was will die denn hier mit ihren lächerlichen paar Pfunden? Das war arrogant von mir und dafür schäme ich mich. Denn mit einem Schubs aus der richtigen Richtung (danke, Rolandhttp://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/liebegruesse.gif ) dachte ich darüber nach und kam auch zu diesem Schluß:
Hinzu kommt, daß ich genau weiß, daß viele von euch froh gewesen wären, wenn schon recht früh im Leben jemand da gewesen wäre, der euch oder euren Eltern etwas zum Thema Diäten und Jojo-Effekt erklärt hätte. Es probiert hätte, euch ein anderes Selbstwertgefühl mit auf den Weg zu geben. Ich schließe mich da im Übrigen nicht aus. Darf man nur versuchen, jemanden zu unterstützen, wenn derjenige hier ankommt und schon die ersten 20 Diäten hinter sich hat, vollkommen verstört und schwer übergewichtig ist? Warum nicht, bevor dies passiert?
Nur leider war Irina da schon wieder weg. Ich kann nur versuchen, es nächstes Mal besser zu machen. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/nixweiss.gif Mir die Zeit nehmen die es für Erklärungen braucht, Verständnis für die Irinas zu zeigen und auch das Risiko einzugehen, gegen eine Wand zu reden wie vorher schon so oft. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/seufz.gifDenn damit hast du völlig recht:
Und wenn wir mit unseren Infos nur bei EINEM helfen können, dass er diese unselige Diätkarriere nicht erfahren muss haben wir schon viel erreicht.
Viele Grüße
Pandora
Johnny B. Goode
29.09.2005, 11:49
Und jetzt bin ich wirklich gespannt, ob sich der große Meister an seine eigene Maxime hält. Nope, denn a) Gibt es zu jeder Regel bekanntlich eine Ausnahme und b) bedeutete mein Post eben gerade nicht, daß in Zukunft jegliche Form der Kritik am besten zu vermeiden sei. Es geht dabei eher um das Wie, Wann und Warum. ;)
Zitat:
Zudem ist die wirkungsvollste Methode in einem Forum jemandem zu zeigen, daß man seine Meinung nicht teilt, die, einfach nicht darauf zu reagieren. Das provoziert keinen Streit, (...)
Dies könnte auch als stillschweigende Zustimmung gewertet werden. Außerdem dachte ich, ein Forum sei zum Meinungsaustausch da, nicht um unkommentiert Postings nebeneinander im Web rumstehen zu lassen.
Auch hier kommt es auf das wie und wann an. Zunächst einmal gehe ich natürlich davon aus, daß nicht jeder zweite Beitrag, der in diesem Forum geschrieben wird, von allen abgelehnt wird. Infolgedessen wird es ohnehin nicht dazu kommen, daß das Forum nur noch aus unbeantworteten Postings besteht. Außerdem macht es, die "stillschweigende Zustimmung" betreffend, einen Unterschied, ob ich auf ein Posting a la "Ich habe 1 Gramm zugenommen und fühle mich ganz schrecklich!" nicht reagiere, wenn ich mich mit der vorliegenden Problematik nicht identifizieren kann, oder hier jemand schreibt "Ihr seid alle blöd, steckt euch mal ´nen Schnitzel weniger in die Visage und lauft täglich einmal um den Block, lutscht dabei ein paar dieser tollen Herbadings-Pastillen, dann klappts auch mit der Eßstörung!"
Im ersten Fall hätte ich mit meinem Schweigen nichts verschenkt, es wird sich aber sicherlich jemand finden, der etwas sinnvolles dazu schreiben kann und möchte, im zweiten Fall sage ich natürlich etwas dazu. Und, lobet den Herrn, ich bin guter Hoffnung, das sich ausgerechnet in diesem Forum eine prima Reisegruppe zusammengefunden hat, die genau das hinbekommt. :)
(...) und man kann sich sicher sein, daß es nur die gemeinte Person betrifft.
Ah ja, wie kann man bei einer nicht geäußerten Meinung über irgendetwas sicher sein? Ich kenne ein Forum im Internet, welches ein beinahe tödlicher Schuß traf, weil einzele User sich ein Hobby daraus machten, wirklich alles und jeden zu kritisieren, und eine solch große, allgemeine Unruhe provozierten, daß sich andere User dadurch erheblich gestört fühlten. Viele von ihnen sind heute in diesem Forum aktiv. Man kann sich deutlich sicherer sein, daß so etwas nicht mehr passiert, wenn man nicht immer und zu jeder Zeit auf seiner Meinung beharrt, und auch mal einen Kommentar ausläßt.
Und für alle, denen mein Posting dort oben zu lang war, hier das Radio-Edit:
Schmeißt die Technoplatte auf eurem geistigen Plattenspieler in den Müll, und legt mal ´nen Reggae auf. Laßt Franz Beckenbauer aus eurem Herzen sprechen, sagt einfach mal "Jagut-ää, dann eben nicht." (Als Äquivalent, wenn etwas schönes passiert: "Ja, is´ denn heut´scho´ Weihnachten?) Entspannt euch! Seid Nina Ruge, sagt: "Alles wird gut!" Und um Gottes Willen: Nehmt nicht alles ernst! ;)
Hier hat man zwar das Recht, sich zu bestimmten Themen äußern zu dürfen, aber nicht die Pflicht dazu. Passen sie auf sich auf. :)
Mit dieser differenzierteren Aussageweise kann ich schon mehr anfangen, wenn wir auch nach wie vor nicht ganz einer Meinung sind.
Danke für die Erläuterung.
Solitude
30.09.2005, 00:17
Also, ich habe das Statement der Drallen Deern eher allgemein verstanden. Du, liebe Solitude, wünschst Dir Aufklärung in diesem Forum zum Thema "vermeidbare Diätkarriere". Wir möchten diese Aufklärung durchaus geben, aber wir sind noch nicht so weit. Rund um dieses Forum wird eine Website entstehen, auf der dieses Thema breiten Raum einnehmen wird. Dafür benötigen wir Zeit ... und da das hier ein Freizeitprojekt ist, womöglich ein bisschen mehr Zeit, als wünschenswert wäre. Die Dralle Deern wollte, so habe ich es jedenfalls verstanden, zum Ausdruck bringen, dass wir lieber mittelfristig etwas mit Hand und Fuß dazu auf die Beine stellen, als halbgares Zeugs hier im Forum abzulassen. Mit Dir hatte dieses Postings meines Erachtens nur insofern etwas zu tun, als dass Du diese Diskussion angestoßen hast.
Einen schönen Tag wünscht Dir und allen anderen
Martina
Danke für die Erklärung. :daumen: Das kann ich jetzt gut nachvollziehen...
Solitude
30.09.2005, 00:31
Ich denke, Solitude, ein großes Problem bei Dir ist, dass Du viel von dem Geschriebenen auf Dich persönlich beziehst obwohl es eine allgemeine Aussage war. Das ist - wenn ich mir Deine Beiträge so durchlese - in meinen Augen etwas, woran Du sicherlich noch arbeiten musst. Das ist nicht böse gemeint und völlig wertungsfrei.
Da ist sicher viel Wahres dran...ich fühle mich ein bißchen wie ein Junkie auf Entzug:rolleyes: Irgendwie prallen alle Emotionen, Bemerkungen, Erlebnisse "ungefilterter" auf mich seit ich mich nicht mehr mit Essen "zudröhne".
Ich muss - denke ich - erst noch lernen, damit adäquat umzugehen.
Aber siehst du gerade so ein Beitrag wie deiner läßt mich denken, dass ich hier vielleicht doch richtig bin, weil ihr einfach ein Haufen ziemlich gescheiter Menschen seid und man/frau hier immer noch was für sich mitnehmen kann:daumen:
Du sagst, dass es Dich belastet, wenn Du nicht ernst genommen wirst. Bei den Aussagen wie "die eingeschworene Gemeinschaft" habe ich mich nicht ernstgenommen gefühlt. Denn wenn wir etwas tun und das, was wir tun, damit abgetan wird "Ach, das ist diese eingeschworene Gemeinschaft, da kommste nie rein" dann macht mich das sehr wütend.
Sooo hatte ich es nicht gemeint. Ich hatte das Gefühl, dass Leute mit weniger Gewicht oder Leute, die nicht mehr mit diesem Gewicht leben wollen nicht akzeptiert werden. Aber wie du oben sicher ganz richtig geschrieben hast, werde ich erstmal ausloten, wieviel davon mein ureigenstes Problem ist, mir auch manchmal unpassende Schuhe einfach anzuziehen:cool3:
Liebe Grüße, Soli
Solitude
30.09.2005, 00:53
IGrundsätzlich habe ich den Eindruck, Solitude, dass du nicht mehr in ein Forum für dicke Selbstakzeptanz gehören willst, wie du hier ja selber schreibst:
Zitat von Solitude
Ich passe vielleicht nicht mehr in ein Forum für dicke Selbstakzeptanz, da ich mich gerade von meiner Schutzschicht verabschiede.
, aber was hat das eine mit dem anderen zu tun? Kann ich hier - solange ich konstruktive Beiträge verfasse - nicht auch als weniger gewichtiger Mensch mitmachen? Nur weil ich jetzt nicht mehr essen muss, meiner Seele Freiheit schenke und langsam meine Schutzschicht gehen lasse, bin ich immer noch ein Mensch, der mal sehr dick war bzw. weiss, wie es ist, essgestört zu sein. Nur bin ich dann vielleicht ein weniger aktiver Mensch in diesem Forum.
Es ist nicht so, dass ich nicht mehr WILL...ich war nur unsicher.
Wenn ich defintiv wüßte, dass ich nicht mehr will würde ich einfach gehen...
Du schreibst etwas sehr Richtiges. Man weiß natürlich Zeit seines Lebens wie es ist, essgestört zu sein - und bleibt deshalb (egal an welchem Punkt angelangt) immer ein Betroffener. Nur eben am Ende der Geschichte vielleicht weniger aktiv...
Nun habt ihr mir durch eure Beiträge auch einiges zum Nachdenken gegeben und das werde ich in Ruhe tun. Danke dafür...
Solitude
30.09.2005, 01:10
Den Eindruck habe ich inzwischen auch - obwohl ich es schade finde. Es sind in diesem Thread so viele erklärende, herzerwärmende, vernünftige Beiträge geschrieben worden, aus denen du viel mehr mitnehmen könntest als irgendwelche mißverstandene Kritik an deiner Gesundung, Soli. Es geht und ging nie darum, dir madig zu machen, daß du auf deine Schutzschicht verzichten möchtest. Das einzige, was daran kritisiert wurde, ist, daß du diese Methode der für dich richtigen Gesundung auch auf andere übertragen wolltest; zumindest wurde es so verstanden - und Sätze wie dieser: tragen nicht unbedingt dazu bei, dich so zu verstehen, wie du es gerne möchtest. http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/zwinker.gif Das wirkt verallgemeinernd, und das forciert den Gegenwind, den du bekommen hast.
Ich für meinen Teil glaube dir, wenn du sagst, daß du niemanden missionieren wolltest. Andere tun das nicht. Das ist ja das Schwierige an der Schriftform; daß man nicht immer seine Statements so rüberbringt, wie sie tatsächlich gemeint sind. Oh ja, damit hab ich auch meine Erfahrungen.http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/cool2.gif
Also es tut mir echt leid wenn ich wegen meiner "anti-rosaroten" Brille die vernünftigen, erklärenden und herzerwärmenden Beiträge nicht genug gewürdigt habe...natürlich ist es blöde wenn man nur auf vermeintlichen Missverständnissen herumreitet und das Gute einfach links liegenläßt:-o Wie gesagt, ich danke für die Hinweise und werde das selbstkritisch hinterfragen.
So wie ihr ja auch (siehe "Fall Irina") euer Tun selbstkritisch hinterfragen könnt - was ich im übrigen toll finde:applaus:
Liebe Grüße, Soli
Solitude
30.09.2005, 01:16
Auch hier kommt es auf das wie und wann an. Zunächst einmal gehe ich natürlich davon aus, daß nicht jeder zweite Beitrag, der in diesem Forum geschrieben wird, von allen abgelehnt wird. Infolgedessen wird es ohnehin nicht dazu kommen, daß das Forum nur noch aus unbeantworteten Postings besteht. Außerdem macht es, die "stillschweigende Zustimmung" betreffend, einen Unterschied, ob ich auf ein Posting a la "Ich habe 1 Gramm zugenommen und fühle mich ganz schrecklich!" nicht reagiere, wenn ich mich mit der vorliegenden Problematik nicht identifizieren kann, oder hier jemand schreibt "Ihr seid alle blöd, steckt euch mal ´nen Schnitzel weniger in die Visage und lauft täglich einmal um den Block, lutscht dabei ein paar dieser tollen Herbadings-Pastillen, dann klappts auch mit der Eßstörung!"
Im ersten Fall hätte ich mit meinem Schweigen nichts verschenkt, es wird sich aber sicherlich jemand finden, der etwas sinnvolles dazu schreiben kann und möchte, im zweiten Fall sage ich natürlich etwas dazu. Und, lobet den Herrn, ich bin guter Hoffnung, das sich ausgerechnet in diesem Forum eine prima Reisegruppe zusammengefunden hat, die genau das hinbekommt. :)
Ich kenne ein Forum im Internet, welches ein beinahe tödlicher Schuß traf, weil einzele User sich ein Hobby daraus machten, wirklich alles und jeden zu kritisieren, und eine solch große, allgemeine Unruhe provozierten, daß sich andere User dadurch erheblich gestört fühlten. Viele von ihnen sind heute in diesem Forum aktiv. Man kann sich deutlich sicherer sein, daß so etwas nicht mehr passiert, wenn man nicht immer und zu jeder Zeit auf seiner Meinung beharrt, und auch mal einen Kommentar ausläßt.
Und für alle, denen mein Posting dort oben zu lang war, hier das Radio-Edit:
Schmeißt die Technoplatte auf eurem geistigen Plattenspieler in den Müll, und legt mal ´nen Reggae auf. Laßt Franz Beckenbauer aus eurem Herzen sprechen, sagt einfach mal "Jagut-ää, dann eben nicht." (Als Äquivalent, wenn etwas schönes passiert: "Ja, is´ denn heut´scho´ Weihnachten?) Entspannt euch! Seid Nina Ruge, sagt: "Alles wird gut!" Und um Gottes Willen: Nehmt nicht alles ernst! ;)
Hier hat man zwar das Recht, sich zu bestimmten Themen äußern zu dürfen, aber nicht die Pflicht dazu. Passen sie auf sich auf. :)
Auch auf die Gefahr hin, hier jetzt eine meterdicke Schleimspur zu hinterlassen...ich liiiiebe deine Beiträge:-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D :-D
Alles wird gut!:-D
Dralle Deern
30.09.2005, 08:32
Ich hatte das Gefühl, dass Leute mit weniger Gewicht oder Leute, die nicht mehr mit diesem Gewicht leben wollen nicht akzeptiert werden. Was macht dich so sicher, dass es hier nur wenige gibt, die nicht mehr mit ihrem Gewicht leben wollen? Als ich kürzlich auf der Suche nach Babyfotos von meinen Schwestern und mir war, weil ich sie mit dem Foto meiner kleinen Nichte vergleichen wollte, fielen mir auch ein paar Fotos, die von der jugendlichen und jungen erwachsenen Deern gemacht wurden in die Hände und die Person, die ich sah, war alles andere als drall. Natürlich wünsche ich mir, wieder solch einen Körper zu haben, wie noch vor 12 Jahren. Und natürlich will ich nicht unbedingt immer mit meinem Gewicht leben. Aber ich muss. Und hier kommt die Selbstakzeptanz ins Spiel, die eben nicht, wie von mir früher angenommen, ein andere Name für 'Selbstaufgabe' ist. Sich selbst zu akzeptieren bedeutet nämlich nicht, fünfe gerade sein zu lassen, und plötzlich gerne dick sein zu wollen. Dazu passt auch Martinas Signatur "Sich als dicken Menschen zu lieben und zu akzeptieren, bedeutet nicht, es toll zu finden, dick zu sein." Vielmehr bedeutet es, dass man sich von Rückschlägen in seinem Kampf gegen Essstörungen, gegen medizinische Fehldiagnosen, gegen den eigenen Schweinehund etc, was auch immer die Ursachen für Übergewicht sein mögen, nicht aus der Bahn werfen lässt, weil man weiß, dass man als Mensch wertvoll ist, egal in welcher Konfektionsgröße, egal mit welcher Zahl auf der Waage.
Sophonisbe
30.09.2005, 09:12
Aus gegebenem Anlass möchte ich noch einmal klarstellen, dass sich meiner Meinung nach Selbstakzeptanz (definiert wie oben) und Gewichtsabnahme nicht widersprechen müssen. Mann kann sich selbst, als Menschen, als Ganzes, inklusive eines jeden einzelnen Kilos akzeptieren, und sich trotzdem wünschen, dass es einige Kilos weniger sein sollen.
Selbst als ich noch (vergeblich) bemüht war, Gewicht zu reduzieren (und quasi auf Dauerdiät lebte; ist noch gar nicht so lange her... *grusel*), da tat ich das nicht durch die Motivation: "Mädel, das ist eklig, wie fett du bist. Ich hasse mich selbst, ich verachte mich selbst, ich lehne mich und meinen Körper ab, und weil ich mich so sehr hasse, muss ich abnehmen!" Ich weiß, dass viele Menschen diesen Selbsthass kultivieren, um sich zum Abnehmen zu motivieren. Und *diese* Motivation steht natürlich in einem unvereinbaren Gegensatz zur Selbstakzeptanz.
Aber es geht ja auch anders. Es ist ja durchaus auch möglich sich in etwa wie folgt zu motivieren: "Ich lebe mit mir selbst in Frieden. Ich tue nichts, was mir schadet. Ich versuche im Gegenteil, mir selbst Gutes zu tun, denn das habe ich verdient. Deswegen ernähre ich mich gesund, deswegen bewege ich mich. Natürlich möchte ich leichter sein. Aber davon hängt weder mein Selbstwertgefühl ab, noch meine Selbstdefinition."
Soweit ich es verstanden habe, geht es hier nur darum, einen vom Selbsthass zu kurieren. Alles andere, inclusive der Frage "Abnehmen oder nicht?" ist eine Frage von hellgrün, lindgrün, zartgrün oder blaugrün. :)
simsalabine
30.09.2005, 10:54
Was macht dich so sicher, dass es hier nur wenige gibt, die nicht mehr mit ihrem Gewicht leben wollen? .........
....Und natürlich will ich nicht unbedingt immer mit meinem Gewicht leben. Aber ich muss. Und hier kommt die Selbstakzeptanz ins Spiel, die eben nicht, wie von mir früher angenommen, ein andere Name für 'Selbstaufgabe' ist. Sich selbst zu akzeptieren bedeutet nämlich nicht, fünfe gerade sein zu lassen, und plötzlich gerne dick sein zu wollen. Dazu passt auch Martinas Signatur "Sich als dicken Menschen zu lieben und zu akzeptieren, bedeutet nicht, es toll zu finden, dick zu sein." Vielmehr bedeutet es, dass man sich von Rückschlägen in seinem Kampf gegen Essstörungen, gegen medizinische Fehldiagnosen, gegen den eigenen Schweinehund etc, was auch immer die Ursachen für Übergewicht sein mögen, nicht aus der Bahn werfen lässt, weil man weiß, dass man als Mensch wertvoll ist, egal in welcher Konfektionsgröße, egal mit welcher Zahl auf der Waage.
:applaus: Dralle Deern, das ist genauso, wie ich es auch empfinde. Und seit ich es geschafft habe, mich nicht permanent für mein Gewicht zu hassen, lebt es sich erheblich leichter. Und seit dem ich mich nicht mehr als Versager fühle, meine ich, daß andere Leute auch lockerer auf mich zugehen. Das kann natürlich auch nur Einbildung sein.
Solitude
30.09.2005, 17:12
@ Dralle Deern...obwohl es unfein ist, sich selbst zu zitieren...aber ich habe die Aussage ja im letzten Satz relativiert...
Ich hatte das Gefühl, dass Leute mit weniger Gewicht oder Leute, die nicht mehr mit diesem Gewicht leben wollen nicht akzeptiert werden. Aber wie du oben sicher ganz richtig geschrieben hast, werde ich erstmal ausloten, wieviel davon mein ureigenstes Problem ist, mir auch manchmal unpassende Schuhe einfach anzuziehen:cool3:
Und aber ja ist jeder Mensch unabhängig von seinem Körpergewicht oder anderen Maßen ein wertvoller Mensch oder eben auch nicht :-p (je nach Charaktereigenschaften und sozialem Verhalten).
Und dicke Selbstakzeptanz habe ich auch nie als Selbstaufgabe verstanden...ich hatte nur das Gefühl, dass Erfolgsberichte diejenigen, die gerade noch tief in den Problemen stecken mehr belasten als aufbauen und es deshalb vielleicht im Endeffekt doch nicht so wirklich erwünscht ist, hier darüber zu schreiben/zu lesen.
Aber siehe oben...vielleicht ein unpassender Schuh, den ich mir da angezogen habe.
Solitude
30.09.2005, 17:15
"Ich lebe mit mir selbst in Frieden. Ich tue nichts, was mir schadet. Ich versuche im Gegenteil, mir selbst Gutes zu tun, denn das habe ich verdient. Deswegen ernähre ich mich gesund, deswegen bewege ich mich. Natürlich möchte ich leichter sein. Aber davon hängt weder mein Selbstwertgefühl ab, noch meine Selbstdefinition."
DAS hört sich doch hervorragend an....und dem kann ich mich - man glaubt es kaum:baeh2: - auch vorbehaltlos anschließen...:applaus:
Solitude
02.10.2005, 02:56
Ich möchte euch am Ergebnis meiner Überlegungen, die ich gemeinsam mit meiner Therapeutin angestellt habe, teilhaben lassen:
Also zunächst einmal hält sie es für völlig normal, dass Erfolgsmeldungen im Allgemeinen nicht so jubelnd begrüßt werden. Sie sagt, dass es klar sei, dass das für andere eher belastend wirkt, sich der eine oder andere fragt, warum es bei ihm anders ist.
Sie sagt, das sei ähnlich bei Alkoholikern, wenn der eine aufhört zu trinken, wendet sich der andere ab.
Im Endeffekt ist es schon so, dass sich durch das veränderte Leben auch der Kreis der Leute ändert, mit denen man umgeht - jedenfalls zum Teil.
Positiven Ansporn - um beim Beispiel des Alkoholikers zu bleiben - gibt es also nur von Nichttrinkern oder trockenen Alkoholikern.
Von den noch süchtigen Alkoholikern gibt es stattdessen oft nur verunsicherende Argumente.
Sie sagt im Bereich der Esssucht wäre es häufig genau so.
Nun weiß ich, dass hier viele Spezialisten im Forum sind, die natürlich viel differenzierter denken.
Trotzdem denke ich inzwischen, dass mein Wunsch hier für meinen Neubeginn so positive Bestärkung zu finden insoweit egoistisch war, weil ich eben die Empfindungen derer, die noch tief in der Esssucht stecken, mißachtet habe.
Das tut mir ehrlich leid.
Ich verstehe das inzwischen besser und werde damit in Zukunft sehr viel behutsamer umgehen.
:LG: Liebe grüße, Soli
Hallo Solitude,
das ist etwas, was ich leider überhaupt nicht verstehen kann. Es impliziert, dass hier ALLE essgestört sind, was ich nicht bin ;)
Die Erklärung, warum also ich oder andere Nicht-Essgestörte Deinen Beitrag eher als unangenehm empfunden haben, passt hier also nicht ganz.
Halte dir doch einfach vor Augen, dass es oft zu MIssverständnissen kommen kann, was ja hier anscheinend auch der Fall war und was geklärt wurde. Nicht immer muss Deine Therapeutin dafür eine Erklärung finden.
Zumal diese mit den Esstörungen für meine Augen einfach nicht pauschal passt.
Solitude
05.10.2005, 02:08
@ Grit:
Nun ich schreibe hier im Unterforum "Dick&Eßstörungen"...also spreche ich von denjenigen unter uns, die eßgestört sind...dachte das wäre klar.
Solitude,
jetzt mal Butter bei die Fische! Du hast mit deinem Posting keineswegs nur die angesprochen, die noch tief in der Esssucht stecken Nein, die von dir angezettelte Diskussion in diesem Thread lautete wie folgt:
Ist es so, dass Leute wie Irina, die nicht so viel Übergewicht haben oder auch Leute wie ich, die dabei sind sich von ihrem Übergewicht zu verabschieden nicht wirklich erwünscht sind?
Darüber haben wir gründlich gesprochen und du hast einige sehr gut formulierte Antworten bekommen, die die Sache doch eigentlich prima geklärt haben. Was soll jetzt dieser Käse?
Murmel, langsam richtig verärgert
P.S.: Würdest du bitte endlich diese Alkoholiker-Vergleiche seinlassen?
@ Grit:
Nun ich schreibe hier im Unterforum "Dick&Eßstörungen"...also spreche ich von denjenigen unter uns, die eßgestört sind...dachte das wäre klar.Auch, wenn ich jetzt Korinthen kacke :baeh2: - von mir sprichst du nicht, liebe Soli. Und ich bin definitiv eßgestört. Und ganz nebenbei auch noch trockene Alkoholikerin. Aber mich spricht die Logik deiner Therapeutin nicht an, kein bißchen. Für mich klingt das ein bißchen so, als wären alle, die noch auf dem Weg sind, neidisch auf die, die es schon geschafft haben, der Sucht (welcher auch immer) zu entkommen. Das kann ich persönlich nicht nachvollziehen, weil mein Erfolg oder auch Mißerfolg im Kampf gegen die Sucht doch nicht darauf basiert, wie es anderen damit geht.
Für mich geht es da um die Eigenverantwortung.
Sie sagt, das sei ähnlich bei Alkoholikern, wenn der eine aufhört zu trinken, wendet sich der andere ab.
Ich habe die Erfahrung umgekehrt gemacht. Als ich mit dem Trinken aufhörte, habe ich mich abgewandt von denen, die weitertranken. Um mich zu schützen und möglichst nicht in die Gefahr eines Rückfalls zu geraten. Beim Essen allerdings dürfte das schwierig werden.;)
Hallo Solitude,
...also spreche ich von denjenigen unter uns, die eßgestört sind...dachte das wäre klar. Also das halte ich jetzt auch für eine Schutzbehauptung, denn der Aufhänger dieses Threads lag, wie Murmel schon ganz richtig zitierte, an einer anderen Stelle!
Positiven Ansporn - um beim Beispiel des Alkoholikers zu bleiben - gibt es also nur von Nichttrinkern oder trockenen Alkoholikern.
Von den noch süchtigen Alkoholikern gibt es stattdessen oft nur verunsicherende Argumente.
Sie sagt im Bereich der Esssucht wäre es häufig genau so.
Eigentlich wollte ich diese unselige Diskussion einfach sterben lassen aber hierzu möchte ich nun doch noch auch etwas sagen...
Um zu vermeiden, dass dieser Kommentar nur von meinem "geplatzten Kragen" geschrieben wird habe ich mal eine kleine statistische Recherche gemacht:
Im Forum "Dick und Esstörungen" gabe es beispielweise folgende Threads und Reaktionen:
Solitude:
Rückmeldung-Aufbruch in ein neues Leben: 4 positive Reaktionen, 0 negative Reaktionen
FrauvonHeute:
Ich kann es kontrollieren: 6 positive Reaktionen, 0 negative Reaktionen
Steph:
Zum ersten Mal....: 4 positive Reaktionen, 0 negative Reaktionen
Selbst zu meinen "Eintritts"-Beitrag Hallo, möchte anheuern...., der inhaltlich , ähnlich wie Irinas, nicht besonders glücklich zusammengestellt war, gab es 2 positive Antworten und 0 negative Reaktionen.
Diese Aufstellung spricht ja nun wirklich nicht für einen Mangel an positiver Anteilnahme, oder ein Übermaß an verunsichernden Argumenten oder eine Abkehr der anderen Süchtigen, wie Du behauptest.
Und ich persönlich, als selber Essgestörte halte die Behauptung, ich könne mich nicht über den Fortschrítt und die Gesundung meiner Schicksalsgenossen und -innen freuen, für absoluten Schwachsinn! http://das-dicke-forum.de/forum/images/smilies/mad.gif
Im übrigen sprechen auch die Erfahrungen, die ich in 4 Jahre Arbeit mit Suchtkranken sammeln durfte eine vollkommen andere Sprache.
Eine um vernünftige Diskussion bemühte und dennoch irgendwie pesönlich verärgerte
Iko
Sophonisbe
05.10.2005, 11:00
Mir scheint, liebe Solitude, dass Du noch immer nicht verstanden hast, warum Du Gegenwind bekamst. Den bekamst Du nämlich definitiv nicht, weil wir Dir den Erfolg nicht hätten gönnen können.
Dass Dir die Erklärung Deiner Therapeutin gefällt, kann ich gut verstehen: Immerhin befreit sie Dich von der Last, den Gegenwind ernst nehmen zu müssen. Indem sie Dich als die Erfolgreiche darstellt, und alle, die eine andere Vorstellung von "Erfolg" haben, als diejenigen, die einfach noch nicht weit und reif genug sind, um sich darüber mitzufreuen.
Ich persönlich empfinde das als anmaßend. Aber ich wette, das habe ich wieder nur falsch verstanden.
Hallo Solitude,
nur eine Bemerkung zu den Aussagen Deiner Therapeutin:
Ich habe es in einer Gruppe mit essgestörten übergewichtigen Frauen ganz, ganz anders erlebt. Wenn da jemand Erfolg hatte (und das nicht nur auf das Gewicht bezogen), dann haben sich die anderen mitgefreut. Natürlich freue ich mich mehr mit jemandem, wenn ich sie auch sonst nett finde, und bin etwas neidischer, wenn ich jemanden nicht so gut leiden kann. Aber insgesamt war es eindeutig ein Klima der gegenseitigen Unterstützung und des sich Mitfreuens. Das ganze wurde übrigens von einer Familientherapeutin geleitet, die offenbar im Gegensatz zu Deiner Therapeutin davon ausging, dass so eine Gruppe sich gegenseitig gut tut - auch und gerade, weil man Erfahrungen und Erfolge teilt. Eine der grundlegenden Regeln in der Gruppe war, dass jede ihre eigenen Erfahrungen machen darf/muss und sowohl diejenigen, die nicht abnahmen, als auch diejenigen, die abnahmen ihre Erfahrungen nicht verallgemeinerten.
Mittlerweile ist das ganze fünf Jahre her und ich bin immer noch mit vier Frauen befreundet: zwei sind die ganze Zeit in etwa gleich dick geblieben, eine hat ein paar Kilo abgenommen und eine hat sichtbaren Erfolg, dh sie ist mittlerweile ca 45 Kilo leichter. Und ich...ich hatte erst viel abgenommen und dann mehr als zuvor wieder abgenommen. Wir treffen uns immer noch einmal im Monat und tauschen uns aus, lachen und weinen miteinander und freuen uns, wenn jemand einen Erfolg oder eine Gewichtabnahme berichten kann.
Und ich habe den Eindruck, dass es hier ganz ähnlich ist...natürlich denke ich 'boh, warum nimmt die denn ab und ich nicht?' aber das bedeutet nicht, dass ich mir wünsche, dass so jemand wieder zunimmt. Was ich mir wünsche ist, dass so jemand mir was über seinen Weg erzählt - ohne gleich zu meinen, es wäre auch mein Weg...
mellow, die sich zufällig heute mit den vieren trifft...und sich schon drauf freut!
Lovely Rita
05.10.2005, 17:39
Auch, wenn ich jetzt Korinthen kacke :baeh2: - von mir sprichst du nicht, liebe Soli. Und ich bin definitiv eßgestört.
da schließe ich mich an.
ich bin im übrigen der ansicht, dass wege aus der essstörung völlig individuelle wege sind. natürlich lese ich, was andere dazu schreiben und es interessiert mich auch. wenn es aber für mich definitiv nichts neues enthält - so wie dein beitrag (sport & ernährungsumstellung aha) - dann sage ich einfach nichts dazu.
was nicht bedeutet, dass ich neidig bin.
ich habe mittlerweile auch den eindruck, dass du bereits mit dem "wissen" in diese diskussion gestartet bist, dass wir in deinen augen nicht-erfolgreichen dir deinen erfolg nicht vergönnen.
den alkoholiker-vergleich finde ich auch daneben. eins der ersten dinge, die ich von meiner therapeutin gelernt habe, war: keine vergleiche!
heute weiß ich, wie klug diese maxime ist und wieviel sie mir immer wieder bringt.
freu dich, dass du gut vorankommst auf deinem weg und geh ihn weiter. aber unterstelle uns bitte keine gefühle, die wir nicht haben. denn - und jetzt sprech ich wieder für mich alleine - deine postings haben mich auch in keinster weise verletzt.
grüße, christine
Lovely Rita
05.10.2005, 17:44
Eine der grundlegenden Regeln in der Gruppe war, dass jede ihre eigenen Erfahrungen machen darf/muss und sowohl diejenigen, die nicht abnahmen, als auch diejenigen, die abnahmen ihre Erfahrungen nicht verallgemeinerten.
das hatte ich überlesen. das finde ich ausgezeichnet und klug.
liebe grüße, christine
Solitude
05.10.2005, 21:01
Solitude,
jetzt mal Butter bei die Fische! Du hast mit deinem Posting keineswegs nur die angesprochen, Nein, die von dir angezettelte Diskussion in diesem Thread lautete wie folgt:
Darüber haben wir gründlich gesprochen und du hast einige sehr gut formulierte Antworten bekommen, die die Sache doch eigentlich prima geklärt haben. Was soll jetzt dieser Käse?
Murmel, langsam richtig verärgert
P.S.: Würdest du bitte endlich diese Alkoholiker-Vergleiche seinlassen?
Also bei aller Liebe - nun werde ich auch langsam sauer:mad: Ich schreibe hier im Unterforum Dick & Essstörungen...ich schreibe hier als "trockene" Eßgestörte zum Thema Umgang mit Eßstörungen/Eßgestörten...ich verbitte mir die Unterstellung, dass sei eine Schutzbehauptung.
Und nicht ICH habe den Vergleich mit Alkoholismus und Eßsucht gezogen sondern meine Therapeutin, die 20 Jahre lang eine Klinik für Suchtkranke geleitet hat.
Es tut mir leid, dass dich diese Vergleiche so aufbringen, ich frage mich allerdings warum.
Eßsucht ist eine Sucht, eine Krankheit wie andere Süchte auch. Und im Bereich Magersucht auch durchaus tödlich wie andere Süchte auch.
Es ging ja auch nicht darum jemanden zu diskreditieren, es war ein Vergleich, den sie aufgrund ihrer Erfahrung gezogen hat.
Und wenn du die Meinung nicht teilst ist doch auch gut. Aber Meinungen kundtun ist doch wohl erlaubt.
Also bei aller Liebe - nun werde ich auch langsam sauer:mad: Ich schreibe hier im Unterforum Dick & Essstörungen...ich schreibe hier als "trockene" Eßgestörte zum Thema Umgang mit Eßstörungen/Eßgestörten...ich verbitte mir die Unterstellung, dass sei eine Schutzbehauptung.
Ich empfinde Murmels Posting nicht so, dass Dir unterstellt würde, alles wäre nur eine Schutzbehauptung. Oder verstehe ich das jetzt falsch? :confused: Das Zitat und Murmels Posting verstehe ich jedenfalls nicht so.
Und nicht ICH habe den Vergleich mit Alkoholismus und Eßsucht gezogen sondern meine Therapeutin, die 20 Jahre lang eine Klinik für Suchtkranke geleitet hat.
Natürlich hast DU diesen Vergleich nicht aufgebracht, Du hast ihn aber auch nicht weiter kommentiert dahingehend, ob Du diesen Vergleich für richtig hälst.
Es tut mir leid, dass dich diese Vergleiche so aufbringen, ich frage mich allerdings warum.
Eßsucht ist eine Sucht, eine Krankheit wie andere Süchte auch. Und im Bereich Magersucht auch durchaus tödlich wie andere Süchte auch.
Es ging ja auch nicht darum jemanden zu diskreditieren, es war ein Vergleich, den sie aufgrund ihrer Erfahrung gezogen hat.
Und wenn du die Meinung nicht teilst ist doch auch gut. Aber Meinungen kundtun ist doch wohl erlaubt.
Liebe Solitude, Du verrennst Dich in diesem Thema. Schon längst war das alles geklärt und Du bringst ständig neue Postings, mit denen Du versuchst zu erklären, noch mehr Verwirrung stiftest und den Leuten wirklich auf den Schlips trittst. Was soll das?
Das hat nichts mehr mit Meinung kund tun zu tun. Ja wir befinden uns im Unterforum für Esstörungen, allerdings ist es auch "erlaubt" dass Nicht-Essgestörte hier lesen und schreiben dürfen. Somit MUSST Du einfach lernen, Deine Postings differenzierter zu schreiben. Du setzt grundsätzlich viele Dinge voraus und schreibst munter drauf los. Dann bist Du entsetzt, welche Reaktionen kommen und dass das ja so und so gemeint war. Wie schonmal geschrieben: Beim geschriebenen Wort muss man einfach ausführlicher werden und mehr erklären, denn es kommt sehr schnell zu Missverständnissen. Und während hier alle bereit sind, ihre Meinungen kritisch zu hinterfragen und zu überdenken, ob sie vielleicht falsch reagiert haben und anders hätten reagieren sollen, schleppst Du jetzt hier noch einen Vergleich Deiner Therapeutin an, den Du in den Raum wirfst. Und ich schließe mich dahingehend an - Sucht ist zwar Sucht aber jede Sucht ist anders. Jede Sucht muss anders behandelt werden. Und eine Essucht kann mitnichten mit der Alkoholsucht verglichen werden.
Hallo Solitude,
...ich verbitte mir die Unterstellung, dass sei eine Schutzbehauptung. Das Wort "Schutzbehauptung" habe ich ins Spiel gebracht und nicht Murmel, ...ich hatte mich dabei lediglich auf das Zitat in ihrem Beitrag bezogen -also solltest Du Dein Verbitten auch an mich richten.
Um das nochmal klarzustellen:
Deine Behauptung, Du sprächest die ganze Zeit von Essgestörten halte ich für eine Schutzbehauptung, weil der Aufhänger für diesen Thread lautete:
Die heftige Reaktion auf Irinas Posting und auch meine eigenen Bedenken in den letzten Tagen über Dinge zu schreiben, die mich bewegen, die bei mir gut laufen...Wenn es hier aber nur um Essgestörte geht,
1. was um Himmels Willen hat dann Irina hier zu suchen??? Ich finde in Ihrem Beitrag keinen Hinweis auf Essstörungen in irgendwelchem Zusammenhang.
2. woher soll ich wissen, dass "Dinge die Dich bewegen" ausschließlich Dinge sind, die sich mit Essstörungen beschäftigen?
Wenn es also in Deinen Beiträgen ausschließlich um Essgestörte geht, solltest Du das auch ausdrücklich im Posting erwähnen, bzw. Du solltest in Deinen Formulierungen dann weniger verallgemeinern.
Und nicht ICH habe den Vergleich mit Alkoholismus und Eßsucht gezogen sondern meine Therapeutin, die 20 Jahre lang eine Klinik für Suchtkranke geleitet hat.Aus Deinem Posting sprach mit keinem Wort irgendein Vorbehalt deinerseits, man musste also davon ausgehen, dass Du Dich der Meinung Deiner Therapeutin anschließen wolltest.
Ich verstehe das inzwischen besser und werde damit in Zukunft sehr viel behutsamer umgehen.Denn immerhin hast Du diese Äußerung Deiner Therapeutin herangezogen, um "uns Süchtige" nun "besser zu verstehen" und "behutsamer mit uns umzugehen". Diese Aussage Deiner Therapeutin war also, meiner Meinung nach, gut genug, dass Du Dich ein wenig überlegen fühlen konntest, als "trockene" Esssüchtige.
Ich, für mich, lege eigentlich keinen Wert auf Deine Behutsamkeit! Ich lege Wert auf eine gewinnbringende Diskussion, bei der alle Beteiligten als gleichwertig eingestuft werden. Damit ist z.B eine differenzierte, nicht zu stark verallgemeinerte Ausdrucksweise, ein Stehen zu den eigenen Aussagen und ein Hinterfragen der eigenen Argumente nötig -und keine Behutsamkeit.
Iko
Und nicht ICH habe den Vergleich mit Alkoholismus und Eßsucht gezogen sondern meine Therapeutin, die 20 Jahre lang eine Klinik für Suchtkranke geleitet hat. Ist das so? Hier mal ein paar Auszüge aus deinen Antworten in Babs' Thread:
Und die Einschränkung mit der ich bereit bin für den Rest meines Lebens zu leben (ähnlich wie ein Alkoholkranker keinen Alkohol mehr anrührt, wenn er „trocken“ ist).
Aber wie ein trockener Alkoholiker weiß ich natürlich um die Gefahr eines Rückfalls.
ein Alkoholiker ist ein Leben lang alkoholkrank, d.h. er kann keinen Tropfen Alkohol mehr anrühren, ohne rückfällig zu werden.
Warum du mich mit diesem Vergleich aufbringst? Schlicht und ergreifend, weil er hinkt und du außerdem pauschalisierst. Ich jedenfalls bin nicht bereit, für den Rest meines Lebens mit irgendwelchen Einschränkungen zu leben und habe trotzdem keine Angst vor Rückfällen. Das übrigens ist meine Definiton von "Gesundung" und es hat nichts mit Gewichtsverlust zu tun...
Es stimmt, das Wort "Schutzbehauptung" habe ich nicht ins Spiel gebracht, finde es aber sehr treffend. An ein kommunikatives Missverständnis glaube ich jedenfalls nicht mehr.
frankman
06.10.2005, 14:59
hallo,
ich bin jetzt seit über 18 monaten frei von den begleiterscheinungen meiner essstörung (fressattacken, usw.) und habe in dieser zeit sehr viel gewicht verlohren.
ich habe für mich erkannt, dass man von heilung oder gesundung der essstörung nicht sprechen kann. sie wird immer da sein, wie ein schatten. mal weit weg, mal etwas näher, oder vielleicht wird sie mal wieder neben mir stehen und versuchen wieder die hauprrolle in meinem leben zu spielen. aber so lange ich weis, was ich gegen meinen schatten machen kann, und nicht plötzlich in meinem eigenen schatten stehe, halte ich mich für "gesund".
auch habe ich erkannt, dass ich die esstörung und das gewicht trennen muss. für mich war und ist es wichtiger, einen tag, eine woche, einen monat, ein jahr, wie lange auch immer rückfallfrei zu sein und zu bleiben.
liebe grüsse
frank
Solitude
06.10.2005, 15:15
ich habe für mich erkannt, dass man von heilung oder gesundung der essstörung nicht sprechen kann. sie wird immer da sein, wie ein schatten. mal weit weg, mal etwas näher, oder vielleicht wird sie mal wieder neben mir stehen und versuchen wieder die hauprrolle in meinem leben zu spielen. aber so lange ich weis, was ich gegen meinen schatten machen kann, und nicht plötzlich in meinem eigenen schatten stehe, halte ich mich für "gesund".
Danke für diese Definition, das sehe ich ähnlich...
Solitude
06.10.2005, 15:24
Und zu den anderen:
Was ist also die Quintessenz?
Prinzipiell freut ihr euch mit jedem, der Wege aus der Eßstörung findet. Nur bei mir war das etwas anders, weil ich so ein "unangenehmer und anmaßender" Zeitgenosse bin.
Der zudem noch hier einfach so Analysen seiner Therapeutin postet. Die natürlich völlig unangebracht sind und deren 20jährige Erfahrung als Leiterin einer Suchtklinik für Eßgestörte und Alkoholkranke sie überhaupt nicht qualifiziert etwas zum Thema zu sagen.
Nun ja:rolleyes: - ich bin inzwischen auch sehr dafür, diesen Thread sterben zu lassen, weil ich keinen Sinn in der Diskussion mehr sehe und mir meine Zeit dafür zu schade ist...
Solitude, unangenehm und anmaßend wie immer und unverschämterweise auch noch glücklich darüber, dass Dinge, die man selbst als richtig erkannt hat keiner Verifizierung durch andere bedürfen.
Prinzipiell freut ihr euch mit jedem, der Wege aus der Eßstörung findet. Nur bei mir war das etwas anders, weil ich so ein "unangenehmer und anmaßender" Zeitgenosse bin.
Du hast nichts kapiert. Schade eigentlich...
Btw - deine Therapeutin ist tatsächlich nur eine Therapeutin, keine Betroffene, oder? Von ihr finde ich es tatsächlich anmaßend, uns auch nur im Ansatz analysieren zu wollen, ohne eine/n von uns zu kennen. Das ist stümperhaft und unprofessionell. Da helfen auch keine 20 Jahre Berufserfahrung.
Prinzipiell freut ihr euch mit jedem, der Wege aus der Eßstörung findet. Nur bei mir war das etwas anders, weil ich so ein "unangenehmer und anmaßender" Zeitgenosse bin.Damit steht für mich fest, dass das offensichtlich der aussichtsloseste und überflüssigste Thread in diesem ganzen Forum war, an dem ich hier bisher teilgehabt habe....
Schade.
Iko
Sonnenkuss
06.10.2005, 16:34
Jou, eigentlich war ab Beitrag Nummer 15 alles zum Thema "eingeschworener Kreis" gesagt worden.
Das sich daraus dann ein essgestörtes Thema ergab und hergeleitet wurde ist vielleicht bezeichnend, das die Threaderöffnerin eher damit ein Problem hat?
Dazu kann ich nix sagen, denn ich leide gottseidank nicht an ´ner ESSS, isch kann hier nur meine Meinung kundtun und das obwohl ich mich nicht zum "eingeschworenen Kreis" zählen möchte: Es wird bei der ESSS sehr viele Weisheiten und Wahrheiten geben, nicht nur die Eine - Deine.
Da kann sich jetzt jede/r angesprochen fühlen.
Und eine Sucht mit der anderen zu vergleichen, das hinkt... so wie Äpfel und Birnen.
glücklich darüber, dass Dinge, die man selbst als richtig erkannt hat keiner Verifizierung durch andere bedürfen. Ich finde, das ist ein prima Schlusswort für diesen Thread, denn so wie ich die meisten hier einschätze, kann diesen Satz jeder von uns für sich in Anspruch nehmen. ;)
In diesem Sinne schließe ich dann mal hinter mir zu ...
vBulletin® v3.8.4, Copyright ©2000-2012, Jelsoft Enterprises Ltd.