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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie stirbt man eigentlich im Internet?


klein und fein
06.11.2010, 11:12
Zugegeben, diese Frage ist schon einigermaßen makaber, aber ich habe sie gerade in einem anderen Forum entdeckt:

http://www.musiktreff.info/showthread.php?8428-Wie-stirbt-man-eigentlich-im-Internet

Also, Themen gibt es, ich muß schon sagen...

Itsme
06.11.2010, 16:27
Dass alles für unbestimmte Zeit im Netz bleibt, was man einmal von sich gegeben hat, sollte man sich nicht erst im Zusammenhang mit seinem eventuellen Ableben klar sein.

Ansonsten - ehrlich - finde ich dieses Thema... äh... komsch?
Symbolisch sterben täglich zigtausende von Menschen im Internet. Sie schauen mal hier oder da rein, melden sich zu Wort und sind nie wieder gesehen. Oder sie bleiben eine Weile und sind dann weg.
Ich sehe da keinen Unterschied.

elvae
06.11.2010, 18:22
naja, wo man sich schon gedanken machen sollte, ist:
wenn ich ermordet werd oder durch n tragischen unfall sterbe, möchte ich dann wirklich, das sich BILD & co frei im internet an meinen bildern bedienen und meine angehörigen neben der trauer auch noch sich dagegen wehren müssen, das die fotos im falschen zusammenhang dargestellt werden oder evtl. fotos dabei sind, die nie für die öffentlichkeit bestimmt waren?
das (http://www.bildblog.de/6494/die-amok-opfer-der-bild-am-sonntag/) passiert (http://www.bildblog.de/6390/tim-k-bei-amokvz-nicht-registriert/) nämlich (http://www.bildblog.de/5566/bvb-fans-bild-halts-maul/) öfter (http://www.bildblog.de/2704/witwenschuetteln-20/) als man denkt (http://www.bildblog.de/2837/bild-schlachtet-das-internet-aus/)
auch wenn die eltern das nicht wollen (http://www.bildblog.de/3143/ansporn-zum-ausweiden/)

Viola
07.11.2010, 18:54
Wenn ich wirklich morgen nicht mehr am Leben sein sollte, würde das im Internet niemand merken. Klar, ich würde hier oder da nichts mehr schreiben, aber warum - das wüßte keiner und ich vermute stark, es würde auch keinen groß interessieren. Dafür ist das Internet einfach zu schnelllebig und zuviele User kommen und gehen. Und in sozialen Netzwerken bin ich nicht vertreten und auch anderweitig kennt ja niemand meine reale Person.

Schneckennudel
07.11.2010, 19:39
Über das Thema habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. In Foren habe ich mich schon hin und wieder gefragt, was mit jemandem passiert ist, der vorher regelmäßig geschrieben hat und dann plötzlich gar nicht mehr auftaucht. Ich finde das schon komisch, auch wenn es Menschen sind, die ich nicht persönlich kenne. In den meisten Foren werden die Profile wohl bei längerer Inaktivität irgendwann gelöscht.

So sehe ich das Problem auch eher bei sozialen Netzwerken. In einigen Jahren wird es dort massenhaft Profile von Toten geben ... Ich finde es seltsam, wenn mein Profil noch Jahre oder Jahrzehnte nach meinem Tod im Internet steht. Mit der Frage, ob man irgendwie seine Passwörter mit der Bitte um Löschung im Testament hinterlässt, werden sich wohl mehr und mehr Menschen irgendwann befassen - so komisch sich das auch anhört ...

Kanarienvogel
08.11.2010, 14:28
das (http://www.bildblog.de/6494/die-amok-opfer-der-bild-am-sonntag/) passiert (http://www.bildblog.de/6390/tim-k-bei-amokvz-nicht-registriert/) nämlich (http://www.bildblog.de/5566/bvb-fans-bild-halts-maul/) öfter (http://www.bildblog.de/2704/witwenschuetteln-20/) als man denkt (http://www.bildblog.de/2837/bild-schlachtet-das-internet-aus/)
auch wenn die eltern das nicht wollen (http://www.bildblog.de/3143/ansporn-zum-ausweiden/)


Die BILD ist sowas von zum K*tzen!!!

Ich kriege so einen Hass, wenn ich von deren Methoden und Darstellungsweisen höre. Und sowas wird von einem großen Teil der Bevölkerung gelesen!!

Maky
09.11.2010, 07:24
So sehe ich das Problem auch eher bei sozialen Netzwerken. In einigen Jahren wird es dort massenhaft Profile von Toten geben ... Ich finde es seltsam, wenn mein Profil noch Jahre oder Jahrzehnte nach meinem Tod im Internet steht.

Im Lauf der Jahre habe ich mich im Internet mal hier, mal dort registriert - an vieles kann ich mich gar nicht mehr erinnern und es interessiert mich auch nicht besonders - wenn es wichtig wäre, würde ich diese Seiten ja bei Bedarf wieder aufsuchen. Und wen außer mir sollte es sonst noch interessieren, dass ich irgendwo im Netz meine Spuren hinterlassen habe und ob diese Spuren nach meinem Ableben (das hoffentlich noch in weiter Ferne liegt), immer noch existieren?
Im echten Leben wird man bemerken, wenn ich sterbe, und meine Wohnung räumen, mein Bankkonto auflösen und mich von der GEZ abmelden.
:eek:

Kanarienvogel
09.11.2010, 15:21
und mich von der GEZ abmelden.


Das glaub mal nicht, dass das was nützt. Die GEZ schickt gerne noch jahrelang immer wieder Mahnbriefe, auch wenn die "Kunden" schon lange verstorben sind. So zB bei meinem Opa.

Schneckennudel
09.11.2010, 16:54
Und wen außer mir sollte es sonst noch interessieren, dass ich irgendwo im Netz meine Spuren hinterlassen habe und ob diese Spuren nach meinem Ableben (das hoffentlich noch in weiter Ferne liegt), immer noch existieren?


Ich meinte soziale Netzwerke wie wkw, facebook, meinVZ ... Da fügt man zu seinen Kontakten in der Regel Menschen hinzu, die man im "richtigen" Leben kennt und mit denen man befreundet ist. Ich fände es sehr seltsam, wenn einer meiner Freunde sterben würde und in 20 Jahren immer noch sein altes Profil auf meiner Seite erscheint. Da sollte einfach die Möglichkeit der Löschung solcher Profile bestehen. Ich denke, das ist ein Thema, das sowohl für Betreiber als auch Nutzer dieser Seiten bald von Bedeutung wird. Für Foren, in denen man anonym ist, ist das sicher weniger von Bedeutung.

sombra_blanca
10.11.2010, 09:22
Das "Problem" besteht jetzt schon. Soweit ich weiß, gibt es ziemlich viele Profile bei sozialen Netzwerken von Leuten, die mittlerweile gestorben sind.

Ich glaub, früher oder später wirds gang und gäbe sein, es so zu machen, Schneckennudel. Mit der Frage, ob man irgendwie seine Passwörter mit der Bitte um Löschung im Testament hinterlässt, werden sich wohl mehr und mehr Menschen irgendwann befassen - so komisch sich das auch anhört ...
Da müsste ich zwar alle 3 Monate mein Testament ändern,...

kampfzwerg
10.11.2010, 09:39
Da müsste ich zwar alle 3 Monate mein Testament ändern,...Das verkompliziert die Sache wirklich ungemein, aber die Passwörter im Testament zu hinterlegen, finde ich auch eine gute Sache.

Boewi
10.11.2010, 15:32
Du brauchst ja nicht die Passwörter selber ins Testament hinein schreiben. Es reicht völlig, zu schreiben, wo die Passwörter zu finden sind und was damit zu geschehen hat.

Aber ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich wirklich meine Passwörter posthum von irgendwem genutzt wissen wollte... :ueberleg:

kampfzwerg
10.11.2010, 16:14
Aber ich bin mir gerade gar nicht sicher, ob ich wirklich meine Passwörter posthum von irgendwem genutzt wissen wollte... :ueberleg:Was hast Du denn für schlimme Sachen zu verbergen??? Tzzz!

Martina
10.11.2010, 17:35
Mir sind auch schon Tote in sozialen Netzwerken begegnet. :eingrab:

Man kann das Problem aber auch ganz pragmatisch angehen: Meldung von gestern! (http://www.sueddeutsche.de/medien/online-portal-stayalive-helmut-markwort-macht-sich-unsterblich-1.1021437)

klein und fein
10.11.2010, 18:14
Nichts ist umsonst, auch nicht der Tod.

gabriele
11.11.2010, 09:00
Mir sind auch schon Tote in sozialen Netzwerken begegnet. :eingrab:

Man kann das Problem aber auch ganz pragmatisch angehen: Meldung von gestern! (http://www.sueddeutsche.de/medien/online-portal-stayalive-helmut-markwort-macht-sich-unsterblich-1.1021437)



das ist ja gruselig. Da wäre ich ganz schön erschrocken.

Mariechen
12.11.2010, 00:37
Mir sind auch schon Tote in sozialen Netzwerken begegnet. :eingrab:
OT und als Ergänzung: der Mann meiner Cousine hat vor Jahren den Anrufbeantworter mit einem witzigen Text besprochen. Leider ist der gute Mann seit einem Jahr verstorben, aber die Witwe hat die Bandansage aus Pietät behalten.
Da gruselt es mich immer, wenn ich dort anrufe. Ich glaube, das geht noch ein Stückchen "näher" als "nur" im Netz.

Liebe Grüße
Mariechen

Chrisum
12.11.2010, 02:18
Man kann das Problem aber auch ganz pragmatisch angehen: Meldung von gestern! (http://www.sueddeutsche.de/medien/online-portal-stayalive-helmut-markwort-macht-sich-unsterblich-1.1021437)
Mit Fakten, für die laut Fakten-Macher Marktwort an diesem Tag Geschäftsführer (http://www.sueddeutsche.de/thema/Gesch%C3%A4ftsf%C3%BChrer) Krage zuständig ist, will dieser nicht so recht rausrücken. Ein Ziel - wie viele Accounts in einem Jahr akquiriert werden sollen - wird nicht bekanntgegeben. Und auch die genauen Strategien, die das Portal sicher machen sollen, will der Manager nicht verraten. In seinem Todesportal immerhin verrät er seinen Spitznamen: "Mucki." Aha.:eek:Den gleichen Spitznamen habe ich.

kampfzwerg
07.12.2010, 05:36
Ilse Aigner hat eine Art Verfallsdatum für private Daten im Internet gefordert.
Sie wird in verschiedenen Presseartikeln und in der Tagesschau heute früh zitiert mit den Worten: "Es gibt ein Recht auf Vergessen, auch im Internet".
Wie das nach ihren Vorstellungen funktionieren soll, weiß ich nicht, aber ich musste sofort an diesen Thread denken.

gabriele
07.12.2010, 08:27
Teilweise gibt es das schon. Auf manche Seiten wird man wegen Inaktivität auch wieder gelöscht.

kampfzwerg
07.12.2010, 10:40
Teilweise gibt es das schon. Auf manche Seiten wird man wegen Inaktivität auch wieder gelöscht.Ja, durchaus. Ähnlich wie einige Emailanbieter einen nach einem Jahr kompletter Inaktivität löschen.
Vieles im Internet bleibt einfach stehen, selbst wenn eine Seite längst nicht mehr betreut wird und deren Informationen komplett veraltet sind. Vor einiger Zeit erhielt ich eine Frage einer Studentin, die mich aufgrund eines vor 10 Jahren getätigten Eintrags (es ging um einen von mir für einen Sprachkurs) anschrieb. Die Seite selbst wurde seit mehr als 6 Jahren nicht mehr betreut und schwimmt wie ein Wrack auf dem Datenmeer. Ich konnte mich nicht einmal mehr daran erinnern, überhaupt jemals etwas zum betreffenden Thema geschrieben zu haben, geschweige denn, auf der Seite gewesen zu sein. Die Mailadresse, über die sie mich anschrieb, nutze ich nur sporadisch und zu bestimmten Zwecken. So kam es, dass ich ihre "dringende" Frage erst nach Wochen zu Gesicht bekam.

klein und fein
09.12.2010, 07:45
Vor einiger Zeit erhielt ich eine Frage einer Studentin, die mich aufgrund eines vor 10 Jahren getätigten Eintrags (es ging um einen von mir für einen Sprachkurs) anschrieb.Da kann ich nicht mithalten: Ich erhielt kürzlich eine Anfrage zu einem Eintrag, den ich vor ca. 7 Jahren hinterlassen habe.

klein und fein
09.12.2010, 07:58
Ilse Aigner hat eine Art Verfallsdatum für private Daten im Internet gefordert.
Sie wird in verschiedenen Presseartikeln und in der Tagesschau heute früh zitiert mit den Worten: "Es gibt ein Recht auf Vergessen, auch im Internet".
Wie das nach ihren Vorstellungen funktionieren soll, weiß ich nicht, aber ich musste sofort an diesen Thread denken.Den Satz "Es gibt ein Recht auf Vergessen, auch im Internet" finde ich gut! :grins:

Theoretische Umsetzung: einfach dem Internet einen globalen Cybervirus einimpfen, der Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium auslöst.

Praktische Umsetzung: weiß ich auch nicht...

Lyssi
16.12.2010, 23:12
Vielleicht bin ich da die einzige, aber irgendwie ist es mir doch relativ egal, was dann ist, wenn ich tot bin.
Ich möchte nicht, dass andere, noch lebende Probleme durch mich haben. Oder darunter leiden, dass Fotos in die Zeitung kommen.

Aber für mich ist es mir egal. Ich bekomme es ja nicht mehr mit.

Irgendwie habe ich nicht mal den Anspruch, dass Fremde mich in guter Erinnerung behalten sollen. Auch das bekomme ich ja nicht mehr.
Nur bei Freunden fände ich den Gedanken nicht schön. Aber die würden ja durch irgendwas im Internet oder in der Zeitung nicht anders über mich denken.

Becca
17.12.2010, 02:26
Ich kenn das Problem von meinem Vater. Einer seiner Ex Schulkollegen steht noch auf einem Internetportal. Leider wissen wir durch einen Besuch auf dem örtlichen Friedhof, bei dem wir nach dem Besuchen eines Grabes noch ein wenig rumgeschaut haben, wie die Gräber so aussehen ( weiß nicht, ich find's manchmal ganz interessant, alte Gräber anzusehen) , dass der Mann tot ist. Wir sind halt zu rein zufällig auf sein Grab gestoßen. Ich glaube, dass es meinen Vater doch schon sehr berührt hat.
Nun wird er allerdings jedes Jahr daran erinnert, dass er eben diesem Toten doch zum Geburtstag gratulieren soll- und jedes Mal ist das ein neuer Shock, den ich auch durchaus verstehen kann. Dass bei sowas die Bitte nach dem Vergessen im Internet laut wird, kann ich schon verstehen.
Andererseits gibt es gerade bei Jugendlichen auch Menschen, die eben die Person nicht vergessen wollen, und ihnen dann aus ihrem Profil mittels Passwort ein schönes Andenken machen, dass finde ich generell auch nicht schlecht.
Falls ich sterben sollte hätten meine Eltern doch schon Kenntnisse über meine Passwörter , ich vertraue ihnen da voll und ganz, aber ich glaube nicht, dass sie da so viel machen würden. Natürlich ist es möglich, dass sie meine Profile löschen würden.... und da hätte ich auch nichts gegen. Sie können dann machen, was sie für das Beste halten. Aber ich hoffe mal, dass sie das nie müssen.

Maky
17.12.2010, 08:51
Vielleicht bin ich da die einzige, aber irgendwie ist es mir doch relativ egal, was dann ist, wenn ich tot bin.


Du bist nicht die Einzige.... sollte ich "frühzeitig" ableben, werden meine Freunde/Bekannten/Familie das wissen und haben dann sicher andere Sorgen als die, ob ich noch ein Profil in Facebook, Lokalisten und sonstwo habe.
Und wer mich nicht kennt und "zufällig" mal auf eines meiner Profile stößt, dem wird das auch egal sein, ob ich noch unter den real Lebenden weile.´

Und sollte ich das Glück haben, steinalt zu werden - ich denke, bis dahin - so in 30 oder 40 Jahren - wird sich das "Problem" der Internet-Leichen technisch auch gelöst haben.

:-D

kampfzwerg
20.09.2011, 15:58
Heute kam ein Beitrag zum Thema (http://www.wdr.de/tv/daheimundunterwegs/sendungsbeitraege/2011/0920/schwerpunkt.jsp) beim WDR in "daheim & unterwegs".

klein und fein
20.09.2011, 16:39
Da sich im Ernstfall niemand um die Löschung meiner Internet-Daten kümmert, bleibe ich der Netzgemeinde virtuell erhalten.

Sabee
23.09.2011, 16:16
Zwar habe ich mir auch schon überlegt, wie das wohl ist, wenn jemand verstorben ist und sich deswegen nicht mehr im Forum blicken lässt.
Schreibt dann vielleicht eine persönlich bekannte Freundin /Freund eine Nachricht? Oder der Ehepartner, sofern er die Zugangsdaten hat?
Also ich galube nicht, dass mein Mann das machen würde. :ueberleg:
Besonders makaber ist es bestimmt, eine bekannte, verstorbene Person noch im Internet zu finden - möglichst noch mit Bild.
Ganz schlimm fände ich auch die Sache mit dem Anrufbeantworter. Aber löschen könnte ich es vielleicht auch nicht.....

Martina
23.09.2011, 18:48
Zwar habe ich mir auch schon überlegt, wie das wohl ist, wenn jemand verstorben ist und sich deswegen nicht mehr im Forum blicken lässt.
Schreibt dann vielleicht eine persönlich bekannte Freundin /Freund eine Nachricht? Oder der Ehepartner, sofern er die Zugangsdaten hat?
Das hiesige Team hat früher ein anderes Forum betreut. Da ist das einmal passiert. Eine Freundin der Userin hat das Forum dann informiert.